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Full text of "Geschichte des Jüdisch-Theologischen Seminars (Fraenckel'sche Stiftung) in Breslau. Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum der Anstalt"

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Llniversity of Toronto Library 

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SlwsJuma and Milton Shier Fund 

FOR THE SUPPORT OF 

lexvish Studies 




Jonas Fränckel, Kgl Kommerzienrat, 

-ob. den 19. November 1773, gest. den 27. Januar 1846. 



Geschichte 

DES 

JÜDISCH-THEOLOGISCHEN 
SEHINARS 

(FRAENCKEL'SCHE STIFTUNG) 

IN BRESLAU. 



FESTSCHRIFT ZUM FÜNFZIGJÄHRIGEN 
)UBILÄUti DER ANSTALT. 



VON DR. n. BRANN. 




DRUCK VON TH^ SCHATZKY G. M. li. H., BRESLAU. 







2 9 1972 I 

^%,7Y OF 10%^>' 



Einleitung. 

Als die Völker des westlichen Europas bereits im hellen Tages- 
licht der Aufklärung wandelten, lag auf den Juden noch die Finster- 
nis des Mittelalters. Erst als die Idee des Rechtsstaates in den 
Kulturländern der Welt zum Siege gelangt war, ist eine mehr als 
tausendjährige Schmach vorn Judentum abgetan worden. Die 
moderne Staatsform, die nicht mehr nach der Gleichheit der Ab- 
stammung und des Glaubens, sondern nur noch nach der Gemeinsamkeit 
der sittlichen Ueberzeugungen die bürgerlichen und staatsbürgerlichen 
Rechte und Pflichten verteilt, musste mit Notwendigkeit allen Staats- 
angehörigen ohne jeden Unterschied die vollständige Gleichheit vor 
dem Gesetz verbürgen. Nicht sowohl ein in übermütiger Geberlaune 
dargereichtes Gnadengeschenk war demnach die Wiedereinsetzung 
der Juden in ihre bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte, als 
vielmehr die reife Flucht einer unveräusserlichen Kulturerrungen- 
schaft der Menschheit. 

Aus den wiedergewonnenen Rechten erwuchsen neue Aufgaben 
für das heranwachsende Geschlecht. Die Judenschaft bildete nun 
nicht mehr eine fremde Kolonie innerhalb des Vaterlandes, und 
ihre Gesamtheit hörte auf, ein eigenartiges staatsrechtliches Gebilde 
mit besonderer national- religiöser Verfassung zu sein. Was dadurch 
die Gemeinschaft an Rechten verlor, gewann jedes einzelne ihrer 
Mitglieder für seine Person tausendfältig wieder. Jeder einzelne 
Jude wurde ein vollberechtigter Bürger des Staates und übernahm 
freudig und gern die Verpflichtung, sich die Fähigkeit anzueignen, 
in friedlichem Wettbewerb mit den Mitbürgern an den Kullur- 
aufgaben des Vaterlandes sich zu beteiligen. 

Eine grundsätzliche Umwälzung im Bereich der Erziehung 
und des Unterrichts war eine der nächsten und wichtigsten Folgen 
dieser Ereignisse. Die ausschliessliche Hingebung an das religiöse 
Ideal hörte auf der Mittelpunkt des jüdischen Lebens zu sein. Die 
den Gemütern tief eingeptlanzte Ehrfurcht vor den nationalen und 



- 4 — 

religiösen Heiligtümern trat immer mehr zurück gegenüber dem 
unbezwingbaren Verlangen nach endlicher Befreiung aus dem Jahr- 
hunderte alten Bann der Ausschliessung vom öffentlichen Leben, 
welches mit Gewalt aus der Volksseele hervorbrach, und es ist er- 
staunlich zu sehen, mit welcher bewundernswerten Ausdauer und 
Tatkraft die Juden in wenigen Jahrzehnten auf allen Gebieten des 
wissenschaftlichen, künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen 
Lebens die Ebenbürtigkeit ihrer Begabung zur Geltung und An- 
erkennung zu bringen wussten. Die betrübenden l^ückwirkungen 
auf die Entwickelung des inneren Lebens blieben freilich nicht lange 
aus. Nur wenige auserlesene Geister verstanden es damals, die 
rückhaltlose Teilnahme an den geistigen Bestrebungen der Gegen- 
wart mit der unwandelbaren Treue gegen die religiösen An- 
schauungen der Väter harmonisch zu verbinden. Die Allermeisten 
drängten im Rausche der Begeisterung für die neuen Bildungsideale 
haltlos vorwärts und verwarfen nicht nur die bisherige verwilderte 
Weise des Unterrichts und der Erziehung, die kauderwelsche Misch- 
sprache, den geschmacklosen Sprachton und die verwahrloste äussere 
Haltung, sondern erlaubten sich auch, selbst berechtigte, im Gesetz 
und Herkommen wohl begründete jüdische Eigenheiten zu verachten 
und zu verspotten, wenn sie ihrer Meinung nach dem modernen 
ästhetischen Sinn widersprachen oder der gesellschaftlichen Ver- 
schmelzung mit den Andersgläubigen hindernd im Wege standen. 
So erzeugte der Aufklärungsdünkel und die Unterschätzung des 
jüdisch-religiösen Wissens eine religiöse Gleichgiltigkeit, die für die 
Glaubensgemeinschaft verhängnisvoll zu werden drohte. 

Es gereicht den Vertretern des alten Rabbinentums zum Nach- 
ruhm, dass es unter ihnen einsichtige und besonnene Männer gab, 
die alle Kräfte und allen Eifer darauf richteten, diesen zersetzenden 
Erscheinungen entgegenzutreten. Schon am 28. November 1824 
richtete der Vize-Ober-Landes-Rabbiner Meyer Simon Weyl in Berlin 
eine Eingabe an den Minister von Altenstein, in welcher er, mit 
Berufung auf seine amtliche Pflicht, für das religiös moralische Er- 
ziehungs- und Unterrichtswesen seiner Religionsgenossen nach 
Kräften wirksam zu sein, die Gründe auseinandersetzte, um derent- 
willen er wünsche, eine Anstalt ins Leben zu rufen, aus welcher 
dereinst Volks- und Jugendlehrer hervorgehen sollen, die ihren hohen 
Beruf, den Religion und Staat bezeichnen, auf eine würdige Weise 
zu entsprechen im Stande sein können. Er wies namentlich auf 
die fast gänzliche Auflösung der von jeher bestandenen sogenannten 
talmudischen Schulen und den täglich mehr nachlassenden Eifer 
der jungen Leute zum Studium des Gesetzes hin, wodurch bereits 



ein so sichtbarer Mangel an Rabbinern in Deutschland entstanden 
sei, dass man nicht selten bei der Besetzung erledigter Stellen in 
die ärgste Verlegenheit geraten sei. Zugleich legte er einen auch 
im einzelnen sehr interessanten Plan zur Errichtung eines israelitisch- 
theologisch-pädagogischen Seminars vor und schloss mit den treff- 
lichen Worten: „Mit dem aufrichtigsten Eifer werde ich dieser 
neuen, für das Keligions- und Sittenbedürfnis meiner (Haubens- 
brüder so Wühltätigen Anstalt meine Kräfte weihen und mit der 
wissenschaftlichen Bildung der Schüler ganz besonders die religiös- 
moralische zum Gegenstande meiner Aufmerksamkeit machen; 
sowie bei der Wahl der Hilfslehrer die möglichste Sorgfalt be- 
obachten, damit Geist und Herz derer rein und edel gebildet werden, 
die einst ihren Biüdern zum Muster und Vorbilde dienen und mit 
Beispielen echter Gottesfurcht und wahrer Menschenliebe vorangehen 
sollen". Sein Vorschlag fand die denkbar freundlichste Aufnahme. 
..Die von Ihnen beabsichtigte Gründung eines Seminars für künftige 
Rabbiner und Schullehrer", schrieb ihm der Minister am 7. Januar 
1825, „ist ein erwünschtes und heilsames Unternehmen, und die 
Grundsätze, von denen Sie beim Entwurf Ihres Planes ausgehen, 
gereichen eben so sehr Ihrer Einsicht als Ihrer Gesinnung zur Ehre. 
Das Ministerium trägt daher nicht allein kein [bedenken, zur 
Gründung der in Antrag gebrachten Anstalt seine Genehmigung 
hierdurch zu erteilen, sondern fügt noch die Versicherung hinzu, 
dass es an der Ausführung des Entwurfs lebhaften Anteil nimmt 
und angelegentlich wünscht, dass dieselbe eben so eifrig betrieben 
werden möge, als sie umsichtig und verständig vorbereitet worden 
ist^j." Trotz dieses überaus wohlwollenden Entgegenkommens von 
Seiten der höchsten Staatsbehörde scheiterte das Unternehmen an 
der Ungunst der Verhältnisse und an der Unzulänglichkeit der 
materiellen und intellektuellen Mittel, die damals zur Verfügung 
standen. Ebensouenig waren die in Padua und Metz 1829 er- 
öffneten Anstalten-) geeignet, zur Xacheiferung in Deutschland an- 



•) Vl;1. die Akten dos Vorstandes der Jüdischen Gemeinde in Berlin 
.(lietrell'eJid das von dem Vizeobcrlandesrabbiner We\ I zu errichtende Seminar", 
für deren freundliche Uelierlassung icli dem Berliner (Jemeindevorstand zu 
Dank verpflichtet bin. und Sulamith VI, 2. S. 372—378. Uebcr ähnliche Ver- 
suche in Oesterreicli vgl. G. Wolf in der Ztschr. f. Gesch. d. Juden in 
Deutschland V, 27 11" Das Schreiben des Ministers Altenstein hat Graetz in 
der Urschrift in Händen gehabt, vgl. Monatsschrift f. Gesch. u. Wissensch. 
des Judentums, Jhrg. 1879, S. 508 t\\ 

-) .Tost, Neuere Geschichte der Israeliten II. 108. (iescli. des Juden- 
tums u. seiner Sekten III, 346- 349. 



— 6 — 

zuregen. Auch einige andere in den Jahren IH.'Vi') und 1H37-) ge- 
machte \'ersuche, weitere Kreise der C.laubensgemeinschaft lür 
den Gedanisen zu erwärmen, blieben erfolglos. Gestalt und Leben 
gewann er erst, als der Kommerzienrat Jonas Fränckel in 
Breslau letztwillig verfügte, dass aus seinem nur wohltätigen Zwecken 
geweihten Nachlass auch ein „Seminar zur Heranbildung von 
Rabbinern und Lehrern" errichtet werde. 



>) Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie TI, S. 1 — 21. 

2) Allgemeine Zeitung des Judentums I, 349—351. II, 7 f. 10 f. 19 f. 
22 f. .39 f. 50. 58 ff. 71. 88. 106, 119. 129. 139. 150. 153. 1.57. 162. 167. 176. 
205 fl". 215. 222 f. 237. f>66. 279. S02. 313. .329 f. 339. 351 ff. 367 1V. 372. 400. 
437. 495. III, 389 und bes. 653 ff. 



Das Fränckersche Testament. 



Jonas Fränckel entstammte einer durch Gelehrsamkeit, Ge- 
meinsinn und Wohlstand weit und breit unter den Juden berühmten 
Familie. Die Vorfahren der Eltern waren in langer Abfolge der 
Geschlechter als Leiter talmudischer Hochschulen und halachische 
Schriftsteller, als Rabbiner, Vorsteher und Sachwalter der Juden- 
schaft in den Grossgemeinden Deutschlands, Böhmens, Oester- 
reichs und Polens tätig und verliehen der Familie Glanz und 
Ansehen. 

Jonas Fränckels Vater, ein geborener Berliner, war der Sohn 
des dortigen Oberlandesrabbiners David Fränckel, dessen Name 
durch den Umstand, dass Moses Mendelssohn eine Zeitlang zu 
seinen Schülern gehört hat, auch in weiteren Kreisen bekannt 
geworden ist. Den Ursprung seines Geschlechtes können wir mit 
Sicherheit bis in das erste Drittel des sechzehnten Jahrhunderts 
zurückverfolgen. Seinen Ahnherrn, Aharon Heller- Waller- 
stein'), finden wir um L530 in Schwaben, in dem durch Anmut 
der Lage und durch grosse Fruchtbarkeit ausgezeichneten Riesgau, 
woselbst unter dem milden Szepter der Grafen von Oettingen einige 
jüdische Gemeinden zu friedlicher und fröhlicher Entwickelung ge- 
langt waren. Seine Enkel zogen nach Prag und Wien und traten 
in der Judenstadt der habsburgischen Residenz zum ersten Mal zur 
Familie Theo mim, welcher die Mutter Jonas Fränckels entstammte, 
in verwandtschaftliche Beziehungen-). Als dann unter Kaiser Leopold 



>) Landshuth, DU? T;« nnb'.n, s. 35 f. 

-) Kaufmann, Die letzte Vertreibung der Juden aus Wien und 
Niederösterreich, S. 80. Hrann, Gesch. des Landrabbinats in Schlesien, 
S. 18, Anm. 3. Daselbst muss es heissen: .,der Schwiegersohn des R. Meir 
b. R. Suul (Wahl) Katzenellenbogcn-' und am Ende „Verf. des naSc "rnp"' 
(statt i"iU^O bnp'l). Die bei den Akten des Kuratoriums „betreuend den Erb- 
lasser Kgl. Komm.-R. Jonas Fränckel" fol. 124 belindliche ..Stammtafel des 
sei. Kgl. Landrabbiners Isaak .Joseph Theoraim-Fränckel"', die L. Munck ver- 
fasst hat, ist mangelhaft und ungenau. 



— 8 — 

die Wiener Juden (1(^70) allesamt noch einmal zum VVanderstabe 
greifen mussten, retteten die Brüder Fränckel, Benjamin und 
Salomon, einen wesentlichen Teil der Gelehrsamkeit und des Wohl- 
standes des Wiener Ghetto in die neue P>eistalt, die der grosse 
Kurfürst den Heimatlosen in seiner Residenz erötfnete'). Schon 1673 
wurde Benjamin der Obervorsteher der gesamten in den Marken 
aufgenommenen Judenschaft und widmete sich bis an sein Lebens- 
ende mit anerkannter Aufopferung und Tatkraft der Verwaltung 
ihrer Angelegenheiten. Seine Nachkommen-) vermehrten noch das 
Ansehen der Familie. Sein Enkel David, in jungen Jahren bereits 
als Talmudgelehrter und halachischer Schriftsteller anerkannt, wurde 
Oberlandesrabbiner in Berlin''). Dessen Sohn Joel Wolf heiratete 
Edel, die Tochter des schlesischen Landrabbiners Joseph Jonas 
Fränckel und Hess sich in Breslau nieder. 

Hier wohnten schon seit etlichen Generationen die Voreltern 
seiner P>au und gehörten zu den ersten Ansiedlern, aus denen sich 
die jetzt blühende neue Gemeinde allmählich entwickelt hat. Ihr 
Grossvater, R, Chajjim Jona, schon als Siebzehnjähriger wegen 
seines Scharfsinns und wegen der Tiefe und des Umfangs seiner 
Gelehrsamkeit von den Zeitgenossen bewundert, war der erste 
Rabbiner der neuen Ansiedelung*), und ihren Vater, den „wegen 
seiner Geschicklichkeit und guten Verhaltens uns allergnädigst wohl 
bekannten und schon ehehin in Cracau als Rabbiner gestandenen" 
R.lsaak Joseph setzte Friedrich der Grosse durch eine Kabinets- 
ordre, d. d. Potsdam, 25. April 1755, zum Schlesischen Landrabbiner 



J) Kaufmann a. a. 0., S. 213 f. 

^) Sein Sohn Abraham wurde der Grossvater des Dr. David Franke), 
des durch sein pädagogisches Wirken und seine Zeitschrift „Sulamith" 
wohlbekannten ersten Direktors der Franzschule in Dessau. Ein Enkel seines 
Sohnes Elia war der Professor Eduard Gans in Berlin, der in der Sturm- 
und Drangzeit der jüdischen Aufklärung dem väterlichen Glauben untreu 
wurde. Sein Sohn Joseph war der Grossvater der wegen ihres Geistes 
und ihrer Anmut viel gerühmten Lebensgefährtin Leopold Zunzens 
(Landshuth a. a. 0., S. 59). 

•■') Vgl. Landshuth a. a. 0., S. 35— 68. 123 und M. Freudenthal, 
R. David Fränkel im „Gedenkbuch zur Erinnerung an David Kaufmann", 
herausgegeben von M. Brann und F. Rosenthal, S. 581 — 611. 

*) Brann, Gesch. d. Landrabbinats in Schlesien, S. 18 ff. Kaufmann 
in der „Monatsschrift für Gesch. u. Wissenschaft des Judentums", Jahrg. 42 
(1898), S. 322 ff. L. Atlas das., S. .567 f. Seine zweite Frau Rösel war 
übrigens die Schwester des Berliner Oberlandesrabbiners David Fränkel und 
starb in Berlin am 30. Mai 1764 (Landshuth a. a. 0., S. 59). 



— — 



ein^}. Als dann der grosse König nach den siegreich beendeten 
Kriegen allen Eiter daransetzte die Wunden des Krieges zu heilen 
und den Wohlstand der neu gewonnenen Untertanen zu heben, er- 
griff er gern die Gelegenheit, auch die Kapitalien des Landrabbiners, 
der bei dtr Rückkehr in teine Vaterstadt ein Vermögen von hundert- 
tausend Talern mit ins Land gebracht hatte, für diese gute Sache 
nutzbringend verwenden zu lassen. Iir erteilte ihm darum unterm 
11. Juni 17n4 ein „General-Schutz- und Handels-Privilegium für ihn 
und seine Descendenz, in Betracht derselbe eines theils von guten 
Vermctgens- Umständen, auch besondere experience in der auss- 
wärtigen Handlung mit Russland, Pohlen, der Moldau, Walachey 
und Litthauen besitzet und mit denen ansehnlichsten Kauffleuthen 
in connexion stehet, hinfolglich dorthin ein considerables negoce zu 
führen im Stande, hiernächst aber derselbe sich eiklähret, denen 
Zeug, Leinen und Seidenen Manufacturen nach Russland, Pohlen, 
Litthauen, der Moldau und Wallachey starcken debil und Absatz zu 
verschaffen, auch denen Schlesischen Fabricanten Vorschüsse an 
Wolle und Gelde zu thun, überdem sich erboten, zu Unserer Aller- 
höchsten disposition 4000 Reichsthaler in alten guten Friedrichsd'or 
zu erlegen"-). Die Leitung des geschäftlichen Unternehmens über- 
liess der Landrabbiner erprobten Ratgebern und Gehilfen, während 
er selbst nach wie vor in dem von ihm eingerichteten und wolil 
versehenen Beth ha-Midrasch mit unermüdlichem Fleiss seinen lieb- 
gewordenen Studien oblag und die Pflichten seines Amtes erfüllte. 
Die selbständige Leitung einer Abteilung seines ausgedehnten 
Betriebes übernahm dann einige Jahre später, etwa 1768. sein 

1) Br:iuu a. a. ().. S. 86— 4H. Das Datum der Erneuauiig ergibt sich 
aus der bei den erwähnten Akten des Kuratoriums (fol. 34-36) befindlichen 
Urschrifr. Er soll danach „nebst seiner Familie unter Unserem Schutz, 
Schirm und Geleite in Unserer Kgl. Haupt- und Residentz-Stadt Breslau zu 
wohnen befuget, auch Rabbi von der dortigen JudenschalVt ^eyn und alle 
Freyheiten und Gerechtigkeiten, so der Breslauer Judenschailc nach ihren 
Privilegiis zustehen, ebennidssig genüssen, jedoch nebst den Seinigea 
sich alles besonderen Handels hierselbst enthalten, auch sich überall Fried- 
und geleitlich betragen, nicht minder die üblichen Landes-Onera gleich 
anderen Unterthanen gebührend entrichten, auch nicht mehr als höchstens 
drey Gesinde oder Dienst-Botheu halten-'. Die von mir vermisste ,. Instruction 
vor den Schlesischen Land-Rabbiner" befindet sich im Original bei diesen 
Akten, eine Abschrift davon im Archiv der Synagogengemeinde. 

2) Hiernach ist die Reihenfolge der Tatsachen in der ..(resch. d. 
Landr.", S. 36, zu berichtigen. Einen Teil seines Vermögens verdankte er 
seinem Schwiegervater R. Samuel pa'nS'T' (d. i. dzierzawca, Generalpächter) 
aus Sluck. Einiges über ihn und seinen Bruder Gedaijah bei K.P.Moritz, 



— 10 — 

Schwiegersohn Jocl Wolf FriinckelM. Kr war ein kenntnis- 
reicher und in der nationalen Literatur wohl bewanderter Mann'-), 
der literarische Bestrebungen auf diesem Gebiete wohlwollend und 
freigebig un(erstützte^). Die religiösen Vorschriften befolgte er mit 
peinlicher, nahezu asketischer Strenge und erzog in diesen Grund- 
sätzen seine Söhne David') und Jonas''). Sein vorbildlicher 
Eifer bewirkte denn auch, dass sie in ihrer Lebensführung diesen 
Anschauungen stets treu geblieben sind. Dabei war er verständig 
genug, dem Geiste und dem Herzen seiner Angehörigen eine freie 
und selbständige Entwickelung zu gönnen. Seine Frau interessierte 
sich lebhaft für die auf modernen Grundsätzen beruhende Unter- 
weisung und Erziehung der armen Mädchen der Gemeinde''), und 



Salomon Maimons Lebensgeschiclite, S. 2. 3. 108 ff. und a"tyy3 ^n^tr, c. 09 
(letzteres Zitat habe ich nicht gefunden). Die Namen finden sich nur in der 
handschrlftl. Notiz bei den Akten des Kuratoriums, fol. 79 f., und in einer 
IMitteihmg des L. A. Herz an L. Landshuth in Berlin vom 7. -luli 1868, die 
D. Kaufmann in des Letzteren handschriftl. Nachlass gefunden und mir im 
Jahre 1888 mitgeteilt hat. Das Original des Privilegiums befindet sich bei 
den Akten des Kuratoriums, fol. 37 ff. 

1) Geb. Sonnabend, 18. Tebeth .0507 (= 31. Dezember 1746). So 
Landshuth a. a. O., S. 58. Die Angaben in den Akten des Kuratoriums 
iol. 6 (am 15.) und fol. 10 (am 17. Tebeth) sind vermutlich hiernach zu be- 
richtigen. In meiner Gesch. d. Landrabbinats, S. 38, Anm. 4 ist die Jahres- 
zahl zu verbessern. Zu seinem Hausstande gehörten nach dem „Seelen- 
register der Breslauer Judenschaft vom Jahre 1776" (im Archiv der hiesigen 
Synagogengemeinde) 13 Personen, zur Klientel seines Schwiegervaters aber 
nicht weniger als 103 Personen. In Rücksicht auf das Gen.-Privil. seines 
Schwiegervaters führte er sein Geschäft unter der Firma „Edel Fränckel". 
Nach dem Eintritt der Söhne firmierte die Handlung „Edel Fränckel und 
Söhne" bis zu ihrer Auflösung am 27. Januar 1851 (Akten des Kuratoriums 
foh 121 f.). 

2) „rtruön D^ian ,n-irrn hu rbip ,nKn'::i nmna xbeittn ^iisnn ^n^an in-, 

VD"l13V' nennt ihn der Herausgeber der ed. Dyhernfurth 1786 der 
■"«nK 2'-\1 mnb'Stt?. Im Jahre 1807 vertrat er eine Zeitlang seinen Vetter, 
den Landrabbiner Lewin Saul Fränckel, als dieser nach Paris reiste (Akten 
im Archiv der Synagogengemeinde). 

3) S. das Vorwort zu der erwähnten Ausgabe. 

■*) Geb. 1771 (Auskunft des Obervorsteher-Kollegiums bei den Akten 
des Kuratoriums fol. 5). 

'") Geb. (4. Kislew 5534 =) 19. November 1773 nach einer jüngst 
von mir aufgefundenen Notiz in einem Hohel-Buch, das sich im Archiv der 
Synagogengemeinde befindet. Die Notiz lautet: y"V ■'j^im 'inn p HiV "17'.*! 

T'rK nrioS "': spv pn:i' n"iia van« DDiiaan "i^ni-i pxn inn yv pn pb^^^i p-p'^ 
ny-is Tö ü-i"n n '"u i-bpn ibos «'"' p"ry v"''i or i<"y^ nonöm «•'i'^Duna p"p"i. 

^) Vgl. Brann, Geschichte der Industrieschule für israelitische 
Mädchen während des ersten Jahrhunderts ihres Bestehens (1801—1901), 



- n — 

seine Kinder nalimen mit Fruchl und V^erständnis auch an den 
neuen Bildungsidealen des heranwachsenden Geschlechtes teil. Be- 
sonders der jüngere Sohn erweiterte durch wiederholte Reisen ins 
Ausland, namentlich nach Frankreich, den Kreis seiner Kenntnisse 
und Erfahrungen und gewann ein klares Urteil über Menschen 
und Dinge. 

Nach dem Tode der Eltern') führten die Brüder gemeinsam 
das Handelshaus weiter und erwarben sich bald wegen ihrer 
strengen Rechtlichkeit und ihrer lebhaften Teilnahme für die öffent- 
lichen Angelegenheiten die Achtung und das \'ertrauen ihrer Mit- 
bürger. Durch ihre Gewandtheit, Sparsamkeit und Umsicht wuchs das 
ererbte Vermögen bedeutend an-), und mit der vornehmen Ge- 
sinnung, die das beste Erbgut ihrer Väter war, benutzten sie die 
ihnen zugefallenen Glücksgüter, um Not und Elend zu lindern und 
gemeinnützige Einrichtungen zu unterstützen und zu fördern. Ihre 
besondere Fürsorge galt den Wohlfahrtsanstalten der Gemeinde, 
deren überaus dürftige Ausstattung damals in einem argen Miss- 
verhältnis zu den Anforderungen der Zeit und zu den Bedürfnissen 
der stetig anwachsenden Zahl der Glaubensbrüder stand. Gern und 
willig stellten sie, zumal sie beide unvermählt blieben, ihre Zeit, 
ihre Einsicht und Tatkraft für die Leitung und Verwaltung dieser 
Anstalten zur Verfügung. Jahrelang gehörten sie den Vorständen 
des Armenvereins, der frommen Brüderschaft für Krankenpflege 
und Beerdigung, der Waisenanstalt und zahlreicher anderer Vereine 
an^), und seit 1841 stand Jonas Franc kel, dem eben damals 
König Friedrich Wilhelm IV. bei seiner ersten Anwesenheit in 
Breslau den Charakter eines Kgl. Kommerzienrats verliehen hatte^), 
an der Spitze des Obervorsteherkollegiums der hiesigen Judenschaft. 
Es war eine Zeit schweier innerer Kämpfe, in welcher er zur 
Leitung der Gemeindeangelegenheiten berufen war, und es ist ihm 
zu glauben, wenn er versichert, dass auch während der un- 
erfreulichen Wirren sein Augenmerk stets nur darauf gerichtet ge- 
wesen sei, einen dauerhaften Frieden zu begründen und die Unter- 



S. 18. 38. Edel Fräiickel war Mitstitteriu dieser noch heute besteheJiden 
Lehranstalt und gehörte von 1801—1818 deren Vorstande an. 

») Die Matter starb am Abend des 6. September 1818, der Vater am 
30. Dezember 1819. 

-) Nach dem Bdcherabschluss Ende 1845 belief es sich auf 
1,270,485 Thaler 4 Sgr. 7 Pt. 

3) Vgl. die Schles. Instanzieii-Notizen aus den Jahren 1835-1846. 

*) Schles. Provin/.ialblätter, Jahrg. 1841, Bd. 114, S. 362. 



— 12 — 

Stützung aller Einsichtsvollen und Wohlwollenden für diesen Zweck 
zu gewinnen V). Der Herzenswunsch, den iriedlichen Ausgleich der 
Gegensätze innerhalb der Gemeinde zu erleben und dadurch das 
Wohl der Heimatsgemeinde zu fördern, ist ihm allerdings nicht 
vergönnt gewesen. Dafür hat er durch seine wahrhaft grosszügige 
Wohltiltigkeit, die weit über die engen Grenzen der Vaterstadt 
hinaus der Gesamtheit der Glaubensgemeinschaft unvergängliche 
Dienste geleistet hat, sich ein Ehrendenkmal errichtet, das Zeit und 
Raum überdauert. 

Schon bei seinen Lebzeilen, als er nach dem Tode des 
Bruders der einzige Erbe des Vermögens geworden war, erbaute er 
für die Krankenverpflegungsanstalt ein Hospital, dessen Einrichtung 
und Ausstattung nach den damaligen Ansprüchen als mustergiltig 
dastand-). Um mehr als das Dreifache überschritt er dabei das 
Legat von dreissigtausend Talern, das die Brüder in ihrem Erb- 
vertrage vom Jahre 1836 für wohltätige Zwecke bestimmt hatten, 
und gewann dadurch die Möglichkeit, auf demselben Grundstück 
zugleich der Knaben- und Mädchenwaisenanstalt, dem Beth 
ha-Midrasch des Grossvaters und der Bibliothek des Lehr- und 
Lesevereins eine Heimat zu bereiten''). Ungleich umfangreicher 
waren die Aufwendungen zu gemeinnützigen Zwecken, über die er 
letztwillig verfügte. Alles, \vas nach Abzug von etwa 300,000 Talern, 
die zu einer Familienstiftung für seine Seitenverwandten und zu 
Legaten für Vereine und Privatpersonen bestimmt waren, übrig 
blieb, sollte lediglich zu milden Zwecken verwendet werden, und 
zwar mit sieben Achteln zu Süftungen für die hiesige jüdische Ge- 



1) Rabbinische Gutacbten über die Verträglichkeit der freien Forschung 
mit dem Kabbiueramte. Zweite Sammliiug. Vorwort vom 24. März J843. 

2) Vgl. ,Das isr. Krankenhaus zu Breslau-' von E. Sandberg, G. Rein- 
bach und P. Ehrlich (Breslau 1904, i% S. 2 und die Beschreibung des Dr. 
Grätzer in seiner „Gesch. d. Israel. Kranken -Verptiegungs -Anstalt und 
Beerdigungs-Gesellschaft zu Breslau", S. 123—125 und den diesem Buche hin- 
zugefügten Grundriss. Das Fränckel'sche Hospital wurde am Mittwoch, 
15. Elul 5601 -= 1. Sept. 1841 eingeweilit (vgl. rizr-\ii nnSiia von B. Schweitzer 
mit deutscher Uebersetzung von R. J. Fürstenthal) und befand sich bis zum 
27. April 1903 auf der Antonienstrasse 6/8 (vgl. Rechenschaftsbericht der 
israelitischen Kranken- Verptiegungs -Anstalt und Beerdigungs-Gesellschaft lür 
die Jahre 1900,02). 

3) Seit 1881 besitzt die Waisenanstalt ein besonderes Verwaltungs- 
gebäude auf der Gräbschenerstr. 61;65. Die Bibliothek, die in das Eigentum 
der Synagogengemeinde übergegangen ist, und das Beth ha-Midrasch be- 
linden sich seit 1900, bezw. 1903 im Verwaltungsgebäude der Synagogen- 
gemeinde Wallslr. 14. 



— 13 — 

meinde und mit einem Achtel zu Stiftungen für christliche Glaubens- 
genossen'). Das interessante Schriftstück beginnt mit den Worten: 
„Im Namen Gottes, des Gottes unserer Väter! Dir, o Herr, 
empfehle ich meine Seele! Da es dem Sterblichen nicht vergönnt 
ist, das Ziel seines Lebens zu bestimmen, so habe ich heute, wo 
ich mich noch im Besitze aller meiner geistigen Kräfte befinde, 
wohlbedächtig Bestimmungen getroffen, wie es dereinst nach meinem 
Ableben mit meinem Nachlasse gehalten werden soll, und verordne 
demnach, da ich keine zum Pflichttheil berechtigte Notherben, sondern 
nur Seitenverwandte hinterlasse, Folgendes: Ich bestimme nämlich 
mein gesammtes Vermögen .... zu milden Zwecken, theils für 
meine \''erwandten, theils für öffentliche Anstalten". In § \'11I heisst 
es dann: „Von den sieben Achteln, welche für die hiesigen 
Glaubensgenossen bestimmt sind, sollen nachstehende Institute er- 
richtet werden: a) ein Zufluchtshaus für un\erschuldet herab- 
gekommene Familien jüdischen Glaubens hiesiger Gemeinde; b) ein 
Institut zur Vorbeugung der Armuth, wodurch achtbare der Unter- 
stützung würdige Familienxäter jüdischen Glaubens .... Darlehen 
zur Authülfe ihres Gewerbes erhalten sollen; c) ein .Seminar zur 
Heranbildung von Rabbinern und Lehrern, wobei ich es meinen 
Herren Curatoren anheim stelle, das Institut mit der hier bestehenden 
W'ilhelms-Schule möglichst zu vereinigen; d) ein Institut zur Be- 
fiirderung der Künste und Handwerke unter den hiesigen Juden. 
Ich wünsche, dass vorzüglich praktische Wissenschaften und Künste, 
z. B. Mechanik, Baukunst u. s, w., vorzugsweise Berücksichtigung 
linden, so wie bei Handwerkern solche, welche die körperlichen 
Kräfte in Anspruch nehmen, als Schmiede, Schlosser, Maurer und 
Zimmerhandwerker." Zu Vollstreckern seines letzten Willens und 
Kuratoren der Stiftungen ernannte er die Kaufleute Samuel 
Jacob Levy, Löbel Milch und Joseph Prinz, übertrug ihnen 
das Recht, durch einen gemeinschaftlichen Beschluss, ihre Nach- 
folger zu erwählen und diesen alle die Rechte zu übertragen, 
die sie selbst durch das Testament erlangten und setzte fest, dass 
alle Stiftungen den Namen „Fränckel'sche Stiftung" führen, und 
allesamt, ohne irgend eine Einschränkung und ohni eine Ein- 



') Das Testament ist datiert vom 25. Oktober 1844. Im Nachtrag 
vom 21. Januar 1846 änderte der Testator die zuletzt eiwälinte Bestimmung 
dahin ab, dass ein Kapital von 25,000 Talern dazu verwendet werden solle, um 
eine milde Stiftung zu gründen, bei deren Genuss das Glaubensbekenntnis 
keine Beschränkung und Ausschliessung bilden darf. Die Kinrichtuug einer 
solchen dem LokalbcdUrfnis angemessenen Stiftung übcrliess er dem Polizei- 
präsidenten und dem Oberbürgermeister unter Zuziehung der Kuratoren. 



— 14 — 

mischung einer Behörde, ganz allein von den Kuratoren verwaltet 
werden sollen. Für die Auflösung des Hände Isgeschcäfts bestimmte 
er eine Frist von fünf Jahren und wünschte, dass nach deren Ab- 
lauf die Stiftungen ins Leben treten sollten. In einem Nachtrag 
vom 21. Januar 1846 bestimmte er dann noch, dass in allen Fällen^ 
und wenn irgend ein Punkt des Testaments näher deklariert werden 
müsste, hierzu die Testamentsexekutoren „nur allein ermächtigt sein, 
und dass deren Entscheidung nur alleinige Geltung haben sollte". 
Wenige Tage später, am Dienstag, 27. Januar 1846, um 1I'V4 Uhr 
\'ormittags, starb er und fand neben seinem Bruder David die letzte 
Ruhestätte. Beide Gräber erhielten die gemeinsame Inschrift^): 

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Hier ruht 
das edle Brüderpaar 
David Fränckel 
gestorben den 5. Nissan 5597 
und 
Jonas Fränckel, 
Kgl. Commercienrath, 
gestorben am 29. Tebeth 5606; 
sie gaben reichlich den Dürftigen, ihr Wohlthun ist von fester 
Dauer, ihr Ruhm strahlt ehrenvoll (Psalm 112,9). 
Um aber dem Andenken des Kommerzienrats Fränckel, als 
demjenigen „eines hochverdienten Bürgers hiesiger Stadt durch die 
Bezeichnung eines Platzes nach seinem Namen ein ehrendes Ge- 
dächtnis in seiner Vaterstadt zu bereiten", gab das Polizeipräsidium, 
auf den Antrag des Magistrats, einem Platze in unmittelbarer Nach- 
barschaft des alten jüdischen Friedhofs'-), auf dem seine sterblichen 
Reste ruhen, die Bezeichnung „Fränckel- Platz". 



1) Akten des Kuratoiiiims fol. 60 ff. Das. fol. 72 Programm der Ent- 
hülluiigsfeier. 

•-) Dem Platz an der Balmhof-, verlängerten Grün- und Flur-Strasse ; 
vgl. die Bekanntmacliung vom 1. Mai 1864 im „Polizei- und Fremdeublatt 
der Stadt Breslau". No. 126 vom 5. Mai 1864. 



Die Vorarbeiten zur Gründung des Seminars. 



Als das Fränckersche Testament bekannt wurde, fand es den 
einmütigen Beifall der öffentlichen Meinung. Am freudigsten wurde 
das in Aussicht gestellte Rabbiner- und Lehrerseminar begrüsst. 
„Was bisher als ein frommer Wunsch in der Brust von Tausenden 
geschlummert hat", las man damals im „Orient"^), „was durch 
eine bettelhafte Subscription aus allen Gauen Deutschlands nicht zu 
Stande gebracht werden konnte, das wird endlich durch den letzten 
Willen eines Einzigen realisirt werden. Die Sache ist den besten 
Händen anvertraut. Die Curatoren sind von dem regsten Eifer und 
dem geläuterten Bewusstsein beseelt, dass dieses folgenreiche Institut 
nur dann das wahre Heil des Judenthums fördern kann, wenn es 
sich von der Einseitigkeit der Tagesdoctrinen fernhält, dass in einem 
derartigen Institut Wissenschaft und angestammter Glaube sich die 
Hand reichen. Es wird die Pflicht aller edlen Männer der jiidischen 
Wissenschaft sein, die Realisirung dieses hochwichtigen Planes mit 
ihren besten Erfahrungen zu unterstützen." 

In demselben Jahre noch tagte die dritte Rabbinerversammlung 
in Breslau. Der zur Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät 
bestellte Ausschuss derselben beeilte sich, den Vollstreckern des 
Testaments zu melden, dass er ihnen zur Verwirklichung des 
grossen und segensreichen Planes vertrauensvoll die Hand biete 
und den sehnlichsten Wunsch hege, mit ihnen zur näheren Er- 
wägung des Unternehmens in Verbindung zu treten'-). Das Kura- 
torium, das von Anfang an darauf bedacht war, seine Selbständig- 
keit und Unabhängigkeit nach jeder Richtung hin zu wahren, ant- 



1) „Orient", Jahrg. 1846, S. 89. 

2) „Protokollen. Aktenstücke der 2. Rabbinerversammlnn.c:. abgehalten 
in Frankfurt a. M. vom 15. bis 28. .Juli 1845", S. 372-378, nnd „ProlokoUo 
der 3. Versammlung deutscher Rabbiner, abgehalten zu Preslan vom 13. Ms 
24. Juli 184G". Schreiben vom 13. Juli 1846, S. 292. 



.— 16 — 

wortete mit ausgesuchter Hötlichkeit und crkliirte sich bereit, den 
Beirat des Ausschusses bei der Einrichtung der Anstalt, die in fünf 
Jahren erfolgen solle, dankend anzunehmen^). Als die Frist ver- 
strichen war, besass kein einziges Mitglied der Kommission mehr 
„diejenige Autorität in Deutschland, die ihm das Vertrauen des- 
jenigen Teils der Judenheit sicherte, auf den es bei der Gründung 
eines solchen Unternehmens wesentlich ankam"-). 

Inzwischen schritt das Kuratorium mit Ernst und Eifer an die 
Lösung der ihm zugefallenen Aufgaben. Schon am 31, August 1847 
erhielten die im Testament verordneten Stiftungen, und darunter 
auch das Seminar, durch eine Kabinetsordre die landesherrliche Ge- 
nehmigung in der Voraussetzung, dass die Anstalten der Über- 
aufsicht des Staates unterworfen bleiben^). Damit fielen ihnen zu 
gleich alle Rechte und Befugnisse zu, die den vom Staate ge- 
nehmigten milden Stiftungen zustehen. Pünktlich am 27. Januar 
1851 wurde die Firma „Edel Fränckel und Söhne"' gelöscht^) und 
dann sofort mit der Errichtung der Stiftungen begonnen. Schon 
am 6. April 1852 wurde das Zufluchtshaus für unverschuldet herab- 
gekommene jüdische Familien seiner Bestimmung übergeben. 

Lange vorher aber war der Gedanke an die Errichtung des 
Seminars für die Testamentsvollstrecker der Gegenstand der sorg- 
faltigsten Erwägungen. Ueber die unüberwindlichen Schwierig- 
keiten, die sich ihnen entgegentürmten, gaben sie sich keiner 
Täuschung hin. Bei der Begründung der Darlehnskasse, des Zu- 
fluchtshauses, des Lehrlingsinstituts konnten ihnen die eigenen kauf- 
männischen Erfahrungen in hervorragender Weise zu Gute kommen. 
Zur Not gab es anderweitig ähnliche wohl eingerichtete Anstalten, 
an denen man sich ein Muster und Vorbild nehmen konnte. Hier 
stand man, so zu sagen, vor einem Sprung ins Leere. Die 
Aeusserungen des Erblassers waren unbestimmt und dehnbar. Die 
Meinungen der Sachverständigen, die man zu Rate zog, standen in 
wesentlichen Punkten einander nahezu diametral gegenüber. Um 
so erstaunlicher ist die Geistesarbeit, welche die Kuratoren auf diesem 
ihnen unbekannten Gebiete geleistet haben. Ihre in sorgfältig ge- 



1) Schreiben vom 24. Juli 1846 a. a. 0. S. 299 f. 

~) Schreiben Joseph Lehmanns, d. d. 3. Februar 1853, bei den Akten 
des Kuratoriums betr. das Seminar Vol. L Vgl. Jost. Gesch. d. Judentums 
und seiner Sekten III, S. 388. 

^) Vgl. § 1 des Statuts für das judisch-theologische Semiuar, 
Fränckelsche Stiftung. 

■*; Akten betr. den Erblasser fol. 121 f. 



— 17 — 

sammelten umfangreichen Aktenstücken') aufbewahrten Aeusserungen 
sind ein beredtes Zeugnis für ihre umsichtige Erwägung aller Um- 
stände, für die Tiefe und Schärfe ihrer Auffassung, für ihre pein- 
lich gewissenhafte Prüfung aller Vorschläge und Einfälle und für 
das stets lebendige Bewusstsein der Verantwortlichkeit, das sie bei 
jedem Schritt vorwärts beseelte. 

Die Verhandlungen führten namentlich Lobel Milch und 
r)r. Immanuel Levy. 




L. Milch, 

Kurator der Fränckerschen Stiftungen, 
geb. d. 24. Mai 1798, gest. d. 31. August 1864. 



Löbel Milch war der Sprössling einer Familie, die bereits 
um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts in Breslau ansässig 
war. Er wurde am 24. Mai 1798 geboren und widmete 



') In Betraclit kommen hier namentlich die Akten: 1. betr. den Erb- 
lasser; 2. betr. das Seminar, Vol. I u. IT; 3. betr. das Grundstück Wall- 
strasse Ib; 4. betr. die Organisation des Seminars; 5. betr. die Statuten und 
Regulative des Seminars; 6. betr. die Lehrgegenstände des Seminars; 7. betr. 
die Verzeichnisse der Hörer des Seminars; 8. betr. die Vereinigung der 
Wilhelmsschulc mit dem Seminar; 9. betr. die Verhandlangen mit dem 
Prov.-Schnlkolleginm wegen Erweiterung des Lehrer Seminars; 10. betr. die 
Eröffnung des Seminars: IL betr. diu Stiftungsfeierlichkoilen des Seminars, 

•2 



— 18 — 

sich dem kaufmännischen Berufe. Wie hoch er wegen 
seiner Geradheit und Biederkeit und wegen seines ausserordent- 
lichen organisatorisclien und administrativem Talentes yon seinen 
Mitbürgern geschätzt wurde, beweist die Tatsache, dass er, als der 
erste Jude in unserer Vaterstadt, 18^6 von der Stadtverordneten- 
versammlung zum Stadtrat gewählt worden ist'). Jahrelang ge- 
hörte er dem Ober-Vorsteher-Kollegium der jüdischen Gemeinde an 
und widmete in seinen letzten Leben'^jahren, als seine geschwächte 
Gesundheit ihn zwang, den Umfang seiner gemeinnützigen Tätig- 
keit einzuschränken, alle Müsse, die ihm sein Beruf Hess, der rast- 
losen Arbeit für die Stiftungen, zu deren Mitverwaltung er berufen 
war'-). Schon 1850 begann er einen lebhaften Briefwechsel über 
die im Seminar zu verwirklichenden Gedanken des Testators mit 
den durch ihre wissenschaftliche pädagogische Tätigkeit bekannten 
Philologen Dr. Wilhelm Freund und Dr. Günsberg^). Mit 
grosser Klarheit äussert er sich darin über die für ihn massgebenden 
leitenden Gesichtspunkte: „Das Curatorium verkennt die Schwierig- 
keit einer entsprechenden Lösung dieser Aufgabe nicht", schrieb er, 
„und hat es sich daher zur dringenden Pflicht gemacht, im Vor- 
schreiten dieser Angelegenheit mit möglichster Umsicht zu verfahren, 
um die Wirksamkeit und Lebensfähigkeit des Instituts, soweit es 
menschliche Voraussicht vermag, für die Dauer zu sichern .... 
Es handelt sich dabei um den höchstwichtigen Umstand, den Stand- 
punkt dieses Instituts rücksichtlich seiner principiellen streng 
religösen Grundlage, seiner Leistungen in wissenschaftlicher 
und religiöser Beziehung schon bei Begründung derselben 
richtig zu erfassen, und nicht minder auch sodann behufs Aus- 
führung dessen einen Mann zu finden, dessen Lehrtüchtigkeit 
und wissenschaftlicher Ruf dem Seminar die gedeihliche 
Entwickelung sichert, ohne welche solches bei dem allgemein 
vorherrschenden Indifferentismus der Juden für alles, was specifisch 
jüdisch wirkt und wirken soll, meiner Befürchtung nach ein Todt- 

geborenes bleiben würde Es muss durchaus etwas mehr 

als gewöhnliches geschaffen werden. Es lag dies auch nur in der 



Vol. I u. IT; 12. betr. die Seminar-Bibliothek; 13. betr. die Personalakten 
der Lehrer und Hilfslehrer, vierzehn Voll.; und 14. betr. die Legate und 
(xeschenke an das Seminar. 

1) „Orient", 1810, 8. 1.37. Der Korrespondent „— z" ist w.ahrschein- 
scheinlicli Graetz. 

2) Vgl. den Nekrolog in der Monats.schrlft XTIT (1864), S. 407. 
^) Akten betr. das Seminar I, fol. 12—28. 



— 19 — 

Absicht des Testators, dessen bekannter Einsicht es nicht entj^ehen 
konnte, dass nur auf diese Weise seiner Sch()pfung eine dauernde 
Wirksamixeit zu sichern sei. Weit entfernt, irgend einer Parlei- 
richtung ausnahmsweise Einfluss gestatten zu wollen, werden wir 
auch auf persönliche locale Verhältnisse nur dann Rücksicht nehmen, 
wenn solches ohne Gefährdung unseres Strebens für das Seminar 
geschehen kann." 

Noch eingehender beleuchtete die einzelnen Seiten des zu lösenden 
Problems sein jüngerer Mitarbeiter Dr. Immanuel Levy. 




Sanitätsrat Dr. Immanuel Levy, 

Kurator der Fränckerschen Stittungeii. 
crcb. <1. 10. .lull 1S20, göst. d. 24. Jani 18ti4. 

Am 16. Juli 1820 in Breslau geboren, bezog er als Achtzehn- 
jähriger mit dem Zeugnis der Reife die hiesige Universität und Hess 
sich bei der medizinischen Fakultät inscribieren^). Am 18. Oktober 1842 
erwarb er die medizinische Doktorwürde^) und setzte in Paris seine 
Studien fort. Nach der Rückkehr in die Heimat liess er sich in der 
Vaterstadt als Arzt nieder. Mit ungemeiner Geistesschärfe und 
seltener Tiefe der Auffassung verband er einen frischen und 



1) Vgl. den Nekrolog in der MS. a. a. O., S. 279. 

^) Seine Inaugural-Dissertation handelt .,de temperamcntis lunuanis' 

2* 



— 20 — 

lebendigen Sinn für die Wissenschaft und ein reges Streben nach 
wissenschaftlicher l^etätigung. im Bereich seiner Fakultätswissen- 
schaft interessierten ihn namentlich balneologische und balneo 
iherapische Untersuchungen. Auf Grund einer einschlägigen Ab- 
handlung^) habilitierte er sich später an der hiesigen Universität 
und entfaltete eine vielseitige Tätigkeit 2), bis ein vorzeitiger Tod 
ihn in der Blüte der Jahre dahinraffte. In das Kuratorium trat er 
einen Tag nach dem Tode seines Vaters, des Kaufmanns Samuel 
Jacob Levy, am 26. April 1852 ein und setzte mit unermüdlichem 
Eifer dessen rastlose Tätigkeit für die gedeihliche Ausführung der 
letztwilligen Anordnungen Jonas Fränckels fort. In erster Linie 
stand ihm dabei die Sorge für die Errichtung des Seminars. Mit 
richtigem Blick fand er den rechten Mann heraus, der besonders 
geeignet war, dem Kuratorium ratend und vermittelnd zur Seite zu 
stehen. Er wandte sich an Joseph Lehmann^), den bekannten 
Freund Heinrich Heines und Berthold Auerbachs, der durch seine 
innige Vertrautheit mit den jüdischen Verhältnissen ein klares und 
sicheres Urteil darüber hatte, was dem Judentum jener Tage not 
tat. Dazu kam, dass er in seiner Eigenschaft als Herausgeber des 
„Magazins für die Litteratur des Auslandes" in nahen persönlichen 
Beziehungen zu allen geistigen und wissenschaftlichen Führern des 
damaligen Judentums stand und dadurch eine intime Kenntnis der 
Sachen und Personen besass. Ihm trug er rückhaltlos seine Zweifel 
und Bedenken vor. 

„Fragen wir nun zunächst", schrieb er ihm^), „was der 
Testator unter „einem Seminar zur Heranbildung von Lehrern und 
Rabbinern" sich gedacht habe, so geben zwei Stellen des Testa- 
ments darüber einigen Aufschluss. Es heisst nämlich: 1. in Bezug 
auf die Gründung dieses Seminars „im Anschluss an die hier be- 
stehende Kgl. Wilhelmsschule"; 2. in Bezug auf sämmtliche testa- 
mentarisch zu fundirende Institute „für die hiesige jüdische 
Gemeinde". Es wird hierdurch klar, dass die Errichtung einer eigent- 



1) Am 11. Mai 1861 wurde er Privatdozent. Der Titel seiner Habili- 
tationsschrift lautet: „de vitalismo in re balneologica". 

2) Er schrieb u. A. „Zar Quellenheilkunde: 1. über den Vitalismus 
in der Mineralquellen-Lelire: 2. zur Balneotherapie der Gicht". Leipzig, 
T. O. Weigel (2, 155 S.) 1862, 8°. 

3) Geb. 28. Februar 1801, starb 19. Februar 1873. Vgl. ,.Zur Gesch. 
des jüd.-theol. Seminars" (Anhang zum Eröffnungs- Programm), S. 4, Anm. u, 
Jahresbericht des jüd.-theol. Seminars 1874, S. V. Magazin für die Literatni 
des Auslandes, Jahrg. 1873, S. 125 ff. 

'') Akten betr. das Seminar I, fol. 29 ff. 



— 21 — 

liehen jüdisch-theologischen Facultät in grossem Style von dem 
Testator nicht gemeint, vielmehr eine kleinere, dem religiösen Lokal- 
bedürfnisse entsprechende, von einheimischen und ohnedies schon 
amtlich fungierenden Lehrkräften getragene Anstalt — eine Art 
Beth ha-Midrasch in etwas modernem und kultivirterem Style — 
beabsichtigt war. Nun dürfen wir ein so beschränktes Ziel uns 
freilich nicht stellen, wenn wir etwas wahrhaft nützliches und 
dauerndes zum Heil und Ruhm Israels schaffen wollen; auch er- 
wartet die öffentliche Meinung etwas Bedeutenderes, und endlich 
würden wir uns in Breslau selbst nur vergeblich nach Namen 
umsehen, die an der Spitze eines solchen Instituts zu stehen ver- 
möchten. Der Eine, ein Gelehrter von wissenschaftlicher Bedeutung, 
hat leider eine Richtung eingeschlagen, die ihn unfähig macht, eine 
vollwichtige Rabbinatswürde zu ertheilen; andere sind zu un- 
bedeutend, um an sie denken zu können, wenngleich ihr Stand- 
punkt und ihre religiöse Richtung auch den Strenggläubigsten ge- 
nügen würde. Die zu Lebzeiten des Testators noch bestehende 
jüdische Wilhelmsschule hat längst zu existiren aufgehört und an 
ihre Wiedergeburt ist nicht zu denken'). „Es muss etwas 
vollständig Neues und mit ausschliesslich diesem Zweck 
gewidmeten Kräften geschaffen werden." 

„Wir kommen nun an die Bedürfnissfrage. Es wäre sehr 
leicht und einfach, eine Anstalt zu gründen, die nur den Zweck 
hätte, Rabbiner zu bilden. Man würde dann nur die specitisch 
jüdischen Wissenschaften nebst Homiletik und Ethik in dem 
Seminar lehren und nur Studenten hiesiger Universität oder solche, 
die ihre Universitätsstudien bereits absolvirt haben, zulassen, indem 
von der philosophischen Universitätsbildung die ausser den specifisch 



') Tn der Tat erklärte das Ober- Vorsteher-Kollegium, als das Kura- 
torium wegen der Vereinigung der Wilhelmsschule mit dem Seminar Ver- 
handlungen mit der Eegierang und dem Magistrat angekuiipl't hatte, dass 
innerhalb der hiesigen jüdisclien Gemeinde durchaus keine ^Neigung obwalte, 
den allgemeinen Schulunterricht der Jugend in einer konfessionell ge- 
sonderten Anstalt gepflegt zu sehen, dass die Gemeinde selbst im Falle der 
Wiederherstellung der Wilhelmsschule nur Nachteile zu erwarten hätte, und 
zwar sogar dann, wenn sie von der Zahlung des Jahresbeitrages in Höhe 
von 1040 Talern zur Unterhaltung der Schule ganz oder teilweise vom 
Kuratorium der Fränckelschen Stiftung entlastet werden sollte, und dass 
endlich die Herstellung der Schule weder einem Bedürfnis noch überhaupt 
dem Interesse der Gemeinde entspreche, diesem vielmehr jetzt entgegen sei. 
(Akten betr. Vereinigung der Wilhelmsschule mit dem Seminar, fol. 28f. 
Verhandlung vom 24. März 1854. Vgl. Beilage zu No. 187 der Schles. Ztg. 
vom 22. Ai)ril 1854.) 



22 — 

jüdischen Wissenschaften erforderliche Allgemeinbildung voraus- 
gesetzt werden muss." 

„Es sollen aber auch Lehrer in der Anstalt gebildet werden. 
„Lehrer!" Was für Lehrer? Wo sind Lehrer Bedürfniss, was für 
Lehrer sind Bedürfniss? Das ist die schwierigste Frage, glaube 
ich. Sind in kleineren Städten, auf dem Lande, specifisch 
jüdische Lehrer wirklich noch Bedürfniss? Ist die Bildung solcher 
specifisch jüdischer Elementarlehrer wirklich noch zeitgemäss? 

Könnte man es in der That für einen Fortschritt halten, 

durch Kreirung specifisch jüdischer Lehrer eine abgesonderte Er- 
ziehung und Allgemeinbildung der jüdischen Kinder der kommenden 

Generation anzustreben? Ist das Bedürfniss? Bedürfniss 

für den Juden ist doch überall nur das specifisch jüdische, das, 
was sie anderswo nicht haben können, Religionsunterricht etc. 
Religionsunterricht und was daran hängt, ist aber überall Sache 
der Rabbiner, soll wenigstens Sache der Rabbiner sein. Die alten 
Rabbiner, wie sie sich noch in vielen kleinen Gemeinden Preussens, 
speciell Schlesiens vorfinden, sind freilich zum Unterricht der 
heranwachsenden Generation völlig untauglich, daher das bisherige 
Bedürfniss solcher Gemeinden, neben ihrem Raw oder Dajjan noch 
einen besonderen Religionslehrer zu halten, der natürlich äusserst 
kärglich besoldet wird, und, um leben zu können, noch Kantor 
und Schochet zu gleicher Zeit sein müsste. Was an den persön- 
lichen Bildungsgrad eines solchen Lehrers hiernach für Ansprüche 
gemacht werden können, leuchtet ein. Die alten Rabbiner sterben 
nun aber allmählich aus, und es scheint mir daher nothwendig 
eine Pflanzschule für junge, welche die zum Unterricht nöthige 
Befähigung besitzen; denn ich müsste den historischen und rationellen 
Geist unseres alten Judenthums arg missverstehen, wenn nicht 
Kultus und Unterricht, Kirche und Schule an ihm identisch wären 
und untrennbar zusammenfielen. Gerade diese Durchdringung des 
Lebens von der Religion, die Gevveihtheit, welche den frommen 
Juden in allen Beziehungen, im häuslichen wie bürgerlichen Leben 
charakterisiert, diese Hingebung an den reinen angestammten 
Glauben führt mit Nothwendigkeit darauf hin, dass der jüdische 
Priester im Gegensatz zum christlichen Geistlichen der geborene 
Volkslehrer sein müsste und zum Unterricht der Jugend be- 
rufen sei." 

„Also, um es kurz zu sagen, ich würde den Hauptaccent auf 
die Ausbildung von Rabbinern legen, und bei einem solchen dann 
die Absolvierung der philosophischen Universitätsstudien neben der 
specifischen Ausbildung auf unserem Seminar voraussetzen. Ein 



— 23 — 

so ausgerüsteter Mann muss dann eben so ^ul Lehrer als Rabbiner 
sein können, und wird so lange ein qualilicirter Privat- oder öffent- 
licher Lehrer sein, bis er einmal eine Anstellung als Rabbiner findet, 
wenn er eine solche sucht und nicht überhaupt den reinen Lehrer- 
beruf vorzieht. Soll nun dieser hier angedeutete Gesichtspunkt 
massgebender Plan bei Errichtung unseres Seminais werden? Oder 
sollen dennoch zwei Kategorieen geschaffen werden müssen, eine 
zur Heranbildung von Lehrern, eine andere für Rabbiner?" Nach- 
dem er dann ausführlich seine Meinung über die Unterrichtsgegen- 
stiinde, die besonders am Lehrerseminar vorzutragen wären, und 
über die Anforderungen, welche an die zum Eintritt sich meldenden 
jungen Leute zu stellen wären, auseinandergesetzt und den Ge- 
danken an eine Internatserziehung zurückgewiesen hat, bittet er 
seinen Freund um eingehende Auskunft über die Anstalten in Metz 
und Padua und über etwaige andere im In- und Auslande noch 
bestehende Institute. „Denn die Welt", fährt er fort, „würde nur 
etwas Fehlerhaftes verzeihen, aber nicht den Mangel einer aus- 
reichenden Information. Schliesslich wird allerdings alles darauf 
ankommen, eine Persönlichkeit zu finden, welche an der Spitze 
eines Seminars zu stehen vermag, dessen Beruf kein geringerer sein 
soll und sein darf, als eine Autorität für die Juden zu werden; 
denn, wenn irgendwo, so gilt es hier: aut Caesar aut nihil. Alles, 
Alles wird an der Person des Dirigenten hängen, ja sogar der 
ganze Plan würde dem designierten Dirigenten überlassen werden 
können unter Vorbehalt unserer Genehmigung, wenn wir eben einen 
hätten. Das wird nun freilich sehr schwer sein. Wir sind nicht 
überreich an Autoritäten, deren religiöser Standpunkt und deren 
ganze Persönlichkeit zugleich alle die Garantien bietet, welche zum 

Gedeihen einer solchen Anstalt nothwendig sind Sollen 

wir eine allgemeine Concurrenz ausschreiben? Würde das zweck- 
dienlich, würdig, zum Ziele führend sein? Unsere nächste Pflicht, 
glaube ich, ist, bewährte Männer privatim anzufragen, und ebenso 
halte ich es für die Pflicht eines als Kapacität anerkannten Mannes 
aus Patriotismus eine solche Stelle, sobald sie ihm angeboten_ wird, 
anzunehmen, wenn es irgend möglich ist. Mit \'orliebe denke 
ich an Dr. Sachs in Berlin. Sie sind ja mit ihm verwandt. Die 
Persönlichkeit von Zunz möchte vielleicht etwas Vorsicht erfordern. 
Sie und Dr. Veit müssen uns hierin am besten rathen. Wie ist 
Frankel in Dresden? Ich gestehe, dass meine Kenntnisse 
rabbinischer Autoritäten nicht weiter reicht." 

Man sieht, wie klar und anschaulich damals bereits dem treff- 
lichen Manne in allgemeinen Umrissen wenigstens die Grundzüge 



— 24 — 

für den heute gäng und gäbe gewordenen Bildungsgang des 
akademisch gebildeten Rabbiners, Predigers und Religionslehrers 
vorschwebten, und wie selbst schon der Name des zur Ausführung 
der Idee geeigneten Leiters schüchtern seinen Lippen entfahren ist. 
Gern und willig und mit selbstloser Hingebung folgte Joseph 
Lehmann der Aufforderung seines Freundes und erwies sich in der 
Tat sofort als der sachkundige Berater, der die spruchbefugten 
Männer zu bezeichnen und die Ausschlag gebenden Fragen zu 
formulieren verstand, und als der treue und zuverlässige Führer, 
der unbeirrt dem Ziele zustrebte und klug und gewandt alle Hinder- 
nisse aus dem Wege räumte. Als die Verhandlungen mit ihm be- 
gannen, lagen bereits zwei Entwürfe von W. Freund^) für ein 
Rabbiner- und von S. Frensdorf-) für ein Lehrer-Seminar 
vor. Jetzt sollten noch Zunz, Rapoport, Frankel, Sachs, 
Veit und Ed. Munk zu gutachtlicher Aeusserung über etwa 
folgende Fragen aufgefordert werden: L Lassen eine Rabbiner- und 
eine Lehrer-Bildungs- Anstalt in demselben Institute sich vereinigen, 
ohne dass die eine durch die andere in ihren wesentlichen Zwecken 
beeinträchtigt wird? 2. Welcher Alternative, der Rabbiner- oder der 
Lehrer-Bildungs-Anstalt, würde, falls nur eine von beiden beliebt 
würde, unter den gegenwärtigen jüdischen Gemeindeverhältnissen 
der Vorzug zu geben sein? 3. Ist ein Kapitalfonds von 
100,000 Thalern zur Dotirung einer Rabbiner-Bildungs-Anstalt aus- 
reichend? 4. Soll sich das Rabbiner- resp. Lehrer-Seminar an die 
theologische Facultät der Universität und resp. an das Provincial- 
SchuUehrer-Seminar anlehnen oder soll es selbstständig auch in 
nichtjüdischen Lehrgegenständen Unterricht ertheilen? 5. Soll das 
dem Institut zu überweisende Haus auch ein Alumnat für einen 
Kern von Zöglingen seyn, oder soll es lediglich die Lehrer- 
Wohnungen nebst Lehrsälen und Bibliothek enthalten? 6. Wie 
viele Lehrer sollen fest angestellt seyn, und welche können nebenbei 
Unterricht ertheilen? 7. Welches Maass von Kenntnissen müssen 
die eintretenden Zöglinge besitzen? W^ie lange soll der Lehrcurs 
dauern? 8. Ist es wünschenswerth, dass den abgehenden und ge- 
prüften Studierenden ein Grad, etwa die Hattarah, ertheilt werde? 
und 9. welche Fragen sind ausserdem in Erwägung zu ziehen? 

Das alles schlug Lehmann am 18. Dezember 1852 vor, und das 
Kuratorium war damit einverstanden. Da erschien, noch bevor die 



•) Akten betr. das Seminar I, fol. 25 ff. 

2) Das. fol. 44 if. Sal. Frensdorf (geb. 24. Februar 1803 in Hamburg, 
starb 28. Mäiz 1880) war Direktor des Lehrerseminars in Hannover. 



— 25 — 

Vorschläge zur Ausführung gelangen konnten, im Januarheft des 
Jahrgangs 1853 der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft 
des Judentums" eine Abhandlung unter dem Titel „Jahresschau", in 
welcher Frankel ganz unabhängig von den ihm unbekannten 
Breslauer Vorgängen, seine Gedanken über die Notwendigkeit 
der endlichen Einrichtung von Rabbiner- Bildungs-Anstalten ent- 
wickelte. „Die Lehrzimmer sind geschlossen", sagte er darin 
unter Anderem. „Kein Lehrer öffnet sie: woher sollen die 
künftigen Rabbiner ihre theologische Bildung nehmen? Gegenwärtig 
zehren wir, wenn auch kärglich, von dem Mark und Nachlass 
mancher vor einigen Jahrzehnten dahingegangenen Lehrer; aber 
dieses „Erbtheil der Väter" hört allmählich auf: wird nicht daran 
gegangen, junge Rabbiner heranzubilden, welche Zukunft stehet 
Israels Heiligthum bevor? An wen werden sich Israels Gemeinden 
halten? Wer wird die Schätze des Glaubens wahren, wer die 
grosse Errungenschaft der \'äter vertreten? „Schöpfung eines 
Seminars!" So mahnt dringend der trostlose Zustand der Gegen- 
wart. So rufen mit Donnerstimme die Dahingeschiedenen, die an 
Glauben und Lehre ihr Leben setzten, um sie noch dem tausendsten 
Geschlechte zu überliefern. So mahnt der in Feuerflammen ge- 
gebene Bund, durch den Israel für immer bestehen soll. Eine 
Stalte der Lehre, eine Stätte für Bildung zur Lehre: welche Zu- 
kunft erwartet uns sonst"')- 

Auf diesen Aufsatz wies Joseph Lehmann seinen Breslauer 
Freund hin und bemerkte ihm dabei, dass Frankel im Begriff sei, 
jetzt auch ein Gutachten über die ihm Namens des Kuratoriums 
vorgelegten Fragen auszuarbeiten. Er selber werde bereits in den 
nächsten Tagen einer freundlichen Einladung Frankeis zu einer 
mündlichen Besprechung folgen, da dieser, bevor er an die Arbeit 
ginge, noch manche Punkte mündlich mit ihm erörtern wolle. 
Dr. Levy verschaffte sich sofort die Frankelschc Abhandlung und 
schrieb unter dem frischen Eindruck der Lektüre zugleich in seiner 
Mitarbeiter Namen folgenden Brief ^) an Lehmann : 

Hochgeehrter Herr und Freuiul! 

Durch sehr dringeude ärztliche Geschäfte verhindert, Hiren 
geü. Brief schon gestern zu beantworten, eile ich, Ihnen diese 
Zeilen nach Dresden zu schicken. Da ]hre Worte uns maass- 
gebend sind und Ihre Führung uns die vertrauensvolle Kraft zu 
unserem Werke giebt, so haben wir sofort den angedeuteten 



') Monatsschrift TT (1H53), S. 10. 

-) Akten betr. das Seminar I, fol. 72. 



— 26 — 

Fiankolschen Aul'snt/, in dessi'u mir bislior unlickauntem Jmirniil 
uns veiscliatVt und diirchgeleson. 

Israeli dieser Darlegung und diesem ülfont liclicn Zeug- 
niss, das Frankcl so zu sagen sich selbst giobt, kann derselbe, 
wenn mau ihn sofort beim Wort hält und ihm alle möglichen, 
d. h. sachlich möglichen Concessionen macht, gar nicht an- 
stehen, einem Rufe an die Spitze unserer Anstalt Folge zu leisten. 
Anderersints könnte kein anderer Name uns eine gleiche Jiürgschaft 
für das Gedeihen der Anstalt geben als seiner. Wir haben uns 
daher kurz imd gut zu einem „kühnen Griff" entschlossen. 
Dieser ist in dem beiliegenden Brief enthalten, welchen wir hiermit 
llnien zur Disposition stellen wollen. Von dem vorgängigen 
Kesultat Ihrer Unterredung mit Fraukel muss es natürlich ab- 
hängen, ob Sie ihn für reif halten, auf den Antrag zu reagiren. — 
Es hiesso Eulen nach .Athen tragen, wenn ich noch etwas Anderes 
hinzufügte, als eben nur, dass wir den Brief an Frankel ganz und 
gar Ihrer Discretion übergeben. 

In tiefster Hochachtung 

Br. 7. 2. 53. Ihr ergebenster Freund und Vetter 

Dr. Levj^. 

Das beiliegende Schreiben^) aber hatte folgenden Wortlaut: 
Ew. Hochwürden 
haben kürzlich in einem von hohem Patriotismus durchglühten 
und durch alle seine Vorzüge, welche bei Ihnen sich von selbst 
verstehen, ausgezeichneten Aufsatz, der auch uns lebhaft ergriö'eu 
hat, die Bildung von Lehranstalten zur Verbreitung unseres 
Glaubens als das höchste Ziel bezeichnet, welches der Jude 
unseres Zeitalters, und vor allem der Rabbiner aus ganzer Seele 
anzustreben habe. 

Der am 27. Januar 1846 verstorbene Commerzienrath Jonas 
Fränckel hat die Vollstrecker seines letzten Willens und Kuratoren 
der von ihm angeordneten Stiftiingen auch mit der Einrichtung 
eines solchen Instituts, wörtlich; eines „Seminars zur Heranbildung 
von Rabbinern und Lehrern" beauftragt. 

Ew. Hochwürden haben wir die Ehre, die Spitze und 
Leitung dieses Institutes anzubieten. 

Der Ruf, der an Sie erschallt, ist die Frucht der Saat, die 
Sie ausgestreut haben — wir legen diese Frucht in Ew. Iloch- 
würden Hände! 

Sie werden Sie aufgehen lassen zum Heile Israels! 

Unser hochgeehrter Freund, Herr Lehmann, wird über das, 
was Ew, Hochwürden wir zur Verfugung stellen können und über 
unsere Auffassung der Idee dieser Lehranstalt gern das mittheilen, 
was Ew. Hochwürden zunächst zu wissen wünschen werden. 

») Das. fol. 73. 



— 27 — 

Soilann wird es nur Ihrer AufTorderung bedürfen, um in 
mündlicher Besprechung alle einschlagenden Fragen für lOrrichtung 
der LehranstaU, deren gesegnete Thiltigkeit durch Ihren Namen 
verbürgt worden soll, zu erledigen, und unter Gottes Beistand ans 
Werk zu gehen! 

Mit ausgezeichneter Hochachtung haben wir die Ehre zu 

verharren 

ganz ergcbenst 

Das Curatorium 
der ('ommercienrath Fränckelschen Stiftungen. 

Hier dürfte es angebracht sein, zunächst auf den bisherigen 
Lebensgang Frankeis einen Blick zu werfen. 



Zacharias Franke). 

In der uralten Gemeinde Prag, die seit Jahrhunderten ein 
Stammsitz des jüdischen Wissens war, erblickte Zacharias 
Frankel ') am Abend nach Simchath-Thora 5662, an einem Mittwoch, 




Oberrabbiner Dr. Z. Frankel, 

Direktor des jüdisch-tlicologischen Seminars, 
gob. d. 30. September 1801, gest. d. 13. Februar 1875. 

den 30. September 1801^), das Licht der Welt. Er entstammte 
einer Familie, in der seit nahezu drei Jahrhunderten begeisterte 



1) Zu seiner Biographie vgl, Rabiuowitz, S. P„ byprSIS nnST '1. 
Warschau 1898-1902. (VIII, 351 u. 11 S.), 8». Kaufmann in der Israel. 
Wochenschrift VI (1875», S. 65 if., im Mag. f. d. Lit. des Ausl. XLIV (1875), 
S. 342 ff. und in der MS. XXV (1876), S. 12-26. Rippner in der MS. XXIV 
(1875), S. 145 ff. Jos. Perles in der ADB. s. v. Brann, Zacharias 
Frankel. Gedenkblätter zu seinem hundertsten Geburtstage. (Sonderabdruck 
aus der MS. XLV (1901). Breslau, 1901 (4, 160 S.), 8". Ders., „Ä.uto- 
biographische Aufzeichnungen Zacharias Frankeis" in der MS. XLV (1901), 
S. 558 ff. und „Die Grabschriften der Familie Frankel- Spira in Prag" in der 
MS. XLVI (1902), 450 ff. 556 ff. 

-) Vgl. Kisch, Prager Notizen zur Biograj)hie Zach. Frankeis in den 
„Gedenkblättern", S, 21 ff. 



— 29 — 

Hingebung an die nationalen Studien und Freude an literarischer 
Tätigkeit, tiefe Gelehrsamkeit und asketische Frömmigkeit, opfer- 
freudiger Gemeinsinn und Adel der Gesinnung erblich und heimisch 
waren. Mehr als zwanzig seiner unmittelbaren Ahnen haben sich 
als Oberlandesrabbiner der böhmischen Judenschaft und als Rabbiner 
seiner Vaterstadt, als Vorsteher der Prager Gemeinde und als Für- 
sprecher und Sachwalter der Glaubensgemeinschaft bei Königen und 
Fürsten, als Leiter talmudischer Hochschulen und als fruchtbare 
halachische Schriftsteller hervorragende und zum Teil unvergäng- 
liche Verdienste um die religiöse Gesamtheit erworben'). Seine 
Eltern erfreuten sich eines gewissen Wohlstandes und gaben ihren 
Kindern eine gediegene Erziehung. Besondere Sorgfalt verwendeten 
sie auf die vielseitige Unterv.-eisung des ältesten Sohnes, der erst 
nach vierzehnjähriger Ehe geboren wurde-). In den letzten noch 
blühenden Talmudschulen seiner Vaterstadt gewann er ein aus- 
gebreitetes und schon früh viel bewundertes halachisches Wissen''"). 
Daneben durfte er nach dem Wunsche der Eltern die Beschäftigung 
mit profanen Bildungselementen nicht ganz vernachlässigen. Denn 
schon war ein Strahl der Erleuchtung, der von Mendelssohn aus- 
ging, auch in die Prager Judenstrassen gefallen. Das Zeugnis einer 
seiner Jugendlehrer, das ich vor Jahren, als ich den handschrift- 
lichen Nachlass ordnete, in Händen gehabt habe, bestätigt der 



1) Näheres in meiner Abhandlung „Die Familie Frankel'- in den 
„Gedenkblättern", S. 1—21. Auf die verwaridtschaftliclien Beziehungen 
zwischen den Familien Fränckel-Spira, Theomim nnd Heller-Mireles-Fränckel 
habe icli das. S. 9 bereits liingewieson. Im einzelnen stellt sich das genea- 
logische Verhältnis Zacharias Frankeis zum Kommerzienrat Jonas Fränckd 
wie folgt: 

Jona Thcomim Koi>i>el Frättkol v. WiPii Ab.aroii Simon Spira, L.-H. in Prag 

bliihto lt>r)U(st. in .\[rt/. l)liilit(> KmU blühte Itiö'J 

Josu;i Keiwi-I To<-lit>T, 

verh. an 



Aliaron 
Thcomitn 



Benjamin Wolf 
David Isaak Spckol in Fürth VMa. Spira 



Tochter, verli. an Aharon Issachar 

j Secharja Baermann 



Cha,i,iim .Fona Frilnkol 

Tsaak .Toseph 



Edel, verh. an 
Joül Wolf Friinckcl 



Benjamin Wolf, verh. an Robocka S|iir;v 
in Praj< 

Simon 

I 
Is.sachar Baermann 

I 
.lacob Kop))el 



K.-R. Jonas Kränckil Zacharias Frankel. 

2) Kiscli 0. a. O., S. 24. 
S) Rahinowitz, S. 9. Kiscli, S. 28. 



- 30 — 

Wahrheit gemäss, dass er mit fünfzehn Jahren diejenige Fertigkeit 
im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der hochdeutschen Um- 
gangssprache und diejenige Kenntnis der bürgerlichen Rechnungs- 
arten besass, die ihn befähigte, in ein wohlgeordnetes Handels- 
geschäft einzutreten. Aber ein innerer Drang führte ihn, wie er 
selbst berichtet'), zu den klassischen Studien. Hier fand er jedoch 
an den damals bestehenden österreichischen Schulgesetzen, die den 
Eintritt in ein Gymnasium nur bis zum 14. Lebensjahre gestatteten 
und ein Examen aus mehreren Klassen zugleich nicht zuliessen, 
unüberwindliche Schwierigkeiten. Er ging daher im Jahre 1825 
nach Budapest, wo die Schulgesetze nicht mit solcher Strenge ge- 
handhabt wurden, und legte daselbst bereits nach zwei Jahren sein 
Maturitätsexamen ab. Er gehörte demnach, zu den sehr wenigen 
gelehrten Begründern und Förderern der jüdischen Wissenschaft, 
die in jenen Jahren bereits, wie Jost und Zunz, mit einer wohl 
geordneten und rite abgeschlossenen gymnasialen Vorbildung die 
Hochschule bezogen, was sich von den meisten seiner berühmten 
Zeitgenossen, nicht sagen lässt. Hierauf besuchte er einige Jahre die 
Pester Universität und hörte die zu jener Zeit auf den österreichischen 
Universitäten obligaten Gegenstände, als Logik, Metaphysik, Ge- 
schichte, Mathematik und Physik und lag auch manchen nicht 
obligaten Gegenständen, besonders der klassischen Philologie und 
Aesthetik ob. Mit ehrfurchtsvoller Rührung gedenkt er stets des 
auch in Deutschland gekannten k. k. Rates und Professors 
Dr. Schedius-), der eine der vorzüglichsten Zierden jener Universität 
ihm Gönner und Freund war und ihn mit den liebreichsten Er- 
mahnungen aufmunterte, seinem vorgesetzten Ziele trotz der be- 
schwerlichsten Kämpfe, die er in diesen Studienjahren durchmachen 
musste, treu zu bleiben. Im Jahre 1831 kehrte Frankel, nachdem 
er zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde ein examen 
rigorosum abgelegt hatte, nach seiner Vaterstadt zurück. Der Tag 
seiner Promotion war der 15. November 1830. Die Eintragung in 
das Rektoratsalbum über die Doktorpromotionen hat folgenden Wort- 
laut: „Zacharias Frankel, annorum 29, religionis hebraicae, israelita, 
Praga e Bohemia oriundus, artium liberalium magister et philo- 
sophiae doctor renuntiatus est die 15. Novembris 1830". Und im 
Prüfungsprotokoll vom selben Tage heisst es: D. Frankel Zacharias, 



1) Autobiogr. Anfzeiclinungen Z. Fr.'s in der MS. XLV (1901), S. 559. 

2) Einen Ausspruch von ihm zitiert Frankel im Vorwort zu seiner 
am 15. September 1832 in der Synagoge zu Teplitz gehaltenen Rede, S. IX. 



• — 31 - 

annorum 29, Hebraeus, Bohemu?, Praga oriundus, absolutus in Uni- 
versitate Pestina, philosophiae auditor, rigoroso pro Doctoratu philo- 
sophiae cxamine ex Mathesi et Physica deposito, appiobatus est'). 
Die Zustände, die Krankel bei seiner Heimkehr vorfand, die religiösen, 
wie die politisciien, waren wenig erfreulich. Es waren die Tage 
der ödesten Aufklärerei mit ihren verheerenden Folgen auch über 
Böhmen hereingebrochen. Die Nachahmer und Nachbeter Mendels- 
sohns, sagt Frankel wörtlich in einem Rückblick auf jene Tage-), 
die den Meister weder an Tiefe erreichten, noch von seiner Frömmig- 
keit beseelt waren, nahmen im Judentum nichts wahr als ein ödes 
Conglomerat von Ceremonialgesetzen, die sich überlebt haben und 
keine Verbindlichkeit mehr besitzen. Ein Haches verwässertes 
Räsonnement über Gottes Eigenschaften war ihre Theologie und 
einige nicht minder verschwommene Sätze aus der Moral ihre 
Religion. Sie standen durchaus auf dem Standpunkt des flachen 
Rationalismus und der Schöngeisterei des achtzehnten Jahrhunderts. 
Und diese oberflächlichen Schwätzer hielten sich berufen, ein Juden- 
tum zu predigen, dem jeder innere Halt, jede positive Grundlage 
abging=^). 

Solcher zunehmenden Zersetzung und Zerrüttung mit aller 
Kraft des Willens, mit allen Gaben des Geistes, mit aller Glut der 
Begeisterung Einhalt zu gebieten und den verbleichenden Glanz der 
Gotteslehre in neuem Lichte erstrahlen zu lassen, erschien dem 
jungen Frankel als eine würdige Aufgabe des Lebens, und mit der 
erstaunlichen Treffsicherheit, die für ihn charakteristisch war, er- 
kannte er zugleich, mit welchen Heilmitteln die offenbaren Schäden 
zu beseitigen, und mit welchen Waffen die Angriffe zu entkräften 
seien. Es galt, um wiederum seine eigenen Worte wenigstens im 
Auszuge zu benutzen"*), im Kampfe für die Erhaltung und \'er- 
edlung der Religion eine Bundesgenossin herbeizurufen, deren zwar 



1) Dem entsprechend heisst es auch im Original des Doktordiploms, 
welches Frau Anna Haber, die Nichte des sei. Direktors Dr. Frankel, jüngst 

der Seminarbibliothek überwiesen hat: „Z. F cum suam in disciplinis 

philosophicis afqiie artibus liberalibus eruditionem et scicntiam abunde 
comi)rol)averit ... die decima quinta raeiisis Novembris . . ." In den Aus- 
zügen aus den Protokollen, die ich den Mitteilungen meines verewigten 
Freundes Kaufmann verdanke, steht, vermutlicli irrtümlich, den 5. (statt 15.) 
Danach ist auch Rabinowitz a. a. O., S. 23, zu berichtigen. 

2) MS. Xin f]864), S. 19 fr. 

3) Vgl. hierzu die Mitteilungen (4. Wolfs in dor Ztschr. 1'. Gesell, d. 
.hvlon in Dtschl. V, S. 29, Anm. 2, S. 37. 41. 

') MS. a. a. O., S. 21. 



— 32 — 

der Glaube nicht zur Dokumentierung seiner Sittlichkeit bedarf, die 
ihm aber unentbehrlich ist, um bU)de Augen für sein Licht 
empfanglich zu machen, um seine Lehren in fasslicher Weise zu 
verbreiten, um an ihrer Hand in den Glauben tiefer einzudringen 
und ihn in seiner Reinheit zu erfassen. Es galt, die Grundsätze der 
allgemeinen Wissenschaft auf das Studium der Gotteslehre und der 
übrigen jüdischen Heligionsquellen anzuwenden und das jüdische 
Wissen zur jüdischen Wissenschaft empor zu entwickeln. Es galt, 
dem Dünkel mancher sogenannter Gebildeter, die mit ihrem ober- 
tlächlicheii Wissen verächtlich auf die Religion herabzublicken 
wagten, wirksam und erfolgreich entgegenzutreten und durch Be- 
lehrung und Beispiel aller Welt zu zeigen, wie wahre Wissenschaft 
mit echter Frömmigkeit und lauterer religiöser Gesinnung sich sehr 
wohl zu einem harmonischen Ganzen vereinigen lasse. Der Ge- 
winn daraus muss durchaus der gesamten Glaubensgemeinschaft, 
der Verbreitung und Belebung des religiösen Unterrichts, der Ver- 
tiefung und Verinnerlichung des religiösen Lebens, der gründlichen 
Durchforschung der religiösen Vergangenheit und der allmählichen 
Umgestaltung der bürgerlichen und gesellschaftlichen Stellung zu 

Gute kommen^). 

Von solchen Idealen erfüllt, bewarb sich Frankel 1831 um 
die erledigte Stelle eines Kreisrabbiners im Leitmeritzer Kreise 
mit dem Rabbinatssitz in Teplitz. Nach einem Gesetze vom Jahre 
1820 sollten in Böhmen nur solche Männer als Rabbiner zugelassen 
werden, welche die philosophischen Studien vollständig absolviert 
hatten-). Diese Forderung durchzusetzen, war der Regierung bisher 
nicht gelungen. Frankel war der erste, der den Ansprüchen des 
Gesetzes durchaus entsprach. Sein Bewerbungsschreiben, welches 
er zum Nachweis der Tatsache, dass er sich eingehend auch mit 
Sprachstudien beschäftigt habe, in acht Sprachen^) — in der 
deutschen, französischen, englischen, italienischen, lateinischen, 
griechischen, hebräischen und chaldäischen — überreichte, wurde 
von der Landesregierung freundlich entgegengenommen und ihm 
Ende 1831 sein Anstellungsdecret zugefertigt. Im Frühling 1832 
trat er sein Amt an^). Hier war sein vorzüglichstes Ziel, wie er 



1) Vgl. das. XIV (1865), S. Ib. 

2) Vgl. Kisch a. a. O., S. 25 ff. und Wolf a. a. O., S. 44. 

3) Sie siud von Brann in seinem .Jahrb. f. d. Jahr 1899, S. 102—108, 

abgedruckt. 

4) Die interessanten Verhandlungen mit dem Vorstand in Teplitz 

s. bei Brann a. a. O., S. 109—123. 



— 33 — 

berichtet, auf die Hebung des Kultus und des Jugendunterrichtes 
gerichtet. Er sorgte für Kühe und ( )rdnung beim r)ffentlichen 
Gottesdienst, führte geregelten Gemeindegesang ein und war der erste 
Rabbiner in Böhmen, der an Sabbathen und Festtagen in wohl 
geordneten und nach den modernen Kunstregeln ausgearbeiteten 
Predigten das Wort Gottes verkündigte. Zugleich bemühte er sich, 
die Schäden des religiösen Unterrichts auszumerzen. Er erweiterte 
den Lehrplan, zog zum ersten Male auch die weibliche Jugend zum 
systematischen Unterricht in der Religionslehre, der biblischen Ge- 
schichte und im Hebräischen heran. Er beaufsichtigte fleissig die 
Jugendlehrer und hielt mehrmals im Jahre ."»ffentliche Prüfungen 
der Schuljugend in allen Gegenständen des religiiisen Wissens in 
der Synagoge ab. Dabei hatte er sich des Wohlwollens und des 
Vertrauens der Landesregierung zu erfreuen, die bei mehreren wich- 
tigen Fällen sein Gutachten über jüdisch-iheologische Fragen ein- 
holte und berücksichtigte. 

Bald fügte es sich, dass seine energische und erfolgreiche 
Tätigkeit die Aufmerksamkeit der Kgl. Sächsischen Regierung auf 
sich zog. Bei einem Badeaufenthalt in Teplitz lernte der Kgl. 
Sächsische Kultusminister Dr. Müller den jungen Rabbiner kennen 
und fand inniges Wohlgefallen an dem würdevollen Auftreten und 
der erstaunlichen Vielseitigkeit des freimütigen und zielbewussten 
Mannes. Im Jahre 1834 bat er^ ihn um eine schriftliche Dar- 
stellung seiner Ansichten über den Charakter des jüdischen Kultus 
und Religionsunterrichts. Dem Verlangen kam P>ankel pünktlich 
nach und legte in einer umfangreichen Denkschrift seine Meinung 
über die Stellung, die seinen Glaubensgenossen gebührte, offen und 
rückhaltslos dar. Als dann am 30. April 1835 der Dresdener 
Rabbiner Abraham Levy^) starb, erhielt Frankel, nachdem die 
Wahl der Gemeinde in Dresden auf ihn gefallen war, vom 
Kgl. Sächsischen Kultusministerium einen Ruf als „Oberrabbiner 
zu Dresden und Leipzig". Um die Berufung zu ermr)glichen und 
dem Oberrabbiner eine angemessene Stellung zu sichern, wurde 
damals vom Ministerium ein jährlicher Beitrag von 200 Talern für 
den jüdischen Kultus bewilligt und später von den Kammern 
genehmigt. 

Bei alledem war die Lage der Sächsischen Juden bei seinem 
Amtsantritt im nächsten Jahre noch in vielen Beziehungen nahe- 
zu unerträglich-). Die 1 lauptgemeinde in Dresden zählte nur 

1) Vgl. p]mil Lelimaniis Gesainni. S.hrirt."n. S. 171 

2) a. a. O., S. ISO f. 195 f. 



— 34 — 

682 Seelen. Nur wenige Hausvater erfreuten sich eines gewissen 
Wohlstandes. Die Mitglieder waren in ihrem Erwerb beschränkt 
und behindert, da sie aller bürglichen Rechte entbehrten. 
Oeffentlicher Gottesdienst war untersagt. In elenden Mietskammern 
— es gab deren damals sieben, zum Teil in finsteren Höfen ge- 
legen — mussten sich die frommen Beter zur Andacht versammeln 
\'on einem Unterricht der Jugend, geschweige von einem geordneten, 
war kaum die Rede. Das Bürgerrecht konnten die Juden nicht er- 
werben, weil man zu ihrem Untertaneneide kein Vertrauen hatte- 
Das alles änderte sich bei Frankeis Ankunft wie mit einem Zauber- 
schlage. Seine einsichtigen und massvollen Vorschläge fanden jeder- 
zeit die wohlwollendste Förderung bei den staatlichen und städtischen 
Behörden. Schon im Jahre seines Amtsantritts gelang es seinen 
Bemühungen, die israelitische Gemeindeschule ins Leben zu rufen. 
Obwohl bei der Eröffnung die knappen Mittel kaum zur An- 
schaffung der Utensilien ausreichten, erhielt sich die Anstalt und 
erfreute sich zu jeder Zeit des besonderen Wohlwollens der obersten 
Unterrichtsverwaltung^). Schon am 21. Juni 1838 wurde der Grund- 
stein zu einer gemeinsamen Andachtsstätte gelegt. „Es war", wie 
Frankel in der gedruckten Weiherede sagte, „der erste grosse Tag, 
der den Juden Sachsens anbrach. An ihm ist uns die Sonne 
religiöser Freiheit aufgegangen." Am 8. Mai 1840 war es ihm 
vergönnt, „angesichts sämmtlicher Staatsm.inister, der Mitglieder 
beider damals zu Dresden tagender Kammern, der Hofchargen, der 
fremden Gesandten, der Generalität, der Präsidenten der ver- 
schiedenen Rechtscollegien, der höheren Geistlichkeit, Deputationen 
des Magistrats" u. s. w. die neue Synagoge einzuweihen. Die Feier 
fand an einem Freitag Abend statt. Die „Sächsische Staatszeitung" 
meldete damals, dass die Vorstellung im Kgl. Hoftheater wegen der 
Einweihung der Synagoge eine .Stunde später ihren Anfang nehme. 
Tempora mutantur. 

Auch nach anderen Richtungen hin fand Frankel in Dresden 
reichliche Gelegenheit, eine fruchtbare Tätigkeit zu entfalten. Durch 
den Codex Augustinus war in Sachsen der sogenannte Eid more 
judaico mit allen seinen jedes sittliche Gefühl empörenden Ab- 
normitäten eingeführt. Das Königlich Sächsische Justizministerium 
verlangte nun im Jahre 1837 die Meinung Frankeis zu vernehmen, 
ob diese Weise der Eidesleistung eine Änderung erleiden könnte. 
Frankel übergab darauf dem Ministerium eine ausführliche Ab- 
handlung über „den Eid nach jüdischer Lehre". Sein von ge- 



'') Autobiographische Aufzeicluiungen, S. 560 f. 



— 35 — 

diegener Gelehrsamkeit und anmutender Herzenswärme getragenes 
Gutachten überzeugte die Minister und den hochsinnigen Prinzen, 
nachmaligen K<>nig, Johann, und schon am 20. November 1838 
wurde „Alles, was den Juden verletzen, was als Zeichen des Miss- 
trauens ihn kränken konnte, bei dieser Eidesleistung hinweg- 
geräumt". iMit Bewilligung des Ministeriums veröffentlichte dann 
Krankel dieses erweiterte Gutachten in einer besonderen Schrift, die 
den Titel trägt: „Die Eidesleistung der Juden in theologischer und 
historischer Beziehung" und in zwei Auflagen 1840 und 1847 er- 
schienen ist. Frankel hatte die Genugtuung, dass nicht nur auf 
dem Landtage zu Dresden 1840 auf diese Monographie eingegangen 
und der neue Judeneid nach seinen Vorschlägen festgestellt wurde, 
sondern dass auch in Frankreich sein Buch einen ganz unerwarteten 
glänzenden Erfolg davontrug. Bei einem Plaidoyer am Pariser 
Cassationshofe machte nämlich der Advokat Martin diese Mono- 
graphie zur Grundlage seiner Verteidigung und bewirkte, dass auch 
in P'rankreich der Eid more judaico für immer abgeschafft wurde. 
Im „National" veröffentlichte dann Herr Martin einen offenen Brief 
an Frankel, in welchem er sagte: „Sie haben das Bewusstsein, die 
letzte Schranke, die sich noch zwischen christlichen und jüdischen 
Bürgern Frankreichs erhob, durch Ihre Schrift niedergerissen zu 
haben" ^). 

In demselben Jahre eröffnete sich für ihn in der preussischen 
Residenz ein ähnliches Arbeitsfeld, wie er es sich in Dresden erobert 
hatte. Die Aeltesten der Judenschaft Hessen an ihn den ehrenvollen 
Ruf als Oberrabbiner in Berlin ergehen. Die Verhandlungen zer- 
schlugen sich damals. Aber die preussischen Juden werden ihm 
die mannhaften und unerschrockenen Worte nicht vergessen, die er 
an den Minister von Eichhorn zu richten wagte, und in denen er 
freimütig nicht nur die volle bürgerliche Gleichstellung des einzelnen 
Juden, sondern auch eine würdige Stellung für das Judentum und 
für dessen berufene Vertreter verlangte. „Ich gehe nun zu dem 
Zustande der Synagogen in Preussen über", schrieb er in einer 
ausführlichen Eingabe am 6. Februar 1843 an den Minister-). 
„Dieser ist so heillos, es erfährt die Synagoge seit einer Reihe von 
Jahren eine Missachtung in den preussischen Staaten, wie sonst 
selten, wie sie auf mich, der in einem Staate lebt, wo die jüdische 
Confession als Confession anerkannt ist und fast dieselben Rechte 



') Autobiograi)lusclie Aufzeichnungen, S. .501 f. 

^) Abgedruckt im „Orient.-' TV (1843), S. 180 ff. iin.l noch einmal in der 
Aili.'. Ztg. des Judentums lATT (189«), S. 569 f. 

3' 



— So- 
wie die herrschende Landeskirche geniesst, den peinlichsten Ein- 
drucl< machen muss. Ich wurde durch das hohe Kgl. Sächsisclie 
Kultusministeriuni ins Land gerufen. Diese hohe Behörde über- 
wacht die Reügions- und Unterrichts-Angelcgenheiten der Juden. 
Noch ist dem Staate hieraus kein Nachteil erwachsen, auch hat 
diese Achtung vor dem Glaubensbekenntnisse Anderer dem Christen- 
thum keinen l^intrag gethan, und ich darf es mit Stolz sagen, dass 
diese Beaufsichtigung dem Staate wie zur Ehre auch nicht minder 
zum Vortheil gereicht, und noch hat sich keine Veranlassung ge- 
funden, dass das hohe Ministerium seine weise und vaterliche Für- 
sorge aufgeben wollte. Die Nichtbeachtung hingegen, die die 
Synagoge in Preussen erfährt, die öffentliche Erklärung, dass die 
jüdische Religion nur geduldet sei und ihre Bekenner keine kirch- 
lichen Ofticianten haben, schmerzt tief und enthält die kränkendste 
Verletzung für alle Bekenner der jüdischen Lehre. In der von mir 
gewünschten Ernennung wäre ein Zurückkommen von diesem 
Princip zu erblicken. Doch wäre eine solche Wahrnehmung nur 
dann begründet, wenn die Bestätigung die Form einer Vocation hat 
oder often ausspricht, dass der Angestellte als Oberrabbiner der Mit- 
glieder einer Confession vom Staate anerkannt und ihm die Leitung 
ihrer geistlichen Angelegenheiten anvertraut sei. Nur so wäre der 
Anfang zu dem Werke des Rechts und der Billigkeit, der An- 
erkennung der jüdischen Confession getan. Würden keine Aus- 
sichten zu einer solchen Anerkennung vorliegen, wüi^de die Walil 
nur als ein Vertr-ag zwischen zwei Parteien angesehen und die Be- 
stätigung sich nur auf die Gültigkeit dieses Vertrages beziehen, so 
müsste ich auch hier meiner Ueberzeugung folgen und im Interesse 
der Confession selbst die Stelle zu Berlin als unannehmbar erklären. 

Ich habe Ew. Exe. meine Ansichten offen dargelegt. Sie 

haben sich in mir zur Ueberzeugung gestaltet; ich werde nie von 
ihnen zurücktreten. Können Ew. Exe. sie nicht billigen, so wird 
mir das Bewusstsein bleiben, mich als r-edlicher Mann ganz nach 
meinem Wesen gegeben und jedem später nur schwer auszu- 
gleichenden Missverständnisse vorgebeugt zu haben." 

Da der Minister jede Ernennung oder Berufung abschlug, blieb 
Frankel in Dresden. Aber seine Teilnahme blieb stets auch für 
seine preussischen Glaubensgenossen wach und lebendig und es 
schmerzte ihn tief, dass nach der damals geltenden preussischen 
Kriminalordnung (§ 335. 357) in allen Untersuchungssachen, bei 
denen auf eine höhere Strafe als auf 50 Taler oder sechs Wochen 
Gefängnis zu erkennen war, das eidliche Zeugnis eines Juden 
absolut ungiltig war. Er erkannte, dass diese Bestimmung auf 



- 37 — 

einem krassen Missverständnis beruhe, zu dessen vollkommener 
Aufkliirung es einer eingehenden Darstellung des Beweises nach 
jüdischem Rechte bedürfe. Zu diesem Zwecke verfasste er sein 
Werk: „Der gerichtliche Beweis nach mosaisch-talmudischem Rechte, 
Ein Beitrag zur Kenntniss des mosaisch-talmudischen Criminal- und 
i'ivilrechts" (Berlin, 1.S46): „Jedes Blatt in der Geschichte der ver- 
flossenen Jahrhunderte", sagt er im Vorwort, „ist mit dem Blute 
der Juden gefärbt, und jede Zeile zeugt von muth williger Ver- 
stossung, von vorsätzlicher Zertretung. Nicht an den Pöbelaufläufen 
und den durch Fanatismus geheiligten Ermordungen allein darf man 
aber ihre Geschichte beurtheilen. An den Richterstätten verweile 
man, die Archive der Gerechtigkeit gehe man durch, um die Leiden 
der Juden zu ermessen, um zu erkennen, was man gut zu machen 
habe, um von den Vorurtheilen, in denen man noch heute an der 
Stätte des Rechts zuweilen befangen ist, sich loszusagen." Diese 
Schrift, begleitet von einem ehrfurchtsvollen Schreiben, überreichte 
der Verfasser Sr. Majestät, dem Könige Friedrich Wilhelni IV.: 
„Nicht die Milde, sondern die Weisheit und Wahrheitsliebe Euer 
Majestät", sagte er in diesem Begleitbriefe, „rufe ich als Be- 
urtheilerinnen an: von ihnen möge die Entscheidung für meine 
Glaubensbrüder ausgehen". Und seine Erwartungen wurden voll- 
kommen erfüllt. In dem Entwurf einer „Verordnung, die Verhält- 
nisse der Juden betreffend", der 1847 dem Vereinigten Landtage 
zur Beschlussfassung vorgelegt wurde, heisst es § 39: „Was die 
Verpflichtung zur Ablegung eidlicher Zeugnisse und die diesen 
Zeugnissen beizulegende Glaubwürdigkeit betrifft, so findet sowohl 
in Civil- als in Criminalsachen zwischen den Juden und unseren 
übrigen Unterthanen kein Unterschied statt". Und in den Motiven 
zu der Verordnung war die Richtigkeit des neuen Vorschlags 
mit dem Hinweis auf die gründlichen und eingehenden lürirterungen 
Frankeis in seinem genannten Buche begründet'). 

Allein diese gesamte unermüdliche Tfitigkeit, diese opferfreudige 
Arbeit an der Erziehung und Unterweisung der Jugend, an der Be- 
lehrung der Erwachsenen, an der Beaufsichtigung und Förderung 
der bestehenden, an der Schaffung und Entwickclung neuer Ge- 
meinde-Institutionen, diese treue und tapfere Vertretung der Inter- 
essen der Gesamtheit im Kampfe für die Gleichberechtigung der 
Glaubensbrüder und für die Würde und Ehre des Judentums, 
obwohl sie bei ihrem Umfang und bei ihren Erfolgen an sich schon 



') a. a. O., vgl. Verhandlungen des vereinigten Landtages zu Berlin 
1847. S. XLL 



- 38 — 

in ihrer Vereinzelung geeignet gewesen wäre, dein Manne eine Jas 
Durchschnittsmass weit überragende Bedeutung in der zeit- 
genössischen Geschichte zu sichern, bildete doch nur einen kleinen 
und, wenigstens nach dem Urteil Frankeis selber, den minderwertigen 
Teil seiner gesegneten Wirksamkeit. Seines Lebens eigentliches 
Ziel war die selbständige Mitarbeit an der inneren Neugestaltung 
des Judentums, an dem Unternehmen, die ererbten Heiligtümer mit 
dem modernen Geistesleben in Einklang zu bringen, und sie als 
ein teures und unveräusserliches Vermächtnis dem neuen Geschlecht 
in neuem Gewände, und dennoch möglichst unversehrt, zu eigen 
zu geben, endlich seine selbständige Mitarbeit an der Begründung 
und dem Ausbau der jüdischen Wissenschaft. Gern schliesse ich 
mich hier dem bereits ausgesprochenen UrteiP) an, dass die Ge- 
schichte der religiösen Bewegung im Judentum der Neuzeit dem 
verewigten Meister den Ehrennamen eines „Friedensfürsien" zu- 
erkennen wird. Als in den vierziger Jahren des vorigen Jahr- 
hunderts die Wogen der Reformbewegung am höchsten gingen, gab 
er von 1844 an die in drei Jahrgängen erschienene „Zeitschrift für 
die religiösen Interessen des Judentums" heraus. Er nahm es sich 
darin zum Ziele, das Judentum nach seiner religiösen Seite zu be- 
leuchten, und die Lösung der Frage, wie nicht aus einer zer- 
störenden, sondern aus einer aufbauenden Reform die Fort- 
entwickelung des Judenthums hervorgehen müsse, zum Bewusstsein 
zu bringen. Eben so weit entfernt von den Umsturzgelüsten der 
einen wie von der gegen alle Forderungen der Zeit sich ver- 
schliessenden Verstocktheit der anderen, war er ein Mann der Ver- 
mittelung, vom Geiste der Friedensliebe und der Versöhnlichkeit 
geleitet und beseelt. „Aussöhnung des Glaubens mit dem Leben", 
sagt er, „Fortschritt innerhalb des Glaubens, Erhaltung und Ver- 
edelung, Regeneration des Judenthums aus und durch sich selbst, 
dies ist der Kreis, in welchem die Bestrebungen sich bewegen 
müssen, und gemässigte Reform muss die Losung der Gegenwart 
und der Zukunft sein." Nicht im Einreissen, sondern im Aufbauen 
besteht die Reform, war eine seiner Lieblingswendungen. Es war 
niemals seine Art, sich durch politische Vorteile oder durch 
exegetische oder ästhetische Vorurteile religiöse Zugeständnisse ab- 
zwingen zu lassen. In dem festen Glauben an die unzerstörbare 
Lebenskraft des Judentums war er aber auch völlig fern von der 
Furcht der Finsterlinge, dass durch jede Nachgiebigkeit gegen die 
Forderungen der Gegenwart nun auch sogleich dem Unglauben 



») MS. XXV (1876), S. 25. 



- 30 — 

Tür und Tor geöffnet werden könnte. Dutcli Erziehung und 
Neigung wurzelte er tief in der altjüdischen Ueberlieferung und ver- 
stand es dennoch, in seiner vermittelnden Weise den berechtigten 
Anforderungen des Fortschritts gerecht zu werden. Er war im 
tiefsten Grunde eine positive Natur, und in seinem Wirken und Wesen 
paarte sich eben, wie er es scharf und prücis als eine Forderung 
hinstellte, ,,mit dem Ernste des Glaubens der heilige Ernst der 
Wissenschaft". 

Und in der Tat war und blieb die ernste wissenschaftliche 
Arbeit der Mittelpunkt seines Lebens. ,,Es mahnt die Kürze des 
menschlichen Lebens", schrieb er, als er eben das fünfzigste Lebens- 
jahr überschritten hatte'), ,,dass unaufhaltsam nach einem grossen 
Ziele gestrebt werde und der Geist sich nicht durch manches I^n- 
ladende, das auf dem Wege dahin zu manchen Abwegen verlockt, 
von diesem Ziele abbringen lasse". Eingedenk dieses weisen Grund- 
satzes hat er all sein Lebtag mit zielbewusster Sicherheit sich auf 
der Bahn gehalten, die er von Anfang an seinem P'orschen vor- 
gesetzt hatte. Den Mittelpunkt seines arbeitsreichen Lebens, zu 
welchem alle seine grösseren Werke in nächster und untrennbarster 
Beziehung stehen, bildet die Forschung über die Entstehung, das 
Wachstum und die Entwickelung der Halacha, d. i. der Normen, 
die allmählich für die religiöse Praxis Geltung gewannen und be- 
hielten. 

Dem allmählich stillen Wachsen und Wirken einer Idee 
in den leisen Spuren, die sie beim Gang durch die Jahrhunderte 
zurückgelassen, nachzugehen, ist die schwerste aber auch zugleich 
würdigste Aufgabe des Geschichtsschreibers. Einer solchen Aufgabe 
unterzog sich Frankel mit allen Kräften seines Geistes, seines tiefen 
und umfangreichen Wissens, seiner erstaunlichen und unbeugsamen 
Willenskraft. Unter seinen nachgelassenen Papieren befindet sich 
in einem Hefte, das zweifellos im Anfang der dreissiger Jahre an- 
gelegt ist, eine Aufzeichnung, die vielleicht den ersten Versuch darstellt, 
über den Arbeitsplan für das zukünftige Leben klar zu werden. 
Die unscheinbare Notiz führt die Ueberschrift: ,, Fragen". Es werden 
deren dreissig aufgezählt, darunter z. B.: ,,Was ist das W'esen der 
halachischen Midrasch, was sein Charakter? Welchen Charakter hat 
der Midrasch der Mischnah? Derjenige der Tossefta? Derjenige der 
Boraitha? Wie äussert er sich in den Übersetzungen der 



') Im Vorwort zu seinem Buche ,,ül)er den Kinfluss der palästinischen 
Exegese auf die alexaudrinische Ilermaneutik". Leipzig, 1851, 8", S. III, 
datiert vom Februar 1851. 



— 40 - 

Bibel?" U. s. w. Bekanntlich war die letzte Frage in der Tat der 
Angelpunkt, mit dem Frankeis wissenschaftliche Forschung anhebt. 
Er maclite sich an das Unternehmen, die Schüplungen des jüdischen 
Geistes in dem Jahrtausend vom babylonischen Exil bis zum Ab- 
schluss des Talmud, als da sind die verschiedenen Uebersetzungen 
der heiligen Schrift, die Mischnah, die Gemara u, s. w., auf ihren 
Wert und Inhalt zu prüfen und die Entwickelung und das Wachs- 
tum einer religiösen Idee in ihnen nachzuweisen. In klaren Worten 
zeichnet er in der Einleitung zu seinen ,, Vorstudien zu der Septuaginta", 
die 1841 erschienen sind, bereits die ganze Disposition seiner 
Arbeiten. ,,Eine Entwickelungsgeschichte der Halacha dürfte wohl 
einen Grundstein zu dem neu vorzubereitenden Baue einer Wissen- 
schaft des Judenthums bilden: und diesen zu liefern, war seit 
mehreren Jahren der Gedanke, der meine Studien belebte. Eine 
Erörterung, die zeigte, wie das Einzelne der Halacha ins Leben ge- 
treten, und wie sie von einfachen Anfängen sich in jene reichen 
wildbrausenden Ströme ergoss; eine Untersuchung, durch welche 
erkannt werde, was jeder Zeit angehört, w'as ferner aus dem jedes- 
maligen Bedürfniss hervorging und was der freien Forschung seine 
Entstehung verdankt .... alles das werde ein klassisches Studium 
des Talmuds fördern und den oberflächlichen Urtheilen sowie vielen 
unreifen Ansichten vorbeugen." In seiner Schrift über den „Ein- 
fluss der palästinensischen Exegese auf die alexandrinische Herme- 
neutik" (1851) und in seinen späteren Büchern hat er dann den 
Weg weiter verfolgt und seine Studien zu einem vorläufigen Ab- 
schluss gebracht. 

Neben dieser umfangreichen schriftstellerischen Tätigkeit schuf 
er zugleich zur Belebung und Kräftigung vielseitiger wissenschaftlicher 
Interessen und als Archiv für kleinere selbständige Detailforschung 
die noch heute fortgesetzte , .Monatsschrift für die Geschichte und 
Wissenschaft des Judenthums", von der unter seiner Redaktion seit 
Oktober 1851 achtzehn Jahrgänge erschienen sind, die eine Fund- 
grube bilden, zunächst für seine eigenen sehr mannigfachen wissen- 
schaftlichen Studien und Erörterungen, die fast alle Gebiete des 
jüdischen Wissens umfassen. Im zweiten Jahrgang dieser 
„Monatsschrift" erschienen eben die begeisternden Worte, die zur 
,, Schöpfung eines Seminars" zur Ausbildung von Rabbinern und 
Predigern aufriefen, und die das Kuratorium veranlassten, ihn zur 
Leitung der in Aussicht genommenen Anstalt zu berufen. 



Die Verliandkingcn mit Franke! und die 
Auswahl der Lehrkräfte. 



Die Dresdener Zusammenkunft hatte den gewünschten Erfolg. 
Schon am 11. Februar 1853 berichtete Joseph Lehmann: „Die 
beiden Tage, die ich hier zugebracht, waren ausserordentlich bewegt. 
Schon einmal war ich vcr jetzt gerade zehn Jahren mit einer ganz 
ähnlichen Mission hierher zu Dr. Frankel gekommen. Damals 
erschien ich als Abgeordneter des Berliner Gemeindevorstandes, um 
dem Dr. Frankel das Oberrabbinat von Berlin anzutragen. Es schien 
keine geringe \'erlockung für den Mann, von seiner damaligen 
bescheidenen Stellung in Dresden an die Spitze der Berliner Gemeinde 
berufen zu werden, aber er widerstand, weil er die Liebe der einigen 
Dresdener Gemeinde dem Parteigetriebe der zerfallenen Berliner 
vorzog. Gegenwärtig erscheine ich abermals mit einer für einen 
Mann, wie Frankel allerdings noch viel verlockenderen Mission. 
Es handelt sich für ihn darum, die Lieblings-Idee seines Lebens 
ausgeführt zu sehen. Er hat mir gestanden, dass er schon meinen 
Brief an ihn, noch mehr aber meine Hierherkunft als ein so un- 
erwartet mit seinen gegenwärtigen Gedanken — wie eben sein 
Aufsatz in der „Monatsschrift" beweist — zusammentreffendes 
Moment betrachte, dass er darin eine höhere Fügung erblickt. Sie 
haben ganz Recht, dass wir ihn jetzt nur, wie Sie sagen, beim 
Wort zu halten brauchen. Ich habe mich auch garnicht lange 
besonnen, ihm das Schreiben des geehrten Kuratoriums zu über- 
geben. Auch ich weiss keinen anderen Mann in Deutschland, der 
so wie Frankel dazu berufen scheint, die grosse Idee des Rabbiner- 
Seminars ins Leben zu rufen. Er fasst diese Idee mit einem ganz 
anderen Eifer und viel begeisterter als begeisternder auf, als alle 
die gelehrten und sonst überaus achtbaren Männer, die ich bisher 
über den Gegenstand gesprochen habe. Ihn, und nur ihn allein — 
das bin ich gewiss — würde sowohl Ihr seeliger \'ater als der 
seelige Fränckel selbst, an die Spitze des Seminars berufen haben. 



— 42 — 

Er tühlt es aucli selbst, dass in diesem Augenblick kein Anderer 
als er da ist, um ein solches Institut fest zu begründen"'). 

Frankel selbst beschränkte sich zunächst auf einen kurzen 
Dank für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und versicherte, 
dass er von der Grösse und Bedeutung des Unternehmens ganz 
durchdrungen sei und gern vieles aufbieten werde, um dem Vor- 
haben nützlich zu sein-). Schon nach wenigen Tagen aber war 
sein Entschluss gefasst. Bereits am 18. Februar meldete Lehmann: 
„Das grosse Werk eines Rabbiner-Seminars, mit welchem Sie Ihre 
segensreiche Wirksamkeit für das Andenken des seeligen Herrn 
Jonas Fränckel krönen wollen, scheint sich seiner Ausführung zu 
nahen, indem Herr Oberrabbiner Dr. Frankel in Dresden, nach 
einigem Kampfe mit der Anhänglichkeit an der dortigen Gemeinde, 

sich entschlossen hat, ihrem ehrenvollen Rufe zu folgen 

Nach seinem Plane soll in dem Institute Alles gelehrt werden, was 
die Zöglinge befähigt, das Kommissions-Examen zu machen, um 
demnächst die Universität besuchen zu können, worauf für einen 
Studierenden ein höherer Kursus der jüdischen Wissenschaft eintreten 
würde. Dr. Frankel hat mich beauftragt, zu diesem Zwecke einst- 
weilen mit Dr. Graetz in Berlin und mit Dr. Ed. Munk (ehe- 
maligem Oberlehrer an der Wilhelmsschule in Breslau und jetzt in 
Glogau am evangelischen Gymnasium) zu sprechen und diesen 
auszuforschen, ob er wohl unter massigem Gehalte nach Breslau 
gehen wolle •'). 

Mit Graetz konnte Lehmann sofort mündlich verhandeln. 
Der junge Gelehrte machte seine Entscheidung nur von P>ankels 
Zusage abhängig. Eine glücklichere Wahl hätte kaum getroffen 
werden können. 

Heinrich (Hirsch) Graetz^) war am 31. Oktober 1817 in 
Xions, einem kleinen Städchen der Provinz Posen, geboren. In der 
Kindheit musste er sich mit dem Unterricht im Übersetzen der 



') Akten betr. das Seminar I, S. 74. 

2) a. a 0., f. 76. 

3) a. a. O., f. 77. 

*) Über seinea Lebeusgang vgl. Bloch, I'h., Heinrich Graetz (in 
engl. Spr.). Philadelphia, 1898, 8", dtsch. in der MS., Jahrg. 1904, S. 33 ff. 
87 tf. 161 ff. 224 ff". 300 ä\ 346 ff'. 491 ff". Rippner, B., Zum 70. Geburtstag 
des Prof. H. Graetz in Eahmers .Jüd. Literaturbl. XVI (1887) l.öl. 155. 169 
und in Brülls, Populär-wissenschaftlichen Monatsblättern VII (1887) 
218. 241. David Kaufmann, H. Graetz im ,, Pester Lloyd" vom 10. September 
1891, abgedruckt in der Allg. Ztg. des Judentums, Jahrg. 55 (1891), No. 38. 
S. 449 ff. und in Brann's Jahrb., Jahrg. 1892, S. 3 ff '. 



- 43 — 

Gebete und der Bibel aus der Ursprache und in den Anfangsgründen 
der profanen Wissenschaften begnügen, wie sie ihm eben die Eltern, 
die sich kümmmerlich von einer Fleischerei ernährten, in Zerkow, 
wohin sie verzogen waren, bieten konnten. Später Hessen sie den 
geweckten Knaben auch mit dem 'ralmudstudium beginnen und 
beschlossen, ihn nach dem dreizehnten Lebensjahr der rabbinischen 




Prof. Dr. H. Ciraetz, 

geb. d. 31. Oktober 1817, gest. d. 7. September 1>!«I1. 

Laufbahn 7Aizuführen. Zu dem Zweck schickten sie ihn im Spät- 
sommer 1831 nach Wollstein, der Heimatsgemeinde der Mutter, 
wo unter der überwiegend deutschen Einwohnerschaft eine ansehnliche 
.ludengemeinde lebte. Hier bestand eine gute Talmudschule unter 
der Leitung des Rabbiners Samuel Munk, dessen Vorträge der 
junge Graetz nunmehr mit Eifer und Fleiss folgte. Aber bald 
befriedigten ihn diese Studien nicht ganz und er suchte noch 
andere Nahrung für seinen regen Geist. Literatur und Welt- 
geschichte, etwas Französisch und Latein, Geometrie und Natur- 
wissenschaften, alles, was seiner schnellen Auffassungsgabe, seiner 
kühnen Phantasie, seinem für die Naturschönheiten offenen Blick 
sich darbot, wurde in buntem Durcheinander nahezu ohne jede 
Anleitung sein geistiger Besitz. So eignete er sich aus Büchern, 
die ihm der Zufall in die Hände führte, die verschiedensten 



_ 44 — 

Kenntnisse an und vergass daiüber alle iMilbehningen, die er sich 
notgedrungen anliegen musste. Schüchtern, scheu und zurück- 
hallend, Hess er sich Mangel und Not vor den Menschen nicht 
merken und suchte seinen einzigen Trost in den Büchern. Die 
heterogenen Wissensstoffe erzeugten in seinem Geiste, wie er in seinem 
Tagebuche selbst klagt, die verworrensten und widersprechendsten 
Gedanken und Anschauungen. Nur der immer wieder in ihm siegende 
Glaube an Gottes Unsterblichkeit gaben seiner Seele Halt. Obwohl 
er auch in jener Zeit das Tulmudstudium so wenig vernachlässigte, 
dass ihm der Rabbiner schon im Oktober 1834 den Chabcr-Titel 
als besondere Auszeichnung verlieh, begann er doch bereits das 
talmudische Schrifttum mit den neueren Schriftwerken zu vergleichen 
und fühlte sich von letzteren weit mehr angezogen. Ja, er empfand 
sogar eine Zeitlang eine innere Abneigung gegen die alltäglichen 
Religionsübungen, die er in seiner Umgebung häulig geistlos und 
formlos ausüben sah. Obwohl er dabei nach wie vor die religiösen 
Vorschriften beobachtete, fühlte er sich dennoch von der rabbinischen 
Literatur jetzt so abgestossen, dass er sich seinem geplanten Lebens- 
ziel ferner fühlte als je und es erst wieder klar und bestimmt ins 
Auge fasste, als ein Buch erschien, das ihn vollständig mit dem 
Talmud aussöhnte. 

In Samson Raphael Hirsch, dem Rabbiner von Oldenburg, 
war nämlich damals den grundsätzlichen Anhängern des Her- 
gebrachten im Judentum ein Vorkämpfer erstanden, der befähigt 
schien, die alten Formen mit neuem Geiste zu erfüllen. In seinen 
„neunzehn Briefen über das Judenthum" versuchte er, die Verbind- 
lichkeit aller religiösen Vorschi iften mit so überzeugender Kraft zu 
begründen, dass sich Graetz mit neuer Lust und Liebe dem Talmud- 
studium hingab und es erst jetzt als ein Wissensobjekt von hohem 
Werte schätzen lernte. Er strebte nun darin nach möglichster Ver- 
voUkommung und hoffte sie in Prag, wohin damals viele Talmud- 
jünger zogen, zu finden. Allein sein Versuch, dorthin zu gelangen, 
schlug fehl durch das kleinliche Missgeschick, dass er ausser Stande 
war, dem Grenzwächter an der österreichischen Grenze zehn Gulden 
als Zehrgeld zur Fortsetzung seiner Fusswanderung, wie es damals 
das Gesetz vorschrieb, bar vorzuzeigen. Er kehrte kleinlaut in die 
Heimat zurück. Da reifte bei der u'iederholten Lektüre von Hirsch's 
„neunzehn Briefen" in ihm der Entschlu=s, sich dem Verfasser des 
Buches als Schüler anzubieten. Er setzte dem verehrten Manne 
seinen Bildungsgang, sein Streben und V/ünschen auseinander und 
wurde bald darauf von Hirsch mit der Aufforderung beglückt, zu 
ihm nach Oldenburg zu kommen. Kost und Wohnung gewährte 



— 4"> — 

der Lehrer dem wissensdurstigen Schüler im eigenen Hause. Für 
seine sonstigen Lebensbedürfnisse sollten die Eltern sorgen. 

Im April des Jahres 1837 zog nun der junge Graetz von neuem 
aus und sammelte unterwegs wertvolle Eindrücke. Aus seinem 
Tagebuch erfahren wir von seiner Freude an Feld und Wald, den 
er durchwanderte, und von seinem Entzücken an den Berliner Kunst- 
schätzen. Die Langeweile auf der endlosen Fusswanderung, da zu 
kostspieliger Wagenfahrt die Mittel nicht ausreichten, \ertrieb er sich 
durch das Erlernen der Anfangsgründe der griechischen Sprache. Im 
.Mai kam er in Oldenburg an und wurde als Hausgenosse liebe\oll 
aufgenommen und als Famulus, d. h. als Schüler, Begleiter, wissen- 
schaftliche Hülfskraft und Vertreter des Rabbi, angesehen. Eifrig setzte 
er nun unter Anleitung Hirschs das Studium der Bibel wie des Talmud 
fort und war von dem Geist und der Methode seines Lehrers geradezu 
entzückt. Die hohe Begabung, der sprühende Geist, die liebens- 
würdige Herzenswärme und das reiche Wissen Hirschs beeinflussten 
den spröden Charakter des Jünglings in der fördersamsten Weise. 
Seine Kenntnisse ordneten sich, seine Anschauungen klärten sich, 
und sein Herz begeisterte sich für die Ideale seines Lehrers. Seine 
Liebe erkaltete auch nicht, als er mit zunehmender Reife des Urteils 
bemerkte, dass es seinem Lehrer doch an Manchem, besonders an 
historischer Vertiefung und an echtem wissenschaftlichem Sinne, 
gebrach. So verlebte er in Oldenburg drei Jahre voll ausserordent- 
licher .Anregung, bis die Seiinsucht nach einer Selbständigkeit so 
mächtig in ihm wurde, dass er nach einer offenen Aussprache mit 
seinem väterlichen Freunde zu den Eltern heimkehrte. 

Hier in der Heimat veranlassten ihn jüngere Freunde, in kleinen 
Gemeinden der Nachbarschaft hin und wieder Predigten zu halten, 
und da sich in diesen Vorträgen sein Geist und Wissen kundtat, 
ermunterte man ihn von allen Seiten, in Breslau zu studieren, um 
eventuell als Rabbiner mit akademischer Bildung, wie sie damals 
Mode wurde, eine Anstellung zu finden. Die grösseren Geldmittel, 
die zu einem Aufenthalte in der Grossstadt nötig waren, verschaffte 
er sich durch die Annahme eines Hofmeisterpostens und zog endlich 
mit den knappen Spargroschen, die er zurücklegte, nach Breslau. 
Hier Hess er sich, nachdem die ministerielle Erlaubnis, auch ohne 
Reifezeugnis die Universität zu besuchen, eingelaufen war, im 
Oktober 1842 immatrikulieren. 

Die hist(^rischen, orientalistischen und philosophischen Vor- 
lesungen, die er hcirle, befriedigten ihn nicht sonderlich, da sie 
seinem regen Geiste viel zu wenig neuen Wissensstoff zuführten. 
Nur der bekannte Orientalist Bernstein, bei dem er arabisch und 



— 46 — 

syrisch lernte, und der sehr geschätzte Philosoph Braniss, der ihn 
mit der Hegel'schen Philosophie vertraut machte, übten einen nach- 
haltigeren Einfluss auf ihn aus. Mit lebhafter Teilnahme aber verfolgte 
er während seiner Studienzeit als unbeteiligter Zuschauer die inneren 
Kämpfe in der Breslauer Gemeinde. Hier gerieten zum ersten Mal 
die Verteidiger des Hergebrachten mit den Kämpfern für den Fort- 
schritt innerhalb der Religionsgemeinschaft heftig aneinander. Ja 
es kam so weit, dass die Gemeinde sich in zwei Lager spaltete, die 
einander mit Erbitterung befehdeten, (iber die Vorgänge berichtete 
Graetz damals regelmässig in dem viel gelesenen Wochenblatt 
„Orient", das sein Landsmann Julius Fürst in Leipzig herausgab, 
und fügte mit Witz und Laune seine kritischen Bemerkungen hinzu. 
Kühn und rücksichtslos beurteilte er die i?bertreibungen und Aus- 
schreitungen beider Parteien und gelangte dadurch von selbst auf 
den Standpunkt der gemässigten Reform, die eben damals 
Z. Frankel in seiner „Zeitschrift für die religiösen hiteressen des 
Judenthums" verteidigte und wissenschaftlich zu begründen suchte. 
Gleichzeitig begann er literarisch tätig zu sein. Einige Bücher- 
besprechungen im „Litteraturblatt" des Orients und mehrere Ab- 
handlungen in der r'rankerschen Zeitschrift lenkten die öffentliche 
Aufmerksamkeit auf ihn, noch mehr sein Buch „Gnosticismus und 
Judenthum", das 1846 die Presse verliess. Es war die weitere Aus- 
führung seiner hiauguralschrift „de auctoritate et vi, quam gnosticismus 
in judaismum habuerit", auf Grund deren er im April 1845 in Jena 
den Doktortitel erworben hatte. Nahezu einmütig erkannte die 
Kritik seine gediegenen Kenntnisse im Bereiche der talmudischen 
und patristischen Literatur, seine glückliche Kombinationsgabe und 
die lichtvolle Weise seiner Darstellung an. Noch in demselben 
Jahre erschien in der Frankel'schen Zeitschrift seine bedeutsame 
Abhandlung über die „Construction der jüdischen Geschichte", in 
welcher er mit kühner Hand die Grundlinien zu einer Gesamt- 
darstellung der jüdischen Geschichte zeichnete und den Plan zu 
seinem grossen Lebenswerke entwarf. 

Die wachsende Anerkennung seiner Leistungen erfüllte den 
jungen Mann mit der freudigen Hoffnung, sich bald am Ziele seiner 
Wünsche in einer Stellung zu sehen, in der er gemeinnützig werde 
tätig sein und seinen litterarischen Neigungen werde nachgehen 
können. Allein ein Versuch, als Prediger zu wirken, hatte einen 
entschiedenen Misserfolg. Niemals mehr mochte er seit damals 
eine Kanzel betreten. Aussichtsvoller erschien die Stellung als 
Leiter der Religions-Unterrichts-Anstalt der „alten jüdischen Kultus- 
Gemeinde" — so nannte sich damals der konservative Teil der 



— 47 — 

Breslauer Gemeinde — die ilim um dieselbe Zeit angetragen wurde. 
Um sie zu erlangen, hospitierte er einige Zeit am Königl. Lehrer- 
Seminar und legte die Rektoratsprüfung ab. Aber die Schule hatte 
keinen langen Bestand. Das Sturmjahr 1848 zerstcirte die materiellen 
Grundlagen, auf denen sie beruhte, und es vergingen Jahre, bis 
sie wieder ins Leben gerufen wurde. Inzwischen folgte Graetz gern 
einem Rufe seines väterlichen Freundes S. R. Hirsch, der damals 
mährischer Landesrabbiner war, nach Nikolsburg. um als Lehrer an 
dem dort zu eröffnenden Rabbiner-Seminar für die mährischen und 
(istcrreichisch-sclilesischen Gemeinden zu 'iV'irken, Hier hielt er eine 
Zeit lang den Jüngern der Talmudschule geschichtliche Vorlesungen 
über die Zeit der Mischnah und Gemara, bis sich immer klarer 
herausstellte, dass wegen der unsicheren politischen Lage das ge- 
plante Institut sobald nicht ins Leben treten werde. Graetz sah sich 
darum genötigt, vorläulig die Leitung einer öffentlichen israelitischen 
Schule in Lundenburg zu übernehmen. Weil ihm aber der 
Wirkungskreis dort gar zu eng war und der Aufenthalt noch dazu durch 
Ränke aller Art verleidet wurde, und ganz besonders weil ihm die 
Fortsetzung seiner Arbeit an einer Gesamtgeschichte der Juden in 
einer an Büchersammlungen reichen Stadt sehr am Herzen lag, 
entschloss er sich kurz, den wenig einträglichen Posten aufzugeben 
und in das Vaterland zurückzukehren. 

Im September 1852 Hess er sich in Berlin nieder und vertiefte 
sich ganz in seine wissenschaftlichen Arbeiten. Die Ergebnisse seiner 
Studien, eine Reihe geschichtlicher Aufsätze, die allesamt seine 
Gelehrsamkeit, seinen klaren Blick und sein klares Urteil bekunden, 
erschienen in der ,JVIonatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des 
Judenthums", die Z. Frankel seit dem Oktober 1851 herausgab, 
und zu deren Mitarbeiterschaft er Graetz in der ehrenvollsten Weise 
eingeladen hatte. Gleichzeitig hielt er auf die Aufforderung des Berliner 
Vorstandes im Winter 1852/53 geschichtliche Vorlesungen für 
Kandidaten der jüdischen Theologie, die reichen Beifall fanden. Auch 
sein Herzenswunsch ging ihm in Erfüllung. Dr. Veit übernahm 
den Verlag des zuerst erschienenen vierten Bandes seiner „Geschichte 
der Juden". Er behandelte darin den Zeitraum \^om L'ntergang des 
jüdischen Staates bis zum Abschluss des Talmud und entwarf ein 
farbenreiches Bild von dem bewegten Geistesleben jener Tage. Die 
jedermann vertrauten Tannaim und Amoraim, die bisher als schemen- 
hafte Gestalten über den Schauplatz der Geschichte gewandelt 
waren, liess er als scharf charakterisierte Persönlichkeiten mit ihren 
Tugenden und Schwächen vor den Augen der Zeitgenossen lebendig 
werden. Und wenn die Einen ihn heftig tadelten, weil er den 



— 48 — 

Talmud über die Maassen verherrlicht habe, und die Anderen ihm 
schwer verargten, dass er an den Trägern der Tradition scharfe 
Kritik zu üben gewagt habe, so gaben doch alle zu, dass in ihm 
ein Geschichtsschreiber von ausserordentlicher Picgabung und 
Leistungsfähigkeit dem Judentum erstanden sei. Aber noch bevor 
sein Buch die Presse verliess, erging an ihn die Aufforderung, in 
das Lehrer-Kollegium des zu gründenden Rabbiner-Seminars ein- 
zutreten. I-'reudig folgte er dem Rufe, „weil eine solche Wirksam- 
keit seinem Lebensziele vollkommen entsprach, und weil ihm dadurch 
Gelegenheit gegeben wurde, etwas zur Ausbildung der der jüdischen 
Theologie Beflissenen -und zur Förderung der jüdischen Wissen- 
schaft beizutragen^)." 

Inzwischen entwickelte das Kuratorium eins überraschend viel- 
seitige Tätigkeit. Es v\'aren auf allen Seiten nicht geringe grund- 
sätzliche Widerstände zu überwinden. P>ankels opferfreudiger Be- 
geisterung, die ihn fortriss an den Ort, an dem das Ideal seines 
Lebens verwirklicht werden sollte, stand als Gegengewicht die Liebe 
und Anhänglichkeit zu seiner Gemeinde gegenüber, die ihn an die 
Stätte fesselte, an der er durcii siebzehnjährige treue Arbeit ein 
patriarchalisches Verhältnis zu jedem einzelnen Gemeindemitgliede 
gewonnen hatte. Und bei den Kuratoren galt es das Gleichgewicht 
herzustellen zwischen den nur seine Vaterstadt berücksichtigenden 
Absichten des Stifters, die sie auszuführen hatten, und den von ihnen 
selbst klar erkannten Bedürfnissen der gesamten Glaubens- 
gemeinschaft, die nur teilweise mit jenen Absichten über- 
einstimmten. 

In dem ernsten Streben, die persönlichen Wünsche des Erb- 
lassers bei der Errichtung der Stiftungen so wörtlich als möglich zu 
erfüllen, suchten sie dem fortschrittlich gesinnten Rabbiner der grossen 
Synagoge, dessen im Testamente selbst in einem anderen Zusammen- 
hange gedacht war, ein Lehramt an der Anstalt zu sichern. „Es 
wäre uns sehr schmerzlich", schrieben sie an Lehmann, „wenn die 
Intelligenz und umfassende Gelehrsamkeit unseres Rabbiners an dem 
von einem Breslauer fundierten, von Breslauern und in Breslau 
selbst ins Leben gerufenen Institute keinen Platz sollte hnden können. 
Ja, wir erachten es sogar als eine Pflicht, dieses unser Gesuch Ihrem 
so ernsten wie unparteiischen Nachdenken und -sodann dem Versuche 
der Vermittelung an maassgebender Stelle um so dringender zu 
empfehlen, als es zur Zeit wohl in der Intention des Testators gelegen 



') Aus seinem Ciirriculum vitae (bei seinen Personalakten) d. d. 
Berlin, 16. Dezember 1853. 



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haben mag, gerade diesen Gelehrten von der Wirksamkeit an dem 
Seminar zur Heranbildung von Rabbinern und Lclirern nicht aus- 
geschlossen zu sehen"'), l^benso gewissenhaft zogen sie sogar die 
entternte Möglichkeit in Iktracht, dass die 1.S4.S geschlossene Königl. 
Wilhelmsschule, mit welcher der Erblasser das Seminar hatte in 
Verbindung bringen wollen, wieder ins Leben gerufen werden könnte, 
und verhandelten mit den zuständigen Behörden, um endgültig selbst 
über eine etwaige Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Schule 
unterlichtet zu werden. 

Zu beiden Vorschlägen nahm Franke!, sobald er davon erfuhr, 
klar und bestimmt Stellung und zeigte auch hierin die Grösse der 
Gesichtspunkte, die für alle seine EntSchliessungen massgebend war. 
hibezug auf die Beschäftigung von Breslauer Gelehrten am Seminar 
schrieb er am 24. P'ebruar 1853 an Lehmann: „Soweit ich davon 
entfernt bin, Bestimmungen, die mich persönlich betreffen, an die 
Spitze meiner Vorschläge zu stellen, muss ich im Interesse des hohen 
Gegenstandes selbst als unabweisbare FBedingung festsetzen, dass 
Wahl und Anstellung der Lehrer sowie deren Entlassung 
mir allein ganz anheim zu geben sind. Die neue Anstalt muss 
von Einem leitenden Gedanken, von Einem Geiste durchdrungen 
und belebt sein: soll ein organisches Ganze entstehen, so darfauch 
nur Ein organisirender Gedanke walten. Dieses ist das Gebiet, 
das ich als Direktor mir zugetheilt vorbehalten muss: wird es nicht 
ganz zugestanden, so ist dem Unternehmen kein Gedeihen voraus- 
zusagen, es trägt dann den Keim seiner baldigen Auflösung in sich: 
und es ist selbstredend, dass ich einem solchen Vorhaben durchaus 
nicht meine Ruhe, meine gegenwärtige Stellung, meine Beziehung 
zu meiner Gemeinde opfern darf. Nur weil die höhere Pflicht ruft, 
muss Folge geleistet werden; die Hand an eine in sich selbst bald 
zerfallende Anstalt zu legen, kann kein Pflichtgefühl eingeben. Fast 
dürfte es überflüssig erscheinen, eine andere Bedingung zu erwähnen. 
Die Anstalt muss in meinem Geiste errichtet und geleitet werden. 
\'ermuthet man, dass ich mich nicht auf der Höhe der Wissenschaft 
befinde, so ist es von vornherein ein Missgriff, mich zu der Stelle 
des Direktors zu berufen. Ist man vom Gegentheil überzeugt, so 
muss angenommen werden, dass ich der Wissenschaft Rechnung 
tragen werde, und sie der leitende Gedanke der an der Anstalt zu 
ertheilenden Pjelehrung sein wird"-). Und als einige Wochen später 
der Kurator Joseph Prinz, getrieben durch das Ciefühl unendlicher 



') Akten betr. das Sominnr 1. i'i>I. "Kl, 
2) a. a. O., f. 88 b f. 



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\'erehriing für seinen Rabbiner, in einem I'n\atbrief die Angelegenheit 
noch einmal zur Spracjie brachte, erwiderte ihm Frankel, dass es 
ihm in seinem Leben durch die Cinade des Himmels stets geglückt 
sei, die Person von der Sache zu trennen. Eben darum müsse er 
auch hier, da es sich um das Wohl des gesamten Judentums handle, 
dem Begehren, eine Anstellung für den Breslauer Rabbiner am Seminar 
zu erlangen, ein definitives Nein entgegensetzen. Ihm eine An- 
stellung am Seminar geben, heisse das Seminar \"on vornherein 
untergraben, ihm das Vertrauen der Gesamtheit auf immer rauben. 
So wenig ein Gebäude aus widerstrebenden Elementen erbaut werden 
könne, so wenig könne eine Anstalt auf widerstrebenden Prinzipien 
errichtet werden. Die Rücksicht auf die Grösse des Unternehmens 
verlange gebieterisch, dass jede Einzelberücksichtigung zurücktrete'). 

Was aber die Verbindung des Seminars mit der Wilhelmsschule 
anging, so erkannte er durchaus die w'ohhneinende Absicht an, von 
der die Kuratoren sich leiten Hessen. „Die Verwirklichung des 
Gedankens jedoch", setzte er hinzu, „wäre die Vernichtung des 
Seminars, wäre dessen Auflösung mit, ja noch vor seinem Beginn, 
Das Seminar hat für das Judentum eine universelle Bedeutung; es 
gehört nicht einem Orte, nicht einem Lande, sondern der All- 
gemeinheit an; räumlich befindet es sich in Breslau, geistig muss 
als ausser diesem Räume stehend betrachten und darf kein Verhältnis, 
es sich keine Beziehung irgend einer Art zu der Stadt, in der es sich 
zufällig befindet, kennen. Das Institut muss seinen Ausgangs- und 

Endpunkt in sich haben Das Seminar darf nicht lokalisiert, 

darf mit keiner Schulanstalt in Verbindung gebracht werden; es 
müsste dann auf den Namen einer allgemeinen Anstalt verzichten, 
würde sich in ein Breslauer Institut verwandeln, eine Parteistellung 
einnehmen und den Parteistreitigkeiten verfallen" -). An diesem Grund- 
satz hat das Seminar zu seinem Heile bis zur Gegenwart streng 
festgehalten. 

Zur Einigung über alle obschwebenden Fragen und zur Be- 
ratung eines ausführlichen Programms, das Frankel vorzulegen bereit 
war, schlug Jos. Lehmann eine Konferenz in Dresden vor. Sie 
fand am 27. und 28. März in der Wohnung Frankeis statt. Es 
nahmen daran die Kuratoi'en Milch und Levy, Joseph Lehmann, 
Dr. Sachs und Dr. Graetz aus Berlin, Dr. B. Beer und Jonas 



1) Das. fol. 111. 

2) Akten betr. die Vereinigung der Wilhelmssclnile mit dem Seminar, 
fol. 11 f., abgedruckt in „Da.s jüd -theol. Sem. Fränckelsohe Stiftung, ;im 
Tage seines 25jährigen Bestehens" (Breslau, 1879, H% S. 62 f. 



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ßondi aus Dresden teil. Der von Frankel ausgearbeitete 
Organisationsplan fand allgemeine Billigung. Er ging von dem Ge- 
danken aus, dass der Bildungsgang des Rabbiners, der in erster 
Linie die Belehrung der Erwachsenen und daneben die der Heran- 
wachsenden, und derjenige des Lehrers, der einzig die Belehrung 
der Unmündigen zur Aufgabe habe, in wesentlichen Stücken durch- 
aus zusammenfalle. Da nun das Biidungsziel eines Rabbiner-Seminars 
dasjenige eines Lehrer-Seminars in sich schliesse, so werde es sehr 
wohl mtiglich sein, beide Pflanzstätten des Wissens in eine Anstalt 
zu \'ereinigen. Handele es sich dann darum, mit welchem von beiden 
Instituten man beginnen solle, wenn es nicht möglich sei, beide 
gleichzeitig zu errichten, so müsste dem Rabbiner-Seminar der Vor- 
rang zuerkannt werden, weil sein Bildungsziel und sein Geltungs- 
bereich ungleich umfassender sei. Nebenbei falle noch ins Gewicht, 
dass eine Rabbiner-Bildungs-Anstalt in Deutschland noch nicht vor- 
handen sei, während für die Ausbildung von Lehrern, lokalen Be- 
dürfnissen entsprechend, wenigstens hier und da gesorgt sei. Sei 
man hiermit einverstanden, so stehe man vor der Aufgabe, fähige 
Vertreter des Glaubens und seiner Wissenschaft zu erziehen. Der 
Zweck werde erreicht durch das Studium der jüdischen Theologie 
nach geeigneter Methode, in materialer Vollständigkeit, 
und in untrennbarer Vereinigung mit allgemeiner gelehrter 
Ijildung. Nur bei einer streng methodischen Behandlung könne 
es gelingen, die Stoffmas-en des biblischen, talmudischen und 
rabbinischen Wissens zu bewältigen und zugleich die herkömmliche 
dialektische Richtung, auf die nicht verzichtet werden solle, in streng 
wissenschaftlicher Weise zu regeln. Die Forderung materialer 
Vollständigkeit ziehe in den Bereich des Unterrichts zunächst 
hebräische Sprachkunde, Studium der Bibel, der Mischna, des Talmud, 
der Midraschim und der religionsphilosophischen Literatur. Neben 
diesen Disziplinen seien die durch neuere Forschungen hinzuge- 
kommenen Wissensgebiete anzubauen. L'nentbehrlich sei ferner eine 
Anleitung zu öffentlicher Volksbelehrung und zur Belehrung der 
Jugend. Während früher der Rabbiner den Unterricht in den 
Elementen voraussetzen durfte und vornehmlich die Ausbildung der 
erwachseneren Jünglinge zur Aufgabe hatte, müsse der moderne 
Rabbiner die vollste Aufmerksamkeit und eingehendste Sorgfalt auch 
der Unterweisung der frühen Jugend zuwenden, indem er den LJnter- 
richt entweder selbst erteile oder ihn überwache und leite. Selbst- 
verständlich falle schliesslich noch allgemeine gelehrte Bildung 
in den Studienkreis der jüdischen Theologen. Es müsse der moderne 
Jünger der jüdischen Theologie befähigt werden, die jüdische und 

4* 



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die allgemeine Wissenschaft in ihrer Zusammengehörigkeit zu erfassen 
imd sich von der bei einseitiger Bildung zu beängstigenden und ver- 
wirrenden Zweifeln führenden Meinung eines unversöhnlichen Wider- 
streites der einen gegen die andere endgültig^) befreien. 

Die Konferenz beschloss diesen Plan im allgemeinen durch- 
zuführen, zunächst mit der Eröffnung der Rabbiner-Abteilung zu 
beginnen, dem Institut die Bezeichnung „jüdisch -theo logisch es 
Seminar" zu geben und die Dauer der Studien für diese Abteilung 
auf 7, für die in Aussicht genommene Lehrer-Abteilung auf 3 Jahre 
festzusetzen, ferner wurde die Wahl der anzustellenden Lehrer und 
deren Entlassung der ausschliesslichen Bestimmung des Direktors 
anheimgegeben und vom Kuratorium die Summe zur Dotation der 
Anstalt festgesetzt. Endlich sollte derjenige Teil des Programms, 
der von der Einordnung der G3'mnasialstudien in den Lehrplan 
handelt, einem erprobten und mit den preussischen Gymnasial-Ver- 
hältnissen voll vertrauten Philologen, der zugleich zur Übernahme 
eines Lehramts am Seminar geeignet sei, zur Begutachtung übergeben 
werden. Als solchen empfahl Joseph Lehmann seinen Landsmann 
Eduard Munk, und alle waren damit einverstanden. 

Eduard Munk wurde im Jahre 1803 geboren und gehörte 
einer Familie-) an, die schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts eine 
angesehene Stellung in seiner Heimatsgemeinde einnahm. Durch 
die Tatsache, dass er zwei Jahrzehnte lang (1827 — 1848) an der 
Königlichen Wilhelmsschule gewirkt hatte, konnte zugleich wenigstens 
äusserlich ein gewisser Zusammenhang mit den Überlieferungen 
dieser Lehranstalt festgehalten werden. Er war ein Mann, der 
klassische Bildung im antiken Sinne des Wortes, reiches Wissen 
und eine auf reinster Humanität beruhende humane Gesinnung 
harmonisch vereinigte. Als die Wilhelmsschule einging, fand er als 
Hülfslehrer am evangelischen Gymnasium seiner Vaterstadt Ver- 
wendung. Schon früh war er literarisch tätig. Im Jahre 1834 
erschien von ihm eine „Metrik der Griechen und Römer", die in 
Nordamerika ins Englische übersetzt und auf sehr vielen gelehrten 
Schulen als Hülfsmittel für den Unterricht eingeführt wurde. Seine 
„Geschichte der griechischen Literatur" (2 Bände) und seine drei- 



1) Vgl. MS. III (1854), S. 126 ff. Das Aktenstück ist die Grund- 
anweisung für das gesamte moderne Studium der jüdischen Tlieologie ge- 
worden. Die auf Grund desselben entworfenen Lehrpläne haben allen später 
entstandenen theologischen Lehranstalten als Muster und Vorbild gedient. 
Ich gebe darum in der Beilage I den bisher noch nicht ganz verütientlichten 
Wortlaut dieses interessanten historischen Dokuments. 

2) Einiges darüber ' s. bei Brann, „Aus Sal. Munk's nachgelnssenen 
Briefen" im .Iahrl)uch für jüdische Geschichte und Literatur II (1H99), S. 152 



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bändige ..Geschichte der römischen Literatur" vermehrten später 
seinen i\ut und sein Ansehen'). Gern unterzog er sich der Auf- 
gabe, den Lehrplan für die klassischen Studien, die am Seminar 
getrieben werden sollten, zu prüfen. Sein Gutachten, das ein 
Zeugnis pädagogischer P^insicht und Erfahrung ist, wurde in der 
Tat zur Grundlage für den Unterricht genommen und hat sich im 
Allgemeinen wohl bewährt"). 

Mit Freuden war er auch bereit, selbst das Lehramt für den 
klassischen Unterricht zu übernehmen, und die Verhandlungen dar- 
über standen unmittelbar vor ihrem Abschluss. Da stiegen dem 
peinlich gewissenhaften Manne im letzten Augenblick Bedenken auf, 
als er erfuhr, dass nach den Statuten der Standpunkt des positiven 
und historischen Judentums, für den Lebenswandel und den Unterricht 
der Lehrer massgebend sein müsse. „Wenn er auch mit voller Über- 
zeugung", schrieb er dem Kuratorium, „die Grundlehren der jüdischen 
Religion anerkenne, und in ihnen die ewigen religiösen Wahrheiten 
erblicke, so teile er doch nicht die Ansicht von der Wesentlichkeit 
und Heiligkeit aller religiösen Gebräuche. Da er nun voraussehe, 
dass die gewissenhafte Erfüllung aller talmudischen und nach- 
talmudischen .Satzungen von ihm, wenn auch nicht verlangt, so doch 
erwartet werden würde, so könne er dadurch leicht zu einem Wider- 
spruch mit seinen sittlichen Ueberzeugungen gelangen und in die 
Lage kommen, den gerechten Verdacht der Heuchelei um äusserer 
\'ortheile willen auf sich zu laden, einen Verdacht, den er um keinen 
Preis heraufbeschwüren wolle"''). Da der Natur der Sache nach eine 
\'ermittelung zwischen den entgegengesetzten Grundanschauungen 
unmöglich war, musste das Kuratorium mit dem Ausdruck der tiefsten 
Hochachtung \or der redlichen Gesinnung des trefflichen Mannes 
die Verhandlungen abbrechen und nach einem anderen geeigneten 
Gelehrten Umschau halten. 

Es fand ihn in Jacob Bernays^). Der Kurator Dr. Lev\'' 
brachte ihn in Vorschlag, und als ihm Frankel das Lehramt anbot. 



1) Vgl. Magazin für die Literatur des Auslandes, Jahrg. 1871, S. 274. 

^) Ich bringe es darum ebenfalls seinem Wortlaute nach in der Ik'i- 
lagc II zum Abdruck. 

^) Brief vom 2ü. Mai 1H53 bei deu Akten betr. das Seuiiii;ii T, 
fol. 181 f. 

*) Ein Bild von ihm kann ich hier nicht hinzufügen, weil er „trotz an 
dringendsten Bitte seiner näch.sten Angcliörigen sich nie entschliessen konnte, 
sich malen oder plioto;^reiphieren zulassen", (Uriei' seiner Schwester an mich 
vom 14. Septemljer 1904). Er gehörte eben zu den seltenen Menschen, die 
nur durch ihre geistigen Schöpfungen und nicht durch ihre Gesichtszüge 
dem Andenkea der Nachwelt erhalten bleiben wollten. 



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antwortete er am 16. Juni^): „Ew. Hüchw. treuiidliclic BeruCung zu 
der Stelle eines ordentlichen Lehrers der klassischen Studien an dem 
Breslauer Rabbiner- und Lehrer-Seminar nehme ich hierdurch an. 
Was mir von der Gründung des Instituts bekannt geworden, llösst 
mir Vertrauen ein, dass es bestehen und zu allgemeinem Wohl 
gedeihen werde; und es gewährt mir eine hoffnungsreiche Aussicht, 
meine Tätigkeit dem Wirken eines Mannes anschliessen zu können, 
der, wie Sie, jüdische Gesinnung mit wissenschaftlicher Bildung und 
der klassischen Gelehrsamkeit vereinigt, welche dem Leser Ihier 
Schriften entgegen tritt". 

Jacob Bernays war damals Privatdozent in Bonn. Der Ham- 
burger Rabbiner, der hochbegabte ,,Chacham" Isaak Bernays'^ war 
sein Vater. Als dessen ältester Sohn wurde er am 11. September 1824 
in Hamburg geboren''). Durch den Vater wurde er schon früh- 
zeitig in die jüdische Literatur eingeführt und vermehrte seine reichen 
und tiefen Kenntnisse auf diesem Gebiete, indem er mit der muster- 
haften Gewissenhaftigkeit, die ihn auch bei seiner Zeiteinteilung aus- 



1) a. a, 0., S. 194. Seine Bereitwilligkeit zur Übernahme des Amtes 
hatte er schon einige ^yochen vorher seinem Oheim in Hannover — dem 
Hofagenten Michael Behrens, wie ich annehme, — der sich auf Dr. Levys 
Veranlassung mit einer Anfrage an ihn wandte, erklärt. Die Antwort, die 
er gab, ist so charakteristisch für ihn, dass wenigstens einige Sätze daraus 
hier ihre Stelle finden mögen; „Du erinnerst Dich, lieber Onkel, wohl noch 
des Projects einer jüdischen Universität, das vor einer Eeihe von Jahren 
auftauchte und nur zu bald aufs kläglichste scheiterte .... Ganz zu An- 
fang, ehe die Sache hoffnungslos verfahren war, sagte mir h"Tt V'CK [mein 
seliger Vatei'] zu wiederholten Malen; er würde es mit seiner Pflicht als 
■'ni.T [.Jude] nicht vereinbar halten, einen, wenn auch äusserlich unvorteil- 
haften Euf an eine solche Anstalt selbst als Hamburger Dm [Rabbiner] ab- 
zulehnen. Alle Beweggründe, die ihn damals bestimmen konnten, haben im 
Lauf der Zeit und für den vorliegenden Fall verstärkte Ivraft erhalten. 
Nur durch würdige, umsichtige und vor allen Dingen durch vorsichtige 
Leitung dieses Unternehmens kann etwas Wirksames für die VerhäUnisse 
der deutschen Juden geschehen. Diese Verhältnisse sind im Jnnern so 
schwer zerrüttet, wie jedermann sieht, von Aussen aber, auch abgesehen 
von allen Emancipationsf ragen, in einer Weise gelährdet, von deren Be- 
drohlichkeit die meisten Juden keine Ahnung zu haben scheinen. In einem 
solchen Augenblick würde ich es, mir selber gegenüber, als ein Desertiren 
ansehen müssen, w^enn ich mich durch irgend welche llücksicht oder Aus- 
sicht abhalten Hesse, meine Bereitwilligkeit zu dem vorliegenden Antrag zu 
erklären." 

2) Vgl. Über ihn Graetz, Geschichte der Juden XI-, S. 387 ü'. 
Ed. Dukas, Iwoh (!) lemoschaw (Krakau, 1903), S. 110 ff. XXIX ff. 

3) Über seinen Lebensgang vgl. [Rippner, B.] in der MS. 1881, 
S. 337 ff. 385 ff. Usener in der A. D. B., Bd. 46, S. 393 If. 



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zeichnete, täglicli mehrere Stunden diesem Studium widmete. Mit 
dieser genauen Kenntnis der religiösen Urkunden und der älteren 
Literatur des jüdischen X'olkes verband er aber eine lebendig ver- 
gegenwärtigende und in die Tiefe dringende Anschauung des 
klassischen Altertums, eine damals nicht gewöhnliche Vertrautheit 
mit dem neuen Testament und den Vätern der christlichen Kirche, 
eine in das Einzelnste gehende Bekanntschaft mit den grossen 
Forschern des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts und ein 
ausgebreitetes Interesse für die grossen Gestalten der neueren Ge- 
schichte und Literatur wie Deutschlands, so Englands und Frankreichs. 
Die \'ereinigung dieser Elemente war es, die seinen Schriften Inhalt 
und Farbe und ihm selbst eine ausgeprägte Individualität gegeben 
hat. In seinem praktischen Leben hing er den religiösen Wjr- 
schriften des Judentums mit unbeugsamer Strenge an. Seine anders- 
gläubigen Verehrer und Bewunderer fanden hierin einen Widerspruch 
zu seiner philosophischen Bildung und Überzeugung ^). Für ihn selbst 
existierte ein solcher Widerspruch gewiss nicht. Er war eben, wie 
etwa Maimuni und Asarja de Rossi, ein idealer Vertreter dieses 
eigenartig organisierten Stammes, der echte Geistesfreiheit mit echtem 
Gehorsam gegen die göttlichen Ordnungen harmonisch zu vermählen 
berufen ist. 

Welchen wissenschaftlichen Gewinn man an ihm machte, beweist 
das Empfehlungsschreiben-), welches die Bonner philosophische 
Fakultät bei seiner Übersiedelung hierher an die hiesige richtete. 
Es lautet: 

„Je lebhafter wir bedauern, einen unserer allervorzüglichsten 
Privatdocenten zu verlieren, um so mehr wünschen wir, dass 
seiner seltenen Lehrgabe auf der Schwesteruniservität, zu der 
sich zu wenden, er durch äussere Verhältnisse bestimmt wird, 
ohne Aufenthalt ein ähnlicher Wirkungskreis sich eröffnen 
möge. Wir fühlen uns daher gedrungen, ihn bei der hoch- 
verehrlichen philosophischen Facultät der Breslau-Frankfurter 
Universität durch eine aus unsern Akten entlehnte Mittheilung 
einzuführen. 

Herr Jacob Bernays verliess Ostern 1843 das jedem 
Preussischen Gymnasium gleichstehende Johanneum in Hamburg, 
und obgleich durch das ihm erteilte sehr ehrenvolle Abgangs- 



') Useuer a. a. 0. Paul Heyse iu der ,,Deutsclica IJundsclmu'-. 
Oktober 1889. Marie von Bunsen iu der Lebensbeschreibung ihres Vaters 
(ieorg von Bansen (Berlin, 190O). S. 129 f. 

2) Personalakten des Dr. J. Bernays, fol. 15. 



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zeugnibs berechtigt, sogleich zur Universität überzugehen, zog 
er es \'or, zu seiner weiteren Ausbildung das ebendaselbst 
bestehende Gymnasium academicum noch ein Jahr lang zu 
besuchen. 

Mit einem nicht minder ehrenvollen Zeugniss verliess er 
diese höhere Lehranstalt seiner Vaterstadt Ostern 1844, studierte 
von da bis Ostern 1848 ununterbrochen in Bonn, ungebeugt 
durch die Bedrängnisse seiner ökonomischen Lage. Die Er- 
wartungen, welche diejenigen, denen er näher bekannt ward, 
nach seiner Ankunft, von seinem ausgezeichneten Talent und 
seinem ausdauernden Fleiss sehr bald zu hegen begannen, 
rechtfertigte er auf das vollkommendste zuerst durch seine 
Leistungen im philosophischen Seminar und dann im Jahre 1846 
durch seine Preisbewerbungsschrift über den Text des Lucretius 
und die Geschichte desselben. Auf Grund des vorzüglichen 
Werthes dieser Arbeit in Bezug auf Vollständigkeit der Forschung, 
Scharfsinn, kritische Methode und Wichtigkeit der Ergebnisse 
ward ihr unbedingt der Preis zuerkannt. 
Sie ward unter dem Titel: 

de Lucretii emendatione commentatio, im 
Rheinischen Museum im Jahre 1847 abgedruckt. Zur Erlangung 
der Doctorvvürde legte Herr J. Bernays seine Heraclitea 
particula I vor und bestand die Magister- wie Doctorprüfungen 
summa cum laude, — ein Prädikat, welches unsere F'acultät 
wie billig den ausgezeichnetsten Leistungen vorbehält. — Von 
der Dissertation, durch welche gleich wie die sich ihr an- 
schliessenden deutschen Aufsätze im Rheinischen Museum neue 
Quellen für genaue Kenntniss der heraclitischen Lehre eröffnet 
und mit ungemeinem Scharfsinn benutzt werden, heisst es in 
dem am 14. März 1848 ausgefertigten Doctordiplom. 

verum eruditionis ac praeclari ingenii docu- 
mentum edidit et quaestiones Heracliteas exquisitae 
doctrinae subtilissimique judicii laude conspicuas. 
pari facundiae acumine plublice defendit. 

Und in der That hat er bei dieser wie bei mancher 
andern Gelegenheit mit ebenso grosser dialektischer Gewandtheit 
und Schärfe wie gewähltem lateinischem Ausdruck disputirt. 
Im Oktober desselben Jahres 1848 habilitirte sich 
Dr. Bernays als Privatdocent unserer Facultät für das Fach 
der klassischen Philologie durch einen Vortrag ,,de scriptorum, 
qui fragmenta Heraclitea attulerunt, auctoritate", nachdem das 
Hohe Königliche Ministerium mit Rücksicht auf seine vergangnen 



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Studien am G ymnasi um acadcmicum in Hamburg von 
der Vorschrift des ij 54 der Facultalsstatuten, wonach, wer 
sich als Privatdocent habiltiren will, mindestens schon seit 
2 Jahren sein akademisches Trienium zurückgelegt haben 
muss, ihn dispensirl hatte. X'ortrag und Colloquium berechtigten 
zu der X'oraussetzung, er werde ebenso sehr imstande sein, 
die Wissenschaft durch Lehrvoj träge und Leitung von Uebungen 
fortzupllanzen wie er geeignet ist, sie durch Geist und Gelehr- 
samkeit zu erweitern, — eine Voraussetzung, die seine nun- 
mehr fast 5 jährige Wirksamkeit auf das Glänzendste bewährt 
hat. Er eröffnete seine V'orlesungen durch eine deutsche Kede 
zur Einleitung in die Geschichte der Philologie und hat seitdem 
die in der Anlage \erzeichneten Vorlesungen mit wachsendem 
Erfolg gehalten. 

Nach der Aussage der Vorgerückteren unter seinen 
Zuhörern ziehen seine Vorträge nicht sowohl durch Glanz der 
Rede als durch Schärfe und Umsicht in der Behandlung der 
Gegenstände und durch die zu eigner Forschung anregende 
und anleitende Methode unwiderstehlich an. Seine Wirksamkeit 
durch \'orlesungen wird noch ergänzt und erhöht durch den 
persönlichen Verkehr mit seinen Zuhörern, der um so fruchtbarer 
ist, je lieber er sich ihm hingiebt, und je mehr er durch den 
grossen Umfang seiner Studien und seine Leichtigkeit der 
Auffassung geeignet ist, in die besonderen Interessen derselben 
einzugehen. 

Dieser sein Umgang mit Sludirenden ist auch nicht 
nur geeignet, echte Wissenschaftlichkeit in ihnen zu wecken 
und zu nähren, sondern in gleichem Masse den Ernst der 
Gesinnung zu beleben, den er in seinem Leben wie in der 
Auffassung der Ereignisse gewährt. Obgleich selber streng- 
gläubiger Jude, hat er die christliche Glaubenslehre und ihre 
Geschichte zum Gegenstand gründlicher Studien gemacht und 
wird von echter christlicher Gesinnung nie anders als mit 
Ehrerbietung reden. So wie er in dieser Beziehung der 
Gegenfüssler des neuen glaubensleeren Judenthums ist, so tritt 
er nicht minder entschieden den politischen Umsturzbewegungen 
solcher Stammgenossen entgegen. 

Ueber Dr. Bernays Druckschriften enthalten wir uns der 
Aeusserung. Sie liegen dem philologisch gelehrten Publikum 
vor, und von demselben ist, wenn wir nicht irren, anerkannt 
worden, dass sie Bedeutendes in engem Raum zusammen- 
drängen, dem anscheinend tauben Gestein Goldkörner ab- 



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Zugewinnen wissen und noch Bedeutenderes für die Zukunlt 
verheissen. 

Wenn wir in dieser Weise von Dr. Bernays nach fast 
lOjiihriger Bekanntschaft mit ihm uns aussprechen, so bestimmt 
uns dazu ausser der Liebe zu ihm die Ueberzeugung, der 
Erwerb einer solcher Lehrliraft werde iür jede deutsclie 
Universität von grossem Wert sein und diese Ueberzeugung 
ermuthigte uns mit der inständigst ergebensten Bitte zu schliessen, 
es wolle die hochverehrliche philosophische Facultät, der 
Dr. Bernays als Privatdocent sich anzuschliessen wünscht, ihm 
in Berücksichtigung seiner fünfjährigen hiesigen Wirksamkeit 
die Wiederholung der Habilitationsleistungen geneigtest erlassen. 

Bonn, den 20. Juli 1853. 
Die unterzeichneten Mitglieder der philosophischen Facultät 
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Uni\ersität. 

(gczz.) Ch. A. Brandis. F. G. Welcker. J. Ritschl." 

Prodecan. 

Gleichzeitig mit diesen Verhandlungen waren die Kuratoren 
darauf bedacht, ein geeignetes Grundstück für das Seminar aus- 
lindig zu machen und zu erwerben. Sie verhandelten ferner in 
derselben Zeit wegen des Ankaufs einer ansehnlichen Bücher- 
sammlung, die vom Eigentümer seit einigen Jahren öffentlich aus- 
geboten wurde. Ebenso eifrig gingen sie zugleich an die Aus- 
arbeitung der Statuten. Auch hierzu legte Frankel einen Entwurf 
vor, der die Grundlage der Erwägungen bildete. Nach einem um- 
fangreichen Schriftwechsel über einzelne wichtige Punkte wurde 
schliesslich in einer mündlichen Besprechung in Dresden am ö. und 
7. Juni 1853 der Wortlaut endgültig festgestellt und das Ergebnis 
den Staatsbehörden bereits am 27. Juni zur Genehmigung ein- 
gereicht. Die Königliche Regierung halte an den Statuten in 
sachlicher Hinsicht nur Geringfügiges auszusetzen, verlangte aber 
ein Gutachten eines preussischen Oberrabbiners darüber, ob die 
religiösen Festsetzungen mit den Lehren des Judentums im Einklänge 
seien. Ein derartiges Gutachten erstattete der Konsistorial-Ober- 
rabbiner Dr. Bodenheim er in Krefeld, der vom Kuratorium als 
Sachverständiger vorgeschlagen und von der Regierung als solcher 
zugelassen wurde. Er erklärte^), „dass in den im Statut vor- 
gezeichneten Einrichtungen und Disciplinen die erforderlichen 
Bürgschaften für die Absicht des Stifters, wonach das Seminar eine 



1) Akten betr. die Statuten und Eegulative des Seminars, fol. 83. 



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Ptlanzstaltc lür Rabbiner und Religionslehrer sein soll, welche den 
Beruf haben, auf dem Boden des positiven und historischen Juden- 
Ihums fortzubauen, ganz vorzüglich enthalten sind". Nunmehr 
verfügte die Abteilung der Regierung für Kirchenverwaltung und 
Schulwesen, dass zur gesetzlichen Feststellung der Lehrfähigkeit 
des Direktors und der ordentlichen Lehrer die nötigen Nachweise 
vorzulegen seien. Die eingereichten Aktenstücke unterlagen der 
ressoitmässigen Prüfung der genannten Regierungs-Abteilung und 
des Provinzial-Schul-Kollegiums, und am 31. Januar 1854 erklärten 
die Behörden, dass das Lehrerkollegium der Anstalt, bestehend aus 
dem Direktor Dr. Frankel und den ordentlichen Lehrern DDr. 
Bernays und Graetz, ..nachdem deren Lehrfähigkeit in so be- 
friedigender Weise belegt worden, dass über dieselbe nicht der 
mindeste Zweifel obwalten kann", die Bestätigung erhalte, und 
zugleich, dass die Statuten nach einer geringen formalen Abänderung 
noch einmal einzureichen seien und dann die Genehmigung erhalten 
würden. Am 10. April 1854 lief dann die endgültige Bestätigung ein. 

Nur noch ein Hindernis stand nun der Eröffnung des Seminars 
im Wege. Die Regierung verlangte auf Grund des Gesetzes als 
unerlässliche \'orbedingung für die Übernahme des Direktorats die 
Erwerbung des Indigenats durch den Dr. Frankel. Nach dem 
damaligen deutschen Staatsrecht war nämlich der Königlich Sächsische 
Oberrabbiner bekanntlich ein Ausländer in Preussen. Ebensowenig 
konnte Frankeis dringender Wunsch, die Leitung zunächst nur 
provisorisch zu übernehmen, Berücksichtigung linden, weil das 
Gesetz ein solches Provisorium als unstatthaft bezeichnete. Unter 
dem Druck dieser Verhältnisse und in der Erkenntnis, dass das 
Kuratorium alles Nötige getan habe, um die Anstalt würdig aus- 
zustatten und alle möglichen Bürgschaften für ihr zukünftiges Ge- 
deihen herbeizuschaffen, entschloss sich Frankel in einem von seiner 
opferwilligen Hingebung für das grosse Unternehmen von neuem 
Zeugnis ablegenden Schreiben^) zur festen und rückhaltlosen 
Annahme des Direktorats auf Lebenszeit. Da er vordem 1. August 
aus seinem bisherigen Amte nicht ausscheiden konnte, musste als 
Eröffnungstermin für die Anstalt der Monat August in Aussicht 
genommen worden. 

Schon im März aber erschien in den öffentlichen Blättern eine 
Bekanntmachung des Kuratoriums und des designierten Direktors, 
in welcher Jünglinge, die für den Beruf eines Rabbiners sich aus- 



') d. (1. 19. Februar 18')4 bei Jeu Personalakten des Dir. Dr. Frankel, 
iol. 30. 



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bilden wollen und den zum EintriU in das Seminar unumgänglichen 
Erfordernissen: ,Kenntniss der heiligen Schrill, tahnudisches Wissen 
und mindestens die Reife für die Sekunda eines (lymnasiums", zu 
genügen vermögen, aufgefordert wuixien, sich zur Aufnahme-Prüfung 
in Breslau am 6. und 7. Juni 1854 im Gebäude des jüdisch- 
theologischen Seminars, Wallstrasse 1 b, einzufinden oder vor- 
läufige Anmeldungen an den Oberrabbiner Dr. Frankel in Dresden 
zu richten^). Die Zahl der Anmeldungen überstieg bei weitem die Er- 
wartung. Da aber an dem Minimum der zum Eintritt erforderlichen 
allgemeinen \'orbildung mit möglichster Strenge festgehalten wurde, 
mussten zahlreiche Zurückweisungen erfolgen. Nur achtzehn der 
Angemeldeten entsprachen den Anforderungen. Siebzehn davon 
waren Deutsche und einer ein Oesterreicher. Es besassen 4 die 
Reife für Sekunda, 7 die Reife für Prima und 7 die Berechtigung 
zum Besuch der Universität. 

Am Sonntag, dem 6. August 1854, traf Frankel in Breslau 
ein. Auf den darauf folgenden Donnerstag wurde die Eröffnung 
des Seminars festgesetzt. 



1) MS III (1854), S. 126 f. 



Die l:röffnune cles Seminars. 



Am 16. Ab 5Ö14, 10. August 1854, erfolgte die ErötYiuing des 
jüdisch-theologischen Seminars^). l*:s fand bei diesem Anlass nur 
eine einfache, würdige häusliche Feier, entsprechend dem bescheidenen 
Sinne des Stifters, statt. In dem im zweiten Stock des Seminar- 
gebäudes befindlichen, mit den Bildnissen Sr. Majestät des Königs, 
des seligen Stifters, Kommerzienrat Jonas Fränckel, und seines Bruders 
David Fränckel gezierten Saale versammelten sich gegen zehn Uhr 
die Seminaristen. Etwas später traten die Lehrer ein. Hierauf 
wurde der Direktor von den Kuratoren eingeführt, und Herr Kurator 
Lev\' hielt im Namen derselben eine Ansprache-), die im Auszuge 
wie folgt lautete: 

„Hochwürdiger Herr Oberrabbiner! 

Das Werk, welches mit Gottes Hülfe so weit gediehen ist, ist 
unter Ihrem Beistände eine reife Frucht geworden. Miichtig bewegt 
fülilen wir uns in diesem feierlichen Augenblicke, in dem wir das 
„jüdisch-theologische Seminar" hiermit eröffnen und Ihrer Leitung 
übergeben. Mächtig kommt über uns ein Hochgefühl der reinsten 
Freude, und mächtig durchbebt uns die Empfindung ernster 
Demuth! 

In der Freudigkeit unseres Herzens begrüssen wir Sie, hoch- 
geehrter Herr Direktor, die Spitze dieser zukunftreichen Anstalt: 
begrüssen an Ihrer Seite würdige Männer der Wissenschaft, deren 
Name und deren begeisterter Eifer für das grosse Unternehmen alle 
Bürgschaft gewährt, dass sie Ihnen kräftig, pflichttreu und erfolgreich 
beistehen werden, die hohe Aufgabe zu erfüllen, deren Lösung die 
Anstalt sich vorgesetzt hat: begrüssen um Sie, den hochwürdigen 
Meister, eine Zahl junger, kräftiger, an (".eist und Herz gesunder. 



') Protokoll übor die Eröffnung des Sominavs in dt-n .\k(«'n lu-1r. die 
Stiftungsfeieilichkeiten des Seminars, fol. 5. 

2) Vgl. MonatssrhriH- 111 {\H^i), S. 1^04 ff. 



- 62 — 

hoffnungsvoller Schüler, ungleich zwar an Jahren, ungleich wohl 
auch im Wissen und Können, gleich aber durchdrungen und gehoben 
von der Liebe zum Glauben und zur Wissenschaft, deren Dienste 
allein, sie sich ganz widmen wollen ; gleich und Alle eins in dem 
Willen, Ihrer liebevollen Leitung und ernsten Fühiung zu folgen 
zu dem Lebensborne der Religion und der Weisheit! 

In Demuth aber blicken wir zu Gott, der es so gefügt hat, 
dass es uns gegeben ward, die so lange und so viel ersehnte Anstalt 
zur p]hre und zum Ruhme unseres Glaubens, zum Heil unserer 
Glaubensbiüder ins Leben zu rufen. 

Somit übergeben wir im Namen des verklärten Stifters, Ihnen, 
Herr Direktor, diese Räume, auf dass der Geist des Ewigen mit 
Ihnen hineinziehe und darin wohne! 

Wir übergeben Ihnen das Siegel des Seminars, auf dass Sie 
der Anstalt das Gepräge geben, das Gepräge der hohen Würde, 
Frömmigkeit und Weisheit, welches Sie selbst auszeichnet. 

Wir übergeben Ihnen diesen Lehrstuhl, auf dass Sie von ihm 
aus die ewigen Wahrheiten des Glaubens verkündigen, das Ver- 
ständniss seiner Lehre und ihren tiefen Sinn entwickeln und durch 
Ihre Schüler, durch Ihrer würdige Schüler, weiter verbreiten lassen." 

Der Direktor bestieg hierauf das Katheder und sprach den 
Segensspruch irnnr. Daran anknüpfend, fuhr er dann etwa fort: 
„Ein wahrhaftes Erlebniss — weil der Mensch seine Erfahrungen 
und Wahrnehmungen nach der Zeit rechnet, in ihr entsteht und von 
der in ihr auf die Minute sich drängenden Minute verdrängt wird ; 
darum freut er sich manches Erlebnisses, das zwar kommen muss, 
aber er zweifelt, ob es sein Erlebniss sein, ob er es erblicken werde. 
Dieses Erlebniss, wer konnte sagen, dass es kommen werde? Wurde 
nicht schon von Vielen das Seminar schmerzvoll zu den „frommen 
Wünschen" gerechnet? Da erblickt unser Auge das Erlebniss: der 
Herr hat das nicht Erwartete und nicht Gehoffte ausgeführt! 

Dieses Erlebniss ist aber auch ein historisches, wie nur die 
Geschichte Israels deren so manche aufzuweisen hat. Israels Be- 
stimmung ist nicht, als seinen Gipfel stolz erhebender, sich gewaltsam 
ausbreitender Baum zu prangen: es rechnete nie Macht und An- 
sehen zu seinem eigentlichen Erbtheil. Und dennoch ist es un- 
vergänglich. Denn es hat seine Wurzel im Göttlichen, und so oft 
eine Macht es zu vernichten drohte, so oft erhob es sich und er- 
stand verjüngt und neu belebt. Das manifestirte sich namentlich 
auf dem Gebiete, das Israels eigentliches Leben ausmacht: auf dem 



— 63 — 

der Glaubenswissenschaft. Wenn je unheilschwan^ere Kinsterniss 
sich auf den Glauben lagerte, brach durch göttliche Fügung Licht 
hervor, und7Nebel und Schatten schwanden. Da wurde jedes Mal 
zur Devise: erkennte den Gott Deines Vaters (1. Chr. 28, 9), erkenne 
ihn, ringe nach ICinsidit und Erkenntniss, aber voran gehe der Ge- 
danke an „den Gott Deines Vaters". Der Glaube, der Deinen 
Vätern so theuer gewesen ist, er sei die Leuchte, und an seiner 
Hand „erkenne", auf dass Dein Geist mit noch klarerem Licht, 
Dein Gemüth mit noch innigerer Liebe erfüllt werde. 

Dieses Ergebniss ist daher auch ein allgemeines. Es gehört 
nicht einem kleinen Kreise, nicht einer Stadt, einer Provinz, einem 
Lande an. Es ist E:igenthum des Allgemeinen, soll Besitzthum des 
ganzen Judenthums werden, dessen Geist hier gepflegt, und dessen 
Geist hier gelehrt werde. Darum wollen wir in Demuth des 
Herzens der Hoffnung Raum geben, dass es von hier heisse: „ich 
habe dieses Haus geheiligt, das Du erbauet, um meinen Namen 
dort auf ewig ruhen zu lassen" (I. König 3). Das Haus ist in 
seinen Räumen würdig zur Aufnahme der Wissenschaft hergestellt. 
Den Stifter hat die grosse Idee erfasst, und die Vollstrecker seines 
Willens haben sie mit aufopfernder Anstrengung in grossartiger Weise 
ausgeführt. Möge der Name des Ewigen hier für immer ruhen! 
In diesem Sinne möge hier im Geiste des Ewigen gelehrt werden, 
den die Zöglinge dann als wahrhafte Söhne und Stützen des Juden- 
thums verbreiten und fernen Geschlechtern übergeben sollen!" Nach 
einigen an die Zöglinge gerichteten Worten, in denen sie auf ihren 
Beruf und auf die Art und Weise, wie sie ihm mit Geist und 
Gemüt nachkommen mögen, aufmerksam gemacht wurden, schloss 
der Redner mit einem Gebete für das Bestehen des Hauses, mit dem 
Segen für den König und das Vaterland und für die Teslaments- 
vollführer und die nunmehrigen geistigen Vollstrecker des grossen 
Vorhabens. 

Damit war die bescheidene Feier innerhalb der Anstalt be- 
endigt. Die (")ffentlichkeit aber erhielt Kenntnis von der Talsache 
durch das „Programm zur Eröffnung des jüdisch-theologischen 
Seminars, Fränckelsche Stiftung zu Breslau", welche einen vom 
k'urator Dr. Lew verfassten Aufsatz zur Geschichte des Seminars 
enthält und mit einer wissenschaftlichen Abhandlung des Direktors 
„über palästinische und alexandrinische Schriftforschung" geschmückt 
ist. In dieser Schrift gab Frankel eine historische und philosophische 
Charakteristik der bewegenden gejstigen Kräfte, welche die ver- 
schieden gearteten Bildungskreise im heiligen Lande und in 
Alexandrien beherrschten und belebten. Kr kam dabei zu dem Er- 



— 64 — 

gebnisse^), dass die von der hellenistischen Spekulation beeinflusste 
alexandrinische Scliriftforschung die geschichtlichen Grundlagen des 
Judentums untergraben, die Patriarchen und Gottesmänner der 
heiligen Schrift in wesenlose Schatten verwandelt, die allmähliche 
Zersetzung der religiösen und nationalen Ideale herbeigeführt und 
schliesslich bewirkt habe, dass die Anhänger dieser I-^ichtung immei- 
mehr zusammengeschmolzen und nahezu gänzlich aus der Glaubens- 
gemeinschaft verschwunden seien. Im Gegensatz dazu habe die 
palästinensische Schriftgelehrsamkeit an dem realen Boden des 
Gesetzes festgehalten, die heiligen Männer der Vorzeit als Muster 
und Vorbilder der Sittlichkeit in den Herzen der Gläubigen befestigt 
und ihnen dadurch eine unversiegbare Ouelle des Trostes, des 
Mutes und der Ausdauer in den Leiden eröffnet, während zugleich 
das ernste und fleissige Studium des Gesetzes die Regsamkeit und 
Beweglichkeit des Geistes geweckt, genährt und gefördert habe. 
„Solche unermüdliche Geistesarbeit hat das Judentum erhalten, an 
ihr bildeten sich die Geschlechter und ist der Zukunft die Bahn 
vorgezeichnet. Denn seinem ganzen Wesen und Inhalt nach kann 
das Judentum der Forschung nicht abhold sein. Es fordert viel- 
mehr zum Forschen und Denken auf. Es will nicht Geisterfinsternis 
und braucht die Wissenschaft nicht zu scheuen. Voran aber gehe 
der Glaube; er sei das Panier, er der Führer, der uns stets im 
Lichte Gottes wandeln lässt." 

So zeigt bereits diese erste wissenschaftliche Abhandlung, die 
den Namen des Seminars an der Spitze trägt, deutlich auf die 
Geistesrichtung hin, deren Pflege die Wirksamkeit der neuen Lehr- 
anstalt gewidmet sein sollte. 



ij Vgl. S. 42 der im Text genannten Schritt. 



Die Geschichte des Seminars. 

I. Die Organisation des Seminars. 

1. Die Satzungen des Seminars. 

Das Seminar steht unter der Oberaufsicht des Staates und wird 
vom Kuratorium der Friinckelschen Stiftungen selbständig verwaltet. 
Durch Kabinetsordre vom 31. August 1847 besitzt es die Rechte 
einer juristischen Person (§ 1). Es ist dazu bestimmt, Jünglinge jüdischer 
Religion für den Beruf eines Rabbiners, oder für den Beruf eines 
Religionslehrers für die Jugend wissenschaftlich und praktisch vor- 
zubereiten (§ 2) und besteht demgemäss aus einer Rabbiner- und 
einer Lehrer-Abteilung (§ 3). Die Rabbiner-Abteilung wurde am 
10, August 1854, die Lehrer-Abteilung am 30. Oktober 1856 eröffnet. 

Die Zöglinge, die sich zum Eintritt in die Rabbiner-Abteilung 
melden, haben als Mindestmass der theologischen Vorbildung: 
Kenntnis des Pentateuchs und eines Teiles der Propheten oder Psalmen 
in der Ursprache und \'erständnis der Mischna und leichler 
Talmudstellen nebst den Kommentatoren nachzuweisen. 

Als Mindestmass der profanen Vorbildung war ursprünglich 
die Reife für die Gymnasial-Sekunda festgesetzt (§ 6). Innerhalb des 
Lehrplans der Anstalt war dann Fürsorge getroffen, dass die mit einer 
solchen Vorbildung eintretenden Zöglinge durch einen eigens für sie ein- 
gerichteten Unterricht in den Lehrgegenständen des Gymnasiums die 
Reife für die Universitätsstudien, die eine wesentliche Ergänzung für 
die theologische Ausbildung der Seminaristen bilden, in durchschnittlich 
vier Jahren erlangten. Dabei wurde der grosse Vorteil erzielt, dass 
gleichzeitig mit diesem wissenschaftlichen Unterricht sich ununter- 
brochen und systematisch derjenige verbinden Hess, der den theo- 
logischen Disziplinen gewidmet war. Die Einrichtung hat sich Jahr- 
zehnte lang als zweckmässig und durchführbar bewährt. Aber die 
Wandlung, die allmählich in der Erziehung und im Unterricht im 
(iffentlichen und im jüdischen Leben vor sich ging, machte hier im 
Laufe der Zeit eine Änderung zum unabweisbaren Bedürfnis. In 



— 66 — 

den kleinen Gemeinden schwand immer mehr die Möglichkeit zur 
Aneignung einer gediegenen oder auch nur geeigneten theologischen 
X'orbildung. Dafür wuchs allgemein die (Gelegenheit zum lu'werb 
einer abgeschlossenen Vorbereitung für den Besuch der Universität. 
Die Anzahl der Zöglinge, die des (lymnasialunterrichts im Seminar 
noch bedurften, wurde dadurch nach und nach so gering'), dass es 
zunächst notwendig wurde, statt der getrennten Kurse für Sekunda 
und Prima, nur noch eine einzige Gymnasialklasse zu bilden, im 
Zusammenhang damit verminderte sich die Zahl der Abiturienten 
sehr erheblich. Denn die Prüfung und Entlassung für die mit der 
Keife für Sekunda eingetretenen Schüler war nur noch frühestens 
nach einem vierjährigen Kursus möglich. Zugleich mussten in der 
Zwischenzeit, um die Ordnung und den Erfolg des Unterrichts nicht 
zu stören, die iMeldungen derjenigen Schüler, die der am Seminar 
gerade erreichten Unterrichtsstufe nicht entsprachen, unberücksichtigt 
bleiben, wodurch besonders eine Verringerung der in dieser Klasse 
heranzubildenden Seminaristen eintrat. Dazu kam, dass ohnehin die 
Lehrgegenstände des G^^mnasiums in geringerer Stundenzahl gelehrt 
werden mussten und manche (z. B. Französisch) überhaupt nicht 
gelehrt werden konnten, weil die hebräischen und talmudischen Fächer 
die ihnen gebührende Unterrichtszeit vollauf in Anspruch nahmen. 
So gestaltete sich die anfänglich sehr zweckmässige Einführung des 
G3'mnasial-Unterrichts mehr und mehr zu einer misslichen, mangel- 
haften und der Zahl der Abiturienten nach nicht mehr lohnenden 
Einrichtung, und das Lehrer-Kollegium entschloss sich in Über- 
einstimmung mit dem Kuratorium, entsprechend den veränderten 
Verhältnissen der Gegenwart, vom Sommer-Semester 1887 ab, sich 
auf die Aufnahme von Gymnasial-Abiturienten zu beschränken und 
die ganze Kraft und Auhnerksamkeit der theologischen Ausbildung 
der Zöglinge zuzuwenden-). Seitdem ist die Beibringung eines 
Maturitätszeugnisses von einem deutschen, österreichischen oder un- 
garischen Gymnasiums eine unerlässliche Vorbedingung für den 
Eintritt in das Seminar. Von Ausländern wird ausserdem nach wie 
vor eine tadellose Fertigkeit im mündlichen und schriftlichen Ge- 



^) Hier zur Illustration einige Zahlen. Es befanden sich im Seminar 
1854: 7 Maturi und 13 Gymnasiasten, 1855: 8 -f- 22, 1856: 10 + 19, 
1857: 12 + 21, 1858: 1.3 + 27, 1859: iß + 24, 1860: 22 + 19. 1861: 
27 -{- 21, 1862: 26 -f 22, 1863: 23 + 23. Dann aber 1868: 44 + 9. 1861): 
44 + 10, 1870:43 + 9, 1871:35 + 9, 1872:28 + 7,1873:24 + 6,1874: 
24 + 7 u. s. w. 

-) Bericht des Lehrer-Kollegiums an das Kiaratorium vom 14..Tuli 1886 
bei den Akten betr. die Hilfslehrer des Seminai'S. 



- 67 — 

brauch der deutschen Sprache erfordert, und die Aufnahme derjeni^^en, 
die dieser wesentlichen Bedingung nicht entsprechen, ist unzulässig M. 
Bei mangelhaften Vorkenntnissen in den theologischen l'^ächern 
kann jedoch die Zulassung zum Hospitieren für eine begrenzte Zeit- 
dauer erfolgen. 

Als Lehrgegenstände der Rabbiner -Abteilung zilhlt das Statut 
(ii 4) auf: Bibel in der Ursprache, biblische Exegese, hebräische 
und aramäische Sprache, Talmudstudien, Glaubens- und Pflichten- 
lehre, jüdische Literaturgeschichte, verbunden mit Geschichte der 
Juden, Pädagogik und Katechelik, Religionsphilosophie und Ethik 
nach jüdischen (Juellen, Homiletik und Geist des mosaisch-tal- 
mudischen Kriminal- und Zivilrechts mit besonderer Hervorhebung 
des mosaisch -talmudischen Eherechts. Damit war im allgemeinen 
sogleich die richtige Auswahl gegeben. Nur legten die im Laufe 
der Jahre gemachten Erfahrungen hie und da eine grössere Spe- 
zialisierung und eine veränderte Gruppierung der Lehrgegenstände 
nahe. Zugleich erwies es sich als nützlich den gleichzeitig die Uni- 
versität besuchenden Hörern wenigstens in allgemeinen Grundzügen 
eine Anleitung für den Betrieb ihrer Studien am Seminar in die Hand 
zu geben. Zu diesem Zweck wurde 1873 eine Studienordnung 
entworfen. Neue Wahrnehmungen haben dann eine teilweise l^m- 
arbeitung in den Jahren 1877 und 1885 als ratsam erscheinen lassen. 

Es wird darum, um eine Überbürdung und Zersplitterung 
möglichst zu vermeiden, die Zahl der am Seminar regelmässig zu 
hörenden Vorlesungen auf durchschnittlich 16 Stunden wöchentlich, 
und in den Semestern, in welche erfahrungsmässig der Abschluss 

1) Dio Vorschrift war dazu bestimmt und erwies sich als erfolgreich 
dazu geeignet, den im deutsclien Reich hoimisclien Studierenden die Ueher- 
zald zu sichern. In fünfzig .fahren waren von 452 Aufgenommenen 271 
aus Deutschland, 90 aus Oeaterreich, 46 aus Ungarn, 21 aus Russland und 
24 au3 anderen Ländern. Zum Vergleich folgende Zahlen: An der Hoch- 
schule (Lchranstiili) für die Wissenschaft des .Judentums in Berlin waren 
in fünfundzwanzig .Tahren von KiS Aufgenommenen 56 aus Deutschland, 
fi8 aus Oesterreich-Ungarn, 27 aus Russ'and und 17 uns anderen Ländern 
(l'.ückblick auf die ersten 25 .Tahre der Wirksamkeit dieser Anstalt. 8. 1<>). 
Am Rabbiner-Seminar in Berlin studierten 1S73/74: 13 Deutsche. 
C. aus Oesterreich-Ungarn und 1 Rosse, 1875: 13 -]- 6 -f 3, 187G: 11 -f 8 + b, 
1H77: 10 + 8-f 5, 1878: 8 + 10 -f 4, 1879: 10 + 10 -f 4, 1880: 9 -f 7 + 7, 
1S81: 11 -f 9 -f 6, 1882/83: 12 + 8 -f 4, 1884: 13 + 8 -f 4, 1885: 
16-}-9-|-2 u s.w. (Bericht über die ersten 2.} .Tahre des Bestehens dieser 
Anstalt. S. 3.ö). Von 1876 bis 1881 überwogen demnach bei weitem dio Aus- 
länder. Krst von etwa 1884 an erhielt das deutsche Element allmülillch das 
Uebergewicht, das es an unserer Anstalt fast immer besessen hat. 

5* 



— 68 — 



8. Kalenderkiinde 



2 

— 2 
1 



estgesetzt. D,e nachfolgende Übersicht zählt die Lehrfache,- auf 

u deren Annahme alle Seminaristen verpflichte, sind und «ih; 

^.e Zahl der wöchentlichen Sttmden und aufeinanderfolgenden 

fieiren:'' '''"' "" ^"'" '^'"'^* ''^='""'"' ^"''- ^^ --'- 

1. Bibel- Exegese: 

a) Auslegung des Petateuchs . . ] Stunde ^yöcUenU. in 4 Semestern 

b) Auslegung der letzten Pro- ^niesiein 

pheten und Hagiographen . 2 

c) Einleitung in die hl. Schrift 1 

d) Biblische Archäologie .... 1 

e) Exegetische und historische 

Übungen I 

f) Exegetische Literatur .... 1 

g) Geschichte der exegetischen 

Literatur . i_o 

2. Hebr. Grammatik ... 1 

3. Talmudstudium: 

a) Auslegung des Talmud sta- 

tarisch 5 

b) Desgl. cursorisch 2 

c) Decisoren 4 

d) Allgemeine talmudische Dis- 

ziplinen (d. h. Einleitung in 
die Mischna und Boraita, 
Einleitung in die beiden 
Talmude, Geschichte der 
halachischen Literatur, tal- 
mudisches Recht) 1 

4. Jüdische Geschichte . 2 

5. Religionsphilosophie 

und Hellenistika ... 3 

6. Homiletik: 

a) Theorie ] 

b) iMidrasch I 

c) Homiletische Übungen .... 1 

7. Pädagogik: 

a) Erziehungslehre . . . . , 1 

b) Unterrichtslehre 1 



o 
1 
l 

1 
6 

3 
4 



in allen 

in 8 

« 4 



" n 



4 



» » 



— 69 — 

Ein hinzugefügter Studienplan gibt dann Ratschläge über die 
Vorlesungen, die in jedem Semester zu belegen sind. Selbst- 
verstiindlich können ausser den oben aufgezählten noch andere 
X'orlesungen am Seminar gehalten werden. Deren Annahme ist 
K.\Gn Seminaristen freigestellt. Zum Ausweis über die Erfüllung 
seiner Verbindlichkeit während der Dauer aller vorschriftsmässig für 
jedes Lehrfach festgesetzten Semester erhält jeder Seminarist bei 
seinem Eintritt ein Anmeldungsbuch zur Eintragung der Vor- 
lesungen und Übungen, an denen er Teil zu nehmen hat. Vor- 
lesungen, die nicht ordnungsmässig an- und abgemeldet sind, werden 
dem hihaber des Anmeldungsbuches nicht angerechnet. Den be- 
teiligten Lehrern steht es zu, die Zahl der Semester für einzelne 
besonders gut vorbereitete und tüchtig fortgeschrittene Zuhörer zu 
ermässigen oder dieselben \on einzelnen Lehrgegenständen ganz 
zu entbinden. Die Dauer des Studiums ist auf sechs Jahre') 
berechnet und kann im Falle besonders guter Vorbereitung und 
ungewöhnlicher Fortschritte und Leistungen verkürzt und wiederum 
bei dürftigen Vorkenntnissen und mangelhaften Fortschritten \er- 
iängert werden. Jeder Seminarist, der in der oberen Abteilung 
während zwölf Semestern die vorgeschriebenen talmudischen Vor- 
lesungen ordnungsmässig gehört hat, erlangt den Anspruch, zu den 
Entlassungsprüfungen zugelassen zu werden. 

In dem seit 1885 verflossenen Zeitraum, und zwar besonders 
im letzten Jahrzehnt, hat sich dann die auch anderweitig beobachtete-) 
Tatsache bemerkbar gemacht, dass in stets wachsender Anzahl 
( iymnasial-Abiturienten, die das Mindestmass der theologischen Vor- 
bildung bei weitem nicht besitzen, Aufnahme begehren. Auch ist 
in absehbarer Frist eine wesentliche Besserung nach dieser Richtung 



') Einschliesslich der Abgangspiiifuuyen, die etwa zwei Seme.ster iu 
Anspruch nehmen, erstreclit sich demnach die gesamte Dauer der Iiumatri- 
kulation am Seminar auf 14 — 15 Semester. Da.ss innorlialh dieses Zeit- 
masses auch jetzt nocli im Durchschnitt das Lehrziel erreicht wird, lieweisen 
i'olgende Zahlen. In den beiden Jahrzehnten von 1879 bis iHfW haben 
53 Seminaristen die Abgangsprüfungen bestanden. Davon haben 25 (= 47,17 %) 
in kürzerer als der normalen Frist (nämlich 1 nach 6 Semestern, 
7 nach 9, 6 nach 11 und 11 nach 13 Semestern.) die Iteife erlangt, und 
15 (= 28.33 %) sind in der normalen Frist (S nach 14 Semestern und 7 
nacli l.ö Semestern) entlas.seii worden. Es haben also im ganzen 40 {=^ 7.'), 50 %) 
in der Zeit, die die Studienorduung in Aussiciit nimmt, das Ziel ihrer 
Studien erreicht. Nur bei 13 Studierenden (—. 24,50 %) war eine zum Teil 
beträchtliche Überschreitung der normalen Frist erforderlich. 

-) Vgl. IX. Jahresbericlit der isr.-theologlschen Lehranstalt iu Wien 
(.1902). S. 25 il". 



- 70 — 

hin nicht zu erwarten. Dadurch ist eine Reihe von Organisations- 
fragen nahegelegt, deren Lösung nicht geringe Schwierigkeiten 
verursacht. Es handelt sich dabei, da das Lehrziel der Anstalt 
unmöglich herabgesetzt werden kann, zunächst darum, ob die 
L'nterweisung der Hospitanten in einen organischen Zusammenhang 
mit dem Unterricht der Seminaristen zu bringen ist, ob es notwendig 
und ratsam ist, eine neue Abteilung einzurichten, in der die biblischen, 
talmudischen und theologischen Unterrichtsfacher in rein elementarer 
Weise gelehrt werden, und welche normale Zeitdauer für das Studium 
der Hospitanten in Aussicht zu nehmen ist. Alle diese Fragen 
werden gegenwärtig \'om Lehrer-Kollegium in Gemeinschaft mit 
dem Kuratorium reiflich erwogen, und die Beratungen sind dem 
Abschlüsse nahe. 

Den gesamten Unterricht erhalten die Seminaristen unentgelt- 
lich (§ 10), Die Studien werden durch eine Prüfung abbeschlossen, 
über die im Statut (§ 12) nähere Bestimmungen vorbehalten wurden. 
Diese Bestimmungen wurden auf Grund der langjährigen Erfahrungen 
im Reglement vom 13. April 1877 festgelegt. Danach sind die Prüfungs- 
kandidaten von Ostern des Prüfungsjahres ab vom Besuch der Vor- 
lesungen befreit. Sie haben zu den Akten ihr Anmeldungsbuch und 
eine kurze Übersicht ihres Lebenslaufes mit besonderer Hervorhebung 
der ihre theologische und anderweitige wissenschaftliche Ausbildung 
betreffenden Momente und unter vollständiger Angabe der am Seminar 
ordnungsmässig gehörten \^orlesungen einzureichen. Die Prüfung 
zerfällt in eine theologisch -wissenschaftliche und eine talmudisch- 
rituelle. Die erste wird im Juni oder Juli, die zweite im Dezember oder 
Januar abgehalten. Doch können unter besonderen Umständen für 
einzelne Kandidaten andere Termine festgesetzt werden. Die 
theologisch-wissenschaftliche Prüfung zerfällt in eine schriftliche 
und eine mündliche. Das Thema der schriftlichen Arbeit wird ab- 
wechselnd von den prüfenden Lehrern aus den durch sie vertretenen 
Disziplinen bestimmt. Die Arbeit ist in zwei Monaten abzuliefern. Die 
mündliche Prüfung erstreckt sich über Bibel-Exegese, exegetische 
Literatur, Geschichte der Juden, jüdische Religionsphilosophie, mosaisch- 
talm.udisches Eherecht nebst Kriminal- und Zivilrecht und jüdische 
Chronologie und Kalenderkunde. Zugleich wird für die mündliche 
Prüfung mit möglichster Rücksicht auf den individuellen Studien- 
gang des Kandidaten ein Abschnitt, ein Zeitraum oder ein Buch fest- 
gestellt, worauf die ins Einzelne gehende Prüfung sich richten soll. 
Neben dieser Spezialkenntnis wird selbstverständlich eine all- 
gemeine Kenntnis des AUerwichtigsten in den genannten Disziplinen 
verlangt, z. B. im Gebiete der exegetischen Literatur: L allgemeine 



— 71 - 

Kenntnis der hervoiragendstcn Erscheinungen in der Geschichte der 
exegetischen Literatur, 1*. eingehende Kenntnis einer Periode derselben, 
:\. Versionen und Kommentare zu einigen Abschnitten des Pentateuchs. 
Die Zulassung zur talmudisch-rituellen Prüfung ist vom Bestehen 
der theologisch-wissenschaftlichen abhängig. Sie erstreckt sich über 
den Talmud und dessen bekannteste Kommentare sowie über die 
Kitualcodices und die dazu gehörigen Erläuterungen. Auch die 
talmudisch-rituelle Prüfung besteht aus einer schriftlichen und münd- 
lichen. Zum I5ehuf der schriftlichen Prüfung wird dem Kandidaten 
von dem prüfenden Direktor, bezw. Seminar- Rabbiner, eine Anzahl 
ritueller Fragen zur Bearbeitung aufgegeben. Die schriftlichen Gut- 
achten über diese Fragen ist der Kandidat verptlichtet in vier Monaten 
abzuliefern. Die mündliche Prüfung bezieht sich auf einzelne Ab- 
schnitte der Traktate Sabbath, Pessachim, Jebamot, Ketubbot und 
Chullin nach vorher bestimmter Auswahl des Examinators und auch 
auf eine Reihe von [-'ragen aus den Ritualcodices Urach Chajjim 
c. 440—467, Jore dea c, 1 — 111 und Eben ha-Eser c. 119—176. 
Ferner ist der Kandidat verpflichtet, einen öffentlichen talmudischen 
Vortrag in der Seminar- Synagoge zu halten. Das Ergebnis der 
theologisch-wissenschaftlichen Prüfung wird durch Beschluss des 
Lehrer-Kollegiums festgesetzt. Über das Ergebnis der talmudisch- 
rituellen Prüfung und die davon abhängige Erteilung der Autorisation 
zur Ausübung der Rabbinatsfunküonen (Hattarah) entscheidet der 
Examinator nach Anhörung des Lehrer-Kollegiums. Das Ergebnis der 
Prüfungen wird in ein Protokoll eingetragen und dem Kandidaten mit- 
geteilt. Besonders ausgezeichneten und bewährten Kandidaten kann unter 
aussergewöhnlichen Verhältnissen durcli einstimmigen Beschluss des 
Lehrer-Kollegiums die Prüfung ganz oder teilweise erlassen werden. 
Zum Eintritt in die Lehr er- Abteilung wurde nach dem Statut 
(i? 7) Kenntnis des Pentateuchs in der Ursprache, \'ersländnis leichter 
Mischnastellen und ein Zeugnis über den zurückgelegten Elementar- 
schulbesuch erfordert. Die Zöglinge mussten das fünfzehnte Lebens- 
jahr überschritten haben. In dieser Abteilung wurde gelehrt: Bibel 
in der Ursprache, biblische Exegese, hebräische Sprache, Geographie 
von Palästina, xMischna, hebräisch- ethische Werke, Glaubens- und 
Pflichtenlehre, Methodik, Pädagogik und Katechetik, jüdische Literatur- 
geschichte und Geschichte der Juden. Daneben wurde auch 
im Deutschen, im Rechnen und in Realien und Fertigkeiten (Gesang 
und Turnen) unterrichtet. Der Kursus dauerte drei Jahre. Nach 
dem Ablauf dieser Frist hatten sich die Zöglinge einer Prüfung zu 
unterziehen, auf Grund deren ihnen die Amtsbefähigung als Religions- 
lehrer für die Jugend zuerkannt wurde. 



— 72 — 

Das etatsmässige Lehrerpersonal besteht nach den Statuten 
(§ 13 Ü'.) aus einem Direktor und zwei ordentlichen Lehrern. Zum 
Direktor kann nur ein durch tiefe Kenntnis der jüdischen Theologie 
und aligemeine wissenschaftliche Bildung als Gelehrter und Rabbiner 
anerkannter und durch seine Religiosität das allgemeine Vertrauen 
geniessender Mann ernannt werden. Die Anstellung erfolgt durch 
das Kuratorium auf Grund des Gutachtens der ordentlichen Lehrer 
und der konsultativen Voten dreier Rabbiner der angesehensten 
Jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches. Auch die übrigen 
Lehrer werden vom Lehrer-Kollegium vorgeschlagen und vom 
Kuratorium angestellt. Die Anstellung ist in jedem Falle eine 
lebenslängliche. Im Falle der Dienstunfähigkeit richtet sich die 
Pension nach den für preussische Staatsbeamte gültigen gesetzlichen 
Bestimmungen. Ausser ihrem Gehalt haben die Lehrer Anspruch 
auf freie Wohnung im Seminar- Gebäude. 

Nach dem ausdrücklichen Willen des Stifters soll das Seminar 
eine Pflanzstätte für Rabbiner und Religionslehrer sein, die den Beruf 
haben, auf dem Boden des positiven und historischen Judentums 
fortzubauen. Dieser Standpunkt ist für den LInterricht und den Lebens- 
wandel der Lehrer massgebend. Sollte er von einem Lehrer in der 
Weise verlassen werden, dass die Absicht des Stifters dadurch vereitelt 
oder auch nur die Erreichung des Zweckes der Stiftung dadurch gefährdet 
wird, so kann, nach einem im Statut bestimmt vorgeschriebenen 
Verfahren (§ 18), unter Umständen auf die sofortige Entlassung des 
betreffenden Lehrers erkannt werden, und der in dieser Weise ent- 
lassene Lehrer kann keinen Anspruch auf eine Entschädigung er- 
heben. Auch geht jeder am Seminar Angestellte in denjenigen 
Fällen seines Amtes \'erlustig, in denen nach den massgebenden 
gesetzlichen Bestimmungen die Entlassung eines preussischen nicht- 
richterlichen Staatsbeamten erfolgen muss. 

Im Jahre 1879 beschloss das Kuratorium, in Rücksicht auf die 
damalige Zusammensetzung des Lehrer-Kollegiums, die Stelle eines 
Direktors zunächst nicht zu besetzen, und alle früher dem Direktor 
eingeräumten Befugnisse, ausschliesslich einiger besonderen Rechte, 
welche einzelnen Mitgliedern des Kollegiums vorbehalten wurden, 
dem Lehrer-Kollegium zu übertragen. Das damals entworfene 
Regulativ für die Befugnisse des Lehrer-Kollegiums ist in der etwas 
abgeänderten Form, die es im Jahre 1882 erhielt, noch jetzt in 
Kraft. Danach wechselt der Vorsitz im Kollegium für die Dauer 
eines Jahres vom 1. Oktober an unter den Lehrern ab. Massgebend 
für die Reihenfolge ist das Dienstalter der Lehrer. Der Vorsitzende 
führt das Siegel der Anstalt, beruft die Lehrer-Konferenzen und 



— 73 — 

leitet sie, er hat die «efassten Beschlüsse auszutühieii und die 
lautenden Geschälte zu erledigen. Dem Lehrer-Kollegium steht das 
Recht der Beschlusstassung und Mitwirkung zu bei der Autnahmc 
der Seminaristen und Hospitanten, bei der Beratung des Lehrplans 
und der Verteilung des Lehrstoffs, bei der Bewilligung der Stipendien, 
bei disziplinarischen Massregeln gegen Seminaristen, bei der Ab 
haltung der theologisch-wissenschaftlichen Prüfung, bei der Zulassung 
zur talmudisch- rituellen Prüfung, bei der Ausstellung und X'ollziehung 
von amtlichen Zeugnissen der Seminaristen, mit Ausnahme der 
liattara, bei Anschaffung von Büchern für die Bibliothek und bei 
gutachtlichen und amtlichen Äusserungen, zu denen das Seminar 
oder das Lehrer-Kollegium aufgefordert wird. Derjenige Lehrer, 
dem der Unterricht im Talmud überliagen wird, fungiert als 
Seminarrabbiner und geniesst bestimmte aus seiner Stellung sich 
ergebende Rechte. Die früher dem Direktor beim Gottesdienste zu- 
stehenden Ehrenrechte sind ihm übertragen. Ebenso gehen auf ihn 
die dem Direktor für die talmudisch-rituelle Prüfung eingeräumten 
Befugnisse über. Er führt bei dieser Prüfung den Vorsitz, und ihm 
allein steht die Ausstellung und X'ollziehung der Hattara zu. Bei 
der alljährlichen Gedächtnisfeier für den Stifter (27. Januar) hält 
der Vorsitzende die Festrede. Die l'berreichung der Rabbinats- 
Diplome erfolgt bei dieser Gelegenheit durch den Seminar-Rabbiner 
mit einer kurzen, diesen Akt betreffenden Ansprache. Auf Vorschlag 
des Lehrers der Homiletik bestimmt das Lehrer-Kollegium diejenigen 
Seminaristen, die zur Predigt in der Seminar-Synagoge zugelassen 
werden sollen. Die näheren Bestimmungen über Prediger und 
Predigten an bestimmten Tagen bleiben der Vereinbarung des 
Lehrers der Homiletik mit dem Vorsitzenden des Lehrer-Kollegiums 
überlassen. Alle diese Einrichtungen haben sich bisher als durch- 
aus praktisch bewährt. 

Was schliesslich die materiellen Mittel des Seminars zu seiner 
Unterhaltung angeht (§ 22 ff.), so bestehen dieselben in einem Kapital 
von iiOOOOO Mk., welches aus dem Fränckelschen Nachlass dem 
Seminar für ewige Zeiten zugewiesen worden ist, in dem auf der VVall- 
strassc unter Xo.lb belegenen Grundstück nebst Garten, das für alle 
Zeiten zum Seminargebäude bestimmt ist, mit Schulden nicht belastet 
werden darf und stets in gutem Stande erhalten werden muss, in den- 
jenigen Einkünften, die aus Überschüssen des P^änckelschen Darlehns- 
Instituts dem Seminar vom Kuratorium nach Bedürfnis zugewiesen 
werden können, und in den Zinsen von Legaten oder sonstigen 
Zuwendungen, die dem Seminar gemacht werden. Das Vermögen 
muss in mündelsicheren Papieren und Hypotheken angelegt werden 



- 74 — 

und wird vom Kuiatoiiuin selbständig verwaltet. Die Zinsen de- 
Kapitals- Vermögens dürfen lediglich für Seminarzxvecke verwendet 
xv-erden. Ferner sind Massregeln zur allmählichen Ansammlung 
eines Pensionsfonds für die Lehrer vorgesehen. Auch werden all" 
jährlich vier Friinckelsche Stipendien zu je 150 Alk, die in erster 
Linie an Breslauer Zöglinge des Seminars zu vergeben sind, in den 
Etat aufgenommen. Endlich ist ein weiterer Fonds von 15 000 Alk 
aus der Fränckelschen Nachlassmasse zur Gründung von Freitischen 
und Stipendien für ausxvärtige Hörer dem Seminar überwiesen worden 
Eine Übersicht über die Ausgaben, die für das Seminar in den fünfzig 
Jahren seines Bestehens gemacht worden sind, gibt Beilage VII. 




Jüdisch-theologisches Seminar, Wallstrasse 1^, 

Strassenfrout. 



2. Die Lehrmittel des Seminars. 
Dass zu den wichtigsten äusseren Lebensbedingungen der 
Anstalt der Besitz eines eigenen Hauses gehörte, ist den Kuratoren 
nie fraglich gewesen. Sie sahen sich darum, sobald sie überhaupt 



- 75 — 

daran dachten, das Seminar ins Leben zu rufend, sofort nach einem 
dazu geeigneten Grundstück um. Anerbietungen gab es in Überzahl. 
Ktwa um dieselbe Zeit, in der die \erhandlungen mit Frankel an- 
geknüpti wurden, entschlossen sie sich, das Haus W'allstrassc 1 b-) 
anzukaufen. 

l^s liegt auf dem früheren I'^estungsterrain und war ursprünglich 
einen preussischen Morgen, 41 Ouadralruten und 10 (Juadratfuss 
gross''). Am 14. Januar 1830 betrug der Kaufpreis für den un- 
bebauten Platz 1450 Taler. Nach dem H^'pothckenschein muss 
der nach der Piomenade zu gelegene Teil in einer Tiefe wn 
wenigstens vier Ouadratruten als Garten behandelt werden, und 
sind Anlagen, die starken Rauch oder sonst eine die Sinne be- 
leidigenden Übelstand \erinsachen, darauf verboten. 

Das Kuratorium erwarb das Grundstück für den Preis von 
27000 Talern^). Am 14. April 1853 schrieb der Kurator Dr. Levy 
an Joseph Lehmann: „Nach langem mühevollem Suchen und 
unter bedeutenden Opfern haben wir gestern für das Seminar ein 
prachtvolles grosses Haus, place de repos genannt, dessen eine 
Front nach der Wallstrasse, die andere nach dem schönsten wound 
point unserer Promenade sieht und \'on einem herrlichen Garten 
umschlossen wird, erworben . . . Das Haus hat nur schöne und 
grosse Zimmer, zweifenstrige und dreifenstrige, 10 Fenster Front, 
8 Zimmer und 2 Küchen in jeder Etage, Erdgeschoss und drei 
Stock hoch. Wir wollen ini Erdgeschoss nur Lehrzimmer, im 
ersten Stock Direkiorial-Zimmer und Wohnung, im zweiten einen 
grossen Saal, Bibliothek u. s. w., im dritten .Stock zwei Lehrer- 
Wohnungen machen, die, obwohl hoch, doch reizende Zimmer 
haben. Dann bleiben noch vier Zimmer unterm Dach zur \'er- 
fügung"'^). 

Vor und nach dem Ankauf fanden ausführliche l*^rörterungen 
darüber statt, ob das Seminar als ein Internat eröffnet werden 

') ^'gl. dir S<,-Iireil)eu vom 2ö. Dezember lh.ö2 uiul 1:?. Jauuur IHö'J 
bei dcu Akten betr. das Sejuinar T. S. 39. (2. 

") Ks trug Irüher die Bezeichnung Xo. 600, hiess dann \\'allgasi5e 1 
und heisst jetzt Wallstr. Ib (itypotlickenbuch der Stadt Breslau, Vol. XXXVIII, 
iVil. 233). Die Wallstrasse, die fiütier nur ein innerhalb der Stadtmauer 
hinlaufender Weg war, erhielt ihren Namen 1824 (vgl. Markgraf, Die 
Strassen Breslaus nach iluer Gesch. und ihren Xamen. S. 22r>). 

8) Einen Teil der Grundiläche verkaufte der Besitzer am 21. Januar 1841 
an den Erbauer de.s Nachbarhauses (Akten betr. das Gruudstück Wallstr. Ib). 

|) Der Vorbesitzer erstand es vier Jahre früher I>ei der Subhastation 
für 16,000 Taler (Akten betr. das Grundstück AVallstr. Ib). 

•"') Akten betr. das Seminar I, ful. 115 f. 



— 76 — 

solle, und ob ein ständiger Gottesdienst im Mause einzurichten sei. 
Die Meinungen gingen weit auseinder. Sachs war geneigt, beide 
Fragen entschieden zu bejahen. Am eifrigsten widersprach Zunz 
selbst dem häuslichen Gottesdienst. „Ein Alumnat ist kostspielig", 
sagte er in seinem Gutachten, „lockt Unberufene an und führt zu 
allerlei in dem Kloster- und Kasernenvvesen begründeten Miss- 
bräuchen, hl einer solchen Anstalt zieht man vor und setzt 
hintenan, beides meist ohne Grund: dem Nepotismus wird Tür und 
Tor geöffnet, und unter den Zöglingen ein bevorzugter Stand ge- 
schaffen. Durch das unmittelbar eintretende Bedürfnis einer Haus- 
Synagoge wird man unvermutet in den Schlendrian des alten Beth 
ha-Midrasch verfallen, wo Humanität, Bildung, Wissen, Sittlichkeit 
weniger Pflege erhalten als Schulengehen. Lieber gar keine Rabbiner- 
Anstalt, als eine neue Ptlanzschule der Heuchelei, der Finsternis 
und der Verfolgungssucht" •). Man einigte sich schliesslich dahin, 
dass \on einem Alumnat endgültig abzusehen sei. Doch sollten 
einige Zimmer, die weder für Unterrichtszwecke noch für Amts- 
wohnungen gebraucht wurden, zeitweise einzelnen Seminaristen 
unentgeltlich zu Wohnungen überlassen werden dürfen. 

Über den Gottesdienst aber setzte das Statut fest: „Die Synagoge 
des Fränckelschen Zufluchtshauses wird für die Zwecke des Seminars 
einstweilen angewiesen und die Bestimmung einer anderen Synagoge 
zu diesem Zwecke vorbehalten (§ 21)". 

Eine Zeitlang konnte diese Einrichtung zur Not genügen. 
Sobald aber der Lehrplan soweit durchgeführt war, dass es stets 
Studierende gab, die den theoretischen und praktischen Kursus in 
der Homiletik beendigt hatten, musste diesen zu ihrer vollen homi- 
letischen Durchbildung füglich auch Gelegenheit gegeben werden, 
bei den Gottesdiensten an Sabbathen und Feiertagen sich im Predigen 
zu üben. Dazu kam, dass mit dem zunehmenden Vertrauen, dessen 
sich das Seminar zu erfreuen hatte, die Anzahl der zur Unter- 
stützung der studierenden Jugend bestimmten Zuwendungen stetig 
anwuchs, und dass mit der Annahme der Legate meistens die Ver- 
pflichtung zur Abhaltung der üblichen Gebete an den Sterbetagen ver- 
bunden war. Unter solchen Umständen wurde schon im Jahre 
1856 ein grosser Saal im zweiten Stock des Seminars zur Synagoge 
eingerichtet. 

Der Betsaal hat Raum für etwa hundert Sitzplätze, von denen 
dreissig für die Frauen -Abteilung bestimmt sind. Es wird täglich 
früh und abends Gottesdienst gehalten. Zur Teilnahme daran sind 

1) a. a. 0., ful. 48. 



— 77 — 

die Seminaristen verpflichtet. Als Vorbeter fungiert ein des Gesanges 
kundiger Studierender, der dafür eine massige Entschädigung erhält*). 
Kr wird unterstützt von einem aus den Seminaristen gebildeten 
Ciesangschor. Zur Einübung der liturgischen Gesänge wurde jahr- 
zehntelang ein besonderer ( '.esangunterricht erteilt'-). Seit dem Sommer 
188^> besteht ein Gesangverein jüdischer Theologen, der sich die 
Pflege des gottesdienstlichen Gesanges zur besonderen Aufgabe 
gemacht und bisher wesentlich dazu beigetragen hat, die bei feier- 
lichen Gelegenheiten üblichen Gesangsleistungen würdig und gefällig 
zu gestalten. 

Bei feierlichen Gelegenheiten predigte anfangs Frank el selber''). 
Als später die Homiletik als Lehrgegenstand eingeführt und der 
L'nterricht darin M. Joel übertragen wurde, übernahm dieser vom 
Sommer-Semester \K)6 an die Verpflichtung, in der Synagoge der 
Anstalt an jedem Feiertage sowie an jedem vierten Sabbathe beim 
Morgengottesdienste zu predigen '). Daneben wurde die Kanzel 
selbstverständlich den dazu befähigten Seminaristen zu ihren Übungs- 
predigten überlassen, und ganz von selbst entwickelte sich die 
Praxis, die nachher durch die Prüfungsordnung'^) endgültig festgelegt 
wurde, dass Niemand zu den Entlassungsprüfungen zugelassen 
werden dürfe, der nicht vorher mehrfach zur Zufriedenheit in der 
Anstalts- Synagoge gepredigt habe. Seit Joels Abgang (1864j 
predigen an Sabbathen und Festtagen nur noch diejenigen 
Studierenden, welche die Vorlesungen über die Theorie der Homiletik 
gehört und sich an den im Auditorium abgehaltenen homiletischen 
Übungen tätig und erfolgreich beteiligt haben. 

Die Zeit und Reihenfolge der Prediger bestimmt der Lehrer 
der Homiletik. 

Vorsteher der Synagoge waren nach einander bis zu ihrem 
Tode Graetz, Zuckermann und Rosin. Im Januar 189") wurde 
das Amt Brann übertragen. 



') Als solche waren tätig: Blüh, Glück. S. Goldschmidt. 
Cii.linski, Grünthal. .lelsky, Kahan-Spiro, Herrn. Kohn s. A., 
Krunberg, Posner, lleacli, Rediscli. Sander und M. Steckel- 
uiacher. 

2) Die Kantoren Berthold, Deutsch iind Zlotni<ki und der 
Kapellmeister Piilver mache r erteilten diesen Unterricht. 

3j Die Rede, die er am Geburtsl'este des Königs Friedrich Wilhelm IV. 
am 1.^. Oktober 18.55 gehalten hat, ist in der MS. IV, S. 401-411) gedruckt. 

<) Personalakten des Dr. M. Joi-1. Vertrag d. d. 1. Mai 1856 (fol. 5). 
Vgl. auch Ziemlichs Mitteilung in den .,1'redigten aus dem Nachlasse von 
Rabbiner Dr. M. Joül" I, S. VIIL 

') Vgl. oben S. 70. 



— 78 — 

Von den befürchteten und anderen Missständen hat sich i<ein 
einziger eingestellt. Die Gottesdienste werden vielmehr auch von 
(iemeindemitgliedern gern besucht, und die Anmeldungen zu den 
hohen Feiertagen sind in der Regel so zahlreich, dass sie nur zu 
einem geringen Teil berücksichtigt werden können. Dieser erfreu- 
lichen Teilnahme verdankt die Synagoge übrigens zahlreiche Spenden 
kostbarer Kultusgegenstände, die zum Teil auch einen gewissen 
künstlerischen Wert besitzen. Dazu gehört u. A. eine zierliche kleine 
Thorarolle, 22 Zentimeter hoch, deren Text an Deutlichkeit und 
Lesbarkeit ein wahres Meisterwerk der Schreibkunst ist. Ihren 
Schmuck bilden eine mit kunstvoller Filigranarbeit überdeckte silberne 
Hand und zwei silberne turmartige Aufsätze etwa im Geschmack 
des siebzehnten Jahrhunderts, an deren Fuss sich ausnahmsweise 
einmal der Künstler (Mosche Zoref) nennt. Wenn man aus dem 
Charakter seiner Buchstaben einen Schluss ziehen darf, war er wahr- 
scheinlich in Deutschland heimisch. Erwähnenswert ist auch aus 
dem eigenen Inventar ein Vorhang vor der heiligen Lade, ein her- 
vorragendes Erzeugnis der Textilindustrie und Goldstickerei, der aus 
dem Nachlass der Gebrüder Fränckel stammt und nach der darauf 
befindlichen Inschrift^) im Jahre 1630 angefertigt worden ist. 

Zur wissenschaftlichen Förderung der Zöglinge, die nach den 
Grundsätzen des Seminars mit der religiösen Hand in Hand gehen 
soll, dient die umfangreiche Seminar -Bibliothek. Ihren Grund- 
stock bildet die Saravalsche Büchersammlung. Auf die Anregung 
und den Rat Frankels'-j erwarb sie das Kuratorium für den Preis 
von 8331 Mk. 31 Pf und Graetz reiste nach Triest, wo sie auf- 
gestellt war, um sie zu übernehmen und die Beförderung zu über- 
wachen. Als die schwierigen Unterhandlungen über den Ankauf 
abgeschlossen waren, konnte Frankel^) mit Recht sagen: „Die 
Acquisition der Saravalschen Bibliothek halte ich für einen würdigen 
Grundstein des Seminars, es ist eine neue Manifestation, dass hier 



1) Die Inschrift am unteren Rande lautet: ,,'p 1£''DVT]'Ö' 1-T i:; "2 

innr: nn 'if2 a-^hvn-^) i mp mnnn mnnrnb x^m n:n üh^v m;ü 1 D"n m;r 
p"tbc'K:z' I z'c ^"'b i-np 2-",p.nb n"nri;i::i in-rn l r-r '"issi." Sie ist offenbar 
der Schluss einer längeren, die früher in der Mitte des Vorhanges begann. 
Jetzt ist in der Mitte ein grünsammtoner Spiegel mit folgender Inschrift 

aufgesetzt: "nmö j-.xjn p'i'irt n^u?: -.ist' l zmn nmr nnam r-an^aS 1 nm: 
^onm I ^TK mö ni'i:::n in^i vr n:-nj:m i isn^np-i t-k "nr l a-aisn t]DVpn:i'' 
'ri:p;un2 n:v n"nm l nn -^-nn D-acTSüinD'ri'pnD'nKnö I-xtVkv rna -r.inn .th 

'C'Sipr. n:tyn. — Das Wort O'fi^ der letzten Zeile halto ich für das Cbronostich. 
-) Brief vom 25. Nov. 1853 bei den Akten betr. di<; Bibliothek, S. 9. 
3) Brief vom 15. Mai 1854 a. a. 0., S. 41. 



— 70 — 

ein Mittelpunkt für die jüdische Wissenschaft geschaffen werden soll. 
Ks werden sich nun unwillkürlich die Blicke mancher an sich der 
Anstalt Abgeneigter hierher wenden und ihr wenigstens einen, wenn 
auch nur äusserlichen \'orzug einräumen und sie als eine Bewahrerin 
wissenschaftlicher Werke anerkennen müssen. Mit diesem Gedanken 
wird sich dann auch hoffentlich bald der Gedanke verbinden, dass 
hier wirklich ein Sitz der Wissenschaft sei". In der Tat ist sie heute 
noch eine Zierde der Anstalt. Leon Vita SaravaP) (geb. 1771, 
gest. '21. Januar INJI in Triest), der sie angelegt hat, war ein wahr- 
hafter Bücherfreund. Er hat mit Geschmack und Verständnis mög- 
lichst tadellose Exemplare in meist vorzüglicher Haltung zusammen 
getragen und liebevoll gepflegt und aufbewahrt. Allen Handschriften, 
Incunabeln und seltenen Druckwerken hat er auf vorgebundenen 
Blättern, unter Benutzung der besten ihm zugänglichen bibliographischen 
Hülfsmittel, eine zuverlässige, nicht selten erschöpfende Beschreibung 
hinzugefügt. Schon die Incunabeln-Sammlung allein — von 101 
bekannten Drucken enthält sie 52-) — wird an FJeichhaltigkeit von 
wenigen andern") und an Tadellosigkeit der Exemplare nach sach- 
verständigem Urteil \ielleicht von keiner zweiten übertroffen. 

Weitere umfangreiche Zuwendungen in \'erbindung mit den 
allerdings bescheidenen jährlich im Etat des Seminars zur Verfügung 
gestellten Mitteln vermehrten allmählicli den Bestand der Sammlung, so 
dass sie gegenwärtig etwa 400 Handschriften in 450 Bänden und etwa 
18 000 Druckwerke in rund 24000 Bänden enthält. Den wertvollsten 
Zuwachs bilden die Vermächtnisse B. Beers^), Z. P'rankels'"), 
J. Bernays''), L. Adlers"), B. Zuckermanns^), D. Rosins^), 



') Vgl. Zunz, Zur Geschichte u. Literatur, S. 243. .56K, .Stein- 
schneider, Cat. Bodl. No. 7090. 

-) Es sind nach .Jacobs' Uebersicht in der Jewish Eiicvclopedia VI 
(\ew York u. London 1904), S. .ö78 f. folgende Xummorn : ri. 3. 4. "). H. 
«. O. 11. 12. 13. 14. 15. IG. 17. \H. 21. ^4. 2.Ö. 26. 31. 33. 3'). 36. 37. 38. 
39. 40. 42. 43. 44. 4.';. 46. 48. 5:{. 54. .ö.j. Ö9. 61. 62. 64. 69. 70. 71. 72. 73. 
78. 79. 80. 83. 86. 89 93. Dio hier fettgedruckten Ziffern bozeiclinen dl.- 
sechs Doublet'en. die der Eeorschen Sammhing angeh()ren. 

•'j In Deutsrhiand hat seit jiin.t:;ster Zeit nur die Frankiurter (a. M.) 
Stadtbibliothek 4, in Huropa Parma 9, die Bodleiana 1.5. das Britische 
Museum 23 melir. Dngegen liat Petersburg 19. T'aris 26 n. das .Icwisli- 
theolog. Seminary in Kew York 9 weniger. 

*) 36 HSS. u. 2962 BB. 

■') 14 HSS. u. 2162 BB. 

") 9 nSS. u. 347 BT.. 

') 6 HSS. u. 588 Bl'.. 

«) 9 HSS. n. 798 BB. 

») 31 HSS. n. 478 BB. 



— 80 — 

M. Dessauers*), G. Tiktins'-) und A. Colins-'). In Ziffern 
stellen sie allein eine Summe von etwa 200 Handschriften und 
9000 Büchern, in den Randglossen aber, die besonders die Bücher 
Frankeis, Bernays' und Rosins schmücken, eine ganz unschätz- 
bare Summe von Gelehrsamkeit dar. Die Bibliothek dtM- Anstalt ist 
heute in Deutschland wohl die grösste Sammlung, die bestimmt und 
geeignet ist, der jüdischen Wissenschaft Dienste zu erweisen. 

Die Aufgabe, die Bücher zu ordnen, zu verzeichnen und aufzu- 
stellen wurde Zuckermann übertragen, und er löste sie mit dem klaren 
und praktischen Blick, der ihn auszeichnete. Die Erwägung, dass 
für die jüdische Literatur zunächst die hebräische Sprache 
charakteristisch sei, veranlasste ihn, zwei grosse Gruppen von Büchern, 
hebräische und nicht-hebräische, zu unterscheiden. Für die 
Verzeichnung und Aufstellung der Bücher galt ihm als oberster 
Grundsatz, dass ein Buch so verzeichnet und aufgestellt werden 
müsse, dass der Benutzer in der Lage sei, es mühelos sofort im 
Katalog und in den Bibliotheksräumen zu finden. Demgemäss legte 
er für jede der beiden Abteilungen einen Standorts- und einen 
alphabetischen Buch-Katalog an. Im Standortskatalog sind 
die Bücher nach der Zeit ihrer Anschaffung ohne Rücksicht auf 
i'^ormatverschiedenheit fortlaufend von Eins an nummeriert. Im 
alphabetischen Katalog der hebräischen Abteilung gelten als 
Ordnungswörter die Büchertitel, und zwar in derjenigen P'orm, in 
der die Bücher in der Regel zitiert und vom Benutzer bestellt werden. 
Die halachischen Novellen des R. Samuel Elieser b. Jehuda Edels sind 
z. B. unter S"tl''inö, die „beiden Bundestafeln" des R. Jesaia b. Abraham 
ha-Levi Horwitz unter n"7ir verzeichnet. Daneben sind an den be- 
treffenden Stellen des Alphabets die sonstigen Titel-Bezeichnungen 
(niDTTt ''il^'nn u. s. w.) mit den nötigen Hinweisungen eingetragen. 
Die hebräischen Anonyma (Bibel, Talmud, Gebetbuch u. s. w.) sind 
einfach chronologisch geordnet. Für den alphabetischen Katalog 
der nicht-hebräischen Abteilung sind die Ordnungswörter die 
Namen der Verfasser, und bei anonymen Schriften in der Regel 
das erste charakteristische Substantiv des Titels. 

Die Signatur des Buches bildet einfach die Nummer des 
Standortskatalogs. Da nun in beiden Abteilungen die Ziffern von 
Eins an laufen, wird die Zugehörigkeit eines Buches zu einer der 
beiden Gruppen durch die Farbe des auf den Einband aufgeklebten 



>) 385 BB. 

^) Etwa 100 HSS. 

') 12 HSS. u. etwa 1500 BB. 



— 81 — 

und nur mit der Nummer \ersehenen Zettels festge?itellt. Jeder 
Ahteilung sind selbstverständlich bestimmte Zimmer bezw. Schränke 
in den Pjibliotheksräumen zugewiesen. Dieses einfache System hat 
sich seit Jahrzehnten vortrefflich bewährt, zumal dabei zugleich dem 
Wunsche vieler Legatare, dass ihre Bücher räumlich beieinander 
bleiben sollen, ohne Schwierigkeit Rechnung getragen werden kann. 
Es wird voraussichtlich auch noch Jahrzehnte lang Anwendung 
linden können, da, wenn das bisherige Wachstum zum Massstabe 
genommen wird, noch ein ganz beträchtlicher Zeitraum vergehen 
kann, bis mehr als fünfstellige Zahlen, die allerdings die 
Orientierung bedeutend erschweren würden, zu Signaturen werden 
verwendet werden müssen. 

Neben diesen, der bequemen Benutzbarkeit der Bibliothek 
dienenden Verzeichnissen, arbeitete Zuckermann einen auf wissen- 
schaftlichen Grundsätzen beruhenden, nach dem Alphabet derVer- 
fasser-Namen geordneten Buchkatalog der gesamten hebräischen 
Abteilung der Bibliothek aus. Er benutzte dabei sorgfältig die ganz 
unentbehrlichen Arbeiten Steinschneiders und nahm sich vor- 
nehmlich den rühmlichst bekannten Katalog, den Zedner für die 
hebräischen Bücher des Britischen Museums verfasst hat, zum 
Muster. Auch fügte er eine Reihe wohl durchdachter Verbesserungen 
hinzu, die vorzüglich geeignet sind, nicht nur die Charakteristik des 
gegebenen Buches zu vertiefen, sondern auch zwanglos über seine 
literarhistorische Stellung und Bedeutung zu orientieren^). In der 
Tat sind seine fruchtbaren Anregungen von späteren Bibliographen"^) 
benutzt und weiter ausgeführt worden. Von diesem, nach seinen 
Grundsätzen ausgearbeitetem Katalog ist nur derjenige Teil, der die 
damals vorhandenen Handschriften und Bibel-Ausgaben beschreibt, 
1870 im Druck erschienen'^). Der Rest, der wegen der Kost- 
spieligkeit des Satzes nicht veröffentlicht werden konnte, ist ein 
wertvoller Besitz der Bibliothek geblieben. 

Nach Zuckermanns Tode wurde Brann Bibliothekar. Neben 
den bisherigen Katalogisierungsarbeiten die weiter geführt werden, 
wird jetzt allmählich ein den Grundsätzen der modernen Bibliotheks- 



1) Er äussei-t sich darüber r"iiifj::«'hend im „Katalog der Scininai- 
Bibliothek, Teil I'- (.fahresbericlit 1870), S. V IV. 

2) ßosonder.s von M. Pi,oest boi iler Kataiogisieriuig dor Rosentlialiana 
in Amsterdam u. von S.Wiener bei der Katah>i;isi(»rung «Icr Friodlaiiiliana 
in Petersbnrg. 

•'') In dem ei wähnten iür die.ses Jahr ausgegebenen Jahrosbericht des 
Seminars. Eine zweite Ausgabe, der einige Berichtigungen hinzugefügt 
sind, erschien IhTI». 

6 



— 82 — 

Wissenschaft entsprechender Zettelkatalog angelegt, der die Grundlage 
zu wissenschaftlichen Fachkatalogen werden soll. Zunächst ist die 
Verzeichnung der bedeutend angewachsenen Handschriften-Sammlung 
und der hebräischen anonymen Druckwerke begonnen und bereits 
wesentlich gefördert worden. Dem Bibliothekar sind, in Rücksicht 
auf seine anderweitigen amtlichen Verpflichtungen, zu seiner Ent- 
lastung von den technischen Nebenarbeiten, aus der Anzahl der 
Studierenden zwei vom Kuratorium remunerierte Assistenten \) 
zur Verfügung gestellt, die ihn durch ihre wackere Mitarbeit tat- 
kräftig unterstützen. 

Dem gleichen Zweck, das Interesse des Studierenden an 
ernster wissenschaftlicher Arbeit zu erwecken und zu beleben, 
dienen die am Seminar bestehenden Preisstiftungen. Die erste 
derselben rief Joseph Lehmann mit einem Grundkapital von 
1800 Mark bereits am 21. November 1854 ins Leben und bestimmte, 
dass die Zinsen alljährlich demjenigen Seminaristen zuzuerkennen 
seien, der über ein wissenschaftliches Thema die beste Arbeit liefern 
würde-). Höhere Anforderungen an den Wert der Arbeit stellte 
David Kaufmann im Statut der Preisstiftung, die er zum Andenken 
an David Rosin im Jahre 1895 mit einem Grundkapital von 
4000 Kronen errichtet hat. Er verlangte darin, dass eine Arbeit 
nur dann den Preis erhalten dürfe, wenn sie für druckreif befunden 
worden ist, und legte dem Verfasser die Verpflichtung auf, die Ab- 
handlung innerhalb zweier Jahre drucken und die Titelblätter der 
Druck-Exemplare mit dem Vermerk: „gekrönt mit dem Dr. David 
Rosinschen Preis des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau" 
versehen zu lassen^). Der David Rosinsche Preis kommt alle zwei 
Jahre zur Verteilung. Die Mitteilung über die Zuerkennung beider 
Preise^) erfolgt bei der regelmässig am 27. Januar jedes Jahres statt- 
findenden Feier zum Andenken an den Todestag des Kommerzienrats 
Jonas Fränckel. Es sind seit dem Bestehen dieser Stiftungen nur 
wenige Jahre vergangen, in denen nicht eine oder mehrere Be- 
werbungen eingelaufen wären. 

Aber auch die Fortsetzung wissenschaftlicher Studien 
durch die bereits mit dem Zeugnis der Reife entlassenen Ztiglinge 
des Seminars nach deren eigenem Ermessen zu befördern, ist eine 



1) AJs solche waren und sind bisher tätig: Behrens, Finkel- 
scherer, Grünthal, Grunwald, S. Koch, Löwenstamm, J. Neu- 
mann, S. H. Sachs, Schreiber und Herrn. Vogelstein. 

~) Verzeichnis der Legate u. Geschenke an das Seminar, fol. 4. 

3) Jahresbericht 1895, S. II u. 1896, S. .5 f. 

■*) Die Preisaufgaben sind in Beilage V zusammengestellt. 



— 83 — 

andere Stiftung berufen. Sie ist zu Frankeis siebzigstem Geburtstag 
vom Kuratorium als Direktor Dr. Z. iMankelsche Stiftung be- 
gründet worden, und das Grundkapital derselben ist durch weitere 
Mittel, die bei derselben Gelegenheit das „General-Comite für eine 
l->ankel-Stiftung" und später Franke! selber in seinem Testamente 
zur Verfügung stellte*), derartig angewachsen, dass jährlich etwa 
zwülfhundert Mark zur Verwendung kommen können. Sie sollen 
nach den Statuten der Stiftung in erster Linie dazu dienen, den aus 
dem Seminar hervorgegangenen Rabbinern und Predigern, besonders 
denjenigen, die noch keine amtliche Stellung haben, die Mittel zu 
weiterer wissenschaftlicher Ausbildung zu gewähren. 

Mit diesen Veranstaltungen stehen in dem nahen Zusammen- 
hange, den bereits die Mischna hervorhebt, die Legate und 
Zuwendungen, die dazu bestimmt sind, den Seminaristen die 
materiellen Mittel zum Anfang und Fortgang ihrer Studien dar- 
zubieten. Sie sind zugleich ein beredter Beweis für die Anerkennung, 
welche die religiöse und wissenschaftliche Richtung des Seminars 
in stets wachsendem Umfang weit über die Grenzen des deutschen 
Vaterlandes hinaus, bei Gemeinden, Behörden, Verbänden und Privat- 
leuten gefunden hat-). Das gesamte Kapital, dessen Zinsen zum 
überwiegend gr()ssten Teil zu Stipendien für die Seminaristen ver- 
wendet werden, beläuft sich gegenwärtig auf rund 150000 Mark. 
Ein Verzeichnis der Legatare enthält Beilage VI, eine l'bersicht 
der Summen, die jährlich zur Verwendung gekommen sind, weist 
Beilage VII auf. 

11. Das Lehrer=Kollegium des Seminars. 

Als unmittelbar nach der Eröffnungsfeierlichkeit die ernste Arbeit 
begann, stellte sich schon in den ersten Unterrichtsstunden heraus, 



1) .Jahresbericht 187.5, S. lil, für 1876, S. XI. Verzeiclniis der Legate 
und Geschenke, fol. 77 ff. 

2) Die Behörden, Verbände und Privatleute, denen die Stiltun gen und 
Geschenke zu verdanken sind, liaben ihr Domizil in Amsterdam, Baja, 
Baltimore, Beigard i. V., Berlin. Benthen O.-S., Bielit/, Birnbaum, Boskowitz, 
Boston, Braunschweig, Bieslau, Brie-, Ikidapest. Cassel, Czenstocliau, 
Danzig, Dresden, Dürkheim a. H., Ems, Frankfurt a. M., Gleiwitz, Glogau, 
C.-.rlitz, Gothenburg. GrUnberg, Hamburg, Hannover. Hirschberg. Inowrazlaw, 
K;-.nigsberg i. Pr., Kojetein, Kosten. Kopenliag.'u. Kreuzburg O.-S., Lands- 
IxTga. W., Leipzig, Liognitz, Magdeburg, Meiningen, München. Nachod, 
Nakel, New York, Gberglogau. Oppeln. Paris. Peiskretscham, Posen, Prag. 
Raab,' Rosenberg O.-S., Schneidemühl. Stuttgart. Szegedin, Szytomir. Walden- 
burf Warschau. Wiina, \Vien, Wiesbaden und anderweil ig. 

0' 



— HA — 

dass Unebenheiten der mannigfachsten Art auszugleichen waren. 
Obwohl bei der Aufnahme-Prüfung eine strenge Auswahl getroffen 
worden war, erwies sich doch das aufgenommene Schülermaterial 
als gar 7ai ungleichmässig vorgebildet. Nur die allerwenigsten Zög- 
linge brachten in vollem Umfange diejenigen theologischen und profanen 
Kenntnisse mit, die das Statut als Mindestmass für den luntritt vor- 
schrieb. Von den übrigen verfügten die einen über ein genügendes 
Mass klassischen Wissens und eine äusserst mangelhafte theologische 
Vorbildung, während die anderen neben reichen theologischen nur 
lückenhafte und unzulängliche profane Kenntnisse besassen. Aus 
dtn mit Clymnasialkenntnissen eingetretenen Zöglingen mussten darum 
sogleich zwei Klassen mit verschiedenen Pensen gebildet werden, 
und es war durchaus unmiiglich, dass eine einzige Lehrkraft für 
beide Abteilungen ausreichen konnte. Zur Beseitigung dieser Obel- 
stände wurden daher für den Unterricht in einzelnen Lehrgegenständen 
Hülfslehrer^) berufen. 

Schon im August 1804 trat Isaak Holländer ein, der in 
Jahrzehnte langem Schuldienst an der Kgl. Wilhelmsschule-) sich als 
ein kenntnisreicher, pflichttreuer und gewandter Lehrer bewährt hatte. 
Er unterrichtete zwei Jahre lang mit Eifer und Hingebung die obere 
Abteilung im Französischen und die untere im Deutschen, bis eine 
neue Einteilung des Lehrstoffs seine Mitarbeit entbehrlich machte^). 

Den Unterricht in den mathematischen und naturwissen- 
schaftlichen Fächern übernahm im Oktober 1854 Dr. Benedict 
Zuck er mann. 

Er war ein geborener Breslauer und entstammte einer bereits 
seit mehreren Generationen hier ansässigen Familie. Welches 
öffentliche Ansehen schon sein Grossvater Bendix Marcus Zuckermann 
besass, kann man aus der Tatsache schliessen, dass er lange vor 
der Emianzipation das sonst nur den General -Privilegierten vor- 
behaltene Recht erhielt, städtischen Grundbesitz als Eigentum zu 
erwerben'*). Der Grossvater und Vater lagen dem kaufmännischen 



') Uir; eine derartige Stellung bewarben sich u. a.: Dr. Arnlieim 
aus Glogaa, Ehrenfried aus Gostyn, Jacob Freund aus Breslau, 
Dr. N. Ginsberg aus Beutben O.-S.. Dr. M. A. Levy aus Breslau, 
Dr. G. Löwe aus Ratibor und Dr. M. Pinner aus Berlin. 

-) An der Wilhelmsschule war er von 1828—1847 tätig, vgl. die 
Jahresberichte dieser Anstalt. 

^) Für sech? Stunden wöchentlichen Unterrichts bezog er ein Honorar 
von 100, später von 125 Talern jährlich (Akten betr. die Hilfslehrer des 
Seminars, fol. .3. 17). Als die Lehrerabteilung eingerichtet wurde, hörte 
seine Beschäftigung auf (a. a. O., fol. 30). 

'') Kgl. Staatsarchiv in Breslau M. R. XV, 9a. 



85 — 



Berufe ob, widmeten aber ihre ganze Müsse der Beschäftigung 
mit den nationalen Studien in der Bei- und Sludierstube, die sie 
im eigenen Hause eingerichtet hatten. Mit grosser Pietät hat 
Dr. Zuckermann, der letzte unvermählt gestorbene Sprössling 
dieses Zweiges der Familie, die Gottesdienste in dieser Betstube 
bis an sein Lebensende erhalten und bis in sein hohes Greisen- 
alter sie selber täglich früh und abends besucht. Die ererbte und 
von ihm reich vermehrte ansehnliche Büchersammlung, die seine 




Dr. Benedict Zuckermann, 

geb. a. lo. Oktober IMy. gest. d. 17. Dezember ISM. 

Vorfahren angelegt haben, hat er letztwillig dem Seminar über- 
wiesenV). In seiner Jugend Hessen ihn die Eltern, welche die 
modernen Bildungselemente sehr wohl zu schätzen und zu würdigen 
wussten, zwar nicht eine höhere Schule besuchen, weil in einer 
solchen eine so weitgehende Rücksicht, wie sie sie für die religiöse 
Erziehung verlangten, nicht genommen werden konnte. Sie scheuten 
aber keine Kosten, um ihn privatim in allen Gymnasialfächern 
gründlich unterrichten zu lassen. So vorbereitet, bezog er um dieselbe 



») Mit der \'urpliiclLtang, dass sie l'iir ewige Zeiten -leii Namen seines 
Vaters „Samuel Benedix Zuckermannsche Bibliothek" trage. Ihren Um- 
fang s. oben S. 79 Anm. H. 



86 



Zeit, in der Graetz hier immatrikuliert war, die iiiesige Universität, 
um Mathematik, Astronomie und Naturwissenschaften zu studieren. 
In Berlin setzte er seine Studien fort und knüpfte dort die ersten 
Beziehungen zu M. Joel und D. Rosin an, die dort gleichzeitig 
die Universität besuchten. Nachdem er dann den Doktortitel erlangt 
hatte, kehrte er in die Heimat zurück und fand nicht lange darauf 
an dem soeben eröffneten Seminar eine Beschäftigung, die durchaus 
seinen Neigungen entsprach. Im Jahre 1857 übernahm er daneben 
die X'erwaltung der Bibliothek und sorgte mit praktischem Ver- 
ständnis ebenso sehr für deren Aufstellung und Verzeichnung wie 
für ihre Erhaltung und Bereicherung. Jahrzehnte lang lag ihm auch 
die Auszahlung der Stipendien und die Aufsicht über das Seminar- 
Grundstück ob. Allen diesen Geschäften unterzog er sich mit bei- 
spielloser Geduld und unermüdlicher Hingebung und sorgte wie 
ein treuer Hausvater für alle grossen und kleinen Bedürfnisse im 
Betriebe der Anstalt. Was ihm aber an freier Zeit blieb, gehörte 
ganz der ernsten Arbeit auf seinem wissenschaftlichen Spezialgebiet, 
besonders insoweit es mit Juden und jüdischer Literatur zusammen 
hing. In diesem Bereich machte er sich heimisch wie kein Zweiter 
und schuf eine Anzahl gediegener Monographieen, die einen bleibenden 
Wert besitzen^). 

Gleichzeitig mit ihm wurde Dr. Manuel Joel für den Unter- 
richt in den klassischen Sprachen und in den Realien in der unteren 
Abteilung angestellt. Er war am 19. Oktober 1826 in Birnbaum 
geboren, wo sein durch tiefe talmudische Gelehrsamkeit und be- 
sondere rednerische Begabung in weiten Kreisen bekannter Vater 
als Rabbiner im Amte war-). Bis zum achtzehnten Lebensjahre 
erwarb er sich, hauptsächlich unter der Leitung seines Vaters, gründ- 
liche und gediegene Kenntnisse auf dem Gebiete der biblischen, 
talmudischen und rabbinischen Literatur. Daneben Hessen ihn seine 
Eltern, die zwar ganz in den alten Anschauungen wurzelten, den 
modernen Anforderungen aber keineswegs feindlich gegenüber- 
standen, in Schwerin a. W., wohin sie übergesiedelt waren, von 
den tüchtigen Lehrern, die an der dortigen Gemeindeschule wirkten. 



1) Vgl. das Verzeichnis seiner Schriften am Ende dieses Kapitels und 
der von ihm gehaltenen theologischen Vorlesungen im Anhang III. 

2) Vgl. Gedenkblätter zur Erinnerung an Dr. Manuel Joel (Breslau 
1890). S, 11 fi". Freuden thal, Über die wissenschaftliche Tätigkeit 
M. Joels in der ..Breslauer Zeitung'- vom 20. November 1890, abgedruckt in 
der ,,Allg. Ztg. des Judentums", Jahrg. 54, S. .591 f. Ziemlich, Vorwort 
zu den „Predigten aus dem Nachlass von Dr. M. Joel'' (Breslau 1892). 



— 87 — 

nicht nur in den Grundlagen des weltlichen Wissens, sondern auch 
in den alten und neuen Sprachen unterrichten. Bei seiner ausser- 
ordentlichen Veranlagung genügte diese immerhin etwas mangel- 
hatte Vorbereitung, um ihn zu befähigen, sofort in die Sekunda des 
Kgl. Friedrich-W'ilhelms-Gymnasiums in Posen einzutreten. Schon 
damals fiel seine ungewöhnliche stilistische Begabung seinen Lehrern 
auf, und sie sclirieben, den damals geltenden Bestimmungen ent- 
sprechend, eine darauf bezügliche Bemerkung in sein Keife-Zeugnis. 




Dr. rianuel Joel, 

geb. d. 19. üktobor l'i'M, gest. d. 1. November IbW. 

Im Jahre 1848 bezog er die Berliner Universität und widmete sich 
dem Studium der Philosophie und der klassischen Philologie. Gleich- 
zeitig arbeitete er aber eifrig an seiner theologischen und jüdisch- 
wissenschaftlichen Fortbildung weiter und hatte sich namentlich der 
Anregung und Förderung durch Michael Sachs und Leopold Zunz 
zu erfreuen. Im Jahre 1852 unterzog er sich dann der Staats- 
prüfung für das höhere Schulfach und erwarb die unbeschränkte 
facultas docendi für alle Klassen eines Gymnasiums. Nicht lange 
darauf wurde er von der Hallenser philosophischen Fakultät zum 
Doktor promoviert. Am liebsten hätte er sich jetzt für seine Zukunft 
ein „wissenschaftliches Stillleben" gewünscht. Da aber hierzu in 
absehbarer Frist keinerlei Aussicht vorhanden war, beschloss er, sich 



endgültig der Theologie zuzuwenden und nahm voiiiiuüg, um eine 
geeignete Rabbinats-Vakanz abzuwarten, eine Mauslehrerstelle an. 
Gern und freudig folgte er von hier der Aufforderung, die Frankel, 
auf Michael Sachs' warme Empfehlung, an ihn ergehen Hess, die 
Stelle eines Hülfslehrers am Seminar anzunehmen. Sein anfänglich 
auf die Unterweisung in den Gymnasialfächern beschränktes Arbeits- 
feld erweiterte sich aber bald bedeutend. Schon nach zwei Jahren 
fiel ihm die Aufgabe zu, die Zöglinge der ersten Rabbiner-Abteilung 
durch die Abhaltung von Musterpredigten, durch Vorlesungen über 
die Theorie der Homiletik und durch die Leitung homiletischer 
Übungen zu Predigern zu erziehen, und wenige Jahre später über- 
nahm er noch dazu den Unterricht in der systematischen Religions- 
philosophie und in der Geschichte dieser Dis7iplin. Diese um- 
fassende Tätigkeit gab ihm die Gelegenheit, die erstaunliche Viel- 
seitigkeit seiner Begabung nach allen Richtungen hin in so glänzender 
Weise zu entfalten und zu bewähren, dass Frankel, der es stets 
liebte, nur in sehr gedämpftem Ton zu loben und anzuerkennen, in 
einem Bericht an das Kuratorium ^ die in seinem Munde unerhörte 
Äusserung tat: „Die Leistungen des Dr. Joel am Seminar sind 
vortrefflich, und sein Abgang wäre für dasselbe ein fast unersetzlicher 
\'erlust." In der Tat waren seine Predigten in der Seminar- 
Synagoge wahrhafte Muster jüdischer Kanzelberedsamkeit, und mit 
Recht rühmte man ihm nach, dass er durch seine Ratschläge und 
Anleitungen \on der Lehrkanzel und durch seine unvergleichlichen 
Musterpredigten von der Redestätte des Gotteshauses aus seinen 
zahlreichen Schülern die Richtung gewiesen habe, die sie einschlagen 
mussten, um die Anforderungen des Geistes und des Gemütes ihrer 
Zuhörer zu befriedigen und ihren Verstand und ihr Herz gleichzeitig 
und gleichmässig zu beschäftigen -j. Noch bedeutender und wert- 
voller als diese hervorragenden Leistungen im Bereiche der praktischen 
Theologie waren seine Vorlesungen und seine wissenschaftlichen 
Arbeiten im Bereiche der jüdischen Religionsphilosophie. In allen 
seinen Untersuchungen über Maimonides, Ibn Gabirol, Gersonides, 
Kreskas und Spinoza lässt sich der gleiche Grundgedanke verfolgen. 
Er hat durch sie die Anschauung zu Ehren gebracht, dass es ver- 
kehrt ist, auf die jüdische Gedankenarbeit des Mittelalters wie auf 



1) d. d. 23. Sept. 1859 bei den Personalakten des Dr. M. Joe), fol. 17. 
Joel war damals zu einer Gastpredigt nach Stettin berufen. Auf den Au- 
trag des Direktors erhöhte das Kuratorium sein Gehalt von 500 auf 
600 Taler und stellte ihn lebenslänglich an, Dafür verzichtete Joel für die 
nächsten zehn Jahre auf sein Kündigungsrecht. 

-) Vogel stein in den ,, Gedenkblättern", S. 47, 



— 89 - 

spitzfindige Schrullen weltscheuer Querköpfe herabzusehen, dass 
diese geistige Arbeit vielmehr einen wichtigen Faktur in der Ent- 
wickelung der Kulturgeschichte bildet, und dass sie geschichtlich 
fortschreitend bei Spinoza einmündet und durch ihn in den Strom 
moderner Gedankenrichtung sich ergiesst*). 

Mit einem solchen Generalstabe konnte Frankel unverzagt und 
wohlgemut an die Arbeit gehen und durfte hoffen, dass es ihm ge- 
lingen werde, den Erwartungen, die er erweckt hatte, in vollem 
Umfange zu entsprechen. Am dringendsten lag ihm der Wunsch 
am Herzen, die letztwilligen Bestimmungen des Kommerzienrats 
Fränckel, dass ein „Seminar zur Heranbildung von Rabbinern und 
Lehrern" errichtet werde, ihrem ganzen Inhalte nach so schnell 
als möglich durchzuführen. Sobald er demnach zur Überzeugung 
gelangt war, dass das Ziel für das Rabbiner-Seminar richtig 
abgesteckt sei und die rechten Wege eingeschlagen seien, um das 
Ziel zu erreichen, ging er, im Einvernehmen mit dem Kuratoriunii 
sofort daran, auch die Lehrer-Abteilung ins Leben zu rufen. 
War die Rabbiner-Abteilung dazu bestimmt, einem unabweisbaren 
Bedürfnis der gesamten Glaubensgemeinschaft Dienste zu er- 
weisen, so machte sich im engeren vaterländischen Kreise, 
besonders in der Heimatsprovinz, nicht minder dringend das Be- 
dürfnis geltend, dass eine Anstalt zur Ausbildung geeigneter 
Religionslehrer für die überaus zahlreichen Kleingemeinden vor- 
handen sei. In der Erkenntnis dieser Notwendigkeit wurde schon 
am 22. Juli 1856 eme öffentliche Bekanntmachung erlassen, in der 
die Eröffnung der Lehrer-Abteilung für das kommende W'inter- 
Semester angekündigt wurde. Den Zöglingen wurde ausser der 
Unterweisung in den im Statut vorgesehenen Lehrgegenständen in 
Aussicht gestellt, das5 sie nicht nur Nachhülfe in den allgemeinen 
wissenschaftlichen Disziplinen sondern auch eine methodische An- 
leitung erhalten sollten, dem in kleineren Gemeinden häutig an die 
Lehrer gestellten Verlangen, religiöse Vorträge zu halten. Genüge 
zu leisten-). Die anfangs spärlichen Anmeldungen vermehrten sich 
schnell, und bei der steigenden Frequenz musstcn zeitweise zur 
Entlastung der ordentlichen L-ehrer Hülfskräfte herangezogen werden. 
Die praktischen Erfahrungen lehrten aber auch bald, dass bei halben 
Massregeln nicht Halt gemacht werden konnte, wenn die Einrichtung 
sich als dauernd lebensfähig bewähren sollte. Denn einerseits ver- 



1) Pli. Bloch a. a. U.. S. 68. Vgl. das Verzeichnis seiii-v s,. lauten 
um Ende dieses Kapitels und seiner Vorlesungen im Anh. IIL 
-) Vgl, Jahresbericht lür 1857. 



— 90 — 

langte das Staatsgesetz mit vollem Recht auch von den nur als 
Religionslehrer anzustellenden Kandidaten den Nachweis der vollen 
allgemeinen Lehrbefähigung, und andererseits konnten in den ölTent- 
lichen durchgehends christlich-konfessionellen Seminarien Juden nur 
ausnahmsweise oder in sehr beschränkter Anzahl zu gastweiser 
Teilnahme am L^nterricht zugelassen werden. Es drängte daher, 
wie Frankel in einem Promemoria an das Kuratorium vom 
2. November 1858 treffend ausführte 0, eine im Interesse der 
religiösen Jugenderziehung und wohl auch im Willen des Stifters 
begründete gebieterische Notwendigkeit auf eine Erweiterung der 
Lehrer-Abteilung des Seminars. Das Seminar musste durchaus auch 
für die allgemeine Vorbereitung zum Lehrer Gelegenheit bieten. Zur 
Durchführung dieser Absicht entwarf er einen nach den in Preussen 
geltenden gesetzlichen Bestimmungen bis in alle Einzelheiten aus- 
gearbeiteten Lehrplan, der den Unterricht in der Religion und in den 
profanen Lehrfächern umfasste^). Seine Vorlage fand durchaus 
die Billigung des Provinzial-Schul-KoUegiums und erhielt am 25, Mai 
1859 auch die Genehmigung des Kultusministers^). Da kündigte 
gerade in derselben Zeit, in der die Zustimmung der Behörden beim 
Kuratorium einlief, im Juni 1859, der Vorstand der jüdischen Ge- 
meinde in Berlin an, dass er unter der Bezeichnung: „Lehrer-Bildungs- 
Anstalt des Talmud-Thora-Instituts der jüdischen Gemeinde zu Berlin" 
im Oktober eine Lehranstalt eröffnen werde, die in demselben Umfange, 
der hier beabsichtigt war, und dabei unter noch weiter gehender 
staatlicher Anerkennung, als sie hier zugestanden war, dem täglich 
fühlbarer werdenden Mangel an geeigneten jüdischen Lehrkräften 
abhelfen sollte. Unter solchen Umständen lag eine zwingende Not- 
wendigkeit zu der weit über den Rahmen des Fränckelschen Testaments 
hinausgehenden Erweiterung der hiesigen Lehrer- Abteilung, die noch 
dazu unendliche Opfer an Zeit, Mühe und Geld erfordert hätte, nicht 
mehr vor, und Frankel kam nach sorgfältiger Erwägung aller in 
Betracht kommenden Verhältnisse zu dem Entschluss, dass neben 
dem Rabbiner-Seminar die Lehrer- Abteilung zunächst nur in der bis- 
herigen, mit dem letzten Willen des Stifters in seinem wörtlichen 
Verstände genau übereinsümmenden Weise als Seminar zur 
Heranbildung von Religionslehrern fort zu bestehen habe'). 



1) Vgl. Akten betr. die Verhandlangen mit dem Prov.-Schul-Kollegium 
wegen Erweiterung^des Lehrerseminars, fol. 6 ff. 

2) a a. 0., fol. 17 flP. 

3) a. a. O., fol. 30. 
^) a. a. 0., fol. 31 f. 



Innerhalb dieser bescheidenen Grenzen erhielt sich die Abteilung noch 
eine Reihe von Jahren, und mancher tüchtige Lehrer, der sich 
nachmals im Schuldienst vorzüglich bewährt hat, verdankt ihr eine 
gründliche und gediegene Ausbildung. Die ersten drei am Seminar 
ausgebildeten Religionslehrer legten am 19. September 1<S59 mit 
gutem Erfolge die Abgangsprüfung ab. Das E.xamen umfasste 
folgende Gegenstände: Pentateuch, ältere Propheten, ein 
Buch der Psalmen, hebräische Grammatik, Raschi, leichtere 
Stellen aus Nachmanis und aus Ibn Esras Pentateuch- 
Kommentaren, hebräisch-ethische Werke, Orach-Chaj jim, 
jüdische Geschichte, systematische Religionslehre und 
Katechetik^). 

Daneben blieb selbstverständlich die Ausbildung der jungen 
Theologen die Hauptaufgabe der Anstalt. Allerdings mussten 
den Lehrenden und Lernenden ausserordentliche Leistungen zu- 
gemutet werden. Nur durch die Einsetzung der ganzen Persönlich- 
keit konnte es den Einen und den Anderen gelingen, das im Lehrplan 
festgesetzte Ziel zu erreichen: die jüdische Theologie aus ihrer 
Vereinsamung zu befreien, sie ohne Einbusse an ihrem Umfang 
und an ihrer bewährten dialektischen Methode zu einer wissen- 
schaftlichen Disziplin empor zu entwickeln und die jüdische 
Religion in einen untrennbaren organischen Zusammenhang mit der 
Wissenschaft des Judentums zu bringen. Ist es nach der Natur 
der Sache nach unmöglich, den Gang der Entwickelung im Einzelnen 
deutlich nachzuweisen, so geben doch die beigefügten Übersichten 
über die von den Lehrern gehaltenen theologischen X'orlesungen 
(Beilage III) und über die Teilnahme der Studierenden daran (Beilage IV) 
in gewissem Umfange einen Einblick in die grosse Summe von 
Arbeit, die auf beiden Seiten geleistet worden ist. Den \-ereinten 
redlichen Bemühungen ist es denn auch gelungen, den Lehrplan 
genau so, wie er entworfen war, mit den unwesentlichen Ab- 
änderungen, welche die Erfahrung als notwendig erwiesen hat, 
allmählich durchzuführen. Nach drei Jahren am 5. August 1857 
konnten die ersten Schüler der Gymnasial-Abteilung, nachdem sie mit 
gutem Erfolge eine Prüfung bestanden hatten, mit dem Zeugnis der 
Reife für den Besuch der Universität entlassen werden. Die 
Abgangsprüfung zerfiel in eine schriftliche und eine mündliche. 
Von schriftlichen Arbeiten wurden angefertigt: ein griechisches und 
ein lateinisches Scriptum, ein deutscher Aufsatz und drei mathematische 



') Das jüJ.-tlieol. Seminar am Tage seines 2.5jährigen Bestehens, S. 15. 



— 92 — 

Aufgaben. Erst die befriedigende Ablegung der schriftlichen Prüfung 
hatte die Zulassung zur mündlichen zur Folge. Die Letztere erstreckte 
sich auf Bibelexegese, Lektüre griechischer und lateinischer Klassiker, 
auf Geschichte und Geographie, IMathemathik und Physik. Der 
Hauptnachdruck wurde auf ein bei der Prüfung zu bewährendes 
reifes Verständnis für den Geist des Altertums, seine Sprache und 
Geschichte, sowie auf untadeligen Ausdruck der Gedanken im 
Gebrauche der deutschen Sprache gelegt. Nicht gar zu emptindliche 
Lücken konnten durch besonders hervorragende Leistungen in 
den hebräischen Disziplinen kompensiert werden'). Man sieht, 
dass wenn auch die Anforderungen nicht den Bestimmungen 
entsprachen, die damals für das preussische Abiturienten-Examen 
in Geltung waren, sie doch im Wesentlichen mit den Lehrzielen 
übereinstimmen, die gegenwärtig bei uns als ausreichend lür 
die Reife zum Universitäts Besuch angesehen werden. 

Nach weiteren vier Jahren hingebender Arbeit aber konnte 
Frankel mit freudiger Genugtuung feststellen, dass seine Bemühungen 
auf fruchtbaren Boden gefallen seien, und dass der Beweis erbracht 
sei, dass das Bildungsideal, weiches er für die jüdischen Theologen 
als theoretisch notwendig hingestellt habe, in der Tat praktisch 
erreichbar sei. Drei Zöglinge, die mit den zur Aufnahme nötigen 
theologischen und klassischen Vorstudien in das Seminar eingetreten 
waren, hatten daselbst in dem festgesetzten Zyklus von sieben 
Jahren ihre Studien fortgesetzt und \'ollendet und die schriftliche 
und mündliche Prüfung abgelegt, die sie zur Bekleidung eines 
rabbinischen Amtes befähigte. In den Tagen vom 23. bis 28. März 1862 
fand die mündliche Prüfung statt, und ami 3. April erfolgte die 
feierliche Entlassung, zu der Deputationen der Kgl. Regierung, der 
Universität, der Kommunal- und Gemeinde-Behörden und hervor- 
ragende Männer aus allen Ständen erschienen waren ■^). 

Die Zeit der tastenden Versuche war damit beendigt, und 
Jahr für Jahr hat seitdem die Anstalt die Freude, einige ihrer 
Zöglinge, die den Studiengang zurückgelegt haben, mit dem Zeugnis 
der Reife versehen, als Rabbiner und Prediger in die Gemeinden 
hinauszusenden, um das religiöse Leben zu pflegen und jüdisches 
Wissen zu verbreiten. Seit vier Jahrzehnten ist die Feier der 
Entlassung mit dem Gedächtnisfest, das statutengemäss der Er- 
innerung an den Stifter an jedem 27. Januar gewidmet ist, vereinigt, 
und in der Gegenwart hat das Fest an allgemeiner Bedeutung 



1) A. a. O , S. 16. 

-) MS, XI (1862), S. 16111'. Jahresbericlit lar 1862, S. I ff. 



— Q3 — 

dadurch gewonnen, dass es mit dem rieburtstage unseres erlauchten 
Kaisers und Königs zusammenfällt. Dass nämlich das Seminar 
seit seiner Begründung die vaterländischen Gedenktage, besonders 
alljährlich den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs, 
durch einen feierlichen Gottesdienst mit Gebet, Gesang und Predigt 
gefeiert hat, sei in diesem Zusammenhange wenigstens mit einem. 
Worte erwähnt. lunige der Reden, die bei solchen Anlässen gehalten 
worden sind, liegen gedruckt der Öffentlichkeit vor^j, andere sind 
ihrem wesentlichen Inhalt nach hin und wieder in den Jahresberichten 
mitgeteilt"). 

Bei alledem war diese ganze mühevolle und anstrengende 
Tätigkeit für die Praxis doch nur die eine Hälfte der 
Arbeitsleistung, die Frankel sich und seinen Mitarbeitern zumutete. 
Die andere war die unablässige Arbeit auf dem Gebiete der Wissen- 
schaft des Judentums. Mit dem leuchtenden Beispiel eisernen Fleisses 
und unerpnüdlicher Schaffenslust ging er hier selber voran. Erstaunlich 
war die X'ielseitigkeit seiner geistigen Interessen. Jede Regung des 
geistigen Lebens seiner Zeit erweckte seine lebhafte Teilnahme und 
für sein scheinbar der ausseien Welt so abgewandtes Auge gab es 
kaum eine Geistesregion, in die er nicht einen verständnisvollen 
Blick geworfen hätte. Wer jemals unter dem Eindruck seiner 
Persönlichkeit gestanden und die Gelegenheit erhalten hat, seine 
peinliche Ptlichttreue, seine meisterhafte Kunst, die Zeit einzuteilen 
und nützlich zu verwerten, seine unbeugsame Willenskraft und seine 
unerbittliche Strenge in den Anforderungen an sich selbst zu be- 
wundern, wurde nicht bloss von Scheu und Ehrfurcht vor dem 
sittlichen Ernst seiner Lebensanschauung erfüllt, sondern auch ganz 
unwillkürlich von dem Wunsch und Willen beseelt, wenigstens an 
Arbeitslust ihm nachzueifern. Neben seinen bahnbrechenden Studien 
über die Geschichte der Halacha, die zu selbständigen Büchern 
ausgereift sind, hat er allein für diejenigen Jahrgänge der Monats- 
schrift, die er hier in Breslau (1854 — 1868) herausgegeben") hat, 



') MS. IV (lHr>5). S. 401-410 zum (Joburtstage K.'.nig Fiiedricli 
Wilhelms IV. Predigten aus dem Naohlass von Dr. >[. JoiM TT. S. 198 — 20.') 
am Krönungstage König Wilhelms I. 

2) Jaliresl)ericlit für 18.o7, S. :>; für IH.')«, S. 4: 1H59, S. .3: 18G0, 8.4; 
1863, S. 6 u. 8. \v. 

3) Von 1860 an übernahm (!ra<'tz die Tlcdaktion und gab bis 1887 
weitere 18 Jahrgänge hieraus. Tm Jahre 1892 begann dann Brann (zuerst 
/.usanimen mit D. Iv aufmann bis zu dessen Tode 1899, dann allein) eine 
neue Ftilge. von der gegenwärtig der 12. Jahrgang ersclieint. Seit dem 
1. .Tanuar 1904 ist die Monatasflirift das Organ der neu entstandenen Ge- 
sellschaft zur FrirdeniHü: u. Wi.ssenschalt des Jndt-ntums. 



- 94 — 

nicht weniger als etwa zweihundert teilweise sehr umfangreiche 
Abhandlungen, Bemerkungen und Bücherbesprechungen geschrieben, 
und es ist nahezu keine einzige darunter, welcher der Leser nicht 
mannigfache Anregung und Belehrung zu verdanken hätte ^). 
Mit erprobter Treue unterstützte hier Graetz seine Bemühungen, 
und bald legten auch Joel und Zuckermann ihre angeborene 
Schüchternheit ab und lieferten Beiträge, die als eine wesentliche 
Bereicherung der jüdischen Wissenschaft zu betrachten sind. Nur 
wenige Jahre gingen dann noch ins Land, bis Frankel die Freude 
hatte, die ersten schriftstellerischen Leistungen seiner am Seminar 
herangebildeten Jünger, Güdemanns, Perles, Rahmers und 
Anderer der Öffentlichkeit zuzuführen. Vergegenwärtigt man sich nun 
daneben auch nur die einfache Tatsache, dass im ersten Jahrzehnt 
der Wirksamkeit das Seminar ausser den unschätzbaren gelehrten 
Abhandlungen, welche die Jahresberichte schmücken, folgende Bücher: 

1854 „Geschichte der Juden", Bd. III von Graetz, . 

1855 „Joseph Justus Scaliger" von Bernays, 

1859 „Einleitung in die Mischna" von Frankel 

1860 „Geschichte der Juden", Bd. V von Graetz, 

1861 „Geschichte der Juden", Bd. VI von Graetz, 

1862 „Studien über Gersonides" von Joel, 

1863 „Geschichte der Juden", Bd. VII und in zweiter AuOage 
Bd. III von Graetz und 

1864 „Geschichte der Juden", Bd. VIII von Graetz 
veröffentlicht worden sind, so wird man eingestehen müssen, dass 
es durch die Gnade der Vorsehung über alles Erwarten geglückt 
war, das Seminar im besten Sinne des Wortes zu einer Pflanzstätte 
für die Wissenschaft des Judentums auszugestalten. 

Den trefflichen iMännern, deren Umsicht und Tatkraft das 
Seminar sein Werden und Entstehen und deren Fürsorge es seine 
aufstrebende Entwickelung verdankte, war es beschieden, sich noch 
eine Reihe von Jahren an dem Gedeihen der Anstalt, an dem Anblick 
dieser Glanzzeit, wie sie bisher nicht wiedergekehrt ist in der Ge- 
schichte der Rabbiner -Bildungs- Anstalten, zu erfreuen. Jede Aner- 
kennung, die dem Seminar und seinen Lehrern und Schülern gezollt 
wurde, war auch für sie ein wohltuendes Zeugnis, dass sie in der 
Stunde verantwortungsvoller Entscheidung den richtigen Weg gefunden 
und die lichtige Auswahl getroffen hatten. Mit begreiflicher Be- 



1) Vgl. Brann, Verzeichnis der Schriften n. Abhandhingen Zach. 
Frankeis in den ..Gedenkblättern", S. löl fif. 



— Qf) — 

friedigung lesen sie schon 1859 das Urteil eines Mannes wie Jost, 
der gewohnt war mit dem lilick des wissenschaftlich geschulten 
Geschichtsforschers die Zeitereignisse anzusehen und dem Hreslauer 
Seminar das Schlusskapitel seiner damals epeochemachenden „Ge- 
schichte des Judenthums und seiner Sekten" ') gewidmet hat. „Die 
Anstalt", sagt er, „ist mit anerkennenswerther Umsicht, sowohl in 
P.etreff des inneren Zieles, wie der Beachtung der Zeiterfordernisse 
hüclist zweckmässig eingerichtet, wird immer reichlicher mit nöthigen 
Mülfsmitteln ausgestattet, gewinnt täglich mehr das Vertrauen naher 
und entfernter Rabbiner und entfaltet eine Thätigkeit, die selbst 
grössere und der Reform zugelhane Gemeinden Gerechtigkeit wider- 
fahren lassen. Wir zweifeln nicht, dass sie mit der Zeit einen 
Mittelpunkt für die jüdische Wissenschaft und den geschichtlichen 
l"'ürtschritt zugleich darbieten werde. Die Thatsache, dass eine solche 
fest begründete Einrichtung in Deutschland und zwar in der Mitte 
einer grossen Gemeinde und an einem Universistätsorte besteht, ist 
von so entscheidender Bedeutung für die Folgezeit, dass mit ihr ein 
Zeitraum weitläufiger Kämpfe sich abschliesst und eine neue lebhafte 
Theilnahme für gründliche Durchbildung der Religionskunde und 
gediegene Volksbelehrung ins Leben gerufen wird." 

Die Kuratoren sahen mit Genugtuung die Anzahl der Schüler, 
die von nah und fern aus allen Teilen des deutschen Vaterlandes und 
auch aus anderen Ländern herbeikamen, stetig zunehmen und \er- 
nehmen mit inniger Freude, dass die ersten als Rabbiner und Prediger 
entlassenen Zr>glinge unter der Anerkennung ihrer Gemeinden eine 
gedeihliche Tätigkeit entfalteten. In dem Bewusstsein, dass ihr 
Lebenswerk gelungen sei, konnten sie von der Erde scheiden. Sie 
wurden in kurzen Zwischenräumen ihrer segensreichen Wirksamkeit 
entrissen, zuerst der Jüngste von ihnen, Sanitätsrat Dr. Immanuel Levy 
am 24. Juni und bald darauf L. Milch am 2. September 1864-). 

Nach knapper Jahresfrist, am 29. Juli 1865, folgte ihnen ilir 
ältester Mitarbeiter Joseph Prinz'') in die Ewigkeit. Mit ihm 
starb, wie es scheint, eine Familie aus, die seit Beginn des acht- 
zehnten Jahrhunderts eine hervorragende Stellung in der hiesigen 
Judenschaft eingenommen hat. Sie gehörte zu dem weitverzweigten 
Geschlecht der Glogauer „Benedictiner Juden", deren aussergewöhn- 



>) Bd. III, S. 389. 

-) Vgl. Frankels Naclirufe in dor MS. XIII (iS()4), S. 279 (so daselbst 
die Register zu berichtigen) ii. 407. 

*) Vgl. Jalires])prir.ht für \mi). S. 1. 



— Q6 — 

liehe Vorrechte bis in die Tage Kaiser Rudolphs II. zurüci<reichten^). 
Bereits im Jahre 1722 begegnet in den Akten des Kgl. Staats- 
archivs-) „Hirschel Benedict, der sogenannte Printz" von Glogaii, 
als eines der am höchsten besteuerten Mitglieder der hiesigen Ge- 
meinde. Von seinem \erbrieften Rechte, mit seiner „Familie Männ- 
\md Weiblichen Geschlechts" hier zu leben, machte er einen so aus- 




joseph Prinz, 

Kuratoi- der Fr an ekel' sehen Stiftungen, 
geb. den 18. Oktober 1791. gest. den 29. Juli 1865. 

gedehnten Gebrauch, dass der Magistrat, als der Umfang seiner 
Klientel zu seiner amtlichen Kenntnis kam, bemerkte: „Wir zweifeln 
doch aber nicht unbillich, ob sub Termino „mit seiner Familie" 
dergleichen unzulässige Juden mit zu verstehen seyen, die notorie 
ausserhalb seiner Familie leben". Von solchen Anfechtungen konnte, 
als Joseph Prinz das Licht der Welt erblickte, nicht mehr die Rede 
sein. Damals eben konstituierte sich die neue jetzt blühende Ge- 



') Vgl. einiges darüber in meinen Mitteilungen ,.aus Salomon Mnnks 
nachgelassenen Briefen'-, im Jalirhuch für jüdisehe Gesch. n. Lit.. lld. II 
(1S99), S. 148 ff. 

-) A. A. 21b die vierte Liste vom 12. S. 1722 und die (TJogauer Liste 
vom J3. 1. 1722. 



- 97 - 

meinde auf Grund der Gerechtsame, die Friedrich Wilhelm II. ihr 
verliehen hatte. Zur Teilnahme an ihrer Leitung und \'er\valtung 
wurde Joseph Prinz 1834 durch das Vertrauen seiner Glaubens- 
brüder berufen. .Auch andere gemeinnützige Einrichtungen,- be- 
sonders die Waisenanstalt (seit 1838), erfreuten sich seiner tatkräftigen 
Mitarbeit'). Mit liebevollster Teilnahme hing er am Seminar und 
folgte mit freudigem Hochgefühl jedem Zeichen der Anerkennung, 
das den Lehrenden und Lernenden zu Teil wurde. Sein Name und 
der seiner Mitarbeiter wird in der Geschichte der .Anstalt stets einen 
ehrenvollen Platz einnehmen. An ihre Stelle traten in das Kuratorium 
ein Stadtrat Dr. jur. Siegfried .\Lirck, Stadtrat Hugo Milch und 
Dr. med. Julius Lobethal. 

Auch in der Zusammensetzung des Lehrer-Kollegiums traten 
um diese Zeit einige Veränderungen ein. Zu Beginn des Jahres 1864 
folgte Joöl der Berufung zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde, und 
im Frühjahr 1866 kehrte Bernays nach Bonn zurück, wo er als 
Nachfolger Ritschis eine ausserordentliche Professur und zugleich 
das Amt des Oberbibliothekars übernahm. Mit aussergewöhnlichem 
Lehrgeschick haben die beiden gefeierten Lehrer und Meister durch 
ihre kraftvolle Wirksamkeit ihre Schüler gefördert und zu ernster 
wissenschaftlicher Arbeit erfolgreich angeleitet. Ihr vorbildliches 
Leben, voll edler Einfachheit und hoher Idealität, voll echter 
Frömmigkeit und inniger Liebe zu den Wissenschaften, bleibt ein 
unvergängliches Ehrendenkmal, das sie sich in unserer Mitte errichtet 
haben. 

Die von Joül vorgetragenen theologischen Disziplinen über- 
nahmen zeitweise Frankel und Bernays. Für den Unterricht in 
den klassischen Sprachen und in der Geschichte trat Dr. Gedalje 
Löwe aus Ratibor ein, der aber bereits am Ende des Sommer- 
Semesters 1864 dem Rufe an eine andere Anstalt folgte. Sein 
Nachfolger wurde Dr. Jacob Freudenthal aus Bodenfelde. Er 
war ein Zögling des Seminars, und es gereichte dem Direktor und 
seinen Mitarbeitern zu ganz besonderer Genugtuung, dass die 
Anstalt schon nach einem Jahrzehnt des Bestehens in der Lage 
war, einen der eigenen Jünger mit einem Lehramt zu betrauen. 
Zur Übernahme des Amtes des Dr. Bernays wurde Dr. Rosin 
berufen, der damals in Berlin Direktor der Religionsschule der 
jüdischen Gemeinde war. 



*) Vgl. die SclilesiscliPii Instiinzien-Xoiizfii zu tlem bolr. und den 
folfreuden Jahren. 



— 98 — 

Dcivid Rosin wurde am 27. Mai 1823 in Rosenberg (in Ober- 
schlesien) geboren^), l.eise Spuren verraten, dass bereits in seiner 
früiiesten Jugend sich in seinem HeimatscMlchen ein gewisser Sinn für 
Aufklärung und Bildung regte. Minf \on den 69 Kindern der 
Gemeinde besuchten 1827 auswärts das Gymnasium. Die übrigen 
unterwies Rosins Vater, R. Mendel, in der Bibel und im Talmud. 
Er hielt sich streng im alten Gleise. Das einzige Zugeständnis, 
das er dem Zeitgeist machte, bestand darin, dass sein Sohn in der 
Volksschule des Ortes sich die unentbehrlichsten Elementarkenntnisse 
erwerben durfte. Nach zurückgelegtem dreizehnten Lebensjahre 
wurde er von seinem Vater zu R. Simcha Reh fisch in Kempen, 
einem Manne von grosser Gelehrsamkeit, gebracht, der nc^h ganz 
in herkömmlicher Weise einseitig dem Talmudstudium oblag. 
Unter seiner Führung sammelte der heranwachsende Jüngling 
einen reichen Schatz von Kenntnissen auf dem einzigen Gebiete, 
auf dem hier welche zu gewinnen waren. Aber nach wenigen 
Jahren zog ihn der wachsende Drang nach Erweiterung seines 
weltlichen Wissens zuerst zu R. David Deutsch hin, dem damaligen 
Rabbiner in Myslowitz, der bei streng J<onservativer Gesinnung die 
alten und neuen Bildungselemente glücklich in seinem Geiste ver- 
einigte, und dann nach Prag zu R. Salomo Jehuda Lob Rapoport, 
dem hochgefeierten Mitbegründer der Wissenschaft des Judentums, 
Um den ein Kreis lernbegieriger Jünger sich scharte. Schon nach 
zwei Jahren erwarb er sich hier das Zeugnis der Befähigung für 
das rabbinische Lehramt. Zugleich gewann er die Gunst des Dr. 
Michael Sachs, der damals in Prag Prediger war. Von ihm erhielt 
er Unterricht im Lateinischen und Griechischen, und auf seinen 
dringenden Rat entschloss er sich, an einem preussischen Gymnasium 
das Zeugnis der Reife für den Besuch der LTniversität zu erlangen. 
Seinem angestrengten Fleiss gelang es, dass er schon Ende März 
1845 in die Prima des Elisabeth- Gymnasiums in Breslau auf- 
genommen wurde. Bereits Michaelis 1846 bestand er die Abgangs- 
prüfung und Hess sich an der Berliner Universität immatrikulieren, 
um Philosophie und klassische Sprachen zu studieren. Zum 
Abschluss seiner Studien unterzog er sich der Oberlehrer-Prüfung 
und erhielt ]851 von der Königlichen Prüfungs-Kommission die 
unbedingte facultas docendi für alle Klassen des Gymnasiums. 
Am 17. Dezember desselben Jahres wurde er auf Grund seiner 



1) Vgl. David Kaufmann: „David TJosin. Ein Gruss zu seinem 
70. Geburtstage" in der Oesterr. Wochenschrift., Jahrg. 1893, No. 21, ab- 
gedruckt in Branns Jahrb. für 1894, S. 3 — 14. 



— 99 — 

Dissertation über den Agamemnon Homers von der philosopliischen 
i-'akultät in Halle a/S. zum Doktor promoviert. Den ersten amtlichen 
Wirkungskreis fand er in Berlin. Hier übernahm er die Leitung 
der \H')A eröffneten Religionsschule und brachte sie mit sicherer 
und kräftiger Hand aus unscheinbaren Anfangen zu hoher Blüte. 
Daneben unterrichtete er an der i.ehrer-Bildungs-Anstalt in den 
Religionsfächern und wirkte durch die Gediegenheit seines 
methodischen Vortrags und mehr noch durch die Lauterkeit seiner 
Gesinnung und den Eindruck seiner Herzensfrömmigkeit auf 
die zahlreichen jüdischen Lehrer, die von dort aus den Segen seiner 
Lehre in die Gemeinden des deutschen Vaterlandes hinaustrugen. 
Da er zu schriftstellerischer Tätigkeit bei diesen mannigfachen Be- 
schäftigungen, die seine Zeit und Kraft ganz in Anspruch nahmen, 
bisher keine Müsse gefunden hatte, so war es eine im besten Sinne 
persönliche Auszeichnung, die ihm durch seine Berufung an das 
Seminar zu Teil wurde, und er hat das in seine Leistungsfähigkeit 
gesetzte Vertrauen glänzend gerechtfertigt. 

Am 14. Oktober 1866 trat er sein neues Amt an und über- 
nahm mit Dr. Freudenthal gemeinsam den Unterricht in den Gymnasial- 
fächern. Ausserdem lehrte Rosin Homiletik und exegetische Literatur 
und Freudenthal Ilellenistica und Religionsphilosophie. 

Ein Jahr später mussten die Leiter des Seminars sich ent- 
schliessen, die Lehrer-Abteilung aufzulösen. Die volle Lehrer- 
Qualifikation konnte bekanntlich innerhalb des Lehrplanes der Anstalt 
ohnehin nicht erworben werden, und für den in Aussicht gestellten 
aushülfsweisen Unterricht in den profanen Gegenständen reichten 
die ordentlichen Lehrkräfte des Seminars dauernd nicht aus. Die 
Kombinierungen mit den Schülern der Gymnasial- Abteilung erwiesen 
sich immer mehr als ungeeignet, und mit den Hülfslehrern, die aus 
den Zöglingen der Rabbiner-Abteilung herbeigezogen wurden, musste 
im Interesse von deren Studien gar zu häufig gewechselt werden. 
Da nun auch der Besuch der Abteilung immer mehr zurückging 
und schliesslich bis auf drei Zöglinge sich verringerte, gaben die 
Kuratoren dem Antrag des Direktors, die Abteilung eingehen zu 
lassen, ihre Zustimmung. Nach wie vor blieb jedoch der Unterricht 
in der Theorie der Pädagogik und Katechelik ein sorgsam gcptlegles 
Lehrfach der Rabbiner- Abteilung. Und die gründliche Unterweisung 
auf diesem Gebiete ist um so unentbehrlicher geworden, je allgemeiner 
gerade in der Neuzeit, in Folge der modernen Entwickelung des 
Unterrichtswesens, dem Rabbiner die Verpflichtung zufällt, nicht 
nur selber Religionsunterricht an höheren und niederen Schulen zu 
erteilen, sondern auch Religionsschulcn einzurichten und zu leiten. 



— 100 — 

Wie dabei eine gleichmässige nicht blos theoretische, sondern 
auch praktische Durchbildung der Kandidaten zu erzielen wäre, 
ist ein ausserordentlich wichtiges Problem, dessen Lösung die 
Rabbiner-Bildungs-Anstalten der Gegenwart durchaus versuchen 
müssen. Vorläufig hat wenigstens hier durch das dankenswerte 
Wohlwollen der Gemeindebehörden und besonders der Leiter der 
Religions-Unterrichts-Anstalten jederzeit eine beschränkte Anzahl von 
Seminaristen') Gelegenheit gefunden, sich als Lehrer an den 
Religionsschulen im praktischen Schuldienst auszubilden. 

In der Rabbiner-Abteilung wurde indessen die Lehrtätigkeit 
ununterbrochen fortgesetzt. Auch die Kriege von 1866 und 1870, 
die den gewaltigen Aufschwung des preussischen und die Einigung 
des deutschen Vaterlandes herbeiführten, riefen zunächst kaum eine 
wesentliche Störung hervor. Nur als die Nachricht kam, dass die 
zahlreichen jüdischen Soldaten, die gegen Frankreich im Felde 
standen, jedes seelsorgerischen Beistandes entbehrten, erboten sich 
von den Zöglingen des Seminars Dr. Isaak Blumenstein und 
Dr. Adolf Lewin, ihren Glaubensbrüdern in den Krieg zu folgen 
und ihnen mit den Tröstungen der Religion beizustehen, Mit Zu- 
stimmung der Behörden begab sich Lewin zu den Truppen, die 
vor Paris lagerten, während Blumenstein zur Belagerungsarmee 
vor Metz ging und inmitten der stattfindenden Kämpfe an den 
hohen Feiertagen den Gottesdienst leitete. Beide blieben bis zum 
Ende des Feldzuges beim Heere^). Blumenstein wurde durch die 
Verleihung des eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Er starb als 
Landesrabbiner zu Luxemburg am 3. August 1903. Lewin ist 
gegenwärtig Bezirks- und Konferenz-Rabbiner in Freiburg im Breisgau. 

Nicht minder erfreulich waren die Auszeichnungen, die um 
dieselbe Zeit die wissenschafüichen Leistungen der Lehrer der Anstalt 
erfuhren. Am 22. Dezember 1869 wurde Graetz zum Honorar- 
Professor in der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität 

1) An der Eeligions-UuterriclitsAnstalt I seit 1856: Aron Baer- 
wald s. A.. Deutsch, Dienemann, Doktor, Elbogen, Einstein, 
L. Fränckel, S. Freund, Güderaann, Jacob Guttmann, Kaelter, 
Kober, Laupheimer, Arnold Lazarus, Michaelis, Mor. Peritz. 
Perlitz, Prager, Sander, Seligmann, Wedeil s. A. u. Wilde; au 
der Religions-Uuterrichts-Anstalt II seit 1872: Behrens, Brann, Chone, 
Dienemann, Einstein, Fabian, Max Freudenthal, M. Fried, 
Grünfeld, Jacob Guttmann, Julius Guttmann, Knoller, Pinkuss, 
Posnanski, Rülf, Tob. Samter, Schönfeld, Walter, Wedell s. A. 
und Wintei*. 

2) Vgl. den Jahresbericht für 1871. Auch Jak. Guttmann und 
Pippner stellten sich zur Verfügung. 



- 101 - 

ernannt und begann im Somtnersemester 1870 seine V^oriesungen 
an derselben. Sie erstreckten sich wie am Seminar auf die Ge- 
schichte der Juden, die Geographie von Paliistina und die all- 
testamentliche Exegese und haben auch in dem erweiterten Kreise 
seiner Zuhörer dazu beigetragen, gründliche Kenntnisse zu ver- 
breiten und zu wissenschaftlicher Forschung anzuregen. 

Ein besonderer Festtag für das Seminar war der 8. Oktober 187 1 . 
An diesem Tage vollendete Franke 1 sein siebzigstes Lebensjahr. 
Behörden, Verbände, \'ereine, Amtsgenossen, Schüler, Verehrer und 
Freunde aus allen Teilen Deutschlands, aus Österreich, Dänemark, 
England, Frankreich, den Niederlanden, Russland und Nordamerika 
brachten ihm bei diesem Anlass Zeichen verehrungsvoller Liebe in 
erdrückender Fülle entgegen. Kaiser Wilhelm I verlieh dem Ge- 
feierten den roten Adlerorden vierter Klasse, und Kaiser Franz 
Joseph I ernannte ihn zum K. K. Rat. Das Lehrer-Kollegium über- 
reichte eine Festschrift, betitelt: „Einleitung in den Talmud von 
Joseph Ibn Aknin, aus dem Arabischen ins Hebräische übersetzt, 
zum ersten Mal aus einer Handschrift edirt, nebst Seder Tannaim 
we-Amoraim, nach einer Handschrift von neuem edirt", zu der 
Graetz ein Vorwort geschrieben hat'). Das Curatorium begründete 
eine Director Dr. Zacharias Frankeische Stiftung", über deren Zweck 
und weitere Ausgestaltung das Wichtigste bereits-) berichtet ist. 

Für Frankel waren alle diese Huldigungen, die er wohl oder 
übel Tage lang über sich ergehen lassen musste, nur eine Er- 
munterung zu rastloser Fortsetzung seiner wissenschaftlichen Tätig- 
keit. Mit der Arbeitslust eines Jünglings ging er jetzt, nachdem soeben 
1870 seine „Einleitung in den jerusalemischen Talmud" erschienen war, 
an das Riesenunternehmen, einen Kommentar zum ganzen Jeruschalmi 
zu schreiben. Er wollte darin die Schärfe, Kürze und Präzision 
Raschis, des unübertroffenen klassischen Erklärers des babylonischen 
Talmud, mit den Anforderungen moderner Wissenschaftlichkeit ver- 
binden. Schon im Jahre 1874 verliess der erste Teil die Presse. 

Tief erschütterte ihn wenige Monate später (12. Dezember 1874) 
der plötzliche Tod des Kurators Dr. Lobethal, der durch seine 
Erziehung und Überzeugung die innigste Liebe zur Religion und 
zur Wissenschaft des Judentums besass und jederzeit in seinem 
Leben bewährt hat. Der Seminar -Bibliothek hinterliess er die 
hebräischen Bücher aus dem Nachlass seines Vaters, in denen er 
selber in der knappen Zeit, die ihm sein Beruf als vielbeschäftigter 

1) a. a. O. für 1872. Israel. Wocbeuschrift 1871, No. 42. 
•■!) Oben S. 82 f. 



- 102 — 

Arzt übrig Hess, Belehrung und Anregung zu suchen lieble. Sein 
Amt übernahm der Kaufmann Julius Haber, ein wegen seiner 
redlichen Gesinnung und seiner aufrichtigen Frömmigkeit in weiten 
Kreisen angesehener Mann, der schon seit Jahren zu den treuesten 
Freunden des Seminars gehörte und noch dazu in nahen per- 
sönlichen Beziehungen zu Frankel stand. 

Bei allen diesen W'echselfällen fand Frankel seinen Trost in 
seiner mit erstaunlicher Frische und peinlicher Gewissenhaftigkeit 
fortgesetzten Lehrtätigkeit und in der rastlosen Arbeit an seinen 
wissenschaftlichen Werken. Ausser dem Kommentar zum jerusa- 
lemischen Talmud wollte er der Wissenschaft noch eine Fortsetzung 
seiner Targumstudien und eine Einleitung in den babylonischen 
Talmud schenken. Furcht und Hoffnung teilten sich in die Sorge 
um die Vollendung seines Lebenswerkes; die Furcht hat Recht be- 
halten. Am Freitag, den 12. Februar 1875, vollendete er bis auf 
wenige Schlusssätze die Vorrede zu dem druckfertig hinterlassenen 
zweiten Teile seines Jeruschalmi-Kommentars '). Am Tage darauf, 
am Sabbath, um zwei Uhr nachmittags, hauchte er seine Seele aus'-^). 

Seine Name lebt in seinem Werke fort. Sein Ideal ist 
zur Wahrheit geworden. Es gibt heute kaum eine einzige Rabbiner- 
Bildungs-Anstalt in Deutschland und im Auslande, an der nicht 
seine Schüler und seiner Schüler Schüler lehren und in seinem 
Geiste die Liebe zum Glauben und zur Wissenschaft des Juden- 
tums zu verbreiten trachten. 

Seine Grabschrift^) lautet: 

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j^t'K"! "ns 'n z'^p rot:' nri nüs:i 

p^sS .T'Snn 

n"n2rjn 

1) Vgl. Kaulmann in der MS. 1876, S. 24. 

^) Ueber sein Leichenbegängnis s. Israel. Wochensclirilt 1875, No. 9. 
Die von Joe], Landau und Perles gehaltenen Predigten sind gedruckt. 

3) Das Geburtsdatum der Inschrift ist unrichtig, vgl. oben S. 28. 
Gelegentlich sei auch ein anderer hierher gehöriger Druckfehler berichtigt. 
In der Anm. zur Einleitung in den 2. Teil des Jer.-Kommentars ist ptt'K"i IIK ': 
(statt '■) zu lesen. 



— 103 — 

Alljeihrlich an seinem Sterbelage llndet in der Seminar-Synagoge 
eine Trauerfeier mit Gebet und Gedächtnisrede') statt. 

Auf die verwaiste Lehrkanzel'-) berief das Kuratorium nach ge- 
wissenhafter Prüfung aller Vorschlage den Dr. L. Lazarus, damals 
Rabbiner in Prenzlau. Er war am 8. April 1822 in Filehne geboren und 
gehörte einer l"\'imilie an, aus der seit mehreren Generationen Talmud- 
lehrer von Bedeutung hervorgegangen waren. Sein erster Jugend- 
lehrer war sein gelehrter \'ater ')• Dem vorbildlichen Lebenswandel 
dieses rastlos fleissigen und gotlesfürchtigen Mannes verdankte er 
die Freude an der unausgesetzten Beschäftigung mit der Bibel und 
dem Talmud und die unbegrenzte Ehrfurcht vor den durch Gesetz 
und Herkommen geweihten Äusserungen des jüdischen Lebens. 
Unter seiner milden und gewissenhaften Leitung erwarb sich. der 
glänzend begabte Knabe ein an Tiefe und Umfang so reiches biblisches 
und halachischcs Wissen, dass R. Akiba Eger (gest. 1837), der 
berühmteste Talmudmeister jener Tage, den Dreizehnjährigen aus- 
nahmsweise zu seinen talmudischen X'orlesungen zuliess. Etwa 
sieben Jahre blieb er in Posen un.l setzte nach dem Tode R. Akibas 
seine Studien bei dessen Sohne eifrig fort. Dann ging er nach 
Sondershausen, wo er privatim im Talmud unterrichtete und dafür 
Unterricht in allen Lehrgegenständen des Gj'mnasiums erhielt. Mit 
dem Zeugnis der Reife ausgestaltet, bezog er nach einigen Jahren die 
Berliner Universität, um Philosophie zu studieren, und wurde am 
5. Juni 1848 in Halle a. S. auf Grund seiner Dissertation „de doctrinae 
morum talmudicae principiis" zum Doktor der Philosophie promoviert. 
Zwei Jahre später wählte ihn die Gemeinde Prenzlau zu ihrem 
Rabbiner. Ihr hat er ein Vierteljahrhundert treuer Arbeit im ganzen 
Umfang der seelsorgerischen Tätigkeit gewidmet und erfolgreich 
durch Lehre und Beispiel auf Alt und Jung gewirkt. Bei der weisen 
Einteilung seiner vielseitigen Beschäftigung fand er immer noch Zeit, 
seine Studien fortzusetzen und mit der wissenschaftlichen Bewegung 
der Gegenwart in lebendigem Zusammenhang zu bleiben. Obwohl 
er bei seiner angeborenen Schlichtheit und Bescheidenheit eine ge- 



1) Einige der Godilchtnisredeu siud in llahmors Predigt-Magazin 

gedruckt. 

•') Die Tulmud-Vorlesungen am Seminar lücll im Sommer-Semester 187.5 

der Stifts-Rabbiner Israeli aus Makel. 

«) Was für ein Mann der Va'.er war, und wie es im Elternhause 
zuging, hat Lazarus' jUngerer Bruder Moritz (geb. 1824) in seinem Vor- 
trage: ..Aus einer jüdischen Gemeinde vor i'änfzi'j; .Talircn" (abgedruckt in 
seinem Buche „Treu und frei-, S. 281 IV., vgl. das. S. 349 f. 354) vortrelllich 
geschildert. 



- 104 — 

wisse Scheu vov jedem ölTenllicheii literarischen Ilervorlreten besass, 
stand er allgemein in dem Rufe, mit seiner aussergevvöhnlichen 
theologischen Gelehrsamkeit eine wissenschaftliche Bildung von 
seltener Gründliciikeit und Gediegenheit zu verbinden. So konnte man 
zu seinen Talenten, zu seinem Charakter und zu seiner religiösen 
Gesinnung das Vertrauen haben, dass es ihm gelingen werde, 
l'rankels Lebenswerk in dessen Geiste fortzuführen. 

Am 23. September 1875 wurde er in Gegenwart des Lehrer- 
Kollegiums und der Studierenden des Seminars in sein Amt ein- 
geführt^). Der Kurator Stadtrat Dr. Marck wies hierbei auf die hohe 
Bedeutung des feierlichen Aktes für den Neueintretenden und für die 
Anstalt hin. Er hob die Verdienste Frankeis, der recht eigentlich 
der geistige \'ater des Seminars gewesen sei, hervor. Nicht tlüchtigen 
Tageswerken habe der Verewigte gehuldigt, er habe \ielmehr die 
pro\'identielle Mission gehabt, in der Begründung des Seminars einem 
Gedanken Ausdruck zu geben, der die Besten unserer Glaubens- 
genossen beseelte, dem Gedanken, dass der Wissenschaft des Juden- 
tums nur dann eine gedeihliche Wirksamkeit verbürgt sei, wenn 
sie der Glaubensgemeinschaft zugeführt werde in Veibindung 
mit den Grundlagen der allgemeinen Bildung, mit der Philosophie 
und dem klassischen Altertum, wenn sie herausträte aus dem be- 
engenden Lehrhause der Vorzeit in den freien Lehrsaal moderner 
wissenschaftlicher Forschung. Dieses Ideal habe den Begründern 
des Seminars \-orgeschwebt und werde auch für alle Zukunft den 
Leitern und Lehrern den Weg erfolgreicher Tätigkeit vorzeichnen. 
Hierauf erwiderte der Direktor, dass er nur mit schwerem Herzen 
sich entschlossen habe, die Kanzel mit dem Katheder zu vertauschen 
und der Nachfolger eines Mannes zu werden, der in seltener Genialität 
eine immense talmudische Gelehrsamkeit mit einer bedeutenden wissen- 
schaftlichen Bildung vereinigte und in epochemachenden literarischen 
Leistungen davon Zeugnis ablegte. Allein sobald einmal aus den 
Schachten der Forschung die Goldbarren der Wissenschaft zu Tage 
gefördert seien, sei es auch der bescheidenen Kraft gegeben, diese 
Goldbarren zu gangbaren Münzen umzuprägen und weiteren Kreisen 
zugänglich zu machen. Damit solle keineswegs ein Verzicht auf 
jede Selbständigkeit ausgesprochen sein. Gerade im Interesse der 
Anstalt müsse er \ielmehr für sich und seine Kollegen die \olle 
Berechtigung der Individualität, die nur am Zweck der Anstalt und 
an der Tendenz ihres Stifters eine selbstverständliche Schranke habe, 
in Anspruch nehmen. Er schloss mit herzlichen Begrüssungsworten 



1) Jahresbericht für 1876, S. IV bis VI f. 



105 



an die Amtsgenossen und an die Schüler und gab der Hoffnung 
Ausdruck, dass es in harmonischem Zusammenwirken und in gegen- 
seitiger Förderung und Ergänzung gelingen werde, das Seminar auf 
seiner wissenschaftlichen Höhe zu erhalten und einer gedeihlichen 
I'^ortentwickelung entgegen zu führen. 

IJer neue Direktor begann sofort eine vielseitige Tätigkeit. 
Unter seiner Leitung erhielt die bisherige Studienordnung eine Um- 
gestaltung, die sich wohl bewährt hat, und deren wesentlichste Be- 
stimmungen noch heute massgebend sind. Die Ferien-Ordnung und 
das Reglement für die Abgangsprüfungen, die er gemeinsam mit 
dem Lehrer-Kollegium entwarf und mit Zustimmung des Kuratoriums 
in Kraft setzte, konnten bis auf die Gegenwart nahezu unverändert 
bestehen bleiben'). Durch seine Milde und Versöhnlichkeit gewann 
er bald die Zuneigung seiner Amtsgenossen und arbeitete mit ihnen 
in herzlichem Einvernehmen. Bei seinen Lehrvorträgen, den tal- 
mudischen und den wissenschaftlichen, ging er vornehmlich darauf 
aus, seine Zuhörer zu eigenem Forschen und zu selbständiger Mit- 
arbeit anzuleiten. War ein schwieriges Thema zu erörtern, so 
verstand er es meisterhaft, in Anlehnung an die alte erprobte 
dialektische Methode, durch geschickte Zwischenfragen scheinbar 
die Schwierigkeiten zu häufen, und zu lebhafter Meinungsäusserung 
herauszufordern, dann aber auch die Debatten mit unvergleichlicher 
Sanftmut zu leiten und schliesslich durch eine kurze und geistvolle 
Bemerkung das tiefe Dunkel wie mit einem Zauberschlage auf- 
zuhellen. Zugleich begann er die Ergebnisse seiner wissenschaft- 
lichen Forschungen der Öffentlichkeit zuzuführen. Schon im zweiten 
Jahre seiner Amtstätigkeit erschien als Beilage zum Jahresbericht 
seine Abhandlung „zur Charakteristik der talmudischen Ethik", die 
durch die Gediegenheit der Untersuchung, die feine Auswahl des 
dargebotenen Stoffes und durch die Klarheit und Schönheit der 
Darstellung die P'achgenossen sofort überzeugte, dass hier ein eben- 
bürtiger Gelehrter von nicht gewöhnlicher Bedeutung zum Worte 
komme. So führte Lazarus in gleichmässiger Berücksichtigung der 
verschiedenen Gebiete seiner umfangreichen amtlichen Tätigkeit 
die Arbeit an den theologischen und wissenschaftlichen Aufgaben 
der Anstalt rastlos und umsichtig weiter und rechtfertigte vollkommen 
das Vertrauen, das ihn in sein neues Amt berufen hatte. Hoffnungs- 
freudig sah darum das Seminar dem Abschluss des fünfzigsten 
Semesters seiner Wirksamkeit entgegen und konnte schon zu Beginn 



^) Die Verhandlungen darüber begannen im Dezember 1875 und 
kamen im Februar 1877 zum Abschluss. 



— 106 — 

desselben, mit C.eiuigtuung von der verdienten Auszeiciinung 
Kenntnis nehmen, die einem Mitglied des Lehrer-Kollegiums, dem 
Dr. Freudenthal, durch seine Ernennung zum ausserordentlichen 
Professor an der Universität zu Teil wurde. 

Da Prof. PVeudenthal infolge seiner akademischen Tätigkeit 
den Gymnasial-Unterricht nicht mehr erteilen konnte, übertrug ihn 
das Kuratorium, auf den Vorschlag des Direktors, dem Dr. Leopold 
Cohn, der gegenwärtig als Professor an der hiesigen Universität 
und als Oberbibliothekar an der Königlichen und Universitäts- 
Bibliothek tätig ist. Bis zur Aufhebung der Gymnasial-Abteilung') 
im Winter-Semester 1886/87 hat er an derselben mit trcuester 
Hingebung und bestem Erfolge unterrichtet. 

Da traf die Anstalt ein neuer harter Schlag. Der Direktor 
erkrankte schwer, und die schnell dahinschwindenden Kräfte machten 
ihm bald jeden Atemzug zu einer Anstrengung. Nichtsdestoweniger 
wollte er in tapferer Pflichttreue eine Störung des Unterrichts ver- 
hüten und hielt, an das Zimmer gefesselt, in seiner Studierstube 
seine Vorlesungen mit demselben Eifer und derselben geistigen 
P>ische wie in gesunden Tagen. Aber keine Willensstärke konnte 
die Natur bezwingen, und am 16. April 1879 ging er, nachdem 
er soeben erst das 57. Lebensjahr beendigt hatte, zur ewigen 
Seligkeit ein. Sein Leichenbegängnis legte Zeugnis ab von der 
\'erehrung, mit der die Gemeinde, in welcher er 25 Jahre als 
Rabbiner gewirkt hatte, an ihm hing, von der allgemeinen Wert- 
schätzung, die er sich hier in seinem neuen Wirkungskreise er- 
worben, und von der Liebe seiner Schüler, die zum Teil aus weiter 
Ferne herbeieilten, um ihrem Meister das letzte Geleit zu geben'-). 

Schon einige Zeit vorher hatte übrigens das Seminar einen 
anderen schmerzlichen Verlust erlitten. Nach kaum dreijähriger 
Tätigkeit war der Kurator, Kaufmann Julius Haber, gestorben''), 
der stets das wärmste Interesse für das Gedeihen der Anstalt und 
die innigste Teilnahme für die Leistungen und Erfolge der Stu- 
dierenden bekundet hatte. An seine Stelle trat sein Sohn, der 



1) Im letzten Semester war er zu einer wissenschaftlichen Reise nach 
Frankreich und Italien beurlaubt. Die Herren DDr. Badt und Knoller 
vertraten ihn wälirend dieser Zeit. 

2) Die von Joel und Steckelmacher gehaltenen Leichenreden sind 
gedruckt. Seine Grabschrift lautet: nnT\-l I rKli rnDÖ iD^m imö IJJHK I ;"£ 

Z.-Z' n"K ÜV2 ntssn 1 ^"Epn s-r ü-nni 'K nra "i':'i; 1 nns^iKb 1 min^ j-ms' 

3) Am 20. November 1876. 



- 107 — 

Kaulniann Hermann Haber, der zwei Jahrzehnte lan^ mit der 
Intelli^'enz und Tatkraft, die ihn in hervorragendem Masse aus- 
zeichneten, die Wirksamkeit des Seminars nach jeder Richtung hin 
unterstützt und gefördert hat*). Das Seminar wird ihnen beiden ein 
dankbares und ehrendes Andenken dauernd bewahren. Der Nach- 
folger Hermann Habers im Kuratorium wurde Dr. med. Samuel Freund. 
Unter der Nachwirkung dieser erschütternden Ereignisse nahte 
der Tag des Jubiläums heran. Das Kuratorium x^eröffentlichte eine 
Denkschrift"), die einen Überblick gewährte über die Entstehung, 
das Wachstum und die Einrichtungen des Seminars, über die bis- 
herige literarische Tätigkeit der Lehrer und Jünger und über die in dem 
abgelaufenen Zeitraum ausgebildeten Zöglingen, von denen bereits 
eine beträchtliche Anzahl bedeutende Rabbinatssitze einnahm und in 
grösseren Kreisen wirkte. Von einer offiziellen Feier wurde .Ab- 
stand genommen. Nichtsdestoweniger erfuhr das Seminar von Ge- 
meinden, Verbänden und Privatpersonen zahlreiche Kundgebungen 
der Sympathie und konnte mit Befriedigung feststellen, in wie hohem 
Masse es sich des ölTentlichen Vertrauens erfreute. Diese Kund- 
gebungen äusserten sich in Abordnungen, Adressen und Zuschriften 
besonders an die beiden ältesten Lehrer. Prof. Graetz und Dr. 
Zuckermann, die eben am Jubiläumstage auf ein Vierteljahrhundert 
ihrer Amtstätigkeit zurückblickten. Unter den Glückwünschenden 
befanden sich viele Rabbiner, die nicht aus dem Seminar hervor- 
gegangen waren und gern die Gelegenheit ergriffen, ihrer Über- 
einstimmung mit der an dieser Lehranstalt vertretenen Richtung 
Ausdruck zu geben. Ganz besonders aber beteiligten sich an der 
Feier die ehemaligen Jünger des Seminars, und zwar nicht nur die- 
jenigen, die als Rabbiner und Prediger entlassen waren, sondern 
auch solche, die einen anderen Lebensberuf gewählt hatten, Juristen, 
Mediziner, Universitätsprofessoren, Gymnasiallehrer, Religionslehrer 
und Kantoren. Sie alle überboten sich in Kundgebungen der Liebe 
und Anhänglichkeit an die Lehranstalt, der sie ihre Ausbildung ver- 
dankten, und an die verehrten Lehrer und .Meister, deren Schüler sie 
gewesen waren. Eine besondere Huldigung wurde dem Prof. Graetz 
dargebracht. Ein grosser Kreis von Verehrern und Freunden über- 
reichte ihm ein Kapital zur Gründung einer Stiftung, die seinen 
Namen tragen und den Zweck haben sollte, jüdisch-wissenschaftliche 
Studien anzuregen und zu befördern''). 



') Er Star!) am 10. Februar 1897.! 

2) Sie ist von Prof. Freudontlial bearbeitet. 

•'') Vgl. den Jahresbericht l'ür 1880. 



— lOS — 

Mit dem Beginn des Wintersemesters begann von Neuem die 
ernste Arbeit in der bisiierigen bcwaiirten Weise. In treuer Fürsorge 
für die Interessen des Seminars berief das Kuiatorium als Lehrer 
für die talmudischen und rabbinischcn Fächer den Dr. David Jocl, 
damals Rabbiner in Krotoschin, und übertrug ihm, da von der Be- 
rufung eines Direktors zunächst Abstand genommen wurde, das Amt 
des Seminar- Rabbiners. Die Direktorial -Befugnisse wurden dem 
Lehrer- Kollegium in seiner Gesamtheit und die Ausführung der ge- 
fassten Kollegial- Beschlüsse dem Vorsitzenden des Lehrkörpers über- 
tragen. Den Vorsitz sollte abwechselnd der Seminar- Rabbiner und 
der älteste Lehrer, Prof. Graetz, führen. Im Anfang des Januar 1880 
trat Dr. Jocl sein neues Amt an^). 

Er war als ältester Bruder von Dr. I\I. Jocl am 12. Januar 1815 
in Inovvrazlaw, wo der \'ater damals als Rabbiner-Assessor fungierte, 
geboren-). Bis zum 18. Lebensjahr glich sein Bildungsgang durchaus 
demjenigen seines Bruders. Im Jahre 1833 ging er dann nach 
Posen, um bei R. Akiba Eger, und vier Jahre später nach Berlin, 
um bei den dortigen Rabbinats-Mitgliedern seine halachischen Studien 
fortzusetzen und abzuschliessen. In Berlin hörte er gleichzeitig als 
Hospitant an der Universität bei Friedrich v. Raumer geschichtliche, 
bei Neander kirchengeschichtliche und bei Steffens naturphilosophische 
Vorlesungen. Mit Aufmerksamkeit und Verständnis folgte er dann, in 
die Heimat zurückgekehrt, der aufstrebenden Entwickelung der jungen 
Wissenschaft des Judentums in den dreissiger und vierziger Jahren 
des vorigen Jahrhunderts und wählte sich bald für seine eigenen 
wissenschaftlichen Untersuchungen ein selten betretenes interessantes 
Gebiet, auf dem er schätzenswerte Leistungen hervorgebracht hat. 
Auch die Bestrebungen für die moderne Umgestaltung des Judentums 
erweckten seine lebhafte Teilnahme, und gewiss eine der ersten* 
Äusserungen, mit der er öffentlich hervortrat, war im Jahre 184ö 
die Aufforderung an seine Fachgenossen in der Heimatsprovinz, die 
gemässigte Richtung, die Frankel damals einschlug und verteidigte, 
tatkräftig zu unterstützen. 1843 berief ihn die Gemeinde Schwersenz, 
1859 die Gemeinde Krotoschin zu ihrem Rabbiner. Im Jahre 1849 
erschien sein Buch über „die Religionsphilosophie des Sohar" das 
von der berufenen Kritik mit grosser Anerkennung aufgenommen 
wurde. Auf Grund desselben erteilte ihm am 29. April 1850 die 
philosophische Fakultät zu Jena das Doktor-Diplom. Überall, wo 



1) Vgl. den Jahresbericlit für 188L 

2) Nach seinen eigenen biographischen Aufzeichnungen bei seineu 

Personalakten, fol. 29 f. 



— 109 — 

er amtlich wirkte, erwarb er sich durch seine Frömmigkeit, seinen 
Pflichteifer und seine Friedfertigkeit die Liehe und Hochachtung seiner 
Mitbürger. Man durfte darum hoffen, dass er auch hier in dem neuen 
Wirkungskreise die Wertschätzung, die seiner Gelehrsamkeit und 
seinem Charakter gebührte, schnell linden, und dass ersieh den neuen 
Aufgaben, die er übernahm, \ollkommen gewachsen zeigen werde. 

Der Kurator Stadtrat Dr. Marck führte ihn feierlich in sein 
Amt ein und wies dabei auf die grossen und wichtigen Ziele der 
Anstalt und die umfassenden Pflichten hin, die dem Neueintretenden 
innerhalb der Organisation derselben zufallen würden. Der Seminar- 
Rabbiner erwiderte mit Dankesworten an das Kuratorium und das 
Lehrer-Kollegium für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Für seine 
Lfhrtiitigkeit und deren Ziel und Richtung solle allerdings Frankel, 
für seine Lehr weise aber zunächst seine eigenen Lehrer, sein Vater 
und R. Akiba Eger, Muster und Vorbilder für ihn sein. Er werde 
danach trachten alle Disputationen, die mehr verwirrend als auf- 
klärend wirken, fern zu halten und durch sachgemässe Auslegung 
der talmudischen und rabbinischen Literatur klare und gründliche 
Kenntnisse auf diesem Gebiete zu verbreiten. 

Seine Zusagen hat er nach besten Kräften gehalten und sich 
in hohem Masse die Verehrung und Anhänglichkeit seiner Schüler 
während des kurzen Zeitraums, in welchem ihm am Seminar zu 
wirken vergönnt war, erworben. Zeugnisse seines ernsten wissen- 
schaftlichen .Strebens waren in diesen Jahren die Abhandlungen 
über „den Aberglauben und die Stellung des Judentums zu dem- 
selben", die er in den Jahresberichten der Anstalt*) veröffentlicht hat. 
Schon am 7. September 1882 hatte das Seminar den Verlust dieses 
ehrwürdigen Greises zu beklagen, der ebensosehr durch den Ernst 
und die Würde seiner Persönlichkeit wie durch seine Sittenreinheit 
und ausserordentliche Herzensgüte ein unvergessliches Vorbild für 
den um ihn sich scharenden Schülerkreis geworden ist'*^). 

Nach seinem Tode blieb die Lehrverfassung unverändert''). 
Nur wurde festgesetzt, dass in Zukunft der Vorsitz im Lehrer- 
Kollegium alljährlich unter dessen Mitgliedern nach der Reihenfolge 



>) Für 1881 und 1883. 

2) Seine Grabschrift lautet: I bl'K' nn I nn.T.ö irU'E: nttnö im-, I p-s:?: 
z-^h ".TT I rn-rprn] yvpr.r: rz'c n- s'rcrSr -h". l h-r, c-n -,"^.mö pK;n p 
ly hiJi '^'n ly^su*: l -;r c-i'r-K 'nz l j-rKus-^pi prr.i'vu' l p"pz nn'ö'?'i 
vzv vn '!3' V.T1 I Kv'?cy-,r -^-rn ,-i-r '?•-;,-; c-ii.':.-! rrzz i r^Z'v:':i rx-,'? x-p:r 
b'ZVKi v2-n bzb T-! ",-1", I ri2-.n '?"'rs -"r c-i^rn "rs n'?u •: r,:z' i c-wU" a";r 
I n"Si:n l ci"" n" '« "rsiJsr) oar -rw 

••') Jahresl)ericht für 1884. S. 1 II. 



— 110 — 

des Dienstalters abwechseln sollte^). Zum Amte des Seminar-Rabbiners 
wurde Dr. Israel Lewy berufen. Er hat von 1864 bis 1869 unsere 
Anstalt besucht und war seit 1872 als Dozent an der Hochschule 
(Lehranstalt) für die Wissenschaft des Judentums in Berlin 
tätig. Am 1. April 1883 wurde er feierlich in sein Amt eingeführt, 
und der Kurator, Stadtrat Dr. Marck, legte bei dieser Gelegenheit 
die Hoffnungen und Erwartungen dar, welche die Anstalt an seinen 
Eintritt in das Lehrer-Kollegium knüpfte. Dr. Lewy erwiderte, dass 
er sich seines einstigen und jetzigen Verhältnisses zum Seminar und 
zu den Männern, die hier seine Lehrer gewesen und von heute an 
seine Amtsgenossen werden sollen, und nicht minder der Ver- 
antwortung, die er heute übernehme, vollauf bewusst sei. Diese 
Verantwortung sei um so schwerer, als es ger:.de in der Gegenwart 
not tue, dass Rabbiner herangebildet werden, die, unbekümmert um 
Parteistreitigkeiten, mit selbstloser Hingebung und idealem Sinne, 
mit Begeisterung und Besonnenheit, mit Wärme und Würde, mit 
inniger Pietät für unsere heiligen Überlieferungen und mit ver- 
ständnisvollem Blick für die Ansprüche der Gegenwart ihrem Berufe 
sich widmen und für die Erhaltung unserer Lehre, für die Wahrung 
des jüdischen Lebens, für die Hebung des religiösen Sinnes und 
für aufrichtige Herzensfrömmigkeit einzutreten und zu wirken suchen. 
Er sei entschlossen, im Sinne und Geiste, wenn auch vielleicht 
nicht in der Weise seines unvergesslichen Meisters, des geistigen 
Schöpfers aieser Anstalt, gemeinschaftlich mit den Kollegen an der 
wissenschaftlichen, sittlichen und religiösen Erziehung und Aus- 
bildung der Jünger der jüdischen Theologie mitzuarbeiten, und habe 
das Vertrauen, dass die Vorsehung ihm beistehen werde, den über- 
nommenen Pflichten nachzukommen. 

Nach den schmerzlichen Ereignissen der jüngsten Vergangen- 
heit waren der Anstalt nun einige Jahre ruhiger Entwickelung ge- 
gönnt. Es war eine Zeit stiller geistiger Arbeit und geräuschloser 
Lehrtätigkeit. Als zu Beginn des Sommersemesters 1887 der 
Gymnasial-Unterricht, für den ein Bedürfnis nicht mehr vorlag-), 
eingestellt wurde, konnten die Lehrkräfte, die nunmehr von der 
Beschäftigung mit Unterrichtsgegenständen, welche keinen Zusammen- 
hang mit der Theologie haben, entlastet wurden, ihre Tätigkeit um 
so fruchtbarer den rein theologischen Disziplinen zuwenden. In 



1) Im Wintersemester 1882/83 hielt die Talmudvorlesungen Herr 
S. H. Kirschner aus Loslau, Er war übrigens auch schon nach dem 
Tode des Direktors Lazarus im Sommersemester 1879 zur Uebernahme dieses 
Unterrichts berufen worden. 

-) Vgl, oben S. 66. 



- 111 — 

Rücksicht auf die Tatsache, dass sich immer mehr Gymnasiai- 
Abiturienten mit äusserst mangelhafter theologischer Vorbildung zum 
Eintritt in die zweite Abteilung meldeten, wurde für diese Seminaristen, 
die nur mit Mühe den Vorlesungen in dieser Abteilung folgen 
konnten, ein besonderer Unterricht in hebräischer Elementar- 
grammatik, in kurs.M-ischer Lektüre der ersten Propheten und der 
geschichtlichen Ilagiographen und in den Elementen des Talmud- 
studiums eingeführt, l-'erner wurden von nun an in jedem Semester 
zur Vertiefung des hebräischen Sprachunterrichtes grammatische und 
stilistische Übungen abgehalten Diesen gesamten Unterricht über- 
nahm Dr. Rosin. Endlich wurde als neuer Lehrgegenstand für die 
zweite Abteilung der Unterricht in leichteren Partieen des Schulchan 
aruch ( )rach Chajjim eingeführt. Diese Disziplin lehrte Dr. Zucker- 
mann'). Alle diese Massregeln haben sich in der Praxis als durch- 
aus sachgemäss erwiesen und sind nahezu unverändert bis auf die 
Gegenwart beibehalten worden. 

Der Ernst der Arbeit wurde in diesem und dem folgenden 
Jahre durch einige freudige Feste angenehm unterbrochen. Die 
Senioren des Lehrkörpers, Prof. Graetz und Dr. Zuckermann, voll- 
endeten ihr siebzigstes Lebensjahr und empfingen aus den weitesten 
Kreisen Zeichen der Anerkennung und Verehrung-). Besonders 
r.raetzens siebzigster Geburtstag gestaltete sich zu einem Ehren- 
und Jubeltage für ihn und für das Seminar. Zahlreiche deutsche 
und ausländische Gemeinden und Verbände sandten ihm Glück- 
wünsche in Adressen und Telegrammen. Sie priesen das „Geschick, 
welches den Erforscher des Judenthums zum Lehrer der Judenheit 
gemacht hat" ; sie priesen sein „grosses Geschichtswerk, in welchem 
der Genius des israelitischen Volkes in seinem vollen Glänze sich 
offenbart und in seiner inneien F.ntfaltung, wie in seiner Einwirkung 
auf die l':ntwickelung der Menscheit zu Tage tritt'')". Sie dankten 
dem Manne, der „die Geschichte des jüdischen Volkes auf seinem 
tausendjährigen Schmerzenswege mit dem warmen Herzblut des 
Sohnes geschrieben und mit der Gründlichkeit und Unerschrocken- 
heit des deutschen Gelehrten den reichen Anteil dargelegt hat, 
welcher dem Judentum an der Kulturarbeit des Menschengeschlechtes 
gebührt^)". Ein Fest-Komitee überreichte dem Jubilar eine an- 
sehnliche Summe zur Begründung einer Graetz Stiftung, und eine 



1) Protokolll.uch Bd. IT, S. HC. 127. 

2) Jahresbericht für 1H8H, S. IV bis XIV. 

8) Aus der Adresse der Beriiuer Syiiagogeugemeinde a. a, ()., S. IX f. 
*) Aus der Adresse der Breslauer Uemeinde a. a. ü., S. Vlll. 



— 112 — 

Jubelschrift, in welcher Gelehrte des In- und Auslandes wertvolle 
Arbeiten zu einer wissenschaftlichen Ehrengabe vereinigt hatten^). 

Auch von freudigen Ereignissen anderer Art ist aus dem 
Jahre 1.S8S zu melden. Ende Januar wurde Professor Freudenthal 
zum ordentlichen Professor an der hiesigen Universität befördert. 
Da er infolgedessen die Vorlesungen am Seminar einstellen musste, 
verabschiedete sich das Lehrer-Kollegium von ihm in der Schluss- 
sitzung des Winter-Semesters und schrieb folgende Erklärung in 
das Protokoll-): 

„Das Lehrer-Kollegium spricht Herrn Prof. Freudenthal bei 
seinem Rücktritt von seiner bisherigen Stellung als ordentlicher 
Lehrer am Seminar im Namen der Anstalt wärmsten Dank und 
vollste Anerkennung für die Liebe und Hingebung aus, womit er 
seine Jahrzehnte lange segensreiche Lehrtätigkeit an derselben geübt, 
für die sichtbare geistige Förderung und Anregung, die er der 
grossen Zahl seiner ihm mit Liebe und Eifer folgenden Zuhörer- 
schaft hat angedeihen lassen, sowie für die aufopfernde Fürsorge, 
die er dem materiellen Wohle derselben stets, und ganz besonders 
während seines Vorsitzes, zugewendet hat. Dem Gefühle des Be- 
dauerns um sein Scheiden aus unserer Mitte steht mildernd und 
wohltuend gegenüber unsere Genugtuung und freudige Teilnahme 
an der ehrenvollen Anerkennung, die seine v/issenschaftliche Be- 
deutung in seiner Ernennung zum ordentlichen Professor der 
Philosophie an der hiesigen Universität gefunden hat. Wir scheiden 
von ihm mit den herzlichsten Segenswünschen für die Zukunft und 
mit der Hoffnung, dass er dem Seminar auch nach dem Ausscheiden 
aus dessen Verbände seine wohlwollende Gesinnung bewahren 
werde." 

Die Vorlesungen über die Geschichte der Religionsphilosophie 
und die Erläuterung religionsphilosophischer Quellenschriften über- 
nahm nunmehr Dr. Rosin, während der Gemeinde -Rabbiner 
Dr. M. Joel seine früheren Verdienste um die gedeihliche Ent- 
wickelung der Anstalt dadurch vermehrte, dass er in dankenswerter 
Weise den Unterricht in der systematischen Religionsphilosophie 
erteilte. 

Zu Beginn des Wintersemesters wurde dem Prof. Graetz eine 
andere ausserordentliche Ehrung zu Teil. Die historische Sektion 
der Kgl. Akademie der Wissenschaften zu Madrid ernannte ihn zu 
ihrem Ehrenmitgliede. Diese überraschende Auszeichnung durfte 



1) a. a. O., S. V. 

2) Protokollbuch II, S. 135. 



— 113 - 

ihn mit um so grösserer Genugtuung erfüllen, als sie eine Huldigung 
war für den Juden, der das heldenhafte Martyrium seiner Glaubens- 
brüder auf der pyrenäischcn Halbinsel mit rücksichtsloser Wahrheit 
dargestellt und dabei die spanische Nation keineswegs glimpflich 
hatte behandeln können. 

Aber alle ungew()hnlichen Erfolge waren für ihn nichts 
weniger als eine Aufforderung, sich nach wohl vollbrachtem Tage- 
werk auf das Altenteil zurückzuziehen. Er hielt vielmehr nach wie 
vor mit wunderbarer Frische seine Vorlesungen und setzte mit der 
Schaffenslust eines Jünglings seine wissenschafiliche Tätigkeit fort. 
Wenn er täglich um 9 Uhr seine Vorlesungen begann, lagen bereits 
vier, ja fünf Stunden ernster wissenschaftlicher Arbeit hinter ihm. 
In den letzten anderthalb Jahrzehnten seines Lebens war allerdings 
seine Neigung vornehmlich seinen bibelexegetischen Studien und 
textkritischen Forschungen über die hl. Schrift zugewandt. Daneben 
aber folgte er mit gespannter Aufmerksamkeit allen noch so ent- 
legenen Veröffentlichungen, die der Wissenschaft des Judentums 
galten, um sie entweder zur Bereicherung und Berichtigung der 
neuen .Auflagen seiner Geschichte zu verwerten oder um, je nach 
ihrer Wichtigkeit in besonderen, Abhandlungen seine eigene Meinung 
darzulegen*). So überragte er, was die Zahl, den Umfang und die 
Vielseitigkeit seiner literarischen Schöpfungen"-) angeht, bei weitem 
nicht nur seine Amtsgenossen sondern nahezu alle seine Mit- 
strebenden. An meisterhafter Handhabung der Methode wissen- 
schaftlicher Forschung aber und an Gründlichkeit, Gediegenheit und 
Zuverlässigkeit der eigenen wissenschaftlichen Leistungen auf den 
Sondergebieten, denen sie ihren Fleiss und ihre Tatkraft widmeten. 
stand keiner seiner Amtsgenossen hinter ihm zurück, l'ber den 
bleibenden Wert ihrer Schriften, die das unten angehängte Verzeichnis 
aufzählt, hat die (MTentlichkeit ihr Urteil bereits ausgesprochen. 

Allen diesen hocherfreulichen Ereignissen folgte eine Reihe von 
Trauerfällen, welche die Anstalt auf das tiefste niederdrückten. Am 
23. Juni 1.S88 starb nach vierundzwanzigjähriger kraftvoller Tätig- 
keit der Kurator Stadtrat Dr. Siegfried Marck. Durch seine in 
schwierigen Lagen stets von neuem erprobte Einsicht, Klugheit und 
Herzensgüte hat er sich in iiervorragendem Masse um die Anstalt 
verdient gemacht und sich ein ehrenvolles Andenken in ihrer Ge- 



1) V-1. Bloch in der MS. XLVni (1904), S. 497 f. 

2) Vgl. das Verzeiclmis unten S. HC. IV, in dns ülier hundort kiir/.-iv 
Notizen und Bucherbesprechungen nicht anfgenomnieu sind. 

8 



— 114 — 

schichte gesichert. Als sein Nachfolger trat sein Sohn, Stadtrat 
Dr. Alfons Marck, in das Kuratorium der Stiftungen ein. 

Etwa ein Jahr später erkrankte Dr. M. Jocl schwer und erlag 
seinen Leiden am 3. November ISwO'). So wurde durch den 
Ratschluss der Vorsehung seiner anregenden und f()rdernden Lehr- 
tätigkeit, die er in alter treuer Anhänglichkeit abermals dem Seminar 
gewidmet hat, ein unerwartet schnelles Ziel gesetzt. Der Glanz 
seines wissenschaftlichen Namens und die vorbildliche Wirkung, 
die seine ganze Persönlichkeit auf den Kreis seiner Jünger aus- 
geübt hat, gehören zu den besten und bleibendsten Besitztümern des 
Seminars. 

Noch schwerere Heimsuchungen brachte das Jahr 1891. 
Graetz und Zuck ermann, welche eine in den Studienjahren ge- 
schlossene Freundschaft auch persönlich innig miteinander verband, 
schieden kurz nach einander aus dem Leben: Graetz in München 
auf einer Besuchsreise im Hause seines Sohnes am 7. September 
und Zuckermann am 17. Dezember. Sie waren die letzten der 
Üeberlebenden aus dem Kreise der Gelehrten, die Frankel bei der 
Gründung der Anstalt um sich versammelt hatte. Es ist wahr, 
dass Graetzens wissenschaftliche Werke, wie er selbst gern zu- 
gestanden hat, in manchen Einzelheiten der Ergänzung und Berichtigung 
bedürfen. Aber es ist nicht minder wahr, dass „die Liebe zu 
seinem Volke seinen unsterblichen Griffel geführt hat" -), und dass seine 
Geschichte der Juden als Ganzes heute überall bei den Juden als 
die glänzendste Schöpfung der Wissenschaft des Judentums gilt. 
Dem Seminar gereicht es zum Ruhme, dass Graetzens W'eltruf und 
Zuckermanns") verdienstliches Wirken unlöslich mit seiner Geschichte 
verknüpft sind. 

Zu Graetzens Nachfolger wurde Dr. Brann berufen und am 
4. November 1891 in sein Lehramt eingeführt. Nach Zuckermanns 
Tode übernahm er dann auch die Verwaltung der Bibliothek und 
dessen Vorlesungen über Chronologie und Kalenderkunde, die seitdem 



1; Seine Grabschrift lautet: T'-imö I Dnmisn rS"! I^mm n-i,1 I 'C"Z 

N"3-in jwn 'D nö 1 "^i^-iu^'a bn: m« p'sm i unbnp" n"3K n-'nz' i "rrK' ün:i2 nnrT 
n"2:::on l p"sh* 

-) Ans der Inschrift auf seinem Grabstein, die aueserdem nur noch 
Geburtstag- und Sterbetag verzeichnet. 

^) Er verbat sich letztwillig jede Leichenrede an seiner Bahre und 
wünschte ausdrücklich, dass der von ihm für seinen (irabstein vor- 
geschriebenea Inschrift nur die Daten hinzugefügt werden. Dem ent- 
sprechend lautet die Grabschrift: p ina nnm» I 3"B I nan nm Q'^pb miüö 
r-nn l i2 -j"" -x am '^zp:^ i i'?d: r-j 'n nr^ tü22 l pssnyppi:: 'rsiiac l -i"-imö 



— 115 — 

allerdings nicht mehr alljährlich, sondern nur von Zeit zu Zeit zu 
halten sind. 

Die schmerzlichen Erlebnisse des Jahres 1<S91 wurden übrigens 
durch ein frohes Ereignis unterbrochen. Am 18, November voll- 
endete Rosin das fünfundzwanzigste Jahr seiner Lehrtätigkeit 
am Seminar. Es war das letzte Fest an der Anstalt, das 
Zuckermann noch durch seine liebenswürdige Frische verschönte. 
Die allseitige Liebe und X'erehrung aber, deren sich Rosin als das 
nunmehr älteste Mitglied des Kollegiums zu erfreuen hatte, trat in un- 
gleich lebhafterer Weise zu Tage, als er am 27. Mai 1893 seinen 
siebzigsten Geburtstag feierte. In der Würde des Greisenalters 
kam seine harmonische Persönlichkeit nur noch abgeklärter zur 
Erscheinung. Da war nichts zu merken von einer Abnahme seiner 
geistigen Regsamkeit, von einem Nachlassen in der Erfüllung seiner 
Pflichten, von einer L^nterbrechung seiner unermüdlichen ernsten 
wissenschaftlichen Arbeit. Seine Umgebung hatte vielmehr den 
lebendigen Eindruck, als ob die edle Richtung seines Charakters, 
die Milde seines Herzens und die Lauterkeit seiner wahrhaft 
frommen Seele in immer hellerem Lichte erstrahlte. Wie innig 
seine Kollegen, Schüler und Freunde an ihm hingen, kam 
zum ergreifenden Ausdruck in dem Schmerz über seinen plötzlichen 
Heimgang am 31. Dezember 1894^). Zahlreiche Körperschaften 
und Privatpersonen sprachen dem Seminar ihr Beileid aus. Die 
israelitisch -theologische Lehranstalt in Wien sandte zur Teilnahme 
an der Bestattung ihren Rektor Prof. Dr. Adolf Schwarz, einen 
ehemaligen Jünger unseres Seminars, der im Namen seiner Anstalt 
und in seinem eigenen ergreifende Worte an der Bahre sprach. In 
zartsinniger Weise wurde Rosins Name durch David Kaufmann 
geehrt, der nun auch mit ihm im Lande der Wahrheit weilt, indem 
er mit einer namhaften Summe eine David Rosinsche Preis- 
Stiftung-) ins Leben rief. 

Rosins Lehramt^') wurde Dr. S. Horowitz, der unsere Anstalt 
von 1880—1885 besucht hat, übertragen. Bei seinem Eintritt am 



') Seine vou David Kaufuiann verfasste (irabsclirift lautet; "-: I t: 2 
n'T.ü^ C"K I anian m-ai a^-nin n^.ar i n'bvz rii c'?,-;« rrv i c-a-n -1-7:1 a-am 
mi n"in!2 1 a":,^::': rra: .a":.":«: vier; 1 a-an-x,-! ]vz-^' a-ax-rn pi'?: niran 'si 
aip' 'Äi '.-I -,na rb':- 'fz i p-zb n-nr raa '-; 'a a- np-u-a rn \ b'i j"K-, an:.-: n ja 
NC I na-ic'? rar: x"?! -rz: »vcb i xr: x':' -.u'x aa'? -ai a-sa -p: i rz'^.p a-ptzz 
n-as;n l irur- •n'rxo np-^ii-i 1 n rxa nana. 

2) Vgl. oben S. 82. 

8) Nach seinem Tode ühornalimen in dankeDswerler Weise die zeit- 
^veise Vertretung die Herren IJabbiner DDr. U uttniann und Finke Isch erer. 
Vgl. Jahresbericht für 1H96, S. 1. 

8* 



— 116 — 

19. Januar Ks96 übeinalim er die Vorlesungen über die sprachwissen- 
schaftlichen, homiletischen und religionsphilosophischen Fächer und 
dazu den Talmud-Unterricht in der zweiten Abteilung, den bisher 
Brann erteilt hatte. Dafür fielen Brann die exegetischen und päda- 
gogischen Vorlesungen zu, die zuletzt Kosin gehalten hatte, sodass 
alle exegetischen und geschichtlichen Viichev Jetzt in einer Hand 
vereinigt sind. 

Wir stehen an der Schwelle der Gegenwart. Ob die Jünger 
Frankeis, die jetzt an der Anstalt wirken, sein geistiges Erbe unter 
den veränderten Zeitverhältnissen recht zu hüten verstehen, wird der 
Geschichtsschreiber der nächsten fünfzig Jahre zu beurteilen haben. 
F:inig sind sie in dem Streben, das Seminar als eine Pflanzstätte 
lauterer Gottesfurcht und echten wissenschaftlichen Geistes zu er- 
halten. Mr)'^e diesem Streben der Segen Gottes beschieden sein. 



Verzeichnis der Schriften der Lehrer des Seminars.*) 

Dr. Z. Frankel, Direktor des Seminars, gest. 1875. 

Ein clironologisches Verzeichnis seiner Schriften hat Brann in der 
MS XLVI (1901) S. 336—352 zusammengestellt. Es nmfasst 325 
Nnmmern. 

Professor Dr. H. Graetz, gest. 1891. 

1. Die Septuaginta im Talmud. Frankeis, Zeitschrift für die religiösen 
Interessen des Judentums II, 429 ff. 

2. Die Konstruktion der jüdischen Geschichte. Das. IlT, Hl ü".. 121 ff., 
361 ff.. 413 ff. 

3. (jnosticismus und .Tudeiitiim. Krotoschin 1846. 

4. Einleitungsschriften in den Talmud. Frankeis Zeitschrift für die 
religiösen Interessen des .Judentums ITI, 270 ff., 307 ff., 349 11. 

5. Die angehliche Fortdauer des jüdischen Opferkultus nach der Zer- 
störung des zweiten Tempels. In Verbindung mit B. Friedmann. In 
Zellers Theol. Jahrbüchern 1848. 



*) In dem vorliegenden Verzeichnis und in dem S. 140 if. abgedrukten 
sind die P.öclier-Titel fett, die Überschriften der Abhandlungen in kleiner 
Schrift, die Titel der besprochenen Bücher in Kursivschrift gedruckt. 
Die Eeihenfolge in der Aufzählung ist die chronologische. Es bedeuten 
jgR iz Jewish Quaterly Review, Lbl - Rahmers Literaturblatt, MS =: Monats- 
schrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, MZS = Magyar 
Zsido Szemle, REJ = Revue des Etudes Juives. ZATW rr Zeitschrift für 
alttestamentliche Wissenschaft, ZDMG r: Zeitschrift der deiatschen morgen- 
ländischen Gesellschaft und ZfHB = Zeitschrift für hebrüischo Bibliographie. 
Für die Hülfe bei der Zusammenstellung und Korrektur der Bibliographie bin 
ich meinem Assistenten bei der Verwaltung der Seminar - Bibliothek, Herrn 
Dr. S. Koch, zu grossem Danke vorpflichtet. 



— 117 - 

.; (iesHuHitc .ler .lu.len v«n den ältesten ZoitiMi Ms aul die (iegeuwait. 

11 Bände. Leipzig iHii-TO. 

7. JUaisch-geschichtliche Studieu. MS 1. 112 IV.. lo(i iL. 102 H., .^0, 11. 

H. Die lalmudische dironologic. MS 1, 509. ..ot-«:^ 

<• Uie absetzbaren Hol>enpriester während des zweitea Tempels. MS T, oHo. 

\0. Die tahnudiscbe Topographie. MS IT, 106 ff.. 145 ff 190 IL 

1 1 Fälschunoen im Texte der LXX von christlicher Hand zu dogmatischen 

Zwecke^r MS II, 432 ff.; HL 121 ff. ^ 

12. Hagadische Elemente bei den Kirchenvätern. Mb 111. .Jli 11.. .5.0- u., 

381" ff; IV, 186-192. w .i • . 

13. Uon J^scf, Herzog von Naxos. und Dona Gracia Vah. Wertheuus 

Jahrbuch IL l ff. . ^,- o.o ^at 

14 Salomo Molcho und David IJÜubeui. MS V, 20.o-21.o 249-61. 

15 Die hebräische Inschrift in der Kirche San-lk-nito od.r der iransito 
in Toledo und ihre Geschichte. MS V, 321-330. 

16. D.>r Zelotentuhrer Eleasar b. Ananias. Wertheims Jf ^^^uch II. IH 

17 Die grosse Versammlung (Keneset ha-gedola), ihre Geschichtlichkeit, 
Zahl," Bedeutung, Zeit und Leistung. MS VI, 31-37, 61- <0. 

18 Simon der Gerechte nud seine Zeit. MS VI, 4o- .56. 

19". Die Chronologie der gaonäischen Epoche vom Beginn des zweiten 

.Tahrtausenda der seleucidischen Aera (689 der übl. Zeitr.j bis baadia. 

MS VI, 336-344, 381-386. 
■'0 Der Prophet Jeremia. Wertheims Jahrbuch IV. 1 11. 
2l'. l>ie westgothiscUe Gesetzgebung iu Bctreil der Juden. Jahresbericht 

des jiid.-theol. Semhiars. Breslau 18.58. „ , , ^ ^^i^. 

22. Autm-schaft, Abfassungszeit und Komposition der Halachot gcdolot. 

MS VII. 217-228. 
2.3. Jekutiel und Joseph Ihn I^Iigasch. ^^^ ^^^' ^'^^^-^^'^'.^ ,„., ,_ -„ 
24. Die mystische Literatur in der gaonäischen Epoche. MSMH, br-r», 

9.5 'i^^r!^^ev}.eb.liischenl^oesie. MS VllL 401; IX> i»/^-; &' "• 
90 Der Minister R. Samuel b. xNagrela. Wertheims .Jahrbuch \ I, 1 ö. 
07 Zur hebräischen Sprachkunde und Bibelexegese. MS X, 20 ü. 
28! Ein pseudepigraphisches Sendschreiben augeblich von Hai Gaou an 

Samuel Xagid. MS XI, 37. 
29. Der jüdi.sche Staatsmann Saad Addaula und R. Meir von Rotheubuig. 

Wertheims Jahrbuch IX, 40 ff. , , , i v 1 <v 

;30. Die Verjüngung des jüdischen Stammes. Wertheims .laurbuch X, 1 ü. 

(auch abgedruckt iu Büchners Jahrbuch für Isr.). 

31 Dauer der gewaltsamen llelleuisierung der .luden und der Tempel- 
■ Entweihung durch Antiochus Ei.iphaues. Jahresbericht des )üd.-theol. 

Seminars. Breslau 1864. 

32 Mose Almosnino. MS XIII, 23 iV., 57 IV. „ ,. . t , 

33. Die Entwickelungsstadien des Messiasglaubens. Wertheims Jahr- 
buch XI, 1 ff. 

34. Sinai et (iolgalha. Paris 1867. . , , o • .. 

35. Frank und die Frankisteu. Jahresbericht des jüd.-theol. Seminars. 

Breslau 1868. 

36 Voltaire und die Juden. MS XVII, 161 ff., 2(»l 11. 

37 Die Ebioniten des alten Testaments. MS X\ III, 1 ff, 49 11., Ho n. 



— 118 — 

38. Die orsto Meiuuiigsvcrochiodeuhoit in der lialacliiscluii Gesetzgebuug. 

MS XVII T, 20 IT. 
M). Der Vers im Mattliäus-Evangeliuiu „clucii Proselytcn maclieii". MS 

XVII I, 169 i\: 

40. Die Synode. Sendschreiben an einen Freund. ]\IS Will, 17! IV. 

41. Lewis Vai/, Memoire snr l'etut lies Israilitcs. J^IS XVJli, 
234 i\\, 334 Ü'., 477 fl'., 551 ff. 

42. Der Auszug aus Babylonien und der Dualismus in der Oberleitung des 
naohexilischen Cicmeinwesens in Judäa. MS XVIII, 241 IT'.. 290 iV. 

43. Über Entwicklung der Pentateucb-rerikopen-Vorlesung. MS XVI II, 
385 ff. 

44. Das Buch Koheleth, seine Entstellungszeit und sein Cliaraktcr. MS 
XVIII, 481 ff. 

45. Die Zeit des Königs Chiskija und der zeitgenössischen Propheten. 
MS XIX, 1 ff., 49 ff. 

46. Eine historische Kleinigkeit aus der tannaitischen Epoche der heil. 
Gemeinde Jerusalems. MS XIX, 33 ff". 

47. Das Wort Dll^an in der talmudischen Literatur. MS XIX, i;^8 iX. 

48. Zur Topographie von Palästina. MS XIX, 227 fl'., 524 ff. 

49. Zwei Konjekturen: Das biblische ü^JÖt'S Je». \ÄX, 10 und das 
talmudische Oip. n:^p, D31p. MS XIX, 232 ff. 

50. Gedaljah ben Achikam, Dauer und Datum seiner Statthalterschaft. 
MS XIX, 268 ff'. 

51. Beleuchtung einer angeblich inhumanen Lehre im Talmud V'Vl 26a. 
MS XIX, 481 fl'. 

52. Kohelet oder der saloiuüuische Prediger, übersetzt und kritisch erläutert. 
Leipzig 1871. 

53. Scliir-ha-Scliirim oder das salomonische Hohelied, übersetzt und kritisch 
erläutert. Wien 1871. 

54. Die beiden Ben Ascher und die Massora. MS XX, 1, 49 fi. 

55. Der erweiterte Gebrauch der Causativ-Formen im Hebräischen. MS 
XX, 78 ff. 

56. Die weitere Ausdehnung des Gebietes der Pual-Form. MS XX. 145 11'. 

57. Das Tier DSn in der Bibel. MS XX, 193 ff. 

58. Eine eigentümliche Volkszählung während des zweiten Tempelbestandes. 
MS XX, 200 ff. 

59. Beiträge zur Wort- und Sacherklärung der Mischna. MS XX, 228 11'., 
264 ff., 494 ff., 530 ft\ 

60. Das Klientelverhältnis im hebräischen Altertum. MS XX, 289 ff. 

61. Beiträge zur Sach- und Worterklärung des Buches Daniel. MS XX, 
337 ff., 385 fl'., 433 fl. 

62. luquisitions-Verfahren gegen die Juden in Bologna im Jahre 1568. 
MS XX, 378 ff. 

63. Wesseiys Gegner. MS XX, 465 ff. 

64. Die Kanonizität des Buches Esther in der älteren synagogalen und 
kirchlichen Literatur. MS XX, 502 ff. 

65. Der geschichtliche Hintergrund des 119. Psalmes. MS XX, 513 ff. 

66. Les Juifs d'Espagne. Paris 1872. 

67. Eine massoretisch - grammatische Kleinigkeit bezüglich der Silbe bri. 
MS XXI, 8 fl'. 



— 110 - 

68. Zur Geschiclitü der Juden iu Metz. MS XXI, 44 tV. 

69. Die Sühne des Tobias, die Hellenisten und der Spruchdichter Sirach. 
MS XXI, 49 ir., 64 IV., 97 If. 

l^^. Der Prophet Jeremia iu Rama. MS XXI, 65 IV. 

71. Kritisch«-' Beleuchtung einer Stelle vom rurpur.streileu aiuVersölinungs- 
tage, Joma VI, Ende. MS XX 1, 186 iV. 

72. Ursprung der zwei Verleumdungen gegen das Judentum von Eselkultas 
und der Lieblosigkeit gegen Andersgläubige. MS XXI, 193 11". 

7:^. Die Intogiität der Kap. 27 u. 28 im Hieb. MS XXT. 241 il". 

74. Die zweifache Aussprache des hebräischen Resch. MS XXI, 280 fl'. 

7.'). Der 58. Psalm erläutert. MS XXI, 385 IV. 

76. Gibea und Geba, Gibeat Saul und Gibeat Benjamin. MS XXI, 433 Ü. 

77. Die Doxologicen in den Psalmen. MS XXI, 481 ff. 

78. Der so.uenannte kleine Hermon od. der Djebel ed-Duchy. MS XXI, 529 IV. 

79. Die rrophetle Joels und die liliederttng ihrer Teile. Jahresbericht des 
jüd.-tlieol. Seminars. Breslau 1873. 

80. History of the Jews Irom tlie liowul'all ot tlic jewish state to llie 
conclusioii of the Talmud. New- York 1873. 

8!. Die Mischna iu mündlicher Überlieferung erhalten. MS XXII, 35 ff. 

82. Der mons otVensionis auf dem Ölberge. MS XXII, 97 ff. 

83. Verbot der Auswanderung der Juden aus Europa nach Palästina. 
MS XXII, 282 ff". 

84 Der rythmische Bau und das Zeitalter des Psalm 29. MS XXII, 289 ff'. 

85. Ein Wink zur Mischna Kritik. MS XXII, 516 ff. 

86. t'ber die Bedeutung des Wortes C'ttr in der biblischen Literatur. 
MS XXin, 1 IV. 

87. Missverstandenc Stelle in der Genesis XTI, G. MS XXTU, 113 IV. 

88. Das Verbum "ICÖ und die Substantive "iCttia und "[Cia in der hebräischen 
* Literatur. MS XXIII, 193 ff'. 

89. Das Datum der Schlacht bei Kharkhemisch und der Beginn der chal- 
däischeu Uerrschait über Judäa. MS XXIH, 289 ff. 

90. Der Beginn der chaldäischen Henschaft über Judäa und die chrono- 
logische Fixierung der Jeremianischen Prophezeiungen, MS XXIII 337 ff. 

91. Entlehnung indischer Fabeln aus der hebräischen Literatur. XXni,383 ff- 

92. Die ägyptische Vasallenschaft Judas unter Jojakim. MS XXITT, 385 ff. 
03. Die Echtheit des Buches Ezechiel. MS XXIII, 433 iV., 515 ff". 

94. Eigentümlichkeit des 3 comparationis im Hebräischen. MS XXIII, 260 ff". 

95. Die assyrischen Invasionen und Eroberungen in Palästina, im samarita- 
nischen und judäischen Reiche. MS XXIIT, 481 iV., 529 ff. 

i)6. Dn".n\n ■'ä"' ■'"im. ni. Band. Wien 1875 ff. 

97. Ein duukler Vers in Esra (III, 3) bezüglich des nachexilischen Alters 
durch eine echte talmudische Tradition erläutert. MS XXIV, 1 ff. 

98. Die Anfänge der Xabatäcrherrschaft. MS XXTV, 49 ff". 

99. Aktenstücke zur Konfiskation der jüdischen Schriften in Frankfurt a, M. 
unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei. MS XXIV, 
289 ff'., 337 ff"., 385 g. 

100. Über angeblich massoretische Bemerkungen (aus dem Nachlasse 
Fü-kowitschs). MS XXIV, 416 ff. 

101. Exegetische u. historische Erläuterung des 68. Psalmes. MS XXIV, 433 ff. 

102. Kritische Auslegung des 49. Psalmes. MS XXIV, 481 ff. 



— 120 — 

103. Zur ('.eschichte der Juden in Uordeaux. MS XXIV, 500 IT., 556 IV. 

104. Über die Bedeutung des Wortes TiSSt im hebräisclien. MS XXIV, 511 ff". 

105. Die Bcdingungspartikeln im hebräischen, ein Beitrag zur Bibelexegesc. 
MS XXIV. 529 iV. 

106. Die Familie Gradis. MS XXIV. 147 11.; XXV, 78 ft. 

107. Die politische Geographie Palästinas im vierten und fünl'ten .lalii- 
hundert. MS XXV. 1 ü". 

108. Zur Erklärung einiger dunkler Stullen im l'ropheten Ezechicl. MS 
XXV, 49 ff., 97 iV. 

109. />'. Bruslif, the mi.sshifj fiagiitent of the lafhi lianslaiion 
oj' the foni'th Book of JJzia. ]\1S XXV, 14:} 11., 174 IT. 

li(». Die sabbatianisch - messianische Schwärmerei in Amsterdam. MS 

XXV, 139 ff. 

111. Die Lage der Burg Akra in Jerusalem. MS XXV, 145 ff'. 

112. Die judäischen Etlinarchen oder Alabarchen in AJexaudria. MS XXV, 
209 ff., 241 IT., 308 ff. 

113. Die Abfassungszeit d. Pseudo-Aristeas-Briefes. MS XXV, 289 IT., 337 IT, 

114. Die Höfe und Tore des zweiten Tempels, eine archäologische Unter- 
suchung. MS XXV, 385 ff., 438 iY. 

11.5. Die Kalubäiten oder Kalebiten in der Chronik. MS XXV, 461 Yf., 481 ff. 

116. Erklärung einiger schwieriger Stellen in der heiligen Schrift. DH; und 
dp:. MS XXV, 504 ff". 

117. Die euphemistische Bedeutung des Wortes miSSi Ezechiel VIII, 17. 
MS XXV, 507 ff. 

118. Das Sendschreiben der Palästinenser an die ägj'ptisch -.jüdischen Ge- 
meinden wegen der Feier der Tempelweihe. MS XXVI, 1 ff.. 49 ff. 

119. Ezechiel Landaus Gesuch an Maria Theresia gegen Jonathan Eiben- 
schütz, ein Aktenstück. MS XXVI, 17 ff. 

120. Das Zeitalter der griechischen Übersetzung des Buches Hiob. MS 

XXVI, 83 ff*. 

121. Weiss, J.H. Zur Geschichte der Jüdischen Tradition. MS XXVI, 
92 ff., 133 ff'. 

122. Präzision der Zeit für die die Judäer betreffenden Vorgänge unter 
dem Kaiser Caligula. MS XXVI, 97 ff., 145 ff'. 

1'23. Überbleibsel der Sabbathianer in Salonichi. MS XXVI, 130 ff. 

124. Zeit der Anwesenheit der adiabeniscben Königin in Jerusalem und 
des Apostel Paulus. MS XXVI, 241 ff., 289 ff' 

125. Zur Geschichte und Chronologie Agrippas IL, der Prokuratoren und 
der Hohenpriester seiner Zeit. MS XXVI, 337 ff'., 401 ff., 443 ff. 

126. Ein übersehenes Verbum im althebräischen Sprachgut. MS XXVI, 
374 ff. 

127. Auslegung des 16. Psalmes und dessen gescliichtliche Beziehung. 
MS XXVI, 385 ff. 

128. Das Korbfest der Erstlinge bei Phüo. MS XXVI, 433 ff'. 

129. Der Gedankeninhalt des Psalm 109. MS XXVII, 1 ff". 

130. Der augebliche judäische Peripatetiker Aristobul und seine Schriften. 
MS XXVII, 49 ff, 98 ff. 

131. Die Tempelpsalmen. MS XXVII, 217 S. 

132. Astaroth Karnaim und Bostra. MS XXVII, 241 ff\ 

133. Der 50. Psalm. MS XXVII, 289 ff. 



21 



134. Die Lage dos Sinai oder Jloreb. MS XX VIT, 3:{7 iV. 

135. Eine Lokalität Lod bei Jerusalem. .MS XXVII, 427 IV. 

\'M}. l'ber die Bedeutung der inassuretisclicu Bezeichnung „l'^aleihrocliung 
in der Mitte de3 Satzes". MS XXVlf, 481 ft'. 

137. Der Wechsel des V und C ini Hebräischen. MS XX Ml, 529 IV. 

138. Das Köiiij^reich .Mesfne und seine jüdische Bcvölkerun;:. .Jaliresbericht 
des jüd.-theol. Seminar.s. Breslau 1.S79. 

139. Zur römischen Kaisergeschiclite aus talmudischen Quellen. MS XXVIII. 
3 fl'., 47. 

140. Die hebräische Präposition 1V2. MS XXVIII, 49—61. 

141. Lin Pseudo- Messias im 14. Jahrhundert. MS XXII I, 7H— H3. 

142. Das Buch Tobias oder Tobit, seine Ursprache. Ablassungszeit und 
Tendenz. MS XXVIII, 145 ff., 385 IV., 433 ff., 509 ff. 

143. Die Hallelnja- und Hallel-Psalmcu. MS XXVIII, 193-215. 241-259. 

144. Lber Raphael (^ohn. MS XXVIII, 432. 

145. Illegitime Mischehen in Judäa vor und nacli dem zweiten Untergang 
des judäisclien Staates und ihre Folgen. MS XXVIII, 481 — 508. 

146. Eine bab3']onische Unsitte im Buche Hiob angedeutet. MS X.XVIII, 521 IV. 

147. Hebräischer Bericht über die blutige Veri'olguug der Juden im ersten 
Kreuzzuge. MS XXVIII, 529 ff. 

148. Notizen. MS XXVIII, 564-570. 

149. Shylock in der Sage, im Drama und in der Geschichte. i\lS XXIX, 
337-354. 385-403. 

150. Sliylock iu der Sage, im Drama uud iu der tiescli. (^S. A. aus der MS). 
Krotoschiu 1880. 

151. Verkannte fragende und kategorische Verse in der heiligen Schrift. 
MS XXIX, 1-18. 

152. Erklärung. MS XXIX, IH. 

153. Die Verwechslung von *"« und nrr. MS XXIX, 49—57. 

154. Der AVechsel von h^-iZ" und cbcn*. MS. XXIX, 97— 111. 

155. Eine dunkle Stelle in der Beschreibung der Tempolcinrichtung. 
MS XXIX, 289-301. 

156. Die alten Jüdischen Katakombeninschrifteu inSüditalien. MS XXIX, 
433-451. 

157. Notizen zur Topographie Palästinas MS XXLX, ISI IV.; XXXI. 14 iV. 

158. Die Auslegung des l'salms 36. MS XXIX, 529—542. 

159. Die Psalmen übersetzt. Breslau 1881. 

160. Spuren des deuterojesaianischen Ideeuganges iu der zeitgenössischen 
uud .späteren Literatur. MS XXX, 1 — 18. 

161. Zur Geschichte der nachexilischen Hohenpriester. MS XXX, 49— <U, 
97—112. 

162. Ein Arabarch Nikanor in der ersten Kaiserzeit. MS XXX, 202 — 20i3. 

163. Verwechselung der Partikeln bl" mit IP, ferner hv (bs) mit ni" und "r 
mit TL'. MS XXX, 216—235. 

164. Stade, Jievnhaiul f her den ri'oj>/iefen Zacliaria. MS XXX. 
239 f., 277 ff., 317 ff. 

165. Die musikalischen Instrumente im jerusalemischen Tempel und der 
musikalische Chor der Leviten. MS XXX. 241—259. 

166. Eine angesehene Proselyteufamilie Agathobulos in Jerusalem. MS 
XXX 289—294. 



— 122. — 

IGT. Die Anlange der Vokalzoichen im llcbriuschon. MS XXX, 318 — o67, 

395-405. 
I(i8. lliilel, iler PatiiurcliLMisohn. MS XXX. 4o3 -443. 
100. Agrippa II. und der Zustand Judäus nach dem Untergänge Jerusalems. 

MS XXX, -IBl-aO'.». 

170. Ankündigung. MS XXX, 526 527. 

171. Die ursprüngliche Aussprache des 2 lautes im Jlebräischeü. MS XXX, 
511 IT. 

172. Kritischer Kominciitar zo den Psalmen. 2 Udo. Breslau 1H82/83. 
17:3. Die jüdischen Steinsarkophage in Palästina. MS XXX, 520—53!). 

174. Zur Topographie Palästinas. IMS XXXI, 14—23. 

175. Aus der Gedächtnisrede am Sterbetage des Stifters des jüd.-theul. 
Seminars, Jonas Fränckel, am 27. Januar. MS XXXI, 122—127. 

17<>. Berichtigung. MS XXXI, 144. 
177. Das Deborah-Lied. MS XXXI, 103-207. 

. 178. Eine masoretische Studie. Ursprung der Accentzeichen im Hebräischen. 
MS XXXI, 385—409. 

179. Der legitime Ursprung der Hohenpriesterwürde der Makkabäer. 
MS XXXir, 1-6. 

180. Exegetische Studien zum Propheten Jeremia. MS XXXII, 49—63, 
97-116, 145-160, 103-208, 289-20G, .337-346, 385-398, 481-496. 

181. Antiochos Epijihaues' Untergang. MS XXXTI, 241-254. 

182. Die Jüdischen Proselyten im Hümerreiche unter den Kaisern Domilian 
bis Hadrian. Jahresbericht des jüd.-theol. Seminars. Breslau 1884. 

183. Xotizen: 1. Die Frau des Turnus Kufus. 2. Die Bedeutung des 
Verbums 1?V). 3. Mar. Samuels Kalcnderkunde. MS XXXlII, 36—48. 

184. Überbleibsel der sabbatianischen Sekte in Salonichi. MS XXXllI, 
49-63. 

185. Exegetische Studien zu den Salomonischen Sprüchen. MS XXXTII, 
145-160, 193-207, 241-254, 289-304, 336-348, 414-431, 433-447. 

186. Xotizen: 1. Ein dunkler Vers im Segen Bileams. 2. Die Ver- 
anlassung zum Verbote des Heidenöls. MS XXXIII, 468 — 474. 

187. Die kriegerische Bewegung in Palästina am Ausgange des zweiten 
.Jahrhunderts. MS XXXIII, 481-496. 

188. Historische und topographische Streifzüge. MS XXXIII, 529-551; 
XXXIV, 17-34, 193—209, 289-302, 433-453, 481-496. 

189. Sendschreiben über die Austreibung der prager und böhmischen Juden, 
unter Maria Theresia. MS XXXIV, 49-62. 

190. Schreiben an Master Th .... in Triest über Kohelet. MS XXXIV, 
74-93, 127—134. 

191. Eine massoretische Studie. MS XXXIV, 97—109. 

192. Nachtrag zu dem Sendschreiben über die Vertreibung der Juden unter 
Maria Theresia. MS XXXIV, 272-277. 

193. Die Schicksale des Talmud im Verlaufe der Geschichte. MS XXXIV, 
529-541. 

194. Die Auslegung und der historische Hintergrund der Weissagung in 
Jesala, Kap. 24-27. MS XXXV, 1-23. 

195. Eine eigentümliche alte griechische Pentateuchübersetzung mit längeren 
Zusätzen. MS XXXV, 60—70. 

196. Nekrolog auf P. E. Erankel. MS XXXV. 48. 



— 123 — 

197. Eine StraiinassreKcl K«\^cn dii- Leviten. ^\H XXXV, 97— H»8. 

198. Die allcriicueste 15ibelkri(ik NVellliauscu-Rcnan. MS XXXV, 193 fl'., 

190. Zur Bibel-Kxegese. MS XXX V, 219 - 227, 26(1- 273, 367 - 37(i, 5(14 ÖOH. 
r)43-5.'i7. 

200. Der Abscliluss des Kanons des allen Testaments und die Ditlcrenz 
von kanonischen und extrakanonischen lUichern nach Josephus und 
Talmud. MS XXXV, 281-298. 

201. Die Stellung der kleinasiatischon Juden uuter der liöuicrherrsclial't. 
MS XXXV, 329-346. 

202. Grammatische und massoretische Studien zur heiligen Sclirit't. MS 
XXXV, 372-388. 

203. Hie Herrschait des Cliristeutums durch Konstantins Bckcluung. MS 
XXXV, 416-421. 

204. Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther 
und der Ursprung des Purimfestes. MS XXXV, 425-442, 473-503, 
521-542. 

205. nnöi "n!2'?nD cK^nn "bris .miEcn -i:iii< rrr i, XX. 

206. Der Autor des masscretischeu Werkes Oclilah \v"Ochlah (n'rrKl nhlü) 
MS XXXVI 1-34. 

207. Ein Etieprozess in der Familie Ibn-Tibbon. MS XXXVT, 49—59. 

208. Die Bedeutung der PriesterherrschaCt für die Gesetzgebung während 
der zweiten Tempelzerstörung. MS XXXVI, 97—118. 

209. Bedeutung der jüdischen Münzen mit dem Feststrauss (Lulab) und 
dem Portale. MS XXXVI, 145-176. 

210. Xachtrag zu den lückenhaften Versen in der Bibel p^'Ct. r:i)2N2 SpCE 
MS XXXVI, 193-200. 

211. Lehrinhalt der ..Weisheit" in dem biblischen Schrifttum. MS XXXVI. 
241-257, 289-299, 402-410, .544— .549. 

212. Historische Parallelen in der jüdischen Geschichte. Aus einem Vor- 
trage. BrUlIs Populär-wissenschaftliche Monatsblätter VII, 193. 

213. Parallelen aus der jüdischen Geschichte. ]\IS XXXVI, 337-357. 

214. Abfassungszeit und Bedeutung des Buclies Baruch. MS XXXVl, 
385 - 401 

215. Der Ritus mit d^ii Weidenzweigen am Hüttenfeste, sein Alter und 
seine Bedeutung. MS XXXVI, 509 -521. 

216. Notiz über Gottesnameu in der heiligen Schrift. MS XXXVI, 523 
bis 528. 

217. Einige Beispiele von ausgesucht tückischem Bekehrungseifer im 
byzantinischen Reiche. MS XXXVI 550—556. 

218. Les mounaies de Simon. REJ XVI, 161. 

219. Volkslümliche ticscliichte dar Juden. 3 Bde. Leipzig 1888,89. 

220. Significance of Judaism lor tiie present et futurc. J<i>lv I, 1; 11. 257. 

221. Alexander J. his gold lettered scroll. .I<,>R 11, 102. 

222. Burning the Talmud in 1322. JQR 11, 104. 

223. Bibl. studies: Zacarid-Deuteron. JQR III, 208, 21'.'. 

224. Genesis of the so called LXX. Jl^B III, 1.50. 

225. DespretenduesmonnaiesdeSimrouet deBar Koziba. RlvL XVI11,301. 

226. But reel de la correspondance cchangee entre les Juifs espagnols et 
provencaux et les Juifs de Constantinople. REJ XIX, 106. 



— 124 — 

227. Isniah XXMV u. XXXV. .IQR IV, 1. 

228. Un mofc siir la doginatiquo du christianisnn- luiiiiitir. UK.I XX, 11. 

229. La polico de Tinquisition d'Kypague a ses drbiits. IJIOJ XX, 237. 
L»30. Un poiut de repere daus l"histoiie du roi J)avid. J\KJ XX I. 241. 
231. Das Sikarikon - Gesetz. Jahresbericht des JiUl. - thcol. Seininar.s. 

Breshiu ISi)2. 
2o2. Emendalioncs in plerostiue sanclac scripturae lil>ros, cd. (J. IWichcr. 
3 Teile. Breslau l8'J2/95. 

Ausserdem über hundert kürzere Aufsätze, Notizen und Bücher- 
besprechungen. 

Prof. Dr. Jacob Bernays, gestorben 1881. 

Eine chronologische Übersicht über seine schrirtstelieris-che Tätig- 
keit und ein Verzeichnis des an die Kgl. Universitäts-Bibliothek zu Bonn 
übergegangenen handschriftlichen Naclilasses gibt Usener in den 
..Gesammelten Abhandlungen von Jacob Bernays" (2 Bde. Berlin 
1885) Bd. I, S. XI bis XXIV. Es folgt daher hier nur das Verzeichnis 
seines an die Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminars 
übergegangenen handschriftlichen Nachlasses. Die Nummern sind die- 
jenigen des Handschriften-Katalogs. 

1. Cod. hcbr. 167, a) D^'^HÜ 'D von Nathan b. Jeliuda. Abschrift des 
cod. hebr. 187 ^ der Hambnrger Stadtbibliothek mit zahlreichen liand- 
noten von der Hand des Abschreibers (vgl. Steinschn. Catal , S. 69, hin 
und. wieder hiernach zu berichtigen) 40 Bl. 4P (nur auf einer Seite 

beschrieben). Am Ende n"U2 ]m jt:" n^ rn3ö nscri ni npnyn abtrm 
D":nya npt<^ .n^ bv p-eS :"nn rr*r bi":« "o"' p"t:'r ma^n na. 

2. l'od. hebr. 173» Ein Oktavheft, zur Anlage des Registers zur 
„Chronik des Sulpicius Severus" benutzt, später mit der Aufschrift 
nn-r versehen. Enth. auf der links beginnenden Seite das betr. gedr. 
Register, von rechts angefangen die Abschrift einiger Poesieen: 

a) von Salomo Ibn Gabirol, kopiert aus nfih^ n"ü (Hannover 
1858) p. 26 (fol. la und Ib). 

b) von dems. das. p. 41 (fol. 2a) mit der Bemerkung: r.CÄ '2D '20S1 
,Tu:i2 h^ irb: bi^ riTis^n n'pp'ripan snci:m a':£r c^nrr.-i ■'njpn "T« 

c) fol. 2b Notiz, dass Ibn Esra s. ':iX "^'Cn nn: in s. Zachuth (ed. Ver.) 
p. 6 Ende zitiert. Dann: Rätsel Salomo Oliveyras in dessen r\b'a 
D'ans über die fünf Bezeichnungen für „Mann" DIX, 'C^:i<. nai r''«) 
(a'ntt, und ein bekanntes Scherzrätsel über den Namen cn:^. 

d) fol. 3a Notiz über Ibn Esras versus recurrentes: "IDC Ti bü "SS' 

Dann: Das Rätsel über I"1 n^ s. in Fünn, n3?2S: nnp, p. 110. - 
Dann • '121 nbrian "nD''3, rhnn Itt'U'"', Elegie Ahorn Fulds auf die 
RV in Erankf. a. M. - Dann: Das Rätsel HSptTi B^ÖtTH Jtt aus 
Jerusch. Moed kat. III. [f. 25]. 

e) auf der letzten Seite Abschrift des Mottos zu Schalom 
Cohens pSÄ n^nK bll Dlp ^VCÜ und in einem an den Einband auf- 
geklebten Umschlag ein für Purim verf. Schelmenlied desselben, 
ver f. bei einem Purim -Mahle im Hause L. Katzenellenbogens 
(dos Vaters Gabr. Riessers). 

3. Cod. hebr. 173, Ein Oktavheft, enth. alphabetisch geordnete Talmud- 
und Midrasch-Zitate und dazu hin und wieder Parallelen aus der 



— 125 — 

klassischen Literatur. Erstes Alphabet bis S. 22b. zweite« 
(NK, 2= u. 8. w.) bis 711-, drittes (SNK schon -".Oa und :.0l,) bis .).>b, 
viertes (nur bis nnnn) l)is ItHti), 
4. Co,!. i.el.r. 174, l. p2 DlS'^y H S^iS mir: n-d-rS: l.Ii.^^endarb.-iten 
bei S.liaiom Cohen]: , 

a) V"n •?:". c-.S -'?ö w-i: nnSin „Geschichte des Cyrus, des Kunigs 

von Persien" :l [-1 VA., S + 1 Bl. 4". 

b) Brief-Entwürle und kurze Diktate, darunter ein Ünel von Ali, 
4. Ehil. .",99= 14. Au^-ust 18;39. 

c) Ein Zettel: ^'zc: K''?t2'S nsi^c m:inK3 D^i^r^'T: nnoö r:K'7ö Handel 
der Juden in Frankreich. Ttalien und Spanien (Nur der Anfang). 

d) C-Unn nn-m rrihn -^zn -£C nnsn „Ex.-erpte aus einer Sammlung 
witziger AiTSsprüche von Freunden Mubanuneds an Abu Mansor 
Ibn Mohammed Ibn Tsmail Althaiabi". 1 Bl. 4". 

tO IlCSn -.C1I2 Die Predigt des Unglü<-ks. Darunter die Unte.s.i.nlt 

Kobens: "^«^ - '^ „sehr gut«, 
f) (irammatiscbe Ixegeln. 4 Bl. 4". 
<r) Massorethische Bemerkungen. <"> Bl. 4". 
h) 8 Zettel mit verscb. Notizen, z. B. 1, Bildung kleiner Sätze nut 

Adverbien. 1 P^l. 4'^ u. s. w. 

-,. (Oll. liebr. 174, 2. 

1 Entwürfe zu (.)) Briefen an S. Frensdorll in Hannover: a) (.lu.k- 
wunsch zum 70. Geburtstage: b) Ratschläge. betreiVend die llerau^s^ 
gäbe seiner Massora nebst Antworten Frensdorfls d. d. 14. TU. 1H<3 
nnd 20 XII 1S75 (letztere bei l'bersendung von Massora I'.d. I) m 
einem Briefcouvert von FrensdorlV. Dazu auf 2 Bogen loi ein 
Brief in Angelegenheit des Frensdorffschen Buches und ein Dank- 
brief an Fr., d. d. 27. XII. 75. ^ 
o Notiz zu Snr. 29,18. Am Ende „für Bücbeler (O- 2<. IX <h- . 
3 Hiobs Theodicee IV2 SS, 8- Auf. S. 3. „Wohl zu beachten 
* die Kapitel über r-S im -C =■= pns ': pSn EOU: nmn-. Darunter: 
Zu der Schilderun- des Behemoth 40.15 vgl. Agatharch.des 
S.-hilderung des "vOpo; 3'/p/.o'fc/.(o; in Phot. bibl. p. 4r,5 b. 27 B.-k.-' 
\uf der Rückseite des Zettels Tu i!2s;2= "nn ir^n^ nt^pr: i:: 
svs hv nni-D ir^-i -ea non n-an iKi^; «"ü td s-p 'n nii< nnx'nn 

Darunter eine Notiz aus der Mischna Sntah 2<b. 
4 ""T"! n^lw [ItGA Raschis] ■"> kurze Notizen (1 S, 4). 
5. Kurze Exceri»te aus TEcps ";: (London 1850) und -rizr, -,-^ 

(Metz 1849) — 2 kurze Notizen — 1 S. 4». 
r,. Coli, liebr. 174,3. Notizen zum Midr. Bereschith rabb. u. ix o li 

r (8 Bl. 8") auch eine (8b) zu Wajjikra r. 
h) Notizen zu Wajjikra r. (bis 3bj u.Bem-dbar r. (bis 6a). Rest 

V n u Bl. 7 u. 8 a leer. Dann 8b Notiz zu nrn U-nr. 

c) Notizen zu Debarim r. da) Ber. r. (bis 2b) Schirha-Sch. r. 
u. Koh. r. (bis fol. 61. 

d) Notizen zum Jalkut zu Ber (la), Schemoth (3a) Esther 
(4 Auf) Schir ha-Sch. 5 ab) u. Notiz zu Pessachini (8b). 

e) Notizen zu Kethubboth, Ab. Sarai., Makkolh, Sanhedr.. Baba mez.. 
Baha bathra. Thaanith, Aboth di II. Nathan. Sopherim (18 Bl.». 



— 120 — 

7. (0(1. lielir. 17-1,1. a) Abschrift der Abodah d. Jose b. Jose -i'2tK 
rrha mm:J aus (\.d. Hunter 448 = Neub. Cat. 1096 nebst Auf. 
einer Uebers. (uiobt melir als 15-20 Zeilen) 8 Kl. iol. |Jet/.t 
g-edr. in rJianp D'JlsrT TT!2 pip. Th. II, i-9.| 

b. Notiz über n'rnn irS'. angebl. v. Petrus aus Orient IHÖl, S. 202 
[vgl n"= III, 203 Zz LG 5] 1 S. 4. 

<•. Abschrift der Aboda icn 31^3 nhlJ ^13 nnX. [.letzt gedr. in 
D'JIDnp n'31SJ "T Trü pmp, S. lU — li3| bis zur ersten Zeile 
des 'p einschl. nebst Beginn einer Übersetzung bis zur ersten Zeile 
des Buchstaben ': (3+^/4 S. fol.). 

d) Übersetzung d. Kinah: ^^K^iS mb bv ^m'^rna ^znpa npin tt'Kl" 
„nnStDD. Am Rande: n"bnn ZKS 'U 1875 (4 S. fol.). 
S Cod. liebr. 171,5. Ein Blatt aus einem handschriftl. mi ms 
' [14/15 .Jahrb., aus Th. II r\b:c 'bn fol. 77b]. „Abgelöst vom 

Einband meines Dionvsius Periegetes ed. Stephanus, 30. Sej)- 

tember 1879. Jacob Bernays. n?2X ]rb:n bl' # nO ^v:; \n?2t>nZ' DipöD 

n nan bv- niD^i ^i'no bin sintr -iu^eki b":i^ ^nüv irm ma pDE nnnsin 
'•96 »in .-omD-irK^b n-nnrn ^mai? p'i: ^"tt'n "i'^'^'n 'rxia^ p nnoty 

9. Cod. liebr. 174,6. Sammlung einiger Gedichte von versch. Personen 
und von Notizen von der Hand des Chacham Bernays über den „Plan 
des alten Testaments" und in einem Briefumschlag von ders. Hand: 
„Judentum und Christentum, alte und neue Welt". 

Dr. M. Joel, gest. 1890. 

1. Rabbi Meir. MS IV, 88-101, 123-152. 

2. Rabbi Simon ben Jochai. MS V, 365-376, 401 - 407. 

3. Die hervorragendsten Vertreter der Akibascheu Schule. MS VJ, 81 
bis 91, 125 134. 

4. Ihn Gabirols (Avicebrons) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie. 
MS VI, 386-392, 420-431; VII. 59-72. 

5. Ein weiterer Beitrag zar Abfassung der Mekor Chajim von Gabirol. 
MS VIII, 24—32. 

■ C. Über das die Schätzung religionsphilosophischer Systeme Ijeein- 
trächtigende Vorurteil, dass die wahre Philosophie voraussetzungslos 
verfahre. MS VIII, 125—135. 

7. IHe Ueligionsphilosophie des Moses ben Mairaon. Breslau 1859. 

8. Etwas über den Eintiuss der jüdischen l'hilosophie auf die christliche 
Scholastik. MS IX, 205-217. 

9. Notizen zu R. Levi ben Gerson. MS IX, 223-226. 

10. Levi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph. MS X, 41-60, 
93-111, 137-145, 297-312. 333-344; XL 20-31, 65-75, 101-114. 

11. Levi ben (iei'soiK Gersonides) als Religionspbilosoidi. (S. A. aus Monats- 
schriit X/XI). Breslau 1802. 

12. Verhällnis Albert des («rossen zn Moses Maimonides. Breslau. 1863. 

13. Über einige geschichtliche Beziehungen des philonischen Systems. 
MS Xn, 19-31. 

14. Über den wissenschaftlichen Einlluss des Judentums au( die nicht- 
jüdische Welt. Wertheims Jahrbuch IX, 7—19. 



— 127 — 

15. Saadio. Wertheims Jahrbuch XII, I. 

10. Don Cliasdiii Creskas i-eIi:rionsi>liilosü|»liisc.lie Lelii-eii, in üikmii -p- 
scliiclillitheii Kinllii>se (lar::('stelU. Breslau ISGtJ. 

17. Fes(|treili:;ltMi. Biesliui I8()7. 

18. Zur Orientioruii;,' in tler Kultus! raj^e. üreslau ISßii. 

19. Zum ..Schutz- ^'e^'cn .,Ti'ul/-. I'^ine nofgedrungene Ergänzung- der 
v^chrit't ,.Zur Orient ieruiig in der Kultusfrage". Breslan IWl). 

rJo. Spinozas theoh)giseh - politischer Traktat auf seine (luelh'n t^epiüll. 
Breslau 1H70. 

21. Zur (ienesis der Lehre Spinozas mit besonderer Berücksichtigung des 
kurzen Traktats ..von (iot(". dem IVIenschen und dessen Glückseligkeit. 
Breslau 1H7I. 

22. Israelitisches (iebetbuch für die öffentliche Andacht des ganzen .lahres. 
2 Teile. Berlin 1872. 

23. Vortrai; über das Buch üanlol. Breslau 1873. 

24. Ktwas über die l'.ücher SilVa und Sifre. Breslau 1873. 

2."). Beiträge zur (icscliiehle der IMiilosophie. Erster Band: Moses Maimonides. 

Verhältnis Albert des Grossen zu Moses Jtlainionides. Lewi ben 

Gerson (Gersonides). Anhang, enthaltend Abhandlungen und Vorträge. 

Breslau 187G. 
2)'.. Beiträge zur (ieschichte der rhilosoi»hie. 11. Bd.: Don ChasJai Creskas. 

Spinoza. Abhandlungen und Vorträge (Philo, Saadias, Mendelssohn). 

Breslau 1870. 

27. I{eli^iiispliilosophischo Zeitfragen. Breslau 1870. 

28. Mein aus N eranlassung eines Prozesses abgegebenes (iutachfen über den 
Talmud, in erweiterter Form herausgegeben. Breslau 1877. 

2'.'. Itie Angrille des Heidentums gegen Juden und Christen in den ersten 
.lalirlnunicrtiii der römischen täsarcn. Vortrag. Breslau 187i". 

30. Otlener Briet an Herrn Trof. II. v. Treilsdike. Breslau 1S7!). 

:;i. Blicke in die Keligionsgescliiclile zu Anfang des zweiten cbristliclien 
.labrliunderts. 1. Der Talmud und die griechische Sprache, nebst 
zwei Exkursen a. Aristobul, der sogenannte Peripatet iker, b) die 
Gnosis. Breslau 1880. 

32. Blicke in die Beligionsgeschichte zu .\nfang des zweiten »hrisllicben 
Jahrhunderts mit Berücksichtigung der angrenzenden Zeiten. IT. Ab- 
teilung. Der Kouflikt des Heidentums mit dem C'liristentume in 
.seinen Folgen für das Judentum. Breslau und Leipzig 1883. 

33. Leistungen des Advokaten Dr. Kopp im Prozesse Rohling-Blocb. MS 
XXXV, 145-155. 

34. Einige Notizen als Ergänzungen zum zweiten Teil meiner Schrift: 
., Blicke in die Eeligion.sgeschichte". Grätz, Jubelschrift. S. 172-178. 
Iheslau 1887. 

35. Predigten aus dem Nachlasse des Dr. M. Jo.'l. Herausgegeben von 
Dr. A. Eckstein und Dr. B. Ziemlicb. 

Bd I Fest- und Gelegonheitsreden. Breslau 1993. 

„ IIL Sabbathredeu. Berlin 1898. 



— 128 — 

Dr. B. Zuckermann, gest. 1891. 

1. Erliiutoning der nul' oinii;-en niathemal Lachen Siit/on l)onilioii(1('ii 

Mischiia Kilajim T,, "). MS IV, Ui\-l^('>. 
•2. Ein hi^tlln■sohes Datum aus deiu I3uche Soliar. MS V, 27 -2i». 
;;. Hezension über =]C2h ^^St:i nED. MS V, :53-)5t). 
-1. Beitrag zur Chronologie. MS V, 182— ISC. 

"). Nocli ein Wort zur Soharstollo Abschnitt Balak. JMS V, 2.35-240. 
• '.. ilter Sabbaljalii'nt'liis iiiul .lobel|»eri(Mle. Ein Beitrag zur Archäologie 

und ("Inonologie der vor- und nachbiblischen Zeit. JahrcKl)ericlit des 

jüd. -theol. Seminars. Breslau 1857. 
7. Lösung einer Gleichung mit zwei Unbekannten (diophantische 

Gleichung) im Tahuud Erubin r)t;b-57a. MS XII, 407—478. 
S. Die talmudischen Masse. MS XTII, 2'.t5-306, 3.34-340, .373-384. 
'•. A treatise on the sabbatical (ycle and tlie .Tubilee, translated from the 

german by the Rev. A. Löwy, by ordre of the chronological Institute 

of London. London 18G6. 

10. Das judisclie Masssystem und seine 15eziebungen zum griecbisclien und 
römischen. Jahresbericht des jüd.-thool. Seminars. Breslau 18(17. 

11. Katalog der Seminarbibliotliek. Erster Teil, enth. Vorwort, Hand- 
schriften, Druckwerke, Bibel. Jahresbericht des jüd.-theol. Seminars. 
Breslau 1870. 2. verbesserte Ausgabe. Breslau 187<J. 

12. Srhiv<ir.z, A f der Jüd. Kalender, historisch und astronomisch 
untersucht. MS XXI. 378-384, 428-429. 

i:;. Das Mathematische im Talmud. Beleuchtung und Erläuterung der 
Talmudstellen mathematischen Inhalts. Jahresbericht des jüd.-tlieol. 
Seminars. Breslau 1878. 

14. Materialien zur Entwickeinng der alljüdischen Zeitrechnung im Talmud. 
Breslau 1882. 

15. Die astronomischen (irundlagen der tabellarischen l'.eigalien zu den 
jüdischen Kalendern. .Jahresbericht des jüd.-theol. Seminars. Breslau 
1890. 

1<;. Tabellen zur Berechnung des Eintritts der Nacht für alle Jahre des 
lautenden .Jahrliunderts und für alle Orte zwischen dem 47. und 55. 
nördlichen Breitengrade in Abständen von 10 zu 10 Tagen. Jahres- 
bericht des jüd.-theol. Seminars. Breslau 1892. 

17. Anleitung nnd Tabellen zur Vergleichung jüdischer und christlicher 
Zeitangaben. Herausgegeben von Dr. M. Braun. .Tahresbericht des 
jüd.-theol. Somiiiars. Breslau 1893. 

Dr. D. Rosin, gest. 1894. 

1. Abhandlungen über Gedanken, Plan und Verfassung des Unterrichts 
in den Lehrgegenstiinden der jüdischen Religion. Berlin 1856 u. 18G1. 

2. Berichte über die jüdische Religionsschule in Berlin I— IX. Berlin 
1856/64. 

3. Über den Einfluss des Edikts, betreffend die bürgerlichen Verhältnisse 
der Juden im preussischen Staate, auf Wissen und Bildung in jüdischen 
Kreisen, insbesondere im Bereiclie de.s jüdischen Schulwesens. 
Berlin 1862. 



— 129 — 

4. r borsichtliche Darstellung des Lebens \m>\ Wirkens des Dr. Michael 
Sachs und des Dr. l^Foritz Veit. Berlin 1S04. 

5. Sammlung und Heransgabe der Fest- iiml S;iltl.:it|>rc(li:;teii \(»ii 
Kr. Mi.lia»'! Sachs. Berlin ISOOT.?. 

(•). Ein (tiiiiiiciuliiiin iler Jüdischen (lesetzeskunde ans «lern \IV. .lahrhiindert. 
Jahresbericht des jiUlisch-thfol. Seminars. Breslau 1K7I. 

7. Gerson b. Salomo (Nachbemerkung zu A. Neubauer). MS XXT, IHö. 

8. Notiz über Abraham b. Hassan ha-Levi. MS XXI, 570—571. 

9. lieiliner, A., Pletath Sofeiim, Beiträge zur jüdischen Sdirilt- 
auslegung. MS XXIT, 46-4H. 

Id. Maimonides über die Tugendhaften und Weisen unter den Völkern. 
Mag. IIT, 2()ü. 

11. l>ie Ethik des Maimonides. Jahresbericht des jüdisch-theol. Seminars. 
Breslau 1876. 

12. K. Samuel hcn Meir als Sehrifterklürer. Jahresbericht des jüdisch-theol. 
Seminars. Breslau 1880. 

13. Aus seinen Briefen (über Halberstams Bemerkungen). Mag. TV, 111; 
VI IT, KiO; IX, 45, 177. 

14. n"2zn Dro nrs nmnn 'c^rrz Breslau 1881. 

15. Matheu's, H. J., Commentary on Ezra & Nehemia. CoHins, G. W,, 

Sel'er Hassoham, grammar (t lexicon. MS XXXIT, 229—239. 

16. Beiträge zur Bibelexegesc. Zunz' Jubelschrift I, 36. 

17. Reime und (Jedichte des Abraham il»n Esra. Jahresberichte des jüd.- 
theol. Seminars. Heft I-IV. Breslau 188.5, 1887, 1888, 1891. 

18. The ethics of Salomon b. Gabirol JQR III, 159. 

19. Eine Lücke im relig. -philosophischen Werk des Gersonides. MS 
XXXVII, 125-126. 

20. The meaniug of the mnemonic Formulae for the radical and servils 
letters in hebrew. JQR VI, 475. 

21. Zu den Hoschanot des Gaon E. Saadia. MS XXXVIIT, 192. 

22. Berichtigungen und Zusätze zu meiner Schrift: Reime und Gedichte 
des Abraham Ihn Esra. MS XXX VIII, 422^425. 

23. Die Zunzäche Bibel. MS XXXVIII, 504- 514. 

24. Die ReligioDsphilosophie Abraham Ibn Esras. MS XLII, 17—33, 
58-73, 108-115, 154-161, 200-214, 241-252, 305-315, 345-862, 
394-407, 444-457. 481-505. XLTII, 22-31, 75-91, 125-133, 
168-184, 231-240. 

Professor Dr. J. Freudenthal. 

1. Über Prinzip und Gebiet der Präsumptionen nach talmudischer Lehre. 
(Gekrönte Preic«schriit.) S. A. aus MS IX, 161. Breslau 1860. 

2. i'ber den Begrill" des Wortes 'ic<vT«:-:c< bei Aristoteles. Göttingen 1803. 

3. GottesbegriÜ bei den Griechen und bei den Hebräern. Wertheims 
Jahrbuch XII, 146. 

4. Kuriosum (R. Meir). MS XVII, 34. 

5. Eine Paraphrase des Erasmus von Rotterdam. Das. XVII, 307. 

6. l»ie Flaviiis .loseplius beigelegte Schrift: Über die Herrschaft der Ver- 
nunft ll^ . Makkabäerbuch), eine Predigt aus dem ersten na.hchrist- 
lichen Jahrhundert. Jahresbericht des jäd.-theol. Seminars. Breslau IH'^l». 

7. Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische 
' Religionsphilosophie. S. A. aus MS XVIII, 899-421. Breslau 18(;9. 

9 



— 130 — 

8. Über die parva naturalia des Aristoteles. lih. Mus. XXIV. 
ri. Zur Kritik und Exegese von Aristoteles zi'A toiv y.Mv.ov 'luyf- yjA aili- 
\m-<j^ sf>"f<»v. Breslau 1870. 

10. Eine ungedruckto AMiandlnug Elia del ]\rcdigos. Lbl. T, HO. 

11. tionesis und Zendawesta. Das. I, 1. 5. 

12. Jlelleiiistisclie Studien, lieft I/Il. Alexander Polyhistor und die von 
ihm erhaltenen Beste jüdischer und samaritanischer Geschichtswerke. 
S. A. aus „Jahresbericht des Jüd.-theol. Seminars". 1H74. Breslau 1S74/75. 

K). Hellenislisclie Sliulieil. Heft III. Der Platonikor Albinos und der falsche 
Alkinoos. Leipzig und Berlin 187ii, 

14. Ein ungedruckter Brief und eine verschollene Schrift Kants. Philos. 
Monatshefte 1879. 

15. Zu Phavoriuus und der mittelalterl. Fiorllegienliter. Rh. Mus. XXXV. 

16. ZuProklus und Olympiodor. Hermes XVI (1882) und Eh. Mus. ISSS. 

17. Die (lurch Averroes erhaltenen Fragmente Alexanders zur Metaphysik 
des Aristoteles. Berlin 1885, 

18. Über die Theologie des Xenophanes. Jahresbericht des jüd.-theol. 
Seminars Breslau 1886. 

19. Zur Lehre des Xenophanes. Archiv f. Gesch. d. Philos. I. 

20. Spinoza nnd die Scholastik. Leipzig 1887. 

21. Über die Assoziation der Ideen bei Aristoteles. Archiv f. Ge^ch d. 
Philos. IL 

22. Zur Beurteilung der Scholastik, Das. III. 

23. Beiträge zur Geschichte der englischen Philosophie. Das. IV/VI. 

24. Are There traces of greek philosophy in the LXX? JQR II, 205. 

25. M Joels Wissenschaft!. Tätigkeit. Lbl. XIX, 18G, 189. Vgl.ob.S.85,Anm.2. 

26. What is the original language of the wisdora of Salomon V Jt^R III, 722. 

27. Spinoza-Studien. Fichtes Zeitschr. f. Philos. Bd. IO8/IO9. 

28. On the history of Spinozism. JQR VIII, 17. 

29. Die Lehensgesehichte Spinozas in (Quellenschriften, Urkunden und nicht- 
amtlichen Nachrichten. Leipzig 1899. 

30. Spinoza, Sein Lehen und seine Lehre. Bd. I: Das Leben Siiinozas, 
Stuttgart 1904. 

31. Immanuel Kant. Festrede, gehalten bei der Universitätsfeier, 
12. Februar 1904. Breslau 1904. 

32. Die Artikel Havenreuter und Goclenius in der ADB und sämtliche 
Artikel über Neuplatoniker in Pauly-Wissowa's E -Enc. der kl. Alter- 
tums-Wissensch. Buchst A. Zahlreiche Rezensionen in der MS, in 
Zarnckes Zentralblatt, der deutschen Literaturzeitung, im Archiv f. 
Gesch. d. Philos. und Fichtes Zeitschr. für Philos. 

Dr, L. Lazarus, Direktor des Seminars, gest. 1879. 

Zur Charakteristik der talmudischen Ethik. Breslau 1877. 
Dr. D. Joel, Seminar-Rabbiner, gest. 1883. 

1. 'yr{\r\ r-no. Die Religionsphilosphie des Sohar und ihr Verhällnis zur 
allgem. jüd. Theologie. Leipzig 1849. 

2. Der Aherglaube und die Stellung des .Judentums zu demselben. 
I (.lahresbericht). Breslau 1881. 

3. Der ' Aberglaube und die Stellung des Judentums zu demselben. 
Aufsätze im Hamagid und in anderen Blättern I[ (.lahresbericht.) 
Breslau 188.3. 



— i.n — 

Prof. Dr. Leopold Cohn, Uberbibliothekar. 

1. De Arist(i]iliaiu' r..\/aiUio *') SiiclDiiio Tran(|uiIIo Kiislliati aiuloiiltiiH. 
15n^slau lss|. 

2. riittMSii(liiiii:;oii iiliff die Uiiellcii der I'lalo-Si'liolieii. Leipzig 1H.S4. 
:?. I»e lleraclido >lilt'Nio ;:raiiimaticü. IJn-sluii 1hh4. 

4. Zu den l*aröini<)j;rai»Iien. Ikeslau 18 ST. 

f). Palä(ikap|ia u. .lakob lHassoriiuis. 188^?. 

(■). l iiedierte Frairm. aus der alticistisi'lieii Literatur. 1SH8. 

7. l'liilonis Alex, libellus de opilitio iiiamli. Hnslau iss'). 

H. Codices ex bililiotlieea .MetTiiiaiiniana Pliillipitici jL,'rae('i iiuiic l'.erol. 

Berlin 1890. 
9. Zur lulscli. riterlieferung, Kritik u. (liiellenkuiide d. Faröniio-^raphea. 1802. 
''. riiilonis Alex, opera quae supcrsuiit l-H. Berlin 1896-1902. 
1. Th. IU'in(nh. Tcites iVnitteids (/rers et romaius relatifs au judaisme, 

reunis, traduits et annotes. MS XLT, 285-288. 

12. Einteilung und Chronologie der Schritten Philos. Berlin 1899. 

13. Kfuus.S., Gviechische ii. lateinische Lehmvörter im Tahniul, 
Miihasch u. Tai {/um. MS XLIV, .o<U— .570. 

I. (iriei'liiclie Lexikographie. IMüuchen 1900. 
1.'). U ciusteiu, \. -/. Ztn- Genesis der A'fcida. MS XLVII, 8;) -9*1. 
Zahlreiche Abhandlungen in philologischen Zeitschriften und Artikel 
in Paiily-Wissowas Real-Eucycl. d. kl Altertums-Wissen^ch. 

Dr. 1. Lewv, Seminar-Rabbiner. 

1. Über einige Fragmente aus der Mischua des Abba Saul. Jahres- 
bericht d. Lehranst. f. d. Wissensch. d. Jdt. Berlin 187<;. 

2. Über die Spuren des gritchischeu und römischen Altertums im 
talmudischen Schrifttum. Verhandlungen der 33 Philologeu-Ver- 
Sammlung. Gera 1878. 

3. Ein ^Yort über das jüdische Gebet. MS XXXV, 109-121, 156-164 

4. Ein Wort über die „Mechilta d. B. Simon". Jahresbericht des jüd.- 
theolog. Seminar?. Breslau 1889. 

5. Interpretation des I. Abschnittes des paläst. Talmud-Traktates Nesikiu. 
Jahresbericht des jüdisch theologischen Seminars. ]5reslau 1895. 

6. Interpretation des II. Abschnittes des paliist. Talmud-Traktates Nesikin. 
Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars. Breslau 1899. 

7. Interpretation des TIT. Abschnittes des paläst. Talmud-Traktates Nesikin. 
Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars. Breslau 1902. 

8. Ein Vortrag über das Ritual des Pessachabends. Jahresbericht des 
jüdisch-theologischen Seminars Breslau 19U1. 

Dr. M. Brann. 

1. Biographie Agrippas IT. MS XTX, 433-444. 529-548; XX, lÜ-2». 
2 De Herodis (|ui dicitur magni liliis patrem in imperio secutis. Breslau 1873. 

3. Kie Söhne des Herodes. Breslau 1S74. 

4. Juden in Breslau. Ebl, V, 1876. 

5. Entstehung und Wert der Megillath Thaanith. MS XXV, 375—384, 
410-418, 445-460. 

6. (;esehichte der Gesellschaft der i'.rilder in Breslau. Breslau 1880. 

7. Zum ( )fener Judenmord 1686. MS XXX, 540-5.53. Hebr.i. Ozarha-Sifrutl. 
8 Handschriftiidies a. d. Breslauer Stadtbibliothek. MS XXXI, 371—381. 

9^ 



— 132 — 

0. ei"i: n'pr Gräber, Ozar ha-Sifrut II, 433—436. 

10. Additious ä ravitobiographie de Lipmann Ilelier. RK.T XXI, 270—280. 

11. Alte jüdische Grabsteine in Schlesien, .lahrbucli zur Belehrung und 
Unterhaltung, 1890, S. 6-13. 

12. Das Goschlecht der -jungen Rabon". Zu S. L. Rapoports 100 Geburts- 
tag. r)storr. AVochenschvift 1H9) und Jahrbuch 1891, S. 3—20. 

13. Abraham Mulir. Ein Lebensbild. Breslau 1801. 

14. Ein altes Testament [d. Samuel Skutsch]. Jahrbuch 1S02, 56—66. 

15. Der hebräische Buchdruck in Breslau. Jahrbuch, 1892, 75—81. 

16. Das Judeuschreinsbueh der Laurenzpfarre zu Köln und die kein'. 
Berichte über die ,Iudenvert'oJffnnf/en tvührend der Krenz- 
zilge. MS XXXVII, 49-56, 103-104, 146-148, 197-200, 285-288, 
342—344. 

17. «escliiclite der Jurten und ihrer Literatur. Bd. I. Breslau 1893. 
(2. Auflage 1896). 

18. Ein Erinnerungsblatt an Josts karäische Studien. Jahrbuch 1893, 
S. 15-25. 

19. Zwei christliche Zeugnisse gegen dieBlutlüge. Jahrbuch 1893, S. 79—109. 

20. beschichte der Jaden und ihrer Literatur. Ed. IL Breslau 1894 
(2. Aufl. 1899). 

21. Das Ergebnis einer neuen Durchsicht der Kornikschen Tabellen. 
Jahrbuch 1894, S. 55-58. 

22. Das zweite Martyrium von Neuss MS XXXVIII, 318-322. 

23. Dr. Leopold Zunz u. seine Frankfurter Ahnen. MS XXXVIII, 493 .500. 

24. Geschichte des Rahhinats in Schneidemühl. Breslau 1894. 

25. Ein kurzer Gang durch die jüdische Geschichte. Breslau 1895. 

26. Geschichte der Juden in Schlesien 1 - III. Jahresberichte des jüdisch- 
theol. Seminars für 1895, 1896, 1901. Breslau 1895/1901. 

27. Ein kurzer Gang durch die Geschichte der jüdischen Literatur. 
Breslau 1896. 

28. Geschichte und Annalen der Dyhernfurtber Druckerei. MS XL, 473 
bis 480, 515-526, 560-574. 

29. Bibliotheca Friedlandiana. MS XLV, 708—714. 

30. EindeutschesGutachtendesR.JonathanEibeschütz. Jahrb. 1897, S.46- 65. 

31. Ein Wort über die Mandelkernsche Konkordanz. MS XL VI, 529—537. 

32. Zur Zentenarfeier der deutschen Predigt in der Synagoge. Jahr- 
buch 1898, S. 89-104. 

33. Gabriel Riessers Briefe an Sal. Ludwig Steinheim. Jahrb. 1899,8.51—107. 

34. Ein Breslauer Gedenktag. Jahrbuch 1899, S. 81—99. 

35. Zacharias Erankels Amtsantritt in Teplitz. Jahrbuch 1899, 100-126. 

36. Aus Sal. Munks nachgelassenen Briefen. Jahrb. f. jüd. Gesch. und 
Lit., n, 1899, S. 148-203. 

37. Nachruf auf Prof. Dr. D. Kaufmann. MS XLIII, 336. 

38. Eine Sammlung Fürther Grabschriften. Gedenkb. z. Erinnerg. an Dav. 
Kaufmann, 66. SS. (Auch S. A.) Breslau 1900. 

39. Verzeiclmis der Schriften und Abhandlungen Dav. Kaufmanns. Ge- 
denkb. z. Er. a. Dav. Kaulmann, 30 SS. (Auch S. A.) 

40. Die Familie Luzzato. Gedenkbuch z. 100. Geburtst. S. D. Luzzatos. 
Berlin 1900, S. 25-48. 

41. Lehrbuch der jttd. Geschichte I Wien 1900. (2. Aufl. 1904). 



— 133 — 

42. .losepli Saiiiburis Nachriclitfii über das Gesclilcrlit der Maiiiiouiden. 
M8 XIJV. 14 24, 188^ I40. 

43. I,elirlnich der jUd (icscliiclito II. Wien 1901. 

44. Ziicliarias Kraukel, Gedeukbliittcr zu seinem KiO. Geburtstage. 
Breslau 1901. 

4.Ö. Die Familie Franke!. MS XLV, 193-213. 

46. Verzeichnis der Schriften und Abhandlungen Z. Frankeis. MS XLV, 
330-:l'iI. 

47. Autobicigraphische Aufzeichnungen Zach. Frankeis. MS XLV, .558— .562. 

48. Lehrbuch der Jüd (Jescliiohte 111. Wien l!t02. 

49. Die Grabschriften der Familie Fränkel-Spira in Prag. MS XLVI, 
4.50-473, 556-560. 

50. Mitteilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zun/, und Kaufmann. 
,Iahrb. für jüd. Gesch u. Literat. IV, 1.59-209: VI, 120-1.57. 

51. Lehrliuch der jüd. (jeschkhtc IV. Wien. 190.3. 

52. Wer war R. Mose Mariel? MS XLVII, 569—572. 

53. David Honigmaun's Aufzeichnungen aus seinen Studienjahren (lb4l/45.) 
Jahrb. f jüd. Gesch. u. Literat., VII, 133-188. 

54. Saloiiion Branii. Zur ersten "Wiederkehr seines Stex'betages. Schneide- 
mühl 1904. 

55. Zahlreiche Aufsätze und Besprechungen im Lbl und der MS und viele 
Artikel in der Jew. Encyclop., z. ß. ...luden in Europa", „Juden in 
Deutschland" u. a. 

Dr. .S. Horovitz. 

1. Predigten. Bielitz 1894. 

2. Zur Erklärung schwieriger Talmudstellen. MS. XXXVIII, 193-203. 

3. l'ber jüdische Erzählungen. Jeschurun (Lewin) IV, 185. 

4. Zur Textkritik des Kusari. MS XLI, 264-273, 312- .321. 

5. Bavhei; W., Die Agada dev palästinensischen Amoräev. 
MS XLI, 134-140. 

6. Die Psychologie bei den jüdischen Peligionsphilosophen des Mittel- 
alters von Saadia bis Maimunis. Heft I: Die Psychologie Saadias. 
Jahresbericht des jüdisch-theol. Seminars. Breslau 1898. 

7. Die Dünnerschen Talmudglossen. MS XLII, .385—394, 433-444. 

8. Xotiz zu Ibn-Esras Anthropologie. MS XLIII, 329. 

9. Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmudstellen. MS XXXVIII, 
198-203. 

10. Die Psychologie bei den jüdischen Religionsphilosophen des Mittel- 
alters von Saadia bis Maimuni. Heft IL Die Psychologie der 
jüdischen Neuplatoniker. A. Die Psychologie ibn Gabirols. .Jahres- 
bericht des jüd.-theol. Seminars. Breslau 1900. 

11. Das "Wort uv.'vf^ im Aramäischen. MS XLIV, 480. 

12. Das hebr.-persische W^Jrterbuch d. Salomo b. Samuel. MSXLV, 75— 92. 

13. Analekten zum Jerusalem. Talmud. MS XLV, 310—322. 

14. Über den Einlluss des ötoiciamus auf die Eutwicklung der Philosophie 
bei den Arabern. ZDMG LVII, 177-198. 

15. Der Mikrokosmus des .loset ihn Saddik. Jahresbericht des jüd.- 
theol. Seminars. Breslau 1903. 

16. Xominalismas und Realismus bei den arabischen u. jüdischen Religious- 
philosophen MS XLVIII. 554—575. 



134 



III. Die Hörer des Seminars. 

Das Seminar wurde mit 18 Studierenden eröffnet. Nach 
Ablauf des ersten Jahrzehnts waren in der Rabbiner-.Abteilung 105, 
des zweiten 196, des dritten 261, des vierten 354 und des 
fünften 410 immatrikuliert. Dazu kamen 42 Zöglinge der Lehrer- 
Abteilung in den Jahren 1856 bis 1866. Die Gesamtfrequenz betrug 
daher 452 Studierende 0- Im Einzelnen belief sich die Präsenz am 
Schluss des Jahres-) 

1854 auf 20 1864 auf 574-10 i 1874 auf 31 



1855 . 

18563) . 

1857 * 

1858 '- 

1859 " 

1860 - 

1861 = 

1862 * 

1863 = 



30 

29+3 

33-!-8 

40+10 

40+12 

43+12 

48+6 

48+6 

46+9 



1864 auf 57+10 
58+8 
54+4 
50 



1865 
1866 
1867 
1868 
1869 
1870 
1871 
1872 
1873 



53 
54 
52 

44 
35 
30 



1875 
1876 
1877 
1878 
1879 
1880 
1881 
1882 
1883 



30 
34 
31 
27 
26 
28 
25 
26 
31 



1884 auf 35 i 1894 auf 3H 



1885 
1886 
1887 
1888 
1889 
1890 
1891 
1892 
1893 



35 

41 
47 
51 
55 
58 
44 
50 
42 



1895 
1896 
1897 
1898 
1899 
1900 
1901 
1902 
1903 



35 
32 
29 
23 

24 
27 
33 
41 
41 



Hörer. Die Zahlen zeigen, dass in den Jahren, in denen neue Lehr- 
anstalten eröffnet wurden, die Frequenz, und zwar teilweise bedeutend 
zurückgegangen ist, sich aber bald immer wieder auf die normale 
Höhe — der Durchschnitt der Präsenz beläuft sich auf 40,52 — 
erhoben hat, ein Beweis, dass das Vertrauen zur Leistungsfähigkeit 
der Anstalt stets dasselbe geblieben ist. Im Durchschnitt traten 
jährlich etwa 9 Zöglinge ein und gingen etwa 8 ab. Nur selten ist 



1) In der Matrikel (Bd. I und II) finden sich 450 Eintragungen, die 
sich auf 444 Studierende beziehen. 5 Seminaristen sind darin zweimal ein- 
getragen, weil sie nach längerem oder kürzerem Besuch der Gymnasial- 
abteilung austraten, um in anderen Städten das Abiturienten-Examen zu 
machen, und dann als Studenten zurückkehrten und von neuem aufgenommen 
wurden. Eine Ziffer (151) ist einmal versehentlich übergangen worden. 
In Bezug auf die Eintragung der Hospitanten herrschte eine Zeitlang eine 
schwankende Praxis. So kommt es, dass einige nur in den Jahresberichten 
erwähnt sind, und daraus erklärt sich die im Text angegebene Ziffer. 

2) Ein teilweise anderes Bild gibt die Frequenzliste, welche für jedes 
Semester dieAnzahl derjenigenStudierendeu angibt, die im Lauf e desselben 
an den Vorlesungen teilgenommen haben. Sie erhob sicli nicht selten auf 60 
und darüber. Es gab z. B. im Winter-Semester 1868/69 CO, im Sommer- 
Semester 1869 62, im Winter-Semester 1839/90 sogar 69, im Sommer- 
Semester 1890 66, im Winter-Semester 1890/91 60, im Sommer- Semester 
1891 62 und im Sommer-Semester 1892 60 Studierende. 

3) Die zweite Zifter bezeichnet bis 1866 die Frequenz des Lehrer- 
Seminars. 



— 135 — 

ein Zugang von mehr als zehn') und nur einmal ein Abgang von 
mehr als zehn zu verzeichnen"-). 

ihrer Herkunft nach waren 276 Studierende (= ^l.Oo'Vo) 
aus dem Deutschen Reich, 91 aus (■■)sterreich, 47 aus Ungarn, 21 
aus Russland, 1 1 aus den übrigen europäischen Ländern und <) aus 
Amerika. Von den deutschen Hörern waren 222 aus Preussen, davon 
allein 178 aus Schlesien (86) und Posen (92), ferner 5 aus Ostpreussen, 
13 aus Westpreussen. 3 aus Pommern, 3 aus Brandenburg, 1 aus 
Sachsen, 1 aus Schleswig- Holstein, 9 aus Hannover, 7 aus Hessen- 
Nassau, 1 aus Westfalen und 1 aus der Rheinprovinz. Von den übrigen 
54 waren 2 aus Anhalt, 12 aus Baden, h aus Bayern, 9 aus Elsass- 
Lothringen, 7 aus Hessen. 1 aus Lippe, 1 aus Oldenburg, 4 aus 
dem Kgr. Sachsen, 1 aus Sachsen-Meiningen, ?, aus Sachsen-Weimar, 
1 aus Waldeck und 7 aus Württemberg. Von den Österreichern 
stammten 22 aus Böhmen, 29 aus Galizien, 34 aus Mähren, 5 aus 
Wien und Niederösterreich und 1 aus Österr.-Schlesien. Hierzu 
kommen je 2 aus Dänemark, den Niederlanden, Rumänien und 
Schweden und 3 aus England. Daraus ergibt sich, dass die An- 
stalt zwar zunächst, genau nach der Intention des Stifters, den 
Zweck erfüllt hat, unter den Juden des preussischen Vaterlandes, 
besonders unter denjenigen der Heimals- und der Nachbarprovinz 
theologische Bildung zu verbreiten, dass sie aber auch weit über die 
Grenzen des preussischen Staates hinaus für die gesamte Glaubens- 
gemeinschaft von Bedeutung und Einfluss gewesen ist. 

Was den bürgerlichen Beruf der Eltern angeht, die ihre 
Söhne dem theologischen Studium'^) an unserer Anstalt zugeführt 
haben, so kann auch hierüber ein ^venn auch nicht erschöpfender, 
so doch immerhin, einigermassen interessanter Aufschluss gegeben 
werden. ' Von den Vätern unserer Zöglinge war 1 Direktor unseres 
Seminars; 41 waren Rabbiner, darunter 6, die den Kursus an unserer 
Anstalt zurückgelegt haben; 39 waren Lehrer, 13 Vorsänger und 
Schächter, 2 Synagogen-Diener, 4 Gemeinde- Sekretaire, 1 Waisenhaus- 
Inspektor und 1 ThoraroUen Schreiber. Neben diesen 102 Söhnen 
von Männern, die in mehr cder minder nahen Beziehungen zum 
religiösen Gemeindeleben stehen, bilden den Hauptanteil, wie nicht 



1) Im Winter-Semester 1889,90 traten 13, im Wiutcr-Semester 1864/65 12, 
im Winter-Semester 1868/69 11 in das Seminar ein. 

2) Im Winter-Semester 1888 89 traten 11 Seminaristen aus. 

3) Von 164 Sominari.sten fehlten die Angaben oder sind lückenhaft. 
Re^'elmilssi-,' wurde erst seit 1880 eine Angahe über den Stand dos Vaters 
in die Matrikel aufgenommen. 



— 136 — 

erstaunlich isl, 151 Söhne \-<.)n Kauf lauten, Kriiniern und Handels- 
leuten. Ausserdem werden je 3 Väter als Bankiers und Rentiers 
und je 1 als Makler und Hausierer bezeichnet. ]J)azu kommen 
schliesslich die Söhne von 25 Gewerbetreibenden (7 Gastwirten, 
2 Bäckern, l Buchbinder, 3 Fleischern, 4 Kürschnern, 7 Schneidern 
und 1 Schuhmacher). Erfreulich ist dabei die Wahrnehmung, dass 
in den Kreisen unserer Gemeindebeamten die Liebe zur Thora auch 
in der Gegenwart lebendig geblieben ist, und dass die Väter sie auf 
Kind und Kindeskind fortzupflanzen bemüht sind. 

Vergleichsweise wichtiger ist ein Blick auf das geistige Rüst- 
zeug, welches unsere Zöglinge bei ihrem Eintritt mitbringen. Von 
410 Aufgenommenen waren 116 durchaus befriedigend vorbereitet. 
Sie konnten sofort zur Teilnahme an den Talmud- Vorlesungen der 
oberen Abteilung zugelassen werden und besassen zugleich die Reife 
für den Besuch der Universität. 68 andere brachten das Zeugnis 
der Reife von einem Gymnasium mit, mussten aber die theologischen 
Studien in der unteren Abteilung beginnen. Dazu kamen in den 
ersten 32 Jahren, in denen besonderer G^/mnasial-Unterricht erteilt 
wurde, 104 Zöglinge, welche diejenigen theologischen und profanen 
Vorkenntnisse mitbrachten, die das Statut als Mindestmass für die 
Aufnahme fordert, und weitere 42, die zwar ebenfalls am Gymnasial- 
unterricht Teil nehmen mussten, im Bereich der theologischen Vor- 
kenntnisse aber bereits so weit vorgeschritten waren, dass sie zu 
den Talmud-Vorlesungen der oberen Abteilung zugelassen werden 
konnten. Allen diesen 330 (= 80,49%) Studierenden war durch die 
Organisation der Anstalt die Gelegenheit gegeben, die volle Qualifikation 
zum Amte eines Rabbiners, Predigers und Religionslehrers zu gewinnen. 
Zu den übrigen 80 gehören — ausser 7 sogenannten ausser- 
ordentlichen Hörern^), denen der Besuch einiger Vorlesungen gestattet 
war, und 14 Hospitanten, denen vor 1886 die Gelegenheit geboten 
wurde, ihre ungenügenden theologischen und profanen Kenntnisse 
zu vervollständigen, um die Reife für den Eintritt in das Seminar 
zu erlangen — seit den letzten 18 Jahren 59 Studierende, die, mit dem 
Zeugnis der Reife von einem Gymnasium versehen, Aufnahme be- 
gehrt und nur unzulängliche hebräische Kenntnisse mitgebracht 
haben. Sie wurden als Hospitanten zugelassen und haben in den 
allermeisten Fällen schon nach zwei Semestern die zum Eintritt 
in die untere Abteilung des Seminars erforderlichen theologischen 
Kenntnisse nachweisen können. In dem erwähnten Zeitraum haben 
diese Hospitanten jedoch nahezu die Hälfte derjenigen Studierenden 



1) Die Eiuriclitung bestand nur eine kurze Zeit, J 870— 1876. 



- 137 — 

gebildet, die sich überhaupt zum Eintritt gcivicldet haben. Soll nun 
die GründlichUeit und Gediegenheit der theologischen Ausbildung 
der nächsten Generation nicht bedenklichen Schaden leiden, so 
müssen rechtzeitig geeignete Massregeln zur Abhülfe der ('beistände 
ergriffen werden. Das beste Heilmittel wäre die Errichtung von 
Präparandieen, in denen Schüler, die ein Gymnasium besuchen, in 
der schulfreien Zeit eine methodische Vorbildung für das theologische 
Studium erhalten könnten. Werden die geistigen und materiellen 
Mittel für diesen Zweck zur Verfügung stehen? Inzwischen wird 
in unserem Kreise augenblicklich zwischen dem Kuratorium und 
dem Lehrer-Kollegium die Frage ernsthaft erwogen, ob es innerhalb 
des Lehrplans der Anstalt möglich und ratsam wäre, für die Unter- 
weisung der Hospitanten noch weiter gehende Veranstaltungen als 
bisher zu treffen^). 

Die Gelegenheit zum Erwerbe einer gleichmässigen 
und gründlichen Durchbildung auf dem ganzen umfang- 
reichen Gebiete der jüdischen Theologie ist den Seminaristen 
während ihrer Studienzeit in ausreichendem Masse dargeboten 
worden. Das lehrt ein aufmerksamer Blick in das Verzeichnis der 
theologischen Vorlesungen und der praktischen Übungen, die in den 
vergangenen hundert Semestern gehalten worden sind (Beilage 111). 
Inwieweit und mit welchem Erfolge diese Gelegenheit benutzt 
worden ist, lässt sich nach Zahl und Mass nur sehr mangelhaft 
abwägen. Denn für den stillen und stetigen Einfluss der Lehrenden 
und für den Eifer und Fleiss der Lernenden ist ein zu Tage 
tretender Massstab schwer zu finden. Immerhin aber gestatten die 
Beilagen IV und V ein Urteil über die Beteiligung der Studierenden 
an den Vorlesungen und Übungen und über ihren Privatfleiss und 
lassen erkennen, dass die studierende Jugend im Durchschnitt von 
reger Arbeitslust erfüllt ist. 

Was schliesslich den Erfolg der Studien angeht, so haben 
von den 452 Studierenden 126 der Rabbiner-Abteilung und 16 der 
Lehrer-Abteilung angehörige, zusammen 142 den gesamten Lehrgang 
an der Anstalt, einschliesslich der vorschriftsmässigen Abgangs- 
prüfungen, zurückgelegt. 15 Seminaristen sind durch einen vor- 
zeitigen Tod vor dem Abschluss ihrer Studien dahingerafft worden, 
und 37 Hörer setzen noch jetzt ihre Studien fort. Von den übrigen 
25JS, die vor Beendigung ihrer Studien aus der Anstalt ausgeschieden 
sind, haben noch weitere 72 Anstellungen als Rabbiner und Prediger-) 



») Vgl. oben Seite 69 f. 

2) Darunter 5 Zöglinge der Lehrer-Abteilung. 



— 138 — 

gefunden. Es sind ferner 94 durch den Umstand, dass sie als 
Leiter und Lehrer von Lehrer-Bildungsanstalten, Religionsschulen 
und Erziehungsanstalten tälig sind, in nahen Beziehungen zum 
theologischen Wirkungskreise geblieben. luidlich konnte festgestellt 
werden, dass 6 ehemalige Zöglinge des Seminars Professoren an 
L-nixersitäten in Deutschland und im Auslande, 1 1 Gymnasiallehrer, 
6 Schriftsteller, 15 Ärzte, 8 Juristen, 8 Beamte verschiedener 
Kategorien und LS Kaufleute geworden sind. Diese Tatsache ist 
erfreulich von dem Gesichtspunkte aus, dass es durch die Wirk- 
samkeit des Seminars in den verschiedenen Berufen des öffentlichen 
Lebens eine stattliche Anzahl von Männern gibt, die ein gewisses 
Mass von Sachverständigkeit in Fragen des religiösen Lebens und 
der jüdischen Wissenschaft besitzen und dadurch in der Lage sind, 
die gedeihliche Entwickelung der Gesamtheit fördernd zu beein- 
flussen. In der Tat hat die Erfahrung gelehrt, dass nicht wenige 
von ihnen mit vortrefflichem Erfolge die Interessen des Glaubens 
und der Wissenschaft vertreten haben und noch vertreten. 

Von den Rabbinern und Lehrern, die das Seminar besucht 
haben, leben und wirken gegenwärtig 29 in Österreich, 6 in Ungarn, 
3 in Russland, je zwei in England und der Schweiz, je einer in 
Belgien, Dänemark, Italien, den Niederlanden, Rumänien undSchwe len, 
8 in Amerika, alle übrigen in Deutschland. 

Die meisten von ihnen ■ — • rund 150 an der Zahl — wirken 
gegenwärtig als Rabbiner, Prediger und Religionslehrer in den be- 
deutendsten Gemeinden Europas, und zwar u, A. in Aachen, Augsburg, 
Bayreuth, Berlin, Braunschweig, Breslau, Bromberg, Erünn, Bruchsal, 
Budapest, Bukarest, Cassel, Cöln a. Rh., Colberg, Crefeld, Culm a. W., 
Dresden, Elbing, Erfurt, Eschwege, Florenz, Frankfurt a. M., Frei- 
burg i. Br., Giessen, Gleiwitz, Gothenburg, Halle a. S., Hamburg, 
Hannover, Heidelberg, Hildesheim, Karlsruhe in Baden, Kempen, 
Komotau, Kopenhagen, Kremsier, Krotoschin, Leipzig, Lemberg, Lodz, 
London, Magdeburg, Mannheim, München, Meiningen, Nakel, Nürnberg, 
Offenburg, Odessa, Ostrowo, Pilsen, Posen, Prag, St. Petersburg, Ratibor, 
Rotterdam, Schneidemühl, Stettin, Stuttgart, Trier, Triest, Ulm, Wien, 
Worms und Zürich. An den Rabbiner-Bildungs Anstalten in Berlin, 
Breslau, Budapest, Cincinnati, Florenz, New-York und Wien sind 
ehemalige Zöglinge unserer Anstalt als Leiter und Lehrer im Amte. 

Der geistige und sittliche Einfluss, den alle diese aus 
dem Seminar hervorgegangenen Rabbiner und Lehrer in ihrem 
Wirkungskreise ausüben, tritt einerseits durch die öffentlichen Ein- 
richtungen zu Tage, die sie geschaffen, gepflegt und gefördert haben, 
andererseits durch die Bücher und Abhandlungen, die sie der Öffentlich- 



— 139 — 

keit übergeben haben. Auf diesem Gebiete nach beiden Kicliliingen bin 
erschöpfende und allgemein interessierende Einzelheiten zu bieten, 
ginge weit über den Rahmen dieser Arbeit hinaus. Dazu kommt, dass 
geistige Imponderabilien überhaupt der Statistik einen zähen Wider- 
stand entgegen setzen, und dass selbst die umfangreichste statistische 
Erhebung vor der Tatsache Halt machen müsste, dass die Wirkung 
eines belehrenden Wortes oder eines lehrhaften Pieispiels unnviglich 
nach Zahl und Mass genau ermittelt werden kann. Soviel aber kann der 
Wahrheit gemäss heute wie vor 25 Jahren ohne Übertreibung fest- 
gestellt werden, dass zahlreiche Schüler des Seminars unter schwierigen 
Verhältnissen erfolgreich an der geistigen und sittlichen Hebung ihrer 
Gemeinden und der Gesamtheit mitgearbeitet haben. Es gibt keine 
.Äusserung des jüdischen Lebens, der sie nicht ihre Kraft, ihre Ein- 
sicht und ihr Wissen gewidmet hätten. 

Den grossen Verbänden, denen ihrem Charakter nach eine 
umfassendere Wirksamkeit innerhalb der Glaubensgemeinschaft zu- 
fällt, der Alliance israelite universelle, dem Deutsch-israelitischen 
Gemeindebunde, dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen 
Glaubens, dem Hülfsverein der deutschen Juden, dem Verband zur 
PV)rderung der Wissenschaft des Judentums, dem Verband der Vereine 
für jüdische Geschichte und Literatur, der Österreichisch-israelitischen 
Allianz, dem Verbände der Lehrer-Vereine im Deutschen Reich und 
selbstverständlich den Rabbiner-X'erbänden haben sie mit opferfreudiger 
Hingebung wesentliche Dienste geleistet. Sie haben für die Gleich- 
berechtigung ihrer Brüder gekämpft und Einrichtungen angeregt und 
unterstützt, die geeignet sind, den Gemeinsinn zu heben und die 
geistige und praktische Wohlfahrt zu fördern. Religionsschulen wurden 
von ihnen gegründet und reorganisieit, Jugendgottesdienste eingerichtet 
und Vereine ins Leben gerufen, die den \erschiedensten gemein- 
nützigen Zwecken dienen sollen. Dazu gehören, zunächst im Bereich 
der Wohlfahrtseinrichtungen für das praktische Leben, Darlehns- 
Kassen, Vorschuss-Vereine, Hülfskassen für Rabbiner, Kantoren und 
Lehrer, Vereine für Altersversorgung, Krankenpflege, Totenbestattung, 
Witwen-Unterstützung, Waisenerziehung, Ausstattung armer Bräute, 
Bekleidung armer Schulkinder, rituelle Verpflegung in Volksküchen, 
Arbeitsnachweis und Bekämpfung der Wanderbettelei. Ferner im 
Bereiche der geistigen Interessen: X'ereine zu gemeinsamem Studium 
religiöser Schriften, zur Pflege der jüdischen Geschichte und Literatur, 
zur Verbreitung von Volksbildung, zur Beförderung des Studiums 
an Universitäten und G\'mnasien, zur Ausbildung von Lehrern und 
Kantoren, zu beruflicher Ausbildung des weiblichen Geschlechts, zur 
Verbreitung des Ackerbaus und des Handwerks und zur Beauf- 



140 



sichtigLing und Ausgestaltung des jüdischen Unleirichts- und Er- 
ziehungswesens. 

Über die umfangreichen Leistungen auf dem Gebiete der Wissen- 
scliaft gibt endlich das nachfolgende Verzeichnis Aufschluss. Es ist 
das ehrenvollste Zeugnis für die Arbeitsfreudigkeit, die in unserer 
Anstalt geweckt und geptlegt worden ist. 

Verzeichnis der Hörer des Seminars und ihrer Schriften*). 

Adam, Samuel, geboren in Rawitsch 1838, im Seminar 1855 
bis 1858, starb 1869 in Rawitsch. 

Allerhand, Isak, geboren in Zurowno (Galizien) 1856, im 
Seminar 1875-1882. 

Alt mann, Adolph, geboren in Nadar (Ungarn) 1843, im 
Seminar 1864—1865. 

Appel, Ernst, geboren in Homburg v. d. H, 1884, im Seminar 
seit 1902. 

Appel, Meyer, geboren in Fritzlar 1852, im Seminar 1870 bis 
1878, 1879 Rabbiner in Homburg v. d. H., 1886 zweiter Stadt- 
rabbiner in Mannheim, seit 1893 Stadt- und Konferenz- Rabbiner in 
Karlsruhe (Baden). 

Publ.; Qaaestiones de rebus Samaritauorum sub imperio Roma- 
norum pei actis. Gottingae 1876. — Über Samaritaner. Lb). VII, 
53, 57, 61, 69. — Eine grössere Anzahl von Gelegenheitsreden nnd Jahres- 
berichten der Religionsschule und einige Abhandlungen in Eahmers 
Literaturblatt. 

Aschkenasi, Franz, geboren in Nikolsburg (Mähren) 1850, 
im Seminar 1867—68, starb 14. März 1868. 

Auerbach, Heimann, geboren in Konin (Russland) 1880, im 
Seminar seit 1902. 



*) Ein genaues bibliographisches Verzeichnis aller Veröffentlichungen 
ehemaliger Schüler des Seminars ist hier nicht beabsichtigt, weil eine absolute 
Vollständigkeit nicht zu erzielen war, und weil die Anführung sämtlicher 
Einzelheiten, zumal derjenigen, die mit der Theologie in keinem Zusammen- 
hange stehen, weit über die Grenzen des gemeinsamen Interesses hinausgehen 
würde. Aus diesen Gründen sind nur alle selbständigen Schriften und 
bedeutsamere in Sammelschriften veröffentlichte Abhandlungen und Rezen- 
sionen besonders aufgeführt, während auf andere Aufsätze, Bücher-Be- 
sprechungen, einzelne Predigten und sonstige Gelegenheitsschriften nur im 
allgemeinen hingewiesen ist. Bezüglich der Anordnung des Abdrucks siehe 
oben S. 116. Aufgenommen sind die Schriften derjenigen Studierenden, die 
zwei Semester und darüber inscribiert gewesen sind. 



— 141 — 

Auerbach, Dr. Leopold, geboren in Breslau 1847, im Seminar 
1H67, Scliriftslcller in Ikrlin. 

Publ.: Das jüdische Obiigatioiisrcclit nach den Quollen und mit 
besonderer Berücksichtigung des römischen und deutschen Rechts 
systematisch dargestellt. Berlin 1870/71. - Das Juilentum und seine 
l'.i'ki'iiucr in Preussen und in den anderen deutschen Bundesstaaten. 
lUiliu 1H90. — Pie Bedeutung des mosaischen OiVenbarungsglaubeus 
im Judentum. Lbl. XTX, 177, 181. 

liaclier, Wilhelm, geboren in Lipto Szant Miklos (Ungarn) 
1850, im Seminar 1868 — 76; 1876 Rabbiner in Szegedin, 1877 
Professor an der Landesrabbinerschule in Budapest. 

Pub].: Das Targum zu Iliob. MS XX, 208-223. — Nizaniis 
hellen und Werke und der zweite Teil des Nizami'schen Alexander- 
buches. Leipzig 1872. (Eine englische Übersetzung davon erschien in 
London 1873.) — Das Targum zu den Psalmen. MS XXI, 408 — 416, 
4(33—473. — Kritische Beleuchtung einer interessanten Talmudstelle, 
(b. Ketuboth 112 a b, j. Schebiith 35c). MS XXIT, 12G -.30, 180-82. 
— Alte aramäische Poesien zum Vortrag des Haphtara- Targum, 
das. 220—228. — Eine kulturgeschichtliche Boraitha und ihre Wand- 
lungen (Kidduachin 49 b), das. 270—276. — Autikaräisches in dem 
jungen Midrasch. Das. XXIII. 26<) — 274. — Abraham Ibn Esras 
Einleitung zu seinem Penlateuciikommenlar (aus den Abhandlungen der 
K. Akademie der Wissenschaften). Wien 1870. — Die Agada dfi' ba- 
bylonischen Amoräer. Strassburg 1878 (zugleich dem ersten Jahres- 
berichte der Landesrabbiuerschule in Budapest beigegeben). Dasselbe 
auch in ungarischer Sprache. — Sädis Aphorismen und Sinngedichte, 
herausgegeben und übersetzt mitBeirrägeu zu Sädi's Biographie. Strass- 
burg 1879. — Eine persisclie Bearbeitung der sufischen Terminologie (Isti- 
hihatassufija) des Abdurrazzfüi al-Käschani. ZDMG XXXIV, p. 597 bis 
609. — Abraham Ibn Esra als ürammatiker. (Jahresbericht der Landes- 
rabbinerschule in Budapest 18Sl. Dasselbe auch ungarisch.) Strass- 
burg 1882. — Die grammaüsclie Terminologie des Jeliuda b. David 
Hajjilg. Nach dem arabischen Originale seiuer Schriften und mit 
Berücksichtigung seiner hebräischen Übersetzer und seiner Vorgänger. 
AVien 1882. — Etüde criti<;iue sur quelques traductions etranges relatives 
ä Rabbi Meir. REJ T. V, p. 178 - 187. — Abuhvalid Ibn Ganah 
und die neuhebräische Poesie. ZDMG XXXVI, p. 401-409. — 
Jose])h Kimchi et Abuhvalid Ibn Ganah (auch separat erschienen). 
E1':J T. vi, p. 208-221. — Die Saadjanische Übersetzung des 
Hohenliedes bei Abulwalid Merwan Ibn Ganah. ZATW III, 
p. 202—211. — Die Agada der Tannaiten. Erster Band: Von Hillel 
bis Akiba. Von 30 vor bis 135 nach der g. Z. Strassburg 1884. — 
Die liebräiscb-araliischc S|iraclivergleiclinng des Abulwalid Merwan 
lltn (ianäli. Wien 1884. — Magvar Zsido Szemle. Redigiert von Wilhelm 
Baclier und .Josef Bäuüczi. Budapest 1884—87. — A szentiräs es a 
zsid('i tudomiiny irodalma 1883- ban, 19—29 1. MZS 1884. — Einlluss 
der christlichen Allegoristik auf die jüdische Bibelexegese. MS XXXIIT, 
p. 475 - 477. — Berichtigungen zur Neubauerscheu Ausgabe des Kitäb- 
alusnl. ZDMG XXXVIIL p. G20-629. — Leben und Werke des 



— 142 — 

Aliiihvali«! Merwäii ll»n (iniiali (H.Joiin) uii.l die Quellen seiner Schrift- 
erklänini;. (Jaliresbeiiclit iler Landes-lxabbinersrliule iu Budapest 1885, 
Dasselbe in ungarischer Sprache.) Leipzig 1SS5. — l>ie liobräiscl»- 
iuMiliebrüis(Oieun(lliebräisi'h-ai'amäis('heSi)i'acliverglei('luiii,i,MlesAlMihvali(l 
)|pi'\van Ibil (ianäll. Wien 1885. — A szentinis es a zsidi'. ludonu'iny 
iiodalma 1884 hen, 16-26 1. MZS 1885. — Immanuel b. Salomos 
Eben Bochan. MS XXXIV, p. 241-257. — Bemerkungen üher die 
demJehuda ihn Balaam zugeschriebene Schrift zur hebräischen Laut- 
und Accentlehre. iMS XXXIV, p. 468-480, 497-504. - Un abrege 
de o-rammaire hebraique de Benjamin ben Juda de Korne et le Betach 
Debarai (auch separat erschienen). RVJ TX, p. 123—144. — Etymo- 
logisierende Worterklüruugen bei Abuhvalid Merwun Ibu Ganäh. 
ZATW V, p. 138-151. — '0"'^'" das., p. 161 — 163. — Wünsche, det- 
babylonische TalmmJ in seinen haggadischeu Bestandteilen wort- 
getreu übersetzt. Bd. I, MS XXXV, p. 82- C3, 122-143, Bd. II, 

XXXVI 184—189. 1t'?'?x 2SnD Le livre des Parterres fleuris. 

Grammaire hebraique en arabe d'Aboul Walid Mervan Ibu Djanah 
de Cordoue, publiee par Joseph Derenbourg (s. S. XII der Vorrede). 
Paris 1886. — A szeutiräs es a zsido tadomäny irodalma 1885— bau, 
19—29 1. MZS 1886. — Moise Ha-Nakdan, glossateur de la grammaire 
de Joseph Kimchi. REJ T XII, p. 73-79. - A szentiräs es a zsidö 
tudomauy irodalma 1886-bau, 17-28 1. MZS 1887. - Der ..Prüf- 
stein" des Menachem b. Salomo. Graetz-Jubelschrift 96—115. 1887. — 
''i^^p nEI' "~iS j1^-*n 'Ü Berlin 1888. — Die Agada der palästi- 
neiTsisdien Amoräer. Bd. I-IIL Strassburg 1891/98. - Die jüdische 
Bibelexegcse von Anfang des 10. bis Ende des 15. Jahrhunderts. 
Trier 1892. — Die Bibelexegese der jüdischen Keligionsphilosophen 
des Mittelalters vor Maimuni. Jahresbericht der Landesrabbiner schule 
in Budapest 1891/93. Budapest 1892. — Die hebräische Sprachwissen- 
schaft vom 10. bis zum 16. Jahrhundert. Mit einem Abschnitt iiber 
die Massora. Trier 1892. — Zur Biographie Elija Levitas. MS XXXVII, 
398-404. - nX3: 'j n:V nh D^wncn 'O herausgegeben. Berlin 
1893;7. — Zur Geschichte der Ordination. MS XXXVIII, 122 bis 
127. — pri^Sr iri' Hebr. Ged. V. Simon Bacher. Budapest 1894, 1/IIL 

— Bacher, V. und Mezey, F. Evkönyv. Kiadja az izr. raagyar irodalmi 
tarsulat. Bd. I-VIL Budapest 1895/1901. - Ein rätselhaftes Wort 
in Saadja's Agron. MS XXXIX, 113-115, 247-251. - Die Bibel- 
exegese Moses Maimünis. Jahresbericht. Budapest 1896. — Die zweite 
Version von Saadias Abschnitt über die Wiederbelebung der Toten. 
Steinschneider-Festschrift, deutsche Abt. 219-226, hebr. Abt, 98 bis 
1 12. 1896. — Jehuda Hadassi"s Hermeneutik und Grammatik. MS XL, 
14—32, 68-84, 109—126. — Eine südarabische Midraschkompilatiou 
zu Esther. MS XLI, 350-356. — Bari in der Pesiktha rabbatlii, 
Berytus in Bibel und Talmud. MS XLI, 604-612. - Schwab, 
Moise,rocahalaii'e de VAugelologie. MS XLII, 525-528, 570-572, 

— Die älteste Terminologie der jüdischen Schriftauslegung. Leipzig 1899. 

— Zur Geschichte der Schulen Palästinas im 3. und 4. Jahrhundert. 
MS XLIII, 345—360. - Beiträge zur semitischen Sprachvergleichung 
bei Moses Maimuni. Chwolsohn- Festschrift, 122-148. 1899. — Ein 
hebräisch-persisches Wörterbuch aus dem 14. Jahrhundert. Jahres- 
bericht der Landesrabbinerschule in Budapest 1899] 1900. Budapest 1900. 



— 143 — 

— JehudaibnTibbons Irrtümer in scinerSaadia- Übersetzung. KHufmai.ii 
Gedenkbudi lSs-2-t9. 1900. — Bibelstelleii-Regisler zur Agaila der 
TaniiaitiMi iiiid Ainoräer. StrassburgHJOl, s Die Gelelitteu von Caesarea 
(i-=p-i;r-). MS Xr.V, 298-310. — ArnoUt. li. Ehilirh, Schölten 
und kn't. Benierhutiffeii zu (Jen hl. Schrijfen der Hehrüer. 
MS XliVI, 280—298. — Die Echtheit der Duuasch zugeschriebenen 
Kritik gegen Saadja. MSXLVI, 478-480. — IHc Apada der Taiiiiaiteii. 
2. Aull. Strasäburg 1903. — Ein hebrüisrh-araliischcs Liederliiivii aus 
.lenuMi. Berlin 1903. — Aus dem AVörterluiclie Taiiclmm .lerusclialuiis. 
.lahresbericht der Landesrabbinerscliule 19)2/03. Budapest 19*3. - 
Chajes, F., Psalmen-Kemmeutar. MS XLVllI, 98—110. 

FernerArtikel und Rezensionen in: M.E.Sterns ,Kochbe Jiz hak", 
18G5-68; „Monatsschrift" 1869-1904; Izraelit a Közlöny 1869 
bis 70: Bahmers „Israelitische Wochenschrift" u. »Jüdisches 
Literaturblatt" 1870-9f5; J. Kobaks „Jeschurun" 1871: J. Beich 
„Beth Lechem' .Tahrbuch 1873; „Ha-Habazelet" 1873: Z. D. M. G. 
1H74 — 1904; Berliners Magazin für die Geschichte und Literatur der 
Judentunaes 1880-94; „Kevue des Etudes juives" 1882 bis 
1904: „Magyar Zsido Szemle" 1884-1904; W. R. Harper 
„Hebraica" 1884—1903; Stade „Zeitschrift" 1885-1904; JQR 
1890—1904: „Ozar-ha-Sif rut" 1896: „Zeitschrift für hebr. 
Bibliographie" 1896 — 1900: „Deutsche Literaturzeitung" 
1898—1904; S. H. Horodeczkys „Ha-Goren" 1900: „Ha-Eshkol". 
hebr. Jahrbuch 1898; „Jahrbuch für jüdische Geschichte und 
Literatur« 1899—1904: „Theologische Literaturzeitung" 
19)0-1901: .Keleti Szemle' 1902; „The Expository Times" 
1900. — In der Eucyklopädie von Ersch und Gruber der Artikel ..San- 
hedrin und Synagoge" u. zahlreiche Artikel in der Jewish Encyclopedie. 

Badt, Benno, geboren in Kurnik 1844, im Seminar 18<30— 71, 
Oberlehrer, Professor in Breslau 

Publ.: Oe orat'ulis Siltvlliiiis a julaeis compositis.VratislaviaelSGD. 

— Prof. M. A. Levys Bildische (iescliichte nach dem Worte der heiligen 
Schrift, der israelitischen Jugend erzählt. Seit 187G in mehreren Auf- 
lagen herausgegeben. — Ursprung, Inhalt und Text des 4. Buches der 
Siby II. Orakel. (.lahresbericht de j Johannes-Gymn.) Breslau 1878. — 
Göthe als t'ebersetzer des Hohenliedes. Jahrb. für Phil, und Pädag. 
Abteil. II. Jahrg. 27. 1881. — Killderbibel, biblische Erzählung für die 
israelitische Jugend in Schale und Haus. Breslau 1890, 2. Aufl. 1903. 

— WeitereBerichtigungen zur Mondelkern"schen Concordanz. MSXLIII, 
523-524. —Einige Artikel in Bahmers Wochenschrift und Literatur- 
blatt, Rezensionen in der Monatsschiift. 

Badt, Lippmann, geboren in Rogasen 1849, im Seminar 1865. 

Bück, Leo, geboren in Lissa i. P. 1873, im Seminar 1891 
bis 1894, 1897 Rabbiner in Oppeln. 

Publ.: Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Cbajjira. 
MS XLIV, 24-41. 59-71, löß 167, 337-:U4, 417-423. — Harnacks 
Vorlesungen über das Wesen des Christontums. Das. XLV, 97 — 120. 



— 144 — 

Bär, Abraham, geboren in Fileline (Prov. Posen) 1834, im 

Seminar 1854 — 55, Dr. med. Kreisarzt. Geh. Medizinalrat in Berlin. 

Publ. : Zahlreiche Schriften über Getangnis-Hygiene u. s. w. 

Bärwald, Aron, geboren in Nakel 1854, im Seminar 1873 
bis 1881, 1881 Rabbiner in Saa/, gestorben daselbst 1890. 

Publ.: Flavius Josepliiis in (Jalilaea, sein Verlüiltnis zu den 
Parteien, iasbesoudere zu .1 ustiis von Tiberias und König Agrijjpa 1 1 
(Dissertation.) Breslau 1S77. 

Bärwald, Leo, geboren in Saaz in Böhmen 1883, im Seminar 
seit 1902. 

Bamberg er, Isaac, geboren in Angerode 1835, im Seminar 
1855—65, Rabbiner in Königsberg i. Pr., gestorben daselbst den 

27. Oktober 1896. 

Publ.: Abhandlungen über das jüdische Schulwesen, Jahres- 
berichte, Denkschriften u. s. w. 

Bass freund, Jacob, geboren in Kempen 1850, im Seminar 
1867—77, 1876 Stiftsrabbiner in Hannover, 1880 Direktor der 
Religions-Unterrichtsanstalt daselbst, 1882 Rabbiner in Tarnowitz, 
1890 Ober-Rabbiner in Trier. 

Publ.: Über das zweite Prinzip des Sinnlichen oder die Materie 
bei Plato. Diss. Breslau 18S5, — Über ein Midrascli •• Fragment 
in der Stadtbibliothek zu Trier. MS XXXVIII, 1G7-17G, 214-2i;t. 
— Hebräische Handschriftenfragmente in der Stadtbibliothek zu Trier. 
Das. XXXIX, 263-271, 295-302, 343-350, 391-398, 492-506. - 
Das Fragmenten-Targum zum Pentateuch. Sein Ursprang und 
Charakter und sein Verhältnis zu den anderen pentatentischeu 
Targumim. SA aus MS XL, 1-14, 49-67, 97-109, 145-163, 241 -252, 
352—365, 396—405. — Der Bann gegen R. Elieser und die veränderte 
Haltung gegenüber den Schammaiten. MS XLII, 49 — 57, — Die 
Erwähnung Jochanans des Hohenpriesters im PseudoJonathan zu 
Deuteronomium XXXIII, 11. Das. XLIV, 481-486. 

Baum gart, Isaac, geboren in Lengsfeld 1860, im Seminar 
1875 — 79, verstorben als Lehrer in St. Lengsfeld. 

Beck, Moritz, geboren in Papa (Ungarn) 1844, im Seminar 
1865—73, 1873 Rabbiner in Bukarest. 

Publ.: Der Messias, Sohn Josephs oder Ephraims. Lbl. XIT, 

71. — Maradjunk a reginel. MZS III, 176. — A Chevra Kadisa credete. 

Das. V, 285, VI, 6. — Hol halt meg Joclianan ben ZakkaiV Das. 

VII, 347. — Ezra Ha szöferröl. Das. X, 161. — Elias profeta serlege. 

Das. XII, 222. — Az credendö bün a zsidö irodalomban, Evkönyv IT, 

239. 

Behrens, Siegfried, geboren in Rethem (Prov. Hannover) 1876, 
im Seminar seit 1897. 

Pub].: Mose ben Maimunis Misclinali- Kommentar zum Traktat 

Megillah. (Dissertation.) Breslau 1901. 



— Uf) ~ 

Benjamin, Isaac, geboren in Kieferstädtel, im Seminar 
1S70— 7.'{, Kaufmann in Breslau. 

Bergel, Siegmund, geboien in Fileline ls4r), im Seminar 
1862 — 63, Kaufmann in Berlin. 

Pub!.: Kiscllinew und die Lage der Juden in Knssland 
Berlin 1003. 

Berger, Alfred, geboren in Loslau O/S. 1865, im Seminar 
1883 — 84, Kaufmann in Berlin. 

Berger, Heinrich, geboren in Vasvar (Ungarn) 1861, im Seminar 
1887—91, 1890 Rabbinats- Vertreter in Teschen, 1894 Rabbiner in 
Mohenems, 1896 Rabbiner in Krotoschin. 

Publ.: E. Benjamin b. .Jehuda und sein Kommentar zu Esra 
und Xeheniia. Mao-. Perlin 1H39. — Koinineiitar zu Ksra und Neliemia 
voH R. r.eMJiimiu beu .lehuda. Berlin ls'.»5. — Zur Gescbichte des 
Jüdischen Friedhofes in Teschen. MS XL, 37—40, — Kommentar des 
Jl. Benjamin ben Jehuda zu den Sprüchen, Das. XLV, 138 — 165; 
373-404. 

Bernhard, Siegfried, geboren in Lissa (Posen) 1842, im 
Seminar 1858 — 59, Lehrer in Tarnowitz, 

Bernstein, Bela, geboren in Karpalota (Ungarn) 1868, im 
Seminar 1889 — 90, 1891 Rabbiner in Steinamanger. 

Publ.: Die SchrifterkläruHg des Baclija 1». Ascher ihn Chaläwa 
luid ihre ([»eilen. Perlin ISüL — Beköszöntö beszed. Nagy-Kanizsa 
\H'.i-2 — Szabadsäg, ngj'enlüseg, testverist'g a zsid«'» valläs törvt'nyeiben. 
Szombathely ISitö. — A zsidök ar 1H48— 4!) ili szabadpägliarc/ban. 
Budapest 1S95. — A Szombathelyi izraelita elemi m'-piskola törtt^-nete. 
Budapest 189ß. — Az ember tragediiijä es a zsidi) irodalom. Budapest 
\HW. — A tora. M('ize9 üt könyve, übersetzt für die Zwecke der isr.- 
ung. Lit.-Ges. Budapest 189S. — Reformmozgalmak a magyar zsidüsäg 
kör.'bon 1848 — ban, Pudaj.est 1808. — Az 1848/49 ili magyar 
Kzabadsi'igharcz i-s a szid'ik. .Mit einem Vorwort von Maurus .Tc'ikai. 
Budapest 1898. — Die Toleranztaxe der Juden in Ungarn. Gedenk- 
buc.h z. Er. an D. Kaufmann. Breslau 1900, — A türelmi adü 
Vasmegyc'-ben. Pudapest 1902. — A dunantnli rabbiegyesülot 
egyetemi'S, n'-szletes hittani tantorve. Szombathely 1901. — A töra 
Mözes öt könyve, übersetzt nebst Te.xt für den Schulgebrauch. 
Budapest 1902/04. — Az intelligencia hivabisa templomi beszt'd, 
-M. Szigeten 1903. - Az iszr. valli'isoktatj'is orsziigos tanterve. Budajtest 
1904. — Abhandlungen und Pezensionen in der 2^itschrift Magyar- 
Zaidö Szemle 1890 — 1904. 

Bernstein, Max, geboren in Königsberg 1864, im Seminar 
1885-8^. 

Beuthner, Heinrich, geboren in Bcuthen O/.S,, im Seminar 
1882—85, gestorben im April 1885, 

10 



— 146 — 

Biach, Adolf, geboren in Naschelitz (Mähren) 1866, im Seminar 
1.S85— 92, 1890 Rabbiner in Brüx (l^öhmen). 

P«bl : Aristoteles' Lehre von der sinnlichen Erkenntnis in ilner 
Abhiinc;i,i;keit von Plato. (Separat- Abdruck aus Natorp. „riiilospli. 
Monatshefte-' 1890. Bd. XXVI Heft 5 u. 6). Marburg 1890. — 
Festrede zur 25 jährigen Jubelfeier des liomiletischeu Vereins 0. 12. 
1890. Brülls Monatsbliitter. Frankfurt a/M. 1890. — Wie soll der 
israelitisclie Religionsunterricht an Gymnasien erteilt werden? 
(Se]>arat-Abdruck aus „Jüdische Chronik". Saaz 1894, No, 6.) — 
Biblische Sprache und biblische Motive in Wielands Oberon. (Separat- 
Abdtuck aus dem „Jahresbericht des k. k. Staats-Obergymnasiums in 
Brüx für das Scl\uljahr 1890/97".) — Friedrich Hebbel und die Juden 
unter besonderer Berücksichtigung der Briefe und Tagebücher Hebbels. 
(.Jahresbericht des Gymnasiums.) Brüx 1897. — Maimonides. Ein 
Beitrag zum jüdischen Geschichtsunterrichte an Mittelschulen. Wien 
1900. — Ausserdem einige Fest- und Gelegenheitsreden. 

Biram, Max, geboren in Liegnitz 1853, im Seminar 1872 — 81, 
1880 Rabbiner in Lauenburg i. P., 1887 Rabbiner in Hirschberg. 
Piibl.: Einzelne Fest- und Gelegenheitspredigten. 

Blass, Joseph, geboren in Breslau 1866, im Seminar 1881—82, 
Kaufmann in Breslau. 

Bloch, Adolf, geboren in Leipnik 1850, im Seminar 1868—70, 
Kaufmann in Przemysl. 

Bloch, David, geboren in Rodalben 1867, im Seminar 1887 
bis 1891, gestorben 1896 als Einjährig-Freiwilliger in Frankfurt a. O. 

Bloch, Philipp, geboren in Tworog 1841, im Seminar 1857--67, 
1868 Direktor der isr. Gemeinde-Schulen in München, seit 1871 
Rabbiner der Brüder-Gemeinde in Posen. 

Pnbl.: Rabbi Simon ben Gamliel II nach seinen Lebens- 
verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit. MS XIII, 81 — 97; 
121—133. — De notione Dei; qualis e totius systeinatis coiiiiexu Aristoteli 
enascatur. (Dissertation.) Breslau 1865. — Die zweite Übersetzung 
des Saadiahnischen Buches Emunoth wedeoth, angeblich von 
Berechiah hanakdan. MS XIX. S. 401 ff. u. 449 ff. — Professor 
Roliliiig's Falsclimünzerei auf talmudischem Gebiet. Posen 1S76. — 
Von (Jlauben und Wissen. Saadiahs religiös-philosophisches Buch aus 
dem Hebräischen neu übersetzt. S.-A. München 1879. — mTlDH asr!2 
Die >Mllenfrellieit von Chasdai Creskas, V. Abschnitt des I. Tractates 
aus dessen „Or Torah". Nach handschriftlichem Material revidiert, 
übersetzt und erläutert. München 1879. — Studien zur Aggadah. 
MS XXXIV, 166-184. 210—224, 257-269, .385-40t; XXXV, ir,5-187. 
389 — 405. — Die ersten Kulturbestrebungen der jüdischen Gemeinde 
Posen unter preussischer Herrschaft. Grätz, Jubelschrift I, 194. 1887. 
— Die Generalprivile^ien der polnischen Judenscliaft. (S-A. aus der 
Zeitschrift der histori.scben GeselUcbaft für die Provinz Posen. 
Bd. VI.) Posen 1892. — Die n^Sia mv die Mystiker der Gaonenzeit 



— 147 — 

i.n<l ihr Einfluss auf die r.iturgie. MS XXXVIL 18-25: G9-74: 
257-260: :i(»5— 811. — (iescliiclile dop Entwickeliin^ der Kabliiila und 
der jUdiseheii Religiousi)liilosoi)hip. (S.-.\. aus Winter und Wiius.he.) 
Trier 1895. — l'bersetzungsprobe aus der Pesikta d<> Hai) Kahann. 
Sfeinschneider. Festschrift 41. lH9ß. — Heinrich (Iractz (eugl.). Pliila- 
ileli-hia 189K Das deutsi-he Ori-inal in der MS XLVIIT. 3:^-42, 
H7-97, 101-177, 224-241, 30)-315, 34(',-360, 491-503. - Der 
Streit um den Moreh des Maimonides in der Clemeinle 1^3se^ um die 
Mitte des 16. Jahrhunderts. Das. XLVII, 153-1 G9; 263-279; 340-356. 
— Einzelne Gelegcnheitsreden. 
Bloch, Wilhelm, geboren in Leipnik 1851, im Seminar 1868—70. 

Advokat in Brunn. 

Bloch, Wilhelm, geboren in Bobreck (Kr. Beuthen) 1861, im 

Seminar 1879—81. 

Blüh, Abraham, geboren in Leipnik 1836, im Seminar 18:)7 

bis 1865, 1867 Rabbiner in Berent W.-Pr., 1879 Rabbiner in Troppau. 
Blüth, Emanuel, geboren in Stadtlengsfeld 1865, im Seminar 

1886 — 87, Lehrer in Fürth. 

Publ.: .Tose|)h iihmhi und seine (jrammatik in Mag. 1891/92. 

Blumenstein, Isaac, geboren in Merchingen (Baden) 1843, 
im Seminar 1864 — 71, Rabbiner in Luxemburg, gestorben 

daselbst 1903. 

Publ.: Bej^ritf und Uedeutnn^ des 'n ^rr im Ueutcrojesaias 

(Dissertation). Breslau IsTl. - IMe verschiedenen Eidesarten nacli 

mosaisch-talmudischem Rechte. Frankfurt a. M. IHS:!. - Franz I.is/.t 

und die Juden. Lbl XV, ;i5. Kleinere Artikel und Pezensionen in 

Lbl. (lelegonheitsreden. 

Bodek, Arnold, geboren in Leipzig 1814, im Seminar 1863, 
gestorben 1889 als Redakteur in Berlin. 

Publ.: Aurelius Antonius als Freund des K. Jehuda hanasi. 

Leipzig 1868. 

Boroschek, Louis, geboren in Jarotschin (Posen) 1874, im 
Seminar 1894, Kaufmann in Hamburg. 

Boss, Wilhelm, geboren in Cosel 1863, im Seminar 1878 
bis 1885, Inspektor der Alters- Versorgungs-Anstalt in Breslau. 

Brandt, Louis, geboren in Ostrowo 1839, im Seminar 
1854—56, seit 1871 Kaufmann in Berlin. 

Brann, Marcus, s. oben S. 131. 

Brettholz, Uscher, geboren in Chorostkow (Galizien) 1870, 
im Seminar 1883 ff., seit 1900 Rabbiner in Sissek (Kroatien). W03 

Vizerabbiner in Triest. 

PuM.: iluM- unbckannlc und wenii; Iickanute i»olnische Dichter 
des XVII .Jahrhunderts, 1. Teil (Di.-sertatinn). Krakan mü. 

10* 



— HS — 

Brody, Chajjim, geboren im Züllichaii 1831, im Seminar 
1«')."), Leiter der Göthilde-Schule in Gothenburp (Schweden), ge- 
storben ?>. Januar 188,'. 

Piihl.: Uf: Arlstotelis cateporiis. Vmtislaviae iHtkj. 

Brüll, Adolf, geboren in Kojetein (Mähren) 1846, im Senrinar 
1H67, Oberlehrer in Frankfurt a. M. 

l'ubl.: FrpnKlspraclilicIie l!p<lensarl»'ii uml aiistlrüfklifli als 

frciiDispraclilich lifzciflniPtp \Nörtpr in ilcii Taliiunit'ii uml >li(lras(liini. 

I.cijizif,; lst;'.t. — Trai'litpn ilpr .IikIpii im nacliliiltlisoliPii Altertum. 
Frankiiii-t a. M. ls7;'>. — Das samaritaiiisilip Tar:,'iim /uin l'piitatPiuli. 
Frankfurt a. M. IhT'i. Kritisthp Minlleii üiier Manuskript -Fra^rmeiilp 
•Ips samaritanist-lien Tar:.'iinis zu Oxiord. Frankfurt a. M. is?."). — Zur 
(Jpscliirlite und [,itpratnr t|pr Saniaritaner. Frankfurt a. M. IBTil. — 
l'.piträ:;p zur Kenntnis der jUdiscii-deutstlipn LitPratur. Frankfni-t a. M. 

1877. — Dr. Oavid Kinliarn und spinc r.pdenlun;: filr ilas .hidentiim. 
Frankfurt a M. ISSJ. — Populär- wissenschaftliülie Monatshiätter. 
188«)- 11«04. Einzolne Predigten. Zahlreiche Arbeiten in N. BriJils 
.Fahrbücher für jüdische Geschichte nnd Literatur. 

B ruck St ein, Marcus, geboren in Kolo (Russland) 1854, im 
Seminar 1874 — 75. 

Brunner, Meyer, geboren in Pohrlitz (Mähren), im Seminar 
1869 — 72, Direktor d. allgem. östr.-isr. Taubstummen-Instituts in Wien. 

Buchholz, Peter, geboren im Bomst (Posen) 183S, im Seminar 
I8r>4— Ls6.5, 1863 Rabbiner in Märk.-Friedland, l.s67 in Stargard i. P., 
gestorben 25. September 1892 als Landrabbiner in Emden. 

Pnbl.: Historischer I'berblick über die mannip^fachen ("odi- 
iicationen des Halachastoffes. MS X'III. '201—217: 241-2.V.I. — ('bei' 
die Familie in rechtlicher und moralisther Itp/iehinig nach niosaisch- 
talmudisclior Lehre. Breslau 18tj7 — 'r"!"» "--XO Hamapcid XV No. 11. 

— Ein alter bibliographischer Irrtum, betreffend Verwandtschaft des 
Mordechai ben HUIel mit H. Elieser ben Nathan. MS XX, 424—427. 

— I{. Asarja Figo und seine Predigtsanunlung „Bina le-Tttini". libl. I, 
i:;, 18, 22, 24, 2<«, ;52. — Die beiden Isaac aus Danapierre. MS XXI. 
417—421. — Streitschrift ge«;en l*a.stor llafermaiin. Kmden 187G, — 
Bemerkungen zu Hausraths „Xeutestamentliche Zeitgeschichte. Lbl. 

1878. — Zur antisemitischen Pseudowissenschaft. Das. XI, 181. 1.*^."). 
189. 19.'}. — Der Antisemitisraus in der Kritik. Das. XlII, 2-'». - Die 
Tdssalisten als Methodologen, Beitrag zur Einleitung in den Talmud. 
MS XXXVMT, ;542-;;.')l), ;'.98-4()4. 450— 4<;2, 549 - .>')♦;. - Line Auzald 
von Gelegenheitsreden, Jahresberichten der Religionsschule und eiuig»^ 
Abhandlungen und Rezensionen in Rahmers Wochenschrift und 
Literat iirblatt nnd der Allgemeinen Zeitung des .Tudentums. 

Büchler, Adolf, geboren in Priekupa (Ungarn) 1867, im 
Seminar LSSM — 90, 189.) Professor an der Lehranstalt in Wien. 

Publ.: The reading of the law et propbets in and trienniiil 
cycle. .](i>U V, 420: VI, 1. -- La conspiration de B. Nathan et K. Mtir 



149 - 

contre le patrian he Simon I*. rjamli.l. HlvJ XXVIII, 60 74. — Die 
iVrlcutuii« von r"— r in Chaj^i^'a III un-l Met,'illa IV. 1<>. MS XXXVIII. 
ia8-ll»>: 14.'>-ir>l, — |»lf l'rirulrr uikI ^*r KmHui» in lflzl«ii Jalir 
/.elmt «Im jeraMl^aiKrhen Maates (.IalirebJ>eri< lit der tlieologischen 
l^liransUlt in Wic.u. i \Vi<.n IKO. — I>aj» /A'hiistiminercich in der 
(JeKchichJ.svisiciU des ilen<jciil>uche8. MS XXXIX, 11 -IJJ. - A niakka- 
IxMisok iiniief>cnek el»»jei. Kvkönyv I, l'»l-2«)0. — Di«- i»ri«'i5terli<;hen 
Zehnten and di«; r<<nii»cheD Steuern In den Krlabsen ("äKars. Stein^hneider 
Feafs<:hrift, Ul. 189<;. — liCS sonn:«« de Flaviug Jo8«''phe dans mmj 
Anti-ioit..«*. nVJ XXXII, ITJ-V.f): XXXIV, »Ji». - I^ngueur de« 
{>a^e4 et den lign«-« dans le» ancienw niana(><Ti»»> de la liible. Uhl-i 
W XIV, 9t. - Az alexandriai z.sid.. bazilika. Kvk.-nyv III, JJl-i^A. - 
The sourcss of Joseph for the history of Syria. J<,|K IX, 311 ff. - 
Das ap^)cryphi8che Ksralmch. MS XLI. l-l«): iU-tr,: '.Yt - im. - 
I>a« Sends<hreib€n der Jeruaaleiner an die Jaden in Ägypten im 
II. Makkab. I, II: II, IH Das. XU. lHi-5<JiJ: 52^«-5.'>l. - La n'lation 
de Jos<''phe con<.ernaat Alexandre le <irand. HIL.J XXXVI, 1— 2»>. — 
The lore court oi" women et the brae« gate in tlie Temple. J<^H X, 
•i78 — La lete des Cabanes 'hez I'lutarque et Tm. ite. HI^:.! XXXVII, 
lMt-2ir2. ~ Die Toliiailfn uti*l Osiaden im II. Makkaliiierltuche. Wien 
IW^K». Uli» S\nhe)lrion iu Jerusalem. Jahresbericlit Wien IIK/J. — 
Die Maultiere und -ii.- Waj^en des Tutriarchen Jehuda I, MS XLNIII, 
l'J3-'J0H. 

Burstyn, Josef, .Salomon, geboren in Brzezan Ih'/), im 
Seminar 18H6— ^^ 1^'M Rabbiner in Rakonitz (.Mahren», 1H06 in 
Ung.-Hradisch. 

Byck, Samuel, geboren in Vassy 18Ö2, im Seminar 1H70 

bis 1871. 

Caro, Jecheskel, geboren 1845, im Seminar 1861 — (jh, 

Rabbiner in Dirschau, Hrfurt, 1882 Pilsen, seit l^'^O Rabbiner in 

Lemberg. 

I'ubl.: .Vuh;;ev\ählte (ielej;enlieilt»re«len. Dauzig 1MT4. - Der 
Talmud und <lie L'nivei>,ität Erfurt Lbl IX, 177, iHl, 185. — Kr- 
klärun^ einer dunklen Stelle In Slfri. Das. VJ(). — Entwurf eines 
Normalpians für den Relij^ionsunteriicht. Erfurt 18H1. — Meschiach 
i^en Josef. Ein Interpretatiuns-N'orsclilag. Lbl XII, 42—43. — Ein 
r.^alm des Jereniia-, Das. <>3. — Toleranz im Altertum Lbl 
XIII, (iO. — Die Erklärung des Tar>,'um (It. 5. 11). Daa. S i:)5. — 
Erfurtjana. Da«. 192. — Errata des Maimonides. I. Jad hachasaka. 
Lbl XIV, 19, »v;. 12^1. — Zar E8<:hatologie in Talmud und Midraschim. 
Da». XV. 193. XVI. 13. — Bemerkun^'en zu Güdemanns Ge8<hi<hte 
d.-9 Lrzieliun-sue.^eiis Bd. III. Lbl XVTII. L':J, 42. — (Jeschirhte der 
.liiiiea in Lemlier;; bis zur Teiluii:; l'oleiis. Krakau Im*.»!, — Heib-n am 
Sabbath. Line neutestamentli> he Stmiie. Lbl .\XIII, l)v<, — 
(lireHloaalia Idhlira. \uraliulario auela in UHUin Hrholarum. Krukau 1^97. 
I»a« jüilioflie Lilleralurhlatt. (abr^an- I und II. Kmkau IHW 97. 

Caro, Monlz, geboren in Lübben 1840, im Seminar 1856 — 57. 



— 150 — 

Chajes, Adolph, geboren in Zolkiew (Galizien) 1.S47, im 

Seminar 1863—60. 

Tubl.: Über die liebr. (irainmiilik Spinozas. IJroslau lsr,',i. 

Ciione, Meymann, geboren in Punitz (l'osen) 1<S7 4, im 

Seminar 1901 1904. 

l'ubl.: Die llandelsbezieliiinseii Kaiser Friedrichs II. zu den 
Seestädten Venedig, l'isa, Genua. Bd. XXXIl der „Historischen Studien". 
(Dissertation.) Berlin 1902. 

Chotiner, Abraham, geboren in Podkamien (Galizien) 1.S39, 

im Seminar 1875—80, 1880 Rabbiner in Chemnitz, gestorben 

daselbst 29. Januar 82. 

Publ.: Kritische Beleuchtung der llallel-Psalnien. Halle s. a. 

Chotzner, Joach. Joseph, geboren in Krakau 1843, im Seminar 
1863—66, 1870 Rabbiner in Belfast, jetzt in Ramsgate (England). 
Publ.: Q^TlttiT b'^S. Ein satyrisches Schriftchcu. Breslau 1864, 
''SEStl? SiJ"IÖ ''T'It'. Lieder des Mirza SchafCy in hel)r. Unidichtung. 
Breslau 1868. — ncnr^an TCn nnano Magis Mischnah I, No 46 47. — 
rn2tt Magid Mischneh II, No. 0. — Immanuel ßomi, a great helirew 
satirist. New York 187:5. — Modern Judaism. A'Lecture. Beliast 187(). 
— Hebrew Toets during the Middle Ages. New York 1878. — Das 
moderne Hep-Hep. Lbl VIII, 106. — Renan und das Judentum. 
Lbl IX, 101. — Humour and Irony ot' the Bible. Ilarrow 1883. — Loid 
Byron und seine „Hebrew Melodies". Lbl XIII, 21i. ~ On the lile et 
social Position of hebrew woman in biblical times. Transactions ot 
the Society of biblical archeology. London VI, 137, 222. — m313-iT (Er- 
innerungen eines Kandidaten der jüdischen Theologie. In Makamen- 
form). London 1885. — Die neubearbeitete autorisierte englische 
Übersetzung des Alten Testaments. Lbl XIV, 'Jl, i>5. — (ieorge 
Eliot und das Judentum. Das. XIV, 185. — nttbur JD n't' 
mecn "i::iX n'S. I, 31. — Anglo-Jewish Exhlbltlon. Lbl XVI, DU. — 
Dr. Isaac Erter, a great hebrew satirist living in modern times. 
JQR Iir, 106. — Das Leben und die Werke des Dr. Leopold Zunz. 
Lbl XIX, II, 13, 17, 21, 25, 29, 32, 37, 41, 47, 50. - pnrT mb 
Hamagid XXXV No. 25, 27—29. — "iSl? n2C2 r"rtt '['i^V TU Hamagid 
XXXVIII, No. 6. — Über die frühere und jetzige jüdische Bevölkerung 
Irlands. Lbl XXII, 173, 177. — Die von den Juden Englands während 
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gemachten Fortschritte. 
BrüUs Populärwissensch. Monatsblätter, XIV, 194 ff. — Hebräische 
Eigennamen in der Bibel, Lbl XXIII, 106. — The life of the Jcwish 
Woman of Old. Test. The imper. et asiatic quarterly review 1801, 
438. — Yedayah Penini (Bedarshi). JQR VIII, 414. — D^TEH nnme. 
Hamagid XLIV, No. 8-11. nai? r.S^3 nm?:?cn nnsnö. Das. XLIV, 
No. 30. — Curiosities ol some Biblical Proper Names. — Sketches ofihe 
Talmud. — Ivalonymos ben Kalonymos. — Hebrew Journalisni. 

Metrische Übersetzungen aus den Werken verschiedener 
hebräischer Dichter. Artikel und Rezensionen in Lbl. 



— 151 - 

Cohen, Hermann, geboren in Coswig (Anhalt) 18-12, im 
Seminar 1857, Geheimer Regierungsrat, ordentl. Professor an der 

Universität in Marburg. 

Publ • Ausser zahlreichen rachschriflen über Kant u. s. w.: 
l.ie Nii,hstei.Uel.e im Tulmuil. Ein Gutachten dem Landes^eri.M 
iM Marburg erstattet. Marburg ISS... •_>. Autlage 1888. - Lin He- 
knn.tnis in .Icr .I».lenlra;:e. llerliu 188o. - Kinleituns mit kritischem 
NadUrag zu Fr. A. Lunses tieschhhte des Materialismus. .^). Autl. 180.>. 
_ Das rroblem der jüdischen Sittenlehre; eine Kritik von Lazarus 
Kthik des Judentun.s: MS XLIII, 38.5-100; 4:53-441). - Liebe und 
Oererhti-keit in dc.i Begriffen Gott und Mensch. IküUs Jahrb. III, <:>. - 
lutonon,ie und Freiheit. Kaufmann Ciedenkbuch ruT.. 1000. - Worte 
.1er Traner um Herrmann Lewandowsky. s. 1. 1900. - Rede bei der 
Gedenkleier der Universität Marburg zur KU Wiederkehr des Todes- 
taoes von Immanuel Kant, gehalten am 14. Februar lUOl. (Marburger 
akademische Heden lii04, No. 10). Marburg 1<J04. - Die Errichtung von 
I ehrst ühlen für J:tl.ik und Religiousphilosophie an den jud.-theoi. 
Lehranstalten MS XLVlll, 2-21. (Auch als S. A. erschienen). 

Cohn, Joseph, geboren in Zempelburg 1850, im Seminar 
1871-78, 1878 Rabbiner in Bisenz, 1886 Distriktsrabbiner in 
Burgkunstadt, 1895 Rabbiner in Eschwege. 

l'ubl- Wünsche, Dv. A. Der huhf/lonische Tahuud n, 
seinen hauumUschen Bestandteilen wovtf,etveu übersetzt und 
durch Noten erklärt. II Halbbaml, IL Abteilung. Lbl XMI 8.,, 8.., 
10-, \Hi — ivn t:"^nu"=. o. n. Srhows toi mudisehe Exegesen auf 
ihren wissensrhaftHrhen (behalt kritisch "";^';';^'" '^i'^' "^- 
/e,/,c/i^^/vonMaverKohn-Bistritz. Preisburg 18^8 Lbl ^J^i^-;-^';'-;' 
47, 51. - iyünsche,A., Midrasch Tehitlim. l''^^' ^f ^r, ^,^^:. ^^,' 
Tl.; 81, 88, 9G, 131, 135: XXIL 16. 20, 24, 27, 40, 44, 51 10., 117, 
13,S 'J0> - Fürst, Dr. J., Glossarium f/raecohebraicum. 
MS'XXXVII 283-285, 341-342, 429-434, 485- 1.88. - Einige Schritt- 
stücke aus dem Nachlasse Aron Wolfsohns. Das. XLI, 3.V..-3<h - Zu 
Saadjas Fentateuch - Übersetzung. Das. XLV. 5.W. - Zadro.cho 
Kezensionen in llahmers Literatarblatt; einzelne Gelegenheitsreden. 

Cohn, Jacob, geboren in Guttentag 1844, im Seminar 1859 
bis 1863. 

Cohn, Leopold, geboren in Schildberg 18h3, im Seminar 
1883-84. 

Conradi, Siegmund, geboren in Dresden 1832, im Seminar 
iy54_56, studierte Medizin und starb als Arzt im Auslande. 

Dauss, Moses, geboren in Goliancz ls45. im Seminar 1866 
bis 1867, Arzt in Berlin. 

David, Herrmann, geboren in Laulenburg W.-Pr. 1854, im 
Seminar 1871 — 72. 



— 152 — 

David, Moritz, geboren in Gimbsheim (Rheinhessen) 1875, 
im Seminar 189-1—97, Rabbiner in l^ociuim. 

Pul'l.: Uas Tai'gum Solieiii nach Ilamlscliriflcn lipraiissegeben 
und mit einer Einleitung versehen. (Dissertation). Berlin J808. 

Davidsohn, Itzig, geboren in Laulenburg W.-Pr. 1849, im 
Seminar l(Sh9 — 70. 

Demuth, Ludwig, geboren in Rembach (Odenwald) 1873, im 

Seminar 1892—96, Professor am Reformgymnasium in Mannheim. 

Publ.: Fünfzig ltab\ Ionische Rechts- und Vorn altiin?;8urkuii(leii 

aus der Zeit des Königs Cyrus (.088—520 v. Chr.). (Dissi'rtaiion). 

Leipzig 1896. 

Dessauer, Moritz, geboren in Kengar (Ungarn), im Seminar 
1851—70, 1870 Rabbiner in Cöthen, 1881 Landesrabbiner in 
Meiningen, starb daselbst 27. April 1895. 

Publ.: Spinoza und llobbes. Begründung ihrer Staats- und 
Ileligionstheorien. (Dissertation.) Breslau 18(58. — Biographie des Eabbenu 
Tarn Lbl II. — Daniel, in sieben Kanzelreden für das Neujahrs- und 
Versöhnungsfest. Breslau 1875. — l>evSokrates der Neuzelt und sein 
(Jedankensehatz. Cöthen 1877. — Der deutsche l'Iato. Erlunerungsschrlit 
au Moses Mendelssohn 100. Todestage. Berlin 1879. — Mendels- 
sohns philosophische und relbrmatorische Bedeutung. Lbl VIII, 
133. 137, 141. — Blnthen und Knospen der Humanität aus 
der Zeit von Reuchlin bis auf Lessing. Spiegelbilder für Inhumane 
Hei-zen der Gegenwart. Zürich 1881. — Aus der Vergangenheit 
für die Gegenwart. Brülls Monatsblätter IV, 51, 78, 103, V, 13, 
XII, 108. — Drei Mahnworte an unsere (Jrossen mit einem Schiass- 
worte „Auf zur Tat". Cöthen 1884. — Moses Mendelssohn Erinnerung. 
Lbl XIV, 150, 167. — Moses Mendelssohn. Darstellung seines Lebens 
und Wirkens von neuem zu seinem 100 jährigen Todestage mit Bild und 
Stammtafel herausgegeben. 3. Auflage. Meiningen 1886. — Über 
die Glelchnisliteratur des Altertums. Brülls MonatsbUitter X, 26. — 
Viel Lärm um Nichts. Brülls Monatsblätter XIII, 29, 54. — Zahl- 
reiche Artikel in Brülls Monatsblätter und Lbl. 

Deutsch, Gotthard, geboren in Kanitz (Mähren) 1859, im 
Seminar 1871—81, Religionslehrer in Brunn, Rabbiner in Brüx, jetzt 
Professor am Hebrew Union College in Cincinnati. 

Publ.: Collectanea zur Mischna. Lbl XIV, 75, 79, 143, 151. 

154; XV, 40, 78. — Die jüdische Theologie als Wissenschalt. Das. 

XIV, 171, 176, 181, 183, 187. — Die Symbolik in l'nltus und Dichtung 
bei den Hebräern. Brunn 188G — Zur Erklärung von Exod. 23, 7. 
Lbl XV, 24. — Zur Textkritik in Easchis Pentateuchkommentar Lbl 

XV, 31. — Jüdische Wissenschaft in cliristlicher Beleuchtung. Das. 

XVI, 92. — The epochs of jewish history and the philosophical 
concept of jewish history. Cincinnati 1896. - The Theory of oral 
tradition. Cincinnati 1897. — Zahlreiche Rezensionen und kleine 
Artikel im Lbl. 



- 153 — 

Deutsch, Immanuel, geboren in Sohrau O/S. 1S47, im Seminar 
1868—75, 1874 Rabbiner in Sohrau ((J/S.), 1897 Sliftsrabbiner in 
Lissa (Posen), IVOO Keligionsschuldirigent und stellvertretender 

Rabbiner in Breslau. 

Pub!.: I>c Eliliiii 8enn»nuiu (>ri;;ine atque auitorc. üreslan 1873. 
— Kine gliicklkhe Conjcctur des Baal ha-lttur. Lbl IV, .ö9. — 
Zur Etymolo^Me der Partikel rS- Das. VI, oO. — Das griech. X, 
ein Streitobjekt bei deu Talmud- und Schriltau.slegern. Da.s. VII, 13.ö. — 
Einige exegetisclit.' Analekteu zur Ceiiesis- i'bersetzuiij; der LXX. 
Das. VIII. 103. - Jonathan Eibedchütz als Gmmniatiker. Das. IX, US. - 
Zur Ethyißolugie des Wortes DTir. Das. IX, 19S. — Zu den Tar- 
guniira der Meghilloth. Das. XII, 190. — Chronik <lor Svnago;;(»n- 
<;«'meiiitle Sohrau S. S. .\. aus Lbl XXIV. Magdeburg 1900. -- 
Hi»' ilc^ieruiisszeil der Königin Salame Alexandra und die Wirksamkeit 
des Kabiii Sinutn lien Schetach. Magdeburg 1900. — Zahlreiche Ive/.en- 
siuiicn und kleinere Artikel in Rahniers Lbl und mehrere Predigten. 

Dienemann, Ma.x, geboren in Krotoschin 1875, im Seminar 
1894-1901, 1902 Rabbiner in Ratibor. 

Publ : Sumerisch r)al».\ Ionische Hymnen der von George LVisuer 
lierausgegebenen Berliner Sammlung, umschrieben, übersetzt und er- 
klärt. (Dissertation.) Breslau 189S. Rezensionen in der MS. 

Dienstag, Raphael, geboren in Schrimm (Posen) 1852, im 
Seminar 1869, Rechtsanwalt in Berlin. 

Dienstfertig, Meyer, geboren in Breslau 1865, im Seminar 
1886-91, Predige.- am Auerbachschen Waisenhaus in Berlin. 

Pub].: Die l'hrophetologie in der Ueligionsphilosophie des ersten 
nachcliristliflien .lahrhunderts unter besonderer lieachtung der Ver- 
schiedenheit in den Aull'assungen des Philon von Alexandrien und des 
Flavius Josephus. Breslau 1892. 

Dobschütz, Lieber, geboren in Brody 1865, im Seminar 
1887—94, 1893 Rabbiner in Skotschau (Oesterr. Schlesien). 

Publ.: I>ie einfache Dilielcxcgese der Tannaim mit besonderer 
IJcrilcksichtigung ihres Verhältnisses zur einfachen Bibele.vegese der 
Anioraim. Breslau 18')3. — Prankeis Einleitung in die Mischna. 
MS XLV, 262-278. 

Doctor, Ma.\, geboren in Zülz 1870, im Seminar 1890—99, 
1899 steilvertretender Rabbiner und Reiigionslehrer in Breslau, 1900 
Bezirksrabbiner in Bruchsal. 

Pub!.: l>ic lieli:rions|»hil(»so|»hie des .losepli Um Zaddik. Münster. 

189.^. — Zur Methodik des Unterriciits in der liebraischeu («rammatik 

aut" der Unterstufe der Beligionsschule. (.Jahresbericht der RUA 1 

der Syn.-Gem. Breslau.) lfM)0. 

Dohany, Carl, geboren in Pressburg 1862, im Seminar 1879 
bis 1880. 



- 154 — 

Drachmann, Bernhard, geboren in Jersey City 1861, im 
Seminar 1882—85, 1885 Rabbiner der Ohel Schalom-Gemeinde in 
Newark (Amerika), jetzt Professor am Jevvish theol. Seminary in 

New-York. 

Publ.: Die Stellung des .Iclnula llajju;; in der Ucscliiclile der 
liebräisclieii tJraiiimutlk. Breslau 1885. — The JUibbi as coninmnal 
Worker. New-York 1889. Tlie Nineteen letlers »f F.cii l'ziel trans- 
lated Iroiu the original Germau of Saiusoii lvai)liacl Hirscli. Now- 
York 1898. — Neo hebraic litteraturo in America. New-York I'.IÜO. 

— Zahlreii-'Iie Abhamliuugen in verschiedenen Zeit«cliriften. 

Drabkin, Abraham, geboren in Mohilew (Russiand), im Seminar 

1876, Rabbiner in St. Petersburg. 

rubl,: Fragmenla commenlarii Samaritaiio-Arabici. Lips. 1875. 

— Die russische Gesetzgebung in Bezug auf die Juden. MS XXIV, 
310-320, 344-351. 

Duschinsky, Carl, geboren in Nämeszto 1877, im Seminar 
1901 — 1903, 1904 Rabbiner in Kostel. 

Egers, Jacob, geboren in Halberstadt 1834, im Seminar 
1860—62, starb in Berlin 17. November 1891 als Lehrer am Lehrer- 
Seminar und der Veitel-Heine-Ephraim-Stiftung. 

Publ.: Jos. b. Chasdais „Lied ohne Gleicben". Kobaks 

Jeschurun VI, 63. — Der Onias-Tempel. Eiae historisch archäolog. 

Studie. Das. VII, 14. — mst^ben TDSS 'D TT Libanon V, 152, 195, 246. 

— Eine Klippe in der Übertragung. A. Geigers Zeitschrift für Wiss. 
u. Leben. XI, 252. — Der Diwan Abraham ibn Ezras. MS XXXIl, 
422-430. — Akrosticha, mit besonderer Berücksichtigung der 
Dichtungen Abraham Ibn Ezras. Das. XXXIII, 64—74. — Aus 
Moses b. Esras Di van. Das. XXXIII, 285-288. — Salomon Bonfeds 
nJibnn Tty Das. XXXIII, 522—525. — Diwan des Abraham ibn Esra 
mit seiner Allegorie „Hai ben Mekiz". Zum 1. Male aus der einzigen 
Handschrift mit erläuternden Anmerkungen herausgegeben. Berlin 
1886 _ Das stammelnde Mädchen. Grätz, Jubelschrilt I, 116, 1887. — 
Gabiroistudien, s. a. e. 1. — Kleinere Artikel und Rezensionen in 
Geigers „Zeitschrift für Wissenschaft u. Leben" und in der MS. 

Ehrenteil, Leo, geboren in Horic (Böhmen) 1852, im Seminar 
1869—72. 

Ehrmann, Emanuel, geboren in Breslau 1860, im Seminar 
1876—79. 

Einstein, Berthold, geboren in Uhn 1862, am Seminar 1883 
bis 1889, 1889 Rabbinats-Stellvertreter in Heilbronn, 1892 Rabbiner 
in Laupheim, 1895 Rabbiner in Landau. 

Publ.: R. Jos. Kai'a und sein Kommentar zu Kolielet. S. A. aus 

Berliners Magazin XIII, 206 ff. Berlin 1886. — Abermals die Kalir- 

Frage. MS XXXVI, 529-538. — Mehrere Gelegenheitsreden. 



— 155 — 

Elbogen, Ismar, geboren in Schildberg 1.S74, im Seminar 
1S03— 99, 1899 Dozent am Collcgiu rabbinico in Florenz, 190:5 
Dozent an Jer Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in 

IJerlin. 

l'ubl.: Der Traelaliis do inlcliectiis empinladonc und seine 
SIellun;; In der l'liiltisiiiiliic Spinozas. (Dissertatium. liicslau is'.ts. — 
S. ü. Luzzattos Stellung zur Bibelkritik. MS XLIII, 4ti0-48i). — 
Zwei ungdruckte italienische Biiele S. D. Luzzatto's Das. XLIlf, 
542—547. — Coiiimenioi-azione diS.Ü.Jiiizzattu, fatta iiel coliegio rabbinico 
Italiano. Firenze litOl. - Die neueste Konstruktion der jüdischen (Jc- 
schi.lite. MS XLVI, 1—48 u. S. A. Breslau i;»02. - (loscUiclito des 
A»'lilzelin<;el)els. .Mit dem David Rosiuschen Preise gekrönte Preisschrit'l. 
Breslau 1003. — Ein hebräiscli-italieaisches Glossar jihilosophischer 
Ausdrücke. Berliners Festschrift. Berlin IWo. — Les diiiiin de 
R. Perec. REJ 1902. — Die Ueli^ionsanselianuu'ren der Pharisäer mit 
besonderer Berücksichtigung der BegrifVe Gott und Mensch. Wissensch. 
Beilage z. Jahresber. der Lehre iibtalt für die Wisscnseh. des Judentums. 
Berlin ItKJ4. — Mclircre Besprechungen in der ]^ronatsschrilt, der 
Zeitsclirift für hebräische Bibliographie u. a.. suwio viele Artikel in 
The jewish Eacyclopedie Bd. III tV. 

Ellguther, iMax, geboren in Krappitz O/S. 18^0, im Seminar 
ISSil — 86, Rabbiner in Neisse. 

Pub!.: Die jüdischen Feste und ihre (Gebräuche. I. Teil Fesl- 
zyklus. xseisse WJV. Katalog der Bibliothek des j üdisch-literarisilien 
Vereins zu Neisse. Neisse 1807 u. Nachtrag dazu KKJ2. ^ Von Herzen 
zu Herzen. Fünf ausgewählte Predigten ed D. Heskel. AVilmersdurf 1'JUl'. 
— Mehrere einzelne l'redigten. 

Enoch, Joseph, geboren 1845 in Altona, im Seminar 1878, 
jetzt in Friedrichsberg bei Berlin. 

Publ.: Das Achtzehngebet nach seiner sprachlichen und kc- 
schichtlichen Entwickehuig dargestellt als Beitrag zur Geschichte der 
jüdischen Liturgie. Kreuznach 18815. — Aus dem Kohelel-Kommenlai' 
des Tanhüm Jeruschalmi (Kap. I— VI . Berlin jsss. 

Eppenstein, Simon, geboren in Krotoschin ls64, im Seminar 
1883- 84, 1890 Rabbiner in Briesen. 

Publ.: "Vn.";'? ÜTttn. Stadien über Joseph Kimhi im Jahrbueh 
n'?n:n nD;r l. Warschau 1899 und in der MS XL. 173-1711, 201— 2(«t, 
.306—314, 3HÖ-371, 40tj-4l<;, 443-45«. 481-4;m;. XLI, 83-88. 
114-127. 15t; -168, 222-227, 274-278 — Ln IVagment du cammcn- 
taire de Joseph Kimlii sur Job. KKJ X.XXVII, 8t; IV. — n-,irn 'C-n?: 
des En Salomon Astruc aus Barcelona. Berlin 18911. — Auszüge aus 
Isaak ihn Bamiis Muwäzana in 'ri^CKn, ed. Fuchs u. Günzig, II. 
Krakau IH'.t't. — Die hebräisch-arabische Sprachvergleiehung des Juda 
ihn Koreis. MS .\LIV. 48i; iV. — .Fshäk ibn Barün et ses comparaisons 
de rh»'-brcu ava Tarabe. RLJ r.tiX)/iJl. — Verbesserungen und Er- 
gänzungen zu Joseph Kimliis Mischle-Commentar. ZfliB 11K.»1;02. — 
mp ""rnKJ^ Lebertragung von Tanhüm Jeruschalmi's Kommentar zu 



- 156 — 

Pg. 27 u. 28 aus dem Arabischen ins Hebräische. pXI, 111, 
Berdyciew 1902. — Studien über Dunasch bcn lüibrat's Kritik gegen 
Saadia. MS XLVl, (12—83. — Noch ein Wort über die Eclithcit von 
Dunasch beu Labrafs Kritik gegen Saadia. Das. 533- r):5(;. — 
Bemerkungen zu dem von Bacher bearbeiteten hebräisch-persischen 
W()rtcrbuch des Salomon beu Samuel aus Gorgang. RliJ 1902. — 
llecherches sur les comparaisons de l'hcbreu avec l'avabe chez les 
oxcgetes du Nord de la France. Das. 1903. — Der Kommentar 
Joseph Kara's zu Micha. Festschrift zum 70. tioburtstage des Prof. 
Dr. A. Berliner. Berlin 1903. — Ein Fragment aus dem Psalmen- 
kommentar dos Tanhüm aus Jerusalem. ZATW XXIII, 287—325. — 
Teborsetzung des 27. Kap. von Joseph ibu Akiuus Tabl)-al Nufus. 
Aus der Festschrift z 25 jähr. Schriftsteller] ubiläum von M. Sokolow. 
Warschau 1901. — Zahlreiche Rezensionen lu der Monatsschrift und 
der Zeitschrift für hebräische Bibliographie. 

Epstein, Mordecai, geboren in I\owno (Russland) 1880, im 
Seminar seit 1902. 

Eschelbacher, Joseph, geboren in Hain^tadt (Baden) 1848, 
im Seminar 1868—77, 1877 Bezirksrabbiner in Bruchsal, 1899 

Rabbiner in Berlin. 

Publ.: Zacharias Frankel. MS XLV, 227—242. — Die Vor- 
lesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christentums. Das. XLVI, 
119_14L, 229-239, 407-427. XLVIl, 53-68, 136-149,249-263, 
434—440, 514—534. — Mehrere Predigten. 
P'abian, Leo, geboren in Elbing 1868, im Seminar 1887 — 1896, 

1900 stellvertretender Rabbiner und Religions-Schuldirigent in Breslau. 

Feilchenfeld, Falk, geboren in Posen 1845, im Seminar 
1862—68, Dr. med., Arzt in Berlin. 

Fessler, Siegmund, geboren in Moor (Ungarn) 1848, im 
Seminar 1876—82, 1883 zweiter Rabbiner in Mannheim, 1886 
Rabbiner in Landsberg a. W., 1889 in Halle a. S. 

Publ.: Mar Samuel, Ein Beitrag zur Kunde des Talmud. 

(Dissertation.) Halle a. d. S. 1879. — Mehrere Gelegenheitsreden. 

Feuering, Hirsch, geboren in Zborow (Galizien) 1869, im 

Seminar 1895—98. 

Finkel, Ephraim, geboren in Tarnopol (Galizien) 1863, im 

Seminar 1888—96, 1898 Rabbiner in Pasewalk. 

Publ.: n':i''bn ™i»Kn TDaSl "Ii:n. „Haibri" Brody, 1889/90. — 
H. Grätz, Hamagid XXXV. No. 30/37, 1891. - pTP. T"in Sin nnbin. 
Uamagid, No. 21, 1893. — nn -,"nn b^ '?3Xn :n. Hamagid, No. 45, 1894. 
— ]{. Obadja Sforiio als Exeget (Dissertation), Breslau 1896. — Zur 
Linderung des Judenelends in Galizien. Israel. "Wochenschrift, 1899, 
No. 15, 23. Israelit 1899, No. 29, 30. — Zur Förderung der Boden- 
kultur unter den Juden Deutschlands. AUg, Ztg. d. Judentums 1900, 
No. 47. — Zahlreichie Artikel und Rezensionen im Jüd. General- 



- ir)7 — 

Anzeiger, Hamagid, Jüdische Presse, Oestr. Wochenschrift, Allg. Zoitniig 
des Judentums und ,,Zioir'. 

Finkelscherer, Israel, geboren in Brody 1866, im Seminar 
l)s87— 95, 18^>S stellvertretender Rabbiner und Religionslehrer in 

München. 

Pub].: Mose Mainiiiiiis Stelliiii:,' zum Alipr-laiilx'ii iiml zur M.\Nlik 
(Dissertation). Breslau IHiU. 

Flaschner, Siegmund, geboren in Riihm. - Leipa IS44, im 

Seminar 1865—7:5, 1872 Rabbiner in Bühm.-Lcipa, 1881 in F>urg- 

kundstadt, 1885 Rabbiner in Bernburg. 

Zahlieicho Rezensionen in Kahmors LikTaturblait. 

Flehinger, Arthur, geboren in Bruchsal (Baden) 1884, im 
Seminar seit 1902. 

Frank, Abraham, geboren in Oud Beyerland (Niederlande) 1839, 
im Seminar 1858—66, 1867 Rabbiner in Saaz, 1872 in Linz, 

1875 Rabbiner in Cöln a. Rh. 

Publ.: Mehrere wissenschaftliche Arbeiten in Frankel-Oriitz' 
Monatsschrift uiul Rezensionen in Ralimers Litteraturblatt und zalil- 
relche Predigten. 

Frankl, Fincus Fritz, geboren in Ungarisch-Brod (Mähren) 
1848, im Seminar 1865—73, 1873 Sekretär der österr. Allianz in 
Wien, 1877 Rabbiner in Berlin, 1882—1886 Mitherausgeber der MS, 
1883 Docent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, 
gestorben in Johannisbad (Böhmen) am 23. Juli 1887. 

Publ : Kill miitazililischer Kalam, Beitrag zur Geschichte der 
muslimischen Religionsphilosophie. Bieslaa 1872. — Die Stellung 
Josej)!! al Basirs in der jüd. ReligionS]ihiloso])hie MS XX, 
114—119, 150 — 157. — Beiträge zur Geschichte der letzten gaonäisclien 
Zeit und z>ir Kritik der karäischeu Propaganda. Das. XX, 
352-363. 406-415. — Zur karäischen Bibliographie. Das. XXI, 
207—217. — Studien über die Sey)tuaginta und Peschito. Das. 
XXT, 444-456, 497— .509, .545—557, — Neue "Wahrnehmungen an 
i;ida(l Haddani, .Tehuda b. Koieisch und S.iadia. Das. XXTI, 
4HI-496, XXIII, 412-426, 548-. 561, XXIV, 32-38, 111-125. 

- Karäischo Stadien Das. XXV. 54-73, 109-12.5, 321-331. 

— KariÜsche Studien. Neue Folge. Das. XXXI, 1—13, 72—85, 
268-275, XXXII, 399-419, XXXIIL 448-4.57, 513-521. - 
Frinnerungen und Denkmäler der jüdischen Gemeinde in Berlin. 
Da.s. XXXI, 24—33. — (her die Stellung der deutschen .Juden inner- 
halb der gesamten .Tudenheit. Das. XXXllI, 1—22. — Montetiore, 
Cremieux und Rie3ser. Da.«». XXXTTI, 385-413. — Die Familie 
Kimchi in ihrer Ausbreitung nach Ländern und Zeiten. Das. XXXlIl, 
552 -.561. — Über die Erbauuugs- und Unterhaltungslektüre un.serer 
Altvorderen. Das. XXXIV, 145-16-5. — Gedenkrede auf Moses 
Mendelsohn bei d.-r Feier seine.«« liundertjährigen Todestages, Das 



— 158 — 

XXXV, 49—59. — Predij^ten. Tttrün 1888. — Mehrere andere Ab- 
hancllun<;en und liezonsioiion in der Fi-nnUtd-Grüt// Monatssclirift nnd 
in» llasihaohar. 

Fiankl-Grün . Abrahnni, geboren in Ungarisch-Brod (Mähren) 
1850, im Seminar 1N72 — 78, 1877 i\*abbiner in Kremsier. 

Publ.: TiferetU Bacliurini. Monatsschrift, lioransgegeben mit Dr. 
Holländer. Horowitz Frankfurt. Eisenstadt 1809. — Die historischen 
Mtuncnte in den Sjuäohen dt>r Vütor. Tibi 1878 82. — Baclija nnd 
.Inda Hrtlevi. Griinwulds Centralblatt 1881. — l>ie Ktllik des .Inda 
lliilowi. lierlin 1885. - Varianten in den biblischen rarallclen. S.A. 
aus Lbl XIX, 68, 72, 7fi, 79. S3, 87. 90, KU. 108, 111, 116, 121, 124. 

— „Die heilige Sprache." Vortrag. 1891. — Ans der Geschichte 
der Gemeinde Kremsier. Lbl XXI. 126. )30. — Die Folc;en 
des iisterr. Erbfolgokrieges iur die .luden Kremsiers MS XXXVJli, 
272—280. 323 — 3:52. — Die Privilegien der jüdischen (Jemeiude in 
Kremsier. Das. XXXIX, 309-326, 37)7-368, 4U)-422. — Der 
Ursprung der Gemeinde Kremsier. Das. XXXIX. .513—520. — 
(ieschichte der .luden in Kremsier. 3 Bde. Breslau 1896—1901. — 
Die (iemcindevert'assung von Kremsier. MS XL, 179 — 184, 209—219, 
2;");') — 261, — Das Landesrabbinat in Kremsier. ■^IS XLIIl, 360—370. 
425 432. — Exboi'ten für das ganze Scliiiljahr. Pressbnrg 1902. 

— Die Wirksamkeit der Männer der grossen Synode. Neuzeit 1902. 

— .liidischc Zeitgeschichte und Zeitgenossen. "Wien 1903. — (ieschichte 
der .luden In Ing. l'rod. Programm. Pressburg 1904. — Mehrere 
Piedig-ten. Zahlreiclie Artikel und Kezensionen in der Monatsscbrilt, 
.lud. Presse und Oesterr. Wochenschritt. Aufsätze im Hamat;iti. 
Hamevaser, Haivri ^1864- 67.). Ferner in Neuzeit. Kantorenzeitung, 
Neue Freie Presse und AUg. Zeitung des Judentums. 

Fränckel, Leo, geboren in Meisenheim 1867, im Seminar 
1887 — 18*:X\ 18^)6 Landrabbiner in Meiningen. 
Freu den thal, Jacob, s. oben S. 12'-). 

b^reudenthal , Max, geboren in Xeuhaus (.UnteriVanken) 1868, 

im Seminar 1886—91, 18^4 Rabbiner in Dessau, 189S in Danzig. 

Publ.: Die Erkenntnislehre Thilos von Alexandria. IVrlin IHül 

— Die ersten Emanzipationsbestiebungen der Juden in Breslau. MS 
XXXVII, 41-48, 92-100, 188-197, 238-247, 331-341, 409-429. 
467 — 483, 522—536, 565—579. — Die judenfeindliche Bewegung in 
Preussen am Anfang dieses .lahrbundcvts. Branns Jahrbuch. 1894. 
—Zum Jubiliium des ersten Talmnddrucks in Deutschland. MS XLll, 
80-89, 134—143, 180—185, 229—236, 278-285. — David Fränkel, 
Kaufmann Gedenkbuch. 569. Breslau 1900. — Leipziger Messgäste. 
MS XLV, 4() 1 — 508. Auch u. d. T.; Die jüdischen Besucher der 
Leipziger Messen in den Jahren 1675 - 1699. (S. A. aus MS XLV, 
461-508. 1901.) Frankfurt a. ]SI. 1902. — David Oppenheim als 
Mährischer Landrabbiner. MS XLVT, 262 274. — Mehrere Predigten. 
Jahresberichte der Beligionssclmlc uiul Kezensionen in der Monats- 
schrift. 



— ir)Q — 

Freund, Ismar, geboren in Breslau lH7^\im Seminar seit 189.'j. 
]'ul)l.: nie Ileiienlscliafi nach |ireii88ischem St.iatsrcclit. T<il I. 
(Disst-rt.) "Breslau, liKjO. 

Freund, Joseph, geboren in Szanto (Ungarn), im Seminar 
l.S^)5— 66, Kaufmann in Budapest. 

i'Veund, Samuel, geboren in Breslau 1868, im Seminar 18,S7 
bis 1^4, 189.', Rabbiner in Czarnikau, 18^8 in Ostrowo. 

Pub!.: nie Zeitsätze im Aruliisrlien, mit Boiiinksichiif,n>nÄ ver- 
wandter Si>raclieii imd moilcnier ar;ilii.sr,her Di.ilfkto. (Iiiaiig.-Dissort.) 
Breslau 189:',. — Einzelne Predigten. 

Fried, Moses, geboren in Zbara/ (Galizien) 18.j8, im Seminar 
IHQl— 98, Vorsteher der Lesehalle der Synagogen-Gemeinde in 

Breslau. 

Publ.: Das Losen (C"E) im Temi>el zu Jerusalem. MS XLV. 
292—298. — Mainioniaes Commeiitar mm Tractiite Taniid. arabischer 
Text mit verbesserter hebriliselier Ilebersetzung- nebst Anmerkungen. 
Frankfurt a. Main 1908. — Zahlreiche Rezensionen in der MS. 

Fried, Salomon, geboren in Oprana (Ungarn) 1847, im 
Seminar 1874—79, 1879 Rabbiner in Meisenheim, 1882 in Bernburg, 
1884 in Ratibor, 1888 in Ulm. 

Pub!.: rnicn -i£D Das Buch über die Elemente. Ein Beitrag 
zur jüdisclien Religionsphilosophie des Mittelalters von Tsaak ben 
Salomon Israeli nach dem ans dem Arabischen ins Hel)rili6chc über- 
setzten Texte von Abraham b. Samuel Halevi ibn Cbasdai. F. Teil. 
Lei].zi;r 18H4. IT. Teil Drohobycz 19U0. 

Friedlieber, Ignatz, geboren in Ujhely (Ungarn) 1846, im 
Seminar 1865-67, 1884 Prediger in Ungvar, 1887 Rabbiner in 
Szolnok, 1894 Religionslehrer in Budapest. 

Publ.: Ket harczias. hitszonoklat, tartotta a szolnoki izr 

bilk".z?eg templomba. Szolnok 1888. — Mozes haläla es a chewra 

^ kaduscha. Sz.'.noklat tartotta a szolnoki Chewra kaduscha. Budän 1888. 

— I^eon da Modena (l.iTl 1648) ('s viszonya a Talmudimz es a Kab- 

balahoz. Budapest 1890. Zahlreiche Predigten. 

iMiedmann, Isidor, geboren in Breslau 1848, im Seminar 
1860— 6.'^>, Justizrat in Gr.-Glogau. 

Frtihlich, Wilhelm, geboren in Kromor (Mahren) I8;'>4, im 
Seminar 1.SJ7— 5'^>, gestorben 1. September 188,S als Rabbiner in 
Halle a. S. 

Fuchs, Emanuel, geboren in Kojetein 1847. im Seminar 
1865—68, gestorben 16. Februar 1877. 



— 160 — 

Gaster, Moses, geboren in Bukarest 1^56, im Seminar 187:^ 
bis 1881, 1881 Dozent an der Universität in Bul<arest, 18s7 llaham 
of the Spanish and Portuguese congreg. in London. 

Publ.: Zur ruiiiänisclien liautgeseliichte. 1. Die sutiurale 
Tennis, i Dissertation). Halle 1S7H. — Zur (,)nollenlainde deutscher 
Sagen und Märchen. Germania, Vierteljahrsschrilt für deutsche Altcr- 
lumskunde XXV. 270. XXVI, 199, — Vstoria Mblicji de lii incei»tul 
Iiiinei päna la Maccabei inn>renna cu o jrcosralica ralestiiiei. Bucuresti 1H82. 

— Boiträo-e z\ir vorgleichenden Sagen- und Märchenkunde. SA aus 
M.S XXIX. 3.-) -44, 78-84, 115-131, 21-)-22.ö, 31fi-:V22, 422-427, 
549-56.5. XXX, 78-82, 130-138, 368-374, 413-423. Bukarest 1883. 

— The Apocalypse ot Abraham, from the Roman Text. Transactions 
of the Royal Asiatic Society of biblical arcbeology IX, 195. - Jewisli 
Folk-Lore in tiic Middle Ages. London 1887. — Ia source de Yalkout, 1 1. 
PJ':,J XXV, 44—52. Katalogue of Zunz's Miscellaneas: pamphlets 
belonging to the library of Zunz, now in .ludith Monteliore College. 
London 1892. (Jahresbericht des Montef. Coli.) — Oq the inscriptions 
of the Chinese Jews. Babylonian oriental records. VI, 288. — ..Origin 
and Sonrces" of the Schulchan Aruch and the Sofer Assufoth. (Jahres- 
bericht des Montef. Koll. 1893.) London 1893. — Hebrew visions of 
Hell et paradise. Tr. of R. Asiatic Soc. 1893. 571, 1894, 189. - Das 
Schiur Komah MS XXXVH, 179-185, 213-230. - Ein Targum der 
Amidah. Das. XXXIX, 79-90, 116. - The Ancient Collections of 
Agadoth, the Sefer Hamasyoth and twn facsirailes. (Jahresbericht des 
Montef. Coli. 1894/6. Ramsgates 1896. - „The Swod of Moses" 
from an ancient mannscript book of magic, whit introduction, trans- 
lation, and index. London 1896. — The unknown hebrew versions 
of the Tobit Legend. Procedings of the Society of bibl. arch. 1897. 
S. 27. — The oldest Version of Midrasch Meghillah. Semitic studies 
in Memory of Rev. Dr. Alex. Kohut, 167. Berlin 1897. — Tlie (liro- 
iiicles of .Teraliineel. London 1899. - „History of tlie Ancient S.vnagogne 
of the Spanish und Portuguese .Jews'-. London 1901. — Hebrew fext 
of One of the Testaments ol the twelve Patriarchs. Proceedings 
of the Society ol Biblical Archaeologie. XVL 33. - Contribntions to 
the history of Ahikar and Nadam. Transactions of the Royal 
Asiatic Socletj'. 1900 p. 301. — Discovery of an unknown work of 
Maimoui. Academy XLVI, 195. - The ScroU of the Ilasmonaeans. 
(xVIegillath Bene Hashmunai). s. a. e. 1. — Zahlreiche Rezensloi*n 
im Lbl n. andei-weitig. 

Gerson, David, geboren in Koschmin 1843, im Seminar 1858 

bis 1870, starb 22. Dezember 1872. 

Publ.: Die Cominentarien des Ephraem Syrns im Verhältnis zur 
Jüdischen Exegese. MS XVII. 15—33, 61-72, 98-109, 141-149. 

Gerson, Samuel, geboren in Wongrowitz (Posen) 1843, im 
Seminar 1858—59. 

Gestetner, Israel, geboren in Raab (Ungarn) 184'^, im 
Seminar 1868—73, gestorben 16. Dezember 1873, 



— 161 — 

Glaser, Max, geboren in Reinerz (Schlesien) 1865, im Seminar 
1887— W. 

Glaser. Nathan, geboren in Nikolsburg 1810, im Seminar 
1866—70. Rabbiner in Biala (Galizien). 

Cliick. Jacob, geboren in Pleschen 1838, im Seminar 18r)h 
bis ishf). 18'ö ivabbiner in Samter, 187;") Landesrabbiner in Olden- 
burg, jetzt im Ruhestande in Kberswalde. 

Tubl.: Ein Wort an den Herrn Professor lleinritli von Treitschke. 
Oldenburg 1880. — Mehrere Predigten. 

Goldberg, Moses, geboren in Zloczow (Galizien) 1857, im 
Seminar 1880—90, 1889 Rabbiner in Horschitz (Böhmen), 1894 in 
Polna, jetzt Religions-Professor in Wien. 

Pub).: I»er talmudische Tractat Derecli Erez Habba nach Hand- 
schriften neu ediert und übersetzt sowie mit einer Einleitung und 
erläuternden Anmerkungen versehen. Breslau 1888. 

Goldberg, Raphael, geboren in Papa (Ungarn) 1841, im 
Seminar 1859—69, 1870 Rabbiner in Alt- Ofen, starb daselbst 1901. 
Publ.: Kurzstfasste Geseliiclite der Juden in iini^'arisrlicr Spraclie. 
Budapest 1.Ö77, — Mehrere Predigten und Aulsätzc. 

Goldberger, Philipp, geboren in Wien 18()9, im Seminar 

1889—98, 1897 Rabbiner in Marienbad. 

Publ.: nie .\llegorie in Ihrer exegetischen .Anwendung l»ei 
Maimonides. Wien 1894. 
Goldhammer, Leopold, geboren in Wien 1861, im Seminar 

1882—90, Religions-Professor in Wien. 

Pub!.: Die Psychologie Mendelssohns. Wien 1886. 

Gold mann, Eduard, geboren in Nachod (Böhmen) 1846, im 
Seminar 1861—67. 

Goldmann, Jacob, geboren in Neuorleans, im Seminar 180 5. 

Goldschmidt, Israel, geboren in Dios-Bozeny 1849, im 
Seminar 1874, Rabbiner in Offenbach. 

Goldschmidt, Salomon, geboren in Schrimm 1838, im 

Seminar 1854, Rabbiner in Colberg. 

Pub!.: Hebräische Schulgrammatik. Berlin isTl. — 4 Briefe 
zar Schulfrage. Colberg 1871. — Mehrere Predigten, zahlreiche Auf- 
slitze im Lbl, Jahresberichte des .jüd. Kurhospitals in Colberg. 

Goldstein, Isidor, geboren in Simno (Reg.-Bez. Suwalk) 1862, 
im Seminar 1881—82. 

Golinski, Ludwig, geboren in Lissa (Posen) 1879, im 

Seminar seit 1899. 

Publ.: IMe Studentenverbindungen in Frankfurt a. <>. (Disser- 
tation). Breslau 1VHJ4. 

11 



— 162 — 

Gordon, Abraham, geboren inWilna I843,im Seminar 187v5— 78, 
1879 Rabbiner in Wilna, jetzt im Ruhestande in Charlottenburg. 
Publ.: Spinozas Psychologie der Attecte. Breslau 1874. 
Gordon, Walther, geboren in R^ybnik O/S. 1884, im Seminar 
seit 1903. 

Gott lieb, Emanuel, geboren in Tuckum (Kurland) 18r)4, 
im Seminar 1874—75, Stiftsrabbiner in Hannover. 

Publ.: QUIi OTl oder Israels Pflichtenlehre. Hannover 189»). 

Grabovver, Heinrich, geboren in Breslau 1849, im Seminar 

1868—69, Arzt in Berlin. 

Graf, Julius, geboren in Gödellö (Pester Comitat), im Seminar 

1887-88, Bankbeamter in Budapest. 

Graubart, David, geboren in Schvvenck (Russland) 1856, 

im Seminar 1883—85, Religions-Professor in Wien. 

Gronemann, Selig, geboren in Garz a. O. 1843, im Seminar 

1865—71, 1872 Rabbiner in Strassburg i. Westpr., 1878 Rabbiner' 

der Gemeinde Weinberg in Danzig, 1883 Landrabbiner in Hannover. 
Publ.: De Proiiatii Duraiii vita ac studiis cum in alias literas 
tum in grammaticam collalis. (Dissertation). Breslau I86i». — Eine 
Stelle in Menachoth 68 b historisch beleuchtet. MS XXIV, 403-407. — 
Die .Jonatliansche Penfateucliübersetzung in iiircm Verliältnisse zur 
Halaciia. Leipzig 1879. — Jüdische Einflüsse auf einen kaukasischen 
Volksstamm. Lbl IX, 54, 63, 67. — Weshalb sind im Talmud und 
Midrasch die hasmonaeischen Siegestaten nur schwach und obenhin 
erwähnt? Das. X, 193—194, 198—199. — Rapoport und Luzzatto. 
Das. XI, 146, 150, 197, 202, 207; XII, 81, 85, 89, 93. - Anstand und 
Etikette im jüdischen Altertum. Das. XII, 149, 163, 157, 161, 165. 
169, 173, 177, 181. — mn« nhTM. Familienblätter zur Erinnernng an 
Rapliael J. Karger. Frankfurt a. M. 1898. — D-'Jabtr TQ). Vorschriften 
über das Schächten, von Jakob Beck. Neu herausgegeben. Frank- 
furt a. M. 1900. — Mehrere Artikel im Lbl, zahlreiche Predigten. 

Gross, Heinrich, geboren in Szenitz (Ungarn) 1845, im 
Seminar 1859-66, 1 869 Rabbiner in Gross-Strehlitz, 1875 Rabbiner 

in Augsburg. 

Publ.: R. Abraham b. Isaak aus Narbonne. Ein literar- 
historischer Versuch, MS XVII. — Aaron Hakohen und sein Ritual- 
werk Orchot Chajim, ein literarhistorischer Versuch. Das. XVIII, 
433-450, 631-541. — R. Isaak b, Mose Or Sarua aus Wien. Ein 
Beitrag zur Geschichte der Tosafisten. Das. XX, 248—264. — Humanität 
und Judentum. Breslau 1872. — R. Abraham 1). David aus Posquieres. 
Ein literarhistorischer Versuch. MS XXII, 337-344, 398-407, 
446-459, 536 -.546. — XXIII, 19-29, 76-85, 164—182, 275-276. — 
ptrnn "iED, ein handschriftliches philosophisches Werk von Isaak b. 
Joseph Salomo Halevi. Mag I, 42—43. — Die jüdischen Gelehrten 
von Orleans im Mittelaltei', Analekta. Das. T. — Die Söhne des 



— 163 — 

R. Jehmla Chassid, Analekta. Das. Tl. — Isaak 1). Malki Zodi-k aus 
Siponto und seine siiditalieuischon Zeitgcuofscn. Das. II. — Jeluida 
Sir Leon aus Bares, Analekta. Das. TV ii. V. — Zur Geschichte der 
Juden in Arles. MS XXVIT. Gl-Tl, 1;J0-137, 145-160, 193-201, 
LMS-2.V;, :]77-3S2, 170-477. XXVTIT, 17-25, 02-09, 121-130. 
227-2:{S, .12:5-:3:!2. 350-359, 41H^ 431, lOH-ni, 541-563. - Meir 
ben Simon und seine Schrift.: m^i.r: rJ:n'?ö, Das. XXX, 295-305, 
444—452, 554—509. — Notice sur Abba Mari de Luuel. liVJ TV, 192. 
— Gli Kbrei nei proverbi. II vessilo israeliticn XXX, 144, 174. — 
Ktude sur Simson ben Abraliani de Sens. RKJ VI. 107 — 186. VIF, 
40—77. — Das liandscbriltlicbe Werk Assufot. Wag. X, 04—88. — 
]]lieser ben Joel Halevi, ein litorarischer Versuch. MS XXXIV, 
303-320, 367-375, 505-524, 555-572 — XXXV, 24-33, 74 -Hl. - 
Sethiten und Tvainiten. Lbl XXI, 167-168. — Galliii judaica. Paris 
1H97. — Ein handscliriftliclier tossallstischer Kommentar zum Penta- 
teuch. MS XLV, ,364-373. - Lelirbucli der israelitisclien Ueligion für 
die oi»ereu Klassen der Miltelschiileii 1901. — Ilillcl und .Jesus. All- 
gemeine Zeitung des .Judentums. 1904. — Zahlreiche Aufsätze in der 
IJreslauer Zeitung. Augsburger Abendzeitung. Augsburger Postzeitung, 
Allgemeinen Zeitung (München), Allgemeinen Zeitung des Judentums; 
mehrere Ilezensionen in der MS. 

Gross, Siegmund, geboren in Szenitz (Ungarn) 1844, im 
Seminar 1859—67, Rabbiner in Lundenburg. 

Publ.: Menaclieni ben Sariik, mit T5erücksichtigung seiner 
Vorgänger und Naclifolger. T]in Beitrag zur hebräischen Grammatik 
und Lexicograpliie. Breslau 1861. — Mehreie Predigten. 
Grünfeld, Richard, geboren in Kremsier (Mähren) 1863, im 
Seminar 1882-89, 1889 Rabbiner in Bingen. 

Publ.: Die Stellung der Sklaven bei den Juden, nach biblisch- 
talmudischen Quellen. Bingen 1886. 

Grünthal, Julius, geboren in Posen 1875, im Seminar 1894 
bis 1902, 1901 stellvertretender Rabbiner und Religionslehrer in 
Chemnitz, 1902 Rabbiner in Lauenburg. 

Publ.: Die svi'iscbe Ibcrselzung zum Buche Ksther. (Disser- 
tation.) Breslau 1900. 

Grünwald, Moritz, geboren in Ung.-Hradisch (Mähren) 1853, 
im Seminar 1878—84, 1881 Rabbiner in Belovar (Kroatien), 1886 
in Jungbunzlau, 1893 Gross-Rabbiner in Sofia (Bulgarien), gestorben 

10. Juni 189."). 

Publ.: Additamenta zu Zunz' Kamen der Juden. Lbl IX, 
182. — Beiträge zur talmudischcn Lexicograpliie. Das. IX, 194. — 
Zur l^eligion der Iberer Das. IX. 201. — I>as Unterrichtswesen zur 
Zojt Karls des (i rossen. S. A. ans der „deutsthen Schule." I'.reslau 
ISHO. Zur (it'scliitlilo der .jüdischen KuUus-iienieinde in Belovar. 1881. 
Paschis Leben und Wirkm. I. Heft; S A. aus Lbl X, 53, 70, 78, 
1<'<;, 110, 104, 170, Magdeburg 18S1. - 11. Tieft: Das altfranzösische 
ans Paschis Bibel Kommentar. Romani-che Dialectologie I. Hälfte. 

ir 



164 



S. A. aus seinem jüdisclieu Centralblatt T, 67, 80. 105, 117, 132. 
II, 17, 31 - 39. Plsok 18Si. — Das jüdische Centralblatt, zugleicli 
Archiv für die Geschichte der Juden in Böhmen. Pisek 1882—89. — 
(iottesdienstliclie Vorträge. Belovar 1882. — Zur (ieschiclitc der .Taden- 
•^emeinde in Dybernlurtli a. 0. Belovar 1882. — Ziir KoinanisclM'ii 
Uialeololoi^ie. lieft I: Über die Aussprache des Altspanisclien aus 
jüdiscli-spauischen Schriften geschö])ft. Belovar 1882. Offenes 

Sendschreiben an Herrn Ivan Soncini, Sektions-Chef im Ministerium 
für Kultus und Unterricht in Agram. Belovar 1882. — Die Ethik 
des Talmud. Heft I: S. A. aus seinem jüdischen Centralblatt I, 1, 13, 
25, 37, 49. Belovar 1882. — Zur Geschichte der Juden in Kroatien. 
Jüdisches Centralblatt I, 14, 15, 28. — Über den jüdisch-spanischen 
Dialekt. Das. 89, 54, 65. — Autobiographie Luzzattos aus dem 
italienischen ins deutsche übertragen. Das. 38, ,59, GB, 75, 91, 98, 112, 
123, 134, 175, 182, 185, 194. — Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 
in Ragusa, vom Beginne des 16. .Jahrhunderts bis auf die Gegenwart. 
Unter Mitwirkung von Dr. J. Kaznacic. Belovar 1883. — 
Dr. A. Harkavy's Einleitung ziim hebräisch-russischen Archiv. Aus 
dem Eussiscben ins Deutsche übertragen. Belovar 1883. — Katalog 
der ebräischen Handschriften der K. Bibliothek zu Modena von S. Jona. 
Aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen und mit Anmerkungen 
versehen. Belovar 1883. — Über die spanisch-portugiesisclien Juden 
der Gegenwart. Jüd. Centralblatt I, 108, 122, 158. — Über den Zu- 
sammenhang der neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Assyrio- 
logie. Das. 119, 165, 183, 200, 225. 11, 65. — Einfluss der Bibel auf 
Redensarten in den europäischen Staaten. Das, I. 169. II, 20, 41, 75. 
III, 24, 63. — Mose del Castellazzo. Das. 218. — Der Prozess Isaak 
Jeschurun vom Jahre 1622 Das II, 4. — Moise Lattes. Das. II, 144. 
— Die Schöpfungstheorie nach Maimoni. Das. III, 135. — Die Juden 
in Böhmen (1500—1526). Isr. Volkskalender von Pascheies. 1885, 93. 
1886, 91. — Geschichte der Juden in Böhmen. Jüd. Centralblatt IV, 1, 51. 
99. V, 1, 97, VI, 1, 147, 165. IX, 35. — Geschichte der Judeugemeinde 
von Pisek und Mirotiz. (S. A. aus der Israelit. Gemeindezeitung von 
A. Hlawatsch 1886 No. 1—8.) 1886, — Zur Geschichte der Juden in 
Bunzlau. Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland I, 
288, 387. — Zur Geschichte der Zensur, Das. II, 388. — Über den 
jüdisch-deutschen Jargon. Prag 1888. — Zur Bezeichnung der Orts- 
namen in Böhmen und Mähren bei den jüdischen Schriftstellern. 
Jüd. Centralblatt VII, 37. — Zur Geschichte der jüdischen Kultus- 
gemeinde Ledetsch. Das. VII, 63. — Jungbunzlauer Rabbiner und 
Kultusgemeinde. Das. VI, 97, 165. VII, 69. — Zur Geschichte der 
israelitischen Kultusgemeinde Pilsen. Das. VII, 104. — Beiträge zur 
Geschichte der Juden in Böhmen. Zeitschrift für die Geschichte der 
Juden in Deutschland III 258. — Les signes mnemoniques des lettres 
radicales et serviles, REJ XVI, 286. — Jüdisches und römisches 
Recht. Jüd. Centralblatt VITT, 1. — Älteste Statuten der Prager 
israelitischen Beerdignngs-Brüd^rschaft. Das. VIII, 39. — Die jüdische 
Gemeinde Kolin a. d. Elbe. Das. VIII, 57. — Einfluss der Psalmen 
auf die Liturgie. Das. IX, 3. — Über das Verhältnis der Kirchenväter 
zur talniudischeu und midraschischen Literatur, insbesondere zur 



— 16f) - 

Haggatlah. Jnugbuii/lau is'Jl. — J liei' den Kiiilluss der l'siilineii aiil 
die Eiiluickeliin;; der clu-islliclieii Litur;;ic und llyiniiolojjie, mit sttter 
Küi-ksiclitnahiiic :iuf diu talimiili.scliniiiliiitclii.sclie Literatur. Frank- 
lurt a. M. 1HU2. — Rabbi Saloiuo Kfraitn Luutschitz. < )ber-J{abljiuer 
von Frag von 1604—1618. Ein LcbeLsbiJd. (S. A. aus dem Israelit. Volks- 
kalender.) Prag 1892. — Grünwald, Josef. Die rituelle Circumcisiou 
operativ und rituell bearbeitet; mit Anmerkungen versehen von 
Dr. M. (Jrünwald. Franklurt a. M, 1H92. - Isidore Loeb. Ein Er- 
iuuerungsblutt. Frankfurt a. M. I8lt2. — Der Midrasch zu den llafta- 
roth. Lbl XXII, 23. — Zu den Zauberbüchern. S. A. aus der 
Byzantinischen Zeitschrift II, 21)1—93. Leipzig 1893. — Adolphe Franck. 
Lbl XXII, <;'.•. — Was bedeutet das Hebräische für den israelitischen 
Keligionsunterricht? S. A. aus dem Kalender für Israeliten. Wien 1H9:1. 

— Dokumente gegen die Blutbeschuldigung von Kirchen fürsten. (In 
ungarischer Sprache.) Sofia 1893. — Sitten und Bräuche der Juden 
im Orient. Wien 1894. - Spagnolische und spanisch-türkische Schrift- 
tafeln. 189-1. — Otworeno Pismo (bulgar. offenes Scndschi-eiben gegen 
die Antisemiten). Sofia 1894. — Spanisch-iüdische Familiennamen. Lbl 
XXTII. 30. — Ein neu entdecktes Manuskript des Ilabbi Levi ben Gers-m. 
Das. XXIII, 142. — Hebräische Handschriften in Sofia. Das. XXIII, 
176, 192, 201. — Zahlreiche Rezensionen im Lbl, mehrere Predigten. 
Grunwald, Max, geboren 1871 in Zabrze, im Seminar 1889 

bis 1897, 1895 Rabbiner der Dammthor-Synagoge in Hamburg, 1903 

Rabbiner in Wien. 

Publ.: Das Verhältnis Maleliranches zu Spinoza. Breslau 1H92. 

— Die Eigennamen des Alten Testaments in ihrer Bedeutung für die 
Kenntnis des hebr. Volksglaubens. Breslau 1895. — Spinoza. Vortrag. 
Wieu 1897. — Mittellungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde. 
lHn8— 1903. - Ein Wort über die religiösen Beziehungen der Semiten 
zu ihren Nachbaren. MS XXXIX. .529 -.041. — Handschriftliches aus 
der Hamburger Stadtbibliothek. Das. XL, 280-282, 422-429, 457-461. 

— Handschriftliches aus der Hamburger Stadtbibliothek II. Das. XLI, 
356-362,410— 423,571— 574. — Die hebräischen Frauenuamen. Das. XLI, 
(•,67—671. — Juden als Rheder und Seefahrer. Berlin 1902. — 
Portugiesengräber auf deutscher Erde. Hamburg 1902. — Rand- 
bemerkungen zu Steinschneiders bibliograj)hischem Handbuche. MS 
XLII. 371-375. — Hamburgs deutsche Juden bis zur Aullösung der 
Dreigemeinden ISll. Hamburg 1904. 

Grzymisch, Siegfried, geboren in Pleschen 1875, im Seminar 
iy94_1902, 1901 Religionslehrer in Sciineidemühl, 1902 stellver- 
tretender Rabbiner in .Magdeburg. 

Publ.: Spinozas Lehren von der Ewigkeil und Insterhlichkeit. 

(Dissertation). Breslau 1898. 

Güdemann, Moritz, geboren in Hiidesheim (Hannover) 1835, 
im Seminar 1854- ^'>2, 1862 Rabbiner in Magdeburg, seit 1867 

Oberrabbiner in Wien. 

rubl.: .lesuiton und JuJenkinder. MS VIII, 365-374. — 
.Moslih-cd-Diui Sadii consensuum teitius et quarlus etc. Lips. 18.58. — 



— 166 — 

Das Leben des jüdisclieM Weibes. Sittengescbichtlicbe Skizzen aus 
der miscbnisch-talmudiscbeii EiK)che. (S. A. ans Kobaks .Teschurun, 
öölitj- Breslau 185«. - l>ie Neugestaltung des J^abbiuenwesens und 
deren Eintluss auf die talmudische ^Vissenschalt im MittelaltiT. 
MS Xni. 68-70, 97-110, .-584-395, 421 444. Zur Gesebichte 
der Juden in Magdeburg nach Urkunden. iS. A. aus MS XIV, 241 
bis 258, 2.Sl-2ii5, 321 335, 361-370.) Breslau ISCdR. - p;r3 nnrn 
,22- .p-lr n: Kobaks Jescburun V, 164. — Sechs Predigten im Leopold- 
städter Tempel in Wien. Wien 1867. — Lieder zu Ehren Sabbatai 
Zwis. MS XVII, 117-118. — Über talmudische Termini zur Be- 
Zeichnung anonymer Autoritäten. Das. XVIII, 220-224, 263-268. - 
Tendenz und Abfassungszeit der letzten Kapitel des Buches der 
Kichter. Das. XVIII. 357—368. — Jüdisches im Christentum des 
lleformations-Zeitaltcrs. Wien 1870. — Die paranomasierende An- 
wendung von Artikeln. MS XIX, 18-32. - Die Gegner liartw. 
Wesselys. Das. XIX, 478-480. - Jerusalem. Die Opfer und die 
Orgel. Predigt. Wien 1871. — Das jüdische Unteri'ichtswesen während 
der spauisch-arahischen Periode. Wien 1873. - Vermischungen von 
Jüdischem und Heidnischem aus alter und neuer Zeit. MS XXIV, 
269-273 — Religionsgeschichtliclie Studien. Leipzig, 1876. — Mythen- 
mischung in der Hagada. MS XXV, 177-195, 225-231, 255-267. 
- Der Epilog zum Äruch. Das. XXVII, 282-285. - Geschichte des 
Erziehungswesens und der Kultur der ahendländischen Juden während 
des Mittelalters und der neuereu Zeit. I. Bd. Frankreich und Deutsch- 
land, von der Begründung der jüd. Wissenschaft in diesen Ländern 
bis zur Vertreibung der Juden aus Frankreich. 10.- 14. Jahrhundert. 
Nebst hebr. handschriftlichen Beilagen. Wien 1880. Ins hebräische 
übersetzt von A. S. Friedberg. Warschau 1897-98. — II. Bd.: Ue- 
schichte des Erziehungswesens und der Kultur der Juden in Italieu. 
Wien 1884. - IIL Bd.: tJeschichte des Erziehungswesens und der 
Kultur der Juden in Deutschland, während des XIV. und XV. Jahr- 
hunderts. Wien 1888. — Lexikon vorkommender griechischer und 
lateinischer Fremdwörter zu Friedmanns TSi STp-C2 Wien 1880. — 
ann npin ^rD Beth Talmud I, 76. — ^"iri tr^n'S ^-^npn Das. I, 107, 142. 
- Midraschische Exegese. MS XXIX, 84-b8. - Juden und Griechen. 
Lbl X, 33. — A zsidi'.k Oleszorszägban a XIIL szäzadban : (Die Juden 
in Italien im 13. Jahrhundert). MZS I, 161, 234. - Haggada und 
Midraschhaggada: ein Beitrag zur Sagengeschichte. Zunz' Jubelschrift 
I, 111, 1884. — .«•'b''rD "S'" an"n\i nnp Haasif TL 232. — "iiö't^n '"'C 
.a^i^ipn b'^ii Das. III, 160, - Der Gott der Rache; ein Beitrag zur Eihik 
des jüdischen Volkes. Grätz, Jubelschrift I, 81, 1887. -. S p'pnn '?i: »nn^B 
Haasif IV, B. 230. — Bemerkungen zu meiner „Geschichte des Er- 
ziehungswesens und der Kultur der Juden in Deutschland während 
des 14. und 15. Jahrhunderts. Lbl XVII, 129. - Dn^T ,-n^■^^ no 
a^n^on 'D bua bv n-^ns Bet Ozar Hasifrnt III, 58. — Ludwig Geiger 
als Kritiker der neuesten Geschichtsschreibung. S. A aus Lbl. XVIII 
und XIX. Leipzig 1889. — Beiträge zur Erklärung des Mathaeus 
Evangeliums. Wien 1890. — Sind Ablass und Probabilismus im 
Judentum begründet? Lbl XIX, 169, 173, 234. - Spirit et letter in 
Judaism et Christianity. JQR IV, 345. - Üuellenschriften zur 



— 167 — 

<;eschicliie .le^ InteiTiclits im<l <l»-i' Krzieliuni? bei ileii .leutsdini .liulni. 
Von den ältesleu Zeiten bis aut Mcndelsobn. Berlin lH'.t2. — Be- 
richtigungen und Nachtrii-e zu meinen „(^lcllenschrilten zur Gcschicl.te 
des Uuterricl.ts und der Erziehung bei den Juden". Lbl XX, l'JO, 
r.t;?, 197. — Das heih"ge Lachen. BrUlls pop.-wiss. Monatsbliittcr XII, 
lio' _ Neutestamentliche Studien: I. Jüdische und christli.he 
Nächstenliebe. 2. Das IV. Evangelium und der Kabbinismus. 
MS XXXVII, 153-164, 249-257, 297 803, 345-356. - (irabieden 
während der letzten 25 Jahre in der Wiener Israel. Kultusgemeinde 
gehalten. Wien 1894. - Die superstitiüse Bedeutung des Eigen- 
namens im vormosaischen Israel, Steinschneiders Festschrift, 1, 1896. 

- Ein Brief von Franz Delitzsch. MS XL, 430. - Nalionaljudentuni. 
Wien und Leipzig 1897. - Pr6noms hebreux. Archives israelites 
XLVIIL 268. — Über die inneren Ursachen der Blüte und des Ver- 
falls in der Geschichte der Juden. Jahrbuch für jüd. Gesch. u. Literatur 
I, 84-lCK). — Les medailles de la collection Strauss. REJ XXIII, 
317. — Stellung der jüdischen Literatur in der christlich-theologischen 
W^issenschaft während und am Ende des 19. Jahrhunderts. Kaufmann 
Gedenkbuch 654. Breslau 1900. - Zacharias Frankel. Von ihm und 
über ihn. MS XLV, 24i-2.")2. — Das Judentum in seinen ürundzü^'en 
und nach seinen gescliiclitliihen (i rundlagen dargestellt. W^ieu 1902. 

- Das Judentum im neutestamentlichen Zeitalter in christlicher 
Darstellung. MS. XLVII, 38-53, 120-136, 231-249. - Zahlreiche 
kleinere Abhandlungen und Rezensionen im Lbl und in der MS: 
mehrere Predigten, Jahresberichte der Religionsschule in Magdeburg. 
Guttmann, Hugo, geboren in Öls 1860, im Seminar 1883—88. 
Guttmann, Jacob, geboren in Beiithen 1845, im Seminar 

1861—70, 1872 Keligionslehrer und Hiifsprediger in Breslau, 18/4 
Landrabbiner in Hildesheim, 1891 Rabbiner in Breslau. 

Publ.: De Cartesii Spinozaeiiue i»hilosoi»hiis Gekrönte Preis- 
schrilt 1868. — Ein französischer Sozialist über die Bedeutung des 
Messianismus. MS XVIII, 210-220. - Über die Entwickelung^ der 
jüdischen Religionsphilosopie. Lbl VI, 1, 10, 21, 45, 65, 03, 97. — 
Die Religionsi)hilosoiihie des Abraliam Ibn Daud. Göttiugen 1879. - 
Die Bibelkritik des Chivi Albalchi nach Saadjas Emunoth W^e-Deoth 
MS XXVIII, 200-270, 289-300. - Die Heligionsphilosoi»liie des Saadja, 
dargestellt und erläutert. Göttingen 1882. - Korb ein Wort an Herrn 
Prof. Nestle Lbl XIII, 65-60. - Die l'liilosopliie des Sah.nio ibn 
(iabirol. dargestellt und erläutert. Göttingen 1889. - Das Verhältnis 
des Tiionias v. .\<|uin« zum Judentum und zu der jüd. Literatur. 
Göttingen 1891. - Über Dogmenbildung im Judentum. Breslau 1894. 
_ Die Beziehungen des Johannes Duns Scotus zum Judentum. 
MS XXXVIII 26-39.— Die Beziehungen des Vincenz von Beauvais 
zum' Judentum. Das. XXXIX, 207-221. - Über einige Theologen 
des Franziskanerordens und ihre Beziehungen zum Judentum. Das. XL, 
314-329 — Eine bisher unbekannte dem Bachja ibn Pakuda zu- 
geeignete Schrift. Das. XLl, 241-256. - Über zwei dogmeugeschicht- 
liche"Mi.schna8tellen. Das. XLII, 289-305, 337-345. - Aui der Zeit 
der Renaissance, Nicolaus v. Cusa, Jacobus Faber Stapulensis, Bonet 



— 168 — 

de Latles: Carolus Bovillus. Das. XLUI, •250-266. - Die i)hilo 
sophischeu im;l ethischen Auschauungen in Abraham b. Chij.jas 
Ilegjon ha-Nel'esch. Das. XLIV, 193 22U. — Zwei jüngst edirte 
Schriften des Berachja Hanakdan. Das. XLVI, 536—547. — Über 
Abraham ben Chijjas „Buch der EntliülluuK das. XVII, 446-468, 
54.Ö- 569. — l>io Scholastik des dreizclintcn .)ahrhuudert8. Breslau, 1902. 
— Über die Bedeutung des Judentums in der (Jegenwart. Jahrbuch für 
jüd. Gesch. u. Lit. 1903, 91-103. — Zahh-eiche Predigten u. Gelegenheits- 
reden, l\ezeu8ionen in der MS, Jahresberichte der Gemeinde-Religions- 
Unterrichts-Anstalt II in Breslau. 
Glitt mann, Julius, geboren in Hildesheim 1880, im Seminar 

1S98— 1904. 

Publ.: Der (lOttesbegriff Kants I. (Dissertation,) Breslau, 1903. 
Guttmann, Moritz, geboren in Beuthen O/S 1861, im Seminar 

1880—1887, Rabbiner in Culm a. W. 

Publ: Das rellgionsphilosophische System der Miita-Kallimiiii nach 

dem Berichte des Maimonides. (Dissertation). Leipzig 1885. — Mebrere 

Predigten. 

Haas, Sigismund, geboren in Eich (Rheinhessen) 1867, im 
Seminar 1886-91. 

de Haas, Philipp, geboren in Pyrmont 1884, im Seminar seit 1902. 

Handl, Hermann, geboren in Wien 1839, im Seminar 1865, 

Rabbiner in Eibenschütz in Mähren (früher Rabbiner in Pasewalk). 
Hannes, Ludwig, geboren in Fraustadt (Posen) 1868, im 

Seminar 1887—89, Rabbiner in Constanz. 

Publ.: Des Averroes Abhandlung über die Möglichkeit der 
Konjunktion oder über den materiellen Intellekt in der hebräischen 
Übersetzung eines Anonymus nach hnndschriftlichen Quellen zum ersten 
Male herausgegeben, übersetzt, erläutert, mit Einleitung und Parallel- 
stellen versehen. Halle 1892. 
Hausen, David, geboren in Gross-Glogau 1848, im Seminar 

1866—70 und 1872—73, Schriftsteller in Breslau. 

Heckscher, Julius, geboren in Kopenhagen 1836, im Seminar 

1858—63, 1863 Prediger in Köthen, 1870 Prediger in Ratibor, starb 

daselbst 31. Dezember 1883. 

Publ.: Dänische Grammatik nach Ollendorft's Methode, 3 Teile. 

Frankfurt a. M. 1862. 2. vermehrte Auflage. Das. 

Heilbronn, Isaac, geboren in Thann i. /Rhön (Hessen-Nassau) 
1880, im Seminar seit 1900, 1903 Prediger in Spandau. 

Heinemann, Joseph, geboren in Gothenburg 1838, im Seminar 
1859—66, jetzt in Hamburg. 

Heisz, Abraham, geboren in Doroy (Ungarn) 1872, im Seminar 

seit 1902. 

Publ.: Eine anonyme arabische Übersetzung und Erklärung der 
Propheten Zephanja, llaggai und Zacharja. (Dissertation.) Berlin 1902. 



- 169 — 

Heppncr, A».lulph, geboren in Schmicgel IH47, im Seminar 
l(Sh3 — 6'), jetzt in Amerika. 

Ilerzberg, Ludwig, geboren in Glogau 1845, im Seminar 
l>Shl — ö4. 

Hirsch, Carl, geboren in Esslingen 1S41, im Seminar 1<S5>S 
bis l.SfSO, Journalist und Herausgeber verschiedener demokratischer 
Zeitschriften, starb 23. September 1900 in Paris. 

Hoff, Josef, geboren in Prag \H~0, im Seminar 1<S90— 93, 

Rabbiner in Biscnz (Mähren). 

Pub). : lUe Staatslelire Spinozas mit besonderer Berücksichtigung 
der einzelnen Regierungsforraen und der Frage nach dem besten 
Staate. Berlin 1895. 

Holzmann, Michael, geboren in Ostrovvo 1840, im Seminar 
1854—62, Direktor der Lehrerbildungsanstalt in Berlin. 

Horovvitz, Gustav, geboren in Wien 1842, im Seminar 1859, 
starb als Partikulier in Warschau. 

Horovvitz, Jacob, geboren in Krakau 1839, im Seminar 1857 
bis 1865, 1867 Rabbiner in Märk.-Friediand, 1869 Oberrabbiner in 
Krefeld, seit 1904 im Ruhestand. 

Publ.: 1) Das P.ueh Jesus Siracli. Breslau, 1867. — 2) nrea 
n:u?ön -rmb Ausführliches Sach- und Namen- liegister zu Frankeis 
Hodegetica in Mischnam. Leipzig 1867. — Die Predigt der Gegen- 
wart, ein Volksbildungselement, in Rahmers Predigtmagazin. — Die 
Aufgabe der israelitischen Predigt der Gegenwart. Das. S. 33. — 
(Jhassidäische Silhouetten. Jahrbuch der Israeliten von Wertheimer- 
Kompert. 1865,66. — Ein Blick auf die .Juden in Galizien. MS XV], 
S. 41— .53, 81—93, 125—142. — Die Peripetie im Buche Esther. (S. A. 
aus der MS.) Krotoschin 1882. — Über einige Namen der Rabbiner 
im Talmud und Midrasch. MS XXXÜ, S. 306-317. - Festschrift 
Zinn 125 jäliri2;en .hibiläum der Chewra Kadisclia zu Krefeld. Krefeld 
1889. — Zahlreiche Rezen.sionen in der MS (mit H unterzeichnet); 
mehrere Predigten. 

Horowitz, Josua, geboren in Warschau 1845, im Seminar 
1864—66, Professor Dr., Oberlehrer in Thorn. 

Publ.: I»e aprioritalls Kautii in phihtsophia princi|iiis. 
(Dissertation Koenigsberg.) — t'ber Platoa Tlieaetet, seine Bedeutung 
und Stellung inneihalb der platonischen Lehre und seine Abfa-ssungs- 
zeit. Programmarbeit Thorn. — Zahlreiche Aufsätze in Zeitschriften. 

Horovitz, Saul, siehe oben S. 133. 

Italiener, Bruno, geboren in Burgdorf (Hannover) 1881, im 

Seminar seit 1899. 

Publ.: Die Uutteslehre dos Tlionias lanipanella. (Di^isertation.) 
I'eiue 1004. 



— 170 — 

JaUob. Benno, gebt)ren in b'rankenslein IN'^'J, im Seminar 

iys3 — 90, 1S90 Rabbiner in Göttingen. 

Publ.: Das Biu'li Esther bei den LXX. S.-A. Stades Zeitsclirift. 
Giessen 1890. - Unsere Bibel in Wissenschaft und Unterricht. 
Berlin t898. — Das hebräische Sprachgut im Christlich-Palastinisclien. 
ZATW XXIJ, 8;5— 113. — Im Namen (Jottes. Berlin 19)4. Mehrere 
Abhandlungen in der ZATW u. zahlreiche Artikel in der Jew. Encycl. 

Janowitz, Moritz, geboren in Eisenstadt (Ungarn) 1850, im 
Seminar 1871—78, Rabbiner in Meisenheim 1882, dann in Dirschau, 
jetzt Rabbiner des Synagogen-Vereins Ahawas-Thauroh in Berlin. 

Jastrovv, Morris, geboren in Philadelphia 1861, im Seminar 
1881—84, Professor in Philadelphia. 

Publ.: Abu ZakariJJa Jali.ja ben Dawiul Hajjfig und seine zwei 
grammatischen Schriften. (Dissertation) Giessen 1885. - A Fragment 
of the Babylonian Uibarra Epic. Boston 1891. - Keligion of the 
Babylonians and Assyrians Boston 1898. (Deutsch unter dem Titel: 
Die Eeligion Babyloniens und Assyriens. 1902.) - The Study of 
Keligion. New-York und London 1902. — Essays of James Darmstetter. 
Boston 1903. — Mehrere Artikel in der ZATW. 

Jaulus, Heinrich, geboren in Waag 1847, im Seminar 1868 

bis 1875, 1876 Oberrabbiner in Aachen. 

Publ.: Rabbi Simon ben Zemach Duran. MS XXIII, 241 bis 
259, 308-317, 355-366, 308-412, 447-463, 499-514; XXIV, 160 
bis 178. — Die Eesponsen des R. Isaak ben Scheschet chronologisch 
-eordnet. das. XXIV, 320-325 - Der philosophische Dilettantismus 
ün Judentum und seine Wirkungen. Lbl IV, 17, 21. - Bericht iiber 
das Armenwesen der Synagogengemeinde zu Aachen 1886—87. 
AacLens. a. - Zahlreiche Predigten, kleinere Aufsätze und Rezensionen 
im Lbl und in Liebermanns Volkskalender 
Jelsky, Israel, geboren in Slonim (Russ.- Polen) 1865, im 

Seminar 1884—91, 1891 Prediger in Lodz. 

Publ.: Die innere Einrichtung des grossen Synedrions zu 
.lerusalem und ihre Fortsetzung im späteren palästinischen Lehrhause 
bis zur Zeit des Rabbi Jehuda Ha-Xassi. (Dissertation). Breslau 1894. 

Josephsohn, Caesar, geboren in Lautenburg 1863, im Seminar 
1880—91, 1890 Rabbiner in Lauenburg (Pommern), 1902 Religions- 
lehrer in Posen. 

Publ.: Die Sagen über die Kämpfe der 3Iakkabäer gegen die 

Syrer. Breslau 1898. 

Isaacs, Abraham, Samuel, geboren in New-Vork 1845, im 
Seminar 1874, jetzt in New-York City. 

Publ.: A Modern Hebrew Poet. Life and Writings of M. Ch. 

liuzzatto. New-York 1878. Zahlreiche Arbeiten in dem von ihm 

herausgegebeneu Jewish Messenger. 



— 171 — 

Kacltcr, Robert, t^eborcn in P.rcslau 1^7-1, im Seminar 1895 

bis 1902, 1902 Prediger in Potsdam. 

l'uljl.: (ie8chi(li(e«lerJii<lischcii(Jemcimle zu Potsdam, i'otsdam 1903. 

Kalian -Spiro, Isidor Jakob, geboren in Nowogrodek 
(Kussland), im Seminar 188^—87, 1902 Rabbiner in Znaim. 

Publ : riter die vcrlial-nominale Dopiiolnaliir der licliriiisvliori 
l'articipion und ihre darauf l»eruliendc versrliHMlcuc Konstruktion. 
Leipzig I8H9. — Die lleilswalirlM'ilen dos Christenluins. Ein Vademecum 
l'ür Herrn Professor J.uthardt. Leipzig 1892. 

Kahlberg, Albert, geboren in Uslar 1883, im Seminar 
seit 1901. 

Kahn, Ludwig, geboren in Baisingen 1845, im Seminar 1865 
bis 1870, 1870 Rabbinatsadjunkt in Stuttgart, 1877 Rabbiner in 
Laupheim, 1892 Rabbiner in Heiibronn. 

Kalischer, Salomon, geboren in Thorn 1844, im Seminar 
1862—68, Prof. an der technischen Hochschule in Berlin. 

Kantorowsk\', Georg, geboren in Loslau )883, im Seminar 
seit 1902. 

Karfunkel, Max, geboren in Öls 1847, im Seminar 1864—67, 
starb am 13. Juni 1867. 

Karpeles, Gustav, geboren in Hotzenplotz 1847, im Seminar 
1864-65, Redakteur in Berlin. 

Publ.-. Heinrich Heine und das .hidenlum. Breslau tHt;8. -- Die 
Frauen in der Jüdischen Litteralur. Berlin 1870. — (lescliichte der 
Jüdischen Literatur. Berlin 1886. — Die Zionsharfe. Eine Anthologie 
der neuhobräischen Dichtung in deutschen Ibertragungen. Berlin 
1889. A. u. d. T. : History of Jewish Literature. translafced by 
Dr. Gottheil New-York 1889. — Erinnerung an Nehemias Brüll. 
Populärwissenschaftliche Monatsblätter. XI, 51, — Ein Blick in 
die Jüdische Literatur. Prag 18!»5. — Jewish literature and other 
essays. Philadelphia 1805 — A sketsll of Jewish history. Philadelphia 
1807. — Zahlreiche andere "Werke und Aufsätze, seit 189J Redakteur 
der Allgemeinen Zeitung des Judentums 

Kaufmann, David, geboren in Kojetein (Mähren) 1852, im 
Seminar 1867—77, gestorben am 6. Juli 1899 als Professor an der 
Landesrabbinerschule in Budapest. 

Publ.: Zusammengestellt im „Gedeukbuch zur Erinnerung an 
David Kaufmann« (Breslau 1900), S. LVII bis LXXXVII (auch als 
S.A. erschienen) und Nachträge dazu in der ZfHB V. S, 175 f. zu- 
sammen .560 Schriften uud Abhandlungen. 

Kellner, Leon, geboren in Tarnow (Galizien) 1859, im 

Seminar 1876 — 78, Professor in Wien. 

Publ.: Einige Bücher über englische Sprache und Literatur. 



— 172 — 

Kisch. Alexander, geb ren in Prag IMIS, im Seminar 1865 
bis 1873, 1874 Rabbiner in Brüx (Böhmen), 1877 in Zürich, 
1881 Bezirks-Kabbiner in Jiingbunzlau, 188.") Rabbiner an der Meysel- 
Synagoge in Prag, K. u. K. Professor. 

Pub!.: l'iipst (iregor IX. Ankhigoarlikcl gegen den TiihniKl 
uinl dessen Verteidigung diircli Jediiel lien Josef in Paris vor liudwig l\, 
Leipzig IST-i. — rraktisclies ibuiigsbiicli zum Tbcrselzcn aus dem 
Ilebräiselien. Breslau 18T(i. Der Septua-iitital - Codex des UUihis. 
MS. XXIT, 42—46; 85-89. — Leben und Wirken llillel I. Vortrao- 
in Afike Jehadaverein in Prag. Wien 1877. — Die Essäer. Vortrag. 
Wien 1878. — Religion und Mysterien, eine völkerpsychologisclie Skizze 
Zürich 1879. — Soll die Hegiernng ein jüdisclies Synhedrion einberufen? 
Prag 1883. — a-ri^pn '-ii£ nb:!2. Sondera>/druck aus; „Jubelschrit't 
z. 70. Geburtstage des Prof. Dr. H. Graetz. Breslau 1887. — Hillel der 
Alte. Prag 1889. — Die Prager Judenstadt während der Schlacht am 
weissen Berge. Frankfurt a. M. 1892. Das Testament Mardochai 
Meysels. S.A. aus MS XXXVII, 25-40, 82-91, 131-146. Frankfurt a M. 
1893. — Statistik des mosaischen Religionsunterrichtes an den öffent- 
lichen Mittelschulen Böhmens Prag 1899. — Das mosaisch-talnmdische 
Eherecht, von Rabhi Ezechiel Landau. Leipzig 1900. — Das Meiselbanner 
in Prag. Wien 1901. — Prager Notizen zur Biographie Zacharias 
Frankeis. MS XLV, 213-216. Versuch einer neuen Erklärung der 
in der Alkuinhaddschrift (No. 795) der k. u. k. Hofbibliothek in Wien 
enthaltenen gothischen Fragmente (.Jahresbericht des k. k. Staats- 
gymnasiums in Prag). Prag 1902. Zahlreiche Predigten und 
Rezensionen im Lbl. 

Klemperer, Wilhelm, geboren in Prag 1838, im Seminar 
1855-63, 1864 Rabbiner in Landsberg a. d. W., 1885 in Bromberg, 
1891 Prediger der Reformgemeinde in Berlin, 

Publ.: Predigten. Breslau 1866. — A ortrag üher Chr. Thomasius. 

Landsberg a. W. — Beiträge zur vergleichenden Gnomologie Lbl KXIII, 

107, 110. 

Klueger, Hermann, geboren in Warschau, im Seminar 1871 
bis 1873, jetzt Religionslehrer in Breslau. 

Publ.: Geschichte der Juden in der babylonischen Gefangen- 
schaft. I. Teil. Breslau 1890. — Über Genesis und Composition der 
llalacha-Sammlung Edujoth. Breslau 1895. Mehrere Predigten. 

Knoller, Lesser, geboren in Braetz (Posen) 1860, im Seminar 
1879—86, 1884 Hilfsprediger und Religionslehrer in Breslau, 1894 
Direktor des Lehrerseminars in Hannover. 

Pub].: Das Problem der Willensfreiheit in der älteren jüdischen 
Religionsphilosophie des Mittelalters. Leipzig 1884. — Kurz gefasster 
Leitfaden für den grammatikalischen Unterricht in der hehräisclien 
Sprache. Breslau 1889. — Einzelne Predigten und Jahresberichte über 
die Religionsschule der Synagogen-Gemeinde zu Hannover. 



— 173 — 

Kobcr, Adolf, geboren in Beiithen O/S. 1.S79, im Seminar 
seit 1.S98. 

Pul)!.: Stmli«'ii zur iiiiUcliiltcrliclieii (Jesrliielilc der .hidcn in Köln 
am lüieiii. iiisliesoiideiv iliics (W'iinilliesitzes. 1 (Dissertatinn.) 
Jiresliiu l*J(i;}. 

Koch, Carl, geboren in Lembach (bei VVeissenbiirg i. Elsass) 
1865, im Seminar 1888—92, 1894 Rabbiner in Barmen, 1S99 
Rabbiner in Gothenburg. 

Koch, Sylvain, geboren in Brumath (Elsass) 1878, im Seminar 
seit 1900. 

Publ.: Itallenisclie IMaiidleilu'r im iiördlichon und östlichen 
Frankreich. (Dissertation.) Breslau 1904. 

Kohlbach, Bernhard, geboren in Lipto-St. Miklos (Ungarn) 
1864, im Seminar 1884—85, Gymnasialprofessor in Kaposvar. 

Publ.; Jelinda ibn IJalam. Inauguraldissertation, Budapest. 
Deutsch in "Weissmauns ^^lonatsblätter. Wien 1K88. — Adah'k a gorüfr 
nyeld kiejtt'si'-nek turteneti'bez. Egyetemos Philologiai Kozslony 1889. 

— A 7sido valjiisos ritairodalom tortenett'bez. MZS 1889. — Egy 
közepkori rabbi (''S erkölestanit('). Das. 1889. — Szi'-kfoglal«') be-szöd. 
Temeswär 1890. - A bittan elemei. 1. Aufl. Tomeswar 1890. 2. Autl. 
Tenioswar 1894. — A müveszet es a gimiiazium. Schulprogramm des 
Kajiosvarer Staats-Obergyranasium 1898. — Avatäsi is<^^entisztelet 
rendje. Temeswär 1895. — Der Mythos und Cult der alten Ungaren. 
Archiv für Religionswissenschaft, Freiburg i. Br. 1899. — l'hilosojjluai 
propaedeutika. Budapest 1900. — A simonfai bronzleletröl. Archae- 
ologiai Ertesitö 1900. — A Tiberistöl az Arnöig. Schulprogramm des 
Kaposvärer Staats-Obergymnasium 1901. — Suezkint von Trimberg. 
MZS 1903. 37-44. — Zahlreiche andere Artikel. 

Kohn, Hermann, geboren in Eidlitz (Böhmen) 1843. im 
Seminar 1863 — 70, gestorben 29. Oktober 1870. 

Publ: Die böhmischen Theobalde. Prag 1868. 

Kohn, Karl, geboren in Senftenberg 1860, im Seminar 
1888-91. 

Kohn, Samuel, geboren in Baja (Ungarn) 1840, im Seminar 
1858—67, 1867 Rabbiner in Budapest. 

Pub!.: „Her Prophet Elijah in der Legende". Breslau 1863 
(Separatabdrnck aus Frankeis Monats9chrift). — „De Pentatencho 
samarltano ejnsque com versionibns antiqnis nexu". Dissertatio 
iiiauguralis etc. Lipsiae 1865. - ,.Saniarilanisclie Studien". Beiträge 
zur samaritanischen Pentateuch - (bersetzung und Lexicographio. 
Breslau 1868 (Separatabilruck aus Frankeis Monatssclirift 1867—68). 

— „Ungarisch jüdische Wot'hensciirit't". Organ für Gemeinde, Schule 
uud Haus. I Fe rausgegeben von Dr. M. Ka3'serling und Dr. S. Kolia. 
Pest 1871 und 1872. — Ibn-Esra polemisiert gegen die Samaritaner. 



— 174 — 

MS XXII, 47S— 80. — Ein Band uiif^arisclicr Fesl- und r«cles<'iil«e>is- 

l»retUg(en und Fest-Texte. ,Zsiuagi'i:,ai szi-iioklatuk '. Buditpest: 1875. 
— ,..Z>ir Sprache, Literatur und Dogmatik der Saniarilaner '. Drei 
AbhandhingcMi nebst zwei bisher unedierten samaritanisclien Texten. 
Loipzio- 1875. — „A magj'ar neiuzeti miizcum künyvti'iränak lieber 
k.ziraUii". Budapest 1877 — „Die hebräischen Handschriften des 
ungarischen Nationalmuseunis zu Budapest." Berlin 1877. „l\lard(Mhai 
ben llillel", sein Leben und seine Scluiiteu nebst (> bislier unedierten 
hebräischen Beilagen. Breslau 1878. — Oesterr.-uugar. («esaiidtschafts- 
herichte über D. Josef Nassi. MS XXVIII, 113-121. - „Heber 
kiitforräsok es adatok Magyarorszäg törtenehnehez". Ungarisch- 
hebräische Quellen und Daten zur beschichte von Ungarn. Budapest 
1881. — Das Land Hagar in der hebräischen mittelalterlichen Literatur. 
MS XXX. 145-161, 193-201.— A zsidok törtenetc Magyarorszägban- 
Reszben kiadatlan kutforräsok. (Geschichte der Juden in Ungarn 
I. Teil.) Budän 1884. — A honfoglalo magyarok es a zsidok. (Der 
Vaterlandsname der Ungarn und der Juden.) MZS I, 3-10. - A szom- 
batosok. Törtenetük, dogmatikäjuk eä irodalmuk. (Die Sabbathianer.) 
MZS III, 85, 165. 229, 309. 373, 441, 526. 583, 647; IV, 4, 131, 195, 
259, 323, 395, 463, 539, 599; V, 81, 129, 197, 325, 453, 517 
5ß-5_ _ Az ö-budai zsid«'. hitközseg a mult szäzad közepe feie. 
(Die jüdische Gemeinde Alt -Ofen in der Mitte des vorigen Jahr- 
hunderts.) MZS VIII, 254—259. — Die Sabbathäer in Siebenbürgen, ihre 
Geschichte, Literatur und Dogmatik mit besonderer Berücksichtigung 
des Lebens und der Schriften des Reichskanzler Sim. Pechi. Budapest 
1894. - Bibel, hebr. Sprache und Judentum im Zeitalter der Reformation. 
Lbl XXIII, 71, 75, 79, 86. - Samareitikon und LXX. MS XXXVIII, 
1—7, 49-67. — Vida Audräs contra Velisch Jözsef Evkönyv I, 95—99. 

— Zsidö törtenelmi emlekek különös tekintettel Magyarorszdgra. 
Das. II, 52—62. — Schwerini Kohn Götz. MZS XV, 117-134, 
208-237, 305-325. XVI, 17—34. 135—162. — Zahlreiche Predigten 
und kleinere Artikel in MZS. 

Kohut, Adolph, geboren in Kecskemet 1848, im Seminar 

1866—69, Schriftsteller in Berlin. 

Publ.: Ein noch ungedruckter Brief A. v. Humboldts an einen 
Juden. Israelit 1869, No. 47. — Die Verdienste Herders um die Juden 
und die jüdische Wissenschaft. Hirschs Jeschurun XV, 155 ff., 228 ff. 

— Alexander v. Humboldt und das Judentum. Ein Beitrag zur Kultur- 
geschichte des 19. Jahrhunderts. II. Aufl. Leipzig 1871. - Die goldenen 
AVorte der Bibel. I. Aufl. Leipzig 1873. IL Aufl. Düsseldorf 187(% 

— Was lehrt die Bibel über den Gehorsam gegen Staat und Obrigkeit? 
Düsseldorf 1875. — Ludwig Aug. Frankl. Lbl XXIII, 49, 54. — 
Moses Mendelsohn und seine Familie. Eine Festschrift zum 100. Todes- 
tage Moses Mendelsohns, am 4. Januar 1886. Dresden 1886. — Giacomo 
Meyerbeer und Richard Wagner. Popul.-wissensch. Monatsbl. XI, 265. 

— Alexander Koliut, ein Charakterbild. Semitic studies in Memory 
of Rev. Dr. A. Kohut. XVII ff. — Geschichte der deutschen Juden von 
den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Berlin 1899. — Berühmte 
israelitische Männer und Frauen. Leipzig 1900/01. - Zahlreiche andere 
Werke und Aufsätze. 



— 175 — 

Koluit, Alexander, geboren in Keczkemet (Ungarn) 1841, im 
Seminar 1861 — 67, 1867 Rabbiner in SluliKveisscnburg. 1874 in 
Fünfkirchen, 1882 in Gr.-Wardein, 188") Rabbiner der Gemeinde 
Ansehe Chesed in Ne\\-\'ork, starb daselbst am 25 Mai 1894 

Pull].: Ziisaiiimeugestellt in TriKutfS ol" tlie mfiiiory ol' Hev. 

A. K. (\ew-York \H'M) S. 49-64. 

I\oref, M., Ljeboren in Prag 1833, im Seminar 1860, ge- 
storben als Rabbiner in Hanau. 

Koritschan, Leopold, geboren in Austerlitz (Mähren) 1H70, 
im Seminar 1889—93. 

Krakauer, Isidor, geboren in Sagan (Niederschlesien) 1852, 
am Seminar 1870, Oberlehrer und Professor am Philantropin in 

Frankfurt a. Main. 

Publ.: De <>ralo Sicyoiu». (Dissertation.) Breslau 1874. — 
Accusation de meartre rituel portee contre les Juifs de Francfort au 
XVIe sit'cle. EEJ XIV, 282. — Histoire dun pri't forct- demand»'^ 
k la communautt' des Juifs de Francfort, Das. XV, 99 — 108. — 
DieKonilskatiou der hebr. Schriften in Frankfurt a. M. (l.'>09— 1510). — 
Geigers Zeitschrift f. d. Gesch. d. Juden in Deutschland I, 160 — 170, 
230—248. — Rabbi Joselmann de Rosheim. RKJ XVI, 84—85, — 
L'affaire des Juiis d'Endingen. Das. XVI, 2.S6-237. — Wie die 
Franklurter Juden Karl VII. huldigten. Geigers Zeitschrift f. d. Gesell, 
der Juden. III, 86—91. — Ein angebliches Attentat der Frankfurter 
Juden gegen die Truppen des Generals Custine im Jahre 1792. Das. 

III, 284—288. — Proces de R Joselmann conti e la ville de Colmar, REJ 
XIX, 282 - 287, — Zur Geschichte der Juden im dreissigjährigen Kriege. 
(Jeigeis Zeitschrift f. d. Gesch. der Juden. III, 1.30-156, 337-372; 

IV, 18— .8. - Additions a l'histoire de la persrcution des Juifs diins hi 
Haute Silesie en 1533, RFJ XX, 108—116. — Die .7 uden Frankfurts im 
Fettmilchschen Aufstand 1612—1618. Geigers Zeitschrilt f. d. Gesch. 
der Juden. IV, 127—169, 319-365; V, 1-26. — Pfefferkorn et la 
conliscation des livres htbreux ä Francfort en 1510, REJ XXII. 
112-118, — Die Schicksale der Frankfurter Juden während des Fett- 
milchschen Aufstandes (1612 — 1616), Separatabdruck aus dem Programm 
der Realschule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. Frank- 
furt a. ÄF. 1892 — Aktenstücke zur Geschichte der Konfiskaticm der 
liebräischen Schriften in Frankfurt a. M. MS XLIV, 114-126, 167—177, 
220-234. Geschichte der Judengasse in Frankfurt. Festschrift zur 
Jahrhundertfeier des Philanthro|iins. 1904. — Einige Abhandlungen 
zur Geschichte Frankfurt a. M. 

Krakauer, Moritz, geboren in Nikolsburg (Mähren) 1853, im 
Seminar 187—683, 1883 Rabbiner in Pasewalk, 1888 in Lauenburg, 
1889 in Leobschütz, seit 1897 Stiftsrabbiner in Breslau. 

Pul>l.: (icscliii-lile des S|iiiiü/.ismii8 in Deutschland wälirenil der 

ersten llälftp des Will, .laiirliunderts. i Dissertation.) Breslau 1«HI. 

— Zaeliarias Frankls yrinzipioller Standjimikt in der He form frage des 



— 176 — 

JiKlenliims bis /um Ziistimmfiitritt der ersitMi Raltbiiier VeiKumniliin«; in 
Brauiisoliweij; im Jahre IS II. Vortrag, gehalten l)ei ilor (iedäclitniafeier 
Frankls im jüdisch-theologischen Seminar. JJreslau IHHJi. — Die 
Bedeutung der Mischnah Aboth V, J ff". Lbl XV, 120. — Die Erd- 
nnd Feuerbestattung nach Bibel und Talmud. Das. XV, 177. — Die 
uoneste Bearbeitung der Gabirolschen Philosophie. Das. XX, 159, 
1G3. 169. — Einige kleinere Artikel und zahlreiche T^e/.ensionen 
im Lbl. 

Kraus, Jacob, geboren in Neutra (Ungarn) 1867, im Seminar 
1889-91. 

Kraus, Salomon, geboren in Baja (Ungarn) 1840, im Seminar 
1858. 

Kraus, Viastimil, geboren in Luschtienitz (Bez. Jung-Bunzlau) 

1871, im Seminar 1889 — 9o, 1895 Rabbiner in Beneschau (Böhmen). 

Krengel, Johann, geboren in Krakau 1872, im Seminar 1894 

bis 1900, 1901 Rabbiner in Salzburg, 1903 Rabbiner in Böhmisch- 

Leipa. 

Publ.: Das Hausgerät in der Misclinah. (Dissertation) Frank- 
furt a. M. 1899. Cber O^-cC'Q^^n. MS XLIII, 572. — Die englische 
Intervention zu Gunsten der böhmischen Juden im Jahre 1744. Das. 
XLIII, 177 - 185, 259—281. — Variae lectiones zur Tosefta. Das. XLV, 
20-44. — D''?p*2X das. XLV, 120-122 — Einige Rezensionen in 
der MS. 

Kroch, Adolph, gehören in Breslau 1847, im Seminar 1864—65, 
starb 1899. 

Kronberg, Nehemias, geboren in Jaroslaw (Galizien) 1843, im 
Seminar 1877-84, 1884 Rabbiner in Tabor (Böhmen), 1890 Rabbiner 
in Hermanestec. 

Publ.: Raschi als Exeget. Breslau 1882. — Erklärung der 
Miscbnah Aboth III, 21 nach Maimonides nebst einer Bemerkung über 
die kurze Zeitperiode des Patriarchats Rabbi Eleasa ben Asarias. 
Lbl XXI, 121, 125, 129, 133, i37. - Das Sendschreiben .,Iggereth 
Theman von Maimonides". Ein Beitrag zur Geschichte des Juden- 
tums. Das. XXII, 155, 159, 167. — Die Vertretung der Düuner- 
schen Talmudglossen im „Israelit". MS XLIII, 283-288. — Bloch ^ M., 
das mos. talin. Geriehtsver/aJn'en. Das. XLVI, 384—88. — Die 
Amoräer in neuer Beleuchtung. Das. XLVI, 439—448. Kleinere 
Artikel und zahlreiche Rezensionen im Lbl und in der MS , 

Kroner, Theodor, geboren in Glatz 1845, im Seminar 1864 
bis 1868, 1869 Direktor des Lehrer-Seminars in Münster, 1872 
Grossherzogl. Weimarscher Landrabbiner in Stadt-Lengsfeld, 1883 
Rabbiner in Erfurt, 1885 Seminardirektor in Hannover, 1893 Rabbiner 
und Kirchenrat in Stuttgart. 

Publ.: Pe ALraliami Bedaresii operihns. (Dissertation). Breslau 
1H(J8. — Lesetafeln und Filtel für den hebr. Leseunterricht nach der 



— 177 — 

Schreib Lesemethode. Jireslau 1800. — Entstelltes. Inwahres and Er- 
lunilenes la „Wer Talniiidjinle- von Hr. Koliliii::. Teil I uikI IL 
.Minister i. W. 1H71. .lude^ha^s oder Näeiisteulieln*. Eine Erklärung, 
l^isenach IHTH. Die Belebung des Judentums. J.bl VIII, 117. — Wer 
darf religiös trauen? Das. IX, 162. — Israelitische Lehrerzeitang, 
herausgegeben von Rabb. Dr. Eahmer und Landrabb. Dr. Kroner. 18H1. 
C'ina rS".- in ,Der jüdische Kantor" von A. Blaustein. Bromberg 
1881. No. 2. — Israelitische Schulzeitnnj:. herausgegeben von Rabb. 
Dr. Rahmer und Landrabb. Dr. Kroner. 1HH2. — Das Ziel des jüdischen 
Religionsunterrichtes. Israelitische Schulzeitung 1882 No. 1, 3, 4. — 
Beth-El, Israelitisches Familienblatt No. 1 11. 1883. — Festschrift 
zur Einweihung der neuen Svnaicoge in Erfurt Erfurt 1884. — Die 
Erfurter hebräischen Grabinschriften. MS XXXIII. 34'.»— ::!G3. — Zwei 
Pergament blätter der königl. Bibliothek zu Erfurt. Lbl XV. 179, 186, 1!H). 

— i bersetzungsbuch zu den (.lebeten der Mittelstufe. 1, Autlage, 
Hannover 1890. 2. Auflage 1805. 3. Auflage 1900. 4. AuHage 1904. 

— Leitfaden zum Übersetzen der Thora mit anschliessender hebräischer 
Sprachlehre. Für die Mittelstufe bearbeitet. Heft 1, 2, 3. Hannover 
1891. — Das neue Volksschulgesetz. Referat in Berlin am 30. Dezember 
1890. Israelitische Wochenschrift, XXH, Xo. 2. — Gebet- und Religions- 
buch ftir die reifere Jugend n'^sm m\"i. Übersetzungsbuch zu den 
Gebeten der Oberstufe. Hannover 1892. — Encore le mot 7iv: 
RIOJ 1896. — Oeschichte der Juden von Esra bis zur Jetztzeit, für Volks- 
schulen und höhere Lehranstalten. Frankfurt a. M. 1899. — Josef 
Süss Oppenheimer. ,,Im deutschen Reiclr'. Januar 1903. — Artikel 
in der Isr. Wochenschrift, zahlreiche Rezensionen im Lbl, mehrere 
Predigten, sowie Predigten in Rahmers Predigtmagazin und Acker- 
manns Hammattif I. 

Kusznitzki, Salomon, geboren in Kempen 1846, im Seminar 
1864 — 74, 1874 Religionslehrer in Braunschweig, 1880 Rabbiner in 
Bayreuth. 

Publ.: i ber das Zeitalter der Propheten Juel, Arnos, Obadja. 
(Dissertation). Breslau 1872. — Plan und System in der Aufeinander- 
folge der einzelnen Mischnas, MS XXIL 208-215. — Zur Erklärung 
einer Bibelstelle. Lbl VI, 1G2; IX, 27, — Mehrere Predigten, Ab- 
handlungen und Rezensionen im Lbl. 

Labsap, Israel, geboren in Koschmin 1844, im Seminar 1860 
bis 1861. 

Landsberg, .Marcus, geboren in Santomischel 18' 50, im Seminar 
1834—58, 1858 Rabbiner des Humanitätsvereins, seit 1871 Religions- 
lehrer an der Bürger-Realschule in Posen, starb das. 13. Januar 1901. 
Publ : De Leibnitii fundamentis. Vratislavia 1857. 

Landsberg, Ma.\, geboren in Hildesheim 1845, im Seminar 
1863 — 66, Rabbiner in Rochester (N.-V.— Amerika). 

Publ.: l'ber den Pajtan Jizchak b. Samuel MS XIII, 37. — 
Der Codex von Raschis und Rascbbanis Pentateuchkommentarien 
aus der Breslauer Seiuinarbibliothek, Das. XI\', 370 IV., 416 IV. — Zur 

12 



— 178 — 

talmudischeu Lexicogra])hie. Das. XVI, 154. — Analekten zur Ge- 
schiclite der Juden in Hildeshein. Das. XIX, 122—124. 

Landsberg, Wilhelm, geboren in Loslau 1844, im Seminar 
1862 — 72, 1873 Rabbiner in Pasewalk, 1S74 in Lauenburg (Pommern), 

1880 in Kaiserslautern. 

Publ.: l^ber den Urs])rnng des KaiaceituiTis. Lbl II, 18, 33. 
Leitfaden für den isr. Keli^ionsunterriclit .an Heligions- und Volksschulen. 
Kaiserslautern 1882. — Das rituelle Scliiichten der Israeliten im Liclife 
der AViilirlieit. Kaiserslautern 1882. — Lazarus ben David und seine 
Schrift: „Etwas zur Charakteristik der Juden". Lbl XIX, 45,49, 100. 
— Mehrere Predigten und zaliireiche Rezensionen im Lbl. 

Landsberger, Joseph, geboren in Rosenberg 1839, im 
Seminar 1854 — 60, starb als Kaufmann in Berlm 1903. 

Laupheimer, Jonas, geboren in Laupheim (Württemberg) 
1846, im Seminar 1870 — 71, Rabbiner in Buchau. 

Lazarus, Arnold, geboren in Breslau 1877, im Seminar seit 
1896, 1904 Religionslehrer und zweiter Rabbiner in Frankfurt a. M. 
Publ.: Zar syrischen tbersetzung des Buches der llichter. 
(Dissertation). Kirchhaia N.-L. 1901. 

Lazarus, Felix, geboren in Petershagen 1865, im Seminar 
1884—90, 1890 Hilfsprediger und Religionslehrer in Köln a. Rh., 
jetzt Direktor des Lehrer-Seminars in Cassel. 

Publ.: Die Häupter der Vertriebenen, Beiträge zu einer (ie- 
schichle der Exilsfürsten unter den Arsakiden nnd Sassaniden. 
Frankfurt a. M. 1890. — Die jüdische Johannesbrielliteratur. BrilHs 
Monatsblätter 1892, 'No. 3. — Worte zur Erinnerung an Prof. Dr. Heinr. 
Graetz. Das. 1892 No. 9. — Zur Entwickelungsgeschichte der zahl- 
reichen jüdischen Kolonien in Polen und Russland. (Se2)aratabdruck aus 
Brülls Monatsblätter, Jahrgang 1894.) — Juden in arabischen Volkssagen. 
(Separatabdrack aus dems. Jahrgang.) — Ein ernstes Wort an die 
jüdischen Gemeinden Altpreussens. (Separatabdruck aus der „Laub- 
hütte", Regensburg 1896.) — Über das Gründungsjahr des Israel. 
Seminars zu Cassel. Israel. Familienblatt 1901 No, 3. — Einige 
Predigten und eine Anzahl Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften. 

Lesser, Wolf, geboren in Colberg 1845, im Seminar 1862 
bis 1872, 1873 Rabbiner in Birnbaum, 1875 in Bielitz, starb am 
11. Februar 1882. 

Pub!.: R. Josua ben Chananjah. Lbl I, 37, 41. — Mehrere 

Predigten und Abhandlungen. 

Levi, Eduard, geboren in Schildberg 1838, im Seminar 1854 
bis 1857, Amtsgerichtsrat in Beuthen O/S. 

P üb 1.: Gedenkblätter und historischer Abriss des Isr. Kranken- 
pflege- und Beerdigungs-Vereins zu Beuthen O/S. zu dessen hundert- 
jähriger Stiftungsfeier. Beuthen 1888. 



— 179 — 

Levi. Isaak. geboren in (".oUantsch (Posen) 1835, im Seminar 
18r)4— 59, starb als Kaufmann in Breslau. 

Levi, Joseph, geboren in Freudenthal (Württemberg) l-S'v"), im 
Seminar ISS4— 92. 1S"0 Rabbiner in Alzey. 1''04 in Crefeld. 

Piibl.: Klia i.cvila iiiid seine Leis(uii::eii als (ii-aiiiinatikcr. 

Breslau 1HH.S. 

Levi, Mayer, geboren in Gross-Strehlitz (Oberschlesien) 1836, 
im Seminar 1854 — 55. 

Levi, Sali, geboren in Walldorf (Baden) 1883, im Seminar 
seit 1902. 

Levy, Alfred, geboren in Wingersheim (Elsass) 1880, im 
Seminar seit 1899. 

Levy, Isaak, geboren in Ouatzenheim (Landkreis Strass- 
burg i. E.) 18h6, im Seminar 18^'l, Rabbiner in Brumath. 

Pub).; I>er erste Abschnitt aus «lern Traktate SaltliaJli. Breslau 1H92. 

Levy, Ludwig, geboren in Sulz (Ober-Elsass) 1881, im 
Seminar seit 1899, 1904 gewählt zum Rabbiner in Brunn. 

Publ.: Iteconstruklion des Kommentars Um Esras zu den ersten 
Propheten. (Dr. David llosinsche Preisscbrift). Berlin 190:5. — Kurze 
Milteilungen. MS XLVIII, 43-.ÖL 122-124, 190-192, 2r).ö-2.-)6. 372 bis 
377, _ Rezensionen in der MS, kleinere Artikel in der ZihB. 

Lewin, Adolph, geboren in Pinne (Posen) 1843, im Seminar 
lS.-)8— 71, 1872 Rabbiner in Koschmin, 1878 in Coblenz, 1885 Stadt- 
und Konferenz-Rabbiner in Freiburg i. Br. 

Publ: Die lleligionsdisputation W. .lechiels. (Gekrönte Preis- 
schrift). MS XVIII, 97- 110/ 145-1.56, 193-210. — Die Makkahäische 
Erhehuni,' (Dissertation). Breslau 1870. — Berichte aus dem Fekle. Isr. 
Worhenschrift 1870 71. — Das Judentum und die Entwickelung; der 
Arten. Lbl III, 5. — Salonio Maimon. Das. VI. 142, 146. 1.51. — 
llei'zfehl, Hundelsgesi'hirhte der Juden des Altertums. — Das. 
VII, 199, 201- VIII, 105. — Naturgeschichte oder Judenhass. Das. IX, 
149, 157,' 161, 165, 169, 178. — Die religionsgeschichtliche Bedeutung 
des Decalogs. Das. IX, 189, 193. - An Dr. Harry Breslau. Das. 
JX, 18. — :>lichael Levys gesammelte Werke, llerausgeg. v. Ad. Lewin. 
Breslau 1880. — Das Coblenzer >[emorbuch. Lbl X. 36. — Das 
Trierer Memorbuch. Das. X, 159. — Christentum und jüdische Presse. 
Das. XI. 105, 109, 113, 119. — Die Neuchristen auf der Insel Mallorca. 
Das! Xli, 105. 109, 113. 119. - Der Juden^piegel des Dr. Justus ins 
Licht der Wahrheit serUckt. (S. A. ans Lbl XIII, 41-42, 45-46, 49 
bis .50 57-59. 66 - 67, 70 -71, 74-75, 78-79, 82-83, 86-87, 91, 94 bis 
95. 98-99, 102-103. 106-10?. 110-111, 114-115, 118-119, 121-123, 
127, 129—130) Magdeburg 1884. — Vom Schiltmeer zum Sinai. Drei 
Bre'digton. Magdeburg 1884. — Süsskind von Trimberg. Lbl XIII, 9, 
13. 29. - Lazarus (VMger. Das. XIV, 18, 22. — -luden in Freiburg i. Hr. 
Trier 1890 - Zahlreiche Aitikel in der Isr. ^VochenschrilY, zahlreiche 

12» 



- 180 — 

Eezensionen im Lbl (teils mit Alwin gezeichnet), und in der MS, zahl- 
reiche Predigten in lialimers l'iedigtmagazin. 

Lewinsky, Abraham, geboren in Loslau O/S. \Hhh, im 
Seminar 1884—91, 1890 Rabbiner in Weilburg, 1892 Landrabbiner 
in Hildesheim. 

Piibl: Beiträge zur KcDiitnis der religionsphilosophisthen 
Ansiliauuugen des Flav. Josephus. Breslau 1887. — Zur Geschichte 
der Juden in reine. MS XLllI, 572. — Die Kinder des liildesheimür 
Rabbiners Samuel Hameln. Das. XLIV, 250-2.59. 3G6-38Ü. - Ana- 
lekten. Das. XLIV, 549. — Zwei Dokumente aus der ältesten Ge- 
schichte der Synagogen Gemeinde zu Hannover. Hannover 1900. — 
Der Hildesheimer Rabbiner Samuel Hameln. Kaufmann Gedenkbucb. 
Breslau 1900. — Ein Aktenstück zur Geschich*e der .Juden in Hildes- 
heim aus dem Anfang des 18. .Jahrhunderts. MS XLV, 179—181. — 
Aus dem Hildesheimer Stadtarchiv. Das. XL VI, .547—5.55 und XLVII, 
80-84. — Zur Geschichte der Juden in Lubliu. Das. XLVI, 170—176, 
Ein jüdischer Hofbankier der Mageburger Eizbischöfe im 14. Jahr- 
hundert. Das. XLVin, 457-460. - D^non'rv-a o-:v^ r\^iiDp:£.f2^ 
Eschkol V, 1904. — Zahlreiche Predigten, Rezensionen in der MS 
und ZfhB. 

Levvitt, Julius, geboren in Samter (Posen) 1866, im Seminar 
1889—96, 1901 Landrabbiner in Hoppstädten- Birkenfeld. 

P ubl. : Darstellung der theoretischen und praktischen Pädagogik 
im jüdischen Altertum. Berlin 1896. — Einzelne Reden und Aufsätze 
in Zeitschriften. 

Lewkovvitz, Albert, geboren in Georgenberg O/S. 1883, im 
Seminar seit 1903. 

Lewkovvitz, Julius, geboren in Georgenberg 187f\ im Seminar 
1900—1904, 1903 Rabbiner in Schneidemühl. 

Publ.: Spinozas Cogitata metaphysica und ihr Verhältnis zu 

Descartes und zur Scholastik. (Dissertation). Breslau 1902. — 

Haeckels „Welträtsel" und die Religion. MS XLVIII, 257—267. 

Lewy, Israel, siehe oben S. 131. 

Lewy, Louis, geboren in Neuhof, im Seminar 1870 — 72, 
Überlehrer in Alienstein. 

Lisser, Wilhelm, geboren in Ratibor 1847, im Seminar 1861 
bis 1867, gestorben 1867. 

Litt mann, Martin, geboren in Bischofswerder (Preussen) 1864, 

im Seminar 1883—92, 1889 Rabbiner in Elbing, 1892 in Zürich. 

Publ.: Josef ben Simon Kara als Schrifterklärer. Breslau 1887. 

Loeb, Hermann, geboren in Bruchsal 1884, im Seminar 
seit 1902. 



— 181 — 

Loevvenm ayer, Maier, geboren in Grätz (Posen) 181'3, im 

Seminar 1854—55, 1M57 — 62 Rabbiner in Graiidenz, starl^ als 

Rabbiner in Frankfurt a. O. 17. Februar 1893. 

Publ.: R. Jochanan bon Napcha. Breslau 1855. S. A. aus MS 
IV. 28'), 821. Mehrere Abhandlungen und l'rcdigteii. 

Lüwcnstamm, Arthur, geboren in Ralibor 1882, im Seminar 
seit 1902. 

Lüvvenstein, Leopokl, geboren in Heilbronn (Württemberg) 
1851, im Seminar 1869, starb 1891 als Rechtsanwalt in Stuttgart. 

Lubowsky, Louis, geboren in lleidekrug (Ostpreussen) 1862, 
im Seminar 1879 — 82. 

Marck, Moritz, geboren in Neutra (Ungarn) 1846, im Seminar 
1864-66. 

Marcus, Nathan, geboren in Nagy Szokoly 1868, im Seminar 
1888—94. 

Margulies, Samuel Hirsch, geboren in Brzezanie (Galizien) 
185S, im Seminar 1881 — 86, 1885 Rabbiner der Gemeinde Neweh- 
Schalom in Hamburg, 1887 in Weilburg, 1890 Überrabbiner in 
Florenz, 1899 Direktor des collegio rabbinico daselbst. 

l'uhl.: Saad.ja Al-Fajümi's arabische Psulmcnttberselziing. Xach 
einer Münchener Handschrilt lierauPgegeben und ins Deutsche über- 
tragen, J5reslau 1884. — Kritische Bemerkungen zum Wortlaut der 
Emunot wedeoth. Mag. XV, 123, 160; XVII, 280. — Zur Erklärung 
zweier Misclma Stellen. MS XXXIX, 63-79. — Dichter und Patriot. 
Eine Studio über das Leben und die Werke des berühmten italienischen 
Dichters David Levi. Trier 1896. — Zwei autogrnphische Urkunden 
von Moses und Abraham Maimüni. MSXLllI, 8—13. — Textkriti.sche 
Bemerkungen zum 4., 5. und 6. Kapitel der Emiinot wedeoth. Kaufmann 
Gedenkbuch, 210. Breslau 1900. — Einige IVedigtcu und Aufsätze in 
Bivista israclitica. 

Marx, Victor, geboren in Homburg v. d. H. ls72, im Seminar 
1893—98, 1899 Rabbiner in VVesthofen (Elsass). 

Publ.: Die Stellung der Frauen in Babylonien gemäss den Kon- 
trakten ans der Zeit von Nebukadnezar Itis Darius (604-4H5). (Disser- 
tation.) In Beiträge zur Assyriologie und semitischen Sprachwissen- 
schaft IV. — Mehrere Artikel in der Allgemeinen Zeitung des Juden- 
tums. 

May, Isidor Joseph, geboren in Grosszimmern (Hessen) 1842, 
im Seminar 1862 — 63. 

May bäum, Siegmund, geboren in .Miszkolz 1844, im Seminar 
1866 — 71, 1870 Rabbiner in Also Kubin, 1873 Rabbiner in Saaz 



— 182 — 

(Böhmen), 1881 in Berlin, 1888 Dozent an der Lehranstalt für die 

Wissenschaft des Judentums in Berlin. 

Publ.: l>lc AiUhroiKmioritliieii und Aiithrupo|ialliien lei (Mikchts 
iiiul den späteren Targiimim. JBrcslaulHTO. (GekröntePreisschrift.) — Übci- 
das Targuin zu eleu Sprüchen. Merx' Archiv 1875. — Die Entwickcliiii;; 
lies isi'acl. rriesterhuns. Ein Beitrag zur Kritik der mittleren Bücher 
d;^s Pentateuch. Breslau 1880. — Die Entwickehmji; des isnvelitischen 
rroitheteutiiiiis. Berlin 1883. — A nö lUli'tsa a bibliai «ikoiban. (Die Hand 
der Frau im bibl, Altertum.) MZS 1, 417-12;}, 488-493. - Job Könyve. 
])as. IV, 1 — 3, 6.5—73, 20.5—209. — .1 üdisclie Homiletik, nebst einer Auswah I 
von Texten und Themen. Berlin 1890. - Eiitwurl' einer (leutschen Haggada 
für den liänsliclien (iottesdienst am Vorabend des Pessacli festes, vor- 
gelegt der Rabbiner- Versammlung (1891). Berlin 1891 u. 2. Aufl. 1893. 
Abraham .lageis Kateohismns l^ekacli Tob., X. Jahresbericht der Lehr- 
anstalt für die Wissenschaft des Judentums. Berlin 1892. — Predigten. 
1. Teil. Casualreden. Berlin 1892. — Zunz Lipot Eleteböl, Evkönyv I, 
179 — 188. — Predigten. II. Teil. Predigten und Schrifterklärungen. 
Berlin 1895. — .Methodik des jüdischen Religionsunterrichts. Breslau 1896, 
— Die ältesten Phasen in der Entwickelung der Jüdischen Predigt. 
XIX. Bericht für die Lehranstalt. Berlin 1901. — Die Zerstörung des 
Tempels und des Prophetenhauses zu Silo. Zeitschrift für Völker- 
psychologie und Sprachwissenschaft XXVII, 290 — 315. — Zahlreiche 
Predigten. 

Mendelssohn, Samuel, geboren in Krotoschin 1868, im 
Seminar 1887—88, Dr. med., Arzt in Glogau. 

Mendes, Frederic de Sola, geboren in London, im Seminar 
1870 — 73, 1874 Prediger der Synagoge Schaare Thephila in New- 
^'ork, jetzt daselbst Rabbiner der Westend-Synagogue. 

Meseritz, Samuel, geboren in Lissa (Posen) 1842, im Seminar 
1859 — 62, Lehrer an der Gemeinde-Mädchen- Schule in Berlin. 

Meyer, Baruch, geboren in Mühlheim (Baden) 1845, im Seminar 
1867—1872, Bezirksrabbiner in Bühl (Baden). 

Meyer, Eugen, geboren in Ingenheim 1867, im Seminar 1S86 
bis 1898, 1899 Rabbiner in Zweibrücken. 

Publ : Der Philosoph Franz Hemsterhius. Breslau 1893. — 

Mehrere Predigten. 

Meyer, Israel, geboren in Mühlheim (Baden) 1846, im .Seminar 
1865—71, 1870 Rabbiner in Meisenheim, 1879 in Zweibrücken, 
starb daselbst 1898. 

Meysels, Isaac Simches, geboren in Manchester (England) 
1844, im Seminar 1866, zur Zeit Stiftsrabbiner in London. 

Michaelis, Samuel, geboren in Chodziesen (Kolmar i. P.) 1839, 
im Seminar 1855 — 66, Prediger in Cölhen, 1870—74 Rabbiner in 
Schwerin a/W., starb in Berlin. 



183 



Mittelmann, Aton, geboren in Brzezany 1856, im Seminar 

iss: .s6. 

Morgenstern, Abraham, geboren in Mährisch- Weisskirchen 
1869, im Seminar 1889 — 93, Rabbiner in Jamnitz (Mähren). 

Publ.: (ircj^iniiis AlmHarii;;, genannt Har-IIebraeus, Schollen 
zum Buche der Könige, h«.'rausgeguben mit Noteu und Anmerkungen. 
(Dissert.) Berlin 1895. 

Mühlfelder, Joseph Jacob, geboren in Bauerbach (Meiningen) 
18 14, im Seminar 1867 — 68, jetzt Rabbiner in Chemnitz, 

Publ.: Ilaldl, ein Lebensbild. Leipzig 1871. — on'enei' Brief 
iiii tieii Oberpfarrcr l>r. (irau in riicinnitz. Chemnit/ I89.Ö. 

Mühsam. Eduard, geboren in Creuzberg 1840, im Seminar 
1855—57, starb als Sanitätsrat in Berlin. 

Münz, Lasar, geboren in Tarnow 1837, im Seminar 1860 
bis 1861, 1877 Rabbiner in Kempen (Posen). 

l'ul)].: Drei Reden politischer Tendenz. Breslau 1879. — 
HoIi;;iösc Zeilfraireii. Berlin 1887. — Rabbi Eleasar, genannt Schemen 
Kokcacli. Eine Lebensbeschreibung. Trier IS'.tö. — -,j... n-i^i Ein 
Buch für die jüdisclie Ehefrau. Frankfurt a. M. 1905. — Mehrere 
Predigten. 

Münz, Wilhelm, geboren in Tarnow 1857, im Seminar 
1878-84, 1884 Rabbiner in Gleivvitz. 

Publ : nie Grundlagen der Kanischen Erkenntnistheorie. Eine 
Einführung m die Kritik der reinen Vernunl't. Breslau 18H5. — 
Hitualmord und Eid. Ein offener Brief an den Reichstagsabgeordneten 
Herrn Liebermann von Sonnenberg. 4. Auflage. Gleiwitz lii02. — 
Es werde Licht! Eine Aufklärung über Bibel und Babel. Breslau 1903. 

Nascher, S., geboren in Baja (Ungarn) 1840, im Seminar 
1861 — 65, 1866 Prediger des Vereins Schochare tob in Berlin, 
lebte später in Baja und wurde daselbst am 25, Juli 1901 begraben. 
Publ.: über jüdische Kanzel-Exegese. Ben Chananja IX. 50() iV., 
518 ff"., yP.lff".. — Der (iaon ll;ija. Ein Beitrag zur Entwickelungsgeschichte 
der semitischen Sprachforschungen. Berlin ISt.w. — Die Sentenz bei Juden 
und .\rabern. Eine vergleichende Studie. Berlin 1868. — Berliner 
Zeitung des .Judentums. 1870. — Einiluss der deutsclien Philosophie 
iu\i' die \'olksbildung. Berlin 1872. — Das .liidcntinn der Aufklärung. 
Ilt'ilcn für die Ciebildetcn aller Konfessionen. Magdeburg IsTt). -- 
Wie jüdische (iemeindc in ilwer Vergangenheit, (iegenwart und Zukunft. 
Reden für Freunde religiöser Kultur und Freiheit. Berlin 1877. — 
Moses Nascher, Oberrabbiner in Baja Eine e.xegetische Monographie. 
Berlin ls7'.t. — Der Gaon von Wilna als talmudischer Forscher. Lbl. 
XXII, 5<3, 73. 81, 100. — Ibertragungen aus dem Talmud. 
BrüUs popululärwissensch. Monatsbl. XV, 110. — Mehrere Predigten, 
zaMreiche Rezensionen im Lbl. 



— 184 — 

Nathansohn, Hugo, geboren in Beuthen a/0. 1881, im 
Seminar 1900—1902. 

Neubürger, Jacob Immanuel, geboren in Oehringen (Bayern) 
1846, im Seminar 1867, 1871 Rabbiner in Fürth. 

Pub!.: Notiz über die Gesclüclite des R. Hirsch .Tanow in 

Fürth. MS XXII, 191 — 102. — Zur Gesfhichte der Aufstände der 

Juden unter Trajan und Hadrian. Das. XXII, 385-397, 433- 145, 

.529-536. - Onkelos und die Stoa. Das. XXII, 5GG-b68. XXIII, 49. 

— Mehrere Predigten. 

Neu mann, Jacob, geboren in Preussisch-Friedland 1876, im 
Seminar 1894—1901, studiert Zahnheilkunde. 

Publ.: Der l'entateuch-Konimentar des Joseph Beclior Schor zum 

Buche Numeri. (Dissertation.) Breslau 1899. 

Neumann, Jonas, geboren in Gleivvitz, im Seminar 1862 bis 
1863, jetzt Sanitätsrat in Berlin. 

Neumann, Joseph, geboren in Lustenic (Böhmen) 1874, 
im Seminar 1892. 

Neustadt, Heimann, geboren in Deutsch-Krone 1846, im 
Seminar 1862—71, gestorben als Lehrer der jüdischen Schule in 
Chodziesen am 22. Juni 1874. 

Nussbaum, Isaak, geboren in Kempen (Posen) 1883, im 
Seminar seit 1903. 

Oppenheim, Berthold, geboren in Eibenschütz (Böhmen) 
1867, im Seminar 1884-89, Rabbiner in Olmütz. 

Publ.: Die syrisclie Übersetzung des 5. Budieä der Tsalmeru 

(Psalm 107—150) und ihr Verhältnis zu dem massoretischen Texte in 

den ältesten Übersetzungen, namentlich den LXX Targum. 

(Dissertation.) Leipzig 1891. 

Oppenheim, Joachim, geboren in Jamnitz (Mähren) 1848, 

im Seminar 1867, Rabbiner in Carlsbad, seit 1882 Sekretär der 

Kultusgemeinde in Brunn. 

Publ.: Grabrede auf Rabbiner David Oppenheim. Brunn 1876. 

Olschwanger, Samuel, geboren in Tauroggen (Russland) 

1846, im Seminar 1864-66. 

Peritz, Moritz, geboren in Breslau 1858, im Seminar 1877 

bis 1884, 1883 Rabbiner in Liegnitz. 

Publ.: Sefer ha-mizwoth. Das Buch der Gesetze von Moseh ben 
Maimfin (Maimonides) im arabischen Urtext nebst der hebräischen 
Übersetzung des Shelomoh ben Joseph ihn Ajub zum ersten Male 
herausgegeben und mit einer deutschen Übersetzung und Anmerkungen 
versehen. Teil I. Breslau 1882. — Ein hebräischer Brief Elijah Levitas 
an Sebastian Münster, nach der von letzterem 1531 besorgten Ausgabe 
desselben aufs neue herausgegeben und mit einer deutschen Übersetzung 



— 185 — 

und Anmerkungen verschon. MS XXXVIIl, 2'i2 2<;7. Kin Bruchstiirk 
aus .1 'hudall Hajjugs arabischem Werke über die liebräischen Zeitwörter 
mit schwachen Stainmlauten, zum ersten Male im Urtexte herausgegeben, 
übcrsel/t und erläutert. ZATW XIII, ItJÜ- 222. - Buch IV der 
Version arabe du rentateu.|ue de R. Saadia ben Joseph al-Fajjoümi, 
revue, corrigt-e et accompagnt'c de notes hebrai'<|ues avec «luebiues 
i'ragments de traduction Iraccaise dapres laiabe i)ar J. Derenbourg. 
Paris lHit3, — Zwei alte arabische Übersetzungen des Buches Euth. 
Zum ersten Male herausgegeben und mit Anmerkungen versehen. 
(S. A. aus MS XLlll, lO-On, 118-11»;, 145-148, 21U-217, :jy7-341, 
401-408, 450-4(;0.) Berliu 1!)0>. 

Peritz, Meyer, geboren in Breslau 1^62, im Seminar \H7^) 
bis 1N80, jetzt praktischer Arzt und Zahnarzt in Breslau. 

Perl, Samuel, geboren in Ternofka (Mähren) 1839, im 
Seminar 1854—56. 

Perle, Moses, geboren in Lomza (Russland) 1853, im Seminar 
1871—72. 

Perles, Felix, geboren in München 1874, im Seminar 1893 
bis 1895, Rabbiner in Königsberg i. Pr. 

Publ.: Analekten zur Textkritik des alten Testaments. 
München 180."). — Zur alt hebräischen Strophik. Wiener Zeitschrift 
l'ür die Kunde des Morgenlandes. X, 10.]. — Notes criti<|ues sur le 
texte de TEcclesiastiiiue. RKJ XXXV, 48— »U. — A. E. Coivley and 
Ad. Xeitbauet: The original Hebrew of a portion of Ecelesiasticus 
(XXXTX 15. XLIX 11). Oxford 18!t7. Wiener Zeitschrift für die 
Kunde des Morgenlandes. Bd. XI. üö — ]03. — Zur Erklärung der 
i'salmen Salomos. S. A. aus der orientalistischen Literaturzeitung. V. 
Berlin ]'MJ2. — Zur Geschichte der Abbreviaturen im Hebräischen. 
Archiv für Stenographie. LIV. 41 — 4S. — Was lehrt uns Haniaok? 
Frankfurt a. M. 1002. — Boiissets Rcli;;ioii lies .hulenlums im ncii- 
testainentliclien Zeitalter kritisch untersucht. Berlin 1003. 

Perles, Joseph, geboren in Baja (Ungarn) 1836, im Seminar 
1855—1862, 1862 Rabbiner der Brüdergemeinde in Posen, 1871 
Rabbiner in München, gestorben daselbst 4. März 1894. 

Publ.: Über den Kommentar des B. Moses ben Nachmann 

zum Pentateuch. (Gekrönte Preissrhrift.) MS VII, Sl— !t7, 1 17— 130. 

— Mcletomata re?('hittlioniaiia. Breslau 185!». — Die reschiltlio des 
alten Testamentes. Ben Chananjall, :J71-:378. - c;c;nMS VIlI,:!l;i-320. 

— Beiträge zur talmudischen Sprachforschung und Altertumskunde. 
Ben Ghananja II, 467—468. III, 81. — Na<hträge über Rabbi Moses 
bon Nacbmann MS IX, 175—105. — Die jüdische Hochzeit in nach- 
biblischer Zeit. Das. IX, 330— 3G0. — Chrysostomus über die .luden. 
Ben Ghanan.ja III 5fi9 — 571. — Die Leichenfeierlichkeiten im nach- 
biblischcn Judentume. Eine archäologisclie Studie. MS X, 345—355, 
376—394. Auch in englischer Übersetzung in den von der American 
Jewish Publicatiou Society herausgegebenen Hebrew-Gharacteristics. 



— 186 — 

New- York 1875. — Salonio bcii Abraham Iton Aderclh. Sein Leben 
und seine Schriften nebst handschriftlichen Beilagen. Jkeslau 1863. 

- (lescliichte der Juden in Tosen. MS XIII, 281— 2l»5, 321-;}34, 
;!Gl-373, 411-420, 449-4G1. XIV, 81-03, 121-136, 1<;5-178, 
20,)— 216, 256—263. — Zu dem .Chaldiiischeu Wörterbuch" von 
Dr. J. Levy. Das. XV, 148-153, XVI, 2<J7— 303. — Die Judenverjagung 
aus Prag 1744. Das. XV, 231—232. - Urkunden zur Geschichte der 
jüdischen Provinzial-Synode (n^"iK 'T 1K 'J ) in Polen. Das. XVI, 
108-111, 152-154, 222-226, 304-308, 343-348. — David Cohen 
de Lara's rabbinisches Lexikon Kheter Khehuiinah. Das. XVII, 
224-232, 255 — 264. — Die Leichenverbicunuug in den alten liibcl- 
vcrsionen, exegetische Xotiz. Das. XVIII, 76—81. — A. Stein, 
Talnntdi-clie Terminologie. Prag 1869, Das. XVIII, 473— 477. — 
tl. Vveiiilenthal, Die Flavius tlosephiis heif/elegte Schrift ilhev 
die HerrscIiatY der Vernunft, Breslau 1869. Das. XVIII, 182— 1.S7. -~ 
Ethj'mologischc Studien zur Kunde der rabbinischen Sprache und 
Altertumskunde. Das. XIX, 210—227, 253-267, 310- 32G, 375-384, 
415_431, 457—478, 493-524, 558-567. — Eroge ('Eoofr;) bei 
Josephus Antiquitates IX, IG, 4. Da?. XIX, 331—332. — Thron und 
Zirkus des Königs Salomo. Aus einer Handschrift der kgl. Hof- 
bibliothek zu München mitgeteilt. Das. XXI, 122—139. S.A. Breslau 1872. 

— Rabbinische Agadas in 1001 Nacht. Ein Beitrag zur (beschichte 
der Wandlung orientalischer Märchen, MS XXII, 14—34, Gl- 85, 
116—125. — Zur rabbinisclien Spruch- und Sagenkunde. Breslau 1873. — 
Das Memorbuch der Gemeinde Pfersee. MS XXII, 508—515, 572. — 
Die in einer Müncheuer Handschrift aufgefundene erste lateinisclie 
Übersetzung des Maimonidlschen Führers. Das. XXIV, 9—24,67 — 86. 
99—110,149—159, 203—218,261—268. — Bibliographische Mitteilungen 
aus München. Das. XXV, 350—375. — Ein Brief von Zacutus Lusitanus an 
Caspar Barlaeus, Das. XXV, 43 — 44. - Das Buch Arügath ha-Bosem des 
Abraham ben Asriel. Das. XXVI, 360-373. S. A.Krotoschin 1877. — Eine 
hebräische Handschrift der fürstl, Öttingen-Wallersteinschen Bibliothek. 
MS XXVII, 317-324. — Kalonynios ben Kalonymos Sendschreiben 
an Josef Kaspi. Aus Münchener Handschriften zum ersten Male 
herausgegeben. Als Festschrift zur Feier des 25jährigen Jubiläums 
des jüd.-theol. Seminars zuBreslau 1879. — Zur Geschichte der Juden in 
Frankfurt a. M. MS XXXVIII, 28G-288. — Lber Herders Verhält- 
nis zum Judentum. Lbl IX, 55. — Grilnhatitn, M., jüdisch- 
deutsche Chrestomathie. MS XXXI, 128—138. — Etudes talmudiques 
REJ III, 109 ff. — Beitrcäge zur (beschichte der hebräischen und 
aramäischen Studien. München 1884. — Über Ktarnnci:. MS XXXV. 
231—232. — Les savants juifs a Florence ä Tepoque de Laurent de 
Medicis. EEJ XII, 244—257. — Die Berner Handschrift des kleinen 
Aruch. Graetz, Jubel Schrift 1, 1—38. 1887. — Ahron ben GersonAboulrabi. 
REJ XXII, 246—269. — La legende d'Asnath. Das. XXII, 87—92. 
Eszrevetelek a maszorahoz. MZS VIII, 358-359. — Asnäth Diua 
leanyanak es Jöszef felesegenek mondäja. (Sage von Asnath, der 
Tochter Dinas und der Frau Josefs.) Das. VIII, 249—253. — Regi 
tevedesek (alte Irrtümer). Das. IX, 653-654. — Egy magyar Helynev. 
MS IX, 39"^. — Die Blutlüge, ein Corruiitel. Lbl. XXI, 66. — Beiträge 



— 187 -- 

zur ral.l.iniscl.en Sprarh- und Altertumskunde. MS XXXVTI, »i-U, 
f;4 GS lll-llf., 171- IT<), 350 37H. - .lädisch-byzantini.scbe lie- 
.iehunKen. Byzantinische Zeitschrilt II, 5.;'..-5Hl. - ITeaigten. Aus 
dem Nachluss. München Is-...;. _ Zahhoiche IVeai,i..u und Aulsätze 
im Wiener Jahrbuch. 

Herlitz. Gabriel, geboren in Smichow bei Prag 1S39, im Seminar 
ISCV' -70 1872 Rabbiner in Kiattau (Böhmen), l-S^l in Xakel. 

' l'ubl: Philosophische Ansichten H.n-Eras. Ben Chauanja 
l8t;T No '''>u '^3 ^ lim Esra und Sadias hinsichtlich der pliilosophiscli- 
dogmatischen Exegese. (In Sounenscheins homiletischer Monats- 
schrift Pra- 18<;h.) - Immortellen aus Bibel und Talmud. Neuz.it 
1H78 No ]5-''0 - Der Wucher der Juden im Mittelalter von einem 
König geregelt und verteidigt. Lbl XIII 178-79. - I^^^'^' ^^^J;;;- 
Charakter- u. Lebensbild eines palaslinensischeu Amoraers. MS A.v.v\ i, 
60-88 110-126,177-183, 269-274, 310-320. - Zahlreiche Predigten 
und Auisätze teils in Zeitschriltcn, -teils separat im Druck erschienen. 

Pessen, Eugen, geboren in Rautenburg l-SSl, im Seminar 
1901-03. 

Pick, Adolf, geboren in Schildberg 1S51, im Seminar 1S67 
bis 1871, gestorben in Berlin als Bibliothekar der jüdischen Lese- 
halle am 26. Mai vm. 

Pick, Seligmann, geboren in Polnisch-Krone 1857, im Seminar 
lH-9-^1, 1892 Rabbiner in Marienburg, 1897 in Strassburg i. Wesl- 

Preussen. . . , 

Pub! • Das »liille Kai.itel der Kla-eliedcr in seinem spiacli- 
lidiCM Verhältnis /.u den Wcissaj;unj;en .lercmias. (Disscrt.) Breslau 18SH. 

Pinczower, Rüben, geboren in Nikolai 0-S. 1844, im Seminar 
iy53_-69^ Dr. phil., Lehrer in Frankfurt a. M. 

Pinkuss, Hermann Israel, geboren in Nikolai 0-S. 1867, im 
Seminar 1886-96, 1894 Hilfsprediger und Religionslehrer m Breslau, 

P^OO Bezirksrabbiner in Heidelberg. 

Publ.: J)ie syrische Übersetzung »1er l'roverbien textkntisch 

und in ihrem Verhältnisse zu dem masoretischen Text, den LXX und 

demTargum untersucht". (S. A. aus ZATW, XIV, S. 65-222). Giessen 

]ft94. _ B('zcnsioneu in der MS. 

Pinner, Adolph, geboren in Birnbaum 1842, im Seminar 

1858-63, Geh. Regierungs-Rat, Professor an der Universität in Berlin- 

' Publ.: Lehrbuch tler organischen ( hemie. 1. Autl. 1872, 

10. AuH. 1894. - Lehrbach der anorganischen Chemie, l. Autl. lHr4. 

10. Aufl. 1898. 

Polenar, Benno, geboren in Amsterdam 1842, im Seminar 
1859—62, Kaufmann. 



— 188 - 

Po Hak, David, geboren in Neuhiiusel (Ungarn) 1845, im 
Seminar I8(i5— ö6, 1S71 Rabbiner in Wieselburg (Ungarn), studierte 
dann Jurisprudenz und starb am 29. Februar 1876 in Wien als Dr. jur. 

Pomeranz, Marcus Hirsch, geboren in Wilna 18-11, im 
Seminar 1876—80, 1881 Rabbinats- Adjunkt in Odessa. 

Pabl,: Cber Speisen und Getränke der l'rsemiten. Eine spmcli- 
vergleichendc Studie. Breslau 1880. 

Popper, Moritz, geboren in Lusche (Böhmen) 1867, im Seminar 
1889—93, starb in Prag am 20. Dezember 1895. 

Publ.: Aus Inschriften des alten Prager Jadenfriedhofes. 
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland, V, 348-.S7.^. 
— Die Privilegien der Juden in Lüben. MS XXXIX, 117—120. — Zur 
Geschichte der Juden in Kolin. Das. XXXVIII, 219-236. — Beiträge 
zur Geschichte der Juden in Prag. Das. 371- 79, 414—21, 467—72. 

Porges, Nathan, geboren in Prag 1846, im Seminar 1865—74, 
1874 Rabbiner in Nakel, 1878 zweiter Stadtrabbiner in Mannheim, 
1879 Rabbiner in Pilsen, 1882 in Carlsbad, 1888 in Leipzig. 

Publ,: Über die Verbalstammbildung in den semitischen Sprachen. 
Wien 1875. — R. Samuel b. Meir als Exeget und die erste kritische 
Ausgabe seines Pentateucli-Kommentars. MS XXXIf, 161 — 182, 217 
bis 228. — Neue Beiträge zur Text-Kritik des Pentateuch- Kommentars 
des R. Samuel b.Meir. Das. XXXII, 271-282, 283-28.5. - Bacher, W., 
Die grammatische Terminolof/ie des Jmla b. David Ilajjüff. 
Das. XXXII, 285—288, 330—336. — Saadias Kommentar zu Daniel Das. 
XXXIV,63— 73.— Der Buchstabe Ibei Menachemb.Saruk. Das.XXXIV, 
93 - 96, 1 10 - 113. — Bruchstücke einer hebr. Übersetzung des Buches über 
die schwachlautigen Verba von Chajug. Das. XXXIV, 321—331. — 
Les signes mnemoniques des lettres radicales et serviles, EEJ XVJ, 
286. — Une mischna mal comprise. Das. XX, 307, XXI, 278. — La 
querelle de Menachem ben Sarouk avec Dounasch ben Labrat. Das. 

XXIV, 144, — Note sur l'ouvrage Horayot Hikore apporte de Jerusalem 
ä Mayence. Das. XXIII, 303. — Les relafions hebraiqaes des 
jxrsecutions des Jtiifs pendant la premiere croisade. Das. 

XXV, 187, XXVI, 183. — Le poeme d'Elia Bachour. Das. XXVII, 276. 

— Texte de la lettre adressee par les Frankistes aux Juifs de Boheme. 
Das. XXIX, 282. — Eckstein, A., Geschichte der Jaden im 
ehemalifjen Fürstbistum Bamberfß. MS XLII, 475—479. — 
Bacher, W., Die älteste Terminolor/ie der Jüdischen Schrift- 
ausleguufj. Das. XLIV, 186—192. — Eacore le nom Apiphior. REl 
XXXV, 111. — über die Echtheit der dem Dunasch b. Labrat zu- 
geschriebenen Kritik gegen Saadja. Kaufmann Gedenkbuch 245, 1900. 

— Zur Frage der Echtheit von Dunaschs Kritik gegen Saadja. MS 
XLVI, 141—153. — Der hebräische index expurgatorius pipl."! "lED. 
Festschrift zum 70. Geburstage Berliners. Berlin 1903. — Mehrere 
Predigten, zahlreiche Rezensionen im Lbl, in der MS, in der REJ, in 
ZDMG und ZfhB. 



— 18Q — 

Posnanski. Ad(Mf, geboren in Raziazek 1854, im Seminar 
1879-89, 1889 Rabbiner in ReichenberK. 1890 in Pilsen. 

Publ.: i'lter tlie reli;;ionsiilnlosoi>liischcn Ansiliaiiiingcii des 
Flaviiis Josepiiiis. (Dissert.) Bn-slau 1887. - Scliiloli. Ein Beitrag zur 
Geschichte der Messiaslehre. Lei]»zig 1904. 

.Posner, Leopold, geboren in Minsk 1849, im Seminar 1867-^)8. 

Posner, Salomon, geboren in Konin (Russ.-Polen) 1867, im 
Seminar bis 1895, 1895 stellvertretender Rabbiner in Danzig, 1896 
in Karlsruhe i. B., 1902 Rabbiner in Kollbus. 

Publ,: Ulis Tiu';,'um Hiselion zum hililisduMi liiicli Estlicr. 
(Dissert.) Breslau 189(;. 

Posner, Siegmund, geboren in Strassburg i. E., l.s8'J, im 
Seminar seit \\K)'2. 

Prag er, Isaac, geboren in Lendzin 1847, im Seminar 186*-' 
bis 1877, 1877 Direktor der Religionsschule in Hannover, 1880 
Direktor des Lehrer-Seminars daselbst, 1885 Landrabbiner in Cassel. 
Publ.: ilier das Verliiiltuis Fl. Josephiis zur Zelolenpartei beim 
Ausbruch des jü.l. Krie-es. Breslau 1873. De vcteris Testaiucnü 

versione syi'iaca ([uam l'escliittliü \«cant quaestioucs crilicae. I. (Disser- 
tation). G.-.tt Ingen 187.5. - Zur Redaktion des Targum Onkelos. 
.Tahresbericht der Religionsschule in Breslau. Breslau 1&76. — Mehrere 
Abhandlungen in den Programmen der jüdischen Religionsschule. 

Prossnitz, Moritz, geboren in Wien 1899, im Seminar 188^ 
bis 1894, Rabbiner in Mährisch-Schöneberg. 

Rahmer, Abraham, geboren in Rybnik O/S. 1839, im Seminar 
1854—59, Kaufmann in Berlin. 

Publ.: D^a-n nm bv mjnn Herausgegeben von A. R. Thom 1860. 

Rahm er, Moritz, geboren in Rybnik O/S. 1838, im Seminar 
1854—^2, 1862 Rabbiner in Thom, starb am 2. März 1904 als 

Rabbiner in Magdeburg. 

Publ.: rber die Klnleitung zu Maimonidos' Misclinakoinnientar. 
((bekrönte Preisschiift). Breslau ISO). - Die hebräisclieu Traditionen, 
in den >Verken des Hieronynuis. Durch eine Vergleichung mit den 
jüdischen (Quellen kritisch beleuchtet. I. Teil: Die „(,)uae8tiones in 
Genesia". Voran geht als Einleitung: Hieronymus und seine jüdiscben 
Lehrer. Breslau 18f,l. — Die Notwendigkeit der Elementarschule 
neben der Religionsschule in der jüdischen Gemeinde. Jahrbuch 
IJüchner XXII, 12.Ö. Univers, israelite XXIV, 671. - Die hebräischen 
Traditionen u. s. w. IL Teil: Die (^uaestiones in libros Regum (Ren 
Chanan ja) 1864. —Rechtsirrtümer bei dem .Tudeneide in Preus.-^en. 
Hillbergs Monatsschrift T, 76. 86, 334, 339. - Die hebräischen Traditiouen 
U.S.W. 111. Teil: Die (^laestiones in libros Paraiipomenon. Thom 1866. 
- Dil' lu'i.räischen Traditionen u. 9. w. IV. Teil: Commentarii in 
Hoseam. MS XIV, 216-224, 460-470; XVL 103-108: XVII, 419-427. 



— 190 — 

— Eine alte Tradition über die Anzahl der eigentlichen Oottesnamen. 
MS XIX, 183- 187. — Das Erdbeben in den Tagen Haias. Das. 
XIX, 241—252, 289-297, 549—558. — Das Jüdisclie Liteialiirblatt. 
Leipzig 1872—95, 1897—1902. — Die israeliliscln' AVodiensclirirt. (Mit- 
redaktion seit 1872; nbornahmo der alleinigen lledaktion 1878-1895). 

— Über das Alter der Gebetformol nVYCn fniDn Lbl T, 7. — Die 
Freiheit und das Judentain. Dos. I, 45, 49. — Die Darwinsche 
Theorie nnd die Religion. Das. 1, 61, 65. — Schicksale des 
Talmud in der Zeit vom 13.— 10. Jahrhundert. Das. H, ]5. - 
n'^:ip nSen Hebräisches (ielietbuch für die israelilische Jugend 
zum Übersetzen eingerichtet, und mit Vokabularium und Grammatik 
versehen. V. Auflage 1874. VI. Auflage. Frankfurt a. M. 1890. — Sprach- 
liche Gewinne aus den Keilinschriften für das Hebräische. Lbl. III, 34. 

— Archäologisches aus und über Palästina. Das. IV, 14. — Bibel und 
Geologie. Das. IV, 30, 79. — Hebräische Traditionen im Bibelkom- 
mentar des Hieron3^mus. Lbl IV, 1, 21; V, 3. — Jsraelitisches Predigt- 
niagazin. I. — XIT. Jahrgang 1875. ff. — Über die Namen „Makkabäer" 
nnd „Hasmonäer". Lbl V, 95. — Über die zum Minjan erforderliche 
Personenzahl. Das. VI, 5. — Eine ästhetische Massora. Das. VI, 31. 
Der Israel. Monotheismus. Das. VIII, 8. — Isaak Misses. Das. XII, 
37—39. — Moritz Steinschneider. Eine literarisch-historische Skizze. 
Das. XV, 49, 53. — Haggadische Aualekten aus dem pseudo-hierony- 
mian. Quaestionen. Graetz' Jubelschrift I, 314 Breslau 1887. ~ Zur 
Erinnerung an Leopold Kompeit. Lbl XVI, 67 — Jüdische Kalender. 
Das. VII, 143. — Zur Rätselkunde. Das. XXI, 51. — Heidnische, 
jüdische und moderne Grundsätze, Das. XXIII. 9. — Die hebr. 
Traditionen in den Werken des Hieronymus, IL Teil und Nachtrag 
dazu. MS XLI, 625-639, 691-692. Das. XLII. 1 — 16,97-107. Auch 
bes. erschienen nebst Forts. Berlin 1902. — Welcher biblische Orts- 
name ist „Cedson" im Onomast icon des Hieronymus? MS XLII, 193 
bis 199. — Hebr. Schreib-Lese-Fibel. Frankfurt a. M. — ^13X ts^n 
Jüd. -deutsche Vorschriften. — Zahh'eiche kleinere Artikel und Rezen- 
sionen im Lbl, mehrere Predigten. 

Rau, David, geboren in Preussisch-FViedland 18()1, im Seminar 
1884-93, 1891 Rabbiner in Pless O/S. 

Ravvicz, Victor Meyer, geboren in Breslau 1846, im Seminar 
1863 — 75, 1874 Rabbiner in Kempen (Posen), 1876 in Kippenheim, 
jetzt Bezirksrabbiner in Offenburg (Baden). 

Publ.: Der 45. Psalm. Lbl VI, 197. — Der Talmud-Traktat 
Me,2;illah (."ib'JSi 'DÖ) nebst Tosaphoth, vollständig ins Deutsche über- 
tragen. Frankfurt a.M 1884. — Der Talmiul-Traktat „R«sch Ha-Scbana" 
(n3'ii?n rX"i 'DÖ) mit Berücksichtigungder meisten To-a])hoth, insDeutsche 
übertragen. Frankfurt a, M. 1886. — Der Talmud-Traktat Sanhedrin 
ins Deutsche übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen. 
Frankfurt a. M. 1892. — Der Traktat Kethuboth ins Deutsche über- 
setzt nnd kommentiert, Frankfurt a. M. 1898/190). ~ Zahlreiche 
Rezensionen im Lbl. 



— 101 — 

Reach, Julius, geboren in Prag 18^/\ im Seminar ;8S8— 1900, 

1898 Rabbiner in Raudnitz (ßr.hmen). 

Publ.: IMc Sehirin der Mjissoreteu \oii Tibcrias. (Dissertation). 
Bn-slau 1895. 
Redisch, Heinrich, geboren in Brunn 1.%^, im Seminar 1887 

bis 1«94, Religionslehrer in Brunn. 

]'ubl.: Einiges zur Kalenderkuiulc. MS XXXVJII, 207-272. 

RaigrodsUi, Bernhard, geboren in Suwalk (RusslanJ), im 
Seminar 1873. 

Reiss, Jacob, geboren in Nikolsburg 184.S, im Seminar 1868 
bis 1876, 1876 Rabbiner in Also Kubin, 1882 in St. Peilten, dann 
in Kuttenplan (Böhmen), jetzt Religions-Professor in Wien. 

l'ubl.; Das Targnm sclieui zu dem Buche Esther. Verhiiltnis 

des edierten Textes desselben zu dem eines handschriftlichen Codex. 

MS XXV, 161-169. 276-284, 398—406. - Zur Textkritik des Targum 

sclieni zu dorn Buche Esther. Das. XXX. 473—477. 

Richtmann, Josef, geboren in Hommonau 1880, im Seminar 
1903. 

Rieger, Paul, geboren in Dresden 1870, im Seminar 1889—94, 
1896 Prediger in Potsdam, P^02 in Hamburg. 

Publ.: Versudi einer Tcilinologie und Terminologie der Uanduerke 

in der Misolina. I Teil. Spinnen. Färben, Weben. Berlin 1H94. ^ 

(ieschidile der Juden in Rom. Herausgegeben im Verein mit Dr 

H. Vogelstein. 2 Bde. Berlin 189-0/96. 

Rippner, Benjamin, geboren in Lissa (Posen) 1842, im Seminar 
1859—69, 1872 Rabbiner in Glogau, starb daselbst am 27. November 
1898. 

Publ : Elia del .Medigo, ein jüd. Popularphilosoi)h. MS XX, 
481-494. - Herder's Bibelexegese. Das. XXT, 16-37. — Über die 
Ursprünge des Philonischeu Logos. Das. XXI, 289-30.0. — Salomon, 
Ludwig Steinheim. Das. XXT. 347-357, 395-407, 456-463, 510 bis. 
.515 537— .544; XXII, 1 — 14. — Zacharias Frankel. Ein Lebensbild 
Das. XXIV, 145— 14S. — Moses Mendelssohn. Lbl VIII, 121, 12.5, 129 
- Unsere falschen Freunde. Das. VIII, 153 - Professor Graetz und 
seine Gegner. Das. IX. 17. - Was heisst national? Das IX, 23. - 
Zum siebzigsten Geburtstag des l'rolessor H. Grätz. Das. XVI, 151. 
155, 169. Pop.-wissensch. Monatsbl. VIT, 218. 241. — David Fried- 
Ulnder und Probst Teller. Graetz Jubelschrift 1, 162 Breslau 1887. — 
Eine Rundschau über Antisemiten und Philosemiten. Lbl XXIII. l. 
^ Moses Mendelssohn und sein Zeitalter Das. XXIIL 125. 129, 133. 
137, 141. 14.5. 149, 153, 157, 161, 167, 171, 17.5, 179, 183. 187, 191, 19.5. - 
David FriedliindcT. Das. XXIIL 199, 2(i3. - l'redi-ten, l?efrachtun-en und 
aus<;ewälllte Gebete. Aus seinem Nachlass zusammenLcestellt vn Dr. 
B. '^facob. Berlin 1901. — Israeliljsches (lelielbuch für Werklaije 
Sahbath und Feste, (ilogau s. a et. 1. - Zahlreiche Rezensionen im Lbl 
(teils mit Z gezeichnet) und iui Mag. f. d. Lit. d. Ansl. Vgl. o. S. 54, Anm. 3. 



— 192 — 

Ritter, Bernhard Loebel , geboren in Reinersdorf (O/S.) 
1855, im Seminar 1870— SO, 1879 Rabbiner in Prenzlau, 1880 Ober- 
rabbiner in Rotterdam. 

Publ.: Das Toacsjahr d. Juda Meiiz. Lbl VI, 75. — Der 
Streit zwischen .Juda Menz und I'Jia Delmedigo. Das. VI, 94, 99. — 
Der Talmud und die Farben. Das. VIJ, 12.5, 129. - l'liilo uiul <lic 
Halacha. Eine vergleichende Studie unter steter Berücksichtigung 
des Josephus. Leipzig 1879. - Aus dem Frankfurter Gemeindebuch. 
MS XXVIII, 36—38. Mehrere Rezensionen in der MS. 

Rosenstein, Miciiael, geboren in Neustadt-Gödens (Ostfries- 
land) 1833, im Seminar 1854-^)2, 18^^2 Rabbiner in Graudenz, 
gestorben in Salzbrunn 12. Juli 1900. 

Publ.: Abil-Nassi' Alfärabii de intellectu iiitellectistiiie cooimen- 

tatio. Breslau 1858. 

Rosenthal, Felix, geboren in Beuthen O/S. 1885, im Seminar 
1903-04. 

Rothschild, Lipmann, geboren in Angerode (Hessen-Darmstadt) 
1852, im Seminar 1870—74. 

Rülf, Gutmann, geboren in Rauisch-Holzhausen, im Seminar 
1377_82, 1882 Rabbinatsadjuni<t, dann 1884 Landrabbiner in 

Braunschvveig. 

Publ.: Zur Lautlehre der aramäisch- talmudisclien Dialekte. 

I. Die Kehllaute. (Dissert.) Leipzig 1879. - Zu den Märtyrern von 

Berlin. MS XL, 95. — Einige Rezensionen im Lbl. 

Sachs, Hirsch, Samuel, geboren in Wronke (Posen) 1873, 
im Seminar 1897—98, 1897 Prediger und Religionslehrer in Myslovvitz, 

jetzt Arzt in Berlin. 

Publ.: Die Partikeln der Misclma. (Dissertation.) Berlin 1897. 

Salzberger, Moritz, geboren in Also Kubin 1864, im Seminar 
■ 1868-74, 1873 Rabbiner in Also Kubin, 1876 in Culm a. W., 

1886 in Erfurt. 

Publ.: Die Septuaginta- Übersetzung ziim Buche Kohelet. 

MS. XXII. — Mehrere Predigten. 

Samt er, Nathan, geboren in Lenzen 1845, im Seminar 1868 
Lehrer der Gemeinde-Mädchenschule in Berlin. 

Publ.: .Judentaufen im XIX. Jahrhundert. Breslau 1896. -- 

.ludentum und Proselv tismus. Ein Vortrag. Breslau 1897. —Was tun? 

Breslau 1898. - Mose Germanus MS XXXIX, 178 ff., 221 ff., 271 ff. 

und einige Rezensionen das. 

Samter, Tobias, geboren in Rogasen 1838, im Seminar 1860 
bis 63, Lehrer in Neumark (Westpreussen), 1878-1893 Prediger in 
Waidenburg, 1894 Religionslehrer in Breslau, gestorben daselbst 
am 24. Februar 1900. 



— 193 — 

Sander, David, gcboicn in Kurnik 18')7, im Seminar 1888 
bis 1896, 1895 zweiter Rabbiner und Religionslehrer in Karlsruhe, 
lsQ7 Provinzial-Rabbiner in Cicssen. 

Pub!.: Die lU'ligionspliihisophie Meiiilelssoliiis. (DisgerLitirm.) 

Breslau 1H94. 

Sandler, Neumann, geboren in Inowrazlaw 1.%:), im Seminar 

1388_93^ 1892 Rabbiner in Schwedt a. ()., jetzt Zahnarzt in Berlin. 

Publ.: Das Problem «1er Proplietie in der jüdischen Keligions- 

pliilosophie von Saadja bis Mainiiini in seiner Entwickeliini; darj;estel!(. 

(Dissertation) Breslau 1K91. 

Schaefer, Max, geboren in M>-slowitz is.jl, im Seminar 
1867—68, Dr. med., Arzt in Pankow. 

Schanzer, Josef, geboren in Stienowitz (Böhmen) 1856, im 
Seminar 1868—72, Advokat in Pilsen. 

Schlesinger, Emil, geboren in Dombrau (Österr.- Schlesien) 
1874, im Seminar 1892—1900, 1900 Rabbiner in St. Gallen. 

Pub].: Gregorii Abnifaragii Bar llebraei Siliolia in libros 

Samuelis. (Dissertation.) Leipzig 1897. 

Schlesinger, iMaier, geboren in Pitschen 1.S37, im Seminar 
1854-57, Rabbiner der Gem. Beth Emeth in Albany N.-V. 

Schmiedel, Moritz, geboren in Prossnitz 1859, im Seminar 
1866—67. 

Schönberger, Marcus, geboren in Jasfallu (Ungarn) 1860, 
im Seminar 1884—89, gestorben am 19. September 1889. 

Publ.: Die syrische ('bersetzung der 12 kleinen Propheten. 

(Dissertation.) Breslau 1887. 

Schön fei d, Max, geboren in Posen 1866, im Seminar 1885 
bis 1890, Religionslehrer in Breslau. 

Schornstein, Maximilian, geboren in Tachau (Böhmen) 1870, 
im Seminar 1889—98, 1894 Rabbiner in Wagstadt, 1899 in 

Leitmeritz. 

Pul)l.: Ednard Dillmanns „neue Darstellung der Leibnizisilien 
Monadenlehre" kritiscli beleuchtet. (Dissertation.) Erlangen l«98. 

Schreiber, Hermann, geboren in Schrimm 1.S82, im Seminar 
seit 1901. 

Schwartz, Louis, geboren in Meseritz (Posen) 1840, im 
Seminar 1855—56, studierte Matiiematik, starb als Professor in Paris. 

Schwartz er, Wilhelm, geboren in Beuthen ()/S. 1840, im 

Seminar 1854, Kantor in Ratibor. 

13 



— 194 — 

Schwarz, Adolf, geboren in Tevvel (Ungarn) 1.S45, im 
Seminar 1867—73, 1875 I^abbiner in Karlsruhe (Baden), 1.SM3 Rektor 
der isr. theol. Lehranstalt in Wien. 

Publ.: Derjüilisclie Kalender, historisch und aslroiioiiiisch iinler- 

SUcht. Breslau 1872. (Gekrönte Preisschrii't.) — E. Mose ben Nachnian. 

Lbl II, 9, 13, 17. - Studien über dio Tosifta. MS XXIII, 464-470. 

— Zur Geschichte des konstanten Kalenders. Das. 375-383. — i>ie 
Tosifta zur Ordnung Moifd 1. Teil. Karlsruhe 1879. — Ein enthülltes 
Geheimnis. Mag. I, 52. — Sabbathpredigten zu den Wochenabschnitten 
des ersten Buches Moses. T. Teil. Karlsruhe 1878. — Sabbathpredigten 
zu den AVochenabschnitten des zweiten Buches Moses. II. Teil. Karls- 
ruhe 1879. — Die Tosifta der Ordnung Mocd. II. Teil: Tractat Erabin. 
Karlsruhe 1882. — Sabbathpredigten zum dritten Buch Moses. Karlsruhe 
1881. - Zum vierten Buch Moses. Karlsruhe 1882. — Znm fünften Buch 
Moses. Karlsruhe 1883. — Festpredigten für alle llauptfeiertage des 
Jahres. Karlsruhe 1884. — Beleuchtung einer dunklen Mischnab. Grätz, 
Jubelschrift I, 57. Breslau 1887. — Tosefta. Ordo Seraim. Wilna 1890. 

— Censoria. Lbl XIX, 113. — Egy mouda M<'.zes jellemzesebez. IMZS 
VIII,98— 101. — Une mischna mal comprise. EEJ XXT, 280. — Die Kontro- 
versen der Schamaiten und Hilleliten. Ein Beitrag zur Entwicklungs- 
geschichte der Halacha. Wien 1893. — Baruch Spinoza. Lbl XXI, 45, 
49, .53, 57. — Das Corruptel in der Tosifta Ketuboth Cap XI. Das. 
XXI, 78. — Predigten. Neue Folge. Karlsruhe 1892. — Az elsf) halakhlkus 
kontroverzis. MZS X, 16-25. — Saadia Gaon. Vortrag, gehalten am 
16. Januar 1893 im Verein für jüd. Geschichte und Literatur in Karls- 
ruhe. Lhl XXII, 17, 21, 25, 29. - Rede bei der Eröffnung der Israel .- 
theol. Lehranstalt. Das. XXII, 71. — Die erste halachische Kontro- 
verse. MS XXXVII, 164 — 169, 201-206. — Pedagögiai tanulsiig a 
biblidböl. Evkönyv T, 110-115. — Die hermeneutischen Analogieen in der 
talmudischen Literatur. Jahresbericht der theol. Lehranstalt. Wien 1897. 

— Die Ehe im biblischen Altertum. MS XLV, 278—291. — Der Talmud. 
Vortrag. Wien 1901. — Der hermeneutische Syllogismus in der tal- 
mudischen Literatur. Wien 1901. Zahlreiche Predigten. 

Selig mann, Caesar, geboren in Kaiserslautern 1866, im 
Seminar 1881—89, 1889 Prediger in Hamburg, 1902 Rabbiner in 
Frankfurt a. Main. 

Publ: Das Buch der Weisheit des Jesus Sirach. Breslau 1883. 
— Religion, Konfession, Judentum. Moderne Gedanken über alte 
Themata. Frankfurt a. M. 1894. — Wo ist die Wahrheit? Drei Reden 
über Religion und Judentum. Hamburg 1897. — Die providentielle 
Führung Israels, einleitende Ideen zur jüdischen Geschichte. (S. A, 
aus Gosseis pop.-wissenschaftl. Vorträgen.) Frankfurt a. M. 1902. — 
Gebetbuch für den Jugend-Gottesdienst in der Hauptsynagoge der israeL 
Gemeinde in Frankfurt a. M. 1904. — Eine grössere Anzahl von Ab- 
handlungen und Reden, abgedruckt in: BrüUs populär-wissenschaft- 
lichen Monatsblätter u, Menora, Allgemeine Zeitung des Judentums 
und Isr. Fiiniilienblatt, Rezensionen in der MS, mehrere Predigten- 



— IQf) — 

Seligmann, Joseph, geboren in Stockholm (Schweden) 1836, 
im Seminar 1856—58, Buchhändler in Stockholm, starb daselbst 
22. Mai 1904. 

Seligsohn. Hermann, geboren in Wollstein 18:i'}, im Seminar 

1854—60, gestorben H. Mai 1860. 

Publ.: l>e (luul)iis liierosolymitanls Pentuteiiclii iiaraiilirasibiis. 

Vratisl. 1858. 

Sidon, Adolph, geboren in Tyrnau (Ungarn) 1842. im Seminar 

1861-68, 1870 Rabbiner in Simand, 1893 in Werschetz (Ungarn). 
Pub!.: -a^K P'w"'? Lbl VIT, 51t. - Die ursprüngliclie Gestalt 
der ='33 '1 in der Pessach-Hagada. Das. VIT, HO. - Eine Namcns- 
forrael im Talmud. Das. VIII, 186. — Die Konstruktion und Aus- 
legung des Klageliedes II. Sam I, 17, 27. Das. X, 3. - Die Splitter 
und Balken im Auge. Das. XII, 145, 151. - Bemerkungen zur 
]^ra.s.ora. Das. XTII, 131, 139, 142. 194, 199, 203. - Die Begegnung 
der Geister. MS XXXV, -122-423. - Sens et origine de la deno- 
mination du Sehern Hamephorash. ERI XVII. 239-246. - EtAvas 
über Selbsttötuug nach dem Talmud. Lbl XVIII. 54. - Eine 
Magistratur in Jerusalem. Berliners Magazin XVII, 198-21H. - Die 
Controverse der Synedrialluiupter. Kaufmann (rJedenkbuch, 355. 
Breslau 1900. — Zahlreiche Rezensionen im Lbl. 
Silberstein, Siegfried, geboren in Gross -Lagievvnik (Kreis. 

Lublinitz) 1866, im Seminar 1886-95, 1893 Rabbiner in Elbing. 

Publ.: iber den Ursprung »1er im codex .Mexandriniis und 
Vaticanus dos dritten K.migsbuches der Alexandrinischen Übersetzung 
überlieferten Textgestalt. ZATW XIII, 1-75; XIV, 1-30. - Shylock 
und sein Urbild in Gössel, popuUir-wiss. Vorträge. Frankfurt a. M. 
1902. — Mehrere Predigten. 

Simmons, Laurence, Mark, geboren in London 1851, im 
Seminar 1874—77, 1877 Rabbiner in Manchester, gestorben daselbst 

5. April 1900. 

Publ.: Letter of ronsolation of Maimun b. Josef JQK 11, 
62 ff. 335 IV. — Confessiou of faith of the Almohades. Das. III, 360 Ü'. 
- Sleep andDeath. Das. 366 ff. — Talmudical law of agency. Das. VIII, 
614 ff. — Zahlreiche Rezensionen in der J(^R. 

Simonsen, David, geboren in Kopenhagen 1853, im Seminar 
ic^74_79^ 1879 Prediger und Religionslehrer. 1892 Oberrabbiner in 
Kopenhagen, seit 1903 daselbst im Ruhestand. 

Publ.: Chacham Zevi und seine Gegner. Lbl VIII, 14. — 
Notizen über Träger des Namens Kimchi. MS XXXIV, 52). — Die 
Anzahl der Verse in C'hr,r\ und D'a'nnn-l Lbl X, 1H6. — Ver- 
wechlsungen r und 'C Das. XV, 157. - Na.-htrag zur Abhandlung: 
Über Gebrauth von Psalmen zur Zauberei. ZDMG XLII, 693. — 
Seuliitiires et Inscriptions de Palmyre. Copenhague. 18K9. - Joseph le 
Zf'-lat.-ur RKJ IV 146. - Observation sur lalphab-'-te h.-breu du 

13* 



— 1Q6 — 

XIV e siecle. Das. VI, 285 ff. — Unechte Verse in lOSn n'tt>. MS 
XXXVII, 463—467. — Ein hebräisches Dedications^edicht von Pauhis. 
Das. XXXVIII, 96. — Freud und Leid. Lokale Fest- und Fasttage im 
Anschluss au Zunzens Fastentabelle. Das. XXXVIII, 524— .527. — 
Nachschrift des Korrektors und Druckiehlerliste des Revisors der 
Baxtorf 'sehen Biblia Rabbinica Basel KU 8/1 6 19. Copenhagen 1H94. 
— Zur Bücherkunde. Steinschneiders Festschrift 164. 1896. — Erklärung 
einer Mischnahstelle. MS XLT, 585 - 588. — Der Vergessene Verbal- 
stanim HS" und einige seiner Derivate. Das. XLV, 361—364. — 
Talmudiske levere^ler med forord og aDmaerkuiiigeii. Kopenhagen 1898. 

Sonderling, Jacob, geboren 1878 in Lipine (Oberschi.) 
im Seminar 1900 — 03. 

Publ.: Die Beziehungen der Kant-Jäsciieschen Logik zu (jeorge 
Friedrich Meiers „Auszug ans der Vernunftlehre". (Dissertation) s. a. e. 1. 

Steckelmacher, Ernst, geboren in Mannheim 1881, im 

Seminar seit 1901. 

Steckelm acher, Moritz, geboren in Boskowitz 1851, im 

Seminar 1872 — 80, 1880 Stadt- und Konferenzrabbiner in Mannheim. 
Publ.: Die formale Logik Kants. (Gekr. Preisschrift der philo?. 
Fakultät der Universität Breslau.) Breslau 1879. — Der bleibende 
Grundgedanke Jeh. halewis. Lbl IX, 53, 61. — Ein Bekenntnis in 
der Judenfrage. Das. IX, 37. — Die Mäcenität in der jüdischen 
Geschichte. Brülls Monatsblätter VT, 73, 151, 178. — Zur Erd- und 
Feuerbestattungsfrage. Lbl XVI, 1, 5. — S. L. Steinheim als Dichter 
und ReligioDsphilosoph. Brülls Monatsblätter VIII, 145, 178, 207. — 
Die Gottesidee der Offenbarung. Mannheim 1890. — Die Teufelsidee 
und das Judentum. Lbl XXI, 13, 17, 21, 25, 29, 33. — Stellung 
einiger neuerer Philosophen zum Judentum. Brülls Monatsblätter XII, 
97, 112. — Festpredigten. Mannheim 1895. — Das Judentum in 
Paulsens System der Ethik. Allgem. Zeitung des Judentums 1895. — 
Der ideale Geist im Talmud. Brülls Monatsbl., .Jahrg. 22. — Ethische 
Charakterbilder aus dem Talmud. Brülls Monatsbl., 23. Jahrg. — Das 
Prinzip der Ethik vom philosophischen und jüd.-theol. Standpunkte. 
Mainz 1904. — Zahlreiche Predigten und Rezensionen im Lbl. 

Stein, Alexander, geboren in Grombach (Baden) 1843, im 
Seminar 1862—67, 1867 Rabbiner in Worms. 

Steinhart, Nathan, geboren in Holleschau (Mähren) 1867, im 

Seminar 1889—95, 1897 Rabbiner in Kojetein, 1900 Lehrer in Brunn. 

Publ.: Die Seholien des Gregorius Abbulfarag Bar Hebraeus zum 

Evangelium Lucas. (Dissei-tation), — Berlin 1895. 

Stern, Wilhelm, geboren in Strelno (Posen) 1844, im Seminar 
1860—65, Dr. med., Arzt in Berlin. 

Stier, Josef, geboren in Waag-Neustadt 1843, im Seminar 
bis 1872, 1871 Rabbiner in Steinamanger, 1890 in Berlin. 

Publ.: Über einige Irrthümer in den Midraschim. Lbl V, 70 — Eine 
Erklärung zu Exodus 11,7. Das. VI, 52. ~ Achiman, Scheschai, Talmai 



— 107 — 

Dav;. VII, Mi(l. - Die Teuipelpsalmen. Das. VllI, 71. 7H H2. H6, 00. 

- i<V-stschril'( zur Einweiliung der Synagoge iti Steinamanger 1HH3. — 
Triester und l'rophelen. Wien issö. — 'riicismus und Naturwissensdiaft 
in ihrem Verhältnis zur Teleologie. S. A. aus pop.-wiss. Monatsbi. 
XIV 221, 211. 271; XV. 52, HO, l<;'t, 205, 251. Frankfurt a. M. IHDU. 

— Die Klire in der 15il»el. Eine religious-wissenschaft liehe Siudie. 
Uerlin lHi»7. — Aufsiitze in der Zeitung «les .Judentums, u. a. «las 
Massa der Propheten; die Stellung der Frau in der Bibel und bei 
llerboit Spencer; Aufsätze im Litoraturblatt der Israel. Wochenschrift; 
einzelne Sabbat- und Festtagspredigten. 

S t ras s burger, Jesaias, geboren in Buttenhausen 1871, im 
Seminar 1891—93, 1895 Rabbiner in Göppingen. 

.Süssmann, Arthur, geboren in Schweidnitz 1880, im Seminar 
seit 1900. 

Tannenbaum, Lanus, geboren in Gehaus (Sachsen-Weimar- 
Eisenach) 1880, im Seminar 1899. 

Tannenbaum, Moses, geboren in Wanfried (Hessen-Nassau) 
1836, im Seminar 1855—56. 

Taubeies, Samuel Aron, geboren in Lemberg 1861', im 
Seminar 1882—87, Keligionslehrer am k. k. Obergymnasium in 

Tarnopol. 

Publ.: Mehrere Predigten. 

Tauber, Jacob, geboren in Leipnik (Mähren) 1842, im 
Seminar 1864-67. 

Tawrogi, Abraham, geboren in Russland 1857, im Seminar 
1884—88, 1880 Rabbiner in Kreuznach. 

Publ: Der Talmudtraktat Derech Erez Suta, nach Handschriften 
und seltenen Ausgaben mit Parallelstelleu und Varianten, kritisch be- 
arbeitet, übersetzt und erklart. 1 . Aufl. Königsberg 1885. 2. Aufl. 1895. 

Teichner, Salomon, geboren in Osvviecim 1859, im 
Seminar 1880—87. 

Theodor, Jehuda Noah, geboren in Königsberg i. Pr. 184^^ 
im Seminar 1868—78, 1878 Religionslehrer in Tarnovvitz, 1880 
Hilfsprediger und Religionslehrer in Bromberg, 1885 Rabbiner in 
Berent W.-Pr., 1888 in Bojanowo. 

Publ.: Der l'nendliehkeilsbegrill bei Kant und .Aristoteles. 
Preslau 1877. — Zur Komposition der agadischen Homilie. MSXXVIII, 
97-112, 164-175, 271-278, 337-3.Ö0, 408-418, 4.-)r)-462; XXIX, 
19—23- XXX 500—510. — Die Midraschim zum Pentateuch 
und der dreijiihrige palästinensische Zyklus. Das. XX XIV, 351-36G, 
405-421, 454-467; XXXV, 212-218, 252-265, 299-313, 406-415, 



— 198 — 

443-159, 458-464; XX XVI. 35—48. — Habers Tanrhnma. Das. 
XXXIV, 422—431. — Der Midrasch Bereschit ral)ba. Das. XXXVII, 
169-173,206-213, 462-458; XXXVlll, 9-26,436-440; XXXIX, 
106-110, 241-247, 289-295, 337-343, 385-390, 433-441, 
481—491. — J>tts Zunzsche Buch über die „gottesüiensf/icfien 
l'orträffe". Das. XXXVIII, 514—523. - Friedmanu, M., 
Seder Eliahu rabba und Seder Eliahu Zata (Taniia 
d'be Eliahu). Das. XLIV, 380-384, 550-561. - ^ Die^ ueue 
Ausgabe des Seder Eliahu rabba und suta. Das. XLVII, 70—79. 
_ icn n-tt'sn2 mit kritischem Ai»i)arate uiul Kommentare. Heft I und 
II. Berlin 1903,04. — Die Artikel in The Jewish Encyclopedia : 
Bemidbar Rabbah, BereschiL Rabbah, Debarim Rabbah, Ekah Rabbah, 
Esther Rabbah und eine grosse Anzahl weiterer Artikel über die 
Midraschliteratur, Rezensionen in der MS. 

Thieberger, Karl, geboren in Tomice (Galizien) 1869, im 

Seminar 1890—99, 1899 Rabbiner in Kommotau, 1904 zweiter 

Rabbiner in Kopenhagen. 

Publ.: Samuel von Skrzypna Twardowski. Beitrag zur 

Geschichte der polnischen Literatur des XVII. Jahrhunderts 

(Dissertation). Breslau 1898. 

Tietz, Hirsch, geboren in Birnbaum (Posen) 1835, im 
Seminar 1854, Stiftsrabbiner in Inovvrazlavv. 

Tiktin, Salomon, geboren in Breslau 1863, im Seminar seit 

1884, 1902 Prediger in Leobschütz. 

Publ.: Die Lehre von den Tugenden und Pflichten bei Philo von 
Alexandrien. Breslau 1898 (Dissertation). — Gedächtnis-Rede gehalten 
am Jahrestage des verewigten Seminardirektors Dr. Zacharias Frankel 
am 16. Februar 1902. S. A. aus Israel. Wochenschrift 1902. 

Tirschtigel, Gurt, geboren in Breslau 1878, im Seminar 
seit 1898. 

Traub, Joseph, geboren in Mannheim 1835, im Seminar 
1855—58, Dr. med. 

Traub, Rudolf, geboren in Leitomischl (Böhmen) 1866, im 
Seminar 1890—93. 

Treitel, Leopold, geboren in Breslau 1844, im Seminar 
1866—76, 1878 Rabbiner in Koschmin, 1881 in Briesen W.-Pr., 
1884 zweiter Rabbiner in Karlsruhe (Baden), 1895 Rabbiner in 

Laupheim. 

Publ.: De Philonis Judaei Sermone. Breslau 1871. - Die Be- 
deutung der jüdischen Feste nach Philo. Lbl I, 74, 82. - Etwas 
über die Partikel "S'. Das. VI, 115. — Exegetische Analekten. Das. VI, 6. 
- Zwei schwierige Bibelstellen. Das. VI, .50. — Das Wortspiel in den 
Proverbien. Das. VII, 47, 54. - Exegetische Studien. MS XXVIT, 
478—480. — Kritische und exegetische Analekten zu den Proverbien. 



— 199 — 

Da?. \X\I, 42:? 42<». — Komporls gesammelte Schriften. T..bl XIII, 
17, ■2•^. — Eine verkannte Uibelstelle, Echa 3, 31 ff. Das. XIll, 13s 
bis 139. — Unsere .Iuf,'cnilschril'ton-Litoratur. Das. XVI, 60, G4. — 
Die iiloNundrinische j hersptziin;: des niiohcs Hosea Karlsruhe 18K7. — 
Die Septuaginta zu Jlosea. MS XLI, -!33— 454. — Z. Frankeis Ver- 
dienste um die Septnagiuta-ForBchnng. Das. XLV, 2ö3 — 262. — Der 
Nomos, insonderheit Sabbath und Feste in philonischer Beleuchtung. 
Da.><. XLVII, 214-231, 317—321, 390-417, 490-514. — Mehrere 
Rezensionen im Lbl. 

Trieb er, Conrad, geboren in Kaschkow 1W42, im Seminar 
1S57— 61, Oberlehrer, Professor, in Frankfurt a. I\I., im Ruhe- 
sland daselbst. 

Publ.; Zur Krilik des Gorioiiides, Göttingeu 1H95. 

Tuska, Simon, geboren in Rochester (Nordamerika) ISH"), 
im Seminar 1858—60, Rabbiner in Amerika. 

Uhry, Lucian, geboren in Ingweiler (Kreis Zabern i. Elsass) 
1872, im Seminar 1893—98, 1899 Rabbiner in Fegersheim (Elsass). 
Publ.: Die Schollen des Gregoriiis Abulfarag Barhebraeus zur 
lienesis, Kap. 21. bis 50. (Dissertation.) Leipzig 1898. 

V'enetianer, Ludwig, geboren in Keczkemet (Ungarn) 1867, 
im Seminar 1888—90, 1890 Rabbiner in Neupest. 

I'ubl.: .\. Fükozatok könyve. (Dissertation.) Szeged 1890. — 
Semt.'.b ibn Falakera. MZS VII, 74-82. 14t - 155. — Zsidö honiilctika. 
Das. VII, 409 418. — A felebaräti szeretet a szidö ethikäbau. Buda])est 
1891. — A Müzesmonda a zsido irodalomban. Egj-enlöseg, Jahrgang 189 1 . 
— A negybetiis istenneo törtenet»ibez. Das. VIIL — A zsidok jogi 
hebyzetenek törtenete Austria-Magyarorszägban a X — XVI uäradban. 
Das. VIII. - Das Buch der (irade von Schemtob b. Joseph ibn Falaquera. 
Berlin 1894. — A zsid<'is.ig szervezete az euröpai ;illomokl>an. Budapest 
1894. - Hiob in Debreczeni Protestäns Lap. Jahrgang 1894. — 
Az eleüziszi miszteriumok a jeruszulemi templomban. Budapest 1895. — 
Pestalozzi ('-s a talmüd tanu las il nak e uektö modora. Jahrb. des 
ung. Tsr. Lit. Ver. 1846. — Die eleusinischen .Mysterien im .leriisa- 
leinischen Tempel. Frankfurt a. M. 1897. - Egy koholt disputacrisn'.l. 
A Jövü. Jahrgang 1897. — A lu'-ber-magyar összehasonlit«'» nyelvt'szet 
Budapest 1898. — Am Hoorez. Jahrb. des uug.-isr. Lit.- Ver. 1903.- 
A magyar zsidüsäg szervezeteröl. Budapest 1903. — Mözes »'$ Hammiirabi. 
Pe.sti Xapl.'. 1903, No. 354. - A ]'r sr<'. eredet<'TÖl. MZS XX, 203--JtJ5. — 
Haeckel. Harnack ('s Delitzsch. Jahrb. dos ung.-isr. Lit.- Ver. 1904. — 
Einzelne Predigten in ungarischer Sprache. — Mitarbeiter der modernen 
Biographie Ungarns und der Jewish Encvciopedia. 

Venezianer, Moritz, geboren in Kesmarck 184'\ im Seminar 
1865 — 71, jetzt Sekretär des (isterr.- ungarischen Vereins in Paris. 
Publ.: Der Allgeist, (irundzüj,'c des l'anpsycbismus. ]?<rlin 1874 
und mehrere andere Schrillen philosophischen Inhalts. 



— 200 — 

Vezlar, Isaak, geboren in W'iina IJS'iO, im Seminar IMHO. 

Vogelstein, Heinemann, geboren in Lage (Fürst. Lippe) 1S41, 
im Seminar 1859—68, 1868 Rabbiner in Pilsen, 1879 in Stettin. 
Publ.: IMe Alexaiulersage bei den Orienlalen. (Dissertation.) 
Breslau 1865. — Die Kämpfe zwischen Priestern und Lewitenheit in 
den Tagen Ezechiels. Eine historisch-kritische Untersuchung. — 
.l'?sn "iiD. Israelitisches (jlebetbiich. Im Auftrage der Synagogen- 
genieinden Westfalens. 2 Bde. — tiber die Ahschoffnng der Todes- 
strafe vom mosaisch-talmudischen Standpunkte. MS XVII, 87—97. — 
riavius Josephus uud die heil. Schrift. Brülls Monatsblätter VIII, 
'■), 29, 58, 132, 152. — Ernste Gedanken, Nachklänge zum Weihefest. 
Das. XI, 29 ff. — Gesetz und Recht. Das. XII, 145 ff. — Schechem 
und Bethel. S. A. aus JQR IV, 503 ft\ London 1892. — Notwehr 
nach mosaisch- talmudischem Recht. MS XLVIII, S. 513—553. — Eine 
Anzahl Gelegenheitspredigten und patriotische Reden. 

Vogelstein, Hermann, geboren in Pilsen 1870, im Seminar 
1889—94, 1897 Rabbiner in Königsberg i. Pr. 

Publ.: Die Landwirtschaft in Palästina zur Zeit der Misclinah. 
I. Teil. Der Getreidebau. (Dissert.) Berlin 1894. — (Jesellichte der Juden in 
Rom. Im Verein mit Dr. Rieger. Berlin 1895/96. — Die Anfänge 
des Talmuds und die Entstehung des Christentums. (Separatabdruck 
aus dem 35. Bericht über den Religionsunterricht der Synagogen- 
gemeinde zu Königsberg i. Pr. 1902.) — Beiträge zur Geschichte des 
Unterrichtswesens in der jüdischen Gemeinde zu Königsberg i. Pr. 
(Im 36. Bericht über den Religionsunterricht.) Königsberg i. Pr. 1903. 

— Eine Anzahl von Artikeln in der Jew. Encyclopedia und kleinere 
Artikel in versch. Zeitschriften. 

Wagschal, Ferdinand, geboren in Montabaur (Bez. Wiesbaden) 
1879, im Seminar 1898, Dr. med., Arzt. 

Waldmann, Robert, geboren in Landsberg O/S. 1845, im 
Seminar 1863 — 65. 

Wallerstein, Josua, geboren in Siegburg 1836, im Seminar 
1856 — 64, 1865 Rabbiner der Gemeinde Schottland in Danzig, 
gestorben daselbst am 19. Juni 1876. 

Publ.: Sclierirae quae dicitur epistola. Krotoschin 1860. — 

Nochmals der Ursprung der Sprache. Lbl V, 88. 

Walter, Gotthilf, geboren in Lobsens 1865, im Seminar 
1885—93, 1890 Rabbiner in Bromberg. 

Publ.: Joseph Beclior Schor. I. Teil. (Dissert.) Breslau 1891. 

— Mehrere Predigten. 

Wassermann, Süsche, geboren in Sieniavva (Galizien), im 
Seminar 1898—1902. 

Wedell, Abraham, geboren in Posen 1844, im Seminar 
1860—72, 1870 Direktor des Knaben - Waisenhauses in Posen, 



— 201 — 

|s74 llilfsprediger uikI Religionslehrcr in Breslau, 1^75 Kabbiner in 
Düsseldorf, starb daselbst am 2. September ls91. 

L'ubl.: De enu'iidalioiiibus in libris sacris veleris Tcstameiili 
a Sophoris |»nn>osi(is. Breslau 1H()9. 

\\'L'insber>,^ Leopold, geboren in Bochnia (Galizien) 1864, 

im Seminar 1885 — 90. 

Publ.; Der Mikrokosmos des Hm Zadik. üicslau IHHH. 

Weiss, Adolf, geboren in Triesch (Mähren) 1849, im Seminar 
1868 — 70, Keligions-Professor in Wien. 

Publ.: De lil)ri .l'ibi paraidirasi clialdaica. (Dissert.) Jkeslau 1873.— 
Lehrbuch der Jüdischen Ueligioiis^'esehiclite. J. Prag 18; »4. 2. Aufl. V.m. 

Weiss, Friedrich, geboren in Eidlitz (Böhmen) 1881, im 
Seminar seit 1900. 

Weissblum, Isidor, geboren in Ritschenvvalde (Kr. Obornik) 
1861, im Seminar 1882—83. 

Weissmann, Adolf, geboren in Rosenberg O/S. 1873, im 
Seminar 1892, Gymnasial-Lehrer in Berlin. 

Publ.: L'inllueiiza del Malebrauche suila lilosolla del Leibniz. 

(Dissertation). Innsbruck 189-"). 

Werner, Cosman, geboren in Rogasen 1853, im Seminar 
1^72—79, 1878 Rabbiner in Danzig, 1894 Rabbiner in München. 
Pub].: .lohaiin H\ rkan, ein Ueitrag zur Ueschichte .Judäas. 
Wernigerode 1877. — Abraham Maimuni, sein Leben und ^Vlrken. 
Danzig 1879. - Zum Autograph Abraham Maimüuis. MS XLIV. 
537-538. — Mehrere Predigten und Rezensionen im Lbl. 

Weschler, Lasar, geboren in Sereth 1866, im Seminar 
ly33_97^ 1894 Rabbiner in Mährisch-Kromau. 

Wiener, Joseph, geboren in Mommenheim 1870, im Seminar 

1891—94, 1897 Rabbiner in Pfalzburg, 1903 Rabbiner in Antwerpen. 

Publ.: Maimonides Kommentar zum Traktat .\boda zara. 

(Dissertation). Berlin ]H9ö. 

Wiener, Max, geboren in Oppeln 1886, im Seminar 1902-03. 

Wiener, Moritz, geboren in Lipnik (Galizien) 1872, im Seminar 
1892—97, gestorben 1899. 

Wilde, Georg, geboren in Meseritz (Posen) 1876, im Seminar 

seit 1897. 

Publ.: Materie und Form bei (Üordano i'.runo. i Dissertation;. 

Broslau 1901. 

Wilinski, Max, geboren in Suwalk 185^>, im Seminar 1876, 
Direktor des Lehrlingsheims in Berlin- Pankow. 



— 202 — 

Winter, Jacob, geboren in Sandorf (Ungarn) 1(S57, im Seminar 
I8s:^i-,S7, 1886 Rabbiner in Dresden. 

Publ.: nie Stellung der Sklaven bei den Juden in nHliilidu-r 
und gesellschallliclior Jie/icliuii«;-, nacli talnuulischen <^>aellcn. — Die 
Jüdische Literatur seit Absehliiss des Kanons (im Verein mit A. Wünscho\ 
Bd. 1— III. Trier 1892/06. 

Winter, Julius, geboren in Graudenz 1874, im Seminar 1894 
bis 1895, Arzt in Magdeburg. 

Wolf, Jonathan, geboren in Pohrlilz (Mähren) 1844, im 
Seminar 1871 — 72, starb als Rabbiner und Religionsschul-Inspektor 
für Mittelschulen in Fünfhaus-Wien. 

Wolf, Ludwig, geboren in Oestringen 1865, im Seminar 1886 
bis 1893, gestorben 3. April 1893. 

Wolfenstein, Nathan, geboren in Gross -Meseritz (Mähren) 
1846, im Seminar 1866 — 67. 

Wolfsohn, Julius, geboren in Dresden 1881, im Seminar seit 1901. 

Wolfsohn, Ludwig, geboren in Görlitz 1878, im .Seminar 
1901—02, starb 25. Februar 1903. 

Publ.: Das Targiim zum Propheten Jereniias im jemenischer 
Überlieferung. (Dissertation). Halle a S. 1902 

Wohlberg, Robert, geboren in Forste a. Harz 1866, im 
Seminar 1887 — 89, Redakteur in Berlin 

Worms, Moses, geboren in Saarwellingen 18ö4, im Seminar 
1886—88, 1893 Rabbiner in Neustettin, 1900 Hilfsprediger in Dresden, 
1904 in Stettin. 

Publ.: Die Lehre von der Anfangslosigkeit der AVeit bei den 

mittelalterlichen arabischen Philosophen. Münster 1900. 

Wreschner, Leopold, geboren in Breslau 1865, im Seminar 
1884, Rabbiner in Samter. 

Publ.: Samaritanisehe Traditionen. Berlin 188B. — Zur Ge- 
schichte der jüdischen Gemeinde Samter. Jeschurun 1902. No. 16 
bis 18. — Diminutivbildungen im Talmud. Jahrbuch der jüd. liter. 
Gesellschaft 1904. S. 282—284. Rezensionen im Lbl und in der MS. 

Zadek, Salo, geboren in Jarotschin 1884, im Seminar seit 1903. 

Zahn, Hermann, geboren in Turek (Polen) 1858, im Seminar 

1876—81. 

Ziegler, Ignatz, geboren in Also Kubin 1861, im Seminar 

1884—85, 1889 Rabbiner in Karlsbad. 

Pub].: Die Haftaroth der Sabbath- und Festtage für den Gottes- 
dienst geoidnet und übersetzt. Wien 1891. — Religiöse Disputationen 
im Mittelalter. Frankfurt a. M. 1894. — Die haggadische Exegese 



— 203 - 

imd ihr einlache Worl.siiiii. MS X 1,1 II. 1")'.)- IC.7, 242-250. — Gc- 
scliiclile «los JiMlenlunis. rrap; inod. — l'rol. Dr. David Kaufmann. 
I.oip/iu IDOO. - Itic Köiii,:,'s^'loifliiii8se des Midruscli, Iiclcufhtel durcli 
die i'iiiiiisflie Kaiscrzeit. Dreslau 1903. 
Ziemlich, l'incus Bernhard, geboren in Kocketnitz (Mähren) 

isr)0, im Seminar 1.S69 77, KS77 Prediger und Religionsiehrer in 

München, 1H81 Rabbiner in Nürnberg. 

Publ.: Die Juden in Daniel Deronda. Ll)l. VI. — Kin Jle- 
sponsum Hais. Berliner, Magazin 1878. — Abraham ben Chija und 
Jehuda Halewi. MS XXIX, 366-374. - Handschriftliches aus 
München. Das. XXX, 19—25. - (iocthe und das alte Testament. Nürn- 
berg 1883. — Das Maclisor Nürnberg. Berliner Mag. 1884—86. — Aus 
der Schule do Lagardes. Lbl. XIV, 110. — Einer, dernicht Liturgiker 
sein will. Antwort an Herrn Professor de Lagarde. Das. XVI, 29,33. 

— Vorwort zu den Predigten aus dem Nachlass von Dr. :M. Joel, 
herausgegeben von Dr. A. Eckstein und Dr. B. Ziemlich. 1892. — 
Andaclit und Erbauung. Lbl. XXI, 36. 41. — Erwiderung. Das. XXI, 55. 

— Vorwort z\ir 2. Auflage des Nürnberger Gebetbuches. 1898. — 
Die israelitische Kultiisgenicindc Nürnberg. Gedenksclirift (Anhang, 
Kode zur Feier des 2öjährigen Bestehens der Synagoge in Nürnberg). 
Nüinberg 1900. — Wie soll das jüdische Herz in unserer Zeit sich 
bewähren? Allg. Zeit, des Judentums 1900. — Anlage des Jad ha- 
chasaka Maimunis. MS XLV. 322—336. - Eine Bücherkonfiskation 
zu Fürth i. J. 1702. (J=». A. aus Gedenkbuch z. Erinnerung an David 
Kaufmann). 457. — Eine Bücherkon iiskaliou zu Fürth im Jahre 1702. 
Das. XLVI, 88—93. — Der Kampf um die Bibel und ihren Gottes- 
liegriir. Drei Festreden. Nürnberg 1903. — Zahlreiche Predigten 
und Ivezensionen im Lbl. 

Zimmels, Bernhard, geboren in Lipnik 1862, im Seminar 
1885—89, 1889 Rabbiner in St. Polten, 18^)0 in Mährisch-Ostrau, 

starb daselbst 19. August 1893. 

Publ: Leo liebraeas. Breslau 1886. - Zur Geschichte der 
Exegese über Gen. 49, 10. Mag. XVII, XTX, XX. 

Zimels, Julius, geboren in Brody 1873, im Seminar 1893 
bis 1900, 1902 stellvertretender Rabbiner in Chemnitz, 1^^03 stell- 
vertretender Rabbiner und Religionslehrer in Karlsruhe (Baden). 

Publ.: David Humes Lehre vom lilauben. (Dissert.) Kirchhain N.-L. 
1893, 8. 

Zivier, Ezechiel, geboren in Wilna (Gouv. Kaiisch) 1868, 
im Seminar 1889—92, fürstlich Pless'scher Archivar in Pless O/S. 
Publ.: Studien über den («dt'\ Suprasliensis. Breslau 1892. 
— Zur Theorie des Bergregals in Schlesien. Breslau 1897. — Ge- 
schichte des Bergregals in Schlesien bis zur Besitzergreifung des 
Landes durch Preus.sen. Breslau lS!»,s --- Akten und Urkunden zur 
(Jeschichte des schlesischen Bergwesens. Österreichische Zeit. Breslau 
l'tOO. — Verschiedene Abhandlungen in seiner Zeitschrift „Ober- 
schlesien". 



— 204 — 

Zülinsky, Joseph, geboren in Jaraczewo (Posen) 1S70, im 
Seminar 1890 — 98, 1897 Rabbiner in Colmar (Posen), jetzt l.eiter 
einer Privatschule in Hamburg. 

Tu 1)1.: Zur Clironograpliic des (ire^oiius Abulpliaragius 15ar- 
liebracus. I. liiblische Synchronistik, (Dissertation.) Breslau 189-1. 

Zuckermandel, Moses Samuel, geboren in Ungarisch-Brod 
183ö, im Seminar 1856 — 64, 1864 Rabbiner in Gnesen, 1869 in 
Märkisch-Friedland, 1876 in Pasewalk, 1881 Oberrabbiner in Trier, 
1890 Rabbiner in Pleschen, 1897 Stiftsrabbiner in Breslau. 

Pul)].: Der talmudische Begriff Berera. MS XVIII, 369— 377. 

— R. Joses chronologischer Kalender in Sabbat 15a. Das. XX, 4()0— 462. 

— Über Beurteilung von Zweck und Absicht bei Übertretung 
religiöser Verbote nach dem Talmud. Das. XX, 542-547; XXI. 
37—43, 76—87, 155—160. — Sprachliche, lexikalische und exegetische 
Bemerkungen. Lbl. I, 14, 26, 62, 76. 90. — Zur Halachakritik. 
MS XXI, 474-476, 516-525; XXIT, 153-167; XXIII, 30—44, 
130—138. 183-189. 189—191. 213-222, 223-239, 277-285, 318-824, 
471—480. 525—528. - Schicksale des Talmud in der Zeit vom 13. bis 
16. Jahrhundeit. Lbl. II, No. 1, 2, 4. — Lexicalisches und Archäolo- 
gisches MS XXII, 421—430. 470-477. — Maimonides Einleitung zu 
Mischna Thora. MS XXII, 279—282. — Erklärung eiuer miss- 
verstandenen charakteristischen Boraitha, Bechorot 28a. Das. XXII, 
378—378. — Eine Worterklärung. Das. XLIV, 49—52. — Die Erfurter 
Handschrift der Tosefta beschrieben und geprtift. Berlin 1876. — 
Tosefta, Tosefta, Tosefta V Lbl. V, 53. — Estori Parchis Toselta- 
citate. Das. V, 62. — Ordnung der Traktate in der Wiener Hand- 
schrift der Tosefta. Das. VI, 14, 18, 23, 26. - Erhaltene Trümmer 
eines dritten Toseftacodex. Das. VII, 78, 82. — SHECinS r\:nb mm. 
Hamagid 1878, No. 46. — Über zivilrechtliche Dokumente. Lbl, VIII, 28. 

— •r"'?in r\'b'r\ c:b^z Cibir. Hamagid 1879. No. 43. — Tosefta nach den 
Erfurter und AViener Handscliriften ediert. Pasewalk 1880. — Erklärung 
einer Tosefta-Stelle. Lbl. IX, No. 10. — Selbstanzeige seiner Tcselta- 
Ausgabe. Göttinger Gelehrten-Anzeiger 1881. Stück 2 5, 24, S. 717 
bis 741. — Tosefta-Varianten. Lbl. X, 22, 99, 150. — Tosefta-Varianten. 
Sonderabdruck aus MS XXIX, 45-47, 139-142, 284-288, 322-828. 
XXX, 26-37, 65-77. Trier 1881. — Supplement, enthaltend Übersicht, 
Register und Glossar zur Tosefta. Trier 1882. — Tosefta und ihre 
Bedeutung für die Wissenschaft. Lbl. XI, 8(5, 98, 102. — Referat 
über die Eeligionslehre. Trier 1888, 8. — Sprncllbuch 1. Frankfurt a. M. 
1889, 8. — Der Unterricht in der Religionslehre nach meinem Sprach- 
buch. Vortrag. Trier 1889, 8. - Spruchbuch II. Trier 1890. 8. — 
Nachtrag zu meiner Tosefta-Ausgabe. Verbesserter Abdruck aus der 
Monatsschrift. XLnLS.289- .390. Berlin 1899. — Mehrere Predigten 
einzeln er.schienen und in Rahm. Predigt-Magazin, zahlreiche Rezen- 
sionen im Lbl. und in der MS, in der Jewish Encyklopädie II der 
Artikel Berera. 



— 205 — 

Ferner besuchten die 

Lehrer-Abteilung : 

Bacli, Heimann, geboren in Myslowitz O/S. 184«, im Seminar 
1864- 67, gestorben M. August 1S88 als Kautmann in P>erlin. 

Bach, Jacob, geboren in Breslau 1^38, im Seminar 1854—59, 
Lehrer in Myslowitz, jetzt im Ruhestande. 

Badt, Julius, geboren in Grätz 1843, im Seminar 1860^64, 
Kaufmanih in Berlin. 

Bergmann, Heimann, geboren in Kröben 1839, im Seminar 
1857—60, war Lehrer in Antonienhütte und in Culmsee, lebte als 
Kaufmann daselbst bis 1^K)3 und starb in Berlin als Partikulier am 
24. November 1903. 

Boehm, Samuel, geboren in Guttentag 1844, im Seminar 
1861—64, Lehrer und Kantor in Bernburg. 

Bogen, Joseph, geboren in Rawitsch 1844, im Seminar 
1859—61, jetzt Rabbiner in Texarkana (Texas). 

Brann, Gustav, geboren in Kröben 1842, im Seminar 1859 
bis 1861, Lehrer in Deutsch-Krone. 

Buch holz, Lippmann, geboren in Bomst (Posen) 1844, im 
Seminar 1860-61 und 1863-64, starb am 12. Juli 1890 als Lehrer 
in Rawitsch. 

Cohn, Simon, geboren in. Kempen 1840, im Seminar 1860—63. 

Driesen, Jacob, geboren in Obersitzko 1849, im Seminar 
1864-67. 

Eckstein, Gustav, geboren in Rawitsch 1847, im Seminar 
1863—67, Lehrer in Neidenburg (Ostpr.), gestorben als Buch- 
händler in Barmen am 23. Februar 1891. 

Engel, Marcus, geboren in Rawitsch (Posen) 1845, im Seminar 
1863—65, gestorben als Kaufmann in Berlin am 1. März 1881. 

Falkenheim, Isaac, geboren in Vechta (Oldenburg) 1826, im 
Seminar 1857, 1864 Prediger und Religionslehrer in Kosten, 1874 
bis 1895 Inspektor des Knaben-Waisenhauses in Posen, starb im 
Ruhestande in Berlin am 6. September 1902. 

Freuthal, Selig, geboren in Schrimm 1842, im Seminar 
1859—60, Lehrer in Kattowitz, wohnt im Ruhestande in Berlin. 

Gattel, Adolf, geboren in Fraustadt (Posen) 1848, im 
Seminar 1866-67, starb in Berlin 1877 als Postbeamter. 

Gerechter, Emanuel, geboren in Lissa (Posen) 1842, im 
Seminar 1858-60, Prediger in .Appleton (Amerika). 



— 20h — 

Gutherz, Meyer J., gebüien in Ravvitsch ISIO, im Seminar 
1859 — 62, Lehrer in Thorii, starb daselbst am 4. Juni 1868. 

Guttmann, Albert, geboren in Städtel (Namslau) 1845, im 
Seminar 1860—61. 

Kohn, Jacob Heinrich, geboren in Stüdtcl 1848, im Seminar 
1863—66. 

Kramer, Jacob, geboren in Lissa 1847, im Seminar 1864 bis 
1866, starb 19C0 als Rcligionslehrer in Thorn. 

Krebs, Adolph, geboren in Cosel 1844, im Seminar 1862 — 63, 
Kaufmann in Oberglogau. 

Leipziger, Koppel, geboren in Gleivvitz 1840, im Seminar 
1859—60. 

Lewinger, Moritz, geboren in Gr.-Glogau 1840, im Seminar 
1857—61, Prediger in Bremen (im Ruhestande). 

Mac hol, Michaelis, geboren inChodziesen(Kolmar i. P.) 1844, im 
Seminar 1863—65, Rabbiner der Ansehe Chesed Congr. in Cleveland. 

Michaelis, Heinrich, geboren in Glogau 1861, im Seminar 
1861 — 63, Lehrer in Guttentag O/S , Antonienhütte und Thorn, starb 
1901 im Ruhestande in Berlin. 

Moses, Salomon, geboren in Kurnik 1836, im Seminar 1857, 
Rabbiner in Louisville, gestorben 7. Januar 1902. 

Neubauer, Simon, geboren in St. Benedek (Ungarn) 1839, 
im Seminar 1856, Prediger in Zittau. 

Neu mann, Jacob, geboren in Nagyfalu (Ungarn) 1845, im 
Seminar 1860 — 61. 

Proskauer, Paul, geboren in Gleivvitz 1843, im Seminar 
1859—61. 

Riess, Moritz, geboren in Tremessen 1845, im Seminar 1863. 

Rosenberger, Gabriel, geboren in Beuthen 1845, im Seminar 
1862 — 65, starb als Kantor und Religionslehrer in Stockholm am 
7. August 1895. 

Sachs, Lippmann, geboren in Breslau 1844, im Seminar 
1859—63, gest. 24. Mai 1863. 

Sarasohn, Jacob, geboren in Wittkowo 1846, im Seminar 
1864—66, Kantor in Stettin. 

Seligsohn, Moritz, geboren in Wollstein 1845, im Seminar 
1860 — 61, Kaufmann in Danvers (Amerika). 

Stern, Benjamin, geboren in Grätz (Posen) 1840, im 
Seminar 1858—60. 



— 207 - 

Stern, Samuel, geboren in Kempen 1.S42, im Seminar 1863 
bis 1865, Kantor in Breslau. 

Ucko, Moritz, geboren in Schwirtz 1843, im Seminar 1863. 

Walter, Isidor, geboren in Pr.-JMiedland 1838, im Seminar 
185M — 63, Hauptlehrer in Kimigshütte. 

VVeissmann, Abr. Nathan, geboren in Nikolai O/S. 1847. 
im Seminar 1865, Lehrer in Kattouitz. 

Zolky. Isidor, geboren in Rerek 1840, im Seminar !8r)7 bis 
1859, Kaufmann in Berlin. 

Zuckermandl, Kolmann, geboren in Ung.-Brod (Mähren) 
1841, im Seminar 1858—60, starb in Lübben als Kaufmann 1900. 

IV. Die am Seminar bestehenden Vereine. 

Die studierenden Jünglinge, die aus dem In- und Auslande hier 
zusammen kommen, haben von jeher das Bedürfnis gehabt, sich zu 
gegenseitigem Gedankenaustausch und zur Förderung ihrer geistigen, 
gesellschaftlichen und materiellen Interessen zusammen zu tun. 

Am Längsten besteht der Verein Livvjath Chen. Er trat auf 
eine Anregung des Direktor Frankel im Jahre LS55 ins Leben und 
hat die Aufgabe, die materielle Lage seiner bedürftigen Mitglieder in 
der Zeit ihres Studiums oder seiner ehemaligen Mitglieder vor 
Erlangung eines Amtes zu verbessern. Jeder Hörer oder 
Hospitant des Seminars kann Mitglied werden. Die Aufnahme 
findet einfach durch die im Einverständnis mit dem neuen Mitgliede 
erfolgende Eintragung in die Mitgliederliste statt. Die Mitgliedschaft 
erlischt mit dem Austritt aus dem Seminar. Zum Vereins- 
vermögen gehört ein Kapitalfonds in Höhe von über fünfzehn- 
tausend Mark, der unter der Verwaltung des Kuratoriums der 
Fränckelschen Stiftungen steht, ferner der Betriebsfonds, der aus 
den Kapitalzinsen, Beiträgen und Eintrittsgeldern gespeist wird, und 
endlich der Reservefonds, dem die Überschüsse des Betriebs- 
fonds und alle nicht zur Vermehrung des Kapitals bestimmten Zu- 
wendungen und Geschenke zufliessen. Der Reservefonds beläuft 
sich gegenwärtig auf 2100 Mk. Die bedürftigen Mitglieder können 
Unterstützungen und Darlehne erhalten. Auch den vom Seminar 
rite entlassenen ehemaligen Mitgliedern, die eine Amtsstellung noch 
nicht erlangt haben, dürfen Darlehne bewilligt werden. Die Organe 
des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. 
Der Vorstand führt sämtliche Geschäfte des X'ereins. Er besteht 
aus 5 Mitgliedern und 3 Stellvertretern, die alljährlich von der Mit- 



— 208 — 

glieden'ersammlung gewählt werden. Die Einnahmen und Ausgaben 
beliefen sich im Jahre 

Ib?') auf Mk. 252h,40 



1880 3759,76 

1885 = ■■ 3130,85 



18Q0 auf Mk. 5150,22 
1N95 ■ 37()2,85 

h)00 = - 5683,36 



und 1903 auf 5849,45 Mk. Diese Zahlen geben ein erfreuliches 
Bild von dem fortschreitenden Wachstum des Vereins und von der 
segensreichen Wirksamkeit, die er Dank der nachhaltigen Hülfe seiner 
Gönner und Freunde entfalten konnte. Möchte ihm auch in Zukunft 
eine stetig zunehmende UnterstiJtzung und Förderung zu teil werden- 

Etwa ein Jahrzehnt später entstand der homiletische Verein. 
Im Anschluss an die Vorlesungen und Übungen, die der Homiletik 
innerhalb des Lehrplans gewidmet sind, gibt dieser Verein den 
Seminaristen noch eine besondere Gelegenheit, sich für eine der 
wichtigsten Seiten ihres zukünftigen Berufes tüchtig zu machen. In 
jeder Woche findet eine Sitzung statt, bei der eine Sabbathpredigt 
oder eine Gelegenheitsrede gehalten werden muss. Sabbathpredigten 
halten diejenigen Studierenden, die in der Seminar-Synagoge noch 
nicht gepredigt haben. Die Auswahl des Textes und des Themas 
ist dabei dem Prediger überlassen. Die übrigen Seminaristen haben 
Gelegenheitsreden zu halten. Das Thema dazu wird ihnen zwei 
Tage vor der Sitzung gegeben. An jede Predigt schliesst sich eine 
Besprechung an, die in der Regel anspornend und anregend für den 
Redner und seine Zuhörer sich gestaltet^). 

Diesen beiden Vereinen haben zu jeder Zeit fast alle am 
Seminar Studierenden angehört. Vom „Gesangverein jüdischer 
Theologen" ist in anderem Zusammenhange bereits die Rede ge= 
wesen"). Daneben bestanden zeitweise unter verschiedenen Namen Ver- 
einigungen, die ihren Mitgliedern Gelegenheit entweder zum Gedanken- 
austausch über fachwissenschaftliche Angelegenheiten und zur Pflege 
eines bestimmten Zweiges der jüdischen Wissenschaft oder zu ge- 
mütlichem Verkehr unter einander verschaffen wollten. Beide Zwecke 
suchte die im Jahre 1871 entstandene „ Amicitia" zu verbinden. Als 
sie im Jahre 1888 auf den wissenschaftlichen Teil ihres Programms 
verzichtete, übernahm der „Literarische Verein jüdischer 
Theologen", der ebenfalls heute noch besteht, die Pflege dieser 
Aufgabe. Den Zweck, ihre Mitglieder einander näher zu bringen und 



^) Am 9. Dezember 1890 feierte der Verein sein 25jähriges Jubiläum. 
Die aus dieser Veranlassung von A. Biach gehaltene Festrede ist in Brülls 
populär-wissenschaftliclien Mouatsblättern 1890. S. 248 ff., gedruckt. 

-) Oben S. 77. 



— 209 — 

zu dauernder Freundschaft für das Leben zu verbinden, erfüllen 
beide Vereine in angemessener Weise. 

Auch die Jünger, die ilire Studien an der Anstalt vollendet 
haben, traten im Jahre 1868 zu einem „jüdisch -theologischen 
Verein" zusammen. Er sollte die ehemaligen Schüler des Seminars 
aus der Trennung und Vereinzelung alljährlich zu gegenseitiger Be- 
lehrung und Förderung zusammen führen, bei ihnen den Sinn für echte 
Wissenschafllichkeit wach erhalten und sie zu gemeinsamem Handeln 
für bedeutende wissenschaftliche und praktische Zwecke vereinigen. 
Über seinen religiösen Standpunkt sprach sich der Verein bei seiner 
Versammlung vom Jahre 1869 wie folgt aus: „Wir stehen auf dem 
Boden des positiven Judenthums, dessen Erhaltung und Kräftigung 
höchstes Ziel unseres Strebens ist. Wir wollen die Einheit und 
Einigkeit der jüdischen Gemeinden fördern, indem wir, von Stabilität 
und Reformsucht gleich weit entfernt, nur solche Neugestaltungen 
als zulässig anerkennen, welche in innigem Zusammenhange mit 
der Vergangenheit bleiben, und aus der Bibel und dem Talmud 
ihre Berechtigung nachweisen lassen. Wir verwerfen daher ent- 
schieden alle Bestrebungen, die entweder mit dem traditionellen 
Judenthum brechen oder in starrer Konsequenz allen Anforderungen 
der Gegenwart sich verschliessen und dadurch geeignet sind, Zwie- 
spalt in den Gemeinden zu erzeugen." Obwohl das Unternehmen 
schöne Erfolge erzielt und fruchtbare Anregungen gegeben hat^), hatte 
es keine lange Dauer, vornehmlich weil die Zeitverhältnisse zu Beginn 
der siebziger Jahre einer gedeihlichen Entwicklung hindernd im Wege 
standen. Vielleicht ist es der Zukunft vorbehalten, dem vorzüglichen 
Grundgedanken in anderer Ausgestaltung einen bleibenden Einfluss auf 
das religiöse und wissenschaftliche Leben des Judentums zu sichern. 

^) Näheres darüber in der Schril't: „Das jüdiscli- theologische Seminar 
am Tage seines 25jährlgen Bestehens", S. 19—21. 



U 




Jüdisch-theologisches Seminar, Wallstrasse 1{^ 

Gartenfront. 



Beilagen. 



Beilajä^e I. 



Z. Prankeis Organisationsplan für das zu i^ründende 
Rabbiner' und Lehrer-Seminar. 



Au die ^Spitze der auftauchenden Fragen über Nutzen und Notwendig- 
keit eines Rabbiner- und Lehrerseminars, über deren innere Einrichtung und 
Lehrf^'e^enstünde, über Einheitlichkeit des Seminars für Eabbiner und des 
Seminars für Lehrer stellen wir die Frage: was ist Jlabbiner, was ist Lehrer? 
Welche Anforderungen richtet unsere Zeit an den Rabbiner, welche An- 
ibrderungen an den Lehrer ? 

Rabbiner ist der Volkslehrer. Lehrer nach dem gewöhnlichen Begriff 
der Schul- oder Jugendlehrer. Beide haben einen grossen Beruf; Der Volks- 
lehrer soll das Volk, das Allgemeine, die in ihren religiösen Interessen zu 
einem Einheitlichen sich vereinigende Gemeinde in göttlichen Dingen be- 
iehren und das Göttliche in ihrem Kerzen befestigen ; der Jugendlehrer als 
Religionslehrer — bei der Frage über ein jüdisches Lehrerseminar ist zu- 
nächst nur ein solcher im Auge zu behalten — soll den in das Her,Ä des 
Kindes gelegten gr,ttlichen Keim entwickeln, dass es zu einem würdigen 
Teile der Gesamtheit heranwachse : der Rabbiner soll als Träger des Juden- 
tums lebendige Teilnahme in dem Herzen wachhalten, der Lehrer Teil- 
nahme erwecken. Wo nun bei der Grossartigkeit des einen wie des andern 
Berufes der eigentliche Schwerpunkt liegt, kann nur durch ein tieferes 
Eingehen auf das Wesen des Judentums ermittelt werden. — Das Judentum 
hat seine Gewähr in sich, in den ewigen Wahrheilen, die es lehrt. Er- 
halterin und Nährorin dieser Wahrheiten ist die Wissenschaft, sie stellt jene 
dem Geiste als Lebendiges und Leben Ausströmendes gegenüber, gibt ihm 
die spannende und anregende Beschäftigung, durch die diese Wahrheiten 
ein lebendiges, ohne die sie ein totes Gut sind. Der jüdische Glaube ist 
ni<-ht in einem Volkstum bedingt, bedarf nicht der Vertretung durch äussere 
Macht : er entfaltete seine edelsten Blüten in Zeiten des Umherirrens und 
der Heimatlosigkeit : aber in dem Masse, wie er von jeder Forderung welt- 
licher Unterlage entfernt ist, beansprucht er geistiges Leben, eine ununter- 
brochene Strömung in der Sphäre des Denkens und des Forschens. Wissen- 
schaft ist das Herz des Judentums, aus dem das Blut sich durch alle Adein 
ergiesst : die Erhaltung des Judentums liegt im Gedanken, ohne den Ge- 
danken siechen und versiegen die Handlungen. — Bei der unstreitig anerkannten 
Wichtigkeit eines Lehrerseminars kann man doch ni^ht umhin, die von 
mancher Seite angeregte Frage, ob der Errichtung eines Rabbinerseminars 
oder eines Lehrerseminars der Vorzug zu geben, für gleichbedeutend mit der 
Frage zu erachten, ob Wissenschalt und Judentum durch Tiefe oder Breite 
erhalten werden, ob Leben aus den llei-zkaramern oder den Nebengliedern 



II 

ansströiut, ob eine grosse Anzahl von zerplitterten Funken Wiinne und 
Licht geben, ob einer im Verfall begrilleneu Wissenschaft; einige den Ver- 
fall hinausschiebende Mittel oder eine Regeneration nottut ? Noch bestehet 
zur Zeit an keinem Orte in Deutschland ein llabbinerseminar, nirgends eine 
nianzstiitte für einstige Vertreter der IJeligionswissenschaft : und es könnte 
sich der Zweifel erhoben, Mohin die Sorgfalt für das rcligi<(se Wohl der 
Gesamtheit sich zuerst zu lichten habe, ob auf Ueraubildung der Träger 
und Vertreter des Glaubens oder jener, die das Licht verbreiten sollen, das 
von diesen getragen und bewahrt wird? Lasst das Licht bei diesen aus- 
gehen, lasst es in seiner Urkraft — der Wissenschaft ~ erlöschen, woran 
werden die Jugendlehrer sich wärmen V Es ist das schöne Charakterzeichen 
des Judentums, dass seiu Wesen sich nicht an Stand und Ordination knüplt 
und der Name „Geistlicher" in dessen eigentlicher Bedeutung von ihm nicht 
gekannt ist ; dieses mag vielleicht Manchen zu dei Annahme verleiten, dass 
der Rabbiner an sich dem Judentum fremd, von aussen hineingetragen sei. 
Für eine Zeit, wo das Wissen allgemein verbreitet ist, hat diese Annahme 
ihre Giltigkeit : der Gelehrte ist Rabbiner. Sie hat in gewisser Hinsicht 
ihre Geltung auch für alle Zeiten. Der Rabbiner soll gelehrt sein, soll in 
sich das Wissen des Judentums aufgenommen haben, in Kraft der Glanbens- 
wissenschaft und Belehrung, nicht in Krafc der Ordination und Wahl die 
Gemeinde vertreten. Aber kann, weil nicht geistlicher Stand, sondern ge- 
lehrter Lehrer dem Judentum eigentümlich, der Schullehrer an dessen Stelle 
treten, die Gemeinde, die Gesamtheit, der Glaube, die Konfession durch 
Jugendlehrer repräsentiert werden V Weil im Judentum nur die Wissen- 
schaft die Weihe gibt und Aeusserlich.es nicht zur Grundbedingung gemacht 
wird, darum soll auch auf diese geistige Weihe verzichtet werden '? 

Betrachten wir aber noch die Wirksamkeit des Rabbiners nach einer 
anderen Richtung, um ganz den Umfang seines Berufes zu erkennen. Der 
Rabbiner ist nach der gewöhnlichen Definition — die auch, oben angenommen 
wurde — Volkslehrer, der Schullehrer ist Jugendlehrer. Es werden nun hier ge- 
wöhnlich zwei gesonderte, von einander getrennte Gebiete gedacht ; in der 
Wirklichkeit finden sich jedoch hier zwei ineinander gefügte Gebiete, deren 
eines nur mit seinen Grenzen sich weit über das andere hinausziehet. So- 
wohl Rabbiner als Jugendlehrer nehmen bei ihrer religiösen Bildung den 
Ausgang von der Schrift : also zum Teile denselben Bildungsgang, nur dass 
der Rabbiner seinem Beruf nach noch über ihn hinausschreitet. Betrachten 
wir jedocli noch weiter den Beruf des Rabbiners, wie er sich im Judentum 
von jeher ausprägte. Der Rabbiner hatte das Volk über Religüises und 
Moralisches zu belehren : aber hierauf war seine Tätigkeit keineswegs be- 
schränkt: der geistige Inhalt des Gesetzes seilte weiter übergeben, die Liebe 
für die Lehre wach und rege erhalten werden, der Geist in ihm Stoff und 
Beschäftigung finden : darum die vorzüglichste Aufgabe des Rabbiners, die 
Jugend zu belehren und für den väterlichen Glauben zu begeistern. Diese 
Aufgabe hat für den Rabbiner nicht aufgehört; und kann sie nach der 
Richtung unserer Zeit nicht mehr in dem ehemaligen Umfang an der er- 
wachsenen Jugend erfüllt werden, so muss sie sich um so mehr der frühen 
Jugend zuwenden. Der Rabbiner unserer Tage soll unmittelbar oder mittel- 
bar die Jugend in den Religionswahrheiten belehren, den Unterricht selbst 
erteilen oder ihn leiten und überwachen. Der Rabbiner muss sich also die 
Befähigung des Jagendlehrers aneignen, muss auf religiösem Gebiete dessen 



III 

Stelle aiisfülleu köanen ; aber seiner Tiltigkeit ist ciu noch weit grösserer 
Kreis angewiesen ; seiner Obhut ist die Wissenschaft und die Belehrung der 
Gemeinde anvertraut. 

Eabbiner- und Lehrerseminar fallen also in vieler Beziehung in Eins 
zusammen. Hierdurch ist auch die Frage erledigt : Können Rabbiner- und 
Lehrerseminar zu einer Anstalt mit einander verbunden werden? Die 
eigentliche Bestimmung eines besondern jüdischen Lehrerseminars ist, dass 
aus ihm Lehrer hervorgehen, die befähigt sind, der Jugend den Keligions- 
unterricht zu erteilen. Nur zu diesem Zwecke bedarf es einer speeifisch 
konfessionellen Anstalt, die allgemeinen Unterrichtsgegenstände stehen an 
sich ausser dem Bereiche der besondern Pflege und Wartung der 
Koniessiou. Hinsichtlich des Religionsunterrichts aber sind beide Seminare 
in vielen Punkten Eines, das Lehrerseminar im Rabbinerseminar involviert. 
Das Rabbinerseminar muss, da der l'nterricht der Jugend mit zu dem Be- 
rufe des Rabbiners gehört, dem dem Rabbinerstande sich widmenden jungen 
Mann Gelegenheit bieten, sich die zum Unterrichte der Jugend qualifizieren- 
den Befähigungen anzueignen und muss daher auch einen Kursus für 
Katechetik, Pädagogik u. s. w. erölfnen. In dem Seminar für Rabbiner ist 
also zugleich das für Lehrer in seinen wesentlichsten l'unkten enthalten. 
Und erheischet auch die Rücksi(;ht auf manche äussere Beziehungen, dass 
das Lehrerseminar auch die allgemeinen Unterrichtsgegenstände mit auf- 
nehme, so wird vielleicht die Folgezeit auch hier Auskunft bieten : vor der 
Wichtigkeit der Gründung eines Rabbinerseminars, das für das Judentum 
eine Lebensbedingung ist, muss jedoch einstweilen jene Rücksicht 
zurücktreten. 

Wir gehen nun nach Be'euchtung obiger Punkte auf Wesen und Ein- 
richtung des Rabbinerseminars und Wesen und Einrichtung des Lehrer- 
seminars über. 

Rabbinerseminar, 

Das Bedürfnis eines Rabbinerseminars drängt sich bei einem nur ein- 
fachen Blick auf den gegenwärtigen trostlosen inneren Zustand des Juden- 
tums auf. Die früheren Lehrhäuser sind geschlossen, neue haben sich nicht 
geöffnet: dem dem Rabbinerstande sich widmenden jungen Manne ist daher 
nirgends Gelegenheit geboten, die theologischen Studien zu machen: das 
Rabbi nerseminar .soll an die Stelle des alten Lehrhauses treten ; doch muss, 
soll es nicht bald das Schicksal der verfallenen Lohrhäuser teilen, mit dessen 
Errichtung zugleich ein neuer geistiger Bau begonnen werden. 

Forscht man nach der Ursache der Auflösung der Lehrhäuser, so ist 
sie zunächst in dem Umstände wahrzunehmen, dass das wissenschaftliche 
Element erloschen, das Studium nicht von wissenschaftlichem ({eist durcli- 
haucht war. Die Lehr- und Forschungsweise der letzten Zeit vornehmlich 
lag weit von jedem wissenschaftlichen Bildungs:;ang ab: sie hatte völlig 
auf ein systematisches Studium verzichtet, und es machte sich allenthalben 
der Mangel an Methode, die Abwesenheit jeder wissenschaftlichen Architek- 
tonik fühlbar. Hierzu kam noch, dass man sich damit begnügte, dem Geiste 
an sich scharfsinnige, aber jeder breiteren Basis entbehrende Diskussionen 
als alleinige Nahrung darzubieten: die umfassende Kenntnis des theo- 
logischen StolVes, wie sie die spanische und auch die französische Schule 
zeigt, wurde von minulirisen Geistesspielereien verdrängt. — Dass endlich 



IV 

lue allgemeinen Wissenschaften keine Berücksiclitignng ianclen, eine scien- 
tifische Bildung nicht erforderlich schien, ja sogar als feindlicher Gegensatz 
dem theologischen Studium gegenüber betrachtet wurde, musste diesem die 
Geister völlig entfremden. — Und so verfielen die Lehrhäiiser : Lehrer und 
Schüler sahen sich verlassen. 

Der abgerissene F;uleii soll aufgenommen, eine Schule wiediT orölfnet 
werden. Als erste Bedingung der Regeneration stellt sich die Forderung 
heraus, dass ein wissenschaftlicher Geist in das Studium der jüdischen 
Theologie hineingetragen werde. Zwar soll nicht auf den ihm eigentüm- 
lichen Geist, auf die es charakterisierende scharfsinnige Richtung verzichtet 
werden ; abiu- diese Richtung soll von einem systemastischen l'oj'schungs- 
gange durchdrungen und geleitet sein. Als andere Anfonlerung zeigt sich 
das Umfangreiche des Wissens. Die jüdische Wissenschaft eröffnet nach 
allen Richtungen ein grosses Gebiet. In ihren Bereich gehören Bibelstudium 
und Sprachkunde. Mischna, Talmud und Midraschim, Religionsphilosophie, 
und neben diesen schon in früheren Jahrhunderten — zumeist durch die 
spanische Schule — angebauten Gefilden haben neuere Zeitbedürfnisse und 
kritische Auffassung dos Geistes der Wissenschaften noch andere Gebiete 
geschaffen. 

Es bedarf ferner kaum der Erwähnung, dass allgemeine gelehrte 
Bildung, wie sie Gymnasium und Universität bieten, mit in den Kreis 
des Rabbiners gehören, dass er sich dieselben angeeignet haben muss. Die 
eigentlich jüdische Wissenschaft hat ja aus der Höhe der Zeitbildung 
Nahrung gezogen, die sie mit ihrem Geist befruchtend als Lebenssäfte in 
sich aufnihm. Judentum und Wissenschaft müssen überhaupt einander 
genähert werden : und es bewährt sich hierin die Kraft des Judentums, dass 
seine Wahrheiten an dem Lichte der Wissenschaft um so glänzender hervor- 
treten. Nur die einseitige Bildung erweckt schwer auszugleichende Couflicte; 
dem jungen Manne, der aus dem Irüher enggeschlossenen Kreise des 
jüdischen Studiums in das Gebiet des allgemeinen Wissens trat, schien sich 
eine neue, mit seinen mitgebrachten Anschauungen im schärfsten Gegen- 
satze stehende Welt aufzutun, in der er sich zuweilen ganz verlor. Durch 
baldige Bekanntschaft mit den allgemeinen Wissenschaften wird der Jünger 
der jüdischen Theologie mit dem Gedanken des Zasammengehens beider 
Disziplinen zeitig vertraut gemacht und vieler beengenden Zweifel enthoben 
werden. Die dennoch etwa hier und dort hervortretenden Gegensätze aus- 
zugleichen, wird die Aufgabe der Lehrweise des Seminars sein. 

Macht man bei genauem tiefen Eingehen in die Wissenschaft des 
Judentums und bei sorgfältigem Abwägen der religiösen Bedürfnisse der 
Gegenwart die Anwendung obiger Gesichtspunkte auf die Unterrichtsgegen- 
stände, so ergibt sich als Resultat : 

A. 

Ijehrgegenstände hinsichtlich der wissenschaftliehen Be- 
halftllung: Methodologie. Einleitung in die Mischna. f]inleitung 

in den Talmud (jerusal. und baliyl.). Einleitung in den Midrasch. 

(. 

B. 

Lehrgegenstände hinsichtlich materiellen Wissens. Bibel. 
Exegese und Geschichte der Exegetik (hebr. und aram.) Manche 
Targumim (mit stetigem Rückblick aiif die Septuaginta). Geo- 



V 

graphie von Palastina nnrl Babylonicii. Misclma. Manche ältere 
Boraitot. Talmud. Manche 'l'oile der Talmud- l'raxis. Vorzüg- 
liche Respunscn. CJlaubens- und Pf lichten lehre (Wesen des Juden- 
tums). Literärgeschichte verbunden mit Geschichte der Juden 
Pädagogik und Katechetik, Religionsphilosophie (Midrasch; 
Philosophie des J. Halevi u. a., auch Berücksichtigung der alexandr. Schule: 
Philo). Ethik > Midrasch, Bachja u. a.) Homiletik mit besonderer 
Anwendung des Midrasch. Geist des niosaisch-talmudischon 
Criminal- und Zivilrechts mit besonderer Hervorhebung:; des 
m o 9. - 1 a I m u d i s c h e u E h c r c cli t s. 

C. 

Lohrgegenstände der allgemeinen Wissenschaft. Gym- 
nasialkenntnisse. ]SIanche Zweige der Universitäts - Studien . etwa 
Encyclopädik. Geschichte der Philosophie iV. Orientalische 
Philologie. 

Es drängt sich nun die Frage auf, was das Seminar in Beziehung 
zu obigen Lehrgegeustäuden zu leisten habe. Für die Gegenstände unter 
A und B muss unstreitig das Rabbinerseminar vollständige Belehrung 
bieten: sie liegen ganz im Gebiete der jüdischen Wissenschaft und bilden 
deren Kreis. — Hinsichtlich der unter ('. gedachten Gegenstande, so sind 
diese zwar ihrem Wesen nach nicht enge mit der jüdischen Wissenschaft 
verbunden und könnten auch auf externen Anstalten erlangt werden. Die 
llücksicht jedoch auf das Mass der Zeit und auf die Geistesfrische, 
die das Studium der unter A. und B. gedachten Gegenstände erheischen, 
macht es zur unabweisbaren Forderung, dass der Gymnjsialunterricht am 
Seminar erteilt und mit zu einem harmonischen Ganzen aufgenommen werde. 
Hingegen sind die Univeräitätsstudien an der Universität selbst zu machon. 
Der junge !Maun ist nun schon mit bedeutender Kenntnis der jüdischen 
Theologie ausgerüstet und kann den externen Wissenschaften mehr Zeit 
widmen. Und es bietet die Universität auch den Vorteil, dass sie der Ein- 
seitigkeit, zu der der Besuch einer einem gewissen Zwecke gewidmeten 
Anstalt etwa führen könnte, vorbeugt. Für Ausgleichung der etwa sich 
begegnenden Gegensätze soll, wie oben bemerkt wurde, das Seminar vor- 
bereitet haben, aber auch hierin noch weiter fortwirken. Dennoch während 
der Universitatsjah.ro soll der Seminarbesuch fortgesetzt werden und für die 
theologische Anstalt eine noch höhere Tätigkeit entwickeln. Das Seminar 
hat ül)erhaupt die Bestimmung, den Kandidaten der jüdischen Theologie bis 
an das Ziel seiner Lautbahn, bis zur vollendeten Belähigung zum wissen- 
schaftlichen Rabbiner, also bis nach zurückgelegten Universitätsstudien 
zu führen. 

Dieses über Wesen des Seminars; wir wenden uns nun zur Ein- 
richtung des Rabbinerseminars. 

Hier richten wir vorerst und zumeist den Blick auf die mit dem 
Wesen des Seminars in tiefster Verbindung stehende innere Einrichtung. 
Die Lehrgegenstände wurden oben benannt : es drängt sich nun aber die 
Frage auf, nach welchem Plan, in welcher inneren zusammenhängenden 
Aufeinanderfolge sollen sie gelehrt werden? 

Eine aprioristischc Fixierung des Lehrplanes bietet zwar nicht zu be- 
siegende Schwierigkeiten und es wird wahrscheinlich die Erfahrung jede 



VI 

Theorie Lügen Straten; iloi-li Wissenschaft und wissenschaftliche Einrichtung 
mllsson von der Idee, von der das Ganze umfassenden und zergliedernden 
des Unterrichts ausgehen. 

Betrachten wir den ganzen Kreis der Belehrung von den ersten An- 
fän"-en an, wie sie einst das Seminar wird bieten müssen. Das Ivabbinor- 
seminar wird in kommenden Zeiten wahrscheinlich nur ein geringes Mass 
tahuudischer Vorkenntnisse als Bedingung des Eintritts autstcllcn können: 
etwa das Verständnis mancher Mischna- und leichterer Talmudstellen; und 
auch hinsichtlich des biblischen Wissens wird die Fordeiung schwerlich 
über den rentateuch und die ersten Propheten hinausgehen kr.nnen. Diesem 
gemäss wird auch nur Kenntnis der Elementarschulgegenstände verlangt 
werden können. Mit etwa zurückgelegtem 1.3. Lebensjahr wird die Auf- 
nahme stattünden und der vollständige Kursu? wird mit Einschluss der 
Gymnasial- und LTniversitätsstudien V2 Jahre dauern. Dieser Kursus zerfällt 
in 4 kleinere Kurse oder Cyklen von je 3 Jahren. 

Lehrgegenstände des ersten Cyklus sind: 
Bibel. Hebr. Sprache. Mischna mit entsprechender kurzer Einleitung. 
Leichtere Talmudtraktate mit vorhergeheuder kurzer Uebersicht des jedes- 
maligen Traktats. Untere Gymnasialstudien. 

Lehrgegeustände des zweiten Gyklus: 
Bibel und Exegese. Hebr. Stilübung. Aram. Sprache. Geographie 
von Palästina und Babylouien. Methodologie der Mischna und des Talmuds. 
Aeltere Boraitot. Eingehenderes Talmudstudium. Kursorisches Talmud- 
studium, Glaubens- und Pflichtenlehre mit Anknüpfung an biblische und 
talraudisclie Stellen. Mittlere Gymnasialstudien. 

Anmerkung: Dem jedesmaligen Talmudtraktat geht eine übersichtliche 
Einleitung voran. Beim kursorischen Talmudstudium ist zumeist auf den 
Jadha-chasaka und auf R. Ascher Bezug zu nehmen. Dies gilt auch für 
die folgenden Cykleu. 

Lehrgegenstände des dritten Cyklus: 
Exegese und Geschichte der Exegetik verbundeu mit Targumim und 
Rückblick auf die Septuaginta. Neu-hebräische Lektüre. Höhere Einleitung 
in Mischna und Talmud. Eingehenderes und kursorisches Talmudstudium. 
Talmudische Praxis. Midraschim und Einleitung in dieselben. Literär- 
geschichte, verbunden mit Geschichte der Juden. Pädagogik uud Katechctik. 
Höhere Gymnasialstudien. 

Lehrgegenstände des vierten Cyklus: 
Höhere Exegese. Eingehenderes und kursorisches Talmudstudium. 
Jerusalemischer Talmud. Talmudische Praxis. Responsen. Religions- 
philosophie und Ethik. Homiletik und homiletische Uebungen. Geist des 
mos. talm. Criminal- und Civilrechts, vorzüglich des Eherechts. Uuiversitäts- 
studien. 

Die nähere Detaillierung jeder dieser Cyklen ist leicht zu finden und 
kann hier um so füglicher übergangen werden, als ein auf diesen Cyklen 
gegründeter Lehrplan in den früheren Jahren nach Entstehen des Seminars 
nicht zur Ausführung kommen wird. Die Aufgabe der Anstalt wird viel- 



Vll 

mehr sein, mehrero schon vorliaiidene, in mancher Beziehung? unliarinonische 
Elemente mit aul'zunohmen und die verschiedenartigen Teile zu einer ein- 
heitlichen Vureinbarung zu verschmelzen. 

Manche Jünglinge werden, wie fast mit Gewissheit vorauszusetzen 
bei ihrem Eintritt hinsichtlich manches Zweiges des Wissens (wie ein- 
gehenderes Talmudsludium) im dritten Cyklus stehen, vielleiclit sogar schon 
in den vierten hineinreichen, hinsichtlich onderer Zweige aber noch manche 
für den ersten Cyklus angegebene Studien zu machen haben. Die eigentliche 
Bibelkenntnis wurde in den letzteren Zeiten nicht sehr betrieben, und auch 
auf Mischnastudium wurde wenig Gewicht gelegt. Dieselbe Verschiedenlieit 
wird sich voraussichtlich auch bei den Gymnasialstudien zeigen; allenthalben 
das Gleichgewicht struende, von einer Seite es übersteigende, von der 
anderen unter ihm zurückbleibende Potenzen. — Für die ersteren Jahre des 
Bestelicns des Seminais werden die Talmudstudien zusammengezogen werden 
können. Durch das hierdurch entstehende Zusammenrücken der Cyklen 
muss aber auch manches ausführlichere des Bibelstudiums dieser C3'klen 
dem Privatlleisse überlassen bleiben. Auch werden die G3nnnasialstudien 
erst bei Secunda beginnen kimnen. Nur bei sehr befähigten Jünglingen 
könnte durch Privatunterricht in Obertertia nachgeholfen werden. 

Beim genaueren Eingehen dürfte für die früheren Jahre nach Er- 
öffnung des Seminars ein Kursus von sieben Jahren festzusetzen sein, 
und zwar in folgender Ordnung; 

Erster Jahrgang: Bibelstudium und Exegese. Hebräische Sprache. 
Methodologie der Mischna und des Talmud. Mischna, Eingehenderes 
Talmudstudium. Secunda. 

Zweiter Jahrgang ; Bibelstudium und E.xegese. Aram. S])raclie. 
Geographie von Palästina und Babylonien. Mischna und ältere Boraitot. 
Eingehenderes Talmndstudium. Glaubens- und Pflichtcnlehre (Wesen des 
Judentums) mit Anknüpfung an bibl. und talm. Stellen. Secunda. 

Dritter Jahrgang: Bibelstudium. Exegese und Geschichte der 
Exegetik verbunden mit Targumim (und Septuaginta). Hebr. Stilübung. 
Höhere Einleitung in die Mischna und ältere Boraitot. Eingehenderes und 
kursorisches Talmudstudium, Midraschim. Literärgeschichte und Geschichte 
der Juden. Prima. 

Vierter Jahrgang; Höhere Einleitung in den Talmud. Ein- 
gehenderes und kursorisches Talmudstudium. Talmud-l^raxis. Midraschim 
und höhere Einleitung in dieselben. Literärgeschichto und Geschichte der 
Juden, Pädagogik und Katechetik. Prima, 

Fünfter Jahrgang: Höhere Bibclexegese. Eingehenderes und 
kursorisches Talmudstudium, Talmud-Praxis, Peligionsphilosophie. Ethik, 
Universitätsstudien. 

Sechster Jahrgang: Eingehenderes und kursorisches Talmud- 
studiiun. Jerus. Talmud. Besponseu. Homiletische Uebungen. (xeist des 
mos. talm. Criminal- und Civilrechts, Eherechts. Universitätsstudien, 

Die ersten vier Jahrgänge erheischen einen wt'lchentlichcn Unterricht 
von 3 2 Stunden am Seminar, die anderen drei Jahrgänge, da die Uni- 
versitätsstudien auswärts gemacht werden, wöchentlich 15 Stunden am 
Seminar. Unterrichtstage sind Sonntag und Freitag Vormittags (je zu vier 
Stunden), Montag, Dienstag, ^Mittwoch, Donnerstag (je zu sechs Stunden). 



VIII 

Ein näheres Eingehen neigt ungelahr folgendes Untenichtsverhaltnis: 
Erster Jahrgang. 

Bibelstudiina und Exegose, Hebräische Sprache !» Stiiiidfu wöchentliih 

Methodologie der Mischna usw . 1 = 

Mischna .............. ' 

Eingehenderes Talmodstudiuni 1 

S e c u n d a 1^ * 

32 Stunden wöchentlich 

Zweiter Jahrgang. 
Bibelstudiuin und Exegese, Aram. Sprache, Geo- 
graphie von Talästina li . 8 Stunden wöchentlich 

Mischna und iiltere Boraitot 4 -- < 

Eingehenderes Talmudstudium 4 

Glaubens- und Pflichtenich re '^ ^ » 

Secunda 14 ' 

o2 Stunden wöchentlich 

Dritter Jahrgang. 
Bibelstudium, Exegese und Geschichte der Exegese, 

Targumim (mit Septuag.), Hebräische Stiliibung 5 Stunden wöchentlich 

Höhere Einleitung in die Mischna und ältere Boraitot 2 = 

Eingehenderes Talmudstudium 4 = - 

Cursorisches Talmudstudium 4 = = 

Midraschim 1 - 

Literärgeschichte und Geschichte der Juden ... 2 = 

Prima . . 14 = 

32 Stunden wöchentlich 

Vierter Jahrgang. 

Höhere Einleitung in den Talmud ...... 2 Stunden wöchentlich 

Eingehenderes Talmudstudium 4 = 

Cursorisches Talmudstudiura '. . 3 = 

Talmudische Praxis 2 = ^ 

Midraschim und Einleitung in dieselben .... 3 

Literärgeschichte und Geschichte der Juden ... 2 = = 

Pädagogik und Katechetik 2 

Prima 14 = -^ 

32 Stunden wöchentlich 

Fünfter Jahrgang. 

Höhere Bibelexegese 2 Stunden wöchentlich 

Eingehenderes Talmudstudium 4 = 

Cursorisches Talmudstudium 4 = = 

Talmudische Praxis 2 

Religionsphilosophie und Ethik 3 « = 

15 Stunden wöchentlich 



IX 

Sechster Jahrjrang. 

Eingehenderes Taliuiid.stu<iiu.n 1 Stiiudon wöchentlich 

Ciirsorisches Tahnudstudinm . . <J « ' 

Jenisal. Talmud - - * 

Keaponsen - ' 

Heligionsphihisophie und Kthik - = ' 

Homiletik -" \ I 

1.") Stuinleii wöchentlich 

Siebenter J a h r g a n g. 

Eingehenderes Talinudsludium . i Stunden wöchentlich 

Cursnrisches Talmudstudium 3 

Jerusal. Talmud . 2 

Responsen •• ^* 

Homiletische Uebungen 1 

Mos.-talm. Criminal-, Civil-. Eherecht .... - ! 

15 Stunden wöchentlich 

Anmerkung. Diese Stundeneinteilung gibt vorzüglich für die ersten 
vier Jahrgänge nur einen ungefähren ]\Iassstab. Es dürfte vielleicht 
mancher Gegenstand in einen anderen Jahrgang zu versetzen und ein 
anderer Lehrgegenstand an dessen Stelle zu substituieren sein : vielleicht 
dürften auch die Gymnasialstudien mehr als die hier angegebenen Stunden 
erheischen. Hier ist nur ein allgemeiner Entwurf hingestellt, um nach 
ihm die Studien fest ins Auge zu fassen und die Zahl der Lehrer zu be- 
stimmen. 

Wir schreiten nun zu der Lebensfrage: wie viele Lehrer an dem 
Rabbinerseminar anzustellen seien? Um zu einer befriedigenden Antwort 
zu gelangen, rekapitulieren wir die für diese sieben Jahrgänge angegebeneu 
Lehrgegenstände und Unterrichtsstunden. Voraus senden wir die Be- 
meikung. dass das eingehendere Talmudstudium für alle Jahrgänge zu 
"leicher Zeit erteilt werden kann : es nehmen an ihm alle Hörer zugleich teil. 



Rekapitulation. 

wöclientlich 

Bibelstudium, Exegese, Hebräische undaram. Sprache, Geschichte 

der Exegese. Targumim, Geograpliie von Palästina und 

Babylonieu, Hebräische Stylübungen (1.-3. Jahrgang) . . 2-_' Stunden 

Methodologie (1. Jahrgang) 1 

Mischna und ältere Boraitot (1. und 2. Jahrgang) « 

Eingehenderes Talmudstudium (für alle Jahrgänge zugleich) . 4 

Glaubens- und Pflichtenlehre (2. Jahrgang» 

Einleitung in die Mischna (:J. Jahrgang) 2 

Cursorisches Talmudstudium (3. bis 7. Jahrgang) I< 

Midraschim und Einleitung (3. und 4. .lahrgang 1 

Literärgeschichte und Geschichte der Juden (3. und 4. Jahrgang) 4 

Einleitung in den Talmud (4. Jahrgang) - 

Talmudische Praxis (4. und 5. Jahrgang) ' 

70 Stunden 



X 

wöclienüiih 

Trausport 70 Stumleii 

Pädagogik und Kalerhctik ( l. Jahrgang^ - 

Höhere Exegese ('), Jahrgang) . ~ 

Keligioiisphih)SOphie und Ktlük (5. und <; Jahrgang) . . . . o 

Jerusal. Talmud (G. und 7. Jalirgang) ' 

Kesponsen ((!. und 7. Jahrgang) •""' 

Homiletik und homiletische Uebungen (G. und 7. Jahrgang) . 3 
Geist des mos.-talm. Civil- und Criniinalrechts (7. Jahrgang ) . 

Für die gesamten theologischen Studien ii:5 Stunden 
Hierzu Stunden für den Gymnasialunterricht : 

Sekunda (1. und 2. Jahrgang) je zu 14 Stunden -'S 

Prima (1. und 2. Jahrgang) je zu 14 Stunden .... • • -^ 

Die Gesamtzahl der Stunden also 149 Stunden 
wovon für den theologischen Unterricht 93 Stunden, für den 
G j'mnasialunterricht 5G Stunden wöchentlich. 

Wird nun angenommen, dass, wie an vielen Anstalten üblich, 
der Lehrer ungefähr 3Ü Stunden wöchentlich Unterricht erteilt, so wird 
das Lehrpersonal zu bestehen haben; 
aus einem Direktor, 
drei theologifichen Lehrern, 
zwei Gymnasiallehrern 

(vergleiche auch Aveiter „Lehrerseminar"). 
Ob diese Lehrerzahl schon bei Erölt'uung des Pabbinerseminars anzu- 
stellen sein wird, wird die Zahl und Befähigung der sich anmeldenden 
Hörer entscheiden. Dieser Lehrplan wird sich überhaupt nicht sogleich bei 
der Eröffnung des Seminars realisieren lassen und werden Modificationen 
nach den gegebenen Umständen eintreten müssen. Doch ist in diesem 
Lehrplan eine Basis festgestellt und wird er holYentlich schon nach vier bis 
fünf Jahren i.ls feste Norm dienen. Am Schlüsse dieser Darstellung der 
inneren Einrichtung gedenken wir noch der Prüfung. Oeffent liehe 
Prüfungen Bcheinen wünschenswert : eine entstehende Anstalt muss zumeist 
den Schein der Geheimnistuerei und des vornehmen Dünkels vermeiden. 
Für die ersten vier Jahrgänge werden daher jährlich öfi'entliche Prüfungen 
stattfinden Ob jedoch die Oeffentlichkeit beschränkt oder unbeschränkt sein 
soll, werden die Umstände entscheiden. 

Die Hörer erhalten auf Verlangen zu Ende des Jahrgangs ein Zeugnis 
über ihre erworbenen Kenntnisse. Nach Verlauf von einem Jahre nach 
beendigtem siebenten Jahrgänge kann der Pabbinatskandidat sich zum 
Rabbinerexamen melden, das vor einer Prüfungskommission — über deren 
Zusammensetzung noch näher bestimmt werden wird — abzulegen ist. 

Noch wäre auch der Bibliothek zu gedenken, doch muss hier 
vieles der Zeit überlassen werden. 

Es ist nun manches über aussei c Einrichtungen des Rabbinerseminars 
anzuführen. Zu der äusseren Einrichtung gehören Hörsäle, Saal für die 
Bibliothek, Wohnung für den Direktor und ein oder zwei Lehrer, Heizung 
und Beleuchtung der Hörsäle usw. - Ferner eine Synagoge, in der an 
jedem oder je am zweiten Sabbath und an den Feiertagen abwechselnd von 
den hierzu befähigten Mitgliedern des theologischen Lehrerpersonals ge- 
predigt wird. Hier soll aber auch vorzüglich den Hörern des G. und 



XI 

7. Jahri^angs Celfgriiheit zur I'elmii^- geboten werden und sollen sie zu- 
weilen die Kanzel besteigt-n. 

liier sind ferner noch anzufiihicn Stipendien liir beiahigte Jlürer. 

Endlich Ansteliuug des nötigen Dienstpersonals. l{cparaturea. 

Lehrerseminar. 
Dass die religiüse Jugendbelclirung eine der edelsten und heiligsten 
niichten sowohl dem allgemeinen der Menschheit, als den Interessen der 
Confession gegenüber sei. bedarf keiner Krwähnung; und es ist daher über- 
tlüssig, auf die Notwendigkeit eines Lehrerseminars, in welchem sich junge 
Männer zu dieser Belehrung befähigen, aulmeiksam zu machen; dass mau 
im Judentum in den vorigen Jahrhunderten nicht auf Gründung solcher 
Anstalten bedacht war, findet seine Entschuldigung in dem zu jenen Zeiten 
das ganze Leben durchziehenden Gefühle: der Glaube war ein alle Hand- 
lungen und Bewegungen durchdringendes Innere. Glaube und Glaubens- 
lehre gelangten nicht zur objectiven Anschauung, sondern waren mit dem 
ganzen Sein verwachsen, und so gab das Leben selbst eine anhaltende 
ununterbrochene Belehrung. Betrübend ist aber, dass auch die neuere 
Zeit sich noch nicht dieser Aufgabe bewusst scheint und Deutschland 
bis jetzt verliältnismässig nur wenige jüdische Lehrerseminarien und 
auch diese durch äussere Umstände in beschränktem Wirkungskreise, auf- 
ziiweisen hat. 

Die eigentliche Aufgabe eines jüdischen Lehrerseminars ist, Lehrer 
heranzubilden, die befähigt sind, den jüdischen Jugendunterricht zu erteilen. 
Es bedarf aber sehr viel, um diese Befähigung zu erlangen. Der jüdische 
Glaube hat keine Dogmatik, und darum wollte es auch nicht gelingen, 
ein eigentliches Bei igionsl ehrbuch für die Jugend herzustellen. All- 
gemeine Religions- und ISforalsätze können für einen confessionellen Re- 
ligionsunterricht nicht ausreichen. 

Der jüdische Jugendlehrer muss daher zu dem eigentlichen Religions- 
buche, der heili-en Schrift, zurückkehren und ihren Geist zu erfassen 
suchen: und diesem Geist soll er einen Weg in das Herz des Kindes 
bahnen. Es muss daher dem sich dem Lehrerstande widmenden jungen 
Manne vor allem Gelegenheit geboten werden, sich mit der eigentlichen 
(^»uelle, ans der er für die Jugend schöpfen will, vertraut zu machen. Da- 
her also ein gründliches Studium der Schrift, ferner Bekanntschaft mit den 
die Schrift erläuternden Exegeten, sowio grammatische Kenntnis der hebräi- 
schen Sprache, deren er um so mehr bedarf, als die Schrift in der Ur- 
sprache Unterrichtsgegenstand ist. 

l]s ergibt sich nun last von selbst hieraus, dass ein Teil der Unterrichts- 
gegenstände des Babbinerseminars — vom ersten bis zum dritten Jahrgange 
— auch dem Lehramtskandidaten Bedürfnis ist. Hierher ist zu rechnen; 
Bibelstudium und Exegese, hebräische Sprache, Geographie von I'alästina. 
Auch einige Kenntnis der Mischna darf dem Lehramtskandidaten nicht ab- 
gehen, und er wird sich solche zu erwerben haben, wie sie der erste Jahr- 
gang des Rabbinerseminars bietet 

Der LehramtskandiJat wird also teilnehmen k.'mnen an den biblischen 
Studien des Rabbinerseminars (L bis 3. Jahrg.), ferner au Mischna ersten 
Jahrganges. Xur dürfte es für die Mischna vielleicht mancher besonderen Nach- 
hilfe bedürfen, um mit den Rabbinerseminaristen gleichen Schritt zu halten. 



XII 

Durch Glaubens- und Pflichtenlehro lernt er das Wesen des Judentums 
erkennen, durch Ethik nach jüdischen (i^uellen wird er es noch tiefer erlassen. 
Ferner ist ilim l'ädagogik Bedürfnis, und von besonderem Cicwicht 
ist für den Jugendlehrer Methodik, da er sich selbst die Lehrweisc konstruieren, 
au die Schrift anknüpfen und von ihr aus zu der Religionsbelubrung über- 
gehen soll. Für die zuerst genannten fünf Fächer bietet ebenfalls d;is 
TJabbinerscminar — zweiter — vierter — fünfter und sechster Jahrgang — 
auch den Lehramtskandidaten Belehrung. Für Methodik, die sich anzu- 
eignen dem Habbiuerseminaristen vielfach Gelegenheit in den Gegenständen 
und der Lehrweise des Rabbinerseminars durch die sieben Jahrgänge ge- 
boten ist, wird für den Lehramtskandidaten ein besonderer Vortrag zu er- 
lichten sein. Ebenso werden auch vielleicht manche dieser fünf Fächer für 
den Lehramtskandidaten noch einer besonderen Ausführung bedürfen. So- 
wohl dort als hier kann mit einigen Zusatzstunden ausgeholfen werden. 

Ebenso kann der Lehramtskandidat an dem Unterrichte der Literatur- 
geschichte und Geschichte der Juden (3. u. 4. Jahrgang des llabbiner- 
seminars) teilnehmen. Das etwaige Bedürfnis einer weiteren Ausführung 
kann ebenso wie oben seine Befriedigung linden. 

Es ist hier auch der Gesangsunterricht zu erwähnen, der vorzüglich 
für den Lehrer an kleinen Gemeinden, wo er auch gewöhnlich die Cantor- 
stelle vertritt, notwendig ist. Ferner ist noch anzuführen jüdische Kalli- 
graphie. (Auch muss manchem Lehramtskandidaten auf dessen Wunsch 
Gelegenheit geboten werden. Zeichneu, etc. zu erlernen.) Allen diesen Forde- 
rungen ist leicht Abhilfe zu verschaffen. Aus dieser erschöpfenden Detaillierung 
ergibt sich: mit der Entstehung des Rabbinerseminars entsteht 
tatsächlich auch das Lehrerseminar nach seiner eigentlichen 
Aufgabe. 

Das Lehrerseminar umfasst einen Kursus von 3 Jahren mit wöchentlich 
30—32 Unterrichtsstunden. 

Lehrgegenstände: Bibel (in der Ursprache), Exegese, hebräische Sprache, 
Geographie von Palästina, Mischna, Lesen ethischer Werke, Glaubens und 
rflichtenlehre, Methodik, Pädagogik und Katechetik, Literärgeschichte und 
Geschichte der Juden, Gesangunterricht, Jüd. Cursivschrift. 

Der Eintritt erfolgt mit zurückgelegtem 15 Lebensjahre. Der Ein- 
tretende hat mitzubringen: Kenntniss wenigstens des Pentateuchs, Zeugniss 
über zurückgelegten Elementarschulbesuch. 

Mit dem Lehrerseminar ist eine Seminarschule zu verbinden 
(diese ist auch für das Rabbinerseminar in mancher Hinsicht Bedürfniss.) 
Wünschenswert ist, dass für ärmere Lehramtskandidaten in mancher 
Beziehung, wie für Tisch, gesorgt sei. Nach 3 Jahren wird der Lehramts- 
kandidat mit Abgangszeugnis entlassen; besucht er zu seiner Ausbildung 
als allgemeiner Lehrer eine andere Anstalt so wird er sobald er den Besuch 
dieser Anstalt vollendet, zur Prüfung zum Behufe seiner Amtstätigkeit 
als Religionslehrer zugelassen. 

Es muss jedoch ausdrücklich bemerkt werden, dass es sehr wünschens- 
ist, dass das Lehrerseminar Gelegenheit zur Befähigung auch für den all- 
gemeinen Unterricht biete und der Besuch jeder anderen Anstalt entbehrlich 
gemacht werde. Auch dieser Wunsch wird hoffentlich im Verlaufe der 
Jahre seine Erfüllung finden. 

Dresden, im März 1853, 



F^cila«'-e II. 



Ed. Miinks Gutachten über den dem RabbinepSeminar 
anzugliedernden Gymnasialunterricht. 



Aus dem Entwürfe des H. 0-E. Frankel geht hervor, da«.s die Studien 
des künltigeii jüdischen Theologen sicli in die vorbereitenden und in 
die eigentlich theologischen tei'eu. Die Vorstudien bezeichnet er mit 
CJynmasialstudien und verteilt sie unter dem Namen Sekunda und Prima 
in die 4 ersten Jahrgänge. Die^e Benennungen können zu Missverständnissen 
Veranlassung geben. Er setzt für jeden Kursus 14 oder nach Bedürfnis 
auch einige Stunden mehr fest, und man fragt billig: wie wird das Seminar 
in 14— l(j Stunden das leisten, was die Gymnasien nur in 30—34 Stunden 
wöchentlich zu leisten vermögen? Dagegen bemerke ich, dass die Aufgabe 
eines Gymnasiums von der des Seminars, insofern es die Vorstudien mit 
aufnimmt, darin verschieden ist, dass jenes nicht bloss zur Theologie, 
sondern zu allen gelehiten Fächern vorbildet, dieses bloss die künftigen 
Theologen vor Augen hat. Es können also gewisse Realfächer, wie 
Mathematik und Naturwissenschaften, die dem Theologen als Theologen ferner 
stehen und nur als allgemeine Bildungsraittel für ihn Interesse haben, eine 
Ermässigung erleiden olnio Schaden für das "Wissen des künftigen 
Theologen. Ferner wäre das Französische, das auf Gymnasien gelehrt wird, 
auszuschliossen. Obgleich es wünschenswert ist, dass der künftige Rabbiner 
auch eine neuere Sprache verstehe, so ist es doch nicht Sache des Seminars 
lür den Unterricht hierin zu sorgen: da dieser Gegenstand ja in keiner nu" 
mit teilbaren Beziehung zur Theologie steht. Als ünterriclitsigegensl linde 
sind in den Lektionsplänen der Gymnasien Religion und Hebräisch mit 
aufgeführt; dic^e Gegenstände teilt H. - R. Frankel dem eigentlich 
theologischen T'nterrichte zu, vpir können sie also aus unserem Lektionsplane 
der Vorstudien weglassen. Die Geschichte der Juden nimmt H. 0-R. Frankel 
ebenfalls in den theologischen Kieis mit auf. Es scheint mir indes an- 
gemessener, wenn, wie es unumgänglich notwendig ist, die Geschichte nberhaujit 
in den Kreis der Vorstudien aufzunehmen ist. die Geschichte der Juden von 
der Univerfalgeschichte nicht zu trencen, sondern der Geschichtsichrer wird 
die Geschichte in besonderer Beziehung auf die Juden zu lesen halben. 
Setzen wir für Geschichte w.'.chentlich 2 Stunden lür jeden Kursus fest, so 
erhöhen sicli obi-c 14— lO Stunden auf l»',— 18 Stunden, indes die 2 Stunden 
von dem theologischen Unterricht abgezogen werden. Die technischen 
Fächer endlich: Zeichnen, Gesang, Turnen bleiben natürlich auch weg. Es 
reduziert sich also der Unterricht auf den sprachlichen im Deutschen, 
Lateinischen und Griechischen und auf den sachlichen in der Geschichte, 
Geographie, Naturwissenschaft, Mathematik. Stellen wir als Bedingung der 



XIV 

Aufnahme in den ersten Knrsns die Kenntnis eines go\V()linliclien Tertianers, 
so verteilt sich der LelirstolV etwa folgcndoimassen : - 

1. Jahrgang: Latein: Ciisar oder Ciirtius 2 Stunden. Ovid 2 Stunden, 
firanimatik und Styl 2 Stunden. Griechisch: Xenophon (Cyropädie oder 
Anabasis) 2 Stunden. Odyssee 1 Stunde. Grammatik 1 Stunde. Deutsch: 
2 Stunden. Geschichte 2 Stunden. Geographie l Stunde. Mathe- 
matik 2 Stunden, Naturwissenschaft 1 Stunde. Zusammen 18 Stunden. 
2. Jahrgang: Latein: Livius 2 Stunden. Virgil 2 Stunden. Grammatik 
und Styl 2 Stunden. Griechisch: Xenophon (Memorabilien oder llerodot. 
2 Stunden. Odyssee 1 Stunde. Grammatik 1 Stunde. Deutsch 2 Stunden) 
Geschichte 2 Stunden. Geographie 1 Stunde. Naturwissenschaft 

1 Stunde. Mathematik 2 Stunden. Zusammen 18 Stunden. ;>. Jahr- 
gang. Latein: Cicero (Reden) 2 Stunden. Horaz (Oden) 2 Stunden. Styl 

2 Stunden. Griechisch: Demosthenes oder Piutarch 2 Stunden. llias 
2 Stunden. Grammatik 1 Stunde. Deutsch 2 Stunden. Geschiclite 
2 Stunden. Geographie 2 Stunden. Naturwissenschaft 1 Stunde. 
Mathematik 2 Stunden. Zusammen 18 Stunden. 4. Jahrgang. Latein: 
Cicero (de oratore oder de offic). 2 Stunden. Horaz (Satiren und Episteln) 
2 Stunden. Styl 2 Stunden. Griechisch: Plato (Apologie). Krito (Euty- 
])hron) 2 Stunden. Sophokles 2 Stunden. Styl 1 Stunde. Deutsch 
2 Stunden. Geschichte 2 Stunden. Naturwissenschaft: 1 Stunde. 
Mathematik 2 Stunden. Zusammen 18 Stunden. Vergleichen wir diesen 
Lektionsplan mit dem eines Gymnasiums: ich wähle den des evangelischen 
Gj'mnasiums zu Glogau, weil er mir gerade zur Hand ist; 





Gymnasium 


Seminar 


Gj'mnasium 


Seminar 




Sekunda 


1. u. 2. Jahrg. 


Prima 


3. u. 4. Jahrg. 


Religion . . . 


. . 2 Std. 


fällt weg 


2 Std. 


fällt weg 


Latein . . . . 


10 


= 


G Std. 


8 


= 


G Std. 


Griechisch . . 


G 


, 


4 . 


(J 


. 


5 = 


Hebräisch . . . 


2 


= 


fällt weg 


2 


= 


fällt weg 


Deutsch . . . 


2 


. 


2 Std. 


2 


= 


2 Std. 


Französich . . 


2 


» 


fällt weg 


2 


= 


fällt weg 


Geschichte . . 


2 


, 


2 Std. 


2 


= 


2 Std. 


Geographie . . 


1 


= 


1 = 


1 


, 


fällt weg 


Naturkunde . . 


1 


* 


1 . 


2 


-. 


1 Std. 


Mathematik . . 


4 


_- 


2 =. 


4 


s 


2 » 


Gesang . . . 


1 


= 


fällt weg 


1 


= 


fällt weg 


Turnen . . . 


1 


= 


fällt weg 
IH Std. 


1 


■- 


fällt weg 




o4 1 


Std. 


33 


Std, 


18 Std. 








Philos. 1 


= 





;u Std. 

Die geringere Stundenzahl im Lateinischen und Griechischen IC: 10, 
14:11 gleicht sich dadurch aus, dass der Kursus im Seminar 4 jährig, im 
G3'mnasium (Sekunda und Prima) 3Jährig ist. Auch muss dai'auf gerechnet 
werden, dass die Schülerzahl höchst wahrscheinlich eine geringere als auf 
den Gymnasien sein wird, und dass den Seminaristen Avohl auch vermöge 
ihrer früheren Studien ein grösserer Ernst und Eifer zuzutrauen ist, sodass 
man ihnen schon etwas mehr zumuten kann. 



XV 

Es wird nun iVeilieli das Seminar niclit imstande sein, alle An- 
forderungen, die das Prüfnngs-Reglement für die Abiluiieuten macht, zu 
erfüllen, doch ist dies kein Kachteil, ja in einer Beziehung sogar ein Vorteil. 
Abgesehen davon, dass das Kocht der Abiturientenprüfung der Anstalt kaum 
zugestanden werden möchte, würde die Anstalt, wenn sie es hätte, von 
vielen besucht werden, die dio Vorteile, welclie sie den Zöglingen durch 
uniMigeltlichen Unterricht, Stipendien usw. böte, benutzen würden, um dann 
nach gemachter Prüfung irgend ein anderes Fach zu ergreifen. Dadurch 
würden die Mittel der Anstalt für den Zweck derselben erfolglos verwendet. 
Leichter als das Prüfnngsrecht wäre die Erlaubnis für dio Seminaristen zu 
erlangen, nach abgelegter Prüfung ohne förmliche Immatrikulation philo- 
sophische Vorlesimgen besuchen zu dürfen, wie sie ja auch den Zöglingen 
anderer Fachschulen erteilt wird. Die Regierung kann um so unbedenk- 
licher darauf eingehen als ja die Kandidaten des Seminars sich weder einer 
Staatsprüfung zu unterwerfen haben, noch eine Staatsanstellung bean- 
spruchen. Die Prüfung zur Erlangung des Hechtes akademische Vor- 
lesungen hören zu dürfen, müsste im Deutschen, Hebräischen, den klassi- 
schen Sprachen, in der Geschichte und Geographie ganz gleich der 
Abiturieiitenprüfung sein, in den Realwissenschaften wären die An- 
forderungen zu ermässigen. Wenn mit dem Austritt aus dem Seminar der 
Seminarist das Recht verliert, akademische Vorlesungen zu hören, so hätte 
die Anstalt die Sicherheit, dass ihre Zriglingo nicht die Vorteile, die ihnen 
das Seminar bietet, zu anderen Zwecken missbrauchen. 

Wollte man die Forderung stellen, die Zöglinge sollten erst dann 
Aufnahme finden, wenn sie den Gymnasialkursus durchgemacht haben, so 
mUsste erstens der siebenjährige theologische Kursus in einen drei- bis 
vierjährigen verkürzt werden, weil die Zöglinge dann in einem vorgerückten 
Alter eintreten, und darunter würde die theologische Bildung leiden, und 
zweitens würde eine grosse Anzahl solcher auf die gerade das Seminar 
rechnet, ausgeschlossen werden müssen. Viele junge Leute, besonders aus 
Polen, haben teils keine Gelegenheit ein Gymnasium zu besuchen, teils 
halten sie religiöse Redenken vom Besuch ab. Zudem soll das Seminar, 
wie auch H. O-R. Frankel trefflich auseinandergesetzt hat, den Besuch des 
Gymnasiums für künftige Rabbiner übertlüssig machen. Der Zwang, am 
Sabbath und den Feiertagen das Gymnasium zu besuchen, auf mehreren 
Gymnasien sogar der Zw-ang, am Sabbath zu schreiben, hat in der Tat für 
den künftigen Rabbiner viel Bedenkliches. Hierzu kommt noch die spezifisch 
christliche Richtung mancher Disziplinen auf Gymnasien, die den jungen 
Mann, ehe er die gehörige Geistesreife und wissenschaftliche Bildung be- 
sitzt, und seine reiigiiisen Urteile wenigstens befangen macht. Nicht viel ge- 
bessert wäre es, wenn man die Bedingung stellte, der Aufzunehmende muss 
die Reife für Prima haben. Wer einmal auf dem Gymnasium bis Prima 
gekommen ist, bleibt auch in Prima bis zu seinem Abgange. L'^nd wo soll 
der, der die Vorbildung nicht hat, sie sich erwerben? Stellt man hingegen 
dii- Forderung: der Aufzunehmende habe die Kennlnis eines Tertianers, so 
lässt sich die fehlende Vorkenntnis leichter einholen. Es wird gewiss oft 
der Fall sein, dass sich ein junger Mann mit tüchtigen talmudischen Kennt- 
nissen meldet, der aber noch keine Gymnasialstudien gemacht hat. Ein 
solcher kann als Präparand einem älteren Seminaristen aus den letzten 
Kursen übercreben werden, und er wird in einer verhältnismässig kurzen 



XVI 

Zeit mit den Kenntnissen eines Tertianers seine Aufnalinie als Seminarist 
bewirken können. Wie soll sich aber ein unbemittelter ,inn,i;er Mann eine 
Vorbereitung für Prima verschaiVen? 

Hiermit wäre es also wohl möglich, in einem 4jälirigen Kursus den 
Seminaristen die nötige humanistische Vorbildung zu geben, wenn nur die 
Lehrkräfte in einem richtigen Verhältnis zu den Lehrstoffen stünden. 
Allein gerade hierin liegt ein Hauptfehler des ganzen Planes. Das Lehrer- 
personal soll aus vier theologischen und zwei Gymnasiallehrern bestehen 
und doch bilden die sieben Jahrgänge sieben verschiedene Klassen, also sechs 
Lehrer zu sieben Klassen! Die zwei Gymnasiallehrer müssten die 4 Mal 
18 gleich 72 Stunden der Vorbereitungsstudieu in den vier ersten Jahr- 
gängen geben, es käme also auf jeden bli Stunden!! Eine Unmöglichkeit! 
Das Ma.ximum der Stundenzahl eines Gymnasiallehrers ist 24 Stunden, 
Lehrer höherer Klassen sind vollauf beschäftigt, wenn sie wöchentlich 
18 Stunden geben, denn die Vorbereitung zu dem Unterricht und die 
Korrekturen nehmen wenigstens ebensoviel Zeit in Anspruch. Zu den laufenden 
Geschäften kommen dann noch ausserordentliche: Konferenzen, Prüfungen 
und anderes. Ich erteile an dem hiesigen evangelischen Gymnasium den 
lateinischen Unterricht in Prima, wöchentlich 8 Stuiiden, den französischen 
2 Stunden, in Sekunda 2 Stunden Virgil, 2 Stunden Odyssee, also Im 
ganzen 14 Stunden. Ich habe drei Korrekturen in Prima: die der freien 
lateinischen Arbeiten, der lateinischen Exerzitien und der französischen 
Arbeiten, in Sekunda keine Korrektur imd trotz der geringen Stundenzahl 
und der nicht übermässig grossen Schülerzahl, Piima zählt 29 Schüler, 
Sekunda 43, ist fast meine ganze Zeit in Anspruch genommen, sodass mir 
für Privatstundien wenig JMusse bleibt. Nach obiger Bereclmung hat ein 
Lehrer täglich G— 7 Stunden zu geben; gibt er sie gewissenhaft, so geht 
er, gibt er sie nicht gewissenhaft, so geht die Anstalt in kurzer Zeit zu 
Grunde. Ich mache zuletzt noch auf einen Übelstand, der die Verbindung 
des Lehrerseminars mit dem Rabbinerseminar betrifit, aufmerksam. Ich 
billige es ganz, dass das Seminar nicht die pädagogische Bildung des 
künftigen jüdischen Lehrers überhau])t, sondern nur seine Bildung als 
Jüdischer Religiouslehrer übernimmt. Die Bedingung der Aufnahme ist der 
Nachweis eines genügenden Elementarunterrichts. Er soll nur in vielen 
Lehrgegenständen mit den Eabbinerseminaristen zugleich unterrichtet 
werden. Wird der Gegenstand dem Fassungsvermögen des Lehrer- 
seminaristen angepasst, so leidet der Rabbinerseminarist darunter, wird er 
nach der Bildung des Rabbinerseminaristen eingerichtet, so ist er für den 
Lehrerseminaristen teilweise unverständlich. Eine Trennung des Unterrichts 
wird sich als eine unabweisbare Notwendigkeit ergeben. Hier entsteht nun 
wieder die Frage: wo die Lehrer oder die Zeit dazu hernehmen? 

Der Entwurf des H. O-R. Frankel, so vortrefflich er auch in der 
ihm zu Grunde liegenden Idee ist, bedarf daher doch noch bedeutender Modi- 
fikationen in Rücksicht auf die vorhandenen Mittel, um praktisch anwendbar 
zu sein. 



Beilaire HI. 



Verzeichnis der am jüdiscli-theologischcn Seminar 
während der fiinfzi<^ fahre von 1Sj4 1904 <^ehaltenLn 



liieolügischen Vorlesungen. 



1. Direktor Dr. Frankel. 

1JS54/55. 1. Ponlatoiicli (Jenesis, Exodus l>is c. 2U mit l.es. Roriicksicliti.unnf; 
der alirii \'cisioiicii u. Koinmentarc. — 2. Talmiul .-i) statarisfh: 
Balia mezia bis fol. '.•4a; b) cursorisdi: Pessarhim. \. Al-solm. mit 
bos. Eingehen auf lol. 14—21. — 3. Einleitung in die Misehna. 
lH5ß. 1. l'entalencli Exodus <•. 21 bisLev. c. lö mit bes. Berück8iclitip;uuj;- 
der alten Versionen. — 2. Talmud a) stat.: B. mez. fol. 94a bis Ende. 
Gittin bis c. 8 Ende: b) curs.: Pess. v. c. 5 bis Ende, Meg. bis fol. 20. 
:'>. EinI in die Misclina fSclilnss). Ordnung SoiaVm. 
ISO?. 1. l'entateucli Lev. <-. 15 bis lOndo mit B«>riicks d. alten Verdionen u. 
d. Komm. Baschis und Nachmanides. — 2. Talmud a) stat.: Gittin 
von c. 4 bis Ende; b) eurs.: Meg. v. fol. 25 bis Ende. Sukka bis 
fol. 42. — :;. )lisclina Ordnung SeraTm (Schluss). Maimunis Einl. zu 
S. 'i'cliarot. 
1H5S. 1. rentateucii (Jen. c. 1—37 mit bes. Berücksichtigung der arani. 
Vers. u. der Komm. Raschis und Ibn p]sras. — 2. Talmud a) stat.: 
Ketubl). bis fol. 62; b) curs.: Snkka 42 bis Ende. Berachot bis 
fol. 40. — 3. Codices: Eben ha-Eser, Hilch. Gittin. — 4. Einleitunj,' 
in die Midrascliim. 
IM.")«. 1. l'entateucli «Jen. c. 37 bis Ende mit besond. Berücksichtigung der 
aram. Versionen u. der Komm. Baschis und Um Esras. Ausgew. 
Stellen aus Nachmanide«». — 2. Talmud a) stat.: Ketubb. von fol. 03 
bis Ende. Chullin bis fol. 14; b) curs.: Ber. von fol. 41 bis Ende. 
Schabb. bis fol. 3«. — 3. Codices: Eben ha-Eser. Ililch. Gittin (Forts.). 
4. Mos.-talm. Kriminal- und Zivilreclit. 
1K(J(>. 1. l'eutateuch Einl. in die Targumim und äKeren Komm. Ansgew. 
Stellen aus Nachmanides zu Gen. — 2. Talmud a) stat.: Chullin 
fol. 15-78; b) curs.: Schabb. fol. 39-1)3. — 3. Codices: .Tore Dca. 
c. 1-50. — 4. Mos.-talm. Ehe- und Erbrecht. 
lMr»l. 1. Pentateuih Gen. c. 1 IH mit den älteren Kommentaren. — 
2. Talmud a) stat.: chullin lol. 78 bis Ende: b) curs.: S<-habb. 
fol. 93—140. — 3. Cudices: .Tore Dea c. .50-111. — 4. Literatur der 
naclitalmud. Kes|>onsen. 
IH«2. 1. IVulateuch Gen. c. 18-37 mit den älteren Kommeutann. — 
■2. Talmud ai stat.: Jebamot fol. 87 bis Ende. Crittin bis fol. IK. 
bi <urs.: Schabbat I..I. 141 bis Ijide. Sanhedr. bis fol. 18. — 3. Ein- 
leitunj:; in die Mischna. — 4. Literatur der nachtalmudischen Uespouseu 
(G^onim). 



XVIII 

1863. ]. reutatciH'li Ein), in dio Pcnt.-Exegese. Gen. c. 1—20 mit don 
älteren Koinmentareii. — 2. Talmud a) stat.; Gitliu fol. 18-79; 
b) cnrs.: Sanhedr. fol. 30-HO. — 3. Codices: Eben ha-Eser c. 119—129. 
4. Einleiliiiig in die 3Iis(liiia. — n. I.itei'aliir dor naclilalin. Respoiisen. 
(Naohgeoniiische Periode bis 13. Jabrli.) 

1H64. ]. ronlaloiich Einl. in die Pent.-Exegese. Gen. c. 21— öO. Exod. 
c. 1—7 mit den älteren Kommentaren. — 2. Talmud a) stat.: Gittin 
fol. 78 bis Ende. Beza. Schebnot bis fol. (>; 1)) curs.: Sauliedr. 81 
bis Ende. Chullin 2—44. 3. Codices: Eben ba-Eser, H. Gittin 130-148. 
4. Literatur der naciitalmudisclien Kesixmsen (14. Jahrb.). — 5. Einleil.. 
iu die .Midrascliim. — 6. Homiletik. 

1H65. 1. l'eutaleueli Einleit. in die Pent.-Exeg. Exod. c. 8-24 mit älteren 
Versionen und Kommentaren. — 2. Talmud a) stat.: Schebuot c. 7 bis 
Ende. Pessacb. fol. 2-14; b) curs.: ('hnllJ!' 44-GO. 87-100. — 
S.Codices: Jore Dea c. 29—60.— 4. Einl. in die Midrascliim: Mecbilta. 
Sifra, Sifre, Toseftä, Abot n. Abot de R. Nathan. — 5. Homilelik und 
liomilet. Uebungen. 

1860, 1. Tentateucli Ex. c. 25—40. Lev. 1 — 12 mit den älteren Versionen 
und Kommentaren. — 2. Talmud a) stat.: Pessacbim fol. 14—70; 
b) cursoriscb: Cbullin fol. 60-90. 100—118. — 3. Codices: Jore Dea 
c. 61—110. — 4. Einleit. in die Midrascliim : Derecb Erez r. n. snta, Tanna 
de-Be Eliabu r. vi. suta. — o. J\ios.-talm. Kriminal- und Zivilrecht. — 
6. Homiletisdie Uebuugen. — 7. Anleitung zu sclirlftl. Ausarbeitung 
talm. Themata. 

1867, 1. l'entateuch Lev. c. 12 — 27 mit älteren Versionen n. Komment. — 

2. Talmud a) stat.: Pessacbim fol. 70 bis Ende. Ketubb. fol. 2 — 20; 
b) curs.: Cbullin 118 bis Ende. Moed kat. fol. 2-14. — 3. Einleitung 
in die Midrascliim: ßabboth. — 4. Mos.-talm. Kriminal- und Zivilrecht 
(Forts.). Beweis. Eherecht. — 5. Anleitung zu schriftl. Ausarbeitung 
talm. Themata. 

1868, 1. Talmud a) stat.: Ketubb. fol. 20—70; b) curs.: Moed k. fol. 14 
bis Ende. Taanit (ganz). Sukka fol. 2—19. — 2. Codices: Jore Dea 
c. 201. 202. Repetitlon. — 3. lieber die älteren griech. und aram. 
Uebersetzer der heil. Schrift. — 4. Die frühere nachtalm. Literatur: 
Saborai'm. Geonim. Scheeltot. Halach. ged. — b. Alileit. zur Ans- 
arbeit. talm. Themata. 

1869, 1. Talmud a) stat.: Ketubb. fol. 70 bis Ende. .Jebamot fol. 87— 110: 
b) curs.: Sukka fol. 19 bis Ende. Gittin fol. 1-22. — 2. lieber die 
älteren griech. und aram. Uebers. der heil. Schrift: Septuaginta. — 

3. Einleitung in die Mischua. — 4. (ieonäische Literatur von R. Schiscbna 
bis R. Hai. — 5. Schriftl. Ausarbeitung tiefer liegender talnmdischer 
Themata. 

1870, 1. Talmud a) stat.: Makkot (ganz). Horajot (ganz). B. batra bis 
fol. 30; b) curs.: Gittin fol. 22—77. — 2. Codices: Eben ba-Eser c. 17. 
120-130. — 3. Einleitung in die 31ischna. — 4. Architektonik des Jad 
ha-chasaka Maimunis. Desselben Seplier ha-Mizwotb. — .5. Erklärung 
ausgewählter Traktate des jerus. Talm, (privatissime). — ('.. Schriftl, 
Ausarb. tiefer liegender talm. Themata. 

1871, 1. Talmud a) stat.: B. batra fol. 30-110; b) curs,: Gittin fol, 77 
bis Ende. Cbullin fol. 42-68. — 2, Codices: Eben ha-Eser c. 130-151. 



XIX 

.Tore Dea c. 29-53. — ;J. Architektonik des .lad lia-chasukii .Mainmnis. 

Desselbon Sopher ha-Mizwotli. - 4. Mos.-lalin. Klierecht. - •'). Krkl. 

aiisf^ew. Traktalo des j.Tiis. Talin. (privatissiniej. — H. Silirini. Aiisarl». 

lieler lieicender laimiidisciier iluMiiata. 
IH72. 1. Taliimd ai stat.: B. hatra fol. 111 bis End.-; b) curs.: Clmlliii 

lul. «9 liK. B.-cliorot lol. -2 14. — 2. Codii-es: Jore Dea c. 53--1II. 

— :5. Mos.-Iiiliniidisclies Rliereciit. - 4. Nachlaliiiiidistiie Itesiionseii 

litt'ralur. - :>. Mos.-talni. Stralitrozcss. — <',. Aiisarl). tiefer lie-ender 

talin. Tlieinata. - 7. Krkl. aiis-eu. Traktate des jeriis. Talmuds 

( privatissime). 
1M7:{. 1. Talmud a) stat.: Sukka. Kidd. bis fol. 20; b) curs.: ßecliorot 

von iol. 14 bis Kndo. — 2. Einleitung in die Mischna. — 3. Nacii- 

lalmiidisclie l{cs|iüiisenliteratur (Forts.). — 4. Scluiltl. Ausarb. tiefer 

lit-eiider lalm. Themata. - f). Krkl. aiisgew. Traktate des Jerus. Talm. 

(privatissime). 
1H74. J. Talmud a) stat.: Kidd. von lol. 21 bis Ende; b) curs.: llosch 

lia-Scli. (ganz). Nedarim bis fol. 2(J. — 2. Einleitung in die Mischna 

(Scliluss). — 3. Nachlalmiidische l!es|ionsenliterat»r fspan. u. französ. 

Schule). - 4. Sehrifll. Aiisarl». tiefer lieg. talm. Themata. — ö. Erkl. 

ausgew. Traktate des jerus. Talm. (privatissime). 



2. Professor Dr. Graetz. 

1H54/55. Abt. I. 1. l'.ii)el Exegese: kl. Proph. Jesaias u. .leremias. — 
2. Ilelir. (irauimalik: Lautlehre u. Formenlehre, Nomen. Pronomen. 
Verbiim. — 3. (Jeschichle: Von .Tosua bis zum Untergang des Zehn- 
stämmereiches. — A. Ge«gr. von Palästina. — Abt. II. ö. Exegese: 
l'entateuch. Erste J'ropheten. — 6. Hehr, (irammalik: Formenlehre. 
Nomen. Verlnim. — 7. Talmud: Tessachim bis c. 10. 

1H50. Abt. I. 1. Exegese: Ezechiel. Zücharias. Hiob c. 1 — 10. I. Makk. 
c. 1—5 mündlich u. schriftlich aus dem Griech. ins Hebr. übers. — 
2. Hebr. (iranim.: Wortlehre (Schluss). Partikeln. Syntax. Accent- 
system. Terminologie der Massora. — 3. Geschichte: Vom T^ntergang 
des Zehnstämmereichs bis zur Makkabäerzeit. - 4. Topographie der 
Exilsländer (nach Niebuhr u. ßitter). — Abt. 11. 5. Exegese: Num. 
n. Deut, ohne Komm. Gen. 1-14 mit Onkelos, Paschi u. Ihn Esra. 
Die Bücher der Könige. Spr. Sah 1 — 18. — 6. Hehr. Gramm.: Lant- 
n. Accentlehre. Schriftl. Uebungen. — 7. Talmud: Pessachim, letzter 
Abschn. Sanhedr. bis fol. 48. Schriftl. Uebungen. 

1M57. Abt. I. ]. Exegese: Hiob c. 10 bis Ende. Einl. in die Propheten. 
Hosea, .Toel. Arnos. T. Makk. 5 bis Ende. Sirach c. 24. 28. 44. 50 
aus dem Griech. ins Hebr. übers. — 2. Hehr. Gramm.: Syntax. Schriftl. 
Uebungen.— 3. Geschichte: Von der Makkabiierzeit bis zum Abschlass 
d.s Talmud. — Abt. II. 4. Exegese: a) Heut, statarisch. Die 
Wochenabschn. cursorisch: b) Josua; c) Spr. Sal. c. 10 bis Ende. — 
.'). Hebr. Grammatik: Das Verbum. Schriftl. Arbeiten. — 6. Talmud: 
Sanhedr. fol. 48-68. Maccot (vollständ.) Schebuot fol. .30— .38 mit 
Tossajibot u. Ascheri. 
1K5M. Abt. I. I.Exegese: Hosea. Jesaias. — 2. Hebr. Gramm.: Pros. n. 
poet. Accentsystem. — 3. Geschichte: a) erster Coetus: Saboräer u. 



XX 

Geoiiim uebst Litcratar-Gesch.; b) zweiter Cootus: Der voroxilisrhc 
Zeitranm curs., der nachexilische bis zur syriscli-macedonischen Herr- 
schaft. -- Abt. II. 4. FAegcse: a) Pent. GcMies. u. ]*]xod. bis c. Ui: 
b) Richter ii. Sani. I n. II. Schriltl. Arbeiten. Kezit. poetischer 
Stücke. — ■"). Mehr, (inininintik: rnregelm. Verbeu. Wöchentlich ein 
Kxenitiuni. — 6. ralmiid: Scliebnot fol. 20-30 u. 38 bis Ende. Baha 
nioz. c. I mit Toss. u. Aschcri. 
1M59. Abt. I. 1. Exegese: Jesaia (Sciduss), Micha, Nahum, Zephanjn. 
Dauiel. Jeremias. — 2. (icscliichte : a) erster Coetus: Von SaaiUa 
bis Mairauni; b) zweiter Coetus: Von der Herrsch, der Syrer l)is 
Pont. Pilatus; c) privati ssime: Lektüre von Geschichtsi|uellcii 
(Seder Tannaimwe-Anioraim, Nathan ha-Babli, Scheriras Sendschreiben, 
Sepher lia-Kabbalä, Benj. v. Tudela, Streitscliriften für und gegen 
Maimuni). — Abt. II. 3. Exegese: a) Pent. Exodus c. 16 bis Deut, 
c. 29; b) Könige T n. TI; c) Psalmen 1-3G. — 4. Hebr. (iraiiimalik : 
lluregelm. Verben. Partikeln. Anf. der Lautlehre. Schriftl. Aibeiten. 

— 5. Taliiiiid: a) statarisch: Bab. nicz. c. 2-4 mit Toss. u. Ascher i : 
bi curs.: Mcg. u. Posch ha-Schana. 

1800, Abt. I. 1. Exegese: Ezechiel. Haggai. Zacharias. Maleachi. Hieb 
bis c. 10. — 2. llelir. Oraiiiin.: Syntax. Eiläuterung v. David Kimchis 
Michlol. — 3. (iescliiclite: a) erster Coetus: Von Maimuni bis auf 
die neueste Zeit; b) zweiter Coetus: Von Pont. Pilatus bis zum 
Zeitalter der Amoriier. — Abt. II. 4. Exegese: a) Pent. Deut. c. 2".) 
bis Ende. Gen., Ex., Lev., Num. bis c. l.ö: b) Propheten; c) Psalmen. 

— .0. llebl'. (jiramni.: Das regelm. Verb. Die Lii^uida u. Verb. pr. Ale])h. 
Wöcheutl. eine schriftl. Arbeit.— 6. Talmud: a) stat. : B. mez. c. 5— 7 
mit Ascheri; b) curs.: Moed katou (ganz) u. Thaanit bis fol. 1.'). 

1861. Abt. I. 1. Exegese: Hioh c. 10 bis Endo. Jes. bis c. 10. — 2. Eiiil 
in die alttestaiiientl. liiteratiir u. bibl. Lit.-(iesch. bis zur jesaianischen 
Zeit. -- 3. Gescliic.lite: a) erster Coetus: Von den Amoriiern bis 
Samuel ha-Nagid u. Tbn Gabirol: b) zweiter Coetus: Bibl. Gesch. 
bis zum babvl. Exil. — Abt. II. 4. Exegese: a) Pent. Von Numeri 
c. ]ö bis Deut. Ende; b) Propheten: Richtern. Sam. I u. IL — b. Hebr. 
Gramm.: Die schwachen Verba. Die Geminata. Wöchentliche schriftl. 
Arbeiten. — 6. Talmud: a) stat.: B. mez. v. c. 7 bis Ende. Pessachim 
bis fol. 23; b) curs.:. Thaanit fol. 15 bis Ende. Berach. bis fol. \b. 

1H«2. Abt. I. h Exegese: Jesaia c. 10—66. — 2. Einleitung in die alt- 
testamentl. Lit. u. bibl. Lit-Gesch. bis zur jeremianischen Zeit. — 
3. Gescllicllte: a) erster Coetus: Von Samuel ha-Nagid bis zum Streit 
für und gegen Maimuni; b) zweiter Coetus: Vom babyl. Exil bis 
ziun ersten Makkabäerfürsten. — Abt. II. 4. Exegese: a) Pent. Genesis; 
b) erste Proph. : Kön. I u. II vorb. mit Chron. I u. II; c) Ps. 1 — 12. 
5. Ileltr. Gramm.: Das Nomen. Wöchentl. Exerzitien. — 6. Talmud: 

a) stat.: Pessach. fol. 23 — 71; b) curs.: Berachot fol. 1.5—45. 
186.?. Abt. I. 1. Exegese: Jeremias. — 2. Jüdische Geschichte: a) erster 

Coetus: Von Maimuni bis zur Verf. der Juden in Spanien 1:^91: 

b) zweiter Coetus: Vom ersten Makkabäerfürsten bis zam Aufst. 
der Juden unter Trajan. — Abt. II. 3. Exegese: a) Pent. Ex. u. Lev.; 
b) erste Proph.: Jos. c. 1—15; c. Psalmen c. 1—50. — 4. llebr. (ilramm.: 
Zahlwörter. Pi'onomira. Partikeln. Accentlehre. — 5. Talmud: a) stat. : 



XXI 

Pessachim lol. 71 bis IJuik-. iJ. iiiez. bis ibl. 2G: b) curs.: ßcrachot 
von i'ol. 40 bis Eude. 
IH04. Abt. F. 1. Kxe^rese: Kzt-chiel. Hosea. Joi-l. - 2. (iescli.: a) erster 
t'oetus: ■■/) \'uii der Judeiivertbl^. in Spanien 1391 bis Sabbatai Zewi; 
,^) llistor. rel>iiii:;eii: Ausarbeitungen bist. Arl)eitcu nacli gegebenen 
Tlieiuaten: ,t Lektüre liist. tituellonschritton (privatissiiuej ; b) zweiter 
Coetus: Vom Aufstande unter Trajan bis zum Abschlnss des Talmud. 
— Abt. 11. 3. Kxe»ese: a) Peiit. Lev. (Schluss). Xum. u. Deut.: 
bi Krsle l'ropli.: .Fosua. Hichter. 1. Sam. bis c. 22. — 4. Hebr. (iramiii.: 
Kegelin. n. nnregclm. Verb. Wöclienti. scliriTtl. Arbeiten. — .">. Taliii.: 
a) .<tat.: li. mez. fol. 22 — (iH mit Tuss. u. A.sclieri : b) curs. : Meg. 
(giinz I u. Kosch ha-Srhana fol. 18—28. Schriftl. Ausarbeitungen. 

(Sr».>, Abt. I. 1. Exegese: a) Propli.: Obadja. Jona, Micha, Nahum, Hab., 
Zeph., Haggai, Zachiirias; b) llajjiogr. : l's. 1-40. Hieb 1—20; 
(I) Exegetische rebiiiigen dür die reiferen Hürer). — 2. .lud. (iesch.: 
a) erster ("oetus: Forts, der müudl. u. schrifil. Arbeiten nach gegel^. 
Themateu; b) zweiter ('oetus: Vom Abschl. d. Talmud bis zur 
Zeit Ibn Esra.s. — Abt. II. 3. Exegese : ai Peiit. : Deut. (Scldussi. 
Geu.; b) Erste Fropli.: I. Sam. c. 22. IL Sam. I. Kön.; c) Hagiogr. : 
Ruth, Klage]., Esther. — 4. Talmud: a) stat.: ß. mez. fol. 68-110 
mit Toss. u. Ascheri; b) curs.: Rosch ha-Scbaua (Schlussj. Joma, 
letztes Ka]). Taanit (vollst.). Schekalim c. I. Schriftl. Arbeiten. — 
ö. In der Lelirei'-.AI)t.: Hebr. (iramni.: Verbum u. Nomen. 

1H«6. Abt. I. 1. Exegese: ai rropli.: .les. c. 1-30: b) Hagiogr.: Hiob 
0. 20 bis Ende. Daniel : c) Exeg. Uebilllgeil. Ausarb. nach gegebenen 
Thematen. — 2. (iesehichte: a) Von der Zeit 7bn Esras bis zur Ver- 
treibung der Juden aus der pyrenäischen Halbinsel; b) Ilist. Uebiiiigeii. 
Ausarbeitungen Dach gegebenen Thematen. — Abt. II. 3. Exegese: 
a) Peilt.: Ex. Lev. (Anf.) mit Komm. d. Sam. b. Meir: b) Erste l*roi»li.: 
ir. Xün., Jos., Richter (Anf.); c) Hagiogr.: Esra u. Nehcmia. — 4. llebr. 
(iraiiim.: Syntax. - 5. Talmud: a) stat.: B. mez. von fol. 110 bis Ende, 
tüttin bis lol. 28 mit Tosafot u. Ascheri: b) curs.: Schekalim. Aus- 
arl.eit. talm. Themata. 

1867. Abt. I. 1. Exegese: a) Peul.: Lev. (teilw.). Num. u. Deut, (teilw.) 
mit dem Komm, de.s R. Sam. b. M.; b) Propll.: Jes. c. 30 bis Ende. 
Kl. Proph. Hosea bis Micha; o Hagiogr.: Klage).; d) Exegetisi-he 
l ebungen. — 2. (Jcschicbte: a) erster Coetus: Von der Vertr. der 
Juden aus der pyicn. Halbinsel bis z. Gegenwart: b) zweiter Coetus: 
Bibl. Gesch. bis Salomo; c) Historische Uebungeii. — Abt. II. 3. Talm.: 
a) stat.: Gittin fol. 28-65 mit Tos. u. Ascheri. Ausarlteitung talm. 
Tliemata: b) curs.: Sanhedr. fol. 23— 68. 

1H«H, Abt. I. 1. Exegese: ai l'enl.: Deut., Gen. mit Komm. d. R. Sam. 
b. Meir; b) kl. l'ro|»h.: Xahum bis Malcachi: c) Hagiogr.: Hiob. Einl. 
in die Psalmen: d) Exegetische Uebungeu. — 2. (iesch.: a) Von Salomo 
bis z. Zerst. des 2. Temjiels: b) bist, l'ebuugeu: c) Lektüre v. Geschichts- 
quellen. — Abt. II. 3. Tahuud: ai siar.: Gittin fol. 65 bis Ende. 
Scbebuoth ful. 19 — 36; b) curs.: rossa'him bis i'u'. 46. 

iHiHK Abt. I. 1. Exegese: a» Einl. in die heil. Schritt; i.| l'eul. : Gen. 
(Forts.). E\. u. Lev. (Anf.) mit Komm. d. R. Sam. b. Meir; c) Troiih.: 
Jes. c. 1—44: d) Hagiogr.: Psalm 1—48: ei Exegetische lebunKcn. — 



XX 11 

2. Jttd. (Jesch.: a) Von der Zerst. des 2. Tempels bis zur Entsteh, des 
Kariiertums: b^ llislorisclie Uebungen; c) LektUrc v. Ueschlchlstiiiellcn. 
Abt. IF. ;^. TalmiKl: Schebaot von lol. 36 bis Ende. Beza (ganz). 

IW70. Abt. F. I. Eiiilin diclieil. Schritt (Forts.). — 2. IJibl. .Mtertiimer. - 
ii. Exegese: a) Tent. mit Komm. d. 1\. Sam. b. Meir: J^ev. (Schluss). 
Num. Deut. (Auf.); b) Froplieten: Jes. c. 40— 66. Jer. f. 1-4."). 
c) Exegetische Uebungen. — 4. Jüd. (Jesch.: a) Von der Entstehung- d. 
Kariiertums bis zur Zeit des Nachiuanides (1:5. Jahrb.); b) llistorischo 
lebungen; o) Lektüre von (Jeschichtsiiiiellen. — Abt. FF. Talm.: Joma, 
letzter* Abschu. B. luez. fol. 1-21 mit Tos. u. Ascheri. 

1H71. Abt. I. 1. Bibl. Altertümer (Schluss). - 2. Exegese: a) Pent. mit 
Komment, d. R. Sam. b. Meir, Deut. (Schluss) u. Genesis; b) i'roph.: 
Ezechiel, Hosea, Joül, Amos; c) Exegetische Uebungen. — 3. Jüd. (ie- 
ichichte: a) Von der Zeit Nachmanis bis zur Zeit des franz. Sanhedrin ; 
b) Historische Uebungen; c) Lektüre von Geschichtsquellen. - Abt. FF. 
4. Talmud: E. mez. fol. 21— 65 mit Tossofot u. Ascheri. 

1872» Abt. F. 1. Exegese: a) Pent. mit Komm. d. R. Sam. b. Meir, 
^Genesis (Schluss). Exodus; b) Ilagiogr.: lliob (Anf.); c) Exegetische 
Uebun"-en. — 2. Jüd. Gesch.: a) Die nachexilische Zeit bis zur Zeit des 
Gaouats; b) Historische Uebungen; c) Lektüre von Geschichtsciuelien. - 
Abt. FF. 3. Talm.: a) stat.: B. mezia fol. 65—116 mit Tos. u. Ascheri; 

b) curs.: Meg. fol. 2-8. 

1873. Abt. F. 1. Exegese: a) Einl. in die heil. Schrift; b) Jes. c 1—40; 

c) Hiob (Schluss); d) Exegetische Uebungen. — 2. Jüd. Gesch.: a) Von 
der Zeit des Gaonats bis Ende des 16. Jahrhunderts; b) Historische 
Uebungen. — Abt. FF. 3. Talmud: a) stat.: B. mez. fol. 116 bis Ende. 
Pesachim bis fol. .53 mit Tos.; b) curs : Meg. fol. 8 bis Ende. 

1874. Abt. F. 1. Exegese: Einl. in die heil. Schrift (Schluss); b) Jos. 
c. 40-66. Die kl. Propheten bis Habakuk; c) Exeg. Uebungen. — 
2. Gesch.: a) Vom Ende des 16. Jahrh. bis auf die Gegenwart; b) Von 
der Zeit des 2. Tempels bis zum Abschl. der Mischna; c) Historische 
Hebungen. — Abt. FF. 3. Talm. curs.: Taanith. 

1875. Abt. I. 1. Exegese: a) Proph.: Zeph., Sach., Maleachi; bj Hagiogr.: 
Hiob c. 1—31; c) Exegetische Uebungen. — 2. Einl. in die hl. Schrift 
u. die Apokryphen. — 3. Biblische Altertümer. — 4. Jüd. Geschichte: 
a) Geonäische Zeit bis Saadia; b) Von der Vertreibung der Juden aus 
Spanien bia zur Ansied, in Holland; c) historische Uebungen. — 
— Abt. FF. 5. Talmud: a) stat.: Gittin fol. 32 bis 52; b.) Pessacbim 
bis fol. 50; c) curs.: Meg. (ganz). Joma bis fol. 25. 

1876. Abt. F. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: Repetitorium ; b) Proph.: Jecheskel 

c. 1—40; c) Hagiogr.: Hiob c. 31 bis Ende: d) Exegetische Uebungen. — 
2. Jüd. Gesch.: a) Von der Ansiedelung der Juden in Holland bis auf 
die neueste Zeit; b) Vom Auszug aus Aegypten bis zur Gründung der 
davidischen Dynastie; c) Historische Uebungfu. — Abt. FF. 3. Talmud: 
a) stat.: B. mez. bis fol. 40; b) curs.; Joma fol. 25 bis Ende. 

1877. Abt. F. 1. Bibel-Exegese: a) Proph.': Jes. c. 1-45; b) Exegetische 
Uebungen. — 2. Gesch. der Juden: a) Von David bis zum Untergang 
der Hasmonäerfiirsten; b) Summarischer Ueberblick über die Gesch. 

d. Juden vom Beg. b. zum babyl. Exil; c) Historische Uebungen. — 



-xxiii 

Abt. II. :!. ialniud: a) stat.; B. mez. lol. 4(J bis Knde. ressacliiin 
c. 1 ; bi curs.: Schekalim c. -1. 
iH7H. Abt. I. 1. Biltcl-Exegesc: a) rroi»lictcii : .les. c. 45 bis Knde ; 
bi liai;io;:r. : Die Künigs- u. Klago-Psalmcn; c) Exeget. Uebuiigen. — 
2. ,Itt(l. (lesdi.: a) Vom Abschl. d. Mischna bis zum Ende d. Gaonats ; 
b) Sumnuuiöcber Ueberblick vom bal)yl. Exil bis zur Ansiedelung der 
Juden in Holland: c) Historische I ebuiigeii. -- Abt. II. 3. Talniinl: 

a) stat.: Pessachim c. 2—4. 13. mez. fol. 2—6; b) curs.: Schekalim 
(Schluss). Berachot, 2, Abschn. Beza, 1. Abschn. 

IH7\). Abt. F. 1. r.iliel-Exegese: a) Kl. rrophetcii; Jlosea. Joül, Arnos; 

b) Hagiügr.: Hieb (ganz); c) Exegetisclie Uebungon. — 2. JUd. IJesch.: 

a) Neuere Gesch. von Mendelssohn bis aul die Gegenwart: h) Gc- 

schichtS(juellen über die nachtalmud, u. gaonäische Periode. 

Abt. II. 3. Talimul: a) statarisch: B. mez. fol. 6—27; b) curs.: 
Beza c. 2 bis Ende. Meg. (ganz). 

IHHO. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Proph.: Jesaia; b) Exegetische 
1 ebuiigeii. — 2. Jüd. (iesch.: a) Geschichtsij[uelleu über die bibl. u. 
nacbexilische Periode, b) Vom Ausz. aus Aegypten bis zur Zerstörung 
des 2. Tempels. — Abt. II. 3. Talmud: a) stat.: B. mez. fol. 28-5.5; 

b) curs.: Moi'-d k. c. 3. Abot 1—4. 

1S81» Abt. I. I. Bibel-Exegese: ai Hagiogr.: Ausl. sUmtl. schwieriger u. histo- 
rischer Psalmen; b) Exegetische lebmigeu. — 2. .lud. (Jescli.: a) Summa- 
rischer Ueberblick vom Ausz. aus Aeg. bis z. tannaitischen Periode; 

b) Gcschic-htsquellen der nachbibl. Zeit bis zur geonäischen Periode; 

c) Historische lebungeii. — Abt. II. 3. Talmud: a) stat.: B. mez. fol. 
55 bis c. 6 Ende: b) curs.: Abot c. 5. 6. Derch Erez. r. u. suta 
(letzt, teilw.); c) Schriftl. Ausarbeitungen aus der stat. Lektüre. 

1883» Abt. I. 1. Bibcl-Ex^gese: a) Hagiogr,: Auslegung schwieriger Ps. 
(Schluss): bt Tropheteil: Ilosea. Amos, Obadja, Jona, ]\[icha; c) Einl. in 
die hl. Schrift; d) Exegetische lebuiigcn. — 2. Jüd. tJescliichte: a) Die 
spanische Periode; bi Von der Vertr. der Juden aus Spanien bis zur 
Ansiedelung in Holland; c) Lektüre von Geschirhtsqnellen; d) Histor. 
lebuiigeii. — Abt. II. 3. Talmud: a) stat.: B. mez. schwierige Stellen 
aus c. 7 u. 8. Gittiu c. 1 u. 2: b) curs.: Berachot (mit Weg!, der 
agad. Stellen). Sukka bis fol. 35. 

1883. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) l'roph.: Nahum bis Maleachi; b) Jesaia 
(Aul.); c) Spec. Einl. in die hl. Schrift; d) Exegetische Hebungen. — 
2. .lud. Uescli.: a) Die neuere Gesch. v. Mendelssohn an; b) Bibl. Gesch. 
bis zum bab. Exil; c) Lektüre von Geschichtsquellen: Emck ha-Bacha 
mit Berücks. seiner (^»uelleu: d) Hist. üebungen. — Abt. II. 3. Talmud 

a) stat.: Gittiu c. 3—4 (teilw.): b) curs.: Sukka fol. 36 bis Ende: 
Bosch ha-Schana c 1. 

1884. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Hagiogr.: Ps. 1-42. Hiob 1-35; 

b) Exegct. lebungen: Spr. Sal. — 2. Jüd. Ciesch.: a) Die narliexilische 
u. talm. Periode: b) llist. lebungen: Kabb. Literatur im Zusammon- 
liange mit den Streitsclirilten füi- u. gegen Maiinuni. — 3. Ueligions- 
philos.: Erkl. d. Kusari, Buch T (Sommer-Sem. in Vertr. Freudenthals). 
— Abt. II. 4. Talmud: a) stat.: Gittin c. 5 u. 6. B. mez. bis fol. 10; 
b) curs.: Pessachim. Mischna (vollst.). Mi.schna Schekalim c. 1—3. 



XXI v 

1885. Abt. F. 1. l5iliel-K\ej;ose: i\) l'roiiliotcii: .Tis. 1-35: b) llagiogr.; 
Schwiorige Ps. aus lUicli 2 — 5; ( ) Exi'i;'. lebuiii:;en: Buch Ezcchiel. — 

2. Jüd. (icscli.: ii) Narhgi'ouiiischc Epoche bis zu deu Kreozziigen; 
b) Neuere Gesch. von Meudelssohn bis 1815: c) llist. l ebuiigen. — 
Abt. IF. 3. Talmud: ai stat: B. mez, fol. 10—24. Mischua Kel. c. 1, 
Gem. fol. 16 — 24: b) curs.: M. Sehekaliui 4—7. M. u. To-. Saii- 
hcdriu (ganz). 

1886. Abt. F. 1. Bibel-Kxegese: a) Pi'oph.: .les. c. 3() (ifi. Kl. Propheten: 
llagiogr.: b) Hiebe. 1 — 20. 2. .lud. (iesfh.: a) .liid.-span. Epoche bis 
zum Maimunischeu Zeitalter; b) Hist. Uebungen. Lektüre von 
Geschichtsquellen. — Abt. FF. ci Vom Untergang des Zehnstämmereichs 
bis zu den Makkabäerkriegen. — 3. Talmud: a) stat. Ketubb. fol. 2(5—38: 
b) curs.: Taanit mit Tosel'ta. Mischna Tamid u. Midrasch. 

188T. Abt. F. 1. lilbel-Exegese: a) Einl. in die hl. Schrift: b) Hagiogr.: 
Ps. 1—70. Hiob c. 21 bis Ende. — 2. Jüd. (lescli.: Nachexil. Zeit bis 
zur Zerst. d. Tempels. Auf. d. taanitischen Epoche. — Abt. FF. 
3. Talm.: a) stat.: Ketubb. fol. 19-G7. Gittin c. 1: b) curs.: Mischna 
Schck. mit Tos. Gem. Beza c. 1—3. 

1888. Abt. F. 1. Bibel-Exegese: a) Einl. in die hl. Sehr. u. d. A|(»kry|>lien 
(Forts.): b) Propheten: Jes. 40-66. 1—20: . ) Hagiogr.: Ps. 70-150. 

2. .lud. liest'h.: Von der tann. Epoche bis zur Vertr. der Juden aus 
Spanien. — Abt. FF. 3. Talmud: a) stat.: Gittin c. 2 u. 3 bis fol. 28a; 
B. mez bis fol. 7; b| curs.: Beza c. 4 (bis Ende). Meg. 

188JK Abt. F. 1. Bibel-Exegese: a) Proph.: Jes. c 21-39: b) Exegetische 
l'ebungen. Kl. Proph. — 2. .lud. (Jesch.: a) Neuere n. neueste Gesch.: 
b) Bibl. Gesch. bis zur Reichsspaltung: c) Hist. Uebungen. — Abt. FF. 

3. Talm.: a) stat.: B. mez. fol. 7 bis Ende d. c I u. der grösste Teil 
V. c. III; b) curs.: Meg. (Schluss). Chullin c. I u, II; c) Einl. in die 
Miscbna. 

1890. Abt. F. 1. Bibel-Exegese: a) Hagiogr.: Erkl. ausgew. Psalmen: 
b) Exegetische Uebungen. — 2. Jüd. Gesch.: a) Von der Eeichs- 
spaltuDg bis zur diasporischen Zeit; b) Hist. Uebungen. — Abt. FF. 
3. Talm.: a. stat.: B. mez. d. grösste Teil von c. 4 u. 5; b) curs.: 
Taanit. 

1891. Abt. F. 1. Bibel-Exegese: a) Pro|th.: Jes. c. 1— HO; b) Exeget. 
Uebungen; c) Einl. in die heil. Schritt. — 2. Jüd. (jlesch. : a) Gesch. 
der talm, u. geonäischen Zeit; b) Hist. Uebungen. — Abt. FF. 3. Talm. 
a) stat.: Pessachim : b) curs.: Beza 



3. Dr. Bernays. 

1858. bektäre des Buches Kusari (für die reiferen Hörer). 

1859. Lektüre des Buches Kusari (Forts ) (für die reiferen Hörer). 

1860. Lektüre der More Nebuchim (für die reiferen Hörer). 

1862* Lektüre der nikomachischen Ethik des Aristoteles, Buch I (für die 
reiferen Hörer). 

1863, Lektüre der nikomachischen Etliik des Aristoteles, Buch II u. III 
(für die reiferen Hörer . 

1864. Beligionsphilosophie (für die reiferen Hörer). 



XXV 



4. Dr. M. Joel. 

|H.>H. I. lloiiiilftik. — 2. Hoiiiiletisclie Uebungeii. 

is«0. \. in iler Kihbiiicr -Vbleiliins: Homiletik. — W. in der liClirer- 
Ahteililii;;: 1. Pent. mit Rasclii. — 2. Ausj^fw. Abschnitte aus Maimunis 
.lad lia-chasakal). — :{. Systemat. ReIi;^ionslelire. 

IHHI. A. iii der Kalii»iiiei--.\iiU'iliini:: 1. Hwniiletik - 2. lIomiletisciK.' 
leLungen. B. in iler i,elirer-Alileiliiii,::: I. Pent. mit Rascln". — 

2, Ausgew. Stücke aus Maimunis .lad ha-chasakah. — 3. Systemat. 
Ecligionsichre 

IH6:ä. A. in der |{abl)iiier-Al)teilun-;: I. Homiletische Uebungen. — 2. Ke- 
ligionsi.hilosoiihie (für die reiferen Hörer) — B. in der lielirer- 
Abteiluns: 1. Levilic. mit Pasclii. — 2. Ausgewählte Stücke aus dem 
Pent.-Komm. des Nachmanides. — 3. Systemat. Heligionslchie. 

1H63. A. in der Kabbiner-Ableiliing: 1. Gesch d. jüd. lleligionsphilo-sophie 
von Philo bis Maimonides (für die fortgeschr. Hörer). — B. in der 
belirer-Ableilnng: 1. Pent. mit Raschi u. Ramban. — 2. Systemat. 
l>eli^■ion:^Iehre. 



IHHH, Systematische Religionsphilosoiihie. 

1889. I. Der Mosaismus u. das Heidentum. — 2. Religiüs-iihilos. Fragen. 

1890. Systemat. Religionsphilos. Religiös-philos, Fragen. 



5. Dr. Zuckermann. 

18(n. l'cbL'r jüdische Chronologie u. jüdischen Kalender. 

1864. In der Lehrer-Abteilung: 1. I>eut. mit Raschi. — 2. Genes, mit 

Ramban. — 3. Ausgewählte Stücke aus Maimunis Jad ha-chasakah. 

1806. Ueber jüd. Chronologie u. jüd. Kalender. 

1868. Chronologie u. Kalender (für die reiferen Hörer). 

1869. Jüd. Chronologie n. jüd. Kalender. 

1870. Erl. d. H. Kiddusch ha-Chodesch Maimunis. 

1871. Ueber jüd. Chronologie u. jüd. Kalender. 

1872. Erläuterung d. H. Kiddusch ha-Chodesch .Maimuiii.s. 

1873. Jüd. Chronologie u. jüd. Kalender. 
1871. Jüd. Clu-onologie u. jüd. Kalender. 

1875. Erläuterung d. H. Kiddusch ha-Chodesch Maimunis. 

1876. Chi'oiiolo<^ie u. jüd. Kaleiulcr. 

1877. Syst«'!!! u. (Jescli. des jüd. Kalenders. 

1878. System u. Gesch. des jüd. Kalenders. 

1879. System u. Gesch. des jüd. Kalenders. 

1880. System u. Gesch. des jüd. Kalenders. 

1881. Sj-stem u. Gesch. des jud. Kalenders. 

1882. System u. (Jesch. des jüd. Kalenders. 

1HM:{. 1. System u. Gesch. des jüd. Kalendern. — 2. P>kl. d. S. ha-ll)liur 

von Abr. Ibn-Esra. 
1.8H4. I. System u. Gesch. d. jüd. Kalenders. — 2. Erkl. v. Maimunis H. 

Kiddusch ha-Chodesch. 
1885, System u. Gesch. d. jüd. Kalenders. 



XXVI 

ISHfi, 1. Tlieorie dos ji'ul. Kalenders. — 2. Erkl. d. Sepliei- lia-lM.iir von 

Al)r. b. (MiiJJa. 
1HK7, 1. Ritualien: Ausyew. Kn\)[). aus Oracli Chajjini. — 2. System des 

jüd. Kalendeiv. 
IHHH. 1. Ritualion: Ausgow. Kapp, ans Oraoli t'haijini. - 2. Eil. v. 

;Mainiuuis H. Kiddusch ha-Chodcsch. 
1HH9, 1. Ritualien: Ausgew. Kapp, aus Orach Chajjini. — 2. System u. 

Gesch. d. jüd. Kalenders. — 3. Erkl. vou Ibn-Esras Sepher ha-lbbur. 
1.S90. 1. Ritualien: Ausgew. Kapp, aus Orach C'hajjini. — 2. Systoni und 

(losch, des jüd. Kalenders. 
IHOl. ]. Ritualien: Ausgew. Kapp, aus Urach Chajjini. — 2. System u. 

Gesch. des jüd. Kalenders. — 3. Lektüre v. Mainiunis H. Kiddusch 

ha-Chodesch. 



6. Dr. Freudenthal. 
JH64. In der Lehrer- Abteilung: 1. Uaschi zu,Deut. c. 32. — 2. Hebr. (iramm.: 

Das Verb. — 3. Maimuni: H. Jessoda ha-Thora. 
1865. lu der Lehrer-Abteilung: 1. Pent. mit Raschi zu Deut. c. 33 u. 34. 

Ex. c. 1-13. — 2. Hebr. Gramm.: Wöchentl. schriftl. Arbeiten. — 

3. Maimuni: H. Jess. ha-Thora (Schluss). H. Teschubah u. Talmud Thora. 
1H66. In der Lehrer- Abteilung: 1. Pent. mit Pvaschi zu Ex. c. U— 18. — 

2. Maimuni: H. Talm. Thora'. (Schluss). 

1867. Abt. I. 1- (jiesch. der Ueligionspliilos. (für die reiferen Hörer). — 
Abt. 11. 2. Erste Proph.: Richter c. 13 bis Ende. I. Kon. c. 1—10. 

1868. Abt. I. 1- Cesch. der jüd. Religionsphilos. — Abt. 11. 2. Proph.: 

1. Kün. 10 bis IL Kon. — 3. Psalmen c. 1—10. 

1869. Abt. !. 1. Gesch. d. jüd.-hellen. Keligionsphilos. — 2. Lektüre v. Philo, 
de opif. mundi. — 3. Aristoteles Metaphysik \ mit dem Komm. d. 
Themistias (privatissime). — 4. Gesch. d. jüdischen Keligionsphilos. im 
Mittelalter. — 5. Lektüre vou Saadias Emunot we Deot. — Abt. II. 
6. Hagiogr.: Ausgewcählte Psalmen. Spr. Sal. c 1—8. 

1870. Abt. I. 1. Gesch. der Keligionsphilos. d. Mittelalters. (Forts.). — 

2. Lektüre von Saadias Emunot we-Deot (Forts.).— Abt. II. 3. Proph.: 
a) Samuel I u. II: b) Hagiogr.: Spr. Salomos. 

1871. Abt. I. 1. Einleitung in die Keligionsphilos. Jeh. ha-Levis. — 
2. Lektüre der Kusari, - Abt. II. 3. Proph.: a) Sara. I. u. IL 
K(ju. I, 1-7: b) Hagiogr.: Spr. Sal. c. 1--9. 

1872. Abt. I. 1. Krl. v.'Arist. Metaph. A.. - 2. Erklärung der Kusari. 
*— 3. Erkl. d. More Xebuchim. — 4. Literaturgesch. der jüd. llellenistik 
mit besond. Kerücksichtigung der religionsphilos. Schriften. — Abt. II. 
5. Proph.: I. Kön. c. 7 bis IL Kön. c. 10. 

187.'{. Abt. I. L Erkl. d. uikomachischen Ethik des Arist. — 2. Literatur- 
gesch. d. jüd. llellenistik mit bes. Kerücks d. religionsphilos. Schriften. 
.3. Philo u, .Tosephus u. ihre Stellung in der liellenist. Literatur. — 
4. Erkl. d. 3lore Xeb.KForts.). - b. Uebers. über die Systeme der Re- 
ligionsphHos. von Kant bis auf die neueste Zeit. — 6. Keligionsphilos. 
Uebnngen. Bearb. n. Bespr. wichtiger Fragen der Religionsphilos. — 
Abt. II. Proph.: a) IL Kön. c. - bis Endo; b) Jer. c. 1-10. 



XXVII 

1K7 4. Abt. r. J. Erkl. d. nikoin. Kthik «I. Avist. - 2. Krkl. d. Sehr. 
c. Aji (l. Fla\. .los. 3. (Icscli. il. lteli::ion*<iiliil«s. nähreiul d. Mittel- 

alters. — 4. 1». roliirionspliilos. S.\sleiii des ( liiskai Kreskas ii. Lektüre 
seines Or Adouai. — ä. Lcliers. über die Svsiciue der lielij;iünsiiliili»s. 
V. Kant bis auf die neueste Zeit. — Abt. H. ß. l'ropli.: a) Jereui. 
0. 10 bis Ende: b) Spr. Sal. c. l-io. 

IH75. Abt. I. 1. Kelij,'iünsi)liilos.: a) Krkl. d. Sclir. c. Ap. d. FI. .los.: 
b) (ieseli. der Keligioiisplnlos. wäliiend des ^littelaltcrs: ci Krkl. \(»ii 
Saadias Kmuiiot we-Dcot; d) Kiiil. in die Schriften Jeli. lia-Levis u. 
Lekt. seiner Kusari; e) Keli^rionspliilos. lebunj;eu: Bespr. wichtiger 
religioiispliilos. Scliriften u. Eearb. frei gewiililter Themata. — Abt. H. 
2. ai l'roiili.: Kzech. c. 1—10; b) llagiogr.: Spr. Sal. c. 10 bis Ende. 

IH76. Abt. F. 1. Religionsphilos.: a) Grund), u. Gruadzüge der Glaubens- 
u. Sittenlehre: b) Darstellung u. Kritik des religiousphilos. Systems 
Jeh. ha-Levis; c) Erkl. d. Kusari Jeh. ha-Levis; d) Religionsj/hilos. 
I'ebungeu, Bespr. religion3j)hilos. JSchril'ten u. Bearbeitung frei ge- 
Mälilter Themata. — 2. Kiuleitiing in die Apokryphen u. I'seude- 
pigrapiien der Bibel. — Abt.!!. :i. l'roph.: a) Ezechiel c. 10— 24; 
bi llagioj:r. : l'salmen c. 1-20. 

IH77, Abt. [. 1. Ueligionsphilos.: a) Grundzüge der Glaubens- u. Sitten- 
lehre (Forts.): b) Darst. u. Kritik d. religionsphilos. Systems Jeh. 
ha-Levis; c) Erklärung d. More Neb. Maimnnis: d) lleligionsphilos. 
Ucbaugen. Bearbeitung frei gewählter Themata; e) Erkl. v. Aristot. 
Metaph. XII mit bes. Hervorhebung ihrer Einwirkung auf die Philos. 
dos Mittelalters. — Abt. II. 2. llagiogr.: Psalmen c. 20-50. 

1S#H, Abt. I. 1. Religionsphilos.: a) Grundzüge der Glaubens- u. Sitten- 
lehre; b) Gesicb. d. hellenistischen Religionsphilos.; c) Erkl. v. rhilos 
Schrift über die Weltsohöpfung: d) Erkl. v. Maimunis Morc Neb. 
(Schluss): e) Erkl. v. Kreskas Or Adonai. — Abt. 11. 2. Hagiogr.: 
Ausgew, Psalmen. Spr. Sal. c. 1 — 18. 

IHTU, Religionsphilos.: a) Gesch. der Religionsphilos. im Mittelalter: 
b) Erkl. V. ^^laimunis More N^eb. : c) Erkl. v. Kreskas Or Adonai; 
d) Religionsphilos. Uebungen. 

IHHO. Religionsphilos : a) Gesch. d. Religionsphilos. im Mittelalter (Forts.): 
lij Erkl. V. Ch. Kreskas Or Adonai (Forts.); c) Erkl. v. Gabirols „Quell 
des Lebens"; d) Einl. in die Septuaginta. 

ISWI» 1. Religionsphilos.: a) Erkl. v. Gabirols „(i)uell des Lebens'-' (Forts.); 
b) Erkl. V. Jeh. lia-Levis Kusari; c) Erkl. v. Pseudo- Joseph über die 
Herrschaft der Vernunft. — 2. llellenistika: :i ) Eiiil. in die Septua- 
ginta (Forts.): b) Einl. in die Apokryphen u. J'seudepigraphen 
der Bibel. 

IHWÜ. ]. Religionsphilos.: a) Erkl. der Kusari: b) Erkl. d. More Nel>.; 
ti Gesch. (1. jüd.-hellenist. Religionsphilos. — 2. llellenistika: a) Einl. 
in ilie l*seiidepigraphen der Bibel; b) Krkl. d. Sehr. d. Pseudo-Jos. 
über die Hcrrs'halt der Vernunft. 

iHH3, Keligionspliilos. und llellenistika: a) Einl. in die Religionsphilos.; 
b) Gesch. d. jüd.-hellenist. l'eligionspbilo?. (Schluss): <■) Schritten u. 
Lehren Philos: d) Erkl. d. Kusari (Forts.): e) Erkl. d. Mure Neb. 
(Forts.). 



XXVIII 

1884. Heligioiisidiilos ii. Ik'lleii. (Wintersemestei- $4/8r)): a) Gesch. d. Re- 

ligionsi)hilos. im Mittelalter: b) Erkl. v. J'hilos Sehr, über die Welt- 

t<cliö]il'ung. 
1SH5. Keli2;i(msi»hilos. u. Ilcllcnislika: a) Gesch. d. Kcligionsphilos. di-> 

Mittelalters; b) Krkl. d. Kiiumot wO-Deot; c) Erkl. d. Kusari; d) Eiiil. 

in die Sej.tuaginta; e» Erkl. v. Pliilos Sehr, über die Wellschüpluug. 
1HH6. llelii;ionsi»hiIos. u. Ilellcnistika: a) Einl. in die Septuaginta (Schluss); 

b) Eiui. in die Apokryphen u. Pseudepigraphen der Bibel; c) Erkl. 

d. Kusari; d) Erkl. d. >[ore Nebuchim. 
1H87. üeli^'iüiisphilüs. u. Ilellcnistika: a) Geseh. d. jüd.-hellenist. Religious- 

philos;.; b) Einl. in die Apokryphen u. Pseudepigr. d. Bibel (Schluss); 

e) Erkl. d. More Nebachim. 



7. Dr. Rosin. 

1866. In der Itabbiner-Abteilung 11 (komb. mit Lehrer-Abteilung): 1. Hebr. 
Gramm.: Elementar- u. Formenlehre. Wöchentl. schril'tl. Uebungen. 

— In der Lelirer-Abteiliing: 2. Fent mit Easchi zu Ex. c. 18-24. — 
3. Mairaiini: Hilch. Jessoda ha-Thora (Anf.). 

1867. Abt. I. 1. Pent.-Exegese: Einl. in die exeg. Lit. — 2. Homiletische 
lebunien. — Abt. II. 3. Hebr. Gramm.: Das Verbum. Wöchentlich 
schritt!. Uebungen. 

1868. Abt. I. 1. Homiletik. - 2. Homiletische lebungen. - 3. Exeg. Literatur: 
Schluss der Einl. Lekt. d. älteren Vers. u. Komm, zu Gen. c. 1 — 19. 

— Abt. II. 4. Hebr. Gramm.: Verbum mit Suff. Nomen. Partikeln. 
Wöchentl. schriftl. Uebungen. 

1869. Abt. I. 1. Homiletische Uebungen. - 2. E\eg. Lit.: Lekt. d. iilteren 
Vers. u. Komm, zu Gen. c. 20 bis Ex. c. 15. — Abt. II. 3. Hebr. 
(iranim.: Syntax, Teil I. Wöchentl. schriftl. Uebungen. 

1870. Abt. I. 1. Homiletische Lebungen. — 2. Exeg. Literatur: Ausgew. 
Stellen aus Ex. c. 20 bis Ende. Lev. 1-10 mit den alten Versionen 
u. Komm. - Abt. II. 3. Hebr. Gramm.: Syntax, Teil IL Wöchentl. 
schriftl. l'ebungeu. 

1871. Abt. I. 1. Theorie der Homiletik. - 2. Homiletische Uebungen. - 
3. Exeget. Lit.: Ausgew. Stellen aus Lev. von c. 11 an mit den alten 
Versionen u. Komment. - Abt. II. 4. Hebr. Gramm.: Laut- und 
Formenlehre, Teil I. Wöchentl. schriftl. Uebungen. 

1872» Abt. I. 1. Homiletische Uebungen. — 2. Gesch. d. lUbel-Exegese. — 

3. Exeg. Lit.: Ausgew. Stellen aus Numeri mit alten Vers. u. Komm., 
Teil I. — Abt. II. 4. Hebr. Gramm.: Formenlehre. Das Verbum. 

1873. Abt. I. 1. Homiletische Uebungen.— 2. Exeg Lit.: Ausgew. Stelleu 
aus Numeri mit alten Vers. u. Komm. (Schluss). - 3. Pädagogik u. 
Didaktik mit bes. Rucks, auf den jüd. Religionsunterricht. - Abt. II. 

4. Hebr. Gramm.: Lehre vom Verbum (Schluss). 

1874. Abt. I. 1. Homiletische l ebuugen. — 2. Homiletik. — 3. Tent.- 
Exe" : IV. u. V. M. — 4. Lekt. d. älteren ^ ers. u. Komm, zu \ . Mose. 
- b. Gesch. der exeget. Lit. - Abt. II. 0. Hebr. (uamm : Formen- 
lehre (Schluss I. Svntax. 

1875. 1. Pent.-Exegese^: V. Mose (Ende). 1. M. (Anf.). - 2. (Jesch d. exeget. 
Lit. (Forts.). — 3. Lektüre der älteren Versionen u. Komm, zu \. Mose 



XXIX 

(Forts.). — 4. Hehr, (iramm.: Syntax (Sc]iln.s.si. f.aiitlohie. — 
T). Homiletik (Forts.). (>. Homiletische l elMinsen. 

IH7(». I. lÜhel-Exejiese: at Krkliir. v. I. M. (Fort.s.); b) Erkl. Sfliwit-riKer 
u. lelmeiclier Stillen aus Ibn Ksras l'en^.-Komm. — 2. Ilebr. (irinnin.: 
Lautlehre (Schlussi. Fonuenlehre. — :l llomilflik: ai Honiiletisdio 
rebunp:en; b) l>kl. aus Midr. Ber. rabba. 

IH77. 1. IWItel-Kxe^ese: ai Erkl. d. Pentateuch.s (Forts.); b) Frkl. aus,i,-o\v. 
Stellen aus dem Pent.-Konini. Ibn Esras u. Nacbtnanides. — 2. Helir. 
(•ramm.: Da.s Verbuiu. — ;'. Unterrichtsleiire: .\llgeni. Teil. — 4. Homi- 
letik: ai Homiletisrhe Uebungen; b) Erkl. d. Midr. Bor. r. (Forts.). 

IH7H. 1. Bihel-Exe^ese: Pent. II. Mose (Forts.). — 2. Hebr. Gramm.: Das 
\'erl)um (IV.rt.s.). — 3. Pädagogik: Unterricbtslehre (Sfhluss). -- 

1. Homiletik: ai Theorie. AUgeui. Teil; b) Homiletiscbf Uebungen. 
1S79. 1. Bihel-Kxegese: a) IVnt.: U.M. (Sohlus.s). ULM. (AnL); b) Aus- 
gew. .Stellen aus den Pent.-Konuneut. E. Sam. b. Meirs u. Ibn Esras. 

2. Hebr. Gramm — 8. Homiletik: a) Theorie. Bes. Teil; b) Honiilet. 
Uebungen. 

iftHO. L lübeLExegese: ai Peut.: JII. M. (Scbluss). V.Mose; h) Ansgew. 
Stellen aus den Pent. -Komm. Ibn Esras u. Nacbmanides. — 2. Hebr. 
(iramm.: Nomen (Schluss). Laut- u. Schrifilehre. — .S. Homiletische 
lebiiiigeii. 

ISKI. ]. lübel Exegese: a) Pent.: V. Mose (Schluss). I. Mose; b) Erkl. 
srhwieriger Stelleu aus dem Pent. -Komm. d. I^foso b. Xaehman. : 
c) Gesch. d. exeget. Lit. (2. Hälfte). — 2. Hebr. (iramm.: Laut- und 
Schriftlehre (Schluss); Accentsystem der 21 l.ibl. Bücher. — S. Homi- 
letik: a) Erkl. d. ^lidr. Berescliit rabba; b) Homilet. Uebungen. — 
4. Erziehiiiigslelire. Allgem. Teil und Teil I des bes. Teiles. 

1S83. 1. Piibel-Exeges: a) Pent.: I. ]\rose (Forts.); b) Ausgew. Stellen ans 
dem Pent.-Korani. d. R. Sam. b. Meir. — 2. Hebr. Gramm.: a) Verbum. 
Die Accente der BB. l's., S|ir. u. Hidb; b) Gramm, n. stilistisclu- 
Uebungen. — 3. Homiletik: a) Erkl. d. Midr. Ber. r. (Forts.); 4. ITomi- 
letisrhe Uebungen. — 4. Erziehiiiigslehrc (Schluss). 

1883. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: I. M. (Schluss); b) Ausgew. Stellen ans 
dem Komm. Um Esras zu TL Mose. — 2. Hebr. («ramm : a) Lehre v. 
Verb. (Forts.); b) Gramm, u. stilistische Uebungen. — 3. Homiletik: 
a) Theorie. Teil T; b) Homiletische Uebungen. 

1881. I. Bibel-Exegese: a) Pent.: II. Mose; b) Erkl. ausgew. Stellen ans 
dem Komm. d. Naclimanides zu III. ^fose; c) Gesch. d. exegetischen 
Lit.. Teil I. — 2. Hebr. (iramm.: Laut- u. Formenlehre. — 3. Homiletik: 
ai Theorie, Teil IT; b) Homiletische Uebuugen. 

1885. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: III. Mose; b) Ausgew. Stellen ans dem 
Komm. d. Xachmanides zu IIL M. ; c) Gesch. d. exeg. Lit., Teil IL — 
2. Hebr. (iramm.: Formenlehre (Fort.s.). — 3. Homiletik: w) Erkl. d. 
Midr. Ber. r. ; b) Homileti.sclie Cebungen. - 4. liiterriihtslehre. Teil I. 

188«. 1. F.ibel-Exegese: a) Pent.: IV. u. V. Mose; b) .\usgew. Stellen aus 
dem Komm. d. P. Sam. b. Meir zu I. Mose. — 2. Hebr. (iramm.: Laut- 
u. Formenlehre. Gramm. Uebungen. — 3. Homiletik: a) 'J'heorie, 
Teil I; b) Homiletische Uebungen. — 4. liiterriehtslelire, Teil IL 

1887. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: I. ^fo^e; b) .\usgfw. Stellen 
aus Ihn Esras Komm, zu IV. M. — 2. Hebr. (iramm.: Formenlehre 



XXX 

u. Accentsysteiu in wisseiischaftl. Darst. - ß. Uomilclik: a) Theorie, 
Teil II; b) Homiletische Uebungcn. - Abt. II. 1. I'.ibel-Kxegese: 
n) Erste Proph.: Josua, dichter, I. Snm.; b) I. Mose mit Raschis 
Koinin. — 2. Hebr. (iramm.: Elcinentar-Grainm. u. .c;i"ai"»i- TJebungen. 
:5. Talmud: Bim-, c. 1 u. 2. 
188«. Abt. I. 1- BiltoI-KAejiese: a) Pent.: II. Mose; b) Ausgew. Stellen 
aus dem Komm. d. Nachmanides zu IV. Mose. - 2. Hebr. (il'iunm.'. 
Das Verbura in Wissenschaft). Pehaudi. - 3. Religionspliilos.: a) Gesch. 
.1. jiid. lieligionsphilos. von Philo bis Saadia; b) Erkl. d. Emunot 
we-Deot. — 4. Homiletik: a) Theorie (Schluss); b) Homilet. Hebungen. 
~ h. rädagogik. Einl. u. allgem. 4'eil. — Abt. II. 0. lUbel-Exegese: 
a, II. Sam., Kön. I u. II; b) Spr. Sa), c. 1-18; c) Pent. mit Raschi 
(Forts.). — 7. Hebr. (Jramm.: Elementargiainm.u.gramm.Üobungen. - 
s. Talmud: Herachot (Schluss). Rosch ba-Schana (Auf.). 

1889. Abt. I. I.Bibel-Exegese: a) Pent.: III. Mose; b) Ausgew. Stellen 
aus dem Komm, des Nachmanides zu IV. Mose (Schluss); c) Gesch. 
der exegetischen Litteratur. - 2. Hebr. Gramm.: Das Verbum in wissen- 
scliaitL Behandl. (Schluss). - 3. Ueligionsitliilos.: a) Gesch. d. jüd. 
Religiousphilos. (Forts.); b) Erkl. d. Emunot we-Deot, B. II u. III. 
- 4. Homiletik: a) Erkl. d. Midr. Ber. r.; b) Homilet. Hebungen. — 
.'). Pädagogik (Schluss). - Abt. II. 6) Bibel Exegese: a) .Tos., Richter; 
b) Spr. Sah c. 19 bis Ende; c) Pent. mit Raschi. - 7. HeLr. (Jramm.: 
]^lemenlargramm. u. gramm. Hebungen. — 8. Talmud: Rosch ha-Sch. 
V. c. II bis Ende. 

1890. Abt. 1. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: IV. Mose"; b) Ausgew. Stellen 
aus dem Pent.-Komm. d. R. Sam. b. Meir; c) Gesch. d. exeget. Lit. 
(Forts.) — 2. Hebr. Oramm : Lautlehre u. Anf. d. Eormenl. in wisscn- 
.schaftl. Behandl. — 3. ReHgionspliüos.: a) Gesch. d. jüd. Religions- 
philos. (Forts.); b) Lekt. aus den Schrifcen Gabirols. — 4. Homilet. 
Uebuiigen. — Abt. II. 5. Bibel-Exegese: » Sam. I u. II u. die betr. 
Stücke in den hist. Büchern der hl. Sehr.; b) Pent. mit Raschi. — 

6. Hebr. (Jramm.: Elementargramm. u. gramm. Hebungen. — 

7. Talmud: Megilla c. I-III. 

1891. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: V. Mose; b) Ausgew. Stellen 
au.s Ibn Esras Komm, zu V. Mose; c) Gesch. d. exeg. Lit. (Forts.). — 

2. Hebr. (Jramm.: Lehre vom Verbum in Wissenschaft!. Behandlung. 

3. Enterrichtslelire. — 4. Religionspliilos. u. Ethik: a) Gesch. der jüd. 
Pteligionspkilos. (Forts.); b) Lekt. v. Bachjas Herzenspflichten und 
Ibn Esras Jesod Mora. - 5. Homiletische lebungen. — Abt. II. 
6. Bibel-Exegese: a) Kön. I u. II; b) Spr. Sal. c. 1-21; c) Pent. mit 
Raschi. — 7. Hebr. Gramm.: Elementar-Gramm. u. gramm. Hebungen. 

8. Talmud: Meg. c. IV bis Ende. Pessacliim c. X. Gittin (Anf.). 
1893» Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Pent. V. Mose; b) Ausgew. Stellen 

aus dem Komm. d. Naclimanides zu V. Mose. — 2. Hebr. Gramm.: 
Formenlehre in Wissenschaft!. Behandl. — 3. Unterriclitslehre, Teil IL 
— 4. lleligionspliilos. u. Ethik: a) Gesch. d. jüd. Religionsphilos. u. 
Ethik (Forts.); b) Lektüre d. Kusari. - 5. Homiletik: a) Theorie, all- 
gem. Teil; b) homiletische Hebungen. - Abt. II. 6. Bibel-Exegese: 
a) Erste Propheten; b) Spr. Sal. c. 22 bis Ende; c) Pent. mit Raschi. 



XX XI 

7. Ilcitr. (ii-aiiiiu.: I^lenientar-Grauam. u. grauini. Ti-bungen. — 
H. raliiiiiil: (littiti c. I, II und erdte Hälfte von c. III. 

1Hi>3. Abt. I. 1. r.ibel-Kxeijese: Peut.: 1. .AEose. — 1. Ilebr. (inimm.: 

i.iiiitlelnf u. Acceiitbvsteni. — ;j. Keli^'ions|»liiIi»s. ii. Klliik: aj (mscIi. d. 
I{eligionsj)hilos. \\. Ethik (Forts.); •') Lektüre il. More Neb.; c) Lekt. 
<1. Milchamot v. Gersonides. — J. Homiletik: a) 'J'heorie, Teil IT; 
b) Lektüre d. ^lidr. Ber. r. ; c) Homiletisthe üebungen. — Abt. II. 
f). Iiil)el-K\e>^ese: a) roetiscbe Stücke im I'ent. Erste Propli.; b) JJaschi 
zu II. Mose. — G. llebr. (irainin.: Elenieutargraiuni. u. grainm. 
rebungen. — 7. Talmud: Gittin c. III (Schluss) u. c. IV. 

1N94. Abt. I. 1. IJiliel-Exci^ese: a) Pent: II. Mose; b) Ausgew. Stellen 
au.s dem Pent.-Koinm. d. R. Sani. 1). Meir. — 2. Hebr. Gramm.: Lelire 
vom Verbum in wissenscbaftl. Bebaudi. — 3. IJelii^ionspliilos. u. Ktliik: 
a) Gesch. d. jüd. Religionsphilos. (Forts.); b) Lektüre <l. Miicliaui. d. 
Gersonides (Schluss); c) Lektüre d. ()r Adouai v. Kreskas. — 4. Homi- 
letik: a) Theorie (Schluss); b) Homiletische Uebnngen. — 5. Erzieliungs- 
lelire. Teil I. — Abt. II. 0. Bibel-KAegesc: a) Erste Proph. (Schluss); 
I)) S])r. Sal. (Auf.); c) L'aschi z. Pent. — 7. Hebr. liramm.: Elementar- 
gramm, u. gramjn. L'ebangen. — 8. Talmud: Gittin <■. V u. VI. 



Zur Vertretung des verst. Dr. Rosin. 
1805. 1. Rabbinei- Dr. (luttmann. Abt. I. Koli<;ioiis|)hiloso])liie: a) Gesch. 
d. jüd. Religionspbilosopbie; b) Lektüre von Albo.s Ikkariiu; c) Lektüre 
d. Emunot we-Deot. — 2. Rabbiner l»r. Fiukelsclierer. — Abt. II. 
Talm.: a) statariscb: V>. mez. I'oi. 4r)b bis fila; b) curs.: Taanit 
toi. G— 26. 



8. Direktor Dr. Lazarus. 

1H75. 1. Talm.: a» statarisch: Abodah sarab, letzter Abschu.: b) curs.: 
Schabbatb. Alischn. 19. — 2. Codices: Oracb Giiajjim. Ililch. Possach, 
— 3. Disputat. über hal. Materien u. Ansarb. talm. Themata. 

1876, L Talm.: a) stat. : Beza c. 1 u. 2. Ausgew. Partien aus Pessachim: 
b) curs.: .Tebamot c. 10. l.ö. Hi. — 2. Codices: .Tore Doa c. 98 — 110. 
3. ltis|Mitat. über lialacli. Materien u. sdirifll. üeanlw. ritueller Fragen. 
- 4. Mos.-talmudisclie dlerichtsordnung. 

18'»'«. 1. Talm.: a) stat.: Ketubb. c. 2 u 9. Ausgew. Partien aus Pessachim; 
1)) «urs. : Gittin. — 2. Codices: Eben ha-Eser, IL Gittin. - 3. Mos.- 
talmudisclies Civilreclit. 

18'J'8, 1. Talm.: a) stat.: Chullin c. 7 u. 8. Ausgew. 3'artieu aus Pessncliim; 
b) curs.: C!hullin c. IIT. Schebuot c. 3 u. 4. -- 2. Decisoren: .Iure 
Dea c. 29 -GO u. 87-9G. -- 3. Mos-talmudisclies Ehereclit. 

1879. (Zum Teil S. H. Kirsch ner in Vertr. des Direktors.) 1. Talmud: 
a) stat.: Makkot ('ganz), Gittin c. 2 u. 3: b) curs.: f'iiullin einige 
Kap. — 2. Codices: Jore Dea c. 94 ff. Jore Dea c. 69—73 u. 87—92 
(Kirschuer). 



XXXII 

9. Seminar=Rabbiiier Dr. Joel. 

18S0. 1. Talm.: a) stat.: Schebuot c. 4. 7. S; h) .-urs.: Oluillin fol. 89 -103, 
■1. Codices: a^ Jore Doa c. fi9-78: b) Ausgew. Ka]). aus H. Tropliot. 

— 3. AiisarI>eitiinj,'oii lalm. Tliemata in liebr. u. (Icutsdier Spiaelio. 
18HI. 1. Kiiil. in den Talmud. — 2. Talm.: a) stat.: Schebn..t o. ;'> u. (i. 

Cittin c. 1: b) curs.: Ausgew. Partien aus {'hullin. — 3. Derisoren : 
.Tore Dea o. 29—3"). — 4. Erörteninjj ausgow. Stelleu aus dem Seit, arucli. 

— h. Ausarbeitung talm, Themata. 

18SÄ. 1. Talm.: a) stat.: Gittiu c. 1 (Forts.) bis c. 3 (Mittf): '>) curs: 
Ausgew. Tartien aus ('hullin u. Ab. serah. — 2. Codices: .Tore Dea 
c. 45— 6',) u. 87—93 (im Wintersemester S, H. Kirsclnicr als Vcrtr.). 



10. Seminar=Rabbiner Dr. Levvy. 

1883. 1. Talm.: a^ stat.: Fchebuot nebst Disputatorlen ; b) curs.: ]]t'/.a; 
c) Jernscli. Berachot (priv.). — 2. Decisoren: .Tore Dea, H. Schechita. 

1884. 1. Talm.: a) stat.: Schebnot (Forts); b) curs.: Beza (Forts.); 
c) Talm. Disputatorlen; d) Jer. Berachot. Mechilta (priv.). — 2. Codices: 
.Tore Dea, H. Schechita (Scbluss). H. Trephot 

1885. 1- Talm : a) stat.: Schebuot (Forts.) ; b) curs.: Beza (Scbl.). Jio-s.'h 
ha-Sch. (Anf.); c) Disputatorlen. — 2. Codices: Jore Dea, Tlilch. 
Tiephot (Schlnss). 

1886. l" Talm : a) stat.: Scliebuot (Scbluss). Ausgew. Partien aus (Miullin. 
Pessachlui (Auf.); b) curs.: Rosch ha-Scbana (Forts.); c) Disputatorlen. 
— 2. Codices: Jore Dea c. ßl — HL. 

1887. 1. Talm.: a) stat.: Pessachim (Forts.); b) curs.: Rosch ha-Schana 
(Schlüsse. Kidd. (Auf.); c) Disputatorlen. — 2. Codices: .Tore Dea 
c. 82-98. 

1888. 1. Talm.: a) stat.: Pessachim (Forts.): b) curs.: Kidd. (Forts.); 
c) Disputatorlen. - 2. Codices: -Tore Dea, c. 99-111 u. 120-22. 

1889. 1. Talm.: a) stat.: Pessachim (Foits.) bis c. 4 n. c. 10; b) curs.: 
Kidduscliln (Forts.): c) Disputatorlen: d) Mos.-talm. Recht. — 
2. Codices: T]ben ha-Jvser c. 154. Tur Jore Dea. H. Maajan u. l\Iik\v:i!i. 
Tur u. Seh. aruch Joi'e Dea, c. 1 — 13. 

1890. 1. Talm.: a) stat.: Pessachim c. 10 (Scbluss). xVusgew. Paitien aus 
Chullin; b) curs.: Ividduscbln (ForLs.); c) Disputatorlen; dj Mos.- 
tiilm. Recht. — 2. Codices: Tur u. Seh. ar. Jore Dea c. 14—36. 

1891. 1- Talm.: a) stat.: Ausgew. Partien aus Chullin (Forts.). (Jittin 
bis f. 6; b) curs.: Kidduschin (Forts.); c) Disputatorlen. — 2. Codices: 
Jore Dea c. 37—39 u. 44-48. 

1893. 1. Talm.: a) stat.: Glttin (Forts.) bis fol. 9a, dann von lol. i3a 
Im's iol. 21; b) curs.: Kidduschin (Schlus.s). Schabbat c. VTI. — 
2. Codices: Tur u. Schulchan ar. Jore Dea c. 49—60. 

1893. 1. Talm.: a) sfcat.: Gittin (Forts.) bis fol. 33; bj curs.: Scbabl). 
c. VII (Scbluss). Makkot bis fol. 12. — 2. Codices: Tur u. Scdinlcban 
ar. Jore Dea c. 61 — 69. 

1894. 1. Talm.: a) stat.: Gittin (Forts.) bis fol. 44; b) curs.: Makkot 
(Forts.) bis fol. 21. — 2. Codices: Tur n. Seh. ar. Jore Dea 
c. 70-80 u. 87—90. 



_XXXIII 

1895. 1. Talmud: ii) stat: Gittin (Forts.) bis fol. 58: b) .-urs.: Makkot 
(Schluss). Meiiacliot fol. 27—32; c) Disputatorien. — 2. Codices: Tur 
u. Schulrhau ar. Jore Dea c. 90— 98. — 8. Iloiilih'tik : a) Hi)inileti8<he 
L'hungen; b) Midr. Ber. Rabba. 

1896. I. Talni.: a) stat.: Gittin (Forts.) bis fol. 73; b) curs.: Menachot 
(Forts.) bis fol. 41a. — 2. Codices: Tur u. Schulcban ar. Jore D»'a 
c. 99-110. 

1897. 1. Talin.: a) stat.: Gittin (Forts.) bis fol. 85; b) curs.: .Menachot 
(Forts.) bis 44a. Aboda Sarah c. 5 bis fol. 69. — 2. Codices: Tur u. 
Schnlchan ar. Jore Dca «•. 110 (Si^hl.) 11 1. 120-122. Tur 11. Maajan 
u. Mikweh. 

1898. 1. Talm : a) stat.: Gittin fol. 86 bis Ende. Ausgew. Partien aus 
Chullin; b) curs.: Ab. sarah v. lol. 70 bis Ende. Berachot c. 6 Anf. 

— 2. Codices: Tur H. Maajan u. Mikweh (Schi.). Tur u. Si^hulch. ar. 
Jore Dea c. 1 — 10. 

1899* 1. Talm.: a) stat.: Au.sgew. Tartieu aus Chullin (Forts, u. Schi.). 

— Baba batra c. 3 bis fol. 31; b) curs.: Berachot c. 6 (Forts, u. 
Schi.) — 2. Codices: Tur, u. Schulch. ar. Jore Dea c. 11—31. 

1900. 1. Talm.: a) .stat.: B. batra fol. 32— 50; b) curs.: Berachot c. 6 u. 7. 

— 2. Codices: Tur u. Seh. ar. Jore Dea c. 32—52. 

1901. 1. Talm.: a) stat.: B. batra fol. .öO bis Ende v. c. III. Pessachira 
c. II bis fol. 24; b) curs.: Berachot c. VIII. Sukka c. III bis fol. 36. 

— 2. Codices: Tur u. Schulch. ar, Jore Dea c. 53—63. 

1903. 1. Talm.: a) stat.: Pessachim fol. 25—34; b) curs.: Sukka fol, 37 

bis c. 111 Ende. — 2. Codices: Tur u. Schulch. ar. Jore Dea c. 64 - 69. 

1903. 1. Talm.: a) stat,: Pessachim fol. 35—45; b) curs.: Sukka c. IV. 

— 2. Codices: Schulch. ar. Jore Dea c. 69. Tur u. Schulch. ar. Jore 
Dea c. 70-81. 



11. Dr. Brann. 

1891. Abt. I. 1. Uiliel-Exei^ese: a) Erkl. d. kl. l'rojdi.: b) Exe.2;etisolie 
i billigen. — 2. Jüd, (lescli.: a) Abschluss d. Talmud. Die Saboräer ii. 
fjleoniiii; b) ilist. Übiinfcen; c) Lektüre der Meg. Thaanith. — Abt. II. 
3. Talm,: ai stat.: Pessachim (Forts.); b) curs.: Beza (Forts.). 

189;S. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Kl. Propheten (Schluss); b) Exeget, 
Übungen: c) Bibl. .Mtertümer, Teil I. — 2. JQd. (Jesoh,: a) Gesch. der 
geoiüiischen Zeit (Schluss); b) Ilist. (bungeu und Lekt. ausgew. Piutim; 
c) Lektüre d. Seder Taun. we-Amoraim; d) Traktische Kalender- 
kunde. — Abt. II. 3. Talmud: a) stat.: Pessachim (Forts.). P». mez. 
bis fol. 12; b) curs.: Beza (Schluss). — 4. Codices: Schulch. ar. Orach 
Chajjii.i c. 493. 494. 549— .559. 670-697. 

1893. Abt. I. 1. Bibel-Kxegese: a) Kinl. in die hl. Schrift, Teill; b) Erkl. 
des Jcsaia: <•) Exegetische i'bungen; d) Hild. .Mtertümer, Teil II. -- 
2, Jüd. Uesch.: a) Literaturgesch. d. geonäischt-n Zeit; bj Gesch. d. 
Juden in Europa 750— 1040; c) Lektüre ausgewählter Selichot; d» Hist, 
Cbungen und Lektüre d. Seder Olam. r. — Abt. II. 3. Talmud: a) stat.: 
P>. mez. fol. 12-:30; b) curs.: Posch ha-Sch, bis fol. 20. — 4. Codices: 
Seh. ar. Ur. (Jhajjim c, 1 — 7, 46-55. 



XXXIV 

1891. Abt. I. 1. Bibel-Exegose: n) Eiiil. iii die lil. Schrift, Teil TT; b) Eikl. 
(I. Jes. (Schluss); c) Erkl. d. Me^illolh (Auf.); d) Excget. Übiiiii^'cn: 

1. Chron. c. 1—9 vergl. mit den auderw. bibl. Niiclirichten. — 

2. JUd. IJescli.: a) Gesch. der Judoa in iAiropa 750—1040 (Schi.); 
b) Literaturg-esch. der Juden in Italien u. trnf der pyren. Halbinst 1 
bis 1050; c) Uist. dilil. i'liiiii,i:;cn an Urkunden u. HSS. der Seniinar- 
bibliothek; d) llist. i'bungcn. l^ektüre ausgewählter T^esien Jeh. 
ha-Levis; e) Kiilonderkuiide im Anschluss an die Lektüre v. Maimunis 
Tlilch. Iv'iddusch ha-Chodesch. — Abt. II. 3. Talmud: a) stat.: B. mez. 
ibl. 30—48; b) curs.: Rosch ha-Sch. fol. 20 bis Ende. Thaanit bis 
Ibl. 5. — 4. Codices: Seh. ar. Or. Chajjim c. 56—90. 

1895. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Einl. in die Avokrypheu ; b) Pent. 
n. Mose c. 30 bis III. Mose c. 6; c) Megilloth (Schluss); d) II. Mose 
mit den Komm. d. E. Sam. b. Meir u. Ibn Esras. — 2. Ilebr. (iramm.: 

a) Das Nomen in wissenschaftl. Behandlung; b) Gramm, u. stilistische 
Übungen. — o. Jüd. (Jesch.: a) Gesch. der Juden während der Kreuz- 
züge; b) Topogr. V. Palästina; d) Hist. Übungen: Lekt. der hebr. 
Kreuzzugsberichte u. der die Krenzzügo behandelnde Piutim. — 
4. Unterriclitslelire, Teil I. — Abt. II. 5. Bibel-Exegese: a) Erste Propli.: 
Josua; b) Hagiogi'.: Spr. Sah — 6. Ilebr. Gramm.: Lautlehre, Formen- 
lehre: Fürwörter, Zeitwort.— 7. Jüd. (iesch.: Repetitorium vom Ausz. 
aus Aegypten bis zur Zerst. des 1. Tempels. — 8. Codices: Seh. ar. 
Or. Chajjim c. 91—127. 670—85. 

1896» Abt. I. 1. Bikel-Exegese: a) Pent: ITT. Mose (Forts.); b) Proph.-: 
Ezechiel bis c. 27; c) Einl. in die Apokryphen (Schi.); d) Gesch. der 
exeg. Lit, Teil I; e) Lekt. des Komm. Ibn Esras. R. Sam. b. Meir n. 
Nachmanides zu IL Mose (Forts.); f) Exegetische Übungen. — 
2. ,lüd. Gesch.: a) Literaturgesch. der Juden in Deutschi. 1000—12.50; 

b) Lektüre ausgewählter Kinoth; d) Hist. Übungen: Lektüre des 
Schebet Jehuda. - Abt. II. 3. Bibel-Exegese: Erste Proph.: Trichter 
u. Sam. I, 1-17. - Schulcli. ar. Or. Chajjim c. 128-142. - 5. Jüd. 
Gesch.: Repetitorium von der Zerst. des ersten bis z. Zerst. d. zweiten 
Tempels. 

1897* Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: II [. Mose (Forts.); b) Ezechiel 
C.27 bis Ende; c) Psalmen (Auf.); d) Gesch. der exeget. Lit., Teil II. 
e) Lektüre der Komm. Ibn Esras, R. Sam. b. Meirs u. Nachman. zu 
IL Mose (Schi.) u. IV. Mose c. 1-8; f) Exeget. Übungen. — 2. Jüd. 
Gesch.: a) BibL Altertümer, Teill; b) Gesch. der Jaden unter islamir. 
Herrschaft 1040 — 1204; c) Lektüre der Chronik Sambaris; d) Hist. 
diplom. Übungen an den HSS. d. Sem.-Bibl. - Abt. II. 3. Bibel- 
Exegese: a) Erste Proph.: I Sam. c. 17 bis IL Sam. (Ende); b) Hagiogr.: 
Spr. Sal. c. 1—15; c) Ausgew. Stellen aus Raschi zum l^eiit. - 
4. Schulch. ar. Or. Chajjim c 143-156. 242-248. 

1898. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Pent. ITI. Mose (Schi.); b) Psalmen 
(Forts.); c) Lekt. d. Komm. Ibn Esras R. Sam. b. Meirs u. Nach- 
manides zu IV. Mose (Forts.); d) Exegetische Übungen. Ausarbeit, 
gegebener Themata. - 2. Jüd. Gesch.: a) Die Zeit Maimunis. Der 
Streit um die Schriften Maimunis; b) Lektüre der Streitschriften für 
und gegen Maimuni; c) Historische Übungen; d) Topographie von 
Palästina; e) Praktische Kalenderkunde. - 3. Pädagogik: Erziehungs- 



XXXV 

Ifhre, Teil I. — Abt. II. 4. Bibel-Exegese: a) Erste l'rüplieteii: Die 
Bücher der Könige I, 1 bis II, 12; b) Hagiogr.: Spr. Sal. c. ].')— 31. — 
ö. Schiilcli. ar. Or. ( liajjim c 581-603. 670-683. 
1M9U. Abt. I. 1. iÜbel-Kxegese: a) Fent: IV. Mose c. 1-8; b) .Fesaiu 
c. 40-55; cj Klagel u. Eslher: d) Lektüre d. Komm. Ibn Esras, 
R. Sam. b. Meirs u. Nacbni. zu IV. Mose (Fort?.); cj Exegetische 
(lningeii. — 2. .lud. (iesdi.: a) Literaturgesch. d. Juden auf der 
pyreu. Halbinsel 1204 1391; b) Lektüre ausgewählter Piutim und 
Selichoth; c) llist. (iMingen: Ausarbeitungen nach gegebenen Thematen. 

— 3. Pädagogik: a) Ihzieluingslehre (Si;hluss); b) Unterrichtslehre, 
bes. Methodik u. Didaktik des jüd. Religionsunterrichts. — Abt. II. 
4. Hibel-Exegese: a) Ausgew. Stellen aus Uasthi zum Pent.; b) Erste 
l'roitheten: II. Kön. c. 12 bis Ende. Josua. — 5. Schulchaii ar 
Or. Cliajjim c. 685-697. 604—617. 

1900. Abt. I. 1. i;il»el-Exegese : a) Pent.: IV. Muse (Forts. i; b) .lesaias 

c. 5.)— 66; c) Iliüb c. 1 — 15; d) Einleitung in die hl. Schrift. Teil I; 
e) Lektüre d. Komm. Ibn Esras, R. Sam. b. Meirs u. Nachmanides zu 
IV. Mose (Schluss); f) Lektüre d. Komm. Ibn Esras (1. u. 2. Reo.) zu 
II. Mose c. 1 — 3; g) Exegetische t bangen. — 2. .lud. (jiesch.: a) Literatur- 
gesch. der Juden auf der pyren. Halbinsel während des J4. Jahrh. 
(Schi.); b) Uist-diplom. Übungen an den HSS. d. Sem.-Bibl.; c) Lektüre 

d. Seder Olam r. ; d) Hist. Übungen. Ausarbeit, nach gegebenen Thematen. 

— Abt. II. 3. Bibel-Exegese: a) Erste l'roph.: Richter. I. Sam. <•. 
1 — 10; b) Ausgewählte Stellen aus Uasclii zum Pent. - 4. Schul, ar. 
Or. Chajjim f. 62.)— 639 u. c. 1-9. 

1901. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: IV. Mose (Forts.); b) Hosea 
(Auf.); c) lliob c. 16 bis Ende; d) Einl. in die hl. Schritt, Teil IE; 
<■) Lektüre aus gew. Stellen aus d. Komm. Ibn Esras u. Nachmanides zu 
JI. Mose; ii Exegetische Übungen Ausarbeitung gegebener Themata. 

— 2. Jüd. (iesch.: a) Bibl. Altertümer, Teil I; b) Gesch. der Juden 
in Deutsch!, während des 14. Jahrhunderts; c) Lektüre d. Seder 
Olam r. (Forts.); d) Historische Übungen. — Abt. II. 3. Bibel-Exegese : 
a) Erste Proph.: I. Sam. o. 11 bis Ende. IL Sam. (Auf.); b) Spr. Salomos 
c. 1—26; c; Ausgewählte Stellen aus Kaschis Komm, zum Pent. — 
4. .lud. (iescli.: Repetitorium von der Zerst. des ersten bis zur Zerst. 
des zweiten Tempels. — 5. Schulch. ar. Or. Chajjim c. 10—24. 
46-.54. .549-60. 

1903. Abt. I. 1. Bibel-Exegese: a) Pent.: TV. Mose (Schluss); b) Hosea 
I Schluss); c) Ausgew. Stellen aus den Komm. d. Ibn. Esra u. Nach- 
manides zu IV. u. V. Mose; d) Exegetische Ülmugen. — 2. Jüd. tiesch.: 
VL) Bibl. Altertümer, Teil II; b)_Gesch. der Juden in Deutscbl. während 
des 15. Jahrb.; c) Lektüre ausgew. Piutim; d) Historische Übungen: 
0) Praktische Kalenderkunde. — Abt. II. 3. Bibel-Exegese: 
a) Erste Proph.: H. Sam. (Schluss). 1. Küu. c. I - 10; b) Haglogr. : 
Spr. Sal. c. 27-31. Klagelieder; c) Ausgew. Stellen aus iiaschi zum 
Pent. — 4. Jüd. Gesch.; Piepetitorium von der Zerst. des ersten bis 
znr Zerst. des zweiten Tempels (Schluss). — 5. Schulch. ar. Oracli 
Cliajjim c. .55—91. 

1903. Abt. I. 1. iWbel-Exegcse: a) Pent.: V. Mose c. 1 — 10; b) Kl. Pro- 
pheten (Forts.); c) Lektüre d. Komm. Ibn ICsra. R. Sam. b. Meir u. 



XXXVI 

Naclimanides zu V. Moso c. 1-15; d) (Jesch. der cxei^clisclicn Lit., 

Teil I. 2. .)U(1. iJescll.: a) Von der Zerst. des zweiten Tempels bis 

zum Abschl. des Talm.; b) Lektüre d. Seder Olam r. (Schluss); 
c) Lektüre d. Meg. Thaanit; d) l'i'iiktisflie Kiileiiaei-kuiide (Schi.). — 
Abt. II. 3. Bibel-FACi,'eso: a) Erste rroi»!».: 1. Kim. <•. 13 bis IT. Kün. 
<-•. 20; b) Uiigiogr.: Esther; c) Ausgew. Stellen aus Rasdii zum IV-nt. 
4. Schulcli. ar. Cr. (^hajjim c. 114—131. 



12. Dr. Horovitz. 

1896. Abt. I. L Hebr. Gramm.: Laut- u. Wortlehre in wisseuschaftl. Ee- 
haudl., Teil I. — 2. Religioiisphilos. : a) Tleligionsphilos. System d. 
Jehuda ha-Levi; b) Lektüre d. Kusari; c) Terminologie d. jüd. IJo- 
ligionsphilos. — 3. Homiletik: a) Theorie; b) Homiletische Uebimgen. 
— Abt.' II. 4. Hebr. («ramm.: a) Elementargramm.. Laut- u. Formeu- 
lehre. Fürwort, Zeitwort; b) Gramm, u. stilistische Uebungen. — 
5. Talmud: a) stat.: Ketubb. fol. 83a bis 103b; b) curs.: Pessachim 
fol. 20-35. 

1897. Abt. I. 1. llebr. Gramm.: Laut- u. Wortlehre in wissensclrnftl. Be- 
handl. (Forts.). — 2. Religioiisphilos.: a) Religionsphilos. Syst. d. Jehuda 
ha-Levi (Schi.); b) Religionsphilos. System d. Abr, Ibn Daud; 
c) Lektüre des Kusari (Schluss); d) Lektüre d. Emuna rama. — 

3. Homiletik: a) Theorie (Schluss); b) Homilet. Uebungen. —4. Midrasdi: 
Ber. raljba. — Abt. II. &• Hebr. Gramm.: Elementargramm. Formen- 
lehre; b) Grammat. Uebungen. — 6. Talmud: a) stat.: Ketubb. 
fol. 103b bis Ende. Kidd. bis fol. 15b; b) curs.: Pessachim fol. 86— 4ü. 
Eosch ha-Schana bis fol. 14a. 

1898. Abt. I. 1. Hebr. Gramm.: Nomen u. Verbum in wisseuschaftl. Be- 
handl. — 2. Religionsphilos.: a) Religionsphilos. System Maimunis; 
b) Lektüre d. More Nebuchim. — 3. Homiletische Uebungen. — 

4. Lektüre des Midrasch Wajjikra r. — Abt. II. 5. Hebr. Gramm.: 

a) Elementare Formenlehre (Forts.); b) Grammat. Uebungen, — 
G. Talm : a) stat.: Kidd. fol. 15b bis 36a. Makkot bis fol. 17b; 

b) curs.: Rosch ha-Schana fol. 14a bis Ende. Meg. bis fol. 8a. 

1899. Abt. I. 1. Hehr. Gramm.: a) Wissenschaf tl. Gramm. (Forts.); 
b) Stilist. Uebungen. — 2. Religionsphilos.: a) Religionsphilos. System 
Saadias; b) Religionsphilos. System Gabirols; c) Lektüre des Emuuot 
we-Deot; d) Lektüre d. Mekor Chajjim. — 3. Homiletik: a) Theorie; 
b) Homiletische Uebungen. — 4. Midrasch Wajjikra r. (Forts.). — 
Abt. II. 5. Talm.: a) stat.: Schabb. fol. 2a bis 15a; b) curs.: Megilla 
fol. 8a bis Ende. 

1900. Abt. I. 1. Religionsphilos.: a) Religionsphilos, System Saadias; 
b) Lektüre d. Kusari. — 2. Homiletik: a) Theorie (Schi.); b) Homilet. 
Uebungen. — 3. Midr. AVajjikra r. (Schi.). - Abt. II. 4. Hebr. 
(irannn.: a) Elementargramm.; b) Stilistische Uebungen — 5. Talm.: 

a) stat.: Ketubb. fol. 15—28; b) curs.: Schabb. fol. 123—37. 

1901. Abt. I. 1. Hebr. Gramm.: a) Wisseuschaftl. Gramm.: Formenlehre; 

b) Stilistische Uebungen. — 2. l{eligionspllilos.: a) Religionsphilos. 
System des Abr. Ibn Daud; b) Religionsphilos. System Maimunis. — 



XXXVII 

3. lloinilelischc lelmii^-en. - Abt. H. 4. Talin.: ujaiat.: Ketubb. 

f\jl os_i7; b) curs.: IJcnichot fol. 2-22. 
190-> Abt I. I. i:eli^Mons|.liilos.: ;i) l^veligionsphilus. System MaiM.ums 

'(Forts)- b) Lektüre d. More Nebuchi.u. - 2. Homiletische Uebui.gen. 

3. Midnlsfh Ber. r. - Abt. II. 4. Hcbr. Gninnn.: a) Eleuient.-Gramn.. 

Verb. u. Nomen; h) Stilistische Uebuugen. - 5. Talm.: a) stat.: 

Ketubb. fol. 47— üH; b) curs.: Berachot fol. 24-45. 
190*{ Abt I 1. Hel)r. (iranim.: a) Wissenschaftl. Gramm.; b) Gramm. 
" L'ebuu-en - 2. Keligionsi.hilos.: a) lleligionsphilos. Sy.stem Maimunis 

(Schl)^b) Lektüre d. More Nobucliim (Forts.); c) lleligionsplulos. 

System Saadias; d) Lektüre d. Emunot we-Deot. - 2. llouiilcl.k: 

a) Theorie; b) Homiletische Uebungen. - Abt. 11. 4^ ralin.: a) stat.: 

Schebuot fol. 30-45; b) curs.: Berachut fol. 45-57. 



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5-3 



Beilage V. 



Verzeichnis der von 1854—1904 j^estclltcn Preisaufqaben. 



A) Zur Bewerbung um den Joseph Lehmann'schen Preis. 

1.S55. 
Ueber die nach inosaisch-talinudischer Lehre obliegende l'lliclit, dem 
Nächsten bei (Jefährdung seines Lebens oder seines Eigentums beizustehen, 
und ob bei Rettung des gefährdeten Eigentums des Nächsten nach dieser 
Lehre rechtlich eine I^elohnung oder Schadloshaltuug beansprucht 
werden kann. 

Den Preis erlüelt stud. philos. H. Seligsohn aus WoUstein. 

1850. 

Ueber den Geist der Uebcrsetzung des Jonathan ben Usiel zum 
Pentateuch, und ob diese Übersetzung einen Verfasser hat mit dem ihr in 
den Editionen beigedruckten Targum jcruschalmi. 

Den Preis erhielten stud. philos. H. Seligsohn aus Wollstein und 
J. Traub aus Mannheim. 

1S57. 

ITcbcr den Geist des Kommentars des R. Moses ben Xaohman zum 
Pentateuch und über sein Verhältnis zum Pentateuchkomnientar Raschis. 

Den Preis erhielt stud. philos. J. Perl es aus Baja. 

1858. 

Ueber Lilialt und Geist der Einleitungen des R. Mose ben Maimon 
zu seinem Mischnakommentar, mit besonderer Berücksichtigung des von 
E. Pococke edierten arabischen Originals zur Ordnung Soraim. 

Den Preis erhielt stud. philos. M. Pi ahmer aus Rybnik. 

1859. 
Ueber Prinzip und Gebiet der Präsumptionen nach talmudischer Lehre. 
Den Preis erhielt stud. philos. J. Frcudenthal aus Hannover. 

18«i0. 
Ueber Soferim und Synhedrium; Entstehen, Dauer und Tätigkeit bis 
auf Schemaja und Abtaljon. 

Den Preis erhielt Dr. phil. D. Michaelis aus Chodziesen. 

1861. 

Die Familie in moralischer und rechtlicher Beziehung nach mosaiach- 
talmudischer Lehre. 

Den Preis erbieltcn Peter Buchholz aus Bomst und M. S. Zucker- 
mandl aus Ungarisch-Brod in Mähren. 



XLII 

lS(i2. 

Die Halaclia und Hag\<;;ula nach Etymologie und BegrilT. 

Den Preis erhielt slud. phil. II. Gross aus Szeiiitz in Ungarn. 

1S«3. 
R. Simon ben Ganialiel II. nach seinen Lebensverhältnissen und seiner 
geistigen Tätigkeit. 

Den Preis erhielt stud. phil. Ph. Bloch aus Tworog in tSchlesieii. 

1S64. 

Verhalten des Kaisers Julian gegen die Juden, im Gegensatze zu 
ihrer Stellung unter seinen Vorgängern Constantins und Gallus, und Angabe 
der Motive. 

Den Preis erhielt stud. phil. D. Gerson aus Koschmin. 

1865. 

Die Fortbildung der hebräischen Sprache in der Mischna in formaler 
und realer Beziehung. 

Den Preis erhielten stud. phil. I. Lewy aus Inowrazlaw, Posen, und 
A. Stein aus Grombach, Baden. 

l.S()ö. 
Die Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch nach ihrer 
halachischen Paraphrase und Angabe der Quellen. 

Den Preis erhielt stud. pliil. N. Glaser aus Nikolsburg. 

1867, wiederholt 1868. 
Die Religionsdisputation des R. Jechiei von Paris am Hofe Ludwigs 
des Heiligen, ihre Veranlassung und ilire Folgen. 

Den Preis erhielt Dr. phil. A. Lewin aus Pinne. 

186D. 

Die Weise der Umschreibung der Anthropomorphieen und Anthro- 
popathieen bei Onkelos und den anderen Targumim mit besonderer Berück- 
sichtigung der Ausdrücke Kn"-tt', N"ip% i<"lÄ'Ü. 

Den Preis erhielt stud. phil. S. Maybaum aus Misokolz in Ungarn. 

1870. 

Ueber Philos Erklärung des Dekalogs und ihre Beziehungen- zur 
palästinensischen Exegese. 

Nicht gelöst. 

1871. 

System und Berechnung des jetzt bestehenden konstanten jüdischen 
Kalenders mit Berücksichtigung seiner historischen Entwickelung. 

Den Preis erhielt Dr. Adolf Schwarz aus Tewel in Ungarn. 

1872. 

Übersicht und Charakteristik der jüdischen Exegese in Deutschland 
und Frankreich im Mittelalter. 

Den Preis erhielt Dr. N. Porges aus Prosnitz. 



XLIll 

IS73. 

Dio Theologie dos Haelijii Um Pakudii. 

Den Preis erhielt Dr. D. Kaurmanu aus Kojeteiu. 

1S74. 

IMan uiul Anlage dos Jad ha-chasaka von M. Mainionides, und welche 
Werke hat er demselben als gruiuUegend vorangesciiickt? 

Den Preis erhielt Dr. B. Ziemlich aus Ungarisch-Brod in Mähren. 

1875, wiederholt 1S76. 
Ilcr Historiker Justus von Tiberias und seine Stellung zu Jusephus 
und den Itömcrn. 

Den Preis erhielt Dr. A. Bärwald aus Nakel. 

1877. 

Die Verordnungen der Gaonim in geschichtlichem Zusammenhange 
darzustellen. 

Den Preis erhielt Dr. C. Werner aus Rogasen. 

1878, wiederliolt 1879 und ISSO. 
Darstellung der astronomi9chen43erechnung und Begründung des alt- 
jüdischen Kalenders nach Maimonides. 

Den Preis erhielten Dr. Grünwald und slud. iMünz. 

18S1. 

Kaschi und seine Stellung in der Geschichte der hebräischen Sprach- 
forschung. 

Den Preis erhielt Dr. Kronberg. 

1882. 

Darstellung der Lehre von der Willensfreiheit in der älteren jüdischen 
Religionsphilosophie des Mittelalters. 

Den Preis erhielt stud. phil. Lcsser Knollcr. Lobend erwähnt wurde 
Dr. Moritz Krakauer. 

1S83. 

Darstellung des inhaltlichen und formalen Verhiiltnisscs dos Buches 
Sirach zu den Salomonischen Sprüchen und der religiösen, gesellschaftlichen 
und politischen Zustände und Stimmungen, welche dieses Apokryphou er- 
kennen lässt. 

Den Preis erhielt Dr. C. Sei ig m an n. 

1884. 

Stellung und Bedeutung des Jehuda Chajug in der (Jeschichte der 
hebräischen Grammatik. 

Den Preis erhielt cand. phil. Beruli. Dr ach mann aus Jersey City 
in ^Nordamerika. 

18S5. 

Die Stellung der Sklaven bei den Juden in rechtlicher und gesell- 
schaftlicher Beziehung nach talmudischen l^uellen. 

Den Preis erhielt cand. phil, J. Winter aus Sandorf in T'ngarn. 



XLIV 

18815. 
Ueber die leligiojispliilosopliischen Anschauuugcu dos Flavius Josephus. 
Den Preis erhielten stud. pliil. A. Tosnanski ans Kaciazok in Kuss- 
land nnd stnd. pliil. A. Lcwinsky aus Loslau O.-S. 

1887. 
Darstellung des jüdischen Kalenders nach dem zweiten Abschnitt des 
Seler ha-Ibbur von Jl. Abraham bar Chijja ha-Nassi. 
Nicht gelöst. 

1888. 

1. Dieselbe Aufgabe wie oben. 

Den Preis erhielt D. Rau aus Pr.-Friedland. 

2. Die Sagen über die Kämpfe und Siege der Makkabäer gegen die 
Syrer nach griechischen und agadischen Quellen in ihrem Verhältnis 
zur beglaubigten Geschichte. 

Nicht gelöst. 

1881). 

Die Aufgabe wie oben sab 2. 
Nicht gelöst. 

1890. 

Darstellung und Beurteilung der Ethik des Saadja b. Joseph. 

Den Preis erhielt cand. phil. D. Rau. Lobend erwähnt stud. phil. 
p Rieo-er. 

18D1, wiederholt 1892. 

Darstellung des Standpunktes der einfachen Bibelexegese in den 
talmudischen Schriften. 

Den Preis erhielt Dr. L. Dobschütz. 

1893, wiederholt 1894. 
Verlauf des Kosakenkrieges unter Chmielnicki während der Jahre 
1648 und 1619 mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Quellen. 
Den halben Preis erhielt cand, phil. K. T hie berger. 

1895, wiederholt 189G. 
Die Bedingung nach talmudischem und rabbinischem Recht. 
Nicht gelöst. 

1897, wiederholt 1898. 
Wie verhält sich die Darstellung des Josephus über die makkabäische 
Erhebung zu den Berichten der ersten beiden Makkabäerbücher? 

Den Preis erhielten cand. phil. Jul. Grünthal und cand, phil. 
R. Kalter. 

1899. 
Abraham bar Chijja als Religionfsphilosoph. 
Nicht gelöst. 

1900. 
Ueber die Pflege des Studiums der jüdischen Literatur in Deutsch- 
land bis zu den Verfolgungen des ersten Kreuzzuges. 
Nicht gelöst. 

1901 und 1902. 
Historische Topographie der Judengasse zu Köln a. Rhein. 
Den Preis erhielt Dr. A. Kober aus Breslau. 



XLV 

1903, wiederholt 1904. 
Der Einlluss Al-Uazziilis auf Cbasdui-Kreskas. 
Die Bewerbung ist noch nicht erledigt. 

H) Zur Bewerbung um Jen Dr. David Rosiii'schen Preis. 

1897/98, wiederholt 1899/1900. 
Die Geschichte des Achtzehngebets. 
Den Preis erhielt Dr. I. Elbogen. 

1901/02. 

Die Rekonstruktion dos Kommentars Al)raham Um Esras zu den 
kleinen Propheten. 

Den Preis erhielt Dr. L. Lew}-. 

1903/04. 
Die Kthik des Baclija Tbn Pakuda. 
Die Bewerbung ist noch nicht erledigt. 



Beilajre VI. 



Verzeichnis der zu Gunsten des Seminars errichteten 
Stiftungen und Legate. 



Legate und Schenkungen erhielt das Seminar: 

1. Von Herrn Bankier Josepli Prinz, hier, starb 29. Juli 1805. 

2. dem Vorstande der jüdischen Gemeinde zu Ojipeln. 

3. - Herrn Eisenbabndirektor Joseph Lehmann zu Gr.-Glogau, starb 

19. Februar 1873. 

4. -. ', Kaufmann Bernhard Poppelauer, hier, st. 23. Sept. 1874. 

5. . llentier Leiser Jaffe zu Posen zum Andenken an seinen 

Sohn Hermann Jaffe, starb 12. Dezember 186.5. 

6. Kaufmann Itzig Zacharias Hamburger, hier, starb 

20. August 1898. 

7. -- S. B. Zuckermann, hier. 

H. den Herren Vertretern der israelitischen Gemeinde zu Wien. 

9. -- ilerrn Kaufmann Moses Biram, hier. st. 12. April 185>. 

10. -- = Kaufmann Marcus Sochacze wski. hier. 

11. Frau Klara verw. Marcus Bondi zu Dresden. 

12. verw. Frau Sophie Schwerin hierselbst zum Andenken an ihren 

Gatten Louis Schwerin, st. 24. Februar 1859. 

13. '- dem Vor-stande des Talmud-Thora-Veroins zu Danzig. 

14. Herrn M. Gottsclialk Lewy zu Beigard in Pommern, st. in Berlin 

B. März 1893. 

15. = .. Rittergutsbes. Emanuel Priugsheim, hier, st. 11. Juni 18ÜG. 

16. = * Partikulier Heinrich Lunge, hier, st. 29. Siwan. 

17. . verw. Frau Sanitii'srat Dr. Levy, Marianne, geb. Behrend, 

liier, zum Andenken an ihren Gatten Sanitätsrat Dr. Immanuel 
Levj-, hier, st. 12. Juni 1864. 

18. = Frau Auguste verw. Milch, zum Andenken an ihren (Jatlen 

Löbel Milch, hier, st. 31. August 1864. 
1'.» verw. Frau Helene Bersohn zu Warschau, zum Andenken an 

ihren Gatten Sigismund Bersohn, st. 13. April 18G4. 

20. - Herrn Gerichtsassessor Dr. Siegfried Marck. hier, zum Andenken 

an seinen Bruder Beruhard Moritz Marck, st. 17. August 186:'). 

21. Frau Seminardirektor Rosa Frankel, hier, zum Andenken an ihren 

Vater Kmanuel Meyer zu Teplitz, st. 18. April 1865. 

22. Herrn Kaufmann Jonas Zej.Ier, hier, st. 6. Mlirz 1865. 

23. '- Wolff Schiff, hier, .st. 24. November 1865. 



XLVIII 

24. Von Herrn Assessor Hngo Milcli, hier, aus Anlass seines Hochzeits- 
tages am 15. April 1H6G. 

2'). = Frau Wittwe Rosalie Zuiiz in Dresden zum Andenken an ihren 
Gatten Lippmann Zunz daselbst, st. 15. Juli 1867. 

2(5. HtMTu Privatlehrer Selig Salomon zu Danzig, st. 24. Nov. 186(). 

27. den Herren Siegfried Cassirer undD. Cohn zu Ober-Glogau, zum 

Andenken an ihre Eltern Moses Cassirer, st. 17. September 
1852, nnd Eva Cassirer, st. 23. September 1852. und deren 
Tocliter Ida, st. 23. Dezember 1863. 

28. '- Herrn Stadtrat Benny Burchardt in Landsberg a. AV., zum 

Andenken an seine Frau Minna Burchardt, geb. Levy, 
(st. 9. Oktober 1866. 

29. -- Herrn Ivaufmann Emanuel Moses Cohn in Grünberg, starb 

4. August 1868. 

30. ^ = Kaufmann Hey mann Alexander, hier, zur Erinnerung 

an seinen Sohn Jacob Loeb, st. 14. November 1866, 
und zum Andenken an ihn selbst, st. 30. Siwan. 

31. = = Albert Alexander Katz in Görlitz (als Albert und Julie 

Katz'scbes Konfirmanden-Stipendium). 

32. = verw. Frau Kaufmann Amalie Meyer, geb. Poppelauer, zum 

Andenken an ihren Gatten Meier Meyer, hier, st. 9. No- 
vember 1849. 

33. Herrn Kaufmann J. Ephraim, hier, zum Andenken an seine 

Mutter, die verw. Frau Esther Ephraim, geborene 
Schwabach, hier, st. 21. Februar 1870. 

34. » ^ Kommissionsrat Moritz Wesel in Gemeinschaft mit den 

anderen Hinterbliebenen des Fräulein Minna Blau, 
hier, zum Andenken an dieselbe, st. 8. November 1874. 
85. = Frau Friederike Levy, hier, zum Andenken an ihre verstorbene 
Tochter Julie, st. 18. Oktober 1867. 

36. '- Herrn Semiuardirektor Dr. Zacharias Frankel, zum Andenken 

an seine Ehefrau Rosa Frankel, geb. Meyer, st. 30. Juni 1872. 

37. = verw. Frau Eisenbahndirektor Johanna Lehmann, geb. Lehfeld 

in Berlin, zum Andenken an ihren Gatten, Eisenbahudirektor 
Joseph Lehmann, st. 19. Februar 1873. 

38. = Herrn Wol ff Sachs, hier, st. 2. Kislew. 

39. = Frau Assessor Bankdirektor Milch, hier, und Frau Kaufmann 

Stein feld zu Liegnitz, zum Andenken an ihren Vater, 
Moritz Levy, st. 13. März 1873. 

40. = Herrn Kurator Stadtrat Dr. jur. Marck, hier, aus Anlass der am 

9. August 1873 stattgef. Konfirmation seines Sohnes 
Alphons. 

41. = = Salomon Litthauer in Berlin, st. 26. April 1873. 

42. - Samuel und Frau Täubchen Traube, hier, st. 21. April 

resp. 14. Mai 1875. 

43. = : Kaufmann Louis Löbel Frankel in Berlin, st. 16. Mai 1873. 

44. -- '- Dr. med. Julius Lobethal, hier, st. 12. Dezember 1874. 

45. = -. Bankier Heymanu Traube, hier, st. 12. Mai 1875. 



IL 

40. Von Herrn Dr. Zacliiirias Frankel, Direktor des jüdisch-thoolofxisclien 

Seminars, hier, st. 13. Februar lH7ö. 
47. Fritz Saclis, hier, st. 23. Juni 1875. 

4K. Willielni Traube, hier. st. 9. März 1H7G. 

49. • . Lamlrabbinor Dr. Adler zu Cassel, zum Andenkon an seine 

Ciattin 15ertha Adler, st. 8. Juli 1875. 
'){). i'rau E. Stern, hier, zum Andenken an ihre Eltern Tobiaa und 

Amalie Stolz, st. IG. Kislew, rosp. 13. Siwan. 
.jl. z Herrn Julius Haber, st. 21. November 1879, zui- Begründung 
eines Julias iind Johanna Haber'schen Stipendiums, st. am 

28. August 1875. 
')2. Frau Auguste Milch, geb. Schlesinger, hier, st. 24. A]iril IK77. 

r)3, Herrn Nathan Hamburger zu Kosten, st. 21. Mai 1877. 

'}A. -- Samuel Wolff Rhoinberg, hier, 

ö.j. Frau Mugdan, hier, zum Andenken an ihren Gatten, A. J. Mugdan. 

hier, st. 30. Sept. 1878. 

56. ; Herrn Louis Schaps, hier, zum Andenken an seine Tiattin. dio 

Frau Elise Schaps, geb. Henschel, st. 18. April 1877. 

57. Adolpli Lion, hier, zum Andenken an seine Gattin, Frau 

Dorothea Lion, st. 24. März 1876. 

58. = verw. Frau Friederike Remak, geb. Caro, hier, st. 17. Sept. 1878. 

59. = Frau Mathilde Jereslavv aus Rosenbeig O.-S., st. 11. Okt. 1878. 

60. . Herr Kurator Hugo Milch, anlässlich der am 31. Juli 1880 statt- 

gefandenen Konfirmation seines Sohnes Louis. 

61. Henry Valien tin, zum Andenken an seine Mutter Frau 

Annette Vallentin, geb. Beigard in Hamburg, st. 
7. Mai 1880. 

62. = Jacob und Rosa (geb. Halm) Simonsen'sche Eheleute aus 

Kopenhagen. 

63. = Frau Minna Traube, geb. Oppenheim, st. am 5. Januar 1881. 

64. . Herrn Jacob Nachod aus Leipzig, st am 11. April 1882. 

65. = Frau Jetta Pinner, st. am 19. November 1882. 

66. Herrn Albert Meyersou ausNakel, st. in Breslau am 17. Sept. 1882. 

67. Frau Mirel Hamburger, geb. Schmeie, st. in Berlin am 

26. September 1884. 

68. Herrn Tsidor Jonas Orgler, st. in Peiskretscham am 24. Juni 1S73. 

69. r M. Straschun. st. in Wilna. 

70. . Landrabbiner Dr. L. Adler in Cassel, st. am 5. Januar 1886. 

71. -- Benj. Schneidemann, St. in New York 23. September 1886, 

72. -' ■- Josua Levy und Frau Rosalie, geb. Fuchs, st. am 

22. Januar 1887. 

73. Marcus Sachs, st. am 8. Februar 1888. 

74. ■- - Kurator Stadtrat Dr. Marck, st. am 23. Juni 1888. 

75. = '- Rabb. H. "Wassertrilling, st, in Boskowitz am 14. Juli 1888. 

76. Ad. Schwerin aus ("lausthal, st. am 24. Mai 1888 in 

Wiesbaden. 

77. Frau Fanny Oppenheim, st. am 11. März 1889. 

78. « Herrn Moritz Oppenheim, st. am 12. Dezember 1856. 

79. . -- Dr. Hochstädter, st. in Ems am 9. Dezember 1888. 

80. = liabb. Sal. Knoeh, st. am 18. November 1889, 



81. Von Herrn Abr. Henschel, st, am 17. Februar 1890. 

82. '- Herren Edmund und Ferdinand Oppenheim. 

83. = Herrn Dr. David Rosin zu seinem Söjährigen Amtsjubiläum. 

84. = . Seminarrabbiner Dr. David Joel, st. am 7. September 1882. 

85. . Dr. B. Zuckermann, st, am 17. Dezember 1891. 

88. = Frau Dr. Emma Rosiu, geb. Meier, st. am 5. Januar IK!t2. 

87. . -. Mathilde Meyersohn, geb. Schneidemann, st. am 

13. Juni 1890 in IJostou. 

88. = Herrn Leopold Haber, st. am 27. Februar 1894. 

89. -. ^ Dr. David Eos in, st. am 31. Dezember 1894. 

90. = ^ Landrabbiner Dr. M. Deseauer, st. am 27. April 1895 in 

Meiningen. 

91. . = Siegmund Braun, st. am 25. Oktober 189G. 

92. '. Kurator Hermann Haber, st. am 10. Februar 1897. 

93. -- Frau Marie Meyer, geb. Oppenheim, st. am 13. Juli 1899. 

94. . Frl. Irma Bertha Fränckel, st. am 3. März 1900 in (4oth(mburg. 

95. = Frau Prof. Dr. Clraetz, geb. Monasch. st. am 31. Mai 1900. 

96. '. = Johanna Milch, geb. Sahl, st, am 11. Mai 1900. 

97. - Herrn Louis Cohn, st. am 29. März 1903. 

98. = Abraham Cohn, st. in Posen am 4. Mai 1903. 

99. = Rabbiner Dr. Rahmer, st. in Magdeburg am 6. März 1904. 
100. ■- David Rosinsche Preisstiftung, begr. von Prof. Dr. David 

Kaufmann. 

Ausserdem haben seit Bestehen des Seminars sowohl Gemeinden, als 
Privatpersonen Stipendien für kürzere oder längere Zeit erteilt. 



Von den zahlreichen Zuwendungen, deren die Bibliothek der Anstalt 
sich zu erfreuen hatte, heben wir als besonders umfassende hervor diejenigen 
der Herren: 



L.-P. Dr. Adler in Cassel. 

Dr. B. Beer in Dresden. 

M. D. Bernhard, hier. 

Prof. Dr. Bernays in Bonn. 

Abr. Cohn in Posen. 

Joachim Cohn in Waidenburg. 

L.-R. Dr. Dessauer in Meiniugeu. 

Dir. Dr. Franke], hier. 

S. B. Franz OS in Inowrazhv. 

Dr. Em. Fuchs, hier. 

Prof. Dr. Graetz, hier. 

Nathan Hamburger in Kosten. 



M. 



S. Hamburger in Schmiegel. 

R. Kirchheim in Frankfurt a. 

Kirschner in Gr.-Strehlitz. 

Dr. Lobethal, hier. 

Reisner in Schrimm. 

Dr. Rosin, hier. 

Rabb. Stern in Strelno. 

L. R, Tiktin, hier. 

Rabb. Wassertriling, Roskowitz. 

Jacob Wohl, Brieg. 

Rosalie Zunz. 



Wertvolle Weihegeschenke für die Synagoge des Seminars spendeten 
die Herren: 

Dr. Brann, H. Cohn, W^ Elkischer, Direktor Dr. Frankel, 
Itzig W. Kohn, Josua Lewi, A. Lion, D. Littmann, Kurator 
L. Milch, J. A. Mugdan, die Oppenheimschen Erben, Kurator 
Jos. Prinz, Dr. Hrch. Rosin, Frau Schlesinger, Wolf Schiff, Frau 
Wolf söhn. 



Übersicht 



Bcilajre \'II. 



über die vom Kiiratoriiiin der I ränckcischeii Stiftimj^cn 
für das Seminar von 1854—1904 geleisteten Aiisj^aben. 



Im 
Jahre 


I.chrer- 
Gcluiltc 


r 


Gehälter für 
HülfsUräftc 


Lchrcr- 
I'ensionen 


liibhothek 


Stipendien ') 




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1854 


3 75(1 




487 






— 





— 


600 




1855 


7 500 




1 726 


— 




— 


594 


70 


1 350 


— 


1856 


7 725 


— 


2 305 


— 






5S2 


40 


1422 


— 


1857 


037 


50 


855 


— 






381 


- 


1422 


— 


1858 


'J 187 


5(1 


1 182 




— 


— 


347 


25 


1 692 


— 


1851» 


'.) 525 


— 


1 188 


— 


— 


— 


313 


50 


1733 


24 


1860 


'J 675 


— 


1 188 


— 


— 


— 


313 


50 


1 752 


— 


1861 


10 200 


— 


1 116 


— 


— 


— 


230 


60 


1812 


— 


1862 


10 350 


— 


900 


— 


— 


— 


313 


50 


1845 


— 


1863 


10 500 


— 


1 181 


25 


— 




186 


70 


2013 


— 


18(U 


8 400 


— 


3 310 


5U 






357 


95 


2 121 




1865 


9 600 


— 


3 228 


— 


— 


— 


360 


90 


2 368 


o(J 


1866 


8 250 


— 


3 884 


50 


- 




446 


55 


2 403 


35 


1867 


11850 


— 


1 339 




— 




358 


73 


2 745 


86 


1868 


12 150 


— 


1 365 




— 




423 


49 


2 779 


66 


1869 


12 3?:. 




1365 


— 




— 


495 


34 


2 949 


16 


1870 


12 750 


— 


1 694 


— 




- 


337 


96 


2 967 


16 


1871 


13 527 


50 


1 590 


— 




- 


470 


56 


3 (123 


16 


1872 


13 354 


50 


1 590 


— 






408 


93 


4 242 


66 


1873 


14 100 


— 


1665 


— 


- 




2(iO 


46 


4411 


(i5 


1874 


13 800 


— 


1 642 


50 


- 




314 


16 


4 3(11 


41 


1875 


14 677 


25 


1 74" 








268 


93 


4 341 


73 


1876 


16 05(1 


— 


1965 


- 




— 


1 013 


82 


4 523 


95 



*) einschl. -lor Zinsen 'los Kraiikol-Fonds (soit 1S71) 
ausschliesslich dox- anderwcitigun Suhventionon von Gciuc 
bänden. Lotztoro boliofen sich im Durehsuhoitt aal' etwa 



<md der PrcisstirtungCD, aber 
iidon, (iesellschaftcn und Vor- 
lüiW Mk. jährlich. 



LH 

























Im 
Jahre 


Lclircr- 
r.chältor 


C'iehälter für 
Ilülfskräfte 


Lchrcr- 
l'ciisioiicii 


Bibliülhc 


V 


SlipciKlion 




M 1 ^! 


.V 1 .( 


.ir 1 ..! 


,-W 1 


4 


.# 1 .( 


1877 


1 
16 150 


— 


1 661 


25 


— 


— 


673 


74 


5 063 


65 


1878 


16 537 


50 


1 620 


- 


— 


— 


482 


12 


4 895 


15 


1879 


16 700 


— 


1715 


— 


30(1 




567 


89 


5 034 


20 


1880 


15 570 


— 


2 655 


— 


1200 


— 


813 


84 


4 986 


30 


1881 


15 384 


— 


2 842 


50 


1200 


— 


715 


93 


5 170 


12 


1882 


16 518 


-- 


2 940 


— 


1200 


— 


359 


43 


5 244 


23 


1883 


15 600 


— 


3 348 




1 960 


— 


443 


75 


5 245 


78 


1884 


16 150 


— 


2 994 




1960 


^ 


469 


04 


4497 


87 


1885 


16 050 


— 


3 321 


— 


1960 


-- 


394 


55 


6306 


20 


1886 


16 725 


— 


3 525 


50 


1960 


— 


336 


48 


5 209 


Ol 


1887 


17 175 


— 


2 858 


50 


1 960 


— 


421 


20 


5 129 


96 


1888 


15 825 


— 


2 445 


30 


1960 


— 


286 


19 


5 441 


44 


1889 


15 150 


^ - 


2 491 


50 


1 960 


— 


342 


81 


5 361 


58 


1890 


15 150 


— 


2 589 


— 


1 930 


— 


315 


70 


5 128 


25 


1891 


16 316 


67 


2014 


50 


1920 


- 


450 


16 


5 493 


67 


1892 


15 150 


— 


636 


50 


3 420 


— 


643 


37 


5 461 


31 


1893 


15 150 


— 


415 




3 360 


— 


563 


68 


5 725 


91 


1894 


15 150 


— 


411 




3 340 


— 


493 


05 


5 705 


97 


1895 


11825 


— 


461 




3 340 


— 


490 


33 


5 353 


12 


1896 


15 000 


— 


421 


^ 


3 340 


— 


519 


65 


5 749 


96 


1897 


14 900 


— 


490 


— 


2 940 


— 


496 


04 


5 580 


08 


1898 


14 900 


— 


430 


— 


2 540 


— 


584 


26 


5 571 


13 


1899 


15 400 




367 


50 


2 540 


— 


649 


43 


5 590 


50 


1900 


16 200 


— 


351 


— 


1790 




561 


92 


5 587 


14 


1901 


16 200 


— 


405 


— 


1790 


— 


750 


93 


5 749 


74 


1902 


16 200 


"- 


361 


— 


1040 


— 


574 


03 


5 862 


15 


1903 


16 200 


— 


356 


— 


1040 


— 


672 


30 


6 279 


34 


1904 


16 200 


- 


400-430 


— 


1040 


— 


6-700 





5 699 


21 



Inhalts -Verzeichnis. 



Seite 

Einleitung 3 

Das Fränckersche Testament 7 

Die Vorarbeiten zur Gründung des Seminars 15 

Zacliarias Frankel 28 

Die Verhandlungen mit Ti-aukel und die Auswahl der Lohrkriilte ... H 

Die Erüünung des Seminars Ol 

Geschichte des Seminars (iö 

I. Die Organisation des Seminars 65 

1. Die Satzungen des Seminars »J5 

2. Die Lehrmittel des Seminars 74 

II. Das Lehrer-Kollegium des Seminars S.'5 

Verzeichnis der Schriften der Lehrer des Seminars . . .11») 

III. Die Hörer des Seminars 131 

Verzeichnis der Hörer des Seminars und ihrer Schriften .... I-IO 

IV. Die am Seminar bestehenden Vereine '_>U7 



Beilagen : 



Seite 



1. Z. Fraukels Orgaiiisatiousplau lür das zu gründende 

Rabbiner- und Lehrer-Seminar I 

n. Ed. Munks Gutachten über den dem Eabbiiier-Seminar an- 
zugliedernden Gymnasial- üuterricht XTII 

111. Verzeichnis der am Seminar von 1854-1904 gehaltenen 

theologischen Vorlesungen X\1I 

IV. Übersicht über die Benutzung der Anmeldungsbücher in 
den 25 Semestern vom Sommer-Semester 1883 bis zum 

Sommer-Semester 1895 XXXVIII 

V. Verzeichnis der von 1854-1904 gestellten Preisaufgaben XLI 

VI. Verzeichnis der zu Gunsten des Seminars errichteten 

Stiftungen und Legate • XLVII 

VII. Übersicht über die vom Kuratorium der Fränckelschen 
Stiftungen für das Seminar von 1854-1901 geleisteten 
Ausgaben ^^ 



<JUN 3 1972 



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UNIVERSITY OF TORONTO LIBRARY 



BM Brann, Marcus 

95 Geschichte des Jüdisch- 

B76B8 Theologischen Seminars 

(Fraenckel'-sche Stiftiing) 

in Breslau